THE UNIVERSITY
OF ILLINOIS
LIBRARY
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377
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L161— O-1096
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Beihefte
zum
Centralblatt für Bibliothekswesen
Herausgegeben
Dr. O. Hartwig
B I bib] inllh k :i I in II . 1 ,
Dritter Band
umfassend Heft 9 und m
Leipzig
Otto ETarraaaowita
1892 93
02.
IE
1 N 11 A L T.
]>ü- hier angegebenen, für den Band fortlaufenden Seitenzahlen stehen antei dem Texte.
- I
Heft '.': P.W. E. Roth, 1 >i<- Mainzer Buchdnickerfamilie Schüffer
während des XVI. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse
zu .Main/. Worms, Strassburg und Venedig, enthaltend
die Drucke des Johann Sehüffer 15»3 1531, des Peter
Schöffer des Jüngeren 1 5ii> — 1 542 und des l\<> Schöf-
fer 1531 - 1555 1 250
In: Paul Schwenke, Adressbach der Deutschen Biblio-
theken *»!
fc
\P
Die Mainzer
Buchdruekerfamilie Schöffer
während des XVI. Jahrhunderts
und deren Erzeugnisse zu Mainz Worms
Strassburg und Venedig
enthaltend die Drucke des Johann Schöffer 1503 — 1531,
des Peter Schöffer des Jüngeren 1508—1542
und des Jvo Schoeffer L531 L555
zusammengestellt
von
F. W. E. Roth.
NounteN n<iiicH /um Centralblatl fflr ItihliollickMWOHeii,
Leipzig
Otto Hurra ss<>
1892.
Alle Rechte vorbeJmlten.
Halle a. S., Druck von Ehvhur.lt Kurrax.
Vorwor t.
Mit der Bibliographie der Mainzer Buckdruckerfamilie Sckoeffer
beschäftigte sich zuerst Alexander Würdtwein in seiner Bibliotheca
Moguntina, Ulm 1787, Quarto, und lieferte durch Selbsteinsicht ver-
schiedener Stifts- und Klosterbibliotheken zu Mainz sowie durch Mit-
theilungen Anderer, namentlich der Bibliothekare am St. Barthomaeus-
(lomstit't zu Frankfurt a. Main, zu llbenstatt, Amorbach. Seligenstatt
und Arnsburg eine stattliche Sammlung ?on Titeln der Drucke vmi
Johann und Ivo SchoefFer und einige wenige von Peter ^choeffer
dem Jüngeren, den er jedoch mit Beinern gleichnamigen Vater ver-
wechselte. Würdtweins Arbeit hat vom jetzigen Standpuncte der Biblio-
graphie keinen Werth mein-: es reichen dessen Angaben häufig nicht
hin, verschiedene in einem Jahre erschienene Ausgaben festzustellen.
Einzelne Drucke hatten Maittaire, Annales typographici, des Denis Supple-
ment hierzu und Prosper Marchand, Histoire de l'imprimerie mit dessen
Supplement geliefert Panzer brachte in Beinen Annale- und den Annalen
eine Menge Drucke Johann, Peter und [vo Schoeffers, die Lateinischen
bis I 536 bei, wodurch er die Vorarbeiten Maittairee und Würdtweine
ergänzte und erweiterte. Auch diese Arbeil hat bibliographisch heute
keinen Werth mehr. In diesem Jahrhundert beschäftigte Bich der Main
/.er Bibliograph K. Schaab mit den Drucken Johann. Peter und [vo
Schoeffers und ward auch der Qesohichte derselben durch Beibringen
von biographischem Material gerecht. Seine Geschichte der Erfindung
der Buchdruckerkunst machte über eine stattliche Anzahl von Drucken
— IV —
von 1503 bis 1555 Angaben, welche für ihre Zeit werthvoll waren,
jetzt veraltet sind. Heinrich Heibig in Lüttich, ein geborener Mainzer,
brachte weitere Buchtitel und berichtigte manche Angabe Schaabs im
Archiv für hessische Geschichte II und III. E. Wellers Kepertoriinn
lieferte eine grössere Anzahl Beschreibungen bis 1525 in Original«
fassung und mit Angabe der Orte ihrer Aufbewahrung. II. Klemm
in Dresden betrat den eigentlichen Boden wissenschaftlicher Biblio-
graphie für die Mainzer Drucke von 1503 — 1555 und lieferte auch
Einzelnes über die Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren zu Strass-
burg und Venedig. ] )
So standen die Vorarbeiten, als ich die Bearbeitung der Biobiblio-
graphie der Buchdruckerfamilie Schoeffer 1888 zu Darmstadt begann,
dieselbe aber durch meine Ernennung zum gräflich Eltz'schen Ar-
chivar und Bibliothekar im Juni 1888. und die Arbeiten zur Ge-
schichte der Herren und Grafen zu Kitz. Mainz 1889 — 1890, unter-
brechen musste und erst 1890 wieder aufnehmen konnte. Ich
erfreute mich bei ihr des loyalen Entgegenkommens der Verwaltung
der Mainzer Stadtbibliothek, der ausgedehntesten Benutzung der Hof-
bibliothek zu Darmstadt, der Seminarbibliothek zu Mainz, der Hof-
bibliothek zu München, wo ich im Mai 1891 eine grössere Anzahl
Druckwerke benutzte, der amtlichen Mittheilungen der Bibliotheksver-
waltungen zu Berlin, Kon. Bibl., Freiburg i. B., Univ. -Bild.. Bonn, Univ.-
Bibl., der k. k. Hofbibliothek zu Wien, des germanischen Museums
zu Nürnberg, des verstorbenen kön. Oberbibliothekare Campbell im
Haag, der Hofbibliothek zu Aschaffenbürg, der Universitätsbibliotheken
zu Prag, Erlangen. Krakau, Wien. München. Göttingen, Breslau, Strass-
burg i. E. , Leipzig, Jena, sowie der liebenswürdigen Unterstützung
des fürstlich Stolbergischen Bibliothekar- Herrn Archivratbs Dr. EL Jacobs
I) Neuesten« hat Dr. Falk im Mainzer Journal 1891. Nr. 91 —94 die
Druckherren Peter, Johann und Peter II behandelt, welche Arbeit ;ii> popu-
läre Darstellung selbstverständlich keinen Anspruch auf wissenschaftliche
Bibliographie macht, aber das Verdienst besitzt, in Mainz selbst auf das
Wirken dieser drei Männer aufmerksam gemacht zu haben.
— v —
in Wernigerode und des Secretärs der k. Universitäts - und Landes-
bibliothek zu Strassburg Herrn Dr. Karl Schorbach, des Panlusmuseums
in Worms, des Stadtarchivs zu Strassburg, von denen ich Beschrei-
bungen und Mittheilungen erhielt, während Antworten aus Halle a. d.
Saale, Düsseldorf, Wolfenbüttel, Karlsruhe, Heidelberg u. s. w. Nach-
richten über das Nichtvorhandensein von Drucken brachten. Allen
diesen Anstalten sage ich auch hier meinen ergebensten Dank. Leider
muss ich aber auch die Ungefälligkeit der Frankfurter Stadtbibliothek
erwähnen, die jede Benutzung alter Drucke ..aus bibliothekarischen
Gründen" gemäss gedruckter Bibliotheksordnung auch mir gegenüber
ablehnte.
Meine Arbeit wurde im Verlaufe eine sehr umfangreiche, in dieser
Ausdehnung im Voraus nicht geahnte. Die Auffindung der Drucke
der Familie Schoeffer kostete mir viele Zeit und Mühe. Denn manche
sind selten geworden und einzelne konnten geradezu gar nicht mehr
aufgefunden werden. Alle diese Drucke sind durch den Vermerk :
„Quelle: Unbekannt" gekennzeichnet. Bei ihnen standen mir nur die
Angaben meiner Vorgänger zu Gebote; für andere Druckwerke
konnte ich mich wenigstens auf die Angabe von Antiquariatscatalogen
zuverlässiger Firmen berufen, durch die die Existenz der betreffenden
Bücher erwiesen ist. Aeltere Citate habe ich möglichst vermieden,
alle auf ihre Originalität geprüft und manchen Druck lieber als zweifel-
haft aufgeführt, um nicht durch neue Angaben alte Fehler weiter zu
verbreiten. Bleibt dadurch auch bei dem redlichsten Bemühen Manches
angenau und unbeschrieben ; so ist doch die weitaus grösste Zahl der
Drucke aus Autopsie beschrieben and gesichert. Auf die zeilenmassige
Wiedergabe der Titel and Endschriften, die Beschreibung der Pormate,
der Holzschnitte, des Umfanges an Blättern und Seiten, einzelner beson-
derer Merkmale und Druckfehler, Satzvarianten eines und desselben
Druckes a.s.w. ist alle Sorgfalt verwendet worden, ohne gerade ins
Kleinliche zu \ erlallen. Besonderen Werth habe ich auf das Verhält
niss der Drucke zu früheren oder späteren Auflagen, als Original- oder
Nachdrucke, -««wie .-tut' die einschlägige Literatur verwendet, sah mir aber
— vi —
nach meinem Weggange von Darmstadt die literarischen Ilülfsmittel
leider sehr verkürzt, da mir nur die kleineren Bibliotheken zu Wiesbaden
und Mainz zu Gebote standen. In dieser Beziehung ist also die Arbeit
kciiv abschliessende. Meine Absicht, dem Literaturhistoriker. Biblio-
graphen, Sammler und Antiquare eine genügende Beschreibung der
Druckwerke der Familie Schoeffer zu geben, dürfte jedoch nach Kräf-
ten erfüllt sein.
Wiesbaden, im Juli 1891.
F. W. E. Roth.
Inhalts -Verzeidmiss.
I. Johann Schoeffer 1503 — 1531-
Seite
Johann Schoeffers Lebensschicksale bis 1513 1
Johann Schoeffer als Verleger und Buchdrucker 4
Johann Schoeffer als Pfleger der Bücherillustration 10
Johann .Schoeffers weitere Lebensschicksale . seine Familienverhältnisse 1 1
Die Druckermarken Johann Schoeffers 13
Druckwerke Johann Schoeffers mit Jahrzahl, Angabe des Orts und der
Firma 1503—1531 15 — s. ! 5
Druckwerke Johann Schoeffers ohne Jahresangabe 1509—1526 84 — 85
Druckwerke Johann Schoeffers ohne Druckort und Firmaangabe
L503 — 1530 86 — 101
Undatirbare Drucke Johann Schoeffers 101 — 102
Unächte and zweifelhafte Drucke Johann Schoeffers 102 — 106
II. Peter Schoeffer der Jüngere 1508 — 1542.
Geburl und Lebensgeschichte desselben, sein Wirken zu .Main/. . . . 113
Peter Schoeffer II in Wurms, seine Beziehungen zu den Wiedertäufern 115
Peter Schoeffer der Jüngere zu Strassburg 116
Peter Schoeffer zu Hasel und Venedig, sein Tod 119
Peter Schoeffer als Buchdrucker und Verleger 120
Peter Schoeffer als Pfleger der Bttcherillustration 120
Peter Schoeffer als Drucker von Musikalien 121
Die Druckermarken Peter Schoeffers des Jüngeren 122
Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren zu Mainz 12:* — 130
Druckwerke P, Schoeffers zu Worms 131 — 141
Druckwerke P. Schoeffers zu Worms ohne Firmaangabe .... 142 — 143
Druckwerke P. Schoeffers zu Strassburg 143—149
Druckwerk«' P, Schoeffers zu Strassburg ohne Datum 149—150
Druckwerke P. Schoeffers zu Strassburg ohne Datum und ohne bestimm-
bare Erscheinungszeil 150— 152
Druckwerke Peter Schoel'l'ers zu Venedig 152 153
Druckermarke Peter Sohoefiers ohne Orl und Jahr und Firma . . 153—151
VI LI —
Seite
Unächte Drucke Peter Schoeffers des Jüngeren 154
Die Ausgaben der Reformation der Stadt Worms 1513 . . . .154—158
Matthias Apiarius Buchdrucker zu Strassburg 1533—1537 . . . 15S— 161
Die Ausgabe des neuen Testaments durch Tyndale und die Co-
verdalebibel 1<>2 — 1(14
III. Ivo Schoeffer 1531 — *555-
Ivo Schoeffers Lebensschicksale bis zur Uebernahme des Geschäftes . 173
Ivo Schoeffer als Verleger 17:^
Ivo Schoeffer als Buchdrucker und Pfleger der Bücherillustration . . 175
Ivo Schoeffers fernere Lebensschicksale, sein Tod und die Fortsetzung
des Geschäfts 176
Die Druckermarken Ivo Schoeffers 179
Datirte Drucke Ivo Schoeffers 1531 — 1555 ISO — 232
Drucke von Ivo Schoeffers Erben 1556 — 1559 233 — 234
Druckwerke Ivo Schoeffers ohne Firmaangabe 1537—1547 . . . 234 — 236)
Zweifelhafte Drucke Ivo Schoeffers 1531 —1543 236-237
tJ^MJcäM^kikikJ)
ji|3^!?|Ä!fc
I. Johann Schoeffer 150B — 1531.
§ 1. Johann Schoeffers Lebensschicksale bis 1503. ^
Peter Schoeffer, der Theilhaber der Firma Johann Fust zu Mainz,
hatte aus der Ehe mit Christine Fust, dessen Tochter, zwei Söhne.
Der Eine derselben hiess Johann, der Jüngere Peter. Es steht zwar
fest, welcher derselben der Aeltere war, aber der
Johann seinem Vater als Geschäftsinhaber folgte, lässt
*t voraussetzen. Von der Annahme ausgehend, dass
Lie Christine Fust 1454 — 1455 ehelichte, und Johann
h-stgeborene der Kinder war, dürfte 1455 — 1456
Geburt sein. Johanns Pathe war jedenfalls
ist. Johann erhielt wohl eine wissenschaft-
wohlhabenden Verlegern der Zeit üblich
i, liess sich bis jetzt nicht feststellen. Für
erfreute sich die Hochschule zu Heidelberg
findet sich Johann Schoeffers Name nicht in
Das Nächstliegende ist, dass Johann in
Jhaues lässt sich bei dem Verluste der ältesten
feststellen. Die technische Ausbildung als
Jer erhielt Johann jedenfalls im väterlichen Geschäfte,
war, als Johannes von Sorgenloch genannt Gensfleisch
Amt als weltlicher Richter der Stadt Mainz verzichtete,
"Nachfolger geworden, als welcher er 1489 vorkommt und den
laus Güldenschaf später zum Nachfolger hatte. 2 ) In Folge dieser
Stellung sowie zunehmenden Alters scheint sich Peter Schoeffer mehr
und mehr vom Verlagsgeschäfte zurückgezogen a ) und die Leitung
1) Ueber Johann Schoeffer handeln: Muther, Bücherillustration I, S. 91.
— Kapp, Geschichte des deutschen Buchhandels 1, S. 92. — Faulraann
illnstrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. S. 253, 303. —
v. d.Linde, Guteuberg S. 79. XI n. 92, 228, 521.
2) Gudenus, Codex diplom. II, 492.
3) Peter Schoeffer betheiligte sieh an einem Bergwerk im Nassauischen
Amte Weilmünster und heisst in einer Belehnungsurkunde von 1495 mit
Amiern „fonder and anfenger des bergkwergsNnw.mberu-k Smytein genant",
'Peter von (iirns.sheini, buchdrucker von Mene//. Aufsatz Dr. Beckers in der
Zeitschrift für Bergrecht XVIII, S. 487. — Es handelte sich dabei jedenfalls
um Gewinnung von Bleierzen für den Guss der Typen.
I
Beiheft 9. 1
— 2 —
desselben seinem Sohne Johann tiberlassen zu haben. Diese Vermuthung
hat schwer wiegende technische Gründe für sich. Mainz besass im
letzten Viertel des XV. Jahrhunderts ausser dem Sitze des ersten geist-
lichen Würdenträgers des Reichs eine Hochschule, war von einer
wohlhabenden auf dem Gebiete des Handels und der Gewerbe hoch-
stehenden Bevölkerung bewohnt, besass in seinen Mauern reiche, die
Wissenschaften pflegende Stifte und Klöster und konnte an der Hand
dieser Verhältnisse eine eifrige Pflegerin der Buchdruckerkunst sein.
Da dieselbe aber damals bereits nach dem Erwerbe ging, sah Peter
Schoeffer, der erste Mainzer Verleger, sich veranlasst, der in Mainz
herrschenden Richtung in seinem Verlage Rechnung zu tragen. Der
Clerus besass in Mainz das üehergewicht , die Studien desselben
erforderten theologische und kircheniechtliche. der Gottesdienst litur-
gische Bücher. Peter Schoeffer genügte diesen Bedürfnissen, wobei er
sich auch für seinen ausgedehnten auswärtigen Buchhandel tr^ffYw h
stand, da anderwärt- selbstverständlich eine gleiche Riohtunj
wie in Mainz und gleiche Bedürfnisse vorlagen. In den
zehnten des XV. Jahrhunderts machte sieh durch
Schulwesen und das wachsende Bedürfnis des V
Geist breit; das Bedürfnis nach Büchern in der
sich überall Bahn, anch hatte der Humanismus.
breitet und gerade in den Städten eine wi
damit auch die Verbreitung der Classiker
Druck angeregt. In dieser Richtung erfol«
Schoeffers um 1484 eine Wandelung, weld
Johann Schoeffers zuzuschreiben ist. Gegeni
kirchenrechtlichen Folianten erscheinen Beit
Sprache, in kleineren Formaten und gut illustrirt,
Schrift die Schwabacher Type
Peter Schoeffer beendete am 20. December li
datirtes Druckwerk, die dritte Auflage des Mainzer Pss
muss bald darauf gestorben sein, da am 8. April 1503 Johai
seinen ersten datirten Druck lieferte. Zwischen dem 20. DecembeT
und dem 8. April 1503 liegt Peter Schoeffers Todestag, Genauere^
ist unbekannt. Auch die Stätte seines Begräbnisses kennt man nicht
mehr. Jedenfalls war es die nahe Quintinskirche, in deren Pfarr-
1) Da weder Schaab noch v. d. Linde. Das Breviariimi Moguntinum S. 48,
die Schlussschrift richtig lieferten, theile ich dieselbe nach dem Darmstädter
Exemplar hier mit : [PI Resens psaiinorü codex, venustate capitaliü decorat 9
Rubriatiöibusqz sufficienter distlct 9 j Adinuentione artificiosa impmendi ac
caracterizädi j absqz calami vlla exaratiöe sie effigiatus. Et ad euse | biam
dei Industrie est cösumatus in nobili vrbe ma 1 guntina, Per PetrU Schoffer
de Gernszheim . An j no domini Millesimo quingentesimo seeundo . In | vigilia
saneti Thome . Wappenschilde Fust- Schoeffers. Ein weiteres als die be-
kannten Exemplare zu Darmstadt, Frankfurt, Paris und Mainz Domschatz
besass der Herzog de la Valliere, vgl. de Bure, catalogue de la bibliotheque
de la Valliere I. 235. v. d. Linde blieb dasselbe unbekannt.
— 3 —
bereich der Druckhof das Haus zum Humbrecht lag-, möglicherweise
aber auch die dem Druckhofe gegenüber gelegene jetzt zerstörte
Franciscanerkirche. Wann Johanns Mutter Christine starb, steht eben-
falls nicht fest.
Nach dem Tode seines Vaters übernahm Johann dessen Geschäft
in dem freiadeligen Hof zum Humbrecht in der Schustergasse, jetzt
dem Schoefferhof. l ) Wie sein Vater war er Verleger und Buchdrucker
zugleich. Kein Verlagsartikel desselben hat den Vermerk des Orts
der Verkäuflichkeit oder weist den Namen des Verlegers auf, wodurch
bei Peter und Johann Schoeffer eine Verbindung von Verlag mit
Druckerei vorauszusetzen ist. Die finanzielle Lage des Schoeffer'schen
Geschäfts war bei der Uebernahme eine jedenfalls gesicherte und
geradezu blühende zu nennen. Peter Schoeffer hatte trotz entstandener
Concurrenz in Mainz und der Thätigkeit der Verlagsgeschäfte in
Nü>^rg, Basel, Augsburg, Strassburg etc. und der hierdurch geringer
nicht urk.o n Anzahl Verlagsartikel doch für Mainz und Umgegend die
Umstand, ds*g als Verlagsbuchhändler und Drucker behauptet, wobei
dessen Erstge3T rtheile zu Gute kamen, die in ihrem localen Character
Peter Schoeffer uti. Mainz war Sitz des Reichserzkanzleramts und hatte
möglicherweise dei- Vortheilhafte , welches der Buchdruck für rasche
das früheste Jahr seiiP, e ichsverordnungen und Erlasse des Kaisers bot,
sein Grossvater Johann j>; e Stadt Mainz bot Ende des XV. Jahrhunderts
liehe Bildung, da dieses then grösseren leistungsfähigen Buchdrucker,
war. Wo Johann studiert« die zu seiner Obliegenheit gehörende Ver-
Mainz und den Mittelrhejerlasse durch den Druck übertrug und damit
grosser Beliebtheit, do t viederholende sichere Einnahmequelle eröffnete,
der Heidelberger Ma^r Schoeffers Druckerei eine Art privilegirter
Mainz studirte; Gerzkanzleramts, wenn damit auch keine strenge Ver-
Mainzer Matrikel /lasse nur bei Schöffer drucken zu lassen, vorhanden
Buchdruckverloaur in dem bequemen Verhältnis*, dass der Sitz des Erz-
Peter Schop^leich Sitz der Druckerei war, seine Begründung fand.
1476 au'/erhältniss veranlasste auch andere Obrigkeiten, ihre Erlasse
«©SWeter Schoeffer drucken zu lassen. Das Grossherzogliche Staats-
archiv zu Darmstadt besitzt unter seinen Verordnungen einen Abdruck
der Gerichtsordnung Landgrafs Wilhelm III. mit der Schlussschrift :
zu Mentz durch Peter Schöffer zu Gernssheim getruckt . . . uff sant
1) Ueber den Hof vgl. Mainz, geschichtlich, topographisch und malerisch
dargestellt von II. Brühl. Mainz 1829. S. 269. Daselbst die am Eingange
zum Hintergebäude des Sehoefferhofs errichtete Inschrift. Main/ und seine
Umgebungen. Geschildert von K. Klein. Mainz 1857. S. 5(i — 58. Der Hof
ward tun 1584 umgebaut, hiess auch der Dreikönigshof, weil eine bis 1780
bestandene Capelle daran erinnerte, dass dort die Schädel der hl. drei Könige
bei der Ueberbringung nach Cöln ruhten. Eine Abbildung des Innern des
Dreikönigshofs in: Gedenkblätter zur Gutenbergfeier am 50. Jahrestage der
Errichtung des Gntenbergdenkmals zu Mainz 14. Aug. 1837. Mainz J 887.
XVIII. S. (i.
symon und Jude abent 1497. Anderes dieser Art mag verloren oder
noch nicht aufgefunden sein.
Nebstdem bot sich an dem Clerus der Mainzer Diöcese eine
recht belangreiche Bezugsquelle liturgischer Bücher dar. Der Clerus
fühlte sich nach Einführung des Buchdrucks bald veranlasst, die ge-
schriebenen Bücher für den Gottesdienst und das Stundengebet gegen
gedruckte, verbesserte, einheitlichere und handlichere Exemplare zu
vertauschen. Auch die Bequemlichkeit der Anschaffung und der
billigere Preis kam hierbei in Betracht. Bei den Tausenden von
Priestern, die der Neuerung Rechnung trugen, war die Nachfrage nach
solchen Drucken stets rege und bot eine hervorragende Erwerbsquelle.
Dass auch damit, dass Schoeffer diese Drucke für das Domcapitel her-
stellte, sich kein förmliches Privileg für dessen Geschäft heranbildete,
sondern der Mainzer Clerus seine liturgischen Drucke nur aus Gründen
geschäftlicher Art, wenn auch mit Vorliebe, bei Peter Schoeffer drucken
liess , beweist die nicht unbedeutende Anzahl Missale's und Breviere
des Erzstifts Mainz, die aus andern Pressen hervorgingen, so das
Mainzer Missale zu Basel und Speier, das Brevier zu Lyon. Jeden-
falls fiel aber auch hier dem Schoeffer'schen Geschäfte der Haupt-
antheil zu.
Nebstdem hatte Peter Schoeffer selbst Verlag betrieben und für
Andere gedruckt. Dieses sind die Grundlagen, anf denen Johann
Schoeffer das Geschäft weiterführte.
§ 2. Johann Schoeffer als Verleger und Buchdrucker.
Johann Schoeffer war als gereifter Mann in den Besitz des elter-
lichen Geschäfts gekommen. Er entwickelte alsbald eine grosse und
dabei reformirend wirkende Thätigkeit, so dass er trotz ihm ent-
standener Concurrenz der bedeutendste Verleger und Buchdrucker der
Stadt Mainz blieb. Als gewiegter Geschäftsmann vernachlässigte er
keine Richtung des Erwerbs. Sein Verlag umfasste fast alle Gebiete
der Wissenschaft, nur von der Reförmationslitteratur hielt er sich ferne,
da ihm Rücksichten in dem katholischen Mainz dieses gebieten mochten.
Johann Schoeffer verband den Verlag auf eigene und fremde Rechnung
noch mit eigener Druckerei und Formschneiderei. Ob er dabei auch
das Geschäft eines Buchführers auf Messen betrieb und andere Verlags-
artikel als die eigenen absetzte , ist unbekannt, bis jetzt konnte keine
Spur eines solchen Verhältnisses gefunden werden. Dass aber Johann
Schoeffer auch für Andere druckte, beweisen die 1530 für den Ver-
leger Matthias Auerbach, sowie für Haselberg gelieferten Drucke, wie
er jedenfalls auch bei anderen Druckern für seine Rechnung Druck-
werke herstellen liess. Mit der Richtung seines Vaters, der Her-
stellung theologischer und kirchenrechtlicher Folianten, brach Johann
gänzlich, da die Zeit für solche Erzeugnisse wenig günstig, auch die
älteren Ausgaben des XV. Jahrhunderts grösstenteils noch im Gebrauche
4
_- 5 —
den Bedarf hierin deckten. Fast alle Zweige des Wissens und alle
Leserkreise suchte Johann zu befriedigen. Dem Bedürfnisse des
Bürgerstandes bot er gut illustrirte Gebetbücher an den zeitgemässen
Hortulus animae- Ausgaben, holzschnittgeschmückte Uebersetzungen
lateinischer Classiker, namentlich des Livius, der recht ein Lieblings-
werk des Volkes und Adels ward und blieb, des Caesar, Frontinus
und Celsus. Angeregt von den stark begehrten Aldinen, *) schuf
Johann Schoeffer ähnliche handliche Ausgaben lateinischer Classiker
und Mittellateiner in hübscher Type, die sich die Type der Aldus
zum Muster nahm , um den italienischen Ausgaben ähnliche deutscher
Arbeit entgegenzusetzen. Ist Johann Schoeffer auch nicht der Erste
und Einzige, welcher dieser Richtung huldigte, und sind seine Classiker-
ausgaben auch in Satz, Papier und Ausstattung geringer als die
Aldinen, so gebührt ihm doch mit der Ruhm, diesen Weg betreten zu
haben, dem damals mehrere grössere Verleger ihre Dienste liehen.
Sodann machte sich Johann um die römische Geschichte durch seine
Liviusausgaben 1518 — 1519, die Inschriftenkunde, die lateinische und
populäre Medicin, die Theologie in lateinischer und deutscher Sprache,
das Kirchenrecht, die Predigt! itteratur verdient. Manche seiner Erzeug-
nisse auf diesem Gebiete sind erste Ausgaben und bleiben dadurch
allein schon beachtenswerth und gesucht. Johann trat nicht allein
mit angesehenen Männern seiner Zeit aus den meisten Gebieten der
Wissenschaft in Beziehung und druckte deren Schriften, sondern er
regte auch Ausgaben von Handschriften an. Stoff hierzu boten damals
in Hülle und Fülle die reichen Büchereien zu Mainz selbst, sowie im
Rheingau, namentlich zu Johannisberg und Eberbach. Der huma-
nistische Geist, welcher damals in Mainz herrschte, fand an neuen
Bücherfunden reichliche Nahrung und an Johann Schoeffer einen stets
bereiten Gönner. Ulrich von Hütten, Erasmus von Rotterdam. Johann
Lotichius, Nicolaus Carbach, sowie der in allen Theilen Deutschlands
nach alten Handschriften suchende Cochlaeus sind die Grössen, welche
dem Johann Schoeffer unermüdet Stoff zu neuen Ausgaben lieferten,
ausserdem nenne ich des Oecolampadius Uebersetzungen griechischer
Originale ins Lateinische. Dagegen fehlen griechische Ausgaben bei
Johann gänzlich. Johann Schoeffer besass wohl selbst humanistische
Bildung und warf sich den Vertretern des Humanismus offen in die
Arme. Dieses führte zur Freundschaft mit Ulrich von Hütten. Dieses
vielfach besprochene Verhältniss beruht aber jedenfalls nicht auf einer
Hinneigung Schoeffers zu den Angriffen Huttens auf den Clerus und
dessen Reformansichten , sondern auf litterarischem Boden. Die erste
t) Ueber die Vorliebe für die Aldinischen Ausgaben vgl. Kirchhoff,
Beiträge zur Geschichte des deutschen Buchhandels I, S. 7(i. — Stockmeyer
und Reber, Beitrüge zur Baseler Buchdruckergeschichte S. S(5 und S9. —
Aldus hatte ein Privileg für die 1501 /-um Erstenmale angewendete Antiqua-
cursivtype erhalten, alsbald ward diese Typenart von Anderen, z. B. Rymann
in Augsburg (1502), nachgeahmt und verwendet.
5
— 6 —
Frucht des Bekanntseins beider Männer waren die Liviusausgaben
1518 — 1519, denen die Schrift über das Gujak folgte. Es war wohl
Bewunderung für den feurigen Humanisten, dass sich Schoeffer veran-
lasst sah, dessen Schriften gegen den Herzog Ulrich von Würtemberg
und die Schriften Huttens gegen den Clerus zu drucken. Die Streit-
schriften gegen den Herzog von Würtemberg boten nichts Anstössiges,
und wegen der Schriften gegen Rom und den Clerus dachte man in
dem katholischen Mainz anders wie heute, wo die Reformation als
vollendete Thatsache vorliegt. Hielt doch Kurfürst Albrecht von Mainz
das Auftreten Luthers mehr für eine Mönchszänkerei mit den Theologen
als für den Anfang tief einschneidender Ereignisse und begünstigte
geradezu Ulrich von Hütten an seinem Hofe. Jedenfalls ward das
von ihm gegen haeretische Schriften 1517 erlassene strenge Censur-
gebot 1 ) in Mainz gelinde gehandhabt und setzte den Schriften Ulrichs
von Hütten keine Grenzen. Dass Johann Schoeffer von dem Huma-
nismus bestochen, in missverstandener Ueberschätzung zu denjenigen
übergetreten, die in dem Vorherrschen desselben eine Besserung der
socialen Lage erwarteten und dadurch direct oder indirect die Re-
formation und sociale Bewegung unterstützten, steht wohl fest, aber
auf mehr als diesem Verhältnisse und seiner Hinneigung zu Ulrich
von Hütten beruht dieses keineswegs. Ihn zum Anhänger der Re-
formation zu machen, sind keine zwingenden Gründe vorhanden. Dass
er in der Intimatio Erphurdiana direct gegen Dr. Eck und die päpst-
liche Bannbulle auftrat, ist jedenfalls auch dem Einflüsse Ulrichs
von Hütten zuzuschreiben. Man hat vielfach angenommen, dass Johann
durch den Druck einer kirchenfeindlichen Schrift, die selbst dem Kur-
fürsten Bedenken erregte, auf Veranlassung des Papstes Leo X. von
Albrecht belangt und mit Gefängniss im Jahre 1520 bestraft ward,
allein übersehen, dass in dem Briefe des Kurfürsten Johann gar nicht
genannt ist. 2 ) Es gab damals in Mainz nur zwei Buchdrucker, die
Gebrüder Johann und Peter Schoeffer und steht es nicht fest, welcher
derselben der Gestrafte war. Auch ist die Schrift, welche diese Mass-
regelung zur Folge hatte, nicht näher bezeichnet. Nach dem Wortlaute
1) 17. Mai 1517. Abdruck in May. Kurfürst Albrecht II. von Mainz I,
40 — 41.
2) Die Stelle des Briefs Albrechts 0. D. lautet: postquam eram certior
factus de libello, quem scripsit in reverendissimum cardinalem s. Sixti. deinde
ex Magdeburgensi dioecesi Moguntiam reversus cognovi abonrinanda quaedam
ab eodem illic publicata et excusa a cive quodam Moguntino. Nihil potni
in Huttenum . qui se munitissimis arcibus in huncusque diem continet. et
fortissimam rnanmn equitum, ut audio, congregare potest, quoties ei lubitum
est, adeo ut mihi prope formidabilis sit. Egi, qnod res tulit: omisso
Hutteno, cuius copia, uti dixi. non erat, iniuriam attentatam in impressore
vindicavi . quem novo exemplo per lictores in carcerem durissimum coercen-
dum curavi, obsecrantibus etiam nrultis ex proceribus. ne faccrern. Deinde
cavi, ne quis eiusmodi contumeliosa et in diminutionem auctoritatis sanctae
sedis Romanae scripta venderet aut emeret sub meis dioecesibus. — Böcking,
opera Hutteni I. 3ö4. — May, Kurfürst Albrecht IL von Mainz. I. 89 Beil.
6
__ 7 —
des Briefes handelte es sich um eine Schrift Ulrichs von Hütten gegen
den Cardinal von St. Sixtus. Ob aber die Intimatio Erphurdiana eine
Arbeit Huttens ist, bleibt unerwiesen und selbst wenig wahrscheinlich,
und ebenso ist mir bei der Unbekanntheit mit deren Wortlaut nicht
möglich, festzustellen, ob dieselbe solche persönliche Angriffe enthält
oder nicht. Vorläufig glaube ich jedoch, dass diese Schrift die Ursache
des Vorgehens gegen Johann Schoeffer nicht war.
Als die Reformation überall die Geister beschäftigte und die
bezügliche Literatur mit ihren Nachdrucken die Märkte überschwemmte
und beherrschte, mag es für Johann Schoeffer ein ähnliches Verhältniss
gewesen sein wie bei Froben in Basel und demselben schwer gefallen
sein, seinen Verlag, ohne diese sicheren Gewinn bringende Waare der
Reformationsliteratur zu beschäftigen, fortzuführen und seine Bücher-
vorräthe zu verwerthen. Doch hatte Schoeffer immerhin einigen An-
theil an dem geistigen Wirken der Reformatoren durch Verlag der
Schriften des Melanchthon, Oecolampadius und mancher geistigen Er-
zeugnisse des Erasmus von Rotterdam.
Bedeutende Verlagsartikel bildeten die liturgischen Drucke Johann
Schoeffers für die Erzdiöcese Mainz , die Diöcesen Osnabrück und
Minden. Die Menge der notwendigen Missales, Breviere und anderer
liturgischer Bücher der Erzdiöcese Mainz war durch die Ausgaben
des XV. Jahrhunderts noch nicht gedeckt. Manches bereits verbraucht,
auch verlangte die verbesserte Einrichtung dieser Bücher, die Herab-
setzung der grösseren Formate zu kleineren bei den Brevieren und
Diurnale's bei fortwährendem Verluste durch Gebrauch und andere
Unfälle, stets neue Ausgaben. Es steht nun fest, dass der Druck der
Liturgica bei der doppelspaltigen Satzart in mehreren Typenarten, der
Roth- und Schwarzdruck, sowie die Kleinheit der Typen bei den
Brevieren grosse Schwierigkeiten verursacht und genaues Arbeiten
erfordert, aber auch hierin trug Schoeffers Werkstätte den Anforderungen
Rechnung. Seine Brevierdrucke sind Nachahmungen der damals als
unerreicht dastehenden Venetianer Ausgaben und bieten in Schnitt der
Typen, Correctheit des Satzes, Register des Roth- und Schwarzdrucks
bei handlichem Format und doch .nicht zu grosser Gedrängtheit der
Zeilen in den Enchiridien oder Brevierausgaben 1509 und 1513 solche
Musterleistungen , dass Schoeffer auch ein Brevier für Erfurt, für
Osnabrück und für Minden zu liefern den Auftrag erhielt. Johann
Schoeffer schuf zwei Missnieausgaben, die mit den berühmten Drucken
Drachs in Speier den Vergleich aushalten. Auf der andern Seite steht
seine Psalteriumausgabe 1516 typographisch wie der Ausstattung nach
weit hinter den Auflagen von 1459 und 1490 zurück und deutet ein
Sinken der Kunst in Bezug auf Satz und Illustration- an.
Trotz der rastlosen Thätigkeit der Pressen in Nürnberg, Strass-
burg, Augsburg, Basel, Cöln und Leipzig, blieb Johann Schoeffer einer
der hervorragendsten Vertreter des Buchverlags und Buchdrucks in
Süddeutschland, wenn auch die Zahl seiner Verlagsartikel gegen andere
— 8 —
Geschäfte nicht sich messen kann. In Mainz selbst beherrschte er den
Markt, da ihm die Geschäfte seines Bruders Peter und das des Friedrich
Heumann wenig Abtrag thun konnten.
Auch als Buchdrucker und Formschneider leistete Johann Schoeffer
Vorzügliches. Von den alten Typen seines Vaters behielt er nur die
beiden Psaltertypen, die Canontype und Missaltype von 1457 ') bei und
verwendete sie pietätvoll mit Vorliebe für Titel und Ueberschriften,
ferner die beiden Missaltypen von 1483 und 1493 , deren Majuskeln
er jedoch vermehrte und verbesserte. Alle andern Typen seines Vaters
stellte Johann der Vernichtung anheim, indem er den Anforderungen
der Zeit nach Antiqua und Antiquacursiv nach dem Muster der Aldinen
sowie der Schwabacher Typen Rechnung trug und seine Druckwerke
in diesen Typenarten schuf. Von der Antiqua führte Schoeffer drei
Abstufungen von der Bourgeois bis zur Cicero, von der Antiquacursiv
zwei Arten (Garmond und Bourgeois), von der Schwabacher Type nur
eine (Cicero), sodann jedoch weniger häufig zwei semigothische Typen,
die namentlich in liturgischen Drucken kleineren Formats, die grössere
auch im Missale sowie für Rubriken Verwendung fand. Ferner benützte
Schoeffer eine fracturartige Theuerdanktype nach dem Vorbilde der
Theuerdankausgabe 1507. Johann Schoeffers Typen sind nicht schön,
aber auch nicht ungefällig im Schnitt, rein im Guss bis auf seine
Antiquacursiv, welche im Gusse unrein auch von nicht schönem Schnitt
ist; seine Schwabacher Type ist bei kräftigem Character etwas breit
im Kegel. Doch kann in dieser Beziehung sein Schriftschatz mit dem
bessern, theilweise besten der Zeit den Vergleich aushalten. Die
Drucke Johann Schoeffers sind meist gut gesetzt und gut gedruckt,
genau im Register, wie bereits erwähnt, die liturgischen Drucke: Roth-
druck bei Titeln und Endschriften verwendete Schoeffer seltener. Seine
Drucke stellte er theilweise auch auf Pergament her.
Ein Schatten in Schoeffers Character sind die Flunkereien de>-
selben, dass nicht Johann Gensfleisch, sondern Johann Fust der Erfinder
der Buchdruckerkunst gewesen und dieselbe zuerst mit Peter Schoeffer
in Mainz ausgeübt habe. Dieses geschah, wie die Vorrede Ivo Wittichs
in der Liviusausgabe 1505 zeigt, wider besseres Wissen, da Johann
Schoeffer als Verleger derselben von dem dort abgedruckten Wortlaute
Kenntniss haben musste. Theilweise rühren diese Geschichtsfälschungen
aber auch von anderen Einflüssen her. Johann Schoeffer schrieb nur
nach, was sein Vater Peter mit Johann Fust seit 1468. dem Todes-
jahre des Erfinders, der Welt vorgelogen. Johann musste die Schluss-
schriften der Drucke Peter Schoeffers kennen, war aber leider nicht
ehrlich oder kühn genug, denselben zu widersprechen und ging den
1) Die Psaltertype 1457 entspricht in ihrer grösseren Form für den
Text der Canontype der Missale's Schoeffers 1493, 150!» und 1517. die kleinere
Psaltertype für die gesanglichen Theile der Psalmen der grossen Missal-
type 1493, 1509 und 1517, während die kleinere Missaltype nicht in den
Psalterien vorkommt.
8 . .
_ 9 —
einmal betretenen Weg ruhig weiter, da ihn falsche Scham oder der
Ehrgeiz vom Gegentheil abhielten. Die Sache kann auch auf Geschäfts-
rücksichten beruhen, um den Ruf der Firma zu bewahren und dieselbe
zu der ursprünglichsten Pflegerin des Buchdrucks zu machen. Ob
dabei die Familie Fust auch ein Wort mitsprach oder geradezu die
Sache allein betrieb, da sie geschäftlichen Antkeil hatte, wissen wir
leider nicht. Johann Fust hatte einen Bruder Jacob, welcher Gold-
schmied und 1462 Bürgermeister war, auch Einer der Neun gewesen
sein soll, die 1462 von dem Anschlage Kurfürsts Adolf von Mainz auf
Mainz wussten. Dieser Jacob Fust habe dann nach Johann Fusts Tod
(1466) das Geschäft mit Peter Schoeffer weitergeführt, ob derselbe
Nachkommen besass, die den Antheil an der Firma übernahmen, steht
dahin, ') doch würde sich dann das Beibehalten des Fust - Schoefferschen
Wappens in manchen Druckwerken erklären und Schoeffers Lügen
auch auf deren Vorgehen setzen.
Eine Eigenthümlichkeit des väterlichen Geschäfts , th eilweise ein
im XV. Jahrhundert auch anderwärts geübter Gebrauch, behielt Johann
Schoeffer im Geschäftsbetrieb bei, nämlich den mehrfachen Satz eines
Manuscripts, wodurch sich oft nicht unwesentliche Satzarten einer
Ausgabe bildeten, aber technisch der Vortheil bot, mehrere Drucker
bei dem damals viel langwierigeren Druck zu beschäftigen und grössere
Auflagen rascher zu bewältigen, was von unserm Standpuncte aus
Lohn- und Zeitverschwendung wäre.
Als Corrector und Redactor der für den Druck bestimmten Hand-
schriften besass Johann Schoeffer an Nicolaus Carbachius eine tüchtige
Kraft. Carbach lehrte in Mainz römische Geschichte (Livius) und
Poetik an der Hochschule. Ein anderer Corrector war Wolfgang Angst. 2 )
Namen anderer Correctoren sind nicht auf uns gelangt. Schoeffer ver-
wendete viel Zeit und Mühe auf sorgfältige Redaction der Handschriften
vor dem Abdrucke, sowie gute Correctur des Satzes, seine Ausgaben
lateinischer Classiker sind daher ziemlich correct, die Liviusausgaben
1518 — 1519 stehen heute noch als Muster da und sind Textquelle
aller späteren Ausgaben geworden.
Ueber das Personal der Schoeffer'schen Druckerei, die Zahl der
Pressen und das eigentliche geschäftliche Getriebe fehlen alle näheren
Nachrichten. — Rechnet man für Johanns Thätigkeit 1503 — 1531
zusammen rund 200 Druckwerke, so ergiebt dieses für solche 28 Jahre
etwa 7 Drucke jährlich, immerhin eine recht stattliche Thätigkeit
bietend. Jedenfalls stellt sich aber die Zahl der Jahreserzeugnisse bei
dem Verluste einer Menge kleinerer Stücke : Kalender, Lieder, Ablass-
briefe und Sachen des täglichen Gebrauchs, sowie manchem noch
1) Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge II (1802)
S. 116. Ein Decan Johann Fust kommt 150] vor. Wagner, geistliche Stifte
in Hessen. IL S. 533.
2) Böcking, Hutteni opera. Supplement II, 1 , 388.
— 10 —
nicht aufgefundenen oder nicht als Erzeugniss der Schoeffer'schen
Officin festgestellten oder überhaupt nicht feststellbarem Druckwerk
entsprechend höher. l )
§ 3. Johann Schoeffer als Pfleger der Buchillustration.
Peter Schoeffer hatte die Illustration seiner Verlagsartikel ziem-
lich hintangesetzt und nur in späteren Drucken seit 1485 auch hierin
Hervorragendes geleistet, obgleich er hierin weit hinter den Leistungen
anderer Städte zurückstand. Johann Schoeffer trug in dieser Beziehung
dem Strome der Zeit in jeder Beziehung Rechnung und schmückte
seine Drucke mit Holzschnitten, Initialen und Randleisten. Dass dabei
manches Geringe und Mittelgut vorhanden, steht fest, auf der andern
Seite bot aber Schoeffer auch Vorzügliches, welches in der Kunst-
geschichte um so mehr Bedeutung hat, als es sich nicht um Nach-
ahmung fremder Schnitte, sondern um selbständige Originalarbeiten
handelte. Ist Schoeffers Thätigkeit auf dem Gebiete der Buchornamentik
weit unter den Erzeugnissen anderer Städte stehend, so gereicht ihm
in der Production dieser Vorzug zur entschiedenen Ehre als Schöpfer
dieser Werke, nicht Nachdrucker. 2 ) Geradezu prächtig sind die Initialen
und Illustrationen in den lateinischen Liviusausgaben 1518 — 1519,
theilweise von hervorragendem Schnitt sind die die Mitte zwischen
der Schule Albrecht Dürers und Hans Burgkmaiers haltenden Holz-
schnitte im Livius 1505 und späteren Auflagen. Die Darstellungen
sind durch ihre Naivität: römische Soldaten in Lanzknechttracht, Be-
schiessung feindlicher Städte durch die Römer mit Kanonen etc., an-
ziehend und culturhistorisch von hohem Belang. Die Zeichnung ist
markig und häufig sehr wirkungsvoll, wenn auch viel Mittelgut und
selbst Geringes sich unter diesen Holzschnitten befindet. Die ganze
Anlage dieser Ausgabe ist eine Nachahmung der Strassburger Virgil-
ausgabe. Monogramme finden sich in Johann Schoeffers Holzschnitt-
werken wenige, und diese sind noch unerklärt. Im Allgemeinen sind
die Holzschnitte nicht aus einer Schule, sondern deuten ihre Her-
kunft aus verschiedenen Schulen an. G. Fischer glaubt, dass der 1512
1) Hier muss ich einem ziemlich verbreiteten Irrthum entgegentreten.
Häufig hört man aus dem Munde selbst wissenschaftlich Gebildeter in Mainz,
die J. Schoeffer'schen Drucke seien an dem Vorhandensein der Linden-
blättchen als typographischem Schmuck der Titel. Ueberschriften und Schluss-
schriften kenntlich und sei dieses eine Auszeichnung und Charakteristik der-
selben. Diese Ansicht ist auch bei Schaab I mehrfach ausgesprochen.
Ebenso glauben Manche, die Initialen mancher Drucke (in Schrotmanier)
kämen nur bei Johann Schoeffer vor und reiche dieses hin, einen undatirten
Druck diesem Drucker zuzuweisen. Beide Ansichten sind grundfalsch, da
sich die Lindenblättchen reichlich bei Jacob Koebel und Anderen verwendet
finden und die fraglichen Initialen eine Nachahmung französischer und
italienischer Muster sind.
2) Muther, Bücherillustration I, 92. Doch bleibt Muthers Urtheil etwas
einseitig, da er nicht alle illustrirten Drucke J. Schoeffers kannte.
10
— 11 w-
in der Urkunde der Uebergabe des Hauses zum Korb genannte Peter
Remenschnyder einer der Meister war, der für Johann Schoeffer ar-
beitete, l ) was vorläufig blosse Vermuthung ist.
§ 4. Johann Schoeffers weitere Lebensschicksale,
seine Familienverhältnisse.
Johann Schoeffer gehörte zu den angesehensten Männern der
Stadt Mainz. Im Jahre 1510 war er Einer der Zwölfer des Stadtraths.
Das Mainzer Rathsprotocoll von 1510, I. Blatt 1 Vorseite sagt wörtlich:
„Anno domini millesimo quingentesimo decimo ist vor dem Strengen
hern Emerichen von Carben Ritter vitzdom vnd den Zwolffern des
Radtsess zu Mentze furbracht vnd gehandelt wie hernach folgt, vnd
seint diss die Zwolffer Jacob faust der alt, Claus seyler, heyin Johannes,
Dieterich von wolle, Claus faust, herman holtzflosser, Johann fridwalt,
Johann s c h e f f e r im druckhuse. Johann westfeling, Michel der wirtt
zum Bock, Johann Qweich wirtt zur krönen vnd Clese beuser Metzler", 2 )
und IL Blatt 65 Rückseite: „tercia post assumptionem : Ludwig Metzler,
Johann Scheffer büchdrucker vnd hanns franckfurt zum Edeln
frosch seint zu Newen Radtsherren mit gewonlichen glubden vnd eyden
angeDommen". Im Jahre 1515 gehörte Johann Schoeffer zu den
zwanzig Bürgern, welche die in den Pfarreien von St, Ignaz und
St. Emmeran aufbewahrten Freiheitsbriefe der Stadt Mainz beaufsich-
tigten und bewahrten. :j ) Beide Aemter, das eines Stadtraths und eines
Privilegicnbewahrers waren Auszeichnungen, die nur angesehenen ver-
dienten Familien zu Theil wurden. Mit seinem Bruder Peter scheint
Johann in bestem Einvernehmen gestanden zu haben, er erschien am
9. August 1521 für denselben vor Gericht. 4 ) In dem Baubescheide
von 1524 heisst Johann Schoeffer „Buchdrucker" und Besitzer des
„Druckhauses". 5 )
Johann Schoeffer war verheirathet und scheint entweder zwei
Frauen gehabt zu haben oder sehr spät in den Stand der Ehe getreten
zu sein. Am 5. September 1516 verkaufte Johann mit seiner Gattin
Katharine 5 fl. Geldrente in Gold vor dem weltlichen Gerichte zu
Mainz der gemeinen Praesenz des Domstifts zu Mainz und verpfändete
1) Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 246. — Fischer, typographische
Seltenheiten 111. S. '6'6 — 34. — Das Mainzer Rathsprotocoll folio, Blatt 5 Vor-
seite nennt' zu 1511: „Item beinrich von wylburg, Rienienschnyder genannt",
zu 1510 Blatt 54 Vorseite : „Mathes von San et Gallen Rienienschnyder knecht
ba1 gelobt" (d. h. den Kid der Stadt Mainz geschworen). Ob diese in Mainz
für Johann -Schoeffer Riemen (= Holzschnitte) fertigten, steht nicht fest.
•1) Ms. folio in der Mainzer Stadtbibliothek. Schaab II. 478 n. 299.
3) Schaab IL n. 298.
4) Schaab II, n. Hl\).
5) Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 217. — Dieser Baubescheid
scheint jetzt in der Mainzer Stadtbibliothek zu fehlen.
— 12 —
für dieselbe das Eckhaus genannt zum Scheuerberg mit zwei Zins-
häusern auf dem Graben. *)
Aus Johanns Ehe waren als Kinder vorhanden Johanns Anna,
Ursula und Hildegard , welche 1535 noch minderjährig waren. Ihre
Schicksale sind unbekannt. Ob diese Kinder von Katharine Schoeffer
abstammen, steht urkundlich nicht fest.
Johann Schoeffer starb 1531 und zwar zwischen dem 20. Mai
und 10. August dieses Jahres, da am ersteren Tage sein letytes datirtes
Druckwerk erschien und am 10. August bereits Ivo Schoeffer seinen
ersten datirten Druck lieferte. Auch von ihm ist unbekannt, wo er
begraben liegt, doch liegt auch hier die Annahme am nächsten, dass
das Begräbniss in der St. Quintin skirche als Pfarrkirche oder in der
nahen Franziscanerkirche war. Leider giebt keine Stiftung in St. Quintin
oder anderwärts in Mainz hierüber Genaueres an, auch die alten
Mainzer Forscher: Helwich, Engel, Gamans, Severus, v. Gudenus, Würdt-
wein und Bodmann hinterliessen keine Aufzeichnungen dieser Art.
Johann war bei seinem Tode etwa 75 — 76 Jahre alt.
Die bislang allgemeine Ansicht ist, dass wegen der Minderjährig-
keit der Kinder Johann Schoeffers dessen Brudersohn Ivo das Geschäft
vorerst als Leiter desselben für diese Kinder übernommen, dann er-
worben und als Eigenthum fortgeführt habe. Es ist nun allerdings
möglich, dass Johanns gleichnamiger Sohn kein Buchdrucker ward, 2 )
deshalb das Geschäft an seinen Verwandten veräusserte, oder frühe
starb und so Ivo zu dem Geschäfte kam, aber auch nicht ausgeschlossen,
dass Johann Schoeffer zweimal verheirathet war, Kinder aus zwei Ehen
hatte und Ivo Schoeffer ein Sohn erster Ehe war, das Geschäft und
den Druckhof als Kind erster Ehe erhielt, während die genannten
Kinder zweiter Ehe entstammten und jene an den Druckhof anstossenden
1) Schaab II, 489. 1516. uff Dornstag nach sant Laurentz etc. —
2) Jedenfalls ist der Jean Jansz (Sohn des Johann) Scheffer, welcher
in Herzogenbusch druckte, die Anna Botelmans heirathete und 12. März 1565
in Herzogenbusch starb, ein Anderer als dieser Sohn Johann Schoeffers zu Mainz,
und Marchand hat aus der Aehnlichkeit des Wappens desselben (zwei gekreuzte
Schäferschippen und drei Schafe) zu viel geschlossen, aber die Verbindung mit
der Mainzer Familie keineswegs erwiesen (histoire de limprimerie S. 51). Ganz
entgegen diesen Behauptungen sagt ein Bericht des J. F. Faust von Aschaffen-
burg (abgedruckt in Lersner, Frankfurter Chronik S. 437 und daraus in
Köhler, Ehrenrettung Gutenbergs S. 93) wörtlich: „Er (Johann Fust) soll
eine Tochter gehabt haben Nahmens Christina, welche er Herrn Peter von
und zu Gernsheim genannt Schäffer zur Frauen gegeben, wegen seiner
Qualitäten, in specie wegen seiner facilitirung der Buchdruckerey, und ihn
in filium adoptiret haben. Diese zeugen Johann von Gernsheim dessen Sohn
eiusdem nominis der letzte dieses Nahmens stirbt ohne Erben." Es wäre
möglich, dass in dieser Mittheilung ein Körnchen Wahrheit steckte, aber mit
einer groben Verwechselung verbunden sei, und dass der gleichnamige Sohn
Johann Schoeffers, der ohne Kinder starb, der Ivo Schoeffer ist. — Zur
Sache Schaab I, li, Wetter, kritische Geschichte S. 507. Dibdin, deca-
meronll, S. 13.
12
— 13 —
Häusertheile bekamen, die sie 1535 ohne Zuthun Ivo Schoeffers als
ihr unbestrittenes Eigenthum verkauften. Am 10. März 1535 nämlich
verkauften die Vormünder der Johann Schoeffer'schen Kinder, darunter
auch Johann Faust, eine Scheuer, Gärtchen und den halben Hinterhof
des Hofs zum Humbrecht an den Bierbrauer Hans Koch, der 1512
bereits den anstossenden Hof zum Korb erworben. ') Der vordere
Theil des Hofs blieb Eigenthum der Familie Schoeffer und findet sich
in Ivo Schoeffers Händen. Wie sich dieses im Einzelnen vollzog, ist
unbekannt. Man hat die Ansicht, Ivo Schoeffer sei nur Leiter des
Geschäfts für Johanns minderjährige Kinder gewesen, damit unter-
stützen wollen, dass derselbe bis 1534 sich der Druckermarke Johann
Schoeffers bediente und damit dessen Firma anzeigte, aber übersehen,
dass diese Druckermarke auch nach 1534 in Ivo Schoeffers Drucken
erscheint, und ein ähnliches Verhältniss bei Johann Schoeffer mit der
Druckermarke Fust- Schoeffer 1503 — 1531 vorkommt und in beiden
Fällen diese Druckermarken da erscheinen, wo es sich um ältere über-
nommene Verlagsartikel handelte, an denen in beiden Fällen möglicher-
weise die Familie Fust Anrechte besass, wie es auch jedenfalls nicht
ohne Bedeutung ist, dass einer der Vormünder der Kinder Johann
Schoeffers ein Fust (Faust) war.
§ 5. Die Druckermarken Johann Schoeffers.
1. Zwei an einem Baumast hängende Wappenschilde, der linke
enthält die Hausmarke der Familie Fust, der rechte die der Familie
Schoeffer, zwei Hacken, die in spitzem Winkel sich treffen, mit drei
Sternen, oben zwei, der dritte unten. 2 ) Häufig abgebildet. Diese
Druckermarke ist die von der Firma Fust- Schoeffer übernommene und
kommt in gewissen Drucken von 1503 — 1531 als neuen Auflagen
früherer Drucke Peter Schoeffers vor, erscheint aber stets schwarz
abgezogen, während Peter Schoeffer diese Druckermarke stets roth
abdrucken liess, indem auch dessen Schlussschriften in diesem Falle
roth abgedruckt wurden. Eine andere Bedeutung als Vorliebe für die
rothe und schwarze Druckfarbe hat dieses jedenfalls nicht. Der Ge-
brauch dieser Marke deutet jedenfalls die Eigentumsgemeinschaft an
den mit derselben versehenen Verlagsartikeln zwischen der Familie
Fust und Schoeffer an.
2. Grosse Druckermarke. Stehender Schäfer am Baume, mit Hund,
rechts Schafe, mitten am Baume das Wappen Johann Schoeffers im
Schilde, oben I S. Der Schäfer ist der Darstellung von Albrecht Dürer
nachgebildet. Abgebildet in Dibdin, the bibliographical Decameron.
1) Wiirdtwein, bibliotheca Moguntina S. 248. — Schaab II, 576.
2) Das Wappen erfuhr bei der Darstellung einige Abänderungen. Es
kommen bei Johann Schoeffer zwei Sterne mit einer Kose, bei Peter Schoeffer
dem Jüngeren sogar drei Rosen vor.
13
— 14 —
London 1817. IL S. 10. Butsch, Bücherornamentik I, Tafel 81, nach
dortiger Versicherung zwar in der Originalgrösse , aber in der That
etwas kleiner.
3. Kleine Druckermarke. Mitten das Wappen Johann Schoeffers,
links stehender Schäfer, rechts sitzender blasender Schäfer, mitten Hund
und das verschlungene Monogramm I S. Im Jahre 1522 in dem en-
comium matrimonii. Encomium artis Medicae per D. E. Mainz. Duodez
vorkommend, abgebildet in Dibdin, decameron II, S. 11.
Andere Druckermarken Johann Schoeffers finden sich in den Ein-
fassungen von Titelblättern eingeschnitten.
14
I. Druckwerke Johann Schoeffers
mit Jahrzahl, Angabe des Orts und der Firma.
1503.
1. Aureum planeque diuinum opusculum MERCVRII TRISMEGISTI
de potestate ac sapiencia Dei: interprete Marsilio Ficino Florentino. —
Am Ende : Desideratissimo Christi Jhesu opt. max. auspicio vel maxime
fretus extremam sane quam lepido huic opusculo manum imposuit
spectatissimus ille vir Joannes Opilionis . primarius ciuis metropolitane
vrbis Maguntine . faustissima eorum propagine satus, qui divinam ferme
calcographie artem propitiis fatis inuenerunt. Anno virginei partus 1503
octauo Idus Apriles . Proinde lector vale . siquidem lecta boni equique
consulueris . sin minus . efficiat pientissimus indulgentissimusque paren-
ille Deus e vestigio resipiscas . Iterum atque iterum vale humas
nissime lector.
Impressum et expletum est diuinissimum presens opusculum In
nobili vrbe maguntina artis impressorie inventrice illuminatriceque priina.
Per Ioannem Schoeffer Anno domini millesimo quingentesimo tertio.
In vigilia palmarum. ] ) Hierauf Druckermarke.
Quarto, 50 Blätter, gothische Type, die Stellen für griechische
Worte sind leer gelassen, ohne Pagina und Custoden aber mit Signaturen.
Der Druck geschah auf Papier und Pergament,
Gotha, herzogliche Bibliothek. —
Freytag, apparatus litter. III, 82 — 83 (dessen Angaben von Würdt-
weins Text etwas abweichen).-— Maittaire, annales typographici II, 161. —
Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 138. — Panzer, annales typogra-
phici VII, n. 3. — Denis, Merkwürdigkeiten der k. k, Garellischen
Bibliothek. Wien 1780. S. 671 (als vorhanden aufgeführt). — Murr,
Journal für Kunstgeschichte XIV, S. 119. — Archiv für hessische
Geschichte II, S. 488. — Catalogue of the library of Dr. Kloss.
London 1835. S. 182, n. 2540 (Derselbe besass ein Exemplar auf
Pergament gedruckt, dem Blatt B, 8 fehlte). — Sehaal). Geschichte der
Erfindung der Buchdruckerkunst I, 8. 72 und S. 549, n. 84. — Ebert,
allgemeines bibliographisches Lexicon I, 758. — Wetter, kritische Ge-
Bchichte der Erfindung der Buchdruckerkunst 8. 320 u. 506. — Jacobs
und Ukert, Heiträge zu älteren Literatur etc. Leipzig 1835. 1. 305 und
359. — v. (1. Linde, Geschichte der Buchdruckerkunst I, 11 — 12 (Re-
produetion der Schlussschrift). — v. d. Linde, Gutenberg S. 288. —
1) 8. April 1503.
15
— 16 —
1505.
2. ROmische Historie | vsz Tito liuio | gezogen. |
Blatt 2 Vorseite grosser Holzschnitt: Kaiser mit den Kurfürsten,
der Autor überreicht sein Buch, wie solcher auch in der Bamberger
Halsgerichtsordnung 1508 vorkommt,
Blatt CCCC X Vorseite: Gedruckt vnd geendet jn der loblichen
Stadt | Mentz durch vleisz Johan Schoffers Buch = | trucker daselbst am
sechste tagk des Monedts | Marcij Nach Christi vnsers Herenn ge-
burth | Tausent funffhunderth vnd jm funffte Jare . | ') Druckermarke
(Fust und Schoeffersche Wappenschilde am Ast) schwarz abgezogen.
Rückseite leer.
Folio, Titel -f Widmung -f 410 gez. Blätter -f- Register, das
sich in manchen Exemplaren am Anfange, in andern am Ende be-
findet,' 2 ) mit 214 Holzschnitten eines unbekannten Meisters (aus Dürers
Schule ?), Initialen vorgedruckt und dann eingemalt, der Titel Psalter-
type von 1457, die üeberschriften in Missaltype, Text Schwabacher
Type. In der Vorrede (Titelrückseite) die höchst merkwürdige auf
die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg bezügliche oft wieder-
holte Stelle. 3 ) Erste Auflage dieses deutschen Auszugs, nicht Ueber-
setzung, des Livius, besorgt für Theil I und II von Bernhard Schoefferlein,
für Theil III von Ivo Wittich. *)
Der Druck geschah auf Papier und Pergament.
Exemplare auf Papier in Darmstadt (D 3326 defect im Register
und falsch gebunden), Mainz (a 174 a und 174 a > r sowie nochmals, alle
1) Missaltype.
2) Da sowohl die beiden Mainzer als das Darmstädter Exemplar im
Register defect, lässt sich dessen wirklicher Umfang (9 n. gez. Blätter?) nicht
feststellen.
8) Die Stelle lautet: Solich wergk Allermechtigster konig (das zu vor
ane ewr königlichen inaiestat zu Eeren, Das zu Fürsten vnd kern Auch Ge-
meynden vnd Steten Teutzscher Nacion, zu nütze in teutzsch bracht . vnd
In der loblichen Stadt Mentz gefertigt vnd getrückt ist) woll Ewr ko. M.
Gnediglich vffneme, In welicher Stadt auch anfengklich die wunderbare kunst
der Trückerey, vn Im ersten von dem kunstreichen Johan Güttenbergk, Do
man zalt nach Christi vnsers heren gebürth Tausent vierkunderth vnd tünffzig
Jare erfunden, vn darnach mit vleyss kost vnd arbeyt Johan Fausten vnd
Peter Schoffers zii Mentz gebesserth, vnd bestendig gemacht ist worden.
Darvmb die selbe Stadt nicht allein bey Teutzscher Nacion, Sunder auch bey
aller weit In ewige zeit (als wol verdyneth) gepreyst vn gelobt solle werden,
vnd dye Burger vnd eynwoner doselbist des billig genyssen.
4) Das Zustandekommen dieser Uebersetzung ist Verdienst Ivo Wittichs,
der eine besondere Vorliebe für Geschichtswissenschaft besass und eine
Professur dieser Richtung an der Mainzer Hochschule stiftete. Das Statuten-
buch der Mainzer Hochschule Ms. folio sagt darüber : Superest historica lectio,
quae ex institutione piae memoriae domini üoctoris Jvonis Wittich iurium
doctoris etc. fundata est iuxta prescriptum statutorum facultatis artium. Huius
lectionis professor 15 florenis pro 2G albis annuatim circa festum nativitatis
Mariae accipit a sigillifero reverendissimi nostri Moguntinensis, reliquos vero
5 florenos eiusdem valoris numerat magnificus rector circa festum Michaelis
nomine universitatis etc.
16
— 17 —
defect), Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek, Innsbruck Univ.-
Bibl. , Gotha herzogliche Bibliothek, Aschaffenburg Hofbibliothek,
Sammlung Klemm Leipzig, Göttingen Univ.-Bibl. (auct. class. lat. 1206).
Exemplare auf Pergament in Nürnberg Stadtbibliothek , Jena
Univ. -Bibl., Harley Bibl., Paris bibl. nationale.
Maittaire annales II, S, 173. — Panzer, Annalen der deutschen
Literatur I, 269 n. 559. — Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon I, 1003. —
Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 4. — v. Praet, catalogue des
livres imprimes sur velin. III, 31 n. 47. — Bibliotheca Harleiana III,
221 n. 3227. — Fabricius, bibliotheca infimae latinitatis II, 216. —
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 139. — Murr, memorabilia bibliothecarum
Norimbergensium I, S. 220 (Pergamentdruck dieser Ausgabe in Nürn-
berg). — J. Merkel, kritisches Verzeichnis höchst seltener Incunabeln
und alter Drucke in Aschaffenburg S. 16. — Wetter, Geschichte der
Erfindung d. Buchdruckerkunst S. 506. — Schaab, Geschichte etc. I,
71, 79, sowie n. 86. — v. d. Linde, Gutenberg S. 79 und S. 288. —
v. d. Linde, Gesch. der Buchdruckerkunst I, 12, III, 139, 897 Note 1. —
Jacobs und Ukert, Beiträge I, 303 und 360. — Klemm, Catalog S. 39
n. 60. — Centralblatt f. Bibliothekswesen IV (1887) S. 220 Note 3,
V (1888) S. 271, VI (1889) S. 256. — Köhler, Ehrenrettung Guten-
bergs S. 4, S. 7, S. 49. — Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I
(1879) S. 256. — Muther, Bücherillustration I, S. 91 und 645, demnach
das am reichsten illustrirte Buch, welches in Mainz erschienen, ein
Gegenstück zur Strassburger Virgilausgabe , mit der dasselbe Aehn-
lichkeit hat) Tafel 151 — 153. — H. Kurz, Geschichte der deutscheu
Literatur, IL Auflage. I Band S. 755. — Goedeke, Grundriss I, S. 140.
— IL Aufl. I, 445.
1506.
3. Exercitium puerorum grafnaticale in dietas distributum. —
Impressum Moguntiae per Iohannem Schoeffer M D VI. Idibus Aprilis
tertio.
Quarto. Lateinisch - deutsche Schulgrammatik.
Eine andere Ausgabe ist Exercitiü Grämatieale puerorü per Dietas
distributü. | O. O. 1506. Quarto. 2 Theile. (Panzer, Annales IX, 108
n. 10. — Kehr, Geschichte der Methodik des deutschen Volksunter-
richts (1882) IV, 17 n. VI Note 3).
Quelle: Unbekannt,
Panzer, Annales VII, n. 5 nach Bibliotheca Schwarz junioris s. v.
— Schaab I, n. 87.
4. Directorium Misse. | Holzschnitt : Der heilige Martin als Stifts-
patron der Stadt und Dioecese Mainz zu Pferd, in der Darstellung
dem gleichartigen Holzschnitt in Johann Schocffers Missale Mogun-
tinum Mainz 1507 ähnelnd, aber kleiner in der Ausführung der
Einzelnheiten.
IT
Beiheft 9. 2
— 18 —
Rückseite des Titels: In preseti libello cötinetur aliqua | pro
celebratione missarü . scd'm frequentiorem cursü diocesis ma | gun-
tin . etc.
Am Ende: Impressum Magütie per | Johannem »Scheffer . anno
1506 . | Druckermarke.
Kleinquarto, 19 Blätter -\~ leerem Schlussblatt. Titel und Schluss-
schrift in der kleinen Psaltertype von 1457, Text in gothischer Type
und Missaltype. — Mainz Stadtbibliothek (nur der Titel) , Leipzig,
Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog n. 61. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 5.
— Fischer, typographische Seltenheiten III. 38 — 39 und 126. —
Dr. Falk im Centralblatt für Bibl. V, 208.
1507.
5. Missale Maguntin . denuo exac- | tissima cura recognitü et a
pri | oribz quibusdam mendis | operose ac solerter | emaculatü . | Holz-
schnitt: St. Martin zu Pferde mit Bettler, Umschrift: Auren Maguncia !
sancte romane | ecclesie specialis | vera filia | nebst dem Wappen von
Stift und Stadt Mainz in den Ecken wie im Breviarium Moguntinum
vom Jahre 1509.
Blatt 2 Vorseite beginnt das Calendarium, welches bis Blatt 6 reicht.
Blatt 8 Vorseite: Incipit ordo qlit 9 se sacerdos | ad celebrandfi
missaz ppare | etc. Das Vorwerk hat 20 nicht gez. Blätter Umfang,
Rückseite von Blatt 20 leer.
Das Hauptwerk beginnt auf dem gezählten Blatte I mit den
Worten: Incipit ordo missalis scd'm | chorü Moguntineii . ]> circa
lum anni . Diiica prima de j aduentu domini Introitus |
Nach Blatt XCVI folgen die Praefationen ohne Zählung der
Blätter mit Notensystemen von 4 rothen Linien in Druckherstellung
aber ohne Notendruck, sowie der Canon, hierauf wiederum der Rest
des Hauptwerks auf den gez. Blättern CXVII — CCCV1I.
Die Cautelen im Vorwerk sind in kleiner semigothiseher Type
gesetzt.
Blatt 307 Rückseite am Ende: Finit missale Moguntinen | per
venerabiles viros do . Io | häne Spulmann : et do . Johä | nem lluttieh
maioris ecclesie | Maguntinen vicarios: I^x | cömissione : feliei> recor-
datio i nis olim Reueredissimi dfii | dfii Bertholdi archiepi Ma | guntin .
Reuisum : castigatü : | diligetissimeqz emendatum : j Sub psulatu Re-
uerendissi- | mi dfii düi Jacobi Archiepi | Maguntinen : per Johanne
Scheffer in vrbe Magütina | hui 9 artis impressorie inuen | trice : elima-
triceqz prima : feli | citer cösummatü et impssum | Kalendis septebribz. 1 )
Anno | domini Millesimo quingen | tesimo septimo | (ohne Schluss-
punct). 2 )
1)1. September 15i>7.
2) Nach dem Exemplare der Mainzer Seminarbibliothek.
18
— 19 —
Folio, Text mit Canontype zu 17 Linien, mit Missaltype zu 32
Linien, zweispaltiger Satz, 20 n. gez. -|- XCVI n. gez. -f- 26 n. gez.
(Canon) + 212 n. gez. Blätter == 354 Blätter.
Auflage, wie es scheint, nur auf Papier, Pergamentexemplare
bislang unbekannt.
In dem Canonbilde neben der Darstellung der Maria ein Mono-
gramm : HARA, ähnlich dem in dem Directorium Missae Mainz 1509
(Nagler, Monogrammisten n. 1429).
Mainz Seminarbibliothek (eins complet, eins hinten defect), Mainz
Stadtbibliothek (a 182 8 ) Würdtweins Exemplar, Titel defect, auch fehlt
etwas im Canon sowie das Schlussblatt, Giessen Univ. -Bibl., Dresden
kön. Bibl., Paderborn Seminarbibl., Frankfurt a. M. Stadtbibl., Marburg
Univ. -Bibliothek.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 140. — Panzer, annales VII, S. 407
n. 6. — Catalogus bibliothecae Uffenbachianae II, appendix 84. —
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 48 Note (mit Wiedergabe der
Schlussschrift). — Ales, description des livres de liturgie imprimes aux
XV et XVI siecles etc. Paris 1878 — 1884 S. 176 n. 94. — Heibig,
Les dernieres impressions de Pierre Schoeffer de Gernsheim. 1877 (aus
dem Bibliophile Beige) S. 12. — Centralblatt für Bibl. III, S. 311
(Aufsatz Dr. Falks, mit Auflösung der Abkürzungen). — Weale, biblio-
grapliia liturgica. Catalogus missalium ritus latini ab a. 1475 impresso-
rum. Londini 1886. S. 101. — Führer durch die Ausstellung über alle
Zweige des Buchgewerbes im Lande Hessen zu Marburg. 1890. S. 2.
1508.
6. Spiegel der waren Rhetoric vss marco tulio Cicerone und
andern geteutschet.
Am Ende: Meintz, Johann Schoeffer. Vff mitfasten 1508.
Quarto. Uebersetzer ist Friedrich Biederer. l )
Wiesbaden kön. Landesbibliothek (angeblich ,, bereits seit Jahren
abhanden gekommen". 1888).
Catalog der öffentlichen Bibliothek zu Wiesbaden. Octavo, Erstes
Heft. 1823. S. 21. — Schaab I. 551 n. 94. — Weller, Repertorium
n. 461. — Panzer, Annalen I, 323.
7. B Ambergische halszgerichts | vnd rechtlich Ordenung, in Pein-
lichen sachen zu volnfare, allen Stetten. Communen | Regimenten,
1) Die erste Auflage erschien: Spiegel der waren Rhethoric. Friburg
im Brissgaw 1493 bei dem Uebersetzer Friedrich Biederer, welcher zugleich
Buchdrucker war. Folio. Goedeke , Grundriss II. Aufl. I, 444. — Graesse,
tresor VI, S. 120. — Brunet, manuel. Supplement II, col. 682. — Hawkins
(Druckorte) S. 19. — Hain 13914. — Eine dritte Auflage kam heraus Strass-
burg Johann Priiss 1509, folio, n. gez. Blätter + 151 gez. Blätter. Panzer,
Annalen I, S. 309 n. 64H, der eine andere Ausgabe Strassburg 1517 folgte. —
Das Buch selbst ist einer der ältesten „Briefsteller" als Anleitung für Ab-
fassung gerichtlicher Schriften, geschäftlicher Aufsätze und Briefe, mehr eine
freie Bearbeitung als Uebersetzung nach Cicero.
19
2*
— 20 —
Ampleuten, •) Vogkten Verwesern, Schulteysen Schöffen vnd Richtern |
Dienlich, fürderlich vnd behilfflich, Darnacli zuhandeln vnd recht-
sprechen gantz glich s | formig gemeine geschrieben rechten it. Darnss
auch diss büchlin getzogen vnd vleissig ge - | meynem nütz zu glitt,
gesamelt vnd verordnet ist. | Holzschnitt, Folter- und Hinrichtungs-
werkzeuge | Rückseite leer.
Am Ende: Getruckt zu Mentz durch Johannem Schöffer vff Mit-
fasten-) Im jar | do man zalt nach Christi geburt fünfftzehenhundert
vnd acht Jare . | Druckermarke (Wappenscliilde Fust - Schoeffers)
schwarz abgezogen. Rückseite leer.
Folio, 6 n. gez. Blätter -f- 46 n. gez. Blätter Text, Schwabacher
Type, mit Holzschnitten.
Erste Mainzer Auflage, zweite der Bamberger Halsgerichtsordnung.
Mainz Stadtbibliothek. —
Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek, S. 195 n. 21. —
Janitschek, Repertorium für Kunstwissenschaft IX, S. 172. — Panzer,
Annalen n. 617.
8. BAmbergische halszgerichts | Ordenung . | Holzschnitt: Folter-
und llinrichtungswerkzeuge , wie in voriger Auflage | Rückseite de^
Titels prächtiger Holzschnitt: Gerichtssitzung des Kaisers, wie im
Livius 1505.
Blatt 2 — 6 Register, dessen Ueberschriften in kleinerer Missaltype.
Rückseite von Blatt 6 leer, Blatt 7 Vorseite Holzschnitt: Christus im
jüngsten Gericht.
Blatt 7 Rückseite Vorwort, dann der Text,
Blatt 52 Vorseite: Getruckt zu Mentz durch Johannem Schöffer
vff Mitfasten Im jar | do man zalt nach Christi geburt fünfftzehenhunderl
vnd acht Jare . | Druckermarke (Wappenschilde Fust und Schoeffers)
schwarz abgezogen. Rückseite leer.
Folio, 6 n. gez. Blätter Titel und Register -f- 46 n. gez. Blätter
Text = 52 Blätter, Titel in Psaltertype, Text Schwabacher Type.
Der Satz weicht von dem der anderen Ausgaben des Jahres 1508 ab.
Warum auf einen Tag zwei verschieden ausgestattete Ausgaben er-
schienen, ist schwer erklärlich. Zweite Mainzer Auflage.
Darmstadt (Y 699), Mainz Stadtbibliothek.
Panzer, Annalen I, 295 n. 616. — Bauer, catalogus librorum
rariorum universalis I, 47. — Archiv für hessische Geschichte III, 2,
S. 5. — Janitschek, Repertorium für Kunstwissenschaft IX, S. 169. —
Güterbock, Die Entstehungsgeschichte der Carolina. AVürzburg 1876. —
Neues Archiv des Criminalrechts IX, 244. — Denis, Einleitung in die
Bücher künde H, 80. — Waldau, Repertorium 177.
1) So der Druck.
2) 12. März 1508.
20
— 21 —
9. BAmbergische Halszgerichts | vnd rechtlich Ordenung, in peyn-
liclie Sachen zu volnfarü, allen Steffen, Communen | Regimenten, Ampt-
letiten, Vögten, Verwesern, Schulte yssen , Schöffen vn richtern | Dien-
lich, fürdeiiich vn behilflflich. Darnach zuhandeln vnd rechtspreche,
gantz glich = | förmig gemeyne geschriben Rechten ?c. Dar auss auch
diss büclilin gezogen vi! fleissig | gemeynem nutz zu gut. gesammelt
vnd verordnet ist . | Holzschnitt : Folter - und Hinrichtungs Werkzeuge
darstellend wie in den andern Ausgaben. Rückseite des Titels leer,
hierauf 5 Blätter Register, dann blattgrosser Holzschnitt: Christus im
jüngsten Gericht.
Blatt 46 Vorseite : Getruck J ) zu Mentz durch Johann Schöffer
vff Bartholomei 2 ) Im jar | do man zalt nach Christi geburt füfftzehen-
hundert 3 ) vnd acht Jare | (ohne Schlusspunct). Druckermarke wie in
den andern Ausgaben, schwarz abgezogen, Rückseite dieses Blattes leer.
Folio, 6 n. gez. Blätter -f 46' n. gez. Blätter, mit 22 Holz-
schnitten, deren manche, z. B. der Titelholzschnitt, sich wiederholen.
Zeile 1 des Titels in Psaltertype, üeberschriften Missaltype, Text
Schwabacher. Dritte Mainzer Auflage. 4 )
Darmstadt (Y 698), Bamberg kön. Bibliothek, Leipzig Sammlung
Klemm.
Denis , Einleitung in die Bücherkunde 1 . 93 Note. — Struve,
historia juris civilis IX, § 27. — Zapf, Merkwürdigkeiten 196 n. XXI.
— Archiv für hessische Geschichte III, 2, 5 — 6. — Panzer, Annalen I,
S. 295 n. 617. — Christ, de Jo. Schwarzenbergio S. 12. — Klemm,
Catalog S. 40 n. 62. — Koch, J. C, de primis constitutionis criminalis
Bambergensis editionibus. Gissae 1765. S. 8. — Neues Archiv des
Criminalreclits 1824, VII, 453, 1826, IX, 224. — Janitschek, Reper-
torium für Kunstwissenschaft IX, S. 172.
10. BAmbergische Halszgerichts | vnd rechtlich Ordenung, in
peynliche Sachen zu volnfarü. allen Steffen, Communen, | Regimenten.
Amptleüten. Vögten, Verwesern, Schulteissen , Schöffen vnd richtern, |
Dienstlich, förderlich vfi behilflflich, darnach zuhandeln vnd rechtsprechc,
1) So der Druck.
2) 24. August.
3) So der Druck.
4) Dr. Leitschuh in Janitschek, Rcpcrtoriuni für Kunstwissenschaft IX,
S. 172, beschreibt eine Auflage 1508 nach dem Exemplare der Bamberger
Bibliothek: BAmbergische Ilalssgerichts i Ordenung | aber gleicher Schluss-
sclirift wie obige Auflage 111, sogar unter Erwähnung des Druckfehlers : Ge-
truck und: fütftzehenhundert und fügt die Vermuthung bei, dass beim Ein-
binden diese (dritte) Auflage den Titel der Auflage II erhielt, welche Ver-
muthung viel Wahrscheinliches für sich hat. — Diese dritte Mainzer Auflage
ist bei den Sammlern sehr geschützt, da der Titel die Psaltertype von 1457
hat und die Bibliographen und Sammler lange im Irrthume befangen waren,
als sei die Type der Üeberschriften die Type der Mainzer 42zeiligen Bibel.
Letzteres ist in Anbetracht der Form wie der Kegelhöhe ein Irrthum, die
Bibeltype ist etwas kleiner als die hier verwendete Missaltype.
21
— 22 —
gantz gleich = | förmig gemeynen geschribe Rechten 2C Darauss auch
diss büchlein gezogen vnd fleyssig | gemeynem nutz zu gut, gesammelt
vnd verordnet, ist. | Mit Holzschnitt wie in den andern Ausgaben J
Rückseite leer.
Am Ende Blatt 46 Vorseite Zeile 29: Getruckt zu Mentz durch
Johannem Schöffer auff Symonis vil Jude, ') | jm Jar do mau zalt nach
geburt Cristi fünffzehenhundert vn acht jare . | Druckermarke wie oben,
schwarz abgezogen. Vierte Mainzer Auflage.
Folio, 52 Blätter mit den Signaturen A — Jiij , Blatt 2 Vorseite
— 6 Vorseite Register, Blatt 6 Rückseite leer, A — Aiiii, B — Biij,
C — Ciiij, D — Diij, E— Eiiij, F — Fiiij, G — Giij: H — Hiij, I — Iiij. 2 )
Wien k. k. Hofbibliothek, Bamberg kön. Bibliothek.
Panzer, Annalen I, 296 n. 618 (giebt 52 n. gez. Blätter an,
letzte Seite leer). — Malblanc, Geschichte der peinlichen Gerichts-
ordnung K. Karls V. S. 136. — Merkwürdigkeiten der Zapfischen
Bibliothek I, S. 196. — Koch, J. C, de primis constitutionis criminalis
Bambergensis editionibus. Gissae 1765. Quarto S. 9. — Clement, biblio-
theque II, 392. — Schaab, Geschichte I, n. 93. — Archiv für hessische
Geschichte III, 2, S. 6. — Longelius, Sichere Nachrichten von Branden-
burg - Culmbach IV, S. 32. — Neues Archiv des Criminalrechts VII.
452, IX, 245. — Hirsch, millenarius III, 3, 34. — Janitschek, Reper-
torium für Kunstwissenschaft IX, 172 — 173 (nach dem Bamberger
Exemplar, die Titelangabe stimmt jedoch nicht mit dem Wiener Exem-
plar, das obiger Beschreibung zu Grunde liegt, überein).
11. HOrtulus . Elegä | tiarum Magistri [ laurencij Coruini | (ohne
Schlusspunct). 3 )
Am Ende: Impressum Maguncie per Johannem Schöffer | Anno
dni Millesimoquingentesimo octauo . |
Quarto. Gothische Type, ähnlich der des Peter Friedberg oder
Friedrich Heumann, Buchdruckern zu Mainz, die M und A weichen
jedoch ab.
Mainz Stadtbibliothek (defect, nur 26 Blätter).
Panzer, Annales VII n. 8. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 141. —
Schaab I, n. 90. — Hirsch . millenarius III . S. 4. — Centralblatt für
Bibl. 1887 S. 403.
12. Directorium misse . | Holzschnitt: St. Martin zu Pferd mit
zwei Bettlern. Auf der Rückseite des Titels beginnt der Text: In
presenti libello continentur | aliqua pro Celebratione missarum secundum
frequentiorem cursum | diocesis 2C.
1) 28. October.
2) Mittheilung aus Wien.
3) Panzer führt einen abweichenden längeren Titel einer Ausgabe 1508
an. — Andere Auflagen erschienen 1509 Speier bei Conrad Hist und 1512
ebenda beide in Quarto. Weiss, Anfänge des Buchdrucks in Speier. Speier
1870, II, 21 und 22. — Estreicher, Bibliographia polska.
22
— 23 —
Am Ende: Impressum Maguntie per Joliannem Sclieffer: Anno |
clomini Millesimo quingentesimo octauo . |
Quarto, 17 Blätter zu 42 Zeilen.
München Hofbibliothek.
Fischer, typographische Seltenheiten III, 126 Note. — Catalog
Kloss S. 99 n. 1375. — Pfeiffer, Beiträge zur Kenntnis alter Bücher
S. 274. — Panzer, Annales VII n. 10. — Würdtwein, bibl. Mogunt.
S. 142. — Bibl. Schwarz jun. s. v. — Schaab, I, S. 581 n. 92. —
Centralblatt f. Bibl. 1888 S. 209 (Aufsatz Dr. Falks, dessen Beschrei-
bung [mit Auflösung der Abkürzungen] hier wiederholt).
13. MAnuale Curato= | ril . predicädi prebes | modum tarn latino
qz vulgari sermone practice illuminatü : | cum certis alijs ad curam
animarü pertinentibus : omnibus | curatis : tarn conducibilis, qz salu-
bris . | Rückseite des Titels leer. Es folgt die Vorrede Johann Ulrich
Surgants Basel VIII idus Novembris 1502 und das Register.
Am Ende: Finit feliciter liber iste impressus Magun = | cie per
Joliannem Schöffer : Aiu | no düi Millesimo quingen ; | tesimo octauo . |
Quarto, 8 n. gez. Blätter -f 117 gez. Blätter -f- leerem Schluss-
blatt. Die zwei ersten Zeilen des Titels Psaltertype , Text gothische
Type, welche der Type Peter Friedbergs, Buchdruckers zu Mainz,
ähnelt, die deutschen Theile des Texts in Schwabacher Schrift von
eigenthümlichem hohem Schnitt der a und d, wie sie sonst in J. Schöffers
Drucken nicht vorkommt.
Herausgeber dieser Schrift ist Johann Ulrich Surgant, Priester in
Kleinbasel (f 1503). Die erste Auflage des Buchs erschien 0. 0.
(Basel M. Fürter) 1506.
Quarto (die deutschen Theile des Textes Schweizer Deutsch).
Die Mainzer Auflage ist die zweite (die deutschen Theile in mittel-
rheinischem Dialect). ')
4369
Darmstadt (W aus der Abtei Seligenstatt) . München Hof-
bibl., Freiburg i. B. Univ. -Bibl., Lübeck, Leipzig Sammlung Klemm.
Panzer, Annales VII, S. 407 n. 7. — Würdtwein, Bibl. Mogunt,
S. 141. — Klemm, Catalog n. 63. — Gesner, bibliotheca universalis,
S. 27. — Schaab 1, n. 89. — Moufang, die Mainzer Katechismen.
Mainz 1877. S. 9. — Weller. repert. n. 452. — Schmidt, histoire
litteraire de l'Alsace II, 54, 393. — Der Katholik, 1889. II, 166,
II, 514. — Falk, die deutschen Sterbebüchlein von der ältesten Zeit
des Buchdruckes bis zum Jahre 1520. Cöln 1890. S. 73. — Geffken,
Bilderkatechismus S. 196 — 203. — Tübinger theologische Quartal-
schrift, Band XLIII, 379 — 381. — Janssen, Geschichte des deutschen
Volkes I, 29. — Wessenberg, die grossen Kirchen Versammlungen des
XV. u. XVI. Jahrhunderts Uli S. 503 (Beurtlieilung des Buchs Surgants).
1) Die Ausgabe bei Panzer, Annalen IX n. 7, ist die gleiche wie diese.
23
— 24 —
14. Speculum Astro* ] logorum . | Auf der Rückseite des Titels
am untern Rande : Hand Emendandü in transcursu erratum circa finem
capitis | tertij : vbi ponit' alte^: in lögitudine : legas alterü I latitudie . |
Blatt 2 Vorseite : Bonarmn disciplinarü studiosis Joannes Eszler |
Maguntinus artiü ac philopliie >) magister. S. D. 2 ) |
QUum multis ab hinc änis | experientia docuerit Astrologica pro-
gnostica : | suis 2C.
Blatt 12 Vorseite am Ende: Impressum Maguntie per Ioannem
Scheffer | Anno dni Millesimo quingentesimo octauo . | Druckermarke
(Wappenschilde Fusts und Schoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite
dieses Blattes leer.
Quarto, Grösse 14 x 18,7 cm . 12 n. gez. Blätter mit der Signatur
A — B, zu 39 Zeilen, gothische Type. 3 )
Wien k. k. Hofbibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 9. — AYürdtwein, bibl. Mogunt. S. 141.
— Schaab I, n. 91.
15. Der nett Leyenspiegel vö rechtmässigen ordnunge in Bürger-
lichen vnd peinlichen Regimenten.
Am Ende: Mentz, Joh. Schoeffer 1508.
Folio, mit Holzschnitten. Herausgeber dieses oft gedruckten
Buchs ist Ulrich Tengler ; Sebastian Brant lieferte ebenfalls eine ver-
besserte Bearbeituog des Laienspiegels.
Quelle: Unbekannt.
Hagen, Bücherschatz n. 561. — Hiernach bei Weller, repert. n. 463.
— Muther, Bücherillustration I, S. 92 , 646. — In dem Datum dieses
Drucks zu 1508 steckt wohl ein Fehler. J. ü. Tengler lieferte 1509
eine Ausgabe des Laienspiegels, der im Verlage Rynmanns bei H. Otmar
zu Augsburg erschien (Muther, Bücherillustration S. 158) und nochmals
bei demselben 1511 und 1512 herauskam (Panzer. Annalen n. 698).
Im Jahre 1510, 1511 und 1512 lieferte Strassburg Nachdrucke, vgl.
Beiträge zur Geschichte des deutschen Buchhandels von Albrecht Kirch-
hoff. Leipzig 1851. S. 17 über die Augsburger Ausgaben. Wibel,
Hohenlohische Kyrchen- und Reformations- Historie 1. 303. — Goedeke,
Grundriss, IL Aufl., I, 391.
1509.
16. Enchiridion seu Breviarium Moguntinum 1509.
Erste Satzart : ENchiridion seu Bre - | uiarium : scd'm more | in-
signis ecclesie Moguntin . necnü totius | diocesis . Nouissime impressum :
emendatü | ac plurimis luculentissimis addi = | tamentis congestum 7 ab-
solutü I Feliciter incipit | Ad lectorem Tetrasticlion. |
1) So der Druck.
2) Ueber diesen Eszler war in Acten der Mainzer Universität nichts
zu erfahren.
3) Mittheilung aus Wien.
24
— 25 —
Septenas quicunqz deo persolvere laudes it. |
Unten zwei Holzschnitte: Peter und Paul mit ihren Attributen
(Schlüssel und Schwert) in stellender Figur.
Am Ende : 11 Breuiarium s'm ritü inclite 7 insignis ecclesie Mo-
guntine | summa cü diligentia castigatum et emendatum . Ad laude
et | gloriam omnipotentis dei : beatissime inmaculate semperqz vir |
ginis Marie ac diui Martini antedicte ecclesie et diocesis pa | troni
pientissimi : omniumqz sanctorum et sanctarum . Impressum | Moguncie
impensis 7 opera honesti et prouidi viri | Joannis Schöffer, ciuis Mo-
guntini . Cuius auus primus artis Im * | pressorie fuit inuetor et auctor.
Anno salutifere incarnationis | domini . Millesimo quingentesimo nono.
Prima die Aprilis . | Nur die Worte : ecclesie Mog. und : Joannis Schöffer
sind Schwarzdruck, alles andere ist Rothdruck.
, Octavo, 13 n. gez. Blätter Vorwerk H- 452 Blätter Hauptwerk
-f- Schlussblatt mit der schwarz abgezogenen Druckermarke (Wappen-
schilde Fust - Schöffers), zweierlei gothische Schrift zu 31 und 35 Zeilen,
zweispaltig.
Darmstadt.
Zweite Satzart: Im Vorwerk finden sich Satzabweichungen gra-
phischer Art und andere Abkürzungen verwendet.
Die Schlussschrift lautet: 11 Breuiarium s'm ritü inclite et insignis
ecclesie Moguntine | summa cum diligentia castigatü et emendatum
Ad laudem et | gloriam omnipotentis dei : beatissime immaculate
semperqz vir | ginis Marie ac diui Martini antedicte ecclesie 7 diocesis
pa= | troni pientissimi : omniüqz sanctorum et sanctarü . Impressum |
Moguntie impensis 7 opera honesti et prouidi viri Joannis Schoffer
ciuis Moguntini . Cuius auus primus artis Im = | pressorie fuit inuentor
et autor . Anno salutifere incarnationis | domini . Millesimo quingen-
tesimo nono . Prima die Aprilis . | Die Worte: ecclesie Moguntine und:
Joannis Schoffer auch hier allein Schwarzdruck, alles andere Rothdruck.
Mainz Stadtbibliothek (a 36 a ), Aschaffenburg kön. Hofbibl. (mit
stark verletztem Schlussblatt). Das Mainzer Exemplar a 3(5 a (ohne
Titel) sonst vollständig Sommer- und Wintertheil hat den Eintrag:
Sum Joannis Cyriaci Appelij de Seligenstad Eeclesiae 8. Victoris in
suburbio Moguntino vicarij und beginnt Signatur ajj , enthaltend 5 n.
gez. Bätter Vorwerk -f- 6 n. gez. Blätter Kalender -f 1 n. gez. Blatt
Ostertabelle -f- 1 n. gez. leeren Blatt 4- 11 n. gez. Blätter Register -f
1 n. gez. Blatt Benedictiones + CCCCLXI] gez. Blätter Hauptwerk (Blatt
CCCC LXII die Schlussschrift) -f- 1 n. gez. Blatt, auf dessen Vorseite
die Druckermarke, die Rückseite leer.
Von Exemplaren , deren Zugehörigkeit zu einer dieser beiden
Varianten nicht festzustellen, kenne ich noch: Mainz Stadtbibliothek
(a 36 ohne Titel, das leere Blatt nach der Ostertabelle und der Rest
von CCCCLXII (mithin das Schlussblatt) an einschliesslich fehlen;
a 36 b ebenfalls defect, Mainz Seminarbibliothek.
25
— 26 —
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 143. — Panzer. Annales VII n. 11.
— Schaab I, n. 95 (mit der falschen Angabe 772 Blatt). — Wetter,
Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst S. 506. — v. d. Linde.
Gutenberg S. 288. — v. d. Linde, breviarium Moguntinum S. 14 (nach
dem Exemplare der Mainzer Seminarbibliothek, aber falsch 458 Blatt).
— Dr. Falk im Centralblatt f. Bibl. 1887, 381 — 82 (mit Auflösung
der Abkürzungen und falscher Blattzahl : 359). — Köhler, Ehren-
rettung Gutenbergs S. 50.
17. Reformacion . der . | Stat . Franckenfort | am . Meine . des
heil - | ge . Romische . Richs | Cämer . a° . 1509 . | Auf der Rück-
seite des Titels blattgrosse Darstellung in Holzschnitt, der Reichsadler,
zu Füssen der einköpfige Frankfurter Adler. ')
Blatt 52 Vorseite: Gedruckt vnd volendet durch Johänem
Schöffer Bürger zu Meintz. Nach der geburt christi Tau | sent Fünfl"
hundert, vnd in dem neunden Jare. An | dem heiligen abent der
vffart vnsers her = | ren Jesu christi . :c . | Druckermarke (Wappen-
schilde Fust - Sehoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite leer.
Folio, 51 gez. Blätter -f 1 n. gez. Schiassblatt mit der Schluss-
schrift. Der Titel ist Holzschnitt in sehr grosser Schrift, der Text
Schwabacher Type in sehr splendidem stark durchschossenem Satz,
öfter finden sich halbe Seiten leer. Erste Ausgabe der Frankfurter
Reformation. Eine weitere erschien 1578 und eine dritte: Der Statt
Frankfurt a. Mayn erneuerte Reformation. Wie die Anno 1578 auss-
gangen. Frankfurt a. M. 1611 . in Octavo. Mit einer Tafel.
Mainz Stadtbibliothek. Mainz Seminarbibliothek. Frankfurt a. M.
Stadtbibliothek u. Stadtarchiv, Gotha herzogliche Bibliothek. AscharTen-
burg kön. Hofbibliothek. Leipzig Sammlung Klemm.
Panzer. Annalen 8. 310—311 n. 648. — Würdtwein. bibl. Mo-
gunt. S. 142. — Schaab I. n. 98. — Marchand, histoire de Timprimerie
S. 48 Note. — Selchow, specimen bibliothecae juris German. provin-
cialis S. 52. 226. — .Jacobs und ükert, Beiträge I. 361. — Merkel,
Verzeichnis höchst seltener Incunabeln und alter Drucke zu Asehaffen-
burg S. 17. — Köhler. Ehrenrettung Gutenbergs 8. 7. — Klemm. Ca-
talog n. 903. — Antiquarischer Anzeiger Nr. 45 von Th. Völcker
Frankfurt a. M. 8. 21 n. 347. Preis 12 Thlr.
18. Von der Vene- i dier Krieg .
Am Ende: Gedruckt zu Meintz durch Jo banne Schöffer, auff |
den abent Albani | des Bischoffs 2 ) | M. ccccc . ix .
1) Eine Satzvariante hat den Titel: Reformacion . der Stat . Francken-
fort | am meine des heil - ; ge . Römische . Eichs | Camer . a°. 150« . ! Und
in der Schlusschrift : Getruckt vnd volendet etc.
Die Stadt Frankfurt verfügte 15419 noch über keinen selbständigen
Buchdrucker der Stadt und Hess desshalb diese amtliche Ordnung in Mainz
drucken.
2) 21. Juni 1509.
26
— 27 —
Quarto, 14 Blätter. Enthält eine Mahnung' Papsts Julius IL wider
die Venediger, datirt 27. April 1509.
München Hofbibliothek.
Weller, repert. n. 524.
19. Breuiarium Maguntinens 9 . | Nouissime Impressum . | emen-
datum : ac plurimis lucule - j tissimis additametis con | gestuin et ab-
solutü . | Feliciter incipit . | Holzschnitt : St. Martin zu Pferd, Umschrift
in Majuskeln: Aurea Magoncia . | sancte Romane | ecclesie specialis |
vera filia . | Mit dem Wappen des Mainzer Stifts und dem des Erz-
bischofs Uriel von Gemmingen in den Ecken.
Auf der Rückseite des Titels : Commendatio :c in kleiner Psalter-
type. — Praefatio in kleiner gothischer Type.
Blatt 2 — 8 der Calender in grosser gothischer Missaltype von
1493. Hierauf mit neuer Signatur 4 n. gez. Blätter (chronologische
Abhandlung und Regeln), dann I — CCCCLXIII gez. Blätter zweispaltig
der Text des Breviariums: 11 Incipit Breuiarium scd'um | diocesim Ma-
gütin . Dliicis | :c. Collation: I — CLXVI. CLXVII, nochmals CLXVI
wofür CLXVIII fehlt, CLXIX bis CCCXXII, CCCXXIIII, dann CCCXX,
dannn CCCXXV bis CCCXLVI, CCCXLIII. dann CCCXLVHI bis
CCCXCI, dann XCIII und nochmals XCIII . CCCXC, dann CCCCII.
III, IUI (letzteres doppelt), XXI, dann XXIII. dann XXII, XXIIII.
Blatt LIX Vorseite die Litanei, Blatt KXIII Vigilie mortuorum, Blatt
LXVII Hymnen, Blatt LXIX commune sanctorum, Blatt CCXCVII Ordo
de sanctis nove rubrice.
Blatt 464 Rückseite: 11 Breviariü s'm ritum inclyte et insignis
ecclesie Moguntine | summa cum diligentia castigatum et emendatum.
Ad laudem | et gloriam omipotentis dei : beatissime inmaculateqz sernper
vir | ginis Marie ac diui Martini antedicte eccl'ie et diocesis patro - | ni
pientissimi: omniumqz sanctorum 7 sanctarum . Impressum | Moguntie
impensis et opera honesti 7 prouidi viri Ioannis | Scheffer ciuis Mo-
gütini . Cuius auus primus artis Impres = | sorie fuit inuentor 7 autor.
Anno salutifere incarnationis düi Millesimo q'ngentesimo nono in vigilia
natiuitatis Marie . I 1 ) Die ganze Schlussschrift bis auf die Worte:
Joannis Scheffer Rothdruck, diese Worte Schwarzdruck.
Kleinfolio, zweispaltiger Satz zu 38 Zeilen in zweierlei Missaltype.
welche Uebereinstimmung mit Peter Schoetfers Missaltype 1493 aber
auch in den Majuskeln andere Formen, z B. im Calendarium Seite 1 :
abweichende P, V, E und F aufweist. Abdruck des Enchiridion 1509,
aber für den Chor bestimmt, daher die grossere Type nebst grösserem
Format.
Mainz Stadtbibliothek. Darmstadt (W 5612. welches obiger Be-
schreibung zu Grunde liegt). Frankfurt a. M. Stadtbibliothek. Leipzig
Sammlung Klemm.
1) 7. September 1509.
— 28 —
Klemm, Catalog n. 64. — Marchand, histoire de l'imprimerie 8. 49,
Note. — Centralblatt f. Bibl. 1887, S. 382 — 383 (mit Auflösung der
Abkürzungen und der falschen Blattzahl 463). — v. d. Linde, Bre-
viarium Moguntinum 8. 14 — 15 nach Klemms Exemplar mit falscher
Blattzahl 463). — Würdtwein, bibl. Mogunt. 8. 142. — Schaab I, n. 97.
I, 8. 73. — Geschichtsblätter für die mittelrheinischen Bisthümer 8. 209 f.
(Abdruck der Litanei dieser Ausgabe).
20. Ein christlich ermanung zum frumen leben.
Mainz 1509. Octavo (?).
Im Besitze des j Cardinais Grafen von Reisach, jetzt unbekannt.
Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I. 223 und I. 300
(ohne Angabe des Druckers und des Formats).
21. Gebetbüchlein.
Mainz 1509.
Octavo, 295 n. gez. Blätter, alle mit reichen Randleisten, mit
ebenso verziertem Titelblatte. ') Das Buch scheint ein deutscher Ilor-
tulus animae zu sein.
Aschaffenburg kön. Hof bibl iothek.
Merkel , kritisches Verzeichnis höchst seltener Incunabeln und
alter Drucke zu Aschaffenburg 8. 17.
1510.
22. Ewangelia mit Fsslegung der Gloss. vnd Epistel teutsch über
das gantze Jar allenthalben darby der Anfang: der Bsalm vnd die
Collect eyner yeglichen Mess: nach der Ordnung der Christlichen Kyrchen.
Am Ende : Gedruckt vnd vollend zu Mentz durch .Johannen)
Schöffer zu Mitfast, ' 2 ) nach Christi vnsers herren Geburt, tausend, fünf
hundert vnd zehen jar. Druckermarke.
Folio.
Quelle: Unbekannt.
Panzer. Annalen I. 316 n. 665. — Göze, Biaunschweigische
Bibelsammlung S. 85 n. 23. — Weisslinger. armamentarium S. 415. —
Weisslinger, catalogus bibliothecae ordinis 8. .lohannis (Strassburg)
8. 244. — Archiv für hessische Geschichte 111, 2, 6. — Alzog, die
deutschen Plenarien S. 18 (Abdruck aus dem Freiburger Diöcesan-
archivVIII). — Historisch -politische Blätter LXXV11 (1874) (Kecension
dieser Schrift) S. 42. — Falk, die Druckkunst im Dienste (\er Kirche.
Cöln 1879. S. 82. — Göze, älteste Buchdruckergeschichte von Magde-
burg S. 41.
23. BAmbergische llalssgerichts vnd rechtlich Ordnung inn pein-
lichen Sachen zu volnfarn, allen Stetten, Commune. Kegimcnten. Ampt-
J ) Mittlieilung aus Asciiaffenburg.
2) 6. März 15JÜ.
28
— 29 —
leuten, Vögten, Verwesern, Scbulteyssen, Schöpffen vnnd richtern, Dien-
lich, förderlich vncl beliülflich, darnach zu handeln und rechtsprecheu,
gantz gleicheförinig gemeine geschriben Rechten :c. Darauss auch
diss büchlin getzogen vnd fleissig gemeynen nutz zugut, gesammelt
vnd verordnet ist.
Am Ende : Gedruckt zu Wentz ') durch Johannem Schöffer auff
Laurencij -) jm Jare da man zalt nach der geburt Cristi funfftzelien
hundert vnd zehen Jare.
Grossquarto, 52 n. gez. Blätter, mit Titelholzschnitt und 22 Holz-
schnitten im Texte, 3 ) welche kleiner als in der Editio I 1507, theil-
weise aus dem Livius 1505, öfter Holzstöcke des Livius mit denen der
Halsgerichtsordnung vereinigt abgedruckt.
Aschaffenburg kön. Hof bibliothek.
Abdruck der Ausgaben 1508 bis auf etliche Druckfehler. Fünfte
Mainzer Ausgabe.
Panzer, Annalen I, 323 n. 677. Supplement n. 677. — Würdt-
wein. bibl. Mogunt. S. 144. — J. C. Kochii, de primis constitutionis
criminalis Bambergensis editionibus. Gissae 1765. S. 4, 5. — Böhmer.
meditationes ad ronstitutionem criminalem Carolin. Halae 1774. S. 4. —
Schaab I, n. 104. — Leitschuh in: Janitschek, Repertorium für Kunst-
wissenschaft IX. 173. — Bauer, catalogus librorum rariorum I, 47. —
Merkel . Verzeichnis höchst seltener Incunabeln und alter Drucke zu
Aschaffenburg S. 17. — Muther, Bücherillustration I, S. 250. 1730.
1511.
24. Ilortulus anime.
Am Ende: Impressum Maguntie per Jo. Schoeffer finitum post
festuin purificationis Marie virginis 4 ) Anno domini MCCCCCX1. Erste
.Mainzer Ausgabe des lateinischen Ilortulus animae.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, annales VII. n. 17. — Bibliotheca Christ. I, 127. —
Schaab I, n. 105. — Archiv für hessische Geschichte 11, 489.
25. Liber precationum, seu cursus beate Marie virginis . Äfogun-
tiae . Jo. Schoeffer anno millesimo quadragititesimo 5 ) undeeimo.
Octavo (?) Erste Mainzer Ausgabe.
Quelle: Unbekannt.
Meusel, histor. literar. biograph. Magazin 167 (ohne Format-
angabe). — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 6.
1) So der Druck.
2) H>. August 151U.
3) Mittheilung aus Asehaft'enburg (ohne Angabe des Titels und der
Schlussschrift)
4) 2. Februar 1511.
5) So der Druck.
29
— 30 —
1512.
26. Cursus Marie virginis.
Moguntiae 1512, ohne Firmaangabe.
Duodez. Zweite Mainzer Ausgabe des Vorigen.
Quelle: Unbekannt.
Kinderling, Verzeichniss alter merkwürdiger Büclier in der Dom-
bibliothek zu Magdeburg S. ?. — Meusel, histor. literar. biograph. Ma-
gazin 182. — Archiv für hessische Geschichte III, 2. 7.
1513.
27. Missale Maguntin . exac s | tissima cum castigatuin | Sub
psulatu Reuer e * | dissimi domini dili | Urielis Archiepi | Maguntin |
Anno | dorn! | XV C | xiii . | >) Mit Titelholzschnitt : St. Martin zu Pferd
Avie im Missale 1507, auch gleicher Umschrift desselben.
Blatt 2 — 7 Calender.
Blatt 8 Cautelen in kleiner gothischer Type.
Blatt 9 Vorseite: Pro missis hui' volumTs de j t]te 7 sanctis
inueniedis Preses | 2c.
Blatt 1 des Hauptwerks Vorseite : U Incipit ordo missalis scd'm |
chorü Maguntin : per circuluz | 11 Dilica prima de ad = | anni . | uentu
domini Introitus . | Hauptwerk Theil I reicht von Blatt I — lxxxiiii.
dann Praefationen und Canon 14 n. gez. Blätter, die Praefationen haben
zwar schwarz gedruckte Notenliuien, aber keine gedruckten Noten.
dann Theil II des Hauptwerks Blatt Ixxxv — cclxii.
Blatt cclxii Rückseite : Finit missale Maguntinense . | Reuisum :
Castigatum: Diligen- | tissimeqz emendatum. Sub pre | sulatu Reueren-
dissimi domini : I domini Urielis . Archiepiscopi | Maguntinensis. Per
Joannem | Sehefler in urbe Maguntina . | huius artis impressorie inuen =
trice: elimatriceque prima: Felici - j ter consummatum et impressum .
Kalend. Januar. 2 ) Anno domi | ni . Millesimo . quingentesimo | decimo
tertio | (ohne Schlusspunct). Druckermarke (Wappenschilde Fust-
Schoeflers) schwarz abgezogen. :i )
Folio , zweispaltig , zu 34 Zeilen im Hauptwerk , mit roth und
schwarz gedruckten Initialen. Als Eigenheit des Setzers ist zu be-
zeichnen, dass derselbe in den letzten Zeilen des Titels und auch sonst
Worte einer Zeile in die oberhalb gelegene rückte, das Datum auf dem
Titel steht z. B. links und rechts des Holzschnitts Anno | domi | XV C . |
xiii . | Die Typen sind die des Missale's 1507.
Cöln (Privatbesitz), Mainz Stadtbibliothek (ohne Titel und Schluss-
blatt), Frankfurt a. M. Stadtbibliothek. Wernigerode fürstl. Stolbergische
Bibliothek, Cassel, Wernigerode (H 1 658).
1) Mittheilung aus Wernigerode.
2) 1. Januar 1513.
3) Wiederholung von Centralblatt f. Bibl. III, 312 mit der dort ge-
gebenen Auflösimg der Abkürzungen, da mir kein Exemplar mit Schluss-
schrift zur Verfügung stand.
3<J
— 31 —
Centralblatt f. Bibl. III, 312 (mit Auflösung der Abkürzungen). —
Panzer, annales VII, 409 n. x 19. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 145. —
Fischer, typographische Seltenheiten II, 8. 34. — Heibig, dernieres im-
pressions S. 12. — Catalog Kloss n. 1528. — Marchand, histoire de
l'imprimerie S. 49, Note. — Schaab I, n. 106.
28. Hortullis Aninie, noviter iam ac diligenter impressuni.
Am Ende: Impressum et finitnm Moguntie per Joannem Schöffer,
quinto nonas Septembris l ) anno M. D. Xiii . |
Sedez, XVIH + CXXXIV Blätter, zweispaltig, mit 73 Holz-
schnitten, deren jeder unter einem Bogen (wahrscheinlich nach Lucas
Cranach). — Zweite Mainzer Ausgabe.
Quelle: Unbekannt.
Heller, Versuch über das Leben und die Werke Lucas Cranachs.
Bamberg 1821. S. 362. — Archiv für hessische Geschichte IL 489.
29. Ageda Magütiü | cum vtilissimis scituqz dignissi- | mis
(prioribz tarnen non | insertis) q'busdä nota= | bilibus: iam nouiter | ac
diligenter | jmpss9 . | 1513 | (ohne Schlusspunct). Auf der Rückseite
des Titels Register.
Am Ende: Finitum et impressum in nobili vrbe Maguntina : |
artis impressorie inuentrice prima: Per Jo= | hannem schöffer: in vi-
gilia natiuitatis | Marie.' 2 ) Anno Millesimo quTgen | tesimo decimotercio . |
Rückseite leer.
Quarto, 4 n. gez. Blätter -f LXXXV Blätter. Zeile 1 des Titels
und mehrere Ueberschriften im Texte in Psaltertype, das Register auf
der Titelrückseite und Anderes in kleiner gothischer Type, Text kleine
Missaltype wie die Ueberschriften in der Bamberger Halsgerichtsordnung
1508 und im Breviarium Moguntinum 1509. Schwarz- und Rothdruck,
19 Zeilen auf voller Seite.
Mainz Stadtbibliothek , Mainz Seminarbibliothek, Aschaffenburg
kön. Hofbibliothek, Sammlung Klemm Leipzig.
Klemm, Catalog n. 66. — Honecker (Pfarrer zu Oestrich im
Rheingau), ordo et argumentum agendarum Moguntinensium. Mainz 1785.
Quarto. S. 6 (giebt 84 Blätter an). — Schaab I, n. 107. — Centralblatt
f. Bibl. V (1888) S. 535 n. 3 (mit falscher Angabe 85 Blätter). —
Moufang, die Mainzer Katechismen S. 5. — Merkel, Verzeichniss höchst
seltener Incunabeln und alter Drucke zu Asciiaffenburg S. 17.
1514.
30. Hortuly anime . | Mit reicher Randeinfassung und Titelholz-
schnitt: einen betenden Mönch mit offenem Buche vor dem Kreuzes-
stamm, an dem sicli die Leidenswerkzeuge Christi befinden, darstellend.
1) 1. September 1518 (?).
2) 7. September 1513.
•61
— 32 —
Auf der Titelrückseite beginnt der Calender, der sich auf die folgenden
14 Blätter fortsetzt und auf der hieran anstossenden Seite endet, Roth-
und Schwarzdruck.
Arn Ende des Registers : Impressum Maguntie per Jo = | hannem
Schöffer finitum | sexta feria post Reminisce- | re» 1 ) Anno domini |
M. ccccc xiiij . | Roth- und Schwarzdruck.
Kleiuoctavo. 231 n. gez. Blätter, alle Blätter des Buchs mit
reicher Randeinfassung, ganz roth und schwarz gedruckt, mit kleinen
Holzschnitten und verzierten Initialen im Texte, die Randeinfassungen
zeigen die verschiedenartigsten und ausserordentlich abweichenden Dar-
stellungen, am Ende des Buchs 9 Seiten Register und dann die Schluss-
sclirift. -) Dritte Mainzer Auflage.
Graz Univ. - Bibl.
31. Hortulus animae. |
Hierauf folgt der Kalender, für jeden Monat ein Blatt, alle Seiten
mit reichen Holzschnitteinfassungen unter allegorischer Darstellung der
häuslichen und landwirthschaftlichen Verrichtungen in jedem Monat,
ebenso Darstellung der zwölf Himmelzeichen. In der Randverzierung
de^ Monats Juni Abbildung eines Druckers mit Druckerballen und
unten Drucker an der Presse in Arbeit. Die Randleisten bestehen aus
4 Stöcken und sind sehr abwechselnd und reizend in den Mustern
gehalten, wiederholen sich aber öfter im Buche. Der Calender und
die chronologische Tafel umfassen 12 n. gez. Blätter, worauf auf 3 n.
gez. Blättern Regeln folgen. Dann der Text des Hortulus animae:
% Diss seint die siebe zeit od' d' curss | vö vnser liebe frawen als
sie zusa - | men bracht vil gemacht seint in de | concilio- zu claremont,
vnd auftge | setzt zu sprechend vö babst vrbano | dem Andern. | Roth-
druck. Jede Seite des Texte auch hier von 4 Holzschnittbordüren
umgeben.
Vorseite des letzten Blatts: Getruckt vnd geendet zu Meintz |
durch Johannem Schöffer am | samstag nach Judica 3 ) . nach | Cristi
gebürt . Tausent | fünff hundert vnd | Xiiii . jar .—Rückseite des letzten
Blatts leer.
Kleinoctavo (Sedez), 16 n. gez. Blätter + 279 n. gez. Blätter-
Text, mit den Signaturen a — M, grosse Schwabacher Type nebst An-
tiqua Johann Schöffers, Roth- und Schwarzdruck im Texte, mit ein-
gedruckten schwarzen Initialen. Die Holzschnitteinfassungen nach Lucas
Cranach und dessen Schule.
München Hofbibliothek (p. lat. 2214, das ich am 26. Mai 1891
benutzte, ohne Titelblatt), ein zweites in meinem Besitz, Sammlung
Klemm Leipzig.
1) 17. März 1514.
2) Mittheilung aus Graz.
3; 8. April 1514.
32
— 33
Erste Mainzer Ausgabe des deutschen Ortulus anime. ')
Weller, repert. n. 835. -- Klemm, Catalog n. 67. — Panzer,
Annalen, n. 770. — Schaab 1 , 555 n. 108. — Ob diese Ausgabe
einerlei mit Panzer, annales VII, 409? — Goedeke, Grundriss I, 390.
— Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 145. — Catalog Antiquariat Rosen-
thal XXXVII S. 100, n. 2080. Preis 75 M. — Muther, Bücherillu-
stration I, S. 250.
32. Gebetbüchlein. Gedruckt zu Meyntz durch Johann Schoeffer 1514.
Octavo. Zweite Mainzer Auflage.
Schaab I, 555 n. 108.
33. ROmische Historie Titi liuij | meniglich kürtzweilich | vnd
dienstlich zu lesen. 1514 . |
Am Ende Blatt CCCCX: Gedruckt vnd geendet in der löbliche
statt | Mentz durch vleysz Johann 2 ) Schöffers Buchdrucker daselbst
vff, | sant Bartholomeus abet | 3 ) Nach Christi vnsers he | ren 4 ) geburt
Tausent | funffhundert vn | vierzehen iare . | Rückseite leer.
Folio, 410 gez. Blätter -|- Register (dessen Umfang ich nicht
feststellen kann).
II. Auflage des Livius deutsch, Nachdruck der Auflage 1505,
aber anders im Satze, weniger correct, schlechteres Papier, sonst in der
Blattzahl gleich, aber in anderer Mundart als die Ausgabe 1505 und
mit einem Holzschnitt mehr. 5 )
Mainz Stadtbibliothek (am Anfange defect) , Gotha herzogl. Bi-
bliothek, Leipzig Sammlung Klemm.
Panzer, Annalen I, 369 n. 788. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 145.
— Schaab I, n. 109. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 362. — Klemm,
Catalog S. 68. — Goedeke, Grundriss I, 140.
1) Die früheste bekannte Ausgabe des deutschen ortulus anime erschien
1 500 zu Strassburg bei Hans Grieninger (Panzer, Annalen I, S. 277), der eine
zweite und dritte 1501 und 1503 bei demselben Verleger folgten. (Wacker-
nagel, Bibliographie zur Geschichte des deutschen Kirchenlieds n. XXVIII und
Hoffmann von Fallersleben, Geschichte des deutschen Kirchenlieds. III. Aus-
gabe 1861. S. 269.) Verschieden von diesen Ausgaben ist jedenfalls die Be-
arbeitung des ortulus anime durch Sebastian Brant, dessen erste bekannte
Ausgabe 1503 bei Wehinger in Strassburg erschien (Wackernagel n. XXX),
welcher Ausgaben Strassburg 1507, 1508 und 1509 bei Knobloch (Panzer,
Annalen I, 277, 289 und Zusätze S. 111), sowie spätere folgten. Welcher von
beiden Fassungen Schoeffers Ausgaben folgen, ist mir unbekannt, mit Wahr-
scheinlichkeit der Recension Sebastian Brants. Ueber Hortulusausgaben vgl.
Wedekind, Ausführliches Verzeichniss von raren Büchern S. 1 25. — Freytag,
apparatus II, 821. — Riederer, Nachrichten V, 158 f.
2) So der Druck.
3) 23. August.
4) So der Druck.
5) In dem Mainzer Exemplar fehlt die Widmung an Kaiser Max I.
33
Beiheft 9. 3
— 34 —
1515.
34. Compediü siue Breuiariü I PRIMI VOLVMINIS \\\\f i\M
SIVE HISTORIARVM, | DE ORIGINE REGVM ET GENTI8 FRAN -
CORVM AD REVERENDISSIMVM IN CHRI8TO PATREM LI
principe dominü Lanrentifl | Episcopö niirtzpurgeü ! orietalisqz'
Francie | ducem Joannis | Tritemij Ab batig . - Holzschnitt: Reichs-
adler, unterhalb rechts and Links Wappen: Mainz = Brandenburg und
Wirzbnrg = v. Bibra | Cum gratia et Prinilegio . Cesaree . ftfa . \m
der Rückseite des Titels das Drackerprivileg Mai I. fittr den Buchfuhrer
Johann Baselberg de Constantia datirl Insprng LO. Nov. 1514.
Blatt 2 Vorseite Holzschnitt: Abi Trithemins öberreicht dem Bi-
Bchofe Lorenz (von Bibra) von Wirzbnrg Bein Und.. Rückseite leer
Blatt 3 Vorseite bis Blatl I Vorseite dir Widmung Trithems am
Ende derselben steht am Rande: Pinis epl'e penultima febroärii
A,,, "> • M . D . XV. | Blatt 1 Rückseite leer. Blatt 3 Vorseite Holz-
Bchnittinitial R.
Am Ende auf der letzten Seite (Lüi Vorseite): 1 COMPEND11
SIVE BREVIARU VOLVMINIS I U hronicorum . 3 iue annalium
Joannis [ritenuj abbatis Sancti Jacobi nureiburgensis quonda nero
Spanhemensis de origine regibusqz francorum Suis . Vicesima die mensig
nouembris . Ann., domini Millesimo qningentesimo quarto decimo \. -
tatis >u<; quinquage8i mo secundo . |
Rückseite von Blatt Uli: 1 [MPRE88VN Li COMPLETVM
'- v| PRE8ENS chronicarum opus . anno dni . MDXV . in uigilia
Marga | retae oirginis. ») In oobili famosaqz nrbe Moguntina, Im Mus
artis impressorig innentrice prima . Per IOANNEM 8chöffer oepote
quoda honesti uiri JOANNIfi fusth einig Ifoguntiü, memorate artis
pnmarij auctoris | Qui tande imprimendi arte proprio ingenio ei
cogitare Bpeculariqz coepit an«, dfiice, oatiuitatu MCCCC . L . in-
dictiöe XIII . Reguante illn Btrissimo Ro . imperatore FREDERM <> III
Prgsidente Banctae Moguntinae Bedi | Reueredissimo in chrö pTe d..-
mino | THEODERICO pinoerna dt- Er paefa prieipe electore Anno
aut | M.( cec . LH . | perfecit dedu« ritqa eä (dinina fauente gra
ti.-D m opus inprimedi (Opera tu ac multis necessarijs adin* nen'
tionibus | PETR] | Schöner de Gernshei mini, stri Buiqz filij adop-
ti= ! im Cui etiam filiam Buam CHR18TINAW rusthifi p digna laborü
multarüqz adinue = | tionü remuneratiöe uuptui dedit . Re tinerüt
aut hij dm. iä prenominati IOANNES fusth« PETRV8 8chöffer bäc
artem i Becreto (omi * | bus ministris .-.<• familiaribus eoR, ue illa
quoq°modo mani | festaret, iureiurädo astrictis) Quo tande de äno dni
MCCCC | LXII p eosdem »miliares i dinersas terraB puincias diuul-
gata | haud purum Mimp>it lcrementum . • . | CVM GRATIA ET PRI-
_ 1) Eine Satzvariante in Mainz Stadtbibliothek (a l»l) lic^r liier
urieiahsqz.
2) 11. Juli 1515.
34
— 35 —
VILEGIO CAESAREE MAIE = | statis iussu & Ipensis honesti JOANNIS
Haselperg ex Aia maiore | Constantien diocesis : : | Druckermarke
(Wappenscliilde Fust - Schöffers) schwarz abgezogen.
Folio, 4 n. gez. Blätter -\- Signatur A — Liii. Zeile 1 des Titels
Psaltertype, Text Antiquatype 1.
Mainz (zweimal, beide a 151 signirt, das eine Exemplar liest wie
oben bemerkt: orieialisqz im Titel, das andere orietalisqz. Das Letz-
tere hat den handschriftlichen Eintrag: Ex dono Jacobi Köbel in oppe-
heym CPß. als Geschenkexemplar des bekannten Buchdruckers Jacob
Köbel in Oppenheim. Ob das C P R: Conrad Peutinger bedeutet,
steht dahin), Darmstadt (L 284, welches obiger Beschreibung zu
Grunde liegt), Wiesbaden, Haag kön. Bibl. , München Hofbibliothek,
Gotha herzogl. Bibl., Wernigerode ftirstl. Stolbergische Bibl., Würz-
burg, Univ. -Bibl., Sammlung Klemm in Leipzig.
Maittaire, annal. typogr. II, 266. — Würdtwein, bibl. Mogunt.
S. 145. — Hirsch, millenar. I, 8. — Bibliotheca Solgeri I, 155. —
Bibliotheca Schwarz junioris s. v. — Meusel, bibliotheca hist. VII, 1, 188.
— Panzer, Annales VII, n. 20. — Klemm, Catalog n. 69. — Schaab 1.
n. 110. - Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, Heft 44
(1885) S. 139 — 140. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 362 — 363. —
v. d. Linde, Gutenberg S. 289, 290 (die ganze Schlussschrift). — voyage
de deux benedictins (Martene et Durand). Paria 1724. Quarto. S. 223.
(Exemplar in der Abtei Gladbach). — Wetter. Geschichte der Erfindung
der Bnchdrnckerkunst 8. ."><><;. Faulmann, illustrirte Geschichte der
Buohdruckerkunsl 8. 303 (die ganze Schlussschrift). — Silbernagel,
Johannes Tritheiniiis. II. Auflage (1885) 8. 182, 243. — Veith, Fr.
Aul historia yitae atque meritorum Conrad] Peutingeri. Augustae Vin-
äelicorum 178:>. 8. 87 (betriff! Einträge Peutingerg in dessen Hand
exemplar). — Köhler, Ehrenrettung Gutenbergs 8. I d. 19. Muther,
Bücherillustration I. 8. 250, L733.
Neudruck in Schardius, scriptores remm Germanicarum und in
Preher, opera Trithemii I. Sonderausgaben erschienen Paris 1539,
Basel 1547, eine deutsche üebersetznng von Jacob Schenk zu Speier
L522 und Frankfurt L568.
1516.
.'). r >. Breviarium ecolesiae Osnabrncensis.
Am Ende: Bio patet origo artis impressorie, & quo primo inuenta,
quamdiu in secreto habita, et quomodo postea divulgata Bit Impressum
el completum presens Breviarium anno Domini M D XVI. in vigilia
Pentecostes. *) In nobili famosaque :c. wie in voriger Nummer.
Quelle: unbekannt.
Quarto.
1) Hl. Mai 1616.
r,
3*
— 36 —
Heinecken, Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen II, 307.
— Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte 8. 32 Note. — Würdtwein,
bibl. Mogunt. S. 146. — Panzer, annales VII, n. 21. — Schaab I, n. 112.
36. Breviarium ecclesiae Mindensis.
Am Ende: Impressum Moguntiae per Joannem Schoeffer 1516.
Der Rest der Schlussschrift wie im Breviarium Osnabrucense 1516 und
dem Compendium de origine Francorum 1515.
Quelle: Unbekannt.
Octavo.
Maittaire, annales typogr. II, 279. — Würdtwein, bibl. Mogunt.
S. 146. — Panzer, Annaies VII, n. 22. — Schaab I, S. 74 u. n. 1 L3.
37. Ilortulus animae noviter iam ac diligenter impressns. Kx
officina Joannis Schoeffer. Mit Titelholzschnitt (Marienbild).
Am Ende: Impressum Maguntie per Joannem Schöffer finitum post
festum Nativitatis Marie Virginia 1 ) Anno dni M . I) . XVI.
Duodez. Zweite Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales VII n. 23. — Marchand. histoire de l'imprimerie
S. 49 Note. — Catalogus bibliothecae Uffenbachianae IV, appendix 102.
— Freytag, apparatus litterarius II, 821 (Notiz). — Clement, biblio-
theque I, 349. — Schaab I, n. 114. — Archiv für hessische Ge-
schichte II, 489.
38. Des . Erasmi Rot . Paraclesis seu exhortatio ad christianae
philosophiae Studium. Moguntiae MDXVI.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, annales VII, n. 24. — Lambacher, catal. bibL Vindobon.
S. 262. — Schaab I, n. 115.
39. Ain laysche anzaigung, so allen Landsassen :c in Baiern zu
Dienst :c. in Druckh geben worden 2C Meintz gedruckt durch Johann
Schöffer 1516.
Folio.
Quelle : Unbekannt.
Panzer, Annalen I, 391 n. 845.
40. PSALTERIUM OKD1NIS S. BENEDICTI DE | OBSEKVAX
TIA BURSFELDEN. | Rothdruck. Mit Titelholzschnitt: Betende Be-
nedictiner vor St. Benedict.
Am Ende: Impressum Magfltie p . Joanne Schoiffer 1516. |
Folio, 181 — 182 Seiten zu 20 Zeilen, die Initialen früherer
Auflagen vielfach durch kleinere figürliche Darstellungen im Stile des
1) 8. September 1518.
3ü
— 37 —
XVI. Jahrhunderts ersetzt, erster Initial ganz Rothdruck, die andern
Schwarzdruck. Type die bekannte Psaltertype früherer Auflagen.
Nachdruck der Mainzer Auflagen des Psalteriums für den Benedictiner-
orden 1459 und 1490 und letzte Mainzer Auflage, schlechter gedruckt
als die früheren Auflagen, da sich der Text häufig mit den rothen
Versalbuchstaben deckt. Blatt 158 Rückseite leer, Blatt 159 beginnen
die Hymnen.
Paris Nationalbibliothek (auf Pergament), Leipzig Sammlung
Klemm.
Wie von den frühern Auflagen giebt es auch von dieser eine
Variante, vertreten in einem Papierexemplare der Nationalbibliothek
zu Paris.
Satzart I. (Paris, Perg. -Exemplar IL Paris, Papier-
und Leipzig). exemplar.
Blatt 1 Vorseite Zeile 4. impio^ impiorum.
„ „ „ 9 vornen : ac nocte nocte.
„ „ »12 vornen: eius ei9
„ „ „ 17 dns viam iustoy: uit dns viä .... pe-
ct iter impio^: ribit
peribit
„ „ „ 20 Schluss: principes principcs mit pe in
mit Doppol type zwei Buchstaben.
pe in letzter
Silbe.
Auch dürfte das Pariser Papierexemplar den Titelholzschnitt
nicht haben.
Le Praet, catalogue des livres imprimes sur velin de la biblio-
theque du Roi a Paris I, 214 — 215. — Ebert, allgemeines bibliograph.
Lexicon II. 539. — Katalog Klemm n. 70. — v. d. Linde. Breviarium
Moguntinum s. 65 mit Beschreibung und obiger Zusammenstellung der
Satzvarianten Leipzig und Paris. — Wetter. Geschichte der Erfindung
der Buchdruckerkunst 8. 506. — SchaabI, n. 111, welcher das Buch
nicht verstanden und zwei Auflagen (\c> .Mainzer und des Penedictiner-
psalters daraus machte. — Miltner, Bücherillnstratiori I, 8. 250, 1734.
1517.
11. llenrici Stromers, Aurbachii Med. D. saluberrimae aduersus
pestilentiani observationee recens editae. Aeque pauperibus prosunt,
looupletibus aeque. A.equae oeglectae pueris senibusque aoeebnnt.
Am Ende: Impressum Maguntiae per Johannem Schöffer MD.
XVII. Kai. Will .lamiarii. ')
Quarto.
l ) 15. December 1516.
— 38 —
Gotha herzogl. Bibl. Ein Exemplar ist unter II. L. 976 im Ca-
talog der Stadtbibliothek zu Mainz zwar eingetragen, aber nicht zu
finden, es dürfte das von Fischer benutzte Exemplar sein.
Panzer, annales VII, n. 25. — Murr, Journal für Kunstgeschichte
XIV, S. 119. — Hirsch, millenarius I, 8. 10. — Fischer, typographi-eli,
Seltenheiten II, 75. — Jacobs und Ukert, Beiträge I* S. 363. —
Schaab I, n. 116. — Wetter, Geschichte der Erfindung der Buchdrucker-
kunst S. 320.
42. 11 AENEAE SYLVII ÜBEL = | LVS AVLICORVM | MI-
SERIAS CO- | PIOSE EX= | PLICANS | 11 LECTOR EME LEGE
ET | PROBABIS . | H EX OPFICINA LITE | RARIA IOANM-
SCHOEFFERS | MOGVNTI = | NI . • . | Mit Titeleinfassnng, worin links
zwei Landsknechte, rechts Fische. Die Rückseite des Titels leer.
Blatt 2 Vorseite Vorwort des Herausgebers Aurbach, datirl Mainz
VI Calend. Julias 1517.
Blatt 21 Rückseite: H Excusum est hoc Aeneg Sylvij opusculum,
Per | Joannem Schoeffer, Typographu sane q ac = | curatü, Maguntiaci,
vbi diuinü inuetum | stnu<i- typis exendendi libros pmo | natum. Pridie
Nonas Julias. l ) An- | no post christi natalem . | MDXVII. ■ . | Drucker
marke (Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz abgezogen.
Blatt 22 Vorseite: M. Valerij Martialis ad seipsum de beata
vita Epigramma . | Am Ende griechische Typen. Telog övv Atm xa)
fiovoeig . | Die Rückseite von Blatt 22 leer.
Quarto, 22 n. gez. Blätter, Antiquatype 2.
Darmstadt (U 1003/500).
Panzer, annales VII. 410 n. 27. — Würdtwein, bibl Mogunt
S. 147. — Maittaire, annales typograph. II. 309. — Schaab I, n. 1 L8.
— Boecking, opera Hutteni I. 31. — Fischer, typographische Selten-
heiten III, 34 — 37. — Catalog bibliothecae Bolongaro Crevenna 11. 101.
— v. der Linde, Gutenberg S. 164.
43. Regiment Hen- | riehen Stromer's vö Aur | bach (der ertzney
Doctors) inhaltendt wie sich wider | die Pestilentz zu bewaren | (anch
den jhene die damit begriften hilft' zu reichen, nach rleissiger vber-
sehüg gemehret vnd gebes-ert). Getruckt zu Meintz. -i
Am Ende: Ende dieses heylbaren Regiments. — Gedrückt durch
Johann Schöffer in d' hochbrümbte Ertzbischofrliche Churfürstlichen
Stat Mentz (In welcher die nutzbar vnd vbertreffendt kun>t der Drückerey
erstlich Iren anfang gehabt vfi durch götliche eingebfig erfunden i-t)
Im Jare 1517 Am 21 tag Augusti.
Kleinquarto. Schwabacher Type. Debersetznng der lateinischen
Mainzer Ausgabe, zweite Ausgabe dieser Schrift, die erste erschien 1517
1) 0. Juli 1517.
2) Nach Klemm, Catalog. das Eingeklammerte nach Panzer. Annale]]
38
— 39 —
(Panzer n. 883) 5 3 / 4 Bogen. Herausgeber und Uebersetzer war der
Leibarzt des Kurfürsten Albrecht von Mainz und dessen Bruder des
Kurfürsten Joachim von Brandenburg, Heinrich Stromer von Auerbach.
Leipzig Sammlung Klemm.
Panzer, Annalen I, 408 n. 884. — Klemm, Catalog S. 44 n. 71.
44. Enchiridion seu Breviarium Moguntinum.
Erste Satzvariante : ENchiridion seu Bre - | uiarium : scd'm more |
insignis ecclesie Moguntin . necnö totius | diocesis . Nouissime im-
pressum : emen | datum : ac plurimis luculentissi = | mis additamentis
con- | gestum 7 absoluta | Feliciter incipit | Ad lectornm Tetrastichon.
Septenas quicunqz deo persolvere laudes 2c
Hierauf zwei Holzschnitte: Peter und Paul in stellender Figur
wie in der Ausgabe 1509. Nur das E am Anfange und das Wort
Moguntin in der dritten Zeile sind Schwarzdruck, alles Uebrige
Rothdruck.
Am Ende: 11 Breuiarium s'm ritü inclite 7 insignis ecclesie Mo-
guntine | summa cü diligentia castigatum et emendatum . Ad laude |
et gioriam omnipotentis dei: beatissime immaculate semperqz | virginis
Marie . ac diui Martini antedicte ecclesie et diocesis | patroni pien-
tissimi : omniumqz sanctorum et sanctarum . Impressum Moguncie im-
pensis 7 opera honesti et prouidi viri | Joannis Schöffer, ciuis Mogun-
tini . Cuius auus primus | artis Impressorie fuit inuetor et auctor .
Anno salutifere incar = | nationis domini . Millesimo quingentesiino
decimoseptimo . I Nur die Worte: Joannis Schöffer sind Schwarzdruck,
alles Uebrige Rothdruck. Auf einem hierauf folgenden Blatt die
Druckermarke (Wappenschi kl e Fust-Schoeffers) schwarz abgezogen.
Zweite Mainzer Auflage, Nachdruck der Ausgabe 1509.
Duodez, 13 n. gez. Blätter Vorwerk -f- CCCCLXII gez. Blätter
+ n. gez. Schlussblatt, zweierlei gothische Type zweispaltig.
Dannstadt (zwei Exemplare. W5611 nur Wintertheil , W 5612,
dem die 13 Blätter Vorwerk fehlen, sonst vollständig Winter- und
Sommertheil), Würzburg Bibliothek der Franciscaner (vollständig).
Zweit< i Satzvariaute: ENchiridion seu Bre I uiarium : s'm morem |
insignis ecclesie Moguntiii . necnö totius | diocesis : Nouissime impssum :
emedatü | ac plurimis Luoulentissimis addi * | tametis congestü et ab-
solntti | Feliciter incipit . |
Ad lectorem Tetrastichon.
Septenas quicunqz deo persolvere laudes
Cogeris: is manibus sit über vsqz tuis
\.M|z suo monstrante loco bene (jueq/. reposta
Inclice comperies : sis modo niente vigil . |
Hierauf die zwei Holzschnitte wie oben. Das E am Anfange.
das Wort: Moguntin. die 1 Verse und die Holzschnitte Sehwarzdruck,
alles Andere Rothdruck.
99
— 40 —
Rückseite des Titels: Cömendatio: elucidatioqz | psentis operis:
et eorü que | nouü hoc opus cöplectitur | Prefatio ad lectorem . | ')
(Rothdruck). Zeile 1 — 3 Missaltype. Rückseite von Blatt 6 leer.
Blatt 7 Vorseite (mit Signatur 1) : Registrum aduentus de littera
A | 11 Incipit. registrü aduentus . | Blatt 18 Vorseite: 11 Incipiunt bene-
dictiöes In matutinis in primo nocturno . [ Schliesst Blatt 18 Vorseite :
quintis 7 sabbatis de secundo nocturno . | Rückseite leer.
Blatt 19 Vorseite Calendarium: KL Januarius habet dies . XXXI .
Luna . XXX . |
Blatt 25 Vorseite chronologische Regeln: U Septuagesimam atqz
interuallü alicuius anni per hanc ta- | bulam si scire volueris . Inspice
in ea aureum numerü eiusdem | 2c Schliesst Blatt 25 Rückseite als
Ende des Vorwerks, Blatt 26 leer.
Blatt 27 Vorseite bezeichnet Fol. I beginnt das Hauptwerk mit
Signatur a: Diiicis diebus ad matutinas | (ohne Schlusspunct) als Ueber-
schrift. 11 Incipit breuiariü s'm | diocesim MoguntiS . | Rückseite von
Blatt LXXXVIII leer.
Blatt LXXXIX Vorseite : 11 Incipit cömune sanctoruz . | Primo de
apostolis. In vigi- | lia apostolorum . 2c.
Blatt CXVI Vorseite : 11 Sequit' rubrica de aduen - | tu. Et primo
de dnica prima . | 2c Blatt CCXXVII Rückseite leer.
Dann die neu aufgenommenen Feste der Mainzer Dioecese: Blatt
CCCXVI Vorseite: 11 Ordo de sanctis noue ru = | brice pro parte hye-
mali et esti- | uali s'm inelyte ecclesie mogun | tinen . more incipit.
Et primo . | :c. Schliesst Blatt CCCL Vorseite unten: mint': excepto
festo annuncia | de q° satis dictü est in loco suo . | Rückseite leer.
Duodez, zweierlei gothische Type, Roth- und Schwarzdruck, mit
gedruckten schwarz und rothen Initialen, 35 Zeilen, zweispaltig.
Collation: 6 n. gez. Blätter Titel. Commendatio und Regeln
(Signatur lij — liiij) -f 12 n. gez. Blätter: Register (= 11 Blätter) und
(1 Blatt) Benedictiones Signatur I — VII -f- 7 n. gez. Blätter Calen-
darium und chronologische Anleitung (Signatur I — V) + 1 n. gez.
1) In der Vorrede die Stelle Blatt 1 Rückseite: Idcirco enchiridion
hoc (qd' vulgo Bremariü nücupatur) 7 si iueundissimo 7 einendato charactere
elaboratü sit: 7 peipue hac opa 7 vigilanti studio elucubratii: vt etiam rüdes:
clericalisqz militie tyrones in eo comodius melius ac expeditius: qz in quo-
eunqz Breuiario hactenus hnpsso horas canonicas psoluere possint. Yerütaine
ne nihil huic opi deesse: sed ipin ofni ex parte absolutu pfectüqz quisqz
existimet . Correctoriü 7 lima q dam in calce opis additaest: vt si q' ! d mende
aliq'd in syllabis: in dictiöib 9 : ordine: numeroue: diminutione: suprluitateqz J
aut quacüqz alia deprauatione : ineuria aut festinantia reppererit: ad id tanqz
ad tutissimü portü se reeipiat erroris corrigedi copiam abunde habiturus.
Sunt pterea huic nouo opi nonnulle elueidationes elucubratiöesqz rubricarü
addite : que tarnen nihil nouitatis altercationis : seu difteretie pter vetera com-
plectütur. Sed pro cömuni vtilitate quedam pro peritiorib 9 : alia pro minus
peritis posita sunt : vt vtriqz habeant quib 9 delectentur . Neqz eruditi fasti-
diant: qd' pro rudioribus positum est: nam illos solidiori eibo : hos v'o nii-
tiori uti necesse est . |
40
— 41 —
Blatt leer = 26 Blatt Vorwerk -f Blatt I — LXIIIL (LXV nicht be-
ziffert, LXXXIV als LXXXIII doppelt beziffert, LXXXVII als LXXXVI1I
doppelt beziffert. CXIII als CXII doppelt beziffert. CLXXXI als CXLXXI,
CXCV als CXCL falsch beziffert, CGI nicht beziffert. CCCXXIV als
CCCXXIII doppelt beziffert, CCCXXVII als CCCXXVIII beziffert, bis
CCCL Blätter = 227 Blätter Hauptwerk + 26 Blatt = CCCXVI —
CCCL Nachtrag der Heiligenfeste (Signatur a — Fiiij und S — Yiij.
Mainz Seminarbibliothek mit dem Eintrage : Ad usum Valentini
[C] arbichs vicarii ecclesiae Metropolitanae Moguntinae. — Ex libris
H.J.Merkel 1788. Nur Wintertheil. Dr. Falk macht im Centralblatt
f. Bibl. IV (1887) S. 384 diese Satzvariante zu einer besonderen
Brevierausgabe.
lieber die Ausgabe ohne Rücksicht der Varianten handeln:
Panzer, annales VII, n. 26. — Würdtwein. bibl. Mogunt. S. 146.
— Bibliotheca Thott VII, 243. — Schaab I, n. 117. — v. der Linde,
Breviarium Moguntinum S. 15. — Centralblatt 1887 S. 383.
1518.
45. [B]Reuiariü Dicendarum | Canonicarü horarum: ad morem
Se - | ueriani Collegij Erphordiensis . | Es folgen drei Holzschnitte mit
den Ueberschriften :
Vincetia S. Severus S. Innocetia virgo filia
neben einander.
Am Ende: ^i Impressum et cöpletum est presens breuiariü in
nobili | famosaqz vrbe Mogütina . Hui9 artis impressorie | inuentrice
prima: per honestum virfi Joanne | Schoeffer einem Moguntinü Anno
do s | minice incarnatiöis Millesimo quin | gentesimo deeimo oetauo .
viij . | Idus ') Februarias . | Druckermarke. '-)
Format wohl Octavo.
Jena Univ. -Bild.
46. Lindenblättchen T . LIVIVS PA | TAVINVS HISTO Kl-
CVS . DVOBVS | LIBRIS AVCTVS | CVM L. FLORI | EPITOME .
ET | ANNOTATIS IN I LIBROS VII. BEL | LIMACED. I CVM PRI-
VILEGS Ad | DECENN1VM . 1 3) Rückseite des Titels Widmnng an
Kaiser Max I., Blatt 2 Vorseite Vorrede Ulrichs von Hütten (Signatur a ii),
Blatt 3 Vorseite Vorrede des Erasmns von Roterdam. beide VorredeD
nur 1519 datirt, Blatt 3 Rückseite Anrede des Vulphgangus Augustus
an den Leser, Zeile 32 schliessend: Vale. Hierauf: Emendatio eiTorum
i ) 6. Februar.
2) Wittheilung aus Jena.
3) Ein besonderer Abdruck drs in dieser Ausgabe neu herausgegebenes
Theila des Livius ist: T. Livii historici pars nuper Inventa . Romae J. Ma-
zoclüi 1519, welchem gegenüber obige Ausgabe Originalausgabe ist.
41
— 42 —
bis auf Blatt 4 Vorseite Zeile 13 reichend , dann Verzeichniss der
vorkommenden Jahreszahlen, Blatt 4 Rückseite mit dem Worte Finis
schliessend.
Blatt 5 Vorseite : L. Flori epitome in qvattvordecim decadas (mit
Signatur aa), schliesst Blatt 26 Vorseite, Blatt 26 Rückseite leer,
Blatt 27 Vorseite: T. LIVIVS PA | TAVINVS HISTO | RICVS . DVO-
BVS | VOLVMINIBVS | RECENS EX [ VETVSTO | CODICE | MO-
GVNTIN . | BIBLIOTHECAE | AVCTVS . | Lindenblättchen. Mit
Titeleinfassung. Auf der Rückseite Verzeichniss der von Livius be-
nützten Autoren und Bücher, darunter ein Epitaph des Livius aus dem
grossen Palast zu Padua, Blatt 28 Vorseite (Signatur Aij) Vorwort des
Livius, Blatt 28 Rückseite beginnt der Text des ersten Buchs, Blatt 29
(Signatur Aiij und Foliozahl I), worauf die dreissig Bücher des Livius
folgen = 730 Seiten.
Blatt 1 nach Seite 730 am Ende : Lindenblättchen MOGVNTIAE
IN AE | DIBVS IOANNIS | SCHEFFER MEN | SE NOVEMBRI . |
AN . MDXVIII. Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer. Auf
dem nächsten Blatte Nachrede des Hauptherausgebers Nicolaus Car-
bachius Mainz Idibus Martiis 1519. Beginnt: Joannes Scheffer chalco-
graphus, a cuius avo chalcographie (i. e. : ars) in hac primum urbc
inventa, exercitaque est :c. Sodann Annotata.
Herausgeber ist Nicolaus Carbachius nach einer im Mainzer Dom
aufgefundenen Liviushandschrift , welche Schoeffer mitgetheilt erhielt,
Mitherausgeber sind Ulrich von Hütten und Erasmus von Roterdam,
welche den neuen Fund Buch 33 und 40 des Livius zur Presse be-
förderten und die Varianten benützten.
Erste Ausgabe ohne Index, begonnen 1518 beendet 1519.
Folio, 4 n. gez. Blätter Titel, Vorreden etc. + 24 n. gez. Blätter
Florus, Autorenverzeichniss etc. -+- 730 gez. Seiten Text des Livius +
15 n. gez. Blätter, Antiquatype 1. Mit Initialen. Das prächtigste
Druckwerk J. Schoeffers und eins der schönsten des XVI. Jahrhunderts.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 45 n. 72. — Böckin g, opera Hutteni I, 39. —
Centralblattf.Bibl.IV, 220.— Romanische Forschungen VI, 463— 464.
— Goedeke, Grundriss 1, S. 211.
47. Lindenblättchen T. LIVIVS PA | TAVINVS HISTO | RICVS .
DVOBVS | LIBRIS AVCTVS | CVM L. FLORI | EPITOME . INDI |
CE COPIOSO . ET | ANNOTAT1S IN | LIBROS VII. BEL | LI MA-
CED. | CVM PRIVILEGIO DECENNII . | Mit Titeleinfassung, welche
noch öfter z. B. in der Ausgabe Huttichs 1520 und 1525 erscheint.
Auf der Rückseite des Titels das Druckerprivileg Kaiser Max I. : Wels
9. December 1518. Blatt 2 Vorseite innerhalb einer prächtigen Ein-
fassung, worin unten das vereinigte Mainz -Brandenburger Wappen, die
Widmung des Mitherausgebers Ulrich von Hütten an Kurfürst Albrecht
von Mainz. 0. D. Blatt 3 Vorseite das Vorwort des Herausgebers
42
— 43 —
Erasmus von Roterdam. 0. 0. VII. Cal. Mark 1519, sodann das
Register.
Mit neuem Titel: Lindenblättchen T. LIVIVS PA | TAVINVS
HISTO | RICVS . DVOBVS | VOLVMINIBVS | RECENS EX | VE-
TVSTO | CODICE | MOGVXTIX . | BIBLIOTHECAE | AVCTVS . |
Lindenblättchen. Mit der oben beschriebenen Titeleinfassung. Auf der
Rückseite dieses Specialtitels Verzeichnis- der benutzten Autoren und
Grabinschrift des Livius abweichend von Klemnis Angaben im Catalog
S. 46. Hierauf das Vorwort des Livius auf Blatt Aij.
Am Ende Blatt 1 nach Seite 730: Lindenblättchen MOGVNTIAE
IN AE | DIBVS IOAKNIS | SCHEFFER MEN | SE NOVEMBRI . i
AX . MDXViii. Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer, auf
dem folgenden Blatt Xachwort des Herausgebers Nicolaus Carbachius
mit dem Datum: Mainz Idibus Martiis 1519 und dem Anfange: Joannes
Scheffer chalcographus , a cuius avo chalcographie (d. i. ars) in hac
primum urbe inventa, exercitaque est :c. Hierauf Register.
Zweite Ausgabe dieses umfangreichen Opus, mit einem Register
vermehrt, deren Verschiedenheit erst in neuerer Zeit näher festge-
stellt ward.
Folio, 56 n. gez. Blätter Vorreden und Register (Blatt 55 Rück-
seite Vorrede des Wolphgangus Euristus, hierauf Errata und Canontafel
auf Blatt 56 Vorseite und 56 Rückseite) -4- 22 n. gez. Blätter (ent-
haltend den Florus) sowie mit neuem Titel der Livius mit 2 n. gez.
Blätter -+- 730 gez. Seiten -f- 15 n. gez. Blätter (mit den Signaturen
T t — Vuö). Der Text in Antiquatype 1, Blatt 1 — 56 vornen in
kleinster Antiquatype. Mit herrlichen Initialen.
Die Auflage geschah auf Papier und Pergament. Exemplare auf
Papier besitzen:
Darmstadt (D 3299), Haag kön. Bibl.. Mainz Seminarbibl., Leipzig-
Sammlung Klemm.
Wien k. k. Hofbibliothek, Cambridge auf Pergament.
Ueber beide Ausgaben handeln, ohne deren Unterschiede zu
beachten :
Panzer VII, n. 29. — Maittaire. annales typographici II, 333. —
Würdtwein, bibliotheca Mogunt. S. 147. — Catal. Bünemann 31. —
Catal. Thott VII, 111. — Bibl. Dilherr s. v. — Jacobs und Ukert,
Beiträge I. 303 und 363 — 364. — Ebert, allgemeines bibliographisches
Lexicon n. 12085. — In der Liviusausgabe opera omnia cum notis
variorum cur. A. Drakenborch. Stuttgart 1820—1828. VII, S. 333
befindet sich ein Neuabdruck der Vorrede Carbachs nach dieser Aas-
gabe. — F. Goeller, ad T. Livii histor. libr. XXX. III. S. 360. —
v. d. Linde, Gutenberg S. 289. — Centralblatt für Bibl. IV (1887)
S. 219. — Hummel, neue Bibliothek von seltenen und sehr seltenen
Büchern etc. Nürnberg 1775—1782. VI, S. 131. — Wetter, kritische
Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst S. 506 — 507. —
Schaab I, 74 — 75. — Faulmann, illustrirte Geschichte der Buchdrucker-
43
— 44 —
kunst. Wien 1882. S. 317 (Abbildung eines Initials der Liviusausgabc
1518 nach Butsch). — Butsch, Büclierornamentik I. Tafel 77 a, b, 48
und 80. — Panzer, Annales IX, 539 n. 29. — Klemm, Catalog n. 73.
— Murr, Journal für Kunstgeschichte XIV , S. 119 — 120. — Panzer,
Hütten in literarischer Hinsicht 8. 98. — Komanische Forschungen VI,
464. — Merkel, Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu
Aschaffenburg S. 17 (ohne Vermerk, welcher Auflage das Aschaffen-
burger Exemplar angehört).
1519.
48. VLRICHI DE HVT | TEN EQ . DE GVAIACI MEDICINA |
ET MOKBO GALLICO ÜBER | VNVS . | Holzschnitt: Wappen von
Mainz und Brandenburg. Auf der Rückseite des Titels Widmung
Ulrichs v. Hütten DIBVS | Joannis Scheffer Anno
M . D . | XX . | Mense octobri . |
Kleinoctavo, 37 Blätter, Cursivantiqua.
Darmstadt (D 4584 5 , kurz beschnitten) , Mainz Stadtbibliotliek
(a 120), Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog n. 76. — Catalog Antiquariat Völcker Frank-
furt a. M. 101 (1883) n. 196. Preis 1 M. 20. — Romanische For-
schungen VI, S. 466.
63. Marliani (Barthol.) topographia urbis Romae.
Moguntiae in aedibus Joan. Schoeffer. 1520.
Folio, mit Holzschnitten.
Quelle: Unbekannt.
Andere Ausgaben erschienen Rom 1544 und. Basel 1550 (Folio,
zu Darmstadt vorhanden).
Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 7 nach Hirsching, Versuch
einer Beschreibung sehenswerther Bibliotheken Deutschlands III, S. 436.
50
— 51 —
1521.
64. OPERA POMPONII | LAETI VARIA . | QVORVM CA-
TALOGVM | IN SEQVEN | TI REPE - | RIES PA- | GEL-|LA.|.-.
MOGVNTIAE | AN . M . D . XXI. | Lindenblättcben. | Mit Titelein-
fassung, worin unten J. Schoefters Wappen mit zwei sitzenden Schäfern.
Rückseite des Titels bedruckt.
Am Ende: MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANN1S SCHOEF-
FER . | MENSE FEBRVARIO . | AN . M . D . XXI . | Lindenblätt-
cben . | Rückseite dieses Blattes leer.
Abgedruckt: HENRICI BE | BELII ROMANORVM MA | GI-
STRATIBVS LIBELLVS | LONGE ELEGANTISS . | NEC MINVS
FRV = | CTVOSVS . | Lindenblättcben | Rückseite dieses Sondertitels leer.
Sedez, Erste Abtheilung mit Lxxxix gez. Blätter + 12 n. gez.
Blätter Register, zweite Abtheilung mit 7 n. gez. Blätter + leerem Blatt.
Mainz Stadtbibliothek (a 30 , falsch gebunden , zuerst der Pom-
ponius Laetus, dann der Bebelius, dann das Register zum Pomponius
Laetus, was ich oben bei der Beschreibung berichtigt habe).
Panzer, Annales VII, n. 51. — Maittaire, annales typograph. II, 614.
— Schaab I, n. 133. — Romanische Forschungen VI, S. 466—467.
65 RATIO | SEV METHODVS | compendio perueniendi | ad uerä
Theologiam, | per ERASMVM | ROTERODA, | MVM Ex ac- | curata
auto | ris reco- | gniti- | one . j MOGVNTIAE | An . M . D . XXI. |
Am Ende : RATIONIS VERAE THEOLO - | GIAE PER ERAS .
ROT . FINIS . I MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANNIS SCHOEF-
FER . | ANNO . M . D . XXI . |
Octavo, 122 gez. Blätter. 1 )
Breslau Univ.-Bibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. (H 1 .
405). — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Panzer, annales VII, n. 45.
— Schaab I, n. 139.
66. DE OCTO | ORATIONIS PARTI- | um constructione libel« |
lus, tum elegäs impri | mis, tum dilucida bre | uitate copio- | sissimus . |
Lindenblättcben | ERASMO ROTERO - | DAMO AVTORE . | MOGVN-
TIAE . | AN . M . D . XXI . | Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite
des Titels Vorwort des Johannes Coletus Decanus von St. Paul an
Guilelmus Lilius, 0. 0. An . M D . XXI.
Am Ende: MOGVNTIAE APVD 10- | ANNEM SCHOEFFER, |
ANNO M . D . XXI . | Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer.
Octavo, 32 n. gez. Blätter, Antiquatype 2.
Mainz Stadtbibliothek.
Romanische Forschungen VI, S. 467.
1) Mittheilung aus Breslau.
51
4 *
— 52 —
67. TEREN- | TIVS . | MOGVNTIAE AN | NO M . D . I XXI . |
Am Ende: MOGVNTIAE IN AEDI = | BVS IOANNIS SCHOEF- |
FER . ANNO | M . D . XXI . |
Octavo, 16 n. gez. -f- 197 gez. Blätter. *)
Freiburg i. B. Univ.-Bibl. (50, 424).
Schaab I, n. 148. — Romanische Forschungen VI, 8. 468.
68. Des. Erasmi Roterod. parabolae sive 8imilia.
Moguntiae ex officina Joannis Schoefferi MDXXI.
Klein-Octavo, 126 n. gez. Blätter, am Anfange der Vorrede ein
Initial. 2)
Aschaffenburg kön. Hofbibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 48. — - Würdtwein, bibl. Mogunt. 8. 153.
— Schaab I, n. 140. — Merkel, Verzeichniss höchst seltener Incu-
nabeln etc. zu Aschaffenburg 8. 17.
69. QVERE | LAPACIS, VNDIQVE | GENTIVM EIECTAE, |
PROFLIGATAE | QVE . DE8 . ERA8MO ROTERO | DAMO AV-
TORE . | MOGVNTIAE . ANNO . | M . D . xxi . |
Blatt 1 Rückseite: CLARI8SI | MO PRAESVLI TRAIECTEN | 81
PHILIPPO, ERASMVS | ROTERODAMVS | 8 . D . |
Blatt 3 Vorseite: QVERELA | PACI8 2C
Blatt 35 Rückseite am Ende: EXCVS8VM MOGVNTIAE | IN
OFFICINA IOANNIS | 8CHOEFFER . ANNO . M . I) . XXI . |
Octavo, 35 n. gez. Blätter (A — Eiij). 3 )
München Univ.-Bibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 49. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 8. 153.
— Schaab I, n. 144.
70. AVLVLA- | RIA PLAVTINA, | Comoediarum lepidissima,
quae , etsi alias incom == | pleta , ä Codro Vr | aeo tarnen | est per =
festa . | MOGVNTIAE | AN . M . D . XXI . | Lindenblättchen. Mit
Titeleinfassung.
Am Ende: MOGVNTIAE EX OFFICI= | NA IOANNIS SCHOEF-
FER, | ANNO M . D . XXI, |
Verfasser ist Plautus T. Maccius.
Duodez, 27 n. gez. Blätter, Antiquacursiv. Eine frühere Auflage
ist : Aulularia Plautina : comediarum lepidissima : quae etsi alias in-
completa, a C. Urceo tarnen est perfecta. Argentinae Joan. Pruss. 0. J.
(um 1510). Quarto, 40 Blätter, mit Titelholzschnitt.
Mainz Stadtbibliothek.
Romanische Forschungen VI, 8. 467 — 468.
1) Mittheilung aus Freiburg i. B.
2) Mittheilung aus Aschaffenburg (ohne genauere Angabe von Titel etc.;.
3) Mittheilung aus München.
52
— 53 —
71. TESTA | MENTVM NO WM | omne, ad Graecä ueritate, La-
tino | rnmqz codicum emendatissimorü fidem iterum diligentissime ä 1) .
ERASMO ROTERO- | DAMO recognitum . | Adiecta est noiia illius
praefatiöe | Praeterea, addita sunt in singulas | Apostolorü epistolas argu-
menta | per eundem Erasmum Roterod. | MÖGVNTIAE AN . | M . D .
XXI . | Mit Titeleinfassung, worin unten das Monogramm J S und
Schoeffers Wappenschild. Rückseite des Titels leer.
Am Ende: MÖGVNTIAE IN AEDIBVS | IOANNIS SCHOEFFER . |
MENSE IVNIO AN . | M . D . XXI . | Rückseite des Blattes leer.
Octavo, 653 gez. Seiten, Antiquacursiv, mit Initialen.
Mainz Stadtbibliothek (14. a. 58), Wernigerode fürstlich Stol-
bergische Bibl.
Panzer, annales VII, n. 53. — Maittaire, annales typograph. II,
606. — Masch, bibliotheca Sacra IV, 600. — Schaab I, n. 143.
72. ERASMI | ROTERODAMI . | De ratione studij, ac legendi,
interpretandiqz | authores libellus . | Officium discipulorum ex Quin-
tiliano . | Qui primo legendi, ex eodem . | ERASMI . | Contio de puero
JESV in schola Coletica | Londini instituta pronuntianda . | EIVSDEM |
Expostulatio JESV ad mortales . | EIVSDEM | Carmina scholaria . |
Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Erasmus
an Petrus Viterius. 0. D.
Blatt 32 Vorseite: MÖGVNTIAE IN AEDI= | BVS IOANNIS
SCOEF= | FER . ') ANNO | M . D . XXI . | Rückseite dieses Blattes leer.
Duodez, 32 gez. Blätter, Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek (a 19), Haag kön. Bibl.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Schaab I, n. 141. — Ro-
manische Forschungen VI, S. 468.
73. Lindenblättchen PETRI | GVNTHERI | IVRISCONSVLTI,
ET | ORATORIS, AO | POETAE LAV | REATI | DE ARTE RHE-
TOR1CA | libri duo, eloquentiae candidatis | mire utiles futuri & bre-
uitate | praeceptionum, & exemplo= | rum uarietate . | MÖGVNTIAE
M . D . XXI . | Mit Titeleinfassung, worin Schoeffers Wappenschild,
nebenan stehende Schäfer. Auf der Rückseite des Titels Vorwort des
Johann Schöffer chalcographus.
Blatt 80 Vorseite: PETRI GVNTHERI LIBRI | Rhetorici duo
excusi in officina libraria Joannis Schoeffer, Moguntiae | Mense Julio.
ANNO | M . D . XXI . | Lindenblättchen | Rückseite dieses Blattes leer.
Qparto, 79 gez. Blätter -f Schlussblatt mit der Schlussschrift. 2 )
Mainz Stadtbibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 52. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152.
— Schaab I, n. 147.
1) So der Druck.
2) Das Buch kam auf den Index librorum prohibitorum des Papstes
Clemens VTII 1596. vgl. Reusch, indices S. 571 mit dem Vermerk: Petri Gun-
theri de arte rlietorica libri duo, nisi expnrgetur.
53
— 54 —
74. 11 Ein sei- Cristliche pre = | dig des heilige Bischoffs sant
Gre- | gorius vö Nazanz. Das man die | armen lewt soll lieb habe.
Durch | Doctor Ecolampadius auss | der Kriechische sprach in | die
Lateinische, vnnd volgend durch ein | andern jn die Teütsche ge |
zogen . | Lindenblättchen. Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers
Druckermarke (stehender Schäfer mit Schafen). Rückseite des Titels leer.
Am Ende: Getruckt vnd volendt zu Meintz, durch | Johannem
Schöffer, Im jar als | man zalt nach der geburt Chri= | sti Tausent
Fünff hundert | vnnd einvntzweintzig . | Am fünffte tag des | Augstmo * |
nedts . | Lindenblättchen.
Quarto, 27 n. gez. Blätter mit Signatur Ai — Gm, Schwa-
b acher Type. *
Dem Hansen Schotten zu Lindt :c, Dietrich von Dalburg Chamerer
und Hartmann v. Cronenbergk von dem Herausgeber Georg Spalatinus
gewidmet Wormbs am Dinstag in der heyligen Pfingstfeyer 1521.
Mainz Stadtbibliothek (a 109), Zürich Stadtbibl., Nürnberg Stadt-
bibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl., Leipzig Sammlung Klemm.
Weller, repert. n. 1780. Supplement! S. 56. — Klemm, Catalog
n. 79. — Hirsch, millenar. IV, 19. — Panzer, Annalen II, n. 1051 ist
wohl diese Ausgabe.
75. Lindenblättchen REGINO | NIS MONACHI PRV- | MIENSIS
ANNA- | LES, NON TAM DE | AVGVSTO = | RVM VI | TIS, | QVAM
ALIORVM GER | MANORVM GE- | STIS ET DO- | CTE ET COM |
PENDIOSE | DISSE- | RENTES, ANTE SEXIN | GENTOS FERE |
ANNOS E- | D1CTI. | drei Lindenblättchen \ Cum priuilegio Impe-
riali . | Mit Titeleinfassung wie in der Liviusausgabe 1518 und den
Huttichschriften 1520 und 1525. Auf der Rückseite des Titels Druck-
privileg Kaiser Karls V. XXIX Mai 1521.
Am Ende: CHRONICORVM SIVE ANNALIVM REGINONIS |
PRVMIENSIS COENOBII ABBATIS | A CHRISTI NATIVITATE
VSQVE | AD OTTONEM SECVN- | DVM F1NIS . | Lindenblättchen |
MOGVN, | TIAE INAEDI- | BVS IOANNIS SCHOEF- | FER MENSE
AVGV | STO . ANNO M . | D . XXI . | Lindenblättchen | Auf der
Rückseite dieses Blattes befindet sich das Bildniss des Herausgebers
Sebastian von Rotenhan in Holzschnitt (nach A. Dürer), ein weiteres
n. gez. Blatt enthält auf der Vorseite das Wappen Rotenhans, auf der
Rückseite und einem weiteren n. gez. Blatt (Vorseite) die Nachrede des
Sebastian mit dem Datum Mainz id. Julii 1521. l )
Folio, 12 gez. Blätter -}- 58 gez. Blätter -f 2 n. gez. Blätter,
Antiquatype 2.
1) 13. Juli 1521. — Sebastian von Rotenhan, der Rechten Doctor, war
Diener und Rath Kurfürsts Albrecht von Mainz zu Mainz. Sein Bestallungs-
decret als solcher wurde im Jahre 1516 demselben ertheilt. (Abdruck des-
selben in May, Kurfürst Albrecht IL von Mainz I, 34 f.).
54
- 55 —
Mainz Stadtbibliothek (Incun. 1951. noch roth rubricirt, neben der
Schlussschrift datirt 1522), Haag kön. Bibl., Aschaffenburg kön. Hofbibl.,
Wernigerode fiirstl. Stolbergische Bibl., Sammlung Klemm Leipzig.
Panzer, Annales VII, n. 44. - — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153.
— Ludov. Salom. Eynringii vita Sebastiani de Rotenhan. Jena 1739.
S. 14. — Maittaire, annales typograph. II, 612. — Schaab I, n. 134. —
Klemm, (atalog n. 83. — Brunet, manuel IV, 1182. — Wattenbach,
Deutschlands Geschichtsquellen ed. V. (1885) S. 5. — Catalog Anti-
quariat Rosenthal - München LIX, 129 n. 1111. Preis 100 Mark. —
Merkel, Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg
S. 17. — Ebert, allgemeines bibliograph. Lexicon n. 19018. — Schunck,
Beiträge zur Mainzer Geschichte III, 137. — Vogt, Catalogus librorum
rariorum S. 571.
76. D . ERAS . | ROTERODAMI DE DV | PLICI COPIA VER= |
BORVM AC RE= | R\M COMMEN | TARII DVO . | ERAS . de lau-
dibus literariae societa | tis, Reip. ac magistratuü urbis Ar | gentinae.
Epistola ad Jacobü Vuim | phelingum plane Erasmica, hoc | est, ele-
gans, docta, et mire Candida . | Mit Titeleinfassung bestehend aus Säulen.
Am Ende S. 247 : FINIS . | MOGVXTIAE EX AEDIBVS 10 = |
ANNIS SCHOEFFER MEN= | SE AVGVSTO ANNO | M . D . XXI . |
Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer.
Octavo, 132 Blätter, davon Blatt 1 — 8 Vorwort und Index ohne
Seitenzahlen, der Rest beziffert Seite 1 — 247 mit Signatur Aij — Riij. { )
Strassburg Univ.-Bibl.
Panzer, Annales VII, n. 47. — : Schaab I. n. 138. — Romanische
Forschungen VI, S. 467.
77. MEintzisch hoff- | gerichts Ordnüg | zu allen andern | ge-
richtendien = | lieh. | 1521. I Drei Lindenblättchen. Mit Titeleinfassung,
worin sich unten das Mainz - Brandenburger Wappen befindet. Rück-
seite des Titels leer.
Blatt 19 Rückseite: Getruckt vnd volendt zu Meintz, durch | Jo-
hannem Schöffer, Im jar als | man zalt nach der geburt Chri = | sti
Tausent Fünffhundert j vnnd einvntzweintzig . | Am vierde tag des |
monats Sep - | tembris . | Drei Lindenblättchen. |
Verfasser ist der Mainzer Kanzler Johann Furderer 1517. 2 ) —
Erste Ausgabe, eine zweite erschien bei Ivo Schoeffer 1544.
Folio, 24 Blätter, deren letztes leer, Titel in Psaltertype, Ueber-
schriften Missaltype, Text Schwabacher Type.
1) Mittheilung aus Strassburg.
2) Ueber ihn Gudenus. sylloge S. 539. — Die Ordnung selbst ist datirt
Wormbs 21. Mai 1521 und neu abgedruckt in May, Albrecht, Kurfürst von
Mainz I. 27 — 34. Acten über diese Ordnung im gräflich zu Eltz*schen Archive
zu Eltville (Abth. Mainz).
55
— 56 —
Darmstadt (T 1828/10, aus Bodmanns Besitz), München HofbibL,
Berlin kön. Bibl., Sammlung Klemm Leipzig.
Weller. repert. n. 1916. — Schaab I, 567 n. 136 (giebt falsch
22 Blätter an), Klemm, Catalog n. 80. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152.
78. ROmischer kayserlicher | Maiestat Regiment | Camergericht
lanti | fride vnd Abschied . | vff dem Reichstag | zu wormbs Anno
M v c XXi . | beschlossen vnd | auffgericht . | Cum Priuilegio special i
Imperatoris Caroli . V . | Auf der Rückseite des Titels Privileg Karls V.
mit dem Datum: Mainz 4. Juni 1521.
Am Ende : Gedruckt zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno zc .
M v c XXI . | Die Rückseite dieses Blattes leer.
Folio, 8 n. gez. Blätter. Die deutschen Worte des Titels in
Psaltertype, die lateinischen in kleiner Missaltype. Blatt 2 Vorseite
Zeile 1 zwei Worte in Psaltertype, Text Schwabacher Type.
OQ9Q
Darmstadt (M ), Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Augsburg, München
Jt 1
HofbibL, Berlin kön. Bibl., germanisches Museum in Nürnberg, Mainz
Stadtbibliothek Ca 175 und a 176).
Weller, repert. n. 1675. — Schaab I, n. 135. — Mozler, n. 378.
— Bibliotheca Schwarz II, 1769 n. 996. — Murr, memorabilia biblio-
thecarum Norimbergensium II, 249 n. 36 citirt Avohl diese Ausgabe. —
Catalog Antiquariat Rosenthal - München XXXVIII, n. 1406.
79. Romischer kayserlicher | Maiestat Regimet : Chamergericht :
Landt | fridt vnnd Abschied vff dem Reichs | tag zu Wormbs . Anno
M v c | xxi . beschlossen vnd vffgericht . | Cum Priuilegio speciali j Im-
peratoris Karoli . V . | Lindenblättchen. Auf der Rückseite des Titels
Privileg Kaiser Karls V. mit dem Datum: Mainz 4. Juni 1521.
Blatt 9 Vorseite mit neuem Titel und neuer Signatur: landtfrid |
durch Keyser Ka | rol den fünfften | vff dem Reich = | stagk l ) zu
Wormbs auff' - | gericht | Anno M . v c xxi . | Mit Titeleinfassung, deren
Holzstöcke theilweise auch in der deutschen Liviusausgabe vorkommen.
Auf der Rückseite des Titels Urkunde Kaiser Karls V.
Am Ende des Ganzen : Gedruckt zu Meintz durch Johann | Schöffer
Anno M v c XXj . |
Folio, 8 n. gez. Blätter, Theil II: 9 n. gez. Blätter. Der Titel
von Theil I hat in der ersten Zeile Psaltertype, der Rest ist in kleiner
Missaltype gesetzt. Blatt 2 Vorseite Zeile 1 erscheint die Theuerdank-
type, Text Schwabacher Type. Theil II Zeile 1 des Titels Psaltertype,
der Rest in kleiner Missaltype, Text Schwabacher Type.
Darmstadt (M — -).
Z Li
1) So der Druck.
56
— 57 —
80. ROmischer kaiserlicher | Maiestat gcordcnt Ca« | mergerichl
auff dem | Reichstag zu | Worms 2C . Anno . M . v c . | XXJ . | drei
Lindenblättchen | Cum Priuilegio speciali | Imperatoris Caroli . v . |
Am Ende : Gedruckt Zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno :c .
M . v c XXj . | Rückseite des Titels leer.
Folio, 18 n. gez. Blätter, Titel in Psaltertype, die lateinischen
Worte kleine Missaltype, Blatt 2 Zeile 1 Psaltertype. Text Schwabacher
Type, Ueberschriften und Schlussschrift kleine Missaltype.
Augsburg-. München Hofbibl. , german. Museum in Nürnberg,
2839
Rudolstadt, Stadtbibliothek St. Gallen, Darmstadt (M angebunden
an obige Nummer 78 = Weller, repert. n. 1675), Leipzig Sammlung
Klemm, Mainz Stadtbibliothek (a 175 und 176).
Weller, repert n. 1677. Supplement I, S. 55. — Mozler n. 379. —
Klemm, Catalog S. 49 n. 82. — Murr , memorabilia bibliothec. Norim-
bergensium II, 249 n. 35 (erwähnt 249 n. 34: Römischer Kayserlicher
Maiestat geordent Camergericht auf dem Reichstag zu Worms. Ano
1521. Meintz durch Joh. Schöffer. Folio. Ob besondere Ausgabe?).
81. Lantfryd durch kayser | Carol den funfften vff | dem Reichstag
zu | wormbs Anno fc . | M . v c XXJ . | auffgericht . j Cum Priuilegio
speciali | Imperatoris Caroli . v . | Auf der Rückseite des Titels Urkunde
Kaiser Karls V. mit dem Datum Mainz 4. Juni 1521.
Am Ende Blatt 11 Rückseite: Gedruckt zu Meintz | durch Johä
Schöffer . | Anno fo . M v c XXJ . |
Folio, 11 n. gez. Blätter -f leerem Schlussblatt. Titel Psalter-
type , die lateinischen Worte kleine Missaltype , Zeile 1 auf Blatt 2
Vorseite Psaltertype, Schlussschrift kleine Missaltype, Text Schwa-
bacher Type.
2839
Darmstadt (M — ), Mainz Stadtbibliothek (a 176 und 176).
21
An Weller n. 1675 angedruckt. Ob Panzer, Annalen n. 1232?
82. -f- LAntfryd durch kayser | Carol den funfften vff | dem
Reichstag zu Worms . Anno | M . v c . XXJ . | auffgericht . | Cum Pri-
uilegio speciali | Imperatoris Caroli . v . |
Am Ende ; Gedruckt zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno :c.
M . v c . XXj . |
Folio, 12 Blätter, deren letztes leer.
Freiburg i. B. Univ.-Bibl.. Augsburg, München Hofbibl., german.
Museum in Nürnberg, Stadtbibliothek St. Gallen. Mainz Stadtbiblio-
thek (a 175).
Weller, repert, n. 1678. Supplement I, S. 55.
83. landtfrid | durch Kayser Ca | roll den funfften : | vff dem
Reichs = | tag zu Worms . | Anno . M . v c . xxi . auffgericht . | Mit Titel -
einfassung.
57
— 58 —
Am Ende: Gedruckt zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno iz.
M . v c . XXI . | Mit Titeleinfassung.
Folio, 12 Blätter, deren letztes leer.
German. Museum in Nürnberg, Rudolstadt.
Weller, repert. n. 1680. Supplement I. S. 55. — Ob Panzer,
Annalen n. 1232? — Catalog Antiquariat Rosenthal -München XXXV11I
n. 1596.
Eine der Ausgaben 79 (Theil II) bis 83 einschliesslich im Haag,
kön. Bibl.
84. Elegans | cvmprinris, et mvlto | rum literis celebratum | Ada-
gium, | Dvlce bellvm in- | expertis . Des . | Eras. Rot . | Avtore . |
Lindenblättchen | Mögvntiae anno | M . D . XXI . | Mit Titeleinfassung
aus vier Holzstöcken bestehend. Rückseite des Titels leer.
Blatt 2 Rückseite (mit Signatur Aij) : Dvlce Bei | lvm inexpertis .
per Desy - | derivm Erasmvm Ro - | terodamvm . | ET elegans cüpri-
mis, et | 2C.
Blatt 24 Vorseite am Ende: Mögvntiae ex aedi- | bus ioannis
Seh- | oeffer . Anno . | M . D . XXI . | Lindenblättchen. Rückseite
dieses Blattes leer.
Octavo, 24 Blätter. 1 )
Haag kön. Bibl.
Panzer, annales VII, n. 50. — Maittaire, annales typograph. II, 618.
— Schaab I, n. 142.
85. P . FAVSTI | ANDRELINI FOROLIVIEN | sis Poetae Lau-
reat! atque Oratoris | clarissimi Epistolae prouerbia = | les & morales
longe | lepidissimae nee | minus senten | tiosae . | MÖGVNTIAE | AN .
M . D . xxi . | Mit Titel einfassung.
Am Ende Blatt 21 Vorseite: Finis nouem epistolarum adagialium
P. Fausti An | drelini iuxta musarum uidelicet numerum | & trium
(quot charites sunt) Epi | grammatum . Moguntiae ex j aedibus Joannis
Schoeffer | Anno . M . D . XXI . |
Octavo, 21 Blätter mit den Signaturen A — Ciiij. 2 )
Berlin kön. Bibl.
Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 8.
86. Dialogus mythologicus Bartholomaei Coloniensis, viri sua tem-
pestate eruditissimi — dulcibus iocis, iueundis salibus concinnis-
que sententiis refertus atque diligenter elaboratus . Ad Pancr. suum .
Moguntiae M D XXI.. Mit Titeleinfassung.
Kleinquarto, 44 Blätter, zweierlei Antiquatype.
Sammlung Klemm Leipzig.
1) Mittheüimg aus dem Haag. Manches seheint in Majuskeln gesetzt
zu sein.
2) Mittheilung aus Berlin.
58
— 59 —
Panzer, Annales VII, n. 54. — Klemm, Catalog n. 906 und S. 509
(Verbesserungen). — Schaab I, n. 149. — v. der Haardt, autographa
Lutheri III, S. 67.
87. Ratio | seu metkodus | compendio perueniendi | ad uerä Thco-
logiam, | per Erasmum | Roteroda | mum Ex ac- | curata auto | ris
reco = | gniti = | one . | Moguntiae | An . M . D . XXI . |
Am Ende : Rationis verae tlieolo = | giae preebras. ] ) Rot. finis . |
Moguntiae ex aedibus | Joannis Schoeffer . | Anno . M . D . XXI . |
Octavo, 122 Blätter. 2 )
Wernigerode fürstl. Stolbergisclie Bibliothek (H 1 405).
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Panzer. Annales VII, n. 45.
— Schaab I, n. 139.
88. Des . Erasmi Roterod . Enchiridion militis Christiani salu-
berrimis preceptis refertü . Cui accessit nova integra, utilis praefatio.
Moguntiae ex aedibus Joannis Schoeffer MDXXI.
Kleinoctavo.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152. — Schaab I, n. 145.
1522.
89. Brevissima maximeque compendiaria conficiendarum episto-
larum formula per Erasmum Roterodamum.
Moguntiae ex officina Joannis Schoeffer. Anno M D XXII. Mense
Februario.
Octavo. Zweite Mainzer Ausgabe.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales VII, n. 62. IX, n. 55 (nach Bibiiotheca Josch).
— Schaab I, n. 150. — Romanische Forschungen VI, 468.
90. Lindenblättchen PLV | TARCHI CHAERONEI | opuscula
quaedä longe utilissima , | Raphaele ac Joäne . Regio , Ni | colao Sa-
guntino, et Gua = | rino Veronen . inter = | pretibus . | Quorum est uidere
catalogum in se= , quentis pagellae elencho . | lndicem in ipsius operis
calce re= | peries . | MOGVNTIAE AN . | M . D . XXII . | Mit Titel-
einfassung bestehend aus Säulen und Bogen.
Am Ende Seite 335: MOGVNTIAE APVD IOANNEM| SCHOEFFER
MENSE MARTIO | AN . M . D . XXII . | Rückseite dieses Blattes leer.
Octavo, 168 Blätter zu 4 — 335 gez. Seiten mit den Signaturen
A 2 — X 6 .»)
1) So der Druck nach der Mittheilung aus Wernigerode. Ob per Eras.
zu lesen?
2) Mittheilung aus Wernigerode.
3) Mittheilung aus Strassburg.
59
— 60 —
Strassburg Univ.-Bibl., Gotha herzog]. Bibl., Aschaffenburg Hof-
bibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 55. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 154.
— Schaab I, n. 151. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 364. — Merkel,
Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. —
Komanische Forschungen VI, S. 468.
91. IN DICTV I APOSTOLI AD j CORINTHIOS . | Cü autem
subiecta fuerint | illi omnia, tunc & filins ipse | subijcietur ei &~c . |
De müdatöne leprosi, de my | sterio ternarij, & cornu olei . | SERMO
B. IOAN= | NIS CHRYSCT| STOMI | INTERPRETE JO . | OECO-
LAM = | PADIO . | MOGVNTIAE AN . XXII . | Mit Titeleinfassung.
Rückseite des Titels leer.
Am Ende Blatt 12 Rückseite: MOGVNTIAE APVD JOANNEM |
SCHOEFFER . MENSE MAR = | TIO . ANNO . M . D . XXII . |
Quarto, 12 n. gez. Blätter mit den Signaturen a — ciij , Blatt 3
ein schöner Initial. *)
Herausgeber ist Oecolampadius.
Berlin kön. Bibl., Strassburg Univ.-Bibl., 2 ) Leipzig Sammlung
Klemm.
Panzer, Annales VII, n. 65. — Maittaire, annales typograph. II,
625 — 626. — Weisslinger, armamentarium S. 45. — Klemm, Catalog
n. 84. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 8. — Schaab I, n. 161.
92. Comparatio Regis et Monachi, authore Div. Chrysostomo,
interprete Ioanne Oecolampadio . Moguntiae ex aedibus Joannis Schoefferi
Mense Aprili Anno MDXXII.
Quarto.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales VII, n. 56. — Maittaire, annales typograph. II, 625.
— Schaab I, n. 152.
93. IN DICTV | APOSTOLI OPOR | tet & Haereses esse, cum |
sequentibus sermo di | ui Ioannis Chryso | stomi, Interpre | te Jo .
Oecolä | padio . | Lindenblättchen | MOGVNTIAE. | An. M.D.XXII. |
Mit Titel einfassung, Säulen, unten raufende Knaben. Auf der Rück-
seite des Titels bis Blatt 3 Rückseite das Vorwort des Johann Oeco-
lampadius an Johann Stumpfius Eberbachius theologus Ordinarius Mo-
guntinus gerichtet. 0. D. Blatt 4 Vorseite beginnt der Text der Schrift.
Am Ende Blatt 11 Rückseite: MOGVNTIAE EX AEDIBVS IO-
ANNIS SCHOEF | FER . MENSE APRILI . ANNO M . D . XXII . |
Quarto, 12 Blätter, deren letztes le,er, Antiquatype 1.
Darmstadt (V 2605/25).
1) Mittheilung aus Berlin.
2) Mittheilung von Dr. K. Schorbach in Strassburg.
60
— 61 —
Panzer, Annales VII, 415 n. 57. — Würdtwein, bibl. Mogunt.
S. 154. — Schaäb I, n. 153.
94. Des. Erasmi Rot. Encomium Matrimonii et artig Medicae.
Moguntiae M D XXII.
Am Ende : Moguntiae apud Joannem Schoeffer mense April i
MDXXII.
Octavo. Mit Druckermarke (stehender Schäfer am Baume, rechts
blasender Schäfer sitzend, mitten Hund und I S).
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales VII, n. 58. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 155.
— Schaab I, n. 154. — Dibdin, the bibliographical Decameron. Lon-
don 1817. II, S. 11.
95. PARA | PHRASES IN EPISTO | LAS PAVLI AD | Timo-
theum duas, ad | Titum unam, et ad | Philemonem unam . Item . | In
catholicas epistolas Apostolorum . | Petri duas | Vnam Iudae | Vnam
Iacobi, et | Treis Joannis, et | Ad Hebraeos unam . | PER ERAS .
ROT . | Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers Wappen, nebenan
stehende Schäfer. Die Rückseite des Titels leer.
Blatt 2 Vorseite Widmung des Erasmus an Philipp Fürsten von
Utrecht. 0. 0. mit der Jahrzahl M . D . XIX.
Auf dem letzten n. gez. Blatte Vorseite: MOGVNTIAE APVD
10 . SCHOEF | FER MENSE AVGVSTO . | AN . M . D . XXII . |
ERRATA . | Letztere fünf Zeilen umfassend. Rückseite dieses
Blattes leer.
Kleinoctavo, 378 gez. Seiten -f 1 n. gez. Schlussblatt, Antiqua-
cursiv mit Initialen.
Mainz Stadtbibliothek, Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 154. — Panzer, Annales VII, n. 59.
— Schaab I, n. 155.
96. P. Terentii Afri comoediae cum utilissimo de Comoedia libello
L. Victoris Fausti.
Moguntiae per Ioann. Schoeffer MDXXII.
Octovo.
Quelle: Unbekannt.
Weisslinger, armamentarium S. 201. — Panzer, Annales VII, n. 63.
— Schaab I, n. 159. — Romanische Forschungen VI, S. 469.
97. D. Joannis Chrysostomi Sermo de Eleemosyna, Jo. Oecolam-
padio interprete. Moguntiae per Joann. Schoeffer MDXXII.
Quarto.
Quelle : Unbekannt.
Panzer, Annales VII, n. 64. — Schaab I, n. 160.
Ol
— 62 —
98. Novum testamentum omne, tertio iam ac diligentius ab Erasmo
Roterodamo recognitura, non soluni ad graecam veritatem, verum etiam
ad niultorum utriusque linguae codicum fidem. Addita sunt in singulas
apostolorum epistolas argumenta per Eras. Rot,
Am Ende: Moguntiae in aedibus Joannis Schoeffer MDXX1L
Octavo. Nachdruck der Octavausgabe Basel (Frobenius) 1522.
Quelle: Unbekannt,
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 155. — Panzer, Annales VII, n. 66. —
Riederer, Nachrichten IV, 258. — Maittaire, annales typograph. II, 623.
— Masch, bibliotheca sacra IV, 600. — Naclirichten von merkwürdigen
Büchern VIII, 205. — Schaab I, n. 162.
99. LAVREN | TU VALLAE ELEGANTIA | rum libri sex, deqz
Reciprocatione Sui | et Suus . multis, diuersisqz Prototy | pis diligenter
collatis, emendati, | atqz adeo in pristinam illam ge- | nuinamqz
faciem haud aesti- | mandis sudoribus | restituti . | Adiectus est index
copiosus . | MOGVNTIAE AN . M . D . XXII . | Mit Titeleinfassung,
worin unten Schoeffers Wappen, mit dem verschlungenen I S neben
rechts. Auf der Rückseite des Titels zwei Epigramme.
Am Ende Seite 155: MOGVNTIAE EX- AEDIBVS IOAN | NIS
SCHOEFFER MENSE DE. | CEMBRI . AN . M . D . XXII . |
Octavo , 22 n. gez. Blätter Index -f- 2 n. gez. Blätter Vorwort
-f 8 n. gez. Blätter zweiter Index -j- 655 gez. Seiten -f 155 gez.
Seiten, Cursivantiqua. Erste Mainzer Ausgabe.
Darmstadt (C 847), Mainz Stadtbibliothek.
Panzer, Annales VII, 415 n. 61. — Maittaire, annales typograph.
II, 311. — Hirsch, millenar. II, 23- — Schaab I, n. 157. — Roma-
nische Forschungen VI, S. 469.
100. Enchiridion Militis Christiani, saluberrimis preceptis refer-
tum autore D. Eras. Roterodamo, cui accessit nova mireque utilis prae-
fatio . Moguntiae Anno M . D . XXII.
Am Ende: Moguntiae ex aedibus Joannis Schoeffer Mense De-
ccmbri An . M . D . XXII.
Octavo. Zweite Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Maittaire, annales typographici II, 633. — Panzer, Annales VII,
n. 60. — Schaab I, n. 156. — Romanische Forschungen VI, S. 469.
101. Des. Eras. Roterod. familiarium colloquiorum formulae. Mainz
J. Schoeffer 1521 (wohl 1522).
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Schaab I, n. 158. — Romanische Forschungen VI, S. 469.
62
— 63 —
1523.
102. Komische | historien | Titi liuij | mit etlichen newe Tran = |
slation, so kurtzuerschie = | nen jaren im hohe thum | Styfft zu Mentz
jm la = | tein, erfunden, vnd vor = | hyn nit mer gesehen sein . | Dauon
such im endt | des Registers . |
Am Ende Blatt CCCCXX Linie 24: Gegeben zu Mentz vff Mit-
wochen nach dem tag der | geburt der gebererin gots Marie im fünff-
tzehen hundertsten vnd im | drei vnnd zwentzigsten iar Christi vnsers
Heylandts . | Druckermarke (Wappen am Baume, links stehender Schäfer,
rechts Schafe, oben das Monogramm I S). Rückseite dieses Blattes
leer. Es folgt in Umrahmung: Register diser | Romischen | Hi-
storien . | 1522 . j 14 Blätter, deren letztes leer. J )
Folio, Titel in Psaltertype, Ueberschriften und Schlussschrift
kleine Missaltype, mit Holzschnitten, deren Zahl und Herstellung von
denen der Ausgaben 1508 und 1510 abweicht Dritte Auflage, welche
um die beiden Bücher des Macedonischen Kriegs (nach der Mainzer
Liviusausgabe 1518 von Nicolaus Carbach übersetzt) vermehrt ist.
Am Ende des Texts befinden sich Carbachs Angaben über das der
lateinischen Liviusausgabe zu Grunde liegende Manuscript in der Mainzer
Dombibliothek und dessen Uebersetzung.
Wien Hofbibliothek, Wiesbaden Landesbibliothek (defect), ein
weiteres ehedem mir gehöriges Exemplar besass der verstorbene Rentner
F. Heerdt in Mainz, Leipzig Sammlung Klemm , Gotha herzogl. Biblio-
thek, Jena Univ.-Bibl., Haag kön. Bibl.
Panzer, Annalen II, n. 2052. — Centralblatt für Bibl. IV (1887)
S. 220- — Klemm, Catalog S. 50 n. 86. — Kritische Beiträge III, 460.
— J. F. Degen, Versuch einer vollständigen Literatur der deutschen
Uebersetzungen der Römer. Altenburg 1797. Octavo. 11,66. — Goedeke,
Grundriss I, 289, II, 320. IL Aufl. I, 446. — Jacobs und Ukert, Bei-
träge I, 364 — 365. — Katalog der öffentlichen Bibliothek zu Wies-
baden. Octavo. 1823- I, 21 (als defect angeführt ohne Jahr). — Mo-
numents of the early printers in all countries praeceded by some
examples of the art of xylography. London 1886. (Antiquariatscatalog
Quaritch) I, n. 35968. Preis L. 10. 10 s. (= 250 Mark).
103. Testamentum novum totum ex Graecorum codicum fide,
iuxta tertiam editionem Erasmi Roterodami diligenter recognitum et
emendatum cum aliis nonnullis novis , quorum titulos reperies ä tergo
huius pagellae. Moguntiae An . M . D . XXIII.
Am Ende: Moguntiae in aedibus Joannis Schoeffer, Anno salutis
M . D . XXiii.
Octavo. Dritte Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
1) Mittheilung aus Wien.
— (54 —
Panzer, Annales VII, n. 67. — Maittaire, annales typograph. II, 634.
— Masch, bibliotheca sacra IV, 601. — Schaab I, n. 163.
104. Buclaeus Wilhelm , Breviarium de asse et partibus eius.
Mainz 1523.
Duodez-
Quelle : Unbekannt.
Schaab I, n. 166. — Romanische Forschungen VI, S. 469. t)
105. ANNO | TATIONES PHILIP, | PI Melanchthonis in Epi-
stolä | Pauli ad Rhomanos unä | Et ad Corinthios duas . | MOGVN-
TIAE APVD IOANNEM SCHOEF, | FER AN . M . D . | XXiii . | —
Mit Titeleinfassung, worin unten zwei stehende Schäfer mit Wappen
Schoeffers. Auf der Rückseite des Titels Vorwort M. Luthers an
Philipp Melanchthon mit dem Datum: Wittenberg vicesima nona Julii
an . M . D . XXII.
Duodez, 367 gez. Seiten, Cursivantiqua,
Mainz Stadtbibliothek (a 35).
106. Landtfrid | durch Kayser Ca | rol den funfften: | vff dem
Reichs * | tag zu Worms . | Anno . M . v c XXJ . | auffgericht . | Mit
Titeleinfassung.
Am Ende : Getruckt zu Mentz durch | Johaii Schöffer. An = | no . 2C
M v c xxiij . |
Folio, 12 Blätter, deren letztes leer. Blatt 2 Vorseite die Worte
W T JR KAROL in Psaltertype, die Ueberschriften kleine Missaltype,
Text Schwabacher Type.
Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Leipzig Sammlung Klemm.
Weller, repert. n. 2480. — Klemm, Catalog n. 85. — Panzer,
Annalen II, n. 1232 (V). — Schaab I, n. 135. — Catalog Antiquariat
Rosenthal XXXVIII, n. 1596.
1524.
107. QVA= | TVOR EVANGE, | LIORVM CONSO= | NANTIA,
AB AMMO ! NIO ALEXANDRA | NO GONGEST A, | AC A VICTOR
RE CAPV * | ANO | EPISCO | PO | TRANSLATA . |
Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite des Titels Druckprivileg
Kaiser Karls V. : Wels die nona mensis Decembris 1523.
Auf der Vorseite des letzten Blattes: MOGVNTIAE IN AEDI-
BVS 10 AN, | NIS SCHOEFFER, ANNO SA, | LVTIS M.D.XXIIII . |
MENSE FEBRVARIO . | Druckermarke (Wappenschild am Baume,
stehende Schäfer mit Schafen). Rückseite dieses Blattes leer.
1) Eine frühere Ausgabe ist: Libri V. de asse et partibus eins. Ve-
netiis in aedibus Aldi et Andreae Soceri 1522. Quarte.
04
Duodez, 8 n. gez. Blätter f 300 gez. Seiten -f 18 n. gez. Blätter,
Cnrsivantiqna.
Herausgeber dieser Evangelienconcordanz ist Michael Memlerius,
der eine Handschrift der Cistercienserabtei Eberbach im Rheingau (altes
Evangelienbuch) hierzu benutzte.
Mainz Stadtbibliothek.
Biederer, Nachrichten II, 194 — 198. — Würdtwein, bibl. Mogunt,
S. 156. — Hauber, E. D, Leben Christi. Ulm 1737. S. 4 (nach Biederer).
— Panzer, Annales VII, n. 69. — Schaab I, n. 167. — Gras, Ver-
zeichniss alter Drucke im Stift Neustift in Tyrol, Nachtrag S. 28. —
Le Long, bibliotheca sacra II, 378.
108. Lindenblättchen SANCTI | PBOSPERI presbyteri Aqui |
tanici aduersus inimicos gratiae | dei libellus, in quo & de gratia, | &
libero arbitrio sententia | diui Aurelij Augustini | defenditur . | EPI-
STOLA Aurelij Carthagi \ niensis episcopi contra Pelagianos . | BOMA-
NORVM PON= | tificü authoritas de gra= | tia dei pro Prospero | ad-
uersus Pela- | gianos . | Lindenblättchen | Moguntiae , Co priuilegio
inqnali . | Mit Titeleinfassung. Auf der Bückseite des Titels Vorwort
des Herausgebers Nicolaus Carbach mit dem Datum Mainz Nonis Sept. ! )
1524 in kleinster Antiquatype.
Am Ende Blatt 52 Vorseite: EXCVSVM MOGVNTIAE | in aedi-
bus Joannis Schoeffer | Mense Septembri . anno | M . D . XXIIII . |
Druckermarke (Wappen am Baume , daneben stehende Schäfer mit
Schafen). Bückseite dieses Blattes leer.
Blatt 51 Bückseite: Joannes Schoeffer chalcographus Lectori
felicitatem . Fere usu venire videmus (candide lector) ut liberi parentes
suos non ore solum ac forma totius corporis, sed et ingenio, moribusque
referant. Unde non in postremis laudibus id habetur, siquis maiorum
suorum vestigia, si modo recto itinere praecesserint , sequi curet.
Proinde ego quoque, ne a materno avo meo Joanne Faust, et carissimo
mihi patre Petro Schoefi'er. Moguntinensibus civibus, degenerarem, qui
chalcographicen primi omnium in hac urbe et invenerunt et exercuerunt,
non tarn commodis suis, quam publicae utilitati consulentes, pro virili
parte semper elaboravi, ut eam artem, quoad possem, proveherem, et
vetustissima quaeque exemplaria ex pulverulentis bibliothecis eruerem,
legendaque volentibus ex officina mea emitterem. — — — Datum
Moguntiae Nonis Septemb. Anno M . D . XXIIII. 2 )
Das dieser Ausgabe zu Grunde gelegte Manuscript stammte aus
der Bibliothek der Benedictinerabtei St. Jacob bei Mainz. 3 )
Quarto, 52 n. gez. Blätter, mit mehreren Initialen, Antiquatype 1,
die Rubriken am Rande in Antiquacursiv.
1) 5. September.
2) Abdruck in Gras, Verzeichniss II, 187.
3) Centralblatt f. Bibl. IV (18S7), S. 221.
05
Beiheft 9. 5
__ 66 —
Darmstadt (W 1547/10), Mainz Stadtbibliothek, Dresden kön.
BibL, Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl., Frankfurt a. M. Stadtbibl.,
München HofbibL, Leipzig Sammlung Klemm.
Panzer, Annales VII, 416 n. 70. — Würdtwein, bibl. Mogunt.
S. 155. — Panzer, Annales IX, n. 70. — Maittaire, Annales typograph.
II, 636 (zu 1523). — Hirsch, millenar. IV, 37. — Klemm, Catalog n. 87.
— Schaab I, n. 168.
109. Lindenblättchen VLRICHI | DE HVT = j TEN EQ. DE
GVA= | IACI MEDICINA | ET MÖRBO | GALLIGO | LIBER | VNVS . |
ANNO M . D . | XXIIII . | Lindenblättchen | Mit Titeleinfassung, worin
unten Schoeffers Wappen mit den stehenden Schäfern. Auf der Rück-
seite des Titels die Vorrede Ulrichs v. Hütten an Kurfürst Albrecht
von Mainz. 0. D.
Am Ende: MOGVNTIAE IN AEDIBVS IOAN | nis Schoeffer .
Anno M . D . XXIIII . |
Quarto, 44 n. gez. Blätter, Blatt 44 Rückseite leer, Antiquatype 2.
Zweite Ausgabe der Schrift, Abdruck der ersten Auflage 1519 selbst
mit der falschen Zählung der Capitel.
Darmstadt (T 2552/5), Sammlung Klemm Leipzig.
Panzer, Annales VII, 417 n. 71. — Klemm, Catalog n. 88. —
Schaab I, n. 169. — Böcking, opera Hutteni I, 41. — Panzer, Hütten
in literarischer Hinsicht S. 95. — Harrisse, bibliotheca americana
vetustissima. addit. S. 72.
1525.
110. CANONES APO- | STOLORVM . | VETERVM CONCI |
LIORVM CONSTI- | TVTIONES . | DECRETA PONTI- | FICVM
ANTI- | QVIORA . | DE PRIMATV ROMA- | NAE ECCLESIAE . |
Ex tribus uetustis exemplaribus transcripta omnia, quo - | rum catalogum
proxima pagina indicat . | MOGVNTIAE ANNO M . D . XXV . | MENSE
APRILI . | Cum priuilegio imperiali . |
Letztes Blatt Vorseite am Ende: IMPRESSVM MOGVNTIAE
IN | AEDIBÜS IOAN . | SCHOEF- | FER . ANNO DOMINI . | M . D .
XXV . MENSE | APR1LLI . | ')
Kleinfolio, 172 n. gez. Blätter, Antiqua und Antiquacursivtype,
mit vielen Initialen. Erste Ausgabe dieser Schrift, Hauptherausgeber
war Johann Cochlaeus, Mitherausgeber und Corrector Nicolaus Carbach,
die Herausgabe geschah nach zwei Codices, welche J. Schoeffer besass
und einer dritten Handschrift, welche die reiche Bibliothek der Cister-
cienserabtei Eberbach im Rheingau lieferte.
Dem Matthaeus Cardinal sancti Angeli und Erzbischof von Salz-
burg von Johannes Wendelstinus (Cochlaeus) gewidmet.
Die Schrift enthält die Canonessammlung Hadrians.
1) So der Druck.
66
— 67 —
Mainz Stadtbibliothek , Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Asciiaffenburg
Hofbibliothek, Sammlung Klemm Leipzig.
Maittaire, annales typograph. II, 662. — Panzer, Annales VII,
n . 72. _ Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 156. — Centralblatt f. Bibl.
1884 S. 221. — Otto, Johann Cochlaeus S. 155. — Merkwürdigkeiten
der Zapfischen Bibliothek I, 167 — 169. — Bauer - Hummel, Supplement
zum Catalogus librorum rariorum I, 300. — Gras, Verzeichniss II, 43.
— Bibliotheca Saltheniana S. 283. — Bunemann, Catalogus manuscrip-
torum et librorum rariss. S. 38. — Sincerus (Schwindelius) , Thesaurus
bibliothecalis II, 202. — Klemm, Catalog n. 89. — Schaab I, n. 170.
— Centralblatt f. Bibl. IV (1887). S. 220. — Merkel, Verzeichniss
höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17.
111. Lindenblättchen. COLLECT A j NEA ANTI | QVITATVM
IN VR | BE, ATQVE AGRO | MOGVNTINO RE= | PERTARVM
Lindenblättchen | Cum gratia et priuilegio Imperiali | ad Sexennium
ANNO DOMINI . M . D . XXV . | MENSE SEPTEMB . | Auf der
Rückseite des Titels Widmung des Herausgebers Huttichius an Theo-
derich Zobel ex arce Curcellina regni deserti. XI. Calend. | Augusti.
Anno Salutis. M . D . XVH. (wie in der ersten Ausgabe 1520).
Am Ende: Lindenblättchen SVNT ADHVC | MOGVNTIAE NON
PAVLO PLV | ra fragmeta, quae ex industria negleximus, ne corrosa
illa, de= | trita, & uetustate consumpta lectori nauseam obijciant . i Tu
lector uale, & bene optes ei, antiquitates has qui | conlegit. Ex aedibus
Joannis Schoeffer | Moguntini . Anno Christi . | M . D . XXV. Men= | se
Septembri. | Lindenblättchen | Druckermarke (Wappenschilde Fust-Schoef-
fers) schwarz abgezogen. Rückseite dieses Blattes leer.
Folio, 22 n. gez. Blätter. Mit Holzschnitten. Nachdruck der
ersten Auflage 1520 bis auf Titel und Schlussschrift.
Mainz Stadtbibliothek , Aschaffenburg Hof bibliothek , Sammlung
Klemm Leipzig.
Panzer, Annales VH, n. 74. — Klemm, Catalog n. 905. —
Schaab I, n. 171. — Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek II, 401.
— Hamburger, Bibl. hist. VI, 117. — Tentzel, monatliche Unterredungen
aufs Jahr 1690. S. 374. — Joannis, rerum Moguntiacarum III, 318. —
Hanckius, de rerum Romanarum scriptoribus I, 133. — Merkel, Ver-
zeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. —
Romanische Forschungen VI, S. 469—470. — Nass. Annal. IV, 371.
112. ACTA ET | DECRETA CONCILU TRI- | buriensis, ex
bibliotheca Brixinensi . | in uetustissimo Codice , nuper | deprompta , ac
fideliter excripta 1 ) | Hoc Concilium ä . XXII. Germanorü | Episcopis
ante annos. D . CXXX . | est Triburiae prope Moguntia- | cum cele-
bratum . | His lectis, maiora & antiquiora pro- | pediem aedenda, pie
1) So der Druck.
07
— 68 —
lector expecta . | Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers Wappen
mit den Schäfern auf Stäbe geleimt und das Monogramm I S. Auf
der Rückseite des Titelblattes Vorwort des Herausgebers Johann
Cochlaeus an Wilhelm Bischof von Strassburg mit dem Datum: Mainz
pridie Kai. Novembris 1524.
Am Ende Blatt 26 Vorseite: IMPRESSVM MOGVNT1AE | in
aedibus JOAN . Schoeffer. Anno | Salutis . M . D . XXV . | Rück-
seite dieses Blattes leer.
Quarto, 26 n. gez. Blätter, mit vielen kleinen Initialen, Antiqua-
type 2.
Darmstadt (J. 2740 20), Jena Univ.-Bibliothek.
Panzer. Annales VII, 417 n. 73. — Maittaire, annales tvpograph.
II, 663. — Schaabl. n. 172.
113. Aeneas Sylvius. comentariorum de concilio Basileae cele-
brato. Libri duo. 1525. Auf der Rückseite des Titels Vorwort des
Herausgebers: Ad Lectorem.
Grossquarto. 349 gez. Seiten, mit Initialen. 1 ) Zweite Ausgabe
dieser Schrift. 2 )
Aschaffenburg kön. Hofbibliotliek.
Schaab I, n. 173.
1526.
114. Friderici Nauseae Blancicampiani inclytae ecclesiae Mogun-
tinae divini verbi concionatoris , ad ecclesiasticam nuper in eadem
1) Mittheilung aus Aschaffenburg.
2) Eine Ausgabe ohne Ort und Jahr und Firma, die Originalausgabe,
besitzt die Münchener Hofbibliothek, die ich am 26. Mai 1S91 benützte.
COMMENTARIORVM | AENEAE SYLVII PICCOLOMINI SENENS1S,
DE | Concilio Basileae celebrato libri duo, olim quidem scripti, | nunc uero
primum impressi. In quibus sie illam syno = | dum depingit, sie quiequid
illic actum est, bona I fiele refert, ut qui legerit, interesse & infulatos illos
heroas disputantes, collo i quentes, concionantesqz co | räm uidere se putet.
Xec solum iueunda est historia. uerum etiam utilis. | Vixqz aliud Concilium
extat pari fide & | diligentia descriptuin . j Lege felix . | CVM multis aliis
nunquam antehac impressis: quorum cognoscendo nun gratia ne te pigeas
sequente indicem aut epistolam percurrere . | Auf der Rückseite des Titels
Vorwort des Herausgebers an den Leser.
Folio, Titel + 349 gez. Seiten. Basel ? um 1520.
Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek I, 169. — Baumgarten,
Hall. Bib. II, 402. — Freytag, analecta litteraria S. S. — Sincerus (Schwindelius)
Thesaurus bibliothecalislll, S. 17. — Ueber andere Ausgaben dieser Schrift
vgl. Goeze, Merkwürdigkeiten III, 514—519.
Die Schrift ward im fasciculus reruni expetendarum ac fugiendarum
1535, sowie London 1 69«> folio neu abgedruckt. Obige Ausgabe befindet sich
auch in der Univ.-Bibl. zu Jena und dürfte die von Graesse, tresor S. 27 an-
geführte sein. Die Mainzer Ausgabe scheint sehr selten zu sein, da selbst
v. Wessenberg in seiner Geschichte der Kirchenversammlungen des XV. und
XVI. Jahrhunderts nur die Ausgabe 0. J. kannte.
68
— 69 —
ecclesia svnodum oratio. Moguntiae in aedibus Joannis Schoeffer
MDXXVI. '
Octavo. 16 Blätter, mit zwei guten Initialen.
Dem Kurfürst Albrecht von Mainz gewidmet.
Hirsch, millenar. IV, 44. — Panzer, Annales VII, 417 n. 75. —
Schaab I, n. 175. — Moufang, die Mainzer Katechismen. Mainz 1877.
Octavo. S. 16. — J. Metzner, Friedrich Xausea aus Waischenfeld Bischof
von Wien. Regensburg 1884. Octavo. S. 35. — Catalog Antiquariat
Rosenthal - München XLIX, n. 3832. Preis 12 Mark.
115. Fünff merkliche Sermon oder Predig des Dr. Friedr.
Grawen :c.
Gedruckt zu Mainz bei Job. Schoeffer Anno Domini 1526.
Format (?)
Quelle: Unbekannt. Ein Exemplar befand sich im Kloster Banz.
Es ist diese Schrift der dem Mainzer Domdecan Laurentius
Truchsess von Pommersfelden gewidmete liber I. quinque concionum
in Teutonico pariter idiomate. s. Metzner. Xausea S. 33 nach dem Ver-
zeichnis der Schriften Nausea's : lncubrationum catalogus 1546. S. 489.
Auserlesene Literatur des kath. Deutschlands IL 1, 206. — Ge-
schichtsblätter für die mittelrheinischen Bisthümer S. 190 — 191.
1527.
116. Vier Bücher Sexti Julii Frontini von den guten Raethen-
Onexander von den Kriegshandlungen.
Mainz Johann SchoefTer 1527.
Format ? Mit mehreren Holzschnitten. Erste Mainzer Auflage
dieser Schrift, welche 1532 nochmals bei Ivo Schoeffer erschien. Die
„Lere" scheint hier zu fehlen, da später erst abgefasst.
Quelle: Unbekannt.
Weigel n. 3699. — Muther. Bücherillustration I. S. 251. 1739.
117. AYMA= | RI RIVALLII ALLO * | brogis. Jureconsulti eru-
ditissimi | eloquentissimiqz, Ciuilis histo- | riae Juris, siue in XII. Tab. |
Leges cömentariorü | libri quinqz . | Historiae item Juris Pont . | liber
Singularis . | MOGVXTIAE | AXXO M . D . XXVII . | Cum gratia &
priuilegio | Imperiali . | Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers von
zwei Engeln gehaltenes Wappen, dessen Facsimile bei Würdtwein, bibl.
Mogunt.\s. 158.
Seite 291: MAGVXT1AK Al'VI) IOANNEM | SCHOEFFER
MENSE MAR* | TIO, ANXO POST NA* | TVM CHRISTVM | M . D .
XXVII . | Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer.
Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Aymarus Rivallius an
den französischen Kanzler Antonius a Prato. 0. D.
Octavo, 8 n. gez. Blätter -f 291 gez. Seiten.
Erste Mainzer Auflage.
69
— 70 —
Darmstadt (X 1366/110), Mainz Stadtbibliothek (doppelt, eins
davon defect), Jena Univ. -Bibliothek.
Panzer, Annales VII, S. 417 n. 77. — Muir, meinorabilia biblio-
thecarum Norimbergensium II, 288 n. 39. — Würdtwein, Bibl. Mogunt.
S. 158 mit Facsimile des Titelblattes. — Brunet, manuel IV, 1319. —
Schaab I, n. 177. — Catalog Antiquariat Rosenthal-München LIX, n. 506 a .
Preis 40 Mark. — Romanische Forschungen VI, S. 470.
118. PRODIVO | CAROLO, EI VS NO MINIS | quinto Romanorum
Imperatore In- | uictissimo, pio, felice, semper Augu- | sto, Patrepatriae,
in satisfactione qui- | dem sine talione eorü quae in illum | scripta,
ac pleraqz etiam in uul | gum aedita fuere, Apolo- | getici libri duo nu-
per ex Hispani- | is allati cum | alijs nö- | nullis, quorum catalogos |.
ante cuiusqz exordi- | um reperies . | Cum gratia & Priuilegio Impe-
riali . | Auf der Rückseite des Titels Register.
Am Ende : EXCVSA SVNT HAEC APOLOGETICA | SCRIPTA
CVM NONNVLLIS ALIIS | EODEM PERTINENTIBVS ') MO- | GVN-
TIAE IN AEDIBVS 10- | ANNIS SCHOEFFER NO- | NIS SEP-
TEMB. AN- | NO M . D . XXVII . | 9 -) REGNANTE IN | VIC-
TISSI- | MO ROMANO- | RVM CAESARE | CAROLO EIVS NO |
MINIS QVIN 1 TO . | Rückseite dieses Blattes leer.
Quarte, 218 gez. Blätter -f In. gez. Schlussblatt mit der Schluss-
schrift, Antiquatype 2, mit Titeleinfassung, worin die stehenden Schäfer
mit J. Schoeffers Wappen, sowie Initialen.
Mainz Stadtbibliothek (a 123 und nochmals), Haag kön. Bibliothek,
Sammlung Klemm Leipzig.
Die Schrift behandelt die Kämpfe des Papstes Clemens VII. mit
Kaiser Karl V. über das Uebergewicht in Oberitalien. Das Druck-
privileg ist datirt Vallisolet 2 Mark 1527, gegengezeichnet von Alphons
Valdesius und Waldtkirch.
Klemm, Catalog n. 90.— Panzer, Annales VII, n. 78. — Würdt-
wein, bibl. Mogunt. S. 158 (Derselbe führt die Schrift nochmals S. 157
als apologetica scripta auf, die Angaben über Datum und Schluss
stimmen jedoch überein). — Schaab I, n. 178. — Hirsch, millenar. IH, 33.
— Böhmer, Edw., Bibliotkeca WifFeniana. Spanish reformers of two
centuries from 1520 it. Strassburg 1874—83. I, S. 86, n. 4.
119. FRIDERI, | CI NAVSEAE BLANCICAM - |, PIANI PRO
SACROSAN; | CTA MISSA ADVER- | SVM HAERETI, | COS ET
SCHIS | MÄ= | TICOS | MISCELLA; | NEAE . | Lindenblättchen
MOGVNTIAE AN- | NO M . D . XXVII . | Mit Titeleinfassung. Rück-
seite des Titels leer.
1) Die Titel dieser weiteren Drucke J. Schoeffers sind mir unbekannt.
2) 5. September 1527.
70
— 71 —
Blatt 2 Vorseite Vorwort Nausea's an Lorenz Truchsess von
Bommersfelden, Domdecan zu Mainz, mit dem Datum: Mainz XI kal.
Sept. 1527.
Am Ende : MISCELLANEARVM EXIMII SA , | crae theologie &
11. <pfessoris Friderici Nausee ]) | sacrosanctae Missae defensione fmis .
Mo - | guntiae apud Joannem Schoeffer. An - | no M . D . XXVII .
quarto | Idus Septembris . | l ) Lindenblättclien. Rückseite dieses
Blattes leer.
Quarto . 4 n. gez. Blätter + 2 n. gez. Blätter Register + 130
gez. Seiten -f 1 n. gez. Schlussblatt, Antiquatype 2, das Register in
Antiquatype 3.
Erste Ausgabe. Eine zweite Ausgabe erschien 1531 , gewidmet
dem Domprobst Joliann von Erenberg in Mainz. 2 )
Darmstadt (W 882/20), Haag kön. Bibl.. Mainz (doppelt).
Panzer, Annales VII, 418 n. 79. — Würdtwein, bibl. Mogunt.
S. 157. — Schaab I, n. 179. — Metzner, Nausea S. 31.
120. Lindenblättclien DE REFOR= | MANDA ECCLESIA . |
FRIDERICI NAVSEAE BLANCICAMPIANI | insignis ecclesiae Mogun-
tinae diuini uerbi concio= | natoris in nupera Svnodo ad clerum | Mo-
guntinum Oratio . | EIVSDEM AD EVNDEM CLERVM IN GLO | rio-
sam diuae deiparae, uirginis Mariae adsum= | ptionem Oratio . | EIVS-
DEM NAVSEAE AD EVNDEM CLE = | rum altera in Annum Jubileum |
Oratio . | GENETHLIACON INCLYTISSIMORVM | D.D. Philippi .
Caroli Imp. V. Et Maximiliani, | Ferdinandi Hungariae Bohemiaeqz
regis | filiorum eodem Nausea authore . | MOGVNTIAE ANNO | M .
D . XXVII . |
Am Ende:. IMPRESSVM MOGVNTIAE PER JOAN- | nem
Schoeffer, Annopost 3 ) Christum | natum | M . D . XXVII . | In uigilia
Juonis confessoris . | 4 ) Mense Octob . |
Dem Kurfürsten Albrecht von Mainz gewidmet von Nausea mit
dem Datum: Mainz Septimo Idus Octobris 1527. 5 )
Quarto, 19 n. gez. Blätter.
Mainz Stadtbibliothek (ein vollständiges und ein defectes Exem-
plar), Wien Hofbibliothek.
Archiv für hessische Geschichte II, 490. — Catalog Kloss 170,
n. 2356. — Metzner, Nausea S. 35. — Moufang, die Mainzer Kate-
chismen S. 16.
121. PLVTAR | CHI CHAERONEI OPV= | scula quaedam longe
utilissima, | Raphaele ac Joanne Regio, | Nicoiao Saguntino, et |
1) 10. September 1527.
2) Metzner, Nausea S. 31.
3) So der Druck.
4) 26. October 1527.
->) !). October 1527.
71
— 72 —
Guarino Veronen. in- | terpretibus . | Quorum est uidere catalogum
in | sequentis pagellae elencho . | MOGVNTIAE AN . | M . D . XXVII. |
Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers Wappen, links und rechts
stehende Schäfer.
Am Ende: Impressum Moguntiae per Joanne Schoeffer . | Anno
domini . M . D . XXVII . | Rückseite dieses Blattes leer.
Duodez, 319 gez. Seiten, Cursivantiqua. Zweite Mainzer Auflage.
Mainz Stadtbibliothek.
Romanische Forschungen VI, S. 470.
1528.
122. P . TEREN, | TH COMOEDIAE A PHIL . | Melanchthone
restitutae, eius- | demqz scholijs illustratae . | Commentaria item in
easdem Aelij | Donati eruditissima . in quibus | supra omnium editio-
nes, | quo repurgatiora eti^ | am ä mendis ede- | rentur, com- | plura
re~ | sti- | tuta & emendata sunt. Quod ipsum | industrio lectori
exemplorum | collatio facile testabitur . | MOGVNT . AN . M . D .
XXVIII . | Mit Titeleinfassung (Grösse 11,8 x 15) verkleinert wieder-
gegeben bei Butsch, Bücherornamentik I, Tafel 81.
Am Ende Seite 727: IMPRESSVM MOGVNTIAE PER 10 AN-
NEM | SCHOEFFER . ANNO POST CHRISTVM [ NATVM . MILLE-
SIMO QVINGEN- | TESIMO VIGESIMO OCTA- I VO . NONO GA-
LEN. | AVGVSTI . | i)
Seite 728 Druckermarke (stehender Schäfer am Baume, bei Dib-
din bibliographical Decameron II, 10 wiedergegeben). — Letztes
Blatt leer.
Quarto, 12 n. gez. Blätter (mit den Signaturen 2, 3, [], 4, 5, 6,
[], 7, 8, 9, []) -j- 727 gez. Seiten -f 3 n. gez. Seiten, deren eine
leer, Antiquatype. 2 )
Wien Hofbibliothek.
Maittaire, annales typograph. II, 280. — Panzer, Annales VII,
n. 80. — Schaab I, n. 180. — Romanische Forschungen VI, S, 471.
1529.
123. M. T. C. | VNIGI OMNIVM MORTA | lium iudicio eloquen-
tiae parentis epi= | stolae familiareis | 3 ), ex antiquis iam ite- | rum
recentioribusqz exemplaribus in= | uicem collatis, diligentissi= | me
recognitae . | Annotationes item quaedam illustrium | uirorum in aliquot
epistolarum | loca obscuriora . | Graecarum uocum tralationem 4 ) omni= |
um in calce reperies . | MOGVNT . AN . 1528 . | Mit Titeleinfassung 1
worin unten Schoeffers Wappen. Rückseite des Titels leer.
1) 24. Juli.
2) Mittheilung aus Wien.
i\) So der Druck.
4) So der Druck.
72
— 73 —
Seite 629 unten: MOGVNTIAE EX AEDIBVS IOAN* | nis
Schoeffer III. Idus Septembris. i) | AN . M . D . XXVIII . | Auf der
Rückseite dieses Blattes Johann Sehoeffers grosses Signet (Schäfer am
Baume mit "Wappen).
Octavo. 629 gez. Seiten -f- leerem Blatt. Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 794).
Romanische Forschungen VI. 471.
124. DIVI | IMP . IVSTIXIA= i ni Institutionum sine | elemen-
torü | iurispru * | dentiae libri quatuor. ] genuinae puritati a= I deo
restituti. Ion I geqz castiffa = | tissimi . I Hijs adiecti sunt sepa = | ratim
tarne Caij In* | stitutionü lib. II . | MOGVNT . AN . | M . D . XXIX .
Roth- und Schwarzdruck. Mit Titeleinfassimg. Löwe und Drache be-
kämpfen sich, eine gleiche Darstellung (Fisch und Vogel) rechts.
Rückseite des Titels leer.
Am Ende : IMPRESSVM MOGVNTIAE | PER IOANNEM SCHOEF=
FER ANNO DOMINI . | M . D . XXIX . MEN* | SE FEBRVAR .
im. j KALEN. ! MAR- j TU. 2 ) \ Druckermarke (Wappenschilde Fust-
Schoeffers) schwarz abgezogen.
Kleinoctavo. 7 n. gez. Blätter -j- 350 gez. Seiten -)- n. gez.
Schlussblatt mit der Schlussschrift, kleinste Antiquatype. Erste Mainzer
Auflage.
Darmstadt (X 1494). Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 159. — Panzer. Annales VII. 418
n. 82. — Klemm. Catalog n. 91. — Schaab I. n. 181. — Romanische
Forschungen VI, S. 471 — 472.
Angedruckt hieran und wohl selbständig verkäuflich gewesen:
125. CAII | INSTITV- j tionum libri ctuo . | quorum prior de i
personis . po - | sterior de | rebus . | MOGVNT . AN . | M . D . XXIX .
Mit Titeleinfassung wie in voriger Nummer. Rückseite des Titels leer.
Am Ende Blatt 2 Vorseite: EXCVSVM MOGVNTIAE | per Jo-
annem Schoeffer Men= | se Martio. Anno dfii | M . D . XXIX . | Rück-
seite dieses Blattes leer.
Kleinoctavo. 44 gez. Seiten -f- 2 n. gez. Blätter, kleinste An-
tiquatype.
Darmstadt (X 1494).
Klemm. Catalog n. 91. — Panzer. Annales XI, 82. — Schaab I,
n. 181. — Romanische Forschungen VI, 8. 472.
126. FR1DEKU (I NAVSEAE BLAN* | cicampiani insignis
ecclesiae | Moguntine ecclesiastis cö j tra nninersos Catholi cae tidei
adnersarios | in symbolü Apo , stolorum Ca | tholica . j 1. PET. 111. ,
Sitis autem parati semper ad respon | dendum cuilibet, poscenti uos
1) 11. September.
2) 27. Februar.
73
— 74 —
ratio- | nc de ea , que in uobis est, spe & fide . I MOGVNTIAE .
ANNO | M . D . XXIX . | Roth - und Sehwarzdruck. Mit Titelein-
fassung, worin oben das Monogramm I S verschlungen, unten das
Schoeffersche Wappen, links blasende Schäfer, rechts schlafender
Schäfer mit Hund. Auf der Rückseite des Titels zwei Holzschnitte
(Wappen).
Dem Kaiser Karl V. gewidmet mit dem Datum Mainz XIH kal.
Martii 1529.1)
Am Ende Seite 290 : Friderici Nauseae Blancicäpiani , LL. doc-
toris con | sultissimi, sacrarumqz literarü professoris, nee - | nö insignis
ecclesie Moguntiace ecclesia- | stis, cötra impios Christiane fidei ho |
stes catholicorum fmis . Mogun- | tiae apud Joannem Schoeffer | Anno
post natum Chri- | stum M . D . XXIX . | Pridie Nonas | Martij . | 2 )
SOLI DEO OPT . MAX . | LAVS ET GLORIA . | Lindenblättchen.
Quarto, 10 n. gez. Blätter + 8 n. gez. Blätter Register, sowie
Errata, an deren Ende ein Holzschnitt: Christus und die Jünger, -f-
290 gez. Seiten + leerem Schlussblatt, Antiquatype 2 für den Text,
Antiquatype 3 für das Register.
Darmstadt (W 297/100), Mainz Stadtbibliothek, Jena Univ.-Bibl.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 158 mit Pacsimile des Titelblatts. —
Panzer, Annales VII, n. 81. — Schaab I, n. 182. — Gras, Verzeich-
nisse 135. — Metzner, Nausea S. 31. — Moufarig, die Mainzer Kate-
chismen S. 17 (schreibt diesen Druck jedoch fälschlich Ivo Schoeffer
zu und giebt 290 Seiten als Umfang an).
127. APPIANI | ALEXANDRINI DE CIVI | libus Romanorum
bellis historiarü | libri quinqz ueterum collatione codicum ä | mendis
aecuratius quam antehac unquä | repurgati, summaqz diligentia excu- | si.
Quorum quidem lectio prae- | ter historiae iueunditatem , | ad intelli-
genda quae - | dam obscuriora | passim Cice- | ronis in | operibus loca,
pluri- | mum lucis alla- | tura est . | EIVSDEM AVTORIS |
( Illyricus & Celticus
über Libycus & Syrius
| Parthicus & Methredaticus. 3 )
Mit Titeleinfassung: Säulenornamente, am obern Rande Bogen-
schluss, unten ländliche Staffage und Wappen J. Schoeffers.
Am Ende: Impressa Moguntiae in Aedibus Joannis Schoeffer a
cujus avo chalcographia olim in urbe Mogunciaca primum inventa exer-
citaque est. Anno MDXXIX. Idibus . Augusti. 4 )
Quarto, 12 l /-> Blatt Vorsatz etc. etc.
1) 17. Februar.
2) 6. März 1529.
3) Mittheilung aus Wien.
4) Die Schlussschrift nach Würdtwein.
74
— 75 —
Wien k. k. Univ. - Bibliothek (defect, reicht nur bis Seite 722),
Asciiaffenburg Hofbibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl., Jena
Univ. - Bibl.
Panzer, Annales VII, n. 83. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 158.
— Schaab, I, n. 183. — Romanische Forschungen VI, S. 472. — Merkel,
Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. —
Köhler, Ehrenrettung Gutenbergs S. 50.
128. IN HOC | ENCHIRIDIO HAEC | INSVNT . | RVBRICAE
OMNES CAE - | sarei ac pontificij iuris . j TITVLVS DE VERBO - |
rum & rerum significatio = | ne. ex Pandectis . | TITVLVS DE REGV-
LIS I iuris, tum ex Pandectis, tum ex | Decretalibus , & Sexto . | DE
GRADIBVS AFFINI- | tatis, ex Pandectis. Sine quorü | expedita
notitia, man- | ca est utriusqz iu = | ris prüden- | tia . | MOGVNT .
ANNO | M . D . XXIX . |
Am Ende Druckermarke, hierauf: MOGUNTIAE APUD IOAN* |
NEM SCHOEFFER, AN= | NO M . D . XXIX . | KAL. SEPTEM- |
BRIS . | ')
Octavo, 255 gez. Blätter. 2)
Freiburg i. B. Univ.-Bibl.
Panzer, Annales VII, n. 84. — Gras, Verzeichniss II, 199. —
Schaab I, n. 184 (welcher irrig 9 kal. Sept. angiebt).
129. LAV | RENTII VALLAE | Elegantiarum libri sex, deqz |
Reciprocatione Sui & | Suus, multis di= | uersisqz Pro | totypis | dili = j
genter collatis. emedati, atqz | in pristinam illam adeö | genuinamqz
faciem | haud aestiman = | dis sudori = | bus iä accuratius re = | stitui . | 3 )
Index copiosus . | Mit Titeleinfassung, worin J. Schoeffers Wappen und
das verschlungene Monogramm J S.
Blatt 1 Rückseite bis 16: Index rerum ac vocularum.
Blatt 17 — 18: Lav. Val. Joanni Tortellio Aretino cubiculario
apostolico Theologorum facundissimo. S. | (Vorrede des Laurentius Valla.)
Seite 1 — 616: Laurentii Vallae Elegantiarum Libri I — VI.
Seite 617 — 652: Laurentii Vallae ad Joannem Tortellium Are-
tinum cubicularium Apostolicum, de Reciprocatione Sui et Suus, Libellus
plurimum utilis.
Seite 652 — 655: Peroratio operis atque conclusio |
Seite 655 am Ende: Libelli de reciprocatione sui et suus Lau-
rentij Vallensis finis. Hierauf Druckermarke (Wappenschilde Fust-
Schoeffers) und : MOGVNTIAE IN AEDIBVS JO | ANNIS SCHOEFFER
MEN | SE SEPTEMBRI, ANNO | M . D . XXIX . | Die Rückseite dieses
Blattes leer.
1) 1. September 1529.
2) Mittheilung aus Freiburg i. B.
;i) So der Druck.
75
— 76 —
Kleinoctavo, 18 n. gez. Blätter Antiquatype Signatur a — c 2 -\-
1 — 655 gez. Seiten Signatur A — Z, a — s 5 Cursivantiquatype mit
Randglossen, 26 Zeilen auf die Seite. *) Zweite Mainzer Auflage.
Krakau Univ.-Bibl., München Hofbibliothek.
Weisslinger, armamentarium S. 209. — Panzer, Annales VII, S. 419
n. 85. — XI, n. 85. — Schaab I, n. 185. — Romanische Forschungen
VI, S. 473.
130. Lindenblättchen Doctor Jo= | hann Fabri . | Christenliche
Ableynung | des erschröckenlichen yrrsal, so | Caspar schweckfelder
in der Schle= | sy, wyd' die warheyt des hoch | wirdigen Sacraments
leibs vn blüts Chri = | sti, auffzürich = | ten vnderstä = | denn hat .
M . D . XXIX . | Mit Titeleinfassung, worin unten SchoefFers Wappen
mit den stehenden Schäfern.
Am Ende Blatt 24 Vorseite : Getruckt zu Mentz durch Joannem |
Schöffer. Im Jar . M . D . XXIX . | Lindenblättchen. | Rückseite dieses
Blattes leer.
Quarto, 24 n. gez. Blätter, Titel theilweise Theuerdankfractur,
Text eine kleinere Schwabacher Type.
Mainz Stadtbibliothek (a 124 vier Exemplare), Sammlung Klemm
Leipzig.
Klemm, Catalog S. 52 n. 92.
1530.
131. VALE= | RH MAXIMI FACTO | RVM DICTORVM= | QVE
MEMORA = | BIL1VM LIBRI | NOVEM . | Index rerum et uerborum
insignium in eundem | copiosus . | MOGVNT . ANNO | M . D . XXX .
Am Ende: MOGVNTIAE APVD IOANNEM | SCHOEFFER
MENSE IANVA- | RIO, ANNO CHRISTI | M . D . XXX . |
Octavo, 13 Blätter + 543 Seiten. 2 ) Erste Mainzer Auflage.
München Hofbibliothek.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 161. — Panzer, Annales VII, n. 86.
— Schaab I, n. 187. — Romanische Forschungen VI, S. 473.
132. PLAGEN = | TINI IVRISCONSVLTI VETVSTIS= | simi de
uarietate actionum libri sex . | ITEM | ROGERH COMPENDIVM DE
DI = | uersis praescriptionibus . EIVSDEM DIALOGVS DE | prae-
scriptionibus . | ROGERII 1TIDEM DE QVORVN= | dam ueterum
Iurisconsultorum antinomicis | sententijs, adprime utilis | Enarratio . |
EIVSDEM CATALOGVS PRAE= | scriptionum . | CVM PRAEFA-
TIONE NICOLAI | Rhodij qui hos autores e tenebris | erutos in
lucem aedidit . | MOGVNT . ANNO | M . D . XXX . | Rückseite des
Titels leer.
1) Mittheilung aus Krakau.
2) Mittheilung aus München.
76
— 77 —
Dem Kurfürsten Albrecht von Mainz gewidmet.
Vorseite des letzten Blatts Druckermarke (Wappenschi Lde Fust-
Schoeffers) schwarz abgezogen und die Schlussschrift: Compendij siue
summae Eogerij de diuersis Prae = | scriptionibus, deqz sententijs veterum
quorun* | dam Jurisconsultorum Antinomicis, | enarrationis finis. Mo-
guntiae ex | aedibus Joanuis Schef | fer mense Februario , | Anno M .
D . XXX . | Rückseite dieses Blattes leer.
Kleinoctavo, 10 n. gez. Blätter -f- 214 Seiten -{- n. gez. Schluss-
blatt mit der Schlussschrift, gothische Type wie im Enchiridion 1509
und 1517 doch zum Unterschiede mit der Doppeltype ae in Antiqua-
schnitt im Satze.
Darmstadt (X, 378/10).
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 160. — Gras, Verzeichniss II , 178.
— Panzer, Annales VII, n. 87. — Schaab I, n. 188. — Romanische
Forschungen VI, S. 473—474.
133. Aymarus Rivallius Alobrog. Ictus historiae juris civilis,
sive in XII. Tab. leg. commentariorum libri V. Historiae item iuris
Pontificii über singularis. Moguntiae apud Jo. SchoefTer MDXXX .
mense Februario.
Octavo. Zweite Mainzer Auflage.
Quelle : Unbekannt.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 161. — Schaab I, 580 n. 189. —
Panzer, Annales VII, n. 88.
134. Die lehen recht verteutscht: auch inn eyn newe und rich-
tige Ordnung der Titel gesatzt und zusammen bracht mit erklerung und
auslegung etlicher lateinischer und welschen wort, welch nit füglich
inns teutsch haben verändert mögen werden.
Am Ende Druckermarke und darunter : Gedruckt zu Meyntz durch
Johannem Schoeffer jm jar nach der menschwerdung Christi vnsers
Herrn MDXXX . den 14 ten tag des Mertzen.
Uebersetzung aus dem Lateinischen des Eycke von Repgow. Eine
frühere Auflage ist: Lehenrecht verteutscht, in newe Ordnung der Titel
gesetzt. 0. 0. u. J. u. F. Quarto. ')
Quarto. Erste Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 160. — Schaab I, n. 191.
135. FRIDERICI I NAVSEAE BLANCICAMPIANI | INCLYTAE
ECCLESIAE MO= | GVNTINAE ECCLESIASTIS IN GLORIOSISSI
MAM | DEIPARAM VIRGI = | NEM MARIAM PA | NEGYRICVS . |
ADDITVS EST EIVSDEM FRI* ! derlei Nauseae de pacientia Hb.
plane pius . | MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANNIS SCHOEFFER
1) Weller, repert. n. 49.
77
— 78 —
MEN | SE MARTIO ANNO | M . D . XXX . | Auf der Rückseite des
Titels Vorwort Nausea's an Bernkardus ä Glees Bischof zu Trient mit
dem Datum: Mainz pn'die Nonas Marcias 1530.
Seite 168: MOGVNTIAE EX AEDIBVS 10= | ANNIS SCHOEF-
FER MEN= | SE MARTIO ANNO | M . D . XXX . |
Duodez, 13 n. gez. Blätter -}- leerem Blatt -f- 167 Seiten +
1 n. gez. Seite, worauf die Schlussschrift, Antiquatype. ')
Mainz Stadtbibliothek.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 160. — Panzer, Annales VII, n. 89.
— Schaab I, n. 190. — Metzner, Nausea S. 33. — Schunk, Beiträge
zur Mainzer Geschichte III, S. 145.
136. FRIDERI = | Gl NAVSEAE BLANCICAM | PIANI DE
PACIENTIA | LIBER VNVS . | Auf der Rückseite des Titels Vorwort
Nausea's an Bischof Wilhelm von Strassburg mit dem Datum: Mainz
XVI Calend. Aprilis 1530.2)
Seite 64 Druckermarke (Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz
abgezogen, darunter: IMPRESSVM MOGVNTIAE PER | IOANNEM
SCHOEFFER ANNO | M . D . XXX . DECIMO QVAR | TO CALEND.
APRILIS . | 3)
Duodez, 63 gez. Seiten, Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek.
Panzer, annales IX, S. 340 n. 90. — Schaab I, n. 192.
137. Lindenblättchen PLV= | TARCHI CHAERO= | nensis opus-
cula quaedam lon= | ge utilissima, quorum cata = | logum in sequentis
pa = | gellae elencho re - | peries . | Cum Indice . | MOGVNTIAE AN . |
M . D . XXX . | Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite des Titels
Inhaltsverzeichniss.
Auf dem n. gez. Schlussblatt die Schlussschrift: MOGVNTIAE
EXCVDEBAT 10= | ANNES SCHOEFFER MENSE | IVLIO . POST
NATVM | CHRISTVM ANNO | M . D . XXX . | Hierauf Druckermarke
(Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite dieses
Blattes leer.
Duodez, 8 n. gez. Blätter + 362 gez. Seiten |1 n. gez, Schluss-
blatt, Antiquacursiv. Dritte Mainzer Auflage.
Mainz Stadtbibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 92. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 161.
— Schaab I, n. 193.
1) Nausea sandte ein Exemplar dieses Druckes an den Cardinal Far-
nese nach Rom. Dieser schrieb am 9. Juli 1530 an Nausea: Panegvricnm
vestrum accepimus ac legimus libenter, qui ejusmodi est, ut cuivis devoto ac
religioso viro facile placere possit. Studien und Mittheilungen aus dem
Benedictiner- und Cistercienserorden. IV (1883) S. 156.
2) 17. März.
3) 29. März.
78
— 79 —
138. CAij Jxdij Cesaris des grosz* | mechtigen ersten Römisch« |
cn Keysers Historien vom | Gallier vn der Römer Burgerische | krieg:
so er selbst beschriben: vfi durch | sondere grosse manntet seiner |
ritterlichen tugent ge= I füret hat . | Allen Rittermessigen, Gewaltigen,
Regierern der landt | vnd stett, darzü. andern gerne yn.es standts vast
nütz« | lieh vnnd fruchtbaiiich zulesen, Dem rechten | waren Latein
nach von newem besich= | tiget, an viln orten gebessert, auch | so vor-
mals auszgelassen. wie- | der hinzu gethon . |
Von dem Uebersetzer M. Ringmannus Philesius dem Kaiser Max I.
gewidmet mit dem Datum: Strassburg 1507.
Am Ende Druckermarke : (stehender Schäfer am Baume mit
Schafen) und der Schlussschrift: Getruckt zu Meyntz durch Johann |
nem Schöffer. im jar nach der geburt Christi | vnsers Herrn Tausent,
Fünffhun* | dert. vnnd dreissigsten, | im Septemb. |
Folio, 32 n. gez. Blätter + CLXIII gez. Blätter Text. Blatt 1
blattgrosser Holzschnitt und im Texte deren 115 theilweise blattgrosse,
welche meist aus der deutschen Liviusausgabe 1523 stammen, während
andere ans der Strassburger Auflage entnommen sind. Der Titel in
einer Art Theuerdanktype , Text eine grössere und kleinere Schwa-
baeher Type. Nachdruck der Ausgabe Strassburg 1507. Erste
Mainzer Auflage.
Darmstadt (D 2574), Mainz Stadtbibliothek, Haag kön. Bibl.,
Leipzig Sammlung Klemm , Jena Univ.-Bibl. , Göttingen Univ.-Bibl.,
germanisches Museum Nürnberg.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 159. — Graesse, tresor II, S. 11. —
Klemm, Gatalog n. 93. — Schaab I. n. 194. — Muther, Bücherillustra-
tion I, S. 251, 1740. — Goedeke, Grundriss I, 140. — IL Aufl. I, 446.
139. GALENI | DE RENVM AFFE= | CTVS DINOTIO- | NE
ET MEDICA | TIONE LIBER . I Interprete Christophoro Sotere | Li-
mothermaeo . | MOGVNTIAE QVINTO KA * | LENDAS IVNIAS .
ANNO | M . D . XXX . I Rückseite des Titels leer. Dem Kurfürsten
Albrecht von Mainz gewidmet von Christoph Heil, datirt Aschaffenburgi
ad deeimum Kalendas Maias anno salutis Christianae M . D . XXX . |
Blatt 1 (mit Signatur I) : Lindenblättchen GALE = | NVS DE
RENVM | AFFECTVS DINO | TIONE ET ME - | DICATIONE . |
Blatt LI Vorseite: LIBER DE RENVM | AFFECTIBVS GA- |
LENI FINIS . | Errata . | Rückseite von LI: Index, an dessen Ende
Rückseite des letzten Blatts: MOGVNTIAE APVD 10 AN = | NEM
SCHOEFFER MENSE 1VNIO, ANNO POST | NATVM CHRISTVM |
M . D . XXX . | Druckermarke Johann Schoeffers (hängende AVappen-
schilde Fusts und Schoeffers) schwarz abgezogen.
Octavo, 8 n. gez. Blätter (mit den Signaturen aij bis a v ) -f- LI
gez. Blätter -f- 9 n. gez. Blätter Index. Der Text in grösster Antiqua,
Errata und Index Antiquacursivtype.
79
— 80 —
Herausgeber ist Christoph Heil (Soter) aus Wiesbaden (Limother-
maeo) in Xassau.
München Hofbibliothek (von mir am 25. Mai 1891 benützt).
Panzer, Annales XI, S. 467. — Schaab I, n. 195. — Romanische
Forschungen VI, 474 (mit der falschen Angabe: Folio).
140. Ordnung des Märker dings für die Höhe.
Mainz J. Schoeffer 1530.
Folio. 10 Seiten. Für die Waldungen des Taunus in Xassau
auf Befehl des Grafen Philipp des Aelteren von Nassau - Idstein und
Philipp IH. von Nassau - Weilburg gedruckte Ordnung, 1578 von Graf
Albrecht erneuert.
Quelle: Unbekannt. (Nach Keller ein Exemplar im Staatsarchive
zu Wiesbaden.)
F. W. E. Roth, Geschichte und historische Topographie der Stadt
Wiesbaden. Wiesbaden 1883. S. 555. — Schliephake- Menzel, Ge-
schichte von Nassau V, 578. — Keller. Geschichte von Nassau S. 600.
— Vogel, Beschreibung des Herzogthums Nassau. Wiesbaden 1843.
S. 403 und 818.
1531.
141. PLAGEN. | TINI IVRISCOX* | sulti uetustissimi de ua - |
rietate actionum libri sex. | Item . | Rogerij compendium de diuer = j sis
praescriptionibus . | Eiusdem Dialogus de praescri = | ptionibus . J Rogerij
itidem de quorundam | veterum Jurisconsultorum antinomi = | eis sen-
tentijs, adprime vti= | lis Enarratio . | Eiusdem Catalogus praescri- |
ptionum . | Cum praefatione Nicolai Rho= | dij. qui hos autores e tene-
bris eru~ | tos in lucem aedidit . |
Seite 174 unten: Piacentini de varietate Actionuz . | libri Sexti
7 Ultimi | finis . |
Seite 175 oben: Compendium siue summa Rogerij de Praescrip-
tionibus | De diuersis praescrip= j tionibus . |
Rückseite von Seite 237 : Compendij siue summae Rogerij de |
diuersis Praescriptiöibus, deqz | sententijs veterü quorü = | dam Juris-
consulto | rü antinomic' | enarrati = | onis | finis . Mo= | gütiae ex aedi-
bus Joan = | nis Scheffer mense Februario . | Anno . M . D . XXXI . | ')
Octavo, 8 Blätter -j- 237 Seiten, gothische Type wie in voriger
Auflage.
Berlin kön. Bibliothek (an F. k. 8751), Gotha herzogliche Biblio-
thek, Leipzig Sammlung Klemm.
Zweite Mainzer Auflage.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 163. — Panzer, Annales VII, 420
n. 95. — Schaab I, n. 199. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, S. 365
— 366. — Klemm, Catalog S. 53 n. 94 (befindet sich im Irrthum,
1) Mittheilung aus Berlin.
80
— 81 —
wenn er gegen Schaab die Ausgaben 1530 und 1531 für eine und
die nämliche hält).
142. DJe acht Bücher des | hochberümpten Au * | relij Cornelij
Celsi vö | beyderley Medicine : das ist von der | leib vnd wund artz-
nei : zu errettung | menschlichs lebens : in allen la-anck = | heyten seer
dienstlich vnd behutsam ! Newlich jetzo verdeutscht durch | D. Johansen
Khüffner von | Ratemberg am Yne . | Mit eynem gnügsam anzeyg-
lichen Register, | alles innhalts hierin begriffeu. | Item verstandt der
gewicht vnd Recepten (so inn j disem Buch gesetzt seindt) mag man
ausz der | nechst hie nachuolgenden vorred nemen. | Auf der Rück-
seite des Titels Wappen. l )
Dem Christoph Philipsen von Liechtensteyn Freiherrn zu Castel-
khorn gewidmet mit dem Datum: Mainz am Sabbath vor Remi-
niscere 1531.
Blatt CLI Rückseite: Getruckt zu Meyntz durch Jo= | hannem
Schöffer. JiTi jar nach der geburt Christi | vnsers seligmachers M . D .
XXXJ . vnnd | volendt auff den vierdtzehenden tag | des Mertzen . |
Hierauf Druckermarke (stehender Schäfer mit Schafen) schwarz ab-
gezogen.
Folio, 14 n. gez. Blätter -f- CLI gez. Blätter Text + leerem
Schlussblatt — 166 Blatt Titel und Schlussschrift in der Theuerdank-
type, Text Schwabacher Type, Register eine kleinere Schwabacher Type.
Die Ausstattung ähnelt der der Caesarausgabe 1531.
Erste Mainzer Ausgabe.
Darmstadt (S 1109), Mainz Stadtbibliothek, Gotha herzogliche Bibl.
Schaab I, n. 200. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 162. — Ebert,
allgemeines bibliogr. Lexicon I, 303. — Jacobs und Ukert, Beiträge I,
366. — Degen, Literatur der Uebersetzungen der Römer I, S. 37.
143. Donatus.
Moguatiae Anno MDXXXL
Quarto, grosse gothische Type. Mit Druckermarke.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 163 (nach Exemplar in der Mainzer
Seminarbibliothek). — Panzer, Annales VII, 420 n. 96. — Schaab I,
n. 198. — Romanische Forschungen VI, 474.
144. ABschiedt des Rei= | chsstags zu Aug = | spürg Anno M.
D . XXX . | gehalten . | Holzschnitt | Cum gratia et priuilegio Imperiali. |
Auf der Rückseite des Titels Erlass Kaiser Karls V.
Am Ende : Gedruckt zu Meyntz durch Johannem Schoeffer jin
jar nach der Geburt Christi vnsers Herrn MDXXXL Zwei Wappen
in Holzschnitt (Deutsches Reich und Böhmen).
1) In dem Daruistadter Exemplar, die Rückseite des Mainzer leer.
81
Beiheft y. G
— 82 —
Folio. L)
Jena Univ.-Bibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl.
145. ABschyedt dess Rey = | chsstags tzüAugss = | pnrg . | Ann)
M . D . XXX . gehalten | Holzschnitt wie in voriger Ausgabe | Cum
gratia et priuilegio Imperiali . | Das Privileg Kaiser Karls V. fehlt auf
der Rückseite des Titels, steht aber ganz am Ende, die beiden Wappen
fehlen auf der letzten Seite, der Initial A ist in beiden Ausgaben jedoch
derselbe, der Druck dieser Ausgabe ist ein anderer aber ähnlicher wie
in obiger Ausgabe.
Jena Univ.-Bibl.' 2 )
Folio.
Eine beider Ausgaben erwähnt Muther, Bücherillustration I, 251.
146. ROrnischer Keyser- | lieber Maiestat Orde= | nung vii Re-
formation | guter Pollicei im Hey- | ligen Römischen Reich | Anno
M . D . XXX . zu Augspurg vff- | gericht. | Holzschnittrandleiste |
Cum gratia et Priuilegio Imperiali. |
Am Ende: Getruckt zu Meyntz durch Johannem Schöffer. Jm
jar nach der geburt Christi vnsers seligm achers. M . D . X . X . Xj. |
Folio, 14 Blätter Schwabacher Type, mit Titeleinfassung wie sie
im lateinischen Livius 1518, im Huttich 1520 und 1525. sowie im
Peutinger 1520 und Regino 1521 vorkommt.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog n. 95.
147. ROrnischer Keyser = | lieber Maiestat Orde- | nung vil Re-
formation | guter Pollicei im Hey | ligen Römischen Reich | Anno M .
D . XXX . | zu Augspurg vff == | gericht . | Holzschnittrandleiste | Cum
gratia et Priuilegio Imperiali.
Am Ende : Getruckt . . . vnsers | seligmachers M . D . XXXI . | 3 )
Folio, 23. Blätter.
Jena Univ.-Bibl.
148. ROrnischer Keyserlicher Ma= | iestat Ordnung vnd Refor-
mation guter Pol= | licei im Heyligen Römischen Reich | Anno M . D .
XXX . zu Aug- | spurgk auffgericht . | Holzschnitt: Kaiser mit den
sieben Kurfürsten Sitzung haltend | Cum gratia et Priuilegio Imperiali . |
Auf der Rückseite des Titels Erlass Kaiser Karls V. mit dem Datum:
Cöln 23 December 1530.
Am Ende: 11 Getruckt zu Meyntz durch Johannem Schöffer,
Jm jar nach der geburt Christi vnsers seligmachers M . D . XXXI .
Auf der Rückseite dieses Blattes zwei Wappen (Reich und Böhmen)
in Holzschnitt.
1) Mittheilung aus Jena.
2) Desgleichen.
3) Desgleichen.
S2
— 83 —
Folio, 14 n. gez. Blätter, Schwabacher Type, Titel Theuerdanktype.
1223
Darmstadt (Z ), Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek
(Kw 175 m). 10
Eine dieser drei Ausgaben in Gotha herzogl. Bibliothek und
Giessen Univ.-Bibl. (an Hs. CCXCVI angebunden).
Ueber eine dieser drei Ausgaben handeln: Archiv für hessische
Geschichte III , 2, S. 8. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 365. —
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 162 (ohne Angabe des Orts, Formats und
Druckers). — Adrian, catalogus codicum manuscriptorum bibliothecae
academicae Gissensis S. 93 n. CCXCVI.
149. Lindenblättchen VLRI = | CHI DE HVTTEN EQ . | DE
GVAIACI MEDI= | CINA ET MORBO | GALLICO LI* | BER VNVS . |
MOGVNTIAE ANNO | M . D . XXXI . | Lindenblättchen. | Mit Titel-
einfassung wie Ausgabe II (1524). Rückseite des Titels leer.
Am Ende: MOGVNTIAE IN AEDIBVS 10- | ANNIS SCHOEF-
FER, ANNO | M . D . XXXI. | Druckermarke (Wappenschilde Fust-
Schoeffers) schwarz abgezogen. Dritte Mainzer Ausgabe.
Octavo, 3 n. gez. Seiten -f- 123 gez. Seiten =126 Seiten.
Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek.
Böcking, opera Hutteni I, 42. — Panzer, Annales VII, n. 92. —
Panzer, Hütten S. 96. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 9. —
Brunet, manuel s. v.
150. BAmbergische Halssgerichts | vnd Rechtlich Ordnung, ili
peinlichen Sachen zu volnfarn | allen Stetten, Communen, Regimenten,
Amptleuten, Vögten, Ver = | wesern, Schultheyssen, Schöffen, vnd Rich-
tern, dienstlich, für- j derlich vnd behülfflich, darnach zu handeln vnd
rechtspre = | chen, gantz gleichförmig gemeynen geschriben Rech = | ten it.
Darauss auch diss büchlein gezogen vnd fleissig gemeynem nutz zugüt,
ge= | samelt vnnd verordnet ist. |
Am Ende : Getruckt zu Meyntz bei Johan Schöffern im jar nach
der geburt Christi vnsers herrn fünfftzehenhun = | dert vnd eyn vnd
dreissigsten, Vnnd vollendet | auff den zwentzigsten tag des Meyen. ')
Folio, mit 22 Holzschnitten. Sechste Mainzer Ausgabe.
Wien llofbibliothek, Gotha herzogl. Bibl., Jena Univ.-Bibl., Wer-
nigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek.
Panzer, Annalen, Supplement n. 677. — Koch, J. C, de primis
constitutionis criminalis Bambergensis editionibus. Gissae 1765. S. 9. —
Schaab I, n. 201. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 366. — Janitschek,
Repertorium für Kunstwissenschaft IX, S. 173. — Catalog Antiquariat
Rosenthal- München XLV, n.476. — Bibliotheca Feuerliniana II, n. 5530.
— N. Archiv des Criminalrechts VII, 452, IX, 77.
1) Mittheilung aus Wernigerode.
83
— 84 —
II. Druckwerke Johann Schoeffers ohne Jahresangabe.
1509 — 1510.
1. Institutiones imperiales sine quibus legum humanarura, sacro-
rumque canonum amator mancus est.
Mainz, J. Schoeffer. 0. J. (1509 oder 1510). Mit Schoeffers
Druckmarke.
Duodez, 185 Blätter, mit Titeleinfassung.
Quelle : Unbekannt.
Fischer, typographische Seltenheiten III, S. 34.
1520.
2. IN EDVAR | DVM LEVM QVORVN= | dam e sodalitate li-
teraria Erpli | urdien . Erasmici nominis stu | diosorum Epigrammata. |
Ad Lectorem.
Qui legis liaec, si quis tarnen haec legis, optime lector
Ne mihi Socratico turbidus ore ueni.
Dum caneretur enim nobis bonus iste Leeus
Pro phoebo presens ipse Lyeus erat,
R A.
MOGVNTIAE M. D. XX.
Mit Titeleinfassung. Rückseite des Titels Vorwort: PETREIVS
APER BACCHVS Eobano Hesso suo S.
Blatt 2 — 12 satyrische Epigramme von Eobanus Hessus Misenus,
Petreius Aperbacchus, Euritius Cordus, Antonius Niger Vratislaviensis.
Blatt 12 Vorseite: Antonius Niger Vratislaviensis in Leum. (Ge-
dicht), darunter Druckermarke (Wappenschilde Fust und Schoeffers),
Rückseite leer.
Quarto, 12 n. gez. Blätter mit den Signaturen A — Cij , Antiqua,
Vorwort in Antiquacursiv. { )
Krakau, Univ.-Bibliothek.
Panzer, Annales VII, n. 40. 2 )
1526.
3. ABschidt des | Reichstags | zu Speyer An- | no 1526. ge- |
halten. | Gegen dem Original Colla - | tionirt : auscultirt vnd | subscribirt.
1) Mittheilung aus Krakau.
2) Eine erste Auflage der Schrift, welche wider die Angriffe des Eng-
länders Lee gegen des Erasmus von Roterdam Ausgabe des neuen Testa-
ments (1516) gerichtet war, erschien 1520 zu Erfurt. (Kampschulte, Geschichte
der Universität Erfurt I, 255. — G. Schwertzell, Eobanus Hessus. Marburg
1873 S. 27 Note 30). — Die Mainzer Auflage ist ein Nachdruck.
84
— 85 —
Mit Titelholzschnitt. Rückseite des Titels grosser Holzschnitt.
Am Ende: Gedruckt zuMeintz durch Johan Schöffern . | 0. J. (1526).
Folio, 13 Blätter, deren eins leer.
Augsburg Stadtbibl., München Hof bibl., Freiburg i. B. Univ.-Bibl.
Weiler, repert. n. 3699. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 156 nach
Exemplar in der Mainzer Dombibliothek. — Schaab I, n. 174. — Wohl
die von Muther. Bücherillustration I, S. 251, 1741 angeführte Ausgabe.
Die nachstehenden Drucke ergeben keinen Anhaltspunct für die
Zeit ihrer Herstellung.
4. Cura pastoral' | pro ordinandorü | tentamine | collecta | (ohne
Schlusspunct).
Am Ende: Impressum Maguntie p Johanne Schoeffer: |
Duodez, 12 n. gez. Blätter, Zeile 1 des Titels in Psaltertype,
Zeile 2 — 4 Missaltype, Text kleine gothische Type wie in Schoeffers
Enchiridien.
Mainz Stadtbibliothek (a 23), Giessen üniv.-Bibl. (an Hs. DCCCXI.
angebunden).
Adrian, catalogus codicum manuscriptorum bibliothecae academicae
Gissensis S. 245.
5. Die geschieht vnnd bekanntniss des getoufften Juden Johannes
pfefferkorn genant , zu Halle vor sant Moritz burgk gebraten vnnd
zuuor mit glüender zangen zerrissen, Noch Cristi vnnsers lieben Heren
geburt Tusent |
Am Ende: sigel vnnd ein schottischer pfaff hat Jnn getoufft |
Getruckt zu Mentz | durch Johann schöffer |
Gleichzeitige Abschrift eines Drucks, zwei Quartblätter ehedem
in Böckings Besitz.
Böcking, opera Hutteni Suppl. I, addenda S. 2, insbesondere Suppl.
II, 1, 40 — 41.
6. Domus Encomium ubi et frugi commendatur victus et patria
nihil debere esse vel charius vel antiquius auetore Hieronymo Verlen.
Joannes Schoeffer exeudebat sub intersignio missalis. 0. J.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, annales IX, 540 n. 112 b nach Bibliotheca Josch.
85
— 86 —
III. Drucke ohne Druckort und Firma. 1 )
1503.
1. Hanc informationem de genealogia beatissime virginis Christi
sponse Barbare cum vno sermone theologali fecit imprimere Maguntie.
R. in Christo pater et dominus dominus Raymundus miseratione diuina
tituli sancte Marie noue sacrosancte Romane ecclesie presbyter Cardi-
nalis Gurcensis ad Germaniam Datiam etc. apostolice sedis de latere
Legatus Anno domini Mccccc iij . vt distribuat 2 ) gratis diuersis per-
sonis et ecclesiis quibus dedit reliquias ad dei honorem et sanctorum
laudem.
Blatt 2 steht ein Auszug aus Origines: de amore Christi ad uir-
ginem matrem et e conuerso Abhandlung über St. Barbara und ihre
Legende. Sodann: Sermo Septem conclusionum fratris Johannis Capet
ordinis minorum de observantia sacre theologie professoris.
Quarto, 6 Blätter, gothische Schrift, schlechter Satz und schlechter
Abdruck, dem man mit der Feder nachzuhelfen suchte. 3 )
Quelle: Unbekannt.
Riederer, Nachrichten IV, 167 — 168. — Panzer, annales VII. n. 4.
— Schaab I, n. 85. — Wetter, kritische Geschichte S. 320.
Worauf Riederer seine Behauptung gründet, J. Schoeffer sei Ur-
heber dieses Drucks, ist nicht ersichtlich.
1) Die Aufnahme der nachstehenden Beschreibungen geschah nur aus
dem Grunde, um in der Literatur eingebürgerten Annahmen gerecht zu werden.
Nur einen kleinen Theil der nachstehenden Drucke habe ich selbst geprüft
und, soweit zu dieser Zeit, in der Schriftgiessereien jede beliebige Type
nachahmen und verbreiten konnten, die Identität der Typen noch Werth hat,
Schoeffer als Eigenthum angewiesen. Für alle anderen Angaben tragen deren
Urheber die Verantwortung allein. Es ist mancher der nachstehenden Drucke
als Eigenthum Schoeffers mit Vorsicht aufzunehmen, da mancher der früheren
Literatoren für die Identität den Beweis schuldig blieb und mir zum Gegen-
beweis die Mittel fehlen.
2) Wohl: distribuatur zu lesen.
3) Damit stehen in Beziehung die Drucke: Hunc sermonem de ortu,
conversatione, virtutibus preclarissimis et martyrio beatissime virginis christi
sponse Katherine fecit imprimere in Spirensi civitate Reverendissimus in
christo pater et dominus — Raymundus — Cardinalis Gurcensis ad Germaniam,
Daciam etc. Apostolice sedis de latere legatus. Anno domini M D III. Ut
distribuat gratis suis amicis et ecclesiis ad ipsius virginis honorem et laudem.
In quo per preclara testimonia sacre scripture et doctorum probatur vita
ipsius Katherine excellentissima.
Am Ende: Finit sermo ad mandatum ipsius Reverendissimi domini
nominati compositus per fratrem Johannem Capet ordinis minorum de obser-
vantia sacre theologie professorem.
Quarto. 0. O.u. F. Panzer VIII, 297. — L. Hocker, Bibliotheca Heils-
bronnensis. Nürnberg 1731. S. 154. — Weiss, Anfänge der Buchdruckerkunst
in Speier. Speier 1870. II, 20 n. LXVIII. und:
(Capet, Johann, Ord. Min.) Informatio ex s. scriptura de genealogia sive
origine b. virginis ac martyris Christi sponsae Barbarae cum prosecutione
legendae et miraculorum. 0. 0. u. J. u. F. (1503). Gothische Type, 5 n. gez.
Blätter Quarto.
86
— 87 —
1507.
2. Litterae invitatoriae Jacobi Archiepiscopi moguntini de subsidio
dando . 1507.
Querfolio, Einblattdruck zu 60 Zeilen gothischer Type der Peter
Friedbergs ähnlich und grossem gedrucktem Initial. Betrifft einen
Beitrag des Mainzer Dioecesanclerus für die Palliengelder Erzbischofs
Jacob von Mainz 1507.
Quelle: Unbekannt.
Fischer, typographische Seltenheiten VI, 106 — 116 (Beschreibung
und wörtlicher Abdruck mit Abkürzungen).
1510.
3. Breviarius | Maguntiii . | (Rothdruck).
Blatt 2 Vorseite: Incipit registrum Aduentus.
Blatt 15 — 21 Calendarium , worin die Mainzer Localheiligen
Bilhildis und Martinus vorkommen.
Blatt 23 Vorseite: Incipit breviarium secundum diocesim Ma-
guntinen.
Blatt 87 Vorseite: Incipit commune sanctorum. Am Ende: Laus
deo. | 0. J. (um 1510).
Duodez, mit den Signaturen ij — iiiij , z — ziiij, 7 — 7 iiij, aa —
zziiij, A — Cvj. 35 Zeilen, kleine Antiquatype wie in J. Schoeffers
Placentinusausgaben 1530 und 1531, rotli und schwarz gedruckt, genau
im Register, zweispaltiger Satz.
Leipzig Sammlung Klemm.
v. d. Linde, das Breviarium Moguntinum. Wiesbaden 1884, S. 12
bis 13 giebt eine genaue Beschreibung, verlegt aber „Schon wegen des
Registrum huius Breviarij (a b c 2c. Omnes sunt quaterni preter 7
ducernus 11 quinternus C sexternus) gehört dieser Druck nicht nach
Mainz" dieses Brevier nach Lyon als Vorläufer der Ausgabe Lugduni
per Franciscum Fradin 1507. Dem entgegen steht die Bemerkung
Klemms, dass die Type die J. Schoeffers sei, auch ist kein Grund
vorhanden, Lyon als Druckort wegen dieser Eintheilung der Papier-
lagen anzunehmen. Klemm, Oatalog S. 42 n. 65. Dass übrigens
v. i\(>v Linde und Klemm ein und das nämliche Buch beschrieben, geht
aus Beider Angaben hervor,, ob Klemms Jahresangabe 1510 richtig,
steht dahin.
Dr. Falk im Centralblatt für Bibl. 1887 S. 387.
1511.
4. IIAndt Spiegel . | Johannis Pfefferkorn , wider vnd gege die
Juden, vnd | Judischen Thalmudischen schriflftenn So, sie vber das |
Cristenlich Regimet, singen vil lesen Welche pillich Gots | lesterer,
ketzer vnd aberglauber, des alte Newen, vnd des | Naturlichen gesetzen
gezelt, geheissen, verthümbt vn ab- | gethan, werden mögen. Darumb
87
— 88 —
sich etliche cristen wider | mich setzen, anfechten Soll i che artickel zu
wid'legen Dar = | gegen ich antwurdt vn mit bescheidene rede vffgelost
hab, | Welcher dass püchlein lesen will Der thü nit wie der hann |
So er vber die gliiende kolen fleucht Vill gelesen, vnd we = | nig ver-
standen ist besser vnterlassen. |
Am Ende: 11 Bitt gott vor mich . | Rückseite leer.
Dem Meister Arnold von Thongern Doctor und Lehrer der heil.
Schrift, obersten Regierer der Burse Laurentiana in Cöln gewidmet.
Gegen Reuchlin gerichtete Schrift. Vgl. Panzer, Annalen I, S. 329
bis 330 n. 693.
Quarto, 24 n. gez. Blätter, Schwabacher Type. Obgleich ohne
alle Bezeichnung dürfte trotzdem dieser Druck J. Schoeffer angehören,
da nach Böcking opp. Hutteni Suppl. II, 1, 75 feststeht, dass diese
Schrift in der Aprilmesse (1511) zu Mainz gedruckt ward. Ein Be-
weis zweiten Ranges ist die Uebereinstimrming der Type mit der
J. Schoeffers.
Mainz Stadtbibliothek, München Hofbibl.
Panzer, Annalen I, 329 n. 693. — Böcking, opp. Hutteni Suppl.
II, 1, 75. — vgl. Maii vita Reuchlini S. 282. — Geiger, Reuchlin
S. 243. — Catalog Rosenthal XXXVII n. 3435. — Goedeke, Grundriss
II. Aufl. I, 453.
1512.
5. Ordnung von kayss'licher Maiestat zu vnd'richtüg der offen
Notarie wie die jr Ampter vben sollen ausgange . mitsampt eynem
penliche mandat das die nymäds nachtrucken: oder ob solichs dar-
wider geschehe : dieselben : nymands : vff kauften noch verkauften noch
feyl haben solle . sie sey daii durch sie Kayserlichen Cömissarien zu
Reformirung: der Notarie verordet zuvor corrigirt vn zutrucke erlaupt.
Folio, 4 Bogen. 0. J. (1512). Nach Panzer Druck J. Schoeffers.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annalen I, 343 n. 724.
6. An Bebstiich heyligkeit vnd Kayser= | lieh Maiestat . Chur-
fursten vnd | Fürsten des heyligen Römischen Reichs sambt | gemeiner
Ritterschafft, vnd des heyligen | reichs Stetten, den zukünftigen | scha-
den der Christeheyt mo | gen ermessen, vö wo sie | wolle, denselbigen |
gar leichtlichen | fürkomen j (ohne Schlusspunct). Mit Titelholzschnitt,
Quarto, 11 Blätter -{- leerem Schlussblatt. 0. J. ] )
Schaffhausen Stadtbibl., Bamberg kön. Bibl., Mayhingen.
Weller, repert. n. 668. — F. W. E. Roth, Geschichte der Herren
und Grafen zu Eltz. Mainz 1889. I, S. XVII Note 304. — Muther,
Bücherillustration I, S. 92.
1) Eine andere Ausgabe Nürnberg 1512 nennt Panzer, Annalen I, 344
n. 725.
88
— 89 —
7. Was den löblichen Churfursten vfi | Fürsten . Auch der Ritter-
schafft | am Orden gelegenn ist . | wirdt auss volgen- | den Artikeln
vermerckt | (ohne Schlusspunct). Mit Holzschnitt wie vorige Nummer
auf Blatt 1 Vorseite. Eückseite kurzes Vorwort. Blatt 2 Vorseite der
obige Titel, hierauf der Text.
Am Ende : Gedruckt zu Metz (ohne Schlusspunct) , wofür wohl
Metz zu lesen sein wird, da das Vorkommen des Holzschnitts voriger
Nummer auch diese einer gleichen Druckerei aneignen dürfte.
Quarto . 8 Blätter. 0. J. (1512). Fortsetzung voriger Nummer
als Denkschrift des Deutschordens in Betreff seiner Verdienste um
Papst und Reich sowie Beschwerde des Hochmeisters Markgrafen von
Brandenburg gegen den Polenkönig Sigismund nebst Bitte um Schutz.
Schaffhausen Stadtbibl., Augsburg Stadtbibl.. Bamberg kön. Bibl.,
May hingen und Tübingen Univ.-Bibl.
Weller. repert. n. 669. — F. W. E. Roth. Geschichte der Herren
und Grafen zu Eltz I, 8. XVII. Note 304.
8. Tractatulus nö tarn | ornatus q devotus, in laudem sancte ecclesie
Treveren . | urbisqz illius Antiquitatum Reliquias. & Pa | tronos. ma-
xime pro Tunica domini ! inconsutili Editus . | Holzschnitt, künstlerische
Darstellung, besser als in den frühern Ausgaben dieses Schriftchens,
Christus am Kreuze, unten Maria und Johannes ähnlich dem Canon-
bilde eines Missale's. In der Zierleiste rechts zwei weibliche Figuren,
die untere St. Helena mit dem Kreuze in der Hand, in der linken
Zierleiste drei weibliche Personen in Ordenstracht, unter der Kreuzigung
eine weitere Randleiste. Cölner Schule. Rückseite des Titels Brief
des Herausgebers Bruder Johann Scheckmann zu St. Maximin bei Trier
an den Theologieprofessor Johannes Enen. Zeile 1 des Titels in
Schoeffers grosser Psaltertype de 1457.
Blatt 2 Vorseite (Signatur A 2 ): (V)Rbem Treberim Beigice Gallie
Me | tropolim cödidere atqz habuere initio Asirii Pris = | über die
Gründung Triers handelnd und Geschichtliches über Trier . die Auf-
findung des Rocks Christi und dessen Wunderkraft gebend. Schlichst
Blatt 8 Vorseite Zeile 13: talia Amen.
Quarto, 8 Blätter mit Signatur A 2 — B 4 zu 36 Zeilen. 0. J. (1512).
Trier Stadtbibliothek (aus Kloster Bitburg. G. B. IV, 651. G.),
München Hofbibliothek, Cöln Stadtbibliothek. Paulini'sche Bibliothek zu
Münster i. W.
Centralblatt f. B. IV (1887), S. 485 — 486 aber fälschlich Ivo
Schoeffer zugeschrieben. — Ibidem VI (1889), S. 460 mit gleichem
Fehler. — Studien aus dem Benedictinerorden VIH (1887). S. 352—353
nach Exemplar der Trierer Stadtbibliothek Nr. 302 von sieben Blättern.
9. ROmischer key serlicher Mas | iestat vnd gemeiner Stende | des
Reichs Abscheid vff | dem Reichstag zu | Collen . Anno . | XV C . XII. |
vffgericht . | Mit Titelholzschnitt.
89
— 90 —
Folio, 4 Blätter + leerem Schlussblatt. 0. J. Erste Auflage des
Collier Reichstagsabschieds. *)
Augsburg Stadtbibliotliek.
Weller, repert. n. 665 (fehlt im typographischen Register). —
Muther, Bücherillustration I, S. 250, 1731.
10. ROmischer keyserlicher Maiestat | vnd gemeiner Stende des
Reichs vfsatzung vnnd Ordnung | vff dem Reichstag zu Collen. Anno
XV C . XII . vffgericht . | Mit grossem Titelholzschnitt. 2)
Am Ende: zu Collenn auff den Sechsundzweintzigistenn tag des
monats Augusti, Nach Cristi gepurt Fünfftzehenhundert vnnd im zwölff-
tenn, Vnnser Reiche :c.
Folio, 11 Blätter + leerem Schlussblatt. 0. J
Augsburg Stadtbibl., germanisches Museum in Nürnberg.
Weller, repert. n. 664 (fehlt im Register). Supplement I, S. 55.
1515.
11. Vlrichi de Kutten equitis Germani in miscrabilcm Joannis
de Hütten gentilis sui interitum depl oratio.
0. J. (1515).
Der Druck gehört J. Schoetfer an, da sich in demselben der
gleiche Holzschnitt (Ermordung des Hans v. Hütten) wie im Phalaris-
mus lluttens (Mainz 1517) findet.
Quelle: Unbekannt.
Böcking, opera Hutteni III, 401 mit Facsimile. IV. 1.
12. Vlrichi de Hütten equitis Germani in Vlrichum Wirtcnper-
gensem orationes quinque. 0. J.
Auch in dieser Ausgabe befindet sich dieser Holzschnitt.
Quelle: Unbekannt.
Böcking, opera Hutteni V, 1.
1516.
13. Defensio Joänis | Pepericorni . cötra famosas 7 crimina | les
obscuron viro_ epFas :c. 0. J.
Die Urheberschaft J. Schoefters für diesen Druck beweist eine
band schrifl liehe Notiz, welche Böcking mittheilte : Impressus etiam est
Moguntie libellus contra maleficum auetore Virico Hutteno igne exustum,
in cuius prefatione et mihi et prosapie mee immerito maledicitur. Tanta
nunc est quorundam prohdolor! pseudo christianorum levitas, tantaque
orthodoxe fidei degenerans audacia :c.
1) Eine andere Ausgabe bei Panzer, Annalen I. 342 n. 721 gehört wohl
ebenfalls J. Schoeffer an.
2) Die Nummern 71«) — 720 bei Panzer I. 342 scheinen andere Aus-
gaben als obige zu sein, da die Bügenangabe zu obiger Angabe mit 1 2 Blatt
nicht passt.
90
— 91 —
Format?
Quelle: Unbekannt.
Böcking, opera Hutteni III, 344. — Maii, vita Reuchlini S. 256.
— Freytag, apparatus litterarins II, 1187.
1517.
14. Lindenblättchen PHALA | RISMVS DIALO | GVS HVTTE |
NICVS . | Lindenblättchen | APVD AVREAM | MOGVNTIAM . | Lin-
denblättchen | Auf der Rückseite des Titels beginnt die Schrift.
Am Ende : FINIS PHALARIS | MI HVVTENICI | i) IACTA
EST ALEA . |
Kleinoctavo, 7 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 0. J.
4597
Darmstadt (D ), Haag kön. Bibliothek.
Böcking, opera Hutteni I, 17* n. 4. — Wohl die von Panzer IX,
116 n. 105 angeführte Ausgabe. — Panzer, Hütten S. 27. — Vgl.
Böcking, opera Hutteni I, 225 n. 115. — Archiv für Frankfurts Ge-
schichte und Kunst, Neue Folge. IV (1869), S. 62 u. 67. — Goedeke,
Grundriss I, 210.
15. Lindenblättchen HOC IN VOLV | MINE HAEC CONTINEN-
TVR | VLRICHI HVTTENI EQV . | Super interfectione propinqui sui
Joannis Hut- | teni Equ . Deploratio . | Ad Ludouichum Huttenum super
interemptio | ne filij Consolatoria . | In Vlrichum Vuirtenpergensem
orationes V . | In eundem Dialogus, cui titulus Phalarismus . | Apologia
pro Phalarismo, & aliquot ad amicos | epistolae . | Ad Franciscum
Galliarum regem epistola ne | causam Vuirtenpergeil . tueatur exhor-
tatoria . | Ad lectorem . | Res est noua, res est atrox, & horrenda, dis-
peream j nisi legisse uoles. Vale . | Auf der Rückseite des Titels
Verse Ulrichs von Hütten an den Leser. Blatt 18 Vorseite das Datum:
Steckelbergk Calendis Augusti und Blatt 18 Rückseite der bekannte
Holzschnitt : Ermordung des Hans von Hütten im Walde, wie in andern
Drucken J. Schoeffers. Auf der Rückseite des letzten Blatts Huttens
Brustbild in Holzschnitt wie in andern Drucken J. Schoeffers.
Quarto, 84 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 0. J.
Mainz Stadtbibliothek.
Böcking, opera Hutteni I, 45. Böcking besass ein Exemplar dieses
Druckes mit dem handschriftlichen Eintrage: ,Pro venerabilissimo viro
domino Conrado Pewtinger ä Joanne Schoeffer calcographo Moguntinensi.'
16. Lindenblättchen VLRICHI | HVTTENI AD PRINCT; | PES
GERMANOS VT | BELLVM TVRCIS j INFERANT | EXHORTA-
TORIA . | Lindenblättchen | 1NSVNT quae priori editione ex= | empta
1) So der Druck; diesen Druckfehler giebt Böcking I, 17* n. 4 nicht an,
da er vielleicht nicht in dem von ihm benutzten Exemplar sich vorfand.
Dl
— 92 —
erant, uide & adfieieris . | APVD AVREAM MO | GVNTIAM . | Linden-
blättchen | Rückseite des Titels leer. Blatt 2 Vorseite bis 3 Rückseite
enthält Huttens Vorwort an Chunrad Peutinger mit dem Datum : Mainz
Calen. Junii anno post . M . D . XVIII.
Blatt 44 Vorseite: Lindenblättchen VLRICHI | DE HVTTEN
EQVITIS | ad Germanos suos, Exhortatorium . |
Blatt 45 Vorseite : VLRICHVS HVTTENVS | liberis omnibus ac
uere Germanis S. Hierauf Verzeichniss der Errata.
Kleinoctavo, 46 n. gez. Blätter Antiquatype 2 für den Text, die
Schlussschrift in kleinerer Antiquatype. 0. J.
954
Darmstadt (M ).
Panzer, annales VII n. 32. — Panzer, Hütten S. 55. — Böcking,
opera Hutteni I, 33. — Schaab, Geschichte 1, n. 122.
17. EPISTOLA AD ILLVSTREM VI | RVM HERMANNVM DE
NEV | VENAR COMITEM HVTTE | NIANA, QVA CONTRA | CAP-
NIONIS AEMVLOS | CONFIRMATVR . | Auf der Rückseite des Titels
beginnt der Brief Ulrichs von Hütten, datirt Mainz VII nonas Apriles. (!)
Quarto, 4 Blätter, deren letztes leer. 0. J. l )
Quelle: Unbekannt,
Böcking, opera Hutteni I, 20 n. 1.
1519.
18. Lindenblättchen FEBRIS . Lindenblättchen | DIALOGVS |
HVTTE | NI - | CVS | Lindenblättchen |
Am Ende Blatt 4 Vorseite: FEBRIS DIALOGI FINIS . | Mense
FEBR . An . MDXIX . | Rückseite dieses Blattes leer.
Quarto, 4 Blätter. 0. J.
Quelle: Unbekannt,
Böcking, opera Hutteni I, 36 — 37. Ueber diese Schrift Huttens
dessen Brief an Arnold Glauburger in Frankfurt a. M. Mainz 26. Juli
(1519) bei Böcking a. a. 0. I. 286. Jedenfalls erste Mainzer Auflage
dieser Schrift.
19. Lindenblättchen FEBRIS Lindenblättchen | DIALOGVS HVT= |
TENICVS . | Lindenblättchen | EIVSDEM HVT . | PROGNO ] sticon ad
Leonem X . Pont. Max . | carmine heroico . | Rückseite leer.
Am Ende: FINIS | APVD AVREAM MO | GVNTIAM. | Linden-
blättchen | Rückseite des Blattes leer.
Octavo, 8 Blätter. 0. J.
1) Ueber den Adressaten des Briefs, den Grafen Hermann von Neuenahr
Domprobst und Kanzler der Universität zu Cöln f 1530, siehe: A. J. Weiden-
bach, die Grafen von Are, Hochstaden, Nurburg und Neuenare. Bonn 1845.
S. 117. — Hermann war das Haupt des humanistisch gesinnten Adels des
Erzstifts Köln.
92
— 93 —
Quelle: Unbekannt.
Böcking, opera Hutteni I, 37.
20. Lindenblättchen HOC IN VOLV | MINE HAEC CONTINEN-
TVR I VLRICHI HVTTENI EQV . | Super interfectione propinqui sui
Joannis Hut - | teni Equ. Deploratio. [ ) \ Ad Ludouichum Huttenum super
interemptio | ne filij Consolatoria . | In Vlrickum Vuirtenpergensein
orationes V. | In eundem Dialogus, cui titulus Phalarismus . | Apologia
pro Phalarismo , & aliquot ad amicos | epistolae . | Ad Franciscum
Galliarum regem epistola ne | causam Vuirtenpergen . tueatur exhor-
tatoria . Ad lectorem . | Res est noua, res est atrox, & korrenda, dis-
peream j nisi legisse uoles . Vale . | Auf der Rückseite Ulrichs v. Hütten
Gedickt ad lectorem. 2 )
Am Ende: HOC VLRICHI DE | HVTTEN EQVIT . | GER . IN-
VECTI | VARVM | CVM ALIIS QVI- | BVSDAM IN TY | RANNYM
VVIR | TENPERGEN | SEM OPVS | EXCVSYM IN AR | CE STE-
KEL- | BERK AN . | M . D . XIX . MENSE | VII BRI . | Rück-
seite leer. 3 )
Quarto, 106 Blätter, Antiquatype 2, mit Initialen und dem Holz-
schnitt: Ermordung des Hans von Hütten im Walde (Facsimile davon
in Böcking), sowie Ulrichs v. Hütten Bildniss auf Blatt 18 Rückseite,
wahrscheinlich von Schäufelein gestochen. 0. J. Zweite Mainzer Auflage.
Darmstadt (B 1269), Sammlung Klemm Leipzig.
Klemm, Catalog n. 74. — Böcking, opera Hutteni I, 45. Böcking
besass ein Exemplar mit der handschriftlichen Widmung: Pro venera-
bilissimo viro domino Conrado Pewtinger ä Joanne Schoeffer calcographo
Moguntinensi. — Catalog Antiquariat Cohn- Berlin CLX1V. n. 555. —
Goedeke, Grundriss I, 210.
1520.
21. HVLDERI | CHI HVTTENI EQ . GERM . | DIALOGI . |
FORTVNA . | Febris prima . | Febris secunda | Trias Romana . | In-
spicientes . | M H |
1) Klemms Exemplar hat hier den Druckfehler: deproratio, was auf
verschiedenen Satz, keine verschiedene Auflage schliessen lässt.
2) In Klemms Exemplar ist die Rückseite leer geblieben.
3) Auch dieser Druck gehört Johann Schoeffer zu. Die Type derselben
ist die Johanns; die handschriftliche Widmung an Peutinger erachte ich je-
doch nicht für einen zwingenden Beweis, dass Johann Schoeffer die Schrift
auch druckte. Die Angabe des fingirten Druckorts Steckelberg erfolgte wohl
aus Vorsicht und hat keine andere Bedeutung als diese. Andere Drucke mit
dem Druckorte Steckelberg schreibe icli Johann Schoeffer nicht zu, da keine
Typengleichheit vorhanden, muss aber auch die Annahme, als habe Franz
von Sickingen eine eigene Druckerei auf Ebernburg oder Landstuhl besessen,
welche namentlich von Strauss, Ulrich von Hütten vertreten, zurückweisen.
Bei der Einnahme der Burgen des Franz von Sickingen 1523 fand sich nichts
Derartiges vor, auch mangelt in den Acten und Rechnungen des Archivs der
edlen Familie von Sickingen darüber jeder Anhaltepunct. Diese Schriften
sind anderwärts gedruckt, vermuthlich zu Strassburg.
93
— 94 —
Quarto, 72 Blätter, deren letztes leer. 0. J.
Quelle: Unbekannt.
Böcking, opera Hutteni I, 49, hält diesen Druck für ein Erzeugniss
J. Schoeffers für Hupfuff in Strassburg hergestellt,
22. Epistola Ulri = | chi de Hütten | Equitis, Ad D, Martinuni
Lu = | therum Theologum . |
Am Ende : Mogüt . | raptim . II . Nonas Junij Anno M . D . XX .
Melanchthone | saluta & Facchum, ac bonos istic omnes, Iterumqz
Vale . |
Quarto, 2 Blätter. ')
Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek (Hc 643 misc. 12).
23. Hoc in libello haec continentur: | VLRICHI | DE Hütten,
Equitis Germani, ad j Carolum Imperatore, aduer= | sus intentatam sibi
a Ro | manistis vim & in | iuriam, | Conquestio . | . • . | Eiusdein alia
ad Principes, ac viros Germa- | niae, de eadem re conquestio . | Eius-
deni ad Albertum BrandepurgeTI , & | Friderictni Saxonuin Ducein,
Priu = | cipes Electores, aliaeqz ad alias | Epistolae . | IACTA EST
ALEA | (ohne Schlasspunct). Rückseite des Titels leer.
Auf der Vorseite des letzten Blatts Holzschnitt: Brustbild Ulrichs
von Hütten von einem Kranz umgeben.
Quarto, 24 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 0. J.
4909
Darmstadt (0 ).
Böcking, opera Hutteni I, 57 n. 3. — Bibliotheca Haeberliniana
IV, S. 303 n. 5965. — Panzer, Hütten S. 132 n. 3.
24. Ein Clagschrift des Hochberüm | ten vnd Ernueste herrn
Virichs vö Hütten | gekröneten Poeten vn Orator an alle stend |
Deutscher nation, Wie vnformlicher | weise vn gätz geschwind , vner-
sücht | oder erfordert einiges rechtes . | Er mit eignem tyränische |
gewalt, vö dem Ro = | maniste, an leib , | eer, vnd gut , | beschwert | vn
benö | tiget | wer | de | . ■ . |
Ein grosses dingk ist die warheit, vnd | starck über alle . iii .
Esdre . iiii . | Rückseite des Titels leer.
Quarto, 9 n. gez. Blätter + leerem Schlussblatt. 0. J. Blatt 9
Vorseite steht ein Datum: 1520. Schwabacher Type J. Schoeffers.
4909
Darmstadt (0 -— -).
Böcking, opera Hutteni I, 61 n. a 1 . Abdruck der Schrift ebenda I,
405 — 419.
1) Mittheilung (als Schoefferscher Druck aber mit einem Fragezeichen)
aus Wernigerode.
94
— 95 —
25. [C]lag vnd vor- | manüg gege dem über | massigen vnchrist-
lichen gewalt des | Bapstes zu Rom, vnd der vngeist = | liehen geist-
lichen. Durch herrn VI | riehen vö Hütten, Poeten, vnd Orator der
gantze | Christenheit, vnd züuoran dem Vatterland Teilt = | scher Nation
zu nutz vnd gut, Von wegen ge- | meiner beschwernüss , vnd auch
seiner eige- | nen notdurfft, In reimens weise be | schriben . | Iacta est
alea . | Ich habs gewagt . | Hand , Liudenblatt , Hand | Rückseite des
Titels leer. Blatt 2 Vorseite beginnt die Schrift.
Quarto, 25 n. gez. Blätter -f- leerem Schlussblatt. Schwabacher
Type J. Schoeffers. 0. J.
Darmstadt (J 3241).
Böckingl, 66, 3. — Goedeke, Grundriss I, 212. — Huttens sämmt-
liche Werke, herausgegeben von E. Münch. Berlin 1821 — 1825. V,
S. 59 (Abdruck). — Gervinus, Handbuch der poetischen National-
literatur. Leipzig 1844. S. 114 — 115. — H. Kurz, Geschichte der
deutschen Literatur. IL Auflage. IL Band S. 55 (nebst Abdruck des
Schlusses der Schrift).
26. Eine Satzvariante bei Böcking, opera Hutteni I, 66, 2 (1520).
27. INTIMATIO ERPHURDIANA Pro Martino Luthero
0. 0. u. J. aber mit Johann Schoeffers Druckermarke (Mainz, 1520).
Quarto, 1 Bogen.
Quelle: Unbekannt.
Neudruck in Riederer, eine überaus seltene Reformationsurkunde
Intimatio Erphurdiana pro Martino Luthero. Altdorf 1701. Quarto.
vgl. Kampschulte, Geschichte der Universität Erfurt. II, S. 39 und 41
Note. Die Schrift ist jedenfalls von Lehrern der Erfurter Hochschule
herausgegeben und ergriff' Parthei gegen die Bulle Papsts Leo X. vom
15. Juni 1520, welche 41 Lehrsätze Luthers verwarf und deren Ver-
nichtung anordnete. Schoeffer druckte diese Schrift für wen und wie
veranlasst, ist unbekannt.
Die Intimatio erschien auch deutsch unter dem Titel: Intimation
der hochberüempten Universitet Erdfurt, in Mart. Luther, durch Wolff-
gangum Rusen verteutschet. Quarto, 4 Blätter, deren letztes leer.
0. 0. u. J. und F. (1521). Ob Schoeffer auch diese Schrift druckte,
steht dahin. Weller, repertorium n. 1935.
Auf die Verbrennung der Schriften Luthers schrieb Ulrich von
Hütten unter dem Pseudonym Udelo Cymber Cusanus die epistola de
exustione librorum Lutheri et monachorum Dominicanae factionis ne-
quitia, ad Germaniae proceres, et cives. 0. 0. u. J. u. F. (1520)
8 Blätter Quarto.
Am Ende der Schrift steht: In Portentosum Romani Pontificis
ministrum, sub ovino tegmine rapacissimum lupum occultantem Hiero-
nymum Alexandrum M. Lutheri diseipulus. Das Ganze ist in Form
eines Gedichtes und ergriff* Parthei gegen den Papst und die Ver-
brennung der Bücher Luthers. Vgl. Panzer, Annales IX, S. 194 n. 355.
95
— 96 —
Vogel, E. G., bibliotheca biographica Lutherana. Uebersicht der ge-
druckten M. Luther betreffenden biographischen Schriften. Halle 1851.
442. — Weller, Index pseudonymorum. S 252.
Welche der bei Johann Schoeffer gedruckten Schriften Ulrichs
von Hütten den Zorn Papsts Leo X. erregte, dass derselbe an Kurfürst
Albrecht von Mainz sich wendete, steht nicht fest. In Betracht kommen
nur die Drucke Johann Schoeffers des Jahres 1519 und theilweise 1520.
Albrecht antwortete dem Papste in einem Briefe 0. D. (Juli 1520?):
postquam eram certior factus de libello, quem scripsit in reverendissi-
mum cardinalem s. Sixti, deinde ex Magdeburgensi dioecesi Moguntiam
reversus cognovi abominanda quaedam ab eodem illic publicata et
excusa a cive quodam Moguntino. (Böcking opera Hutteni I, 364 und
May, Albrecht IL Kurfürst von Mainz I, 89 der Beilagen.) Ob die
Intimatio diese Schrift ist, möchte ich bezweifeln, da Hütten an der-
selben jedenfalls keinen Antheil hatte, es muss eine gegen den Car-
dinal s. Sixtus gerichtete Schrift gewesen sein, die Hütten selbst
herausgab. Die Entscheidung dieser Frage muss der Zukunft vor-
behalten bleiben. Auf der andern Seite steht nicht einmal fest, ob
der civis Moguntinus Johann Schoeffer war, ebenso gut kann dessen
Bruder Peter Schoeffer II der Urheber der Sache gewesen sein, wenn
auch bei dem Verkehre Johann Schoeffers mit Ulrich von Hütten die
Wahrscheinlichkeit auch hier für dessen Urheberschaft spricht.
28. Romischer kayserlicher | Maiestat Regiment: Camergericht :
Landt = | fridt vnnd Abschiedt vff dem Reichs | tag zu Wormbs . Anno
M v c | XXj . beschlossen vii vffgericht . | Cum Priuilegio speciali |
Imperatoris Caroli . v . |
Am Ende : Geben vnd geschehen vff des heyligen Reichsstag zu
Wormbs, am sechssundzwentzigsten tag des Monats May . Anno dni
Millesimo Quingentesimo Vicesimoprimo . |
Folio, 8 Blätter. 0. J.
Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Rudolstadt.
Weller, repert. n. 1676. Supplement I, S. 55. — Catalog Anti-
quariat Rosenthal XXXVIII, n. 1406. Preis 15 M.
29. Romischer kayserlicher | Maiestat Abschiedt auff dem Reichs
tag zu Wormbs . :c . Anno . | M . v c XXj . | Cum priuilegio speciali
Imperatoris Caroli . v . |
Am Ende : Geben vii beschehen auff des heyli = | gen Reichsstag
zu Wormbs, am sechs vii zwentzigsten tag des Funfftzehenhunbert x )
vnd eynundzwentzigsten jaren.
Folio, 8 Blätter. 0. J.
Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Rudolstadt.
Weller, repert. n. 1682. Supplement I, S. 55.
1) So der Druck.
96
— 97 —
30. ROmischer kayserlicher | Maiestat Abschiedt | auff dem Reichs-
tag | zu Worms ic . | Anno . M v c | XXI . | Cum Priuilegio speciali |
Imperatoris Caroli . v . |
Folio, 8 n. gez. Blätter, Schwabacher Type wie in der datirten
Ausgabe 1521. Der Titel in Psaltertype, die zwei letzten Zeilen des-
selben kleine Missaltype. Vom gleichen Datum wie Weller, repert.
n. 1680. 0. J.
Darmstadt (M 2839/20), Mainz Stadtbibliothek (zwei Exemplare),
Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Augsburg Stadtbibl., München Hofbibl., ger-
manisches Museum in Nürnberg, Stadtbibl. in St. Gallen.
Weller, repert. n. 1681. Supplement I, S. 53. — Schaab I, 566
n. 135. — Mozler n. 377. — Panzer, Annalen I, n. 1232.
31. Lantfryd durch kayser | Garol den fnnfften l ) vff | dem Reichs-
tag zu | worms Anno 2C . | M . v c . XXJ . | auffgericht . | Rückseite des
Titels leer.
Folio, 8 Blätter, kleinerer Druck als n. 1678 bei Weller,
repert. 0. J.
Freiburg i. B. Univ.-Bibl.
Weller, repert. n. 1679.
32. Herr Erasmus von Roterdam | verteutschte auszlegüg über
disen spruch Christi vnsers Herrn | Matthei am dreyundzweintzigsten
Capittel, vonn den Phariseyern, | Sie thun alle jre werck, | das sie
von den menschen | gesehen werden, Vnd breyten | jr gebottzedeln
ausz . | Vom heyltumb zc . . . . | Mit Titeleinfassung wie in dem Drucke:
Panzer, Annalen n. 1120.
Am Ende : M . v c xxj . |
Quarto, 3 Blätter -\~ leerem Schlussblatt. Schwabacher Type.
Haag kön. Bibliothek.
Panzer, Annalen II, 1121 (hält diesen Druck für ein Erzeugniss
Secers in Hagenau). — Bibliotheca Haeberliniana IV, n. 5872. -)
33. Herr Erasmus von Ro | terdam | verteutscht ausslegung, | über
das, göttlich tröstlich wort | vnsers lieben Herrn vnnd selig = | machers
Christi, Nement auff | euch mein Joch, vnd 1er = | nent von mir. 3 )
Am Ende : M . v c . xxj . | Mit Titeleinfassung, worin J. Sclioeffers
Signet, wie Panzer, Annalen n. 1120.
1) So der Druck.
2) Eine andere Ausgabe ist: Herr . . . . | verteütsch | te auszlegung
über disen spruch | Christi vnsers Herrn, Matthei | am dreyundzwentzigsten
Capi . | von den Phariseyeren . I Sie thun alle jre wer - I ck . das sie von den
ine | sehen gesehen werde . | vnd breyten jr gebottzedeln vsz . \ Von heyl-
tumb etc. | 0. 1521. Quarto, 3 Blätter mit Titeleinfassung. Bibliotheca
Haeberliniana IV, S. 295 n. 5871. Fehlt in den Annalen Panzers und dem
repertorium Wellers.
;*) Mittheilung aus Jena.
Beiheft 9. 7
— 98 —
Kleinquarto, 4 Blätter.
Leipzig Sammlung Klemm, Jena Univ.-Bibl.
Panzer, Annalen n. 1122. — Klemm, Catalog S. 49 n. 81.
34. Herr Erasmus von Ro * | terdam verteutschte auszlegüg über |
sant Hieronymus Allegation, was | güts die Philosophi in der heyligen j
schrifft schaften . • . | 11 Vnd über disz wort Christi Mat = | thei am
sechtzehende Capittel, Du | bist petrus, vnd vff disen | felsz. je .
11 Auch über disze wort Joannis . | Luce am dritte Capittel , Jr solt
niemants das sein mit ge | walt abdringen . it . \ M . v c . XXI . | Mit
Titeleinfassung.
Quarto, 4 Blätter. 0. J. i)
Jena Univ.-Bibliothek. 2 )
Weller. repert. n. 1748. — Bibliotheca Haeberliniana IV, S. 295
n. 5869.
35. Herr Erasmus von Ro- | terdams verteutsclite auszlegung, |
über diese wort sant Pauls zu den | von Corinth, in der ersten Epistel
am Vierzehenden Capitel, Ich | will lieber in meinem ge= | mut fünft*
wort in der kir | chen reden andere zuunter- | weysen, dann zehen-
tau= | sent wort mit der zungen . | 11 Von Gesang . | Mit Titel einfassung.
Am Ende: M . v c . XXj . |
Quarto, 3 Blätter -f- leerem Schlussblatt. 0. J.
Jena Univ.-Bibl. 3 )
Bibliotheca Haeberliniana IV, n. 5873. — Panzer, Annalen II
n. 1120 (giebt fälschlich 3 Bogen statt drei Blatt an und hält den
Druck für ein Erzeugniss Hans Secers in Hagenau, da er das in der
Titelbordüre jedenfalls vorhandene Monogramm J S für Johann Secer
und nicht Johann Schoeffer gehalten haben mag).
36. Die verteutscht Epistel | Herrn Erasmus von Roterdam, j vor
seinem handtbüchlein von | dem Christlichen Ritter, | mit vil Christ-
lichen | vnterweysung | getziert . | M . v c . xxj . |
Am Ende : M . v c . xxj . |
Kleinquarto, 22 Blätter, deren letztes leer. Schwabacher Type.
Mit Titeleinfassung wie in Nr. 51 (Das Sprüchwort). Uebersetzung
Spalatins aus des Erasmus von Roterdam Enchiridion militis Christiani
mit Vorwort Spalatins an Bernhard von Hirssfeld.
Leipzig Sammlung Klemm.
Panzer, Annalen n. 1116 (hält diesen Druck für ein Erzeugniss
Secers in Hagenau, da er auch hier den falschen Schluss aus dem
Monogramm I S für diesen Drucker und nicht J. Schoeffer gezogen
1) Eine andere Ausgabe ist 0. 0. 1521 bei Weller, repert. n. 1749.
Bibliotheca Haeberliniana IV n. 2870.
2) Mittheilung aus Jena.
3) Mittheilung aus Jena.
98
— 99 —
haben mag). — Klemm, Catalog n. 78. — Archiv für hessische Ge-
schichte III, 2, 8.
1522.
37. PARA | CLESIS, ID | est, adhortatio ad sanctissi= j mü ac
saluberrimfl Christia | nae Pliilosophiae studiü, ut | uidelicet euangelicis
ac Apo | stolicis literis legendis, si nö | sola, saltem prima cura tri- |
buatur, Autore Des. Erasmo | Roter . Moguntie . An . 1521 . |
Am Ende: PARACELSEOS, ID EST, ADHORTATIO = | NIS
AD CHRISTIANAE PHILOSO = | PHIAE STVDIVM, AVTORE |
ERASMO ROTER . | FINIS . | AVGVSTAE VINDELICOR- | VM .
ANNO . M . | D . XXII . | i)
Quarto.
München Hofbibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Panzer, annales VII, n. 46
(giebt als Format Octavo und als Schlussschrift: Moguntiae ex officina
Joannis Schoeffer MDXXI an). — Schaab, Geschichte I, n. 137.
1523.
38. VLRICHI AB HVTTEN | Cum Erasmo Roterodamo, pres- |
bytero, theologo , | EXPOST VLATIO | A priore depraua- | tione uin-
dicata iam . | OTHONIS BRVNFELSII | Pro Vlricho Hutteno defuncto,
ad | Erasmi Rotero. Spongiam, | RESPONSIO . | Holzschnitt : Brustbild
Ulrichs von Hütten. Rückseite des Titels leer.
Blatt 2 Vorseite beginnt die Schrift.
Am Ende Holzschnitt : Brustbild des Erasmus von Roterdam und :
Stultus factus est omnis homo ä scientia, Jere. Verbuni aute Domiui
manet in aeternum . | . • . | .
Duodez, 68 n. gez. Blätter, Antiquacursiv J. Schoeffers. 0. J.
Darmstadt (0 4382/7).
Böcking, opera Hutteni I, 82. — Murr, memorabilia bibliothecarum
Norimbergensium II, 301 n. 14. — Schunk, Beiträge zur Mainzer Ge-
schichte III, 138.
1526.
39. Friderici | Nauseae Blancicampiani | Doct. Inclytae Ecclesiae
Moguntinae j Divini verbi Conciona= | toris in com | munes aliquot
Euan | geliorum locos, Homiliae . | 2. Ad Corinthios 2. | Non sumus
1) Mittheilung in obiger Form aus Münclien. Wie sich der Titel zu
der Schlussschrift und Panzers Angabe verhält, ist unklar. Eine deutsche
Ausgabe ist: Erasmi Roteroda | mi Paraclesis Teütscht wie j ein teürberlich
vnaus- | sprechlich schätz vnd | kleynet sey das | Euangelium | vnnd heilig |
wort Got | tes . j 0.0. u. J. (Basel, A. Cratander 1520). Quarto, 16 Blätter,
deren letztes leer. Mit Titeleinfassung, in deren Ecken die Attribute der
Evangelisten. Weller, repert. n. 1862 giebt fälschlich 13 Blatt an. Bibliotheca
Haeberliniana IV, 295 n. 5868.
99
7*
— 100 —
sicut plurimi, adulterantes verbum dei, | sed ex synceritate, sicut ex
deo coram deo in Chri = | sto loquimur . | Anno M . D . XXVI . |
Am Ende: HOMILIARVM QVARVNDAM | Friderici Nauseae
Blancicampiani Finis . | Moguntiae . An . M . D . XXVI . | Hierauf
einige Erratula.
Octavo, 2 -f- 96 Blätter, i)
München Hofbibliothek.
Wtirdtwein, bibl. Mögunt. S. 156. — Panzer, annales VII, n. 76.
— Schaab I, n. 176. — Sclmnk, Beiträge zur Mainzer Geschichte III,
S. 145.
1527.
40. Lindenblättchen FRIDERICI NAV | SEAE BLANCICAM-
PIANI INCLY | tae ecclesiae Moguntinae diuini uerbi concio | natoris
in annum Jubileum oratio . | ajraivsTixr] . | Auf der Rückseite des
Titels Widmung Nausea's an Jo. Monster Weihbischof (episcopus Vice-
componensis) zu Mainz : Moguntiae , Nono Cl. Junias Anno 2C . M . D .
XXVII.
Quarto, 4 n. gez. Blätter. 0. 0. u. J.
5319
Darmstadt (W — — ) und Mainz Stadtbibl. (zwei Exemplare).
450
1529.
41. ABschidt des | Reichstags zu Speyer Anno | M . D . XXIX . |
Sampt der keiserlichen Constitucion Wie | gebrüder oder schwister
kynder jres verstorben Vatter oder | mütter brüder oder Schwester
Erbschafft vnder sich theylen | sollen . | Vnd einem Key serlichen Mandat
der Widertauffer halber | aussgangen . i Holzschnitt: Wappen des deut-
schen Reichs und Böhmens neben einander, wie öfter in J. Schoeffers
Drucken | Cum gratia et priuilegio | Imperiali | (ohne Schlusspunct).
Auf der Rückseite des Titels Urkunde Kaiser Karls V. Speier den
22. April 1529. 2 ) Auf Blatt 2 Vorseite der Abschied. Blatt 18 Vor-
seite: Getruckt zu Mentz | (ohne Schlusspunct) Rückseite leer.
1) Mittheilung aus München.
2) Dieses Druckprivileg ist nicht Johann Schoefter, sondern Matthens
Awerbach von Aschaffenburg ertheilt. Die Worte des Kaisers Titelrückseite
Zeile 8 sind: Das wir vnserm vri | des reichs liebe getrewe Matheysen Awer-
bach vö Asciiaffen = | bürg den Abschidt jtz gehalte reichs tags zu Speyer in
Druck i zu bringe beuelhe lassen habe 2C. s. Klemm Catalog S. 58. Klemm
macht daraus einen bislang unbekannten Buchdrucker, der bei Schoeffer diesen
Druck besorgen Hess. Auerbach spielte aber nur die Rolle eines Verlags
für diesen Reichstagsabschied, den er bei Schoeffer drucken Hess. Wenn
die Type der beiden andern von ihm gelieferten Verlagsartikel (= Klemm
n. 102 und 103) eine andere als die in obiger Ausgabe ist, so hat Awerbach
letztere bei einem andern Buchdrucker drucken lassen und nicht bei Schoeffer.
Ob Awerbach in Mainz wohnte, steht nicht fest.
100
— 101 —
Folio, 18 n. gez. Blätter. Titel und Ucberschriften im Text in
Theuerdanktype, Text Scliwabaclier Type. 0. J.
Mainz Stadtbibliothek (* W 13 a ), Haag kön. Bibliothek, Leipzig
Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 57 — 58. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 159.
— Schaab I. n. 186.
1530.
42. Friderici Nauseae Blancicampiani — Tres Evangelicae veri-
tatis homiliarum Centuriae . Ad Christianae pietatis augmentum et decus.
Ad Albertum, Episcop. Magdeb. Electorem Moguntiae 1530 . sub tem-
pore Comitiorum Imper. in Augusta Vindelicia.
Folio. 0. J.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, annales VII, n. 90. — von der Haardt, historia reformat,
litter. I, 265. — Metzner, Nausea S. 31 kennt eine Ausgabe Cöln,
Queiite], 1530.
43. Friderici Nauseae Blancicampiani L. L. Doct. ecclesiastae
Moguntini ad Carolum V. Imp. Aug. :c . ac L. Oampegium Card, apo-
stolicum a latere legatum 2C . nuper Moguntiam ingredieu . Oratio .
Anno MDXXX.i)
Octavo. 0. J.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, annal. IX, 540 n. 90 b . — Bibliotheca Scheurl. — Metzner,
Nausea S. 35. — Schaab I, n. 196.
IV. Undatirbare Drucke.
44. Gerichts Ordnung der | graueschafft j Nassaw f c . |
Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Wilhelm Graf zu
Nassaw, zu Katzenelnbogen und Diez, Ludwig Graf zu Nassau -Saar-
brücken und Philips Graf zu Nassau- Wiesbaden -Idstein. 0. D.
Blatt 2 Vorseite beginnt die Ordnung. 2 )
1) Aui 11. December 1530 kam Kaiser Karl V. mit dem Erzherzog Fer-
dinand in Mainz auf der Reise zur römischen Königswahl nach Cöln an und
blieb bis zum 15. December in Mainz. Nausea hielt die Begriissungsrede,
deren Druck noch im December 1530 erfolgte. (Vgl. Das Tagebuch des Ca-
nonicus Wolftgang Königstein am Liebfrauenstift zu Frankfurt a. M. ed. Steitz.
Frankfurt a. M. 1876 S. 174—175.)
2) Dieselbe ist wieder abgedruckt in : E. Münch, Geschichte des Hauses
Nassau - Oranien. 111. Aachen und Leipzig 1S33. S. 335 — 305. — Das Druck-
jahr dürfte um 1528—1530 fallen, um die Verhältnisse nach dem Bauernkriege
auf strengerer Grundlage va\ behandeln. Mitherausgeber war Philipp von
Nassau - Wiesbaden genannt der Altherr (1511—1558). Vgl. F. W. E.Roth,
Geschichte von Wiesbaden S. 97 und 100.
101
— 102 —
Folio, 12 n. gez. Blätter. Titel in Psaltertype, Text Schwabacher
Type, die Ueberscliriften im Texte kleine Missaltype. 0. J.
1829
Darmstadt (Y ), Haag kön. Bibliothek, Wiesbaden kön.
Landesbibl. 80
45. Breviarium Moguntinum.
0. J.
Quarto (?).
Giessen Univ. -Bibl,
Eine Beschreibung von Dr. Falk steht im Centralblatt f. Bibl.
1887, S. 387.
T. Unächte oder zweifelhafte Drucke Johann Schoeffers.
1. Ob ein Mann ein eelich Weib nehmen dörfe oder nicht. Bey
hanns Schoyffer 1495. Octavo.
Bibliotheca Krafftiana misc. 8 n. 6. — Panzer, Annalen I, 218.
— Würdtwein. bibl. Mogunt, S. 129. — Meusel, hist, literar. bibliograph.
Magazin I, 116. — Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte S. 116.
Eine Verwechslung Johann Schoeffers mit Hanns Schäffler in Ulm.
2. Breviarium Moguntinum. Moguntiae MDXI.
Quarto.
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 144. — Panzer, Annales VII, n. 18.
— Fehlt in Dr. Falks Zusammenstellung der Mainzer Breviere im
Centralblatt f. Bibl. 1887 S. 382 und bleibt als Erzeugniss Johann
Schoeffers wie als Ausgabe überhaupt zweifelhaft.
3. Dictis Cretensis vnd Darii Phrygii wahrhaftige Histori vnd Be-
schreibung von dem Troianischen krieg vnd Zerstörung der Stadt Troya.
newlich durch Markum Tatium ausz dem Latein ins Teutsch verwandelt,
vormals nie gesehen, durchaus mit schönen Figuren geziert.
Folio. Die Type soll die Johann Schoeffers sein.
Gras, Verzeichniss II, S. 71, dessen Exemplar keinen Titel besass.
4. Missale Moguntinum 1517.
Folio.
Panzer, Annales VH, n. 28 schreibt diesen Druck dem Johann
Schoeffer zu. Derselbe ist jedoch ein Erzeugniss Peter Drachs in Speier.
1) Möglicherweise ist diese Ausgabe eine Verwechslung mit: Histori
warhafftige vnd beschreibung von dem Troianischen krieg vnd Zerstörung
der Stat Troie, durch Dictyn Cretensem vnd Darem Phrygium Erstlich in
Griechischer sprach heschriben, darnach Latein, vnd jetzund durch M. Tatium
ins Teutsch verwandelt. Augsburg 1540.
Folio, 82 Blätter mit Holzschnitten von Schäufelein.
102
— 103 —
Die Gleichheit der Typen mit dem Missale Moguntinum 1507. welches
Peter Drach zu Speier druckte, erweist dieses deutlich.
Mainz Stadtbibliothek.
Centralblatt für Bibliothekswesen III, 310—311, 312 — 314.
5. Missale Moguntinum. Moguntiae 1520.
Folio.
Erwähnt von Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152 nach Exemplar
der Carmeliter zu Mainz, hiernach von Panzer. Auch der catalogus
librorum Bodmanni. Mainz 1823. S. 5 n. 55 giebt diese Auflage an,
hiernach das Archiv für hessische Geschichte II, 490. Alle diese An-
gaben betreffen eine Ausgabe, die sich, da das von Würdtwein benutzte
Exemplar mit dessen Einschrift: „Caremli Mogoni" auf dem Vordeckel
in der Mainzer Stadtbibliothek noch vorhanden, leicht berichtigen lässt.
Ich gebe nach diesem Exemplar eine genaue Beschreibung: Blatt 1
Vorseite in Rothdruck, erste Zeile grössere, Rest kleinere Missaltype.
Missalis Moguntiaci . hoc pre - | sens 7 luculentü profecto et diuinü
opus, poste- | risqz dieb 9 nö reprehensibile vnqz: conte- | platione
reipublice ecelesiastice al= | tissimi opitulamine, gnauo | nun lucubra-
tionibus j vberrime casti = | gatum . | f | Auf der Rückseite : 11 Nota ista
collecta ad inueniandam . lxx . et per consequens alia festa ] mobilia
perpetuis temporibus . | Rothdruck in Missaltype, einige Zeilen weitere
Bemerkungen Schwarzdruck.
Blatt 2 Vorseite — 7 Rückseite Calendarium , Blatt 8 Vorseite :
Qualiter sacerdos ad celebrandä missam se pparare debeat. | (Rothdruck.)
Blatt 20 fehlt im Mainzer Exemplar, auf dem diese Beschreibung
beruht. Hierauf beginnt das Hauptwerk mit Foliirung, der Canon be-
findet sich zwischen Blatt 70 und 71 mit 10 gez. Blättern Praefationen
ohne Musiknotendruck -|- 9 n. gez. Blättern Canon in grosser Canontype
mit roth gedruckten Initialen, das Hauptwerk umfasst 217 gez. Blätter
in dreierlei Type roth und schwarz gedruckt. Blatt 194 ist doppelt
gezählt, da Blatt 193 nicht gezählt, 203 ist roth und schwarz foliirt,
der Rothdruck ging dem Schwarzdruck voran, Blatt 208 ist falsch als
213 bezeichnet.
Folio, zweispaltig, zu 36 Zeilen, 20 nicht gez. Blätter + 217
gez. Blätter + 10 gez. Blätter -f- 9 n. gez. Blätter Praefationen und
Canon -f 1 n, gez. Blatt, dessen Rückseite leer.
Blatt 216 Rückseite unten beginnt die lange rothe Schlussschrift,
welche sich einspaltig in Rothdruck auf Blatt 217 Vorseite fortsetzt
und schliesst: Pridie kal' May. Anno ] a christo nato supra millesimü
7 quingentesimü vigesimo. | Eine Firmaangabe fehlt, die Type ist jedoch
die Peter Drachs in Speier.
Mainz Stadtbibliothek (a 182 a ).
Dr. Falk im Centralblatt f. Bibl. III (1886) 314 mit Auflösung
der Abkürzungen nach diesem Exemplare.
103
— 104 —
6. Titi Livii Römische Historien. Maintz bey Johann Sckoeffer
1500. Würdtwein, bibl. Mogunt, 8. 135 nach Catalog Krebs. 1746.
S. 55. Diese Ausgabe existirt nicht.
7. Der Catalog des Antiquariats Rosenthal München XXII (biblio-
theca catholico theologica) 8. 367 n. 8212 erwähnt: Compend. volu-
minis I annalium historiarum de orig. Francorum. Mog. Schoeffer nepos
1514. Avec belies init. et sur le titre les armes de l'empereur et de
4 villes. folio. Mit dem Vermerke: Panzer ne cite que Ted. de 1515.
Die Ausgabe bleibt zweifelhaft, da Trithemius angiebt, dass er am
20. November 1514 das Buch vollendete, die Bezeichnung Schoeffer
nepos ist Unsinn.
i .->
8. Klemm beschreibt in seinem Catalog S. 904 unklar: Inscrip-
tiones et earum fragmenta in Augusta Vindelicorum , et eius dioecesi
cura et diligencia Chvonradi Pevtinger, Augustani jurisconsulti etc.
Mainz Johann Schoeffer 1520. Am Schlüsse jedoch mit der Jahrzahl :
M . D . XXV . Mense Septembri. Folio. Ob hier ein Versehen Klemms
als Verwechslung mit der Ausgabe des Huttich collectanea 1525, wo-
von ja auch eine Ausgabe 1525 mense Septemb. vorhanden, vorliegt,
oder die Ausgabe 1525 als ja nicht unmögliche Titelauflage existirt.
steht dahin, die Nachforschungen nach einer solchen Auflage 1525
waren jedoch überall ohne Resultat.
9. Madden in seinen lettres d'un bibliographe III (1874) S. 76
beschreibt eine Ausgabe des Mainzer Psalteriums mit dem Zusatzver-
merk auf dem Titel: ubique deserviens zu 1515 als Erzeugniss Johann
Schoeöers nach einem Exemplar in seinem Besitz. Demnach hatte
das Buch dreimal das grosse D in Rothdruck mit rothen Ornamenten
auf Blatt 20, 27 und 66 , das C zweimal ohne Abdruck des Corpus
der Type, aber mit roth gedruckten Verzierungen , ebenso das E roth
gedruckt. Das Exemplar Maddens war auf Papier gedruckt, die Type
ähnelte der der sechs und dreissigzeiligen Bibel und war kleiner als
die des Mainzer Psalteriums, wodurch mehr Linien auf die Seite und
somit weniger Blätter gegen die Mainzer Auflagen auf das Ganze
kamen. Um mehr Exemplare verkaufen zu können und nicht allein
an die Erzdioecese Mainz gebunden zu sein, erfolgte oben erwähnter
Zusatz : ubique deserviens. Die Worte Maddens sind auch in v. d. Linde,
breviarium Moguntinum S. 49 — 50 abgedruckt, Dieser Druck bleibt
für Johann Schoeffer zweifelhaft, von dem Benedictinerpsalter 1516
Mainz ist er jedenfalls verschieden, wohl aber könnte er eine Auflage
des Mainzer Psalters von 1457 in kleinerer Missaltype (ohne Canon-
type) sein.
10. Die Ausgabe bei Würdtwein, bibl. Mogunt, S. 162 : Ruperti
Abbatis Tuitiensis opera. Mogunt. 1531, welche Würdtwein ohne Firma
angiebt, könnte zu dem Irrthum veranlassen, als habe Johann oder
104
— 105 —
Ivo Schoeffer solche gedruckt, Allein eine solche Ausgabe existirt
nicht und ist eine Verwechslung mit Rupert! opera. Mainz 1631. Folio.
Ein Exemplar letzterer Ausgabe in Darmstadt Hofbibliothek.
11. Häufig findet man in Antiquaritascatalogen angezeigt: LIBER
EGREGI I VS DE VNITATE ECCLESIAE, | Cuius autor periit in
concilio | Constantiensi . | Tu , quaeso , candide mi Lector , non quis,
sed | quid dicatur, attencle . | Auf der Rückseite des Titels Register.
Seite 231: Excudebatur typis hoc opus Mense Au | gusto, An.
M . D . XX . I Rückseite leer , welches dem Johann Schoeffer Mainz
zugeschrieben wird. 1 ) Quarto , 4 n. gez. Blätter -f- 231 g ez . Seiten,
Antiquatype. Diese Type ähnelt allerdings der Antiquatype 2 Schoeffers,
ist aber unbedeutend grösser im Kegel und kommt nicht in Johanns
Drucken vor. Desshalb gehört dieser Druck nicht Johann Schoeffer
an. Ein Exemplar zu Darmstadt Hofbibliothek (Y 1354/500 defect).
Panzer, Annales IX, 124 n. 165. — Panzer, Hütten in literarischer
Hinsicht S. 209.
12. E. Weller schreibt in seinem repertorium n. 1155 dem Jo-
hann Schoeffer für 1518 zu: Des Edlen Römers Laurentii Vallensis
Clagrede und stützt sich dabei auf die mit H. S. unterzeichnete Ein-
leitung. Ich hatte am 18. Februar 1891 durch die Gefälligkeit des
Dr. Falk Gelegenheit, diesen Druck (das Münchener Exemplar) auf der
Mainzer Stadtbibliothek zu sehen. Die Schwabacher Type ist jedoch
nicht die Johann Schoeffers, sondern die Peter Schoeffers des Jüngeren
und stimmt mit dessen Druck : Eyn schöner begriff je . Worms 1525,
wovon ich ebenfalls an diesem Tage das Züricher Exemplar vergleichen
konnte, vollkommen überein, welche Ansicht Dr. Falk ebenfalls theilte.
Das H. S. deutet auf Hans Schleichershöver, der 1524 für Peter
Schoeffer arbeitete. Auch spricht für diesen Drucker die bei Johann
Schoeffer nicht vorkommende reich gehaltene Titeleinfassung. Vgl. unter
Peter Schoeffer Bibliographie.
13. Die Ausgabe des Enchiridion seu Breviarium 1517 im Central-
blatt IV. (1887) S. 389 n. 9 der Seminarbibliothek zu Mainz ist. wie
bereits erwähnt, keine besondere Auflage, sondern nur eine Satzvariante.
14. Rosenthal - München schrieb in Catalog XXXVI S. 18 n. 279
aus: Breviarium (Moguntinum) s. 1. n. d. (vers 1485V). Goth. Rouge
et noir. 2 col. ä 39 lignes. 359 ff. n. n. sans sign, et sans cust. 8°.
Preis 200 Mark. Exemplaire bien conserve qui appartenait ä Jean
Blanckwalt de Fulda ne en 1464. Seulement la 2. page du f. 62
porte une notice de l'origine : lncipiunt preces majores sec. registrum
maguntinum. Dieses Mainzer Brevier sah Dr. Falk und beschrieb es
im Centralblatt f. Bibl. IV (1887), S. 386 n. 2 als der Sammlung
I) Catalog Antiquariat A. Colin -Berlin 1D2 n. 310.
105
— 106 —
Klemm angehörig, verwechselte aber Klemms Angaben in dessen Catalog
S. 42 n. 65 mit diesem Buche und schreibt es Johann Schoeffer zu.
Was Dr. v. d. Linde, Breviarium Moguntinum S. 12 ziemlich eingehend
beschreibt und Dr. Falk im Centralblatt IV (1887) als Nummer 4
wiederholte, ist mit Klemms Catalog S. 42 n. 65 einerlei, ebenso die
Brevierausgabe Rosenthal und die Dr. Falks n. 2 ein Buch. Da Rosen-
thal 1883/84 seine Mainzer Brevierausgabe ausbot, Dr. v. d. Linde 1881
sein Manuscript des Breviarium Moguntinum nach der Vorrede druck-
fertig hatte, damit jedenfalls das Klemm'sche Exemplar vor 1881 ge-
sehen hatte und sein Buch 1883 im Sommer zu Wiesbaden gedruckt
ward, ist eine Beschreibung eines 1883/84 ausgebotenen Buchs, von
dem überhaupt nicht feststeht, ob es je in Klemms Besitz gelangte,
eine Unmöglichkeit. Dazu kommen noch Abweichungen schwer wie-
gender Art , wie 35 Linien Exemplar Klemm (Catalog 42 n. 65) und
39 Linien Exemplar Rosenthal. Für J. Schoeffer bleibt daher das von
Dr. Falk beschriebene Exemplar zweifelhaft, wozu noch das Fehlen
der Signaturen und Custoden kommt, wie mir das ganze Buch älter
zu sein scheint und Rosenthals Bemerkung „vers 1485?" vielleicht
eher das Rechte getroffen haben könnte.
106
Register der Druckwerke Johann Schoeffers.
I. Druckwerke mit Jahr, Ort und Firmaangabe.
Abschied des Reichstags zu Augsburg 1531 Nr. 145. S. 82.
Acta et decreta concilii Tribnriensis. 1525. Nr. 112. S. 67.
Aeneae Sylvii libellus aulicorum. 1517. Nr. 42. 8.38.
Aeneas Silvius de concilio Basileae. 1525. Nr. 113. S. 68.
Agende Maguntinense. 1513. Nr. 29. S. 31.
Fausti Andreiini epistolae. 1521. Nr. 85. S. 58.
Ain laysche anzaigung. 1516. Nr. 39. 8. 36.
Appiani de civilibus Romanorum bellis. 1529- Nr. 127. S. 74.
Aulularia Plautina. 1521. Nr. 70. S. 52.
Dialogus mythologicus Bartholomaei Coloniensis. 1521. Nr. 86. S. 58.
Breviarium Moguntinense. 1509. Nr. 19. S. 27.
Breviarium ecclesiae Osnabrucensis. 1516. Nr. 35. 8. 35.
„ „ Mindensis. 1516. Nr. 36. S. 36.
Erphurdiense. 1518. Nr. 45. S. 4L
Budaeus. de asse et partibus eius. 1523. Nr. 104. S. 64.
Caesar deutsch. 1530. Nr. 138. S. 79.
Caii institutiones. 1529. Nr. 125. S. 73.
Canones apostolorum veterum conciliorum constitutiones. 1525. Nr. 110.
S. 66.
Pro divo Carolo. 1527. Nr. 118. S. 70.
Celsus von beiderlei Medicine. 1531. Nr. 142. S. 81.
Johannis Chrysostomi sermo de eleemosyna. 1522. Nr. 97. S. 61.
Ciceronis epistolae familiäres. 1529. Nr 123. S. 72.
Ciceronis de finibus bonorum. 1520. Nr. 55. S. 49.
Comparatio regis et monachi. 1522. Nr. 92. S. 60-
Cursus Marie virginis. 1512. Nr. 26. S. 30.
Directorium misse. 1506. Nr. 4. S. 17.
1508. Nr. 12. S. 22.
Donatus. 1531. Nr. 143. S. 81.
Ein christliche Ermnnung zum Irinnen leben. 1509. Nr. 20. 8. 28.
Enchiridion seu breviarium Moguntinum. 1509. Nr. 16- S. 24.
1517. Nr. 44. S. 39.
Erasmi Roterodami enchiridion militis Christiani. 1521. Nr. 88. S. 59.
1522. Nr. 100. S. 62-
„ de duplici copia verborum. 1521. Nr. 76. S. 55.
„ „ adagium dulce bellum inexpertis. 1521. Nr. 84. S. 58-
107
— 108 —
Erasmi Roterodami brcvissima formula. 1520. Nr. 61. S. 50.
1522. Nr. 89- 8. 59.
„ ,. familiarium colloquiorum formnlae. 1522. Nr. 101.
S. 62.
„ „ encomium matrimonii. 1522. Nr. 94. S. 61.
„ „ parabolae. 1521. Nr. 68. S. 52.
„ „ paraelesis. 1516. Nr. 38. S. 36.
1520. Nr. 50. 8. 45.
„ „ querela pacis. 1521. Nr. 69. S. 52.
„ „ ratio seu methodus compendio perveniendi. 1519-
Nr. 49. S. 45.
n n ii ii ii n ii lO^sl.
Nr. 65. S. 51.
11 ii ii ii ii ii ii loJl»
Nr. 87. S. 59.
„ „ de ratione studii. 1521. Nr. 72. S. 53.
„ „ über unus, quo Leicis conviciis respondet, 1520.
Nr. 37. S. 36.
„ „ responsio ad annotationes Lei. 1520. Nr. 58. S. 49.
„ „ liber alter contra Lenm. 1520. Nr, 59. S. 49.
Evangelia mit Usslegung der Gloss. 1510. Nr. 22. S. 28-
Exercitium puerorum. 1506. Nr. 3. S. 17.
Fabri christenliche Ableynung. 1529. Nr. 130. S. 76.
Familiarium colloquiornm formulae. 1520. Nr. 62. S. 50.
Frontmus, vier Büclier von den guten Raethen. 1527. Nr. 116. 8. 69.
Galeni, de renum affectus. 1530. Nr. 139. S. 79.
Gebetbüchlein. 1509. Nr. 21. S. 28.
1514. Nr. 32. S. 33-
Ein ser Cristliche predig Gregors von Nacianz. 1521. Nr. 74. 8. 54.
Petri Guntheri de arte rlietorica. 1521. Nr. 73. S. 53.
Bambergische Halsgerichtsordnung. 1508. Nr. 7. S. 19.
1508. Nr. 8. 8. 20.
1508. Nr. 9. 8. 21.
1508. Nr. 10. S. 21.
1510. Nr. 23. S. 28.
1531. Nr. 150. 8. 83.
Mainzer Hofgerichtsrodnung. 1521. Nr. 77. S. 55.
Hortulus anime. 1511. Nr. 24. S. 29.
1513. Nr. 28. S 31.
1514. Nr. 30. S. 31.
„ „ (deutsch). 1514. Nr. 31. S. 32.
1516. Nr. 37. S. 36.
Hortulus elegantiarum Laurentii Corvini. 1508. Nr. 11. 8. 22.
Hortus deliciarum ic 1520. Nr. 52. S. 46.
108
— 109 —
Ulrici de Hütten dialogi Fortuna. 1520. Nr. 56. S. 48.
„ ., „ de guaiaci medicina. 1519. Nr. 48. S. 44.
, „ , „ „ 1524. Nr. 109. S. 66-
„ „ „ „ „ „ 1531. Nr. 149. S. 83.
Huttichins, collectanea antiquitatum. 1520. Nr. 53. S. 46.
„ „ „ 1525. Nr. 111. S. 67.
In dictum apostoli ad Corinthios. 1522. Nr. 91. S. 60.
,. „ ., oportet et haereses esse. 1522. Nr. 23- S. 60.
Iustiniani institutiones. 1529. Nr. 124. S. 73.
Kammergerichtsordnung. 1521. Nr. 78. S. 56.
1521. Nr. 80. S. 57.
, Landfrieden und Abschied. 1521. Nr. 79. S. 56.
Der neue Laienspiegel. 1508. Nr. 15. S. 24.
Landfriden auf dem Reichstag zu Worms anfgericht. 1521. Nr. 81. S. 57.
1521. Nr. 82. S. 57.
, ,. , „ ., „ 1521. Nr. 83. S. 57.
„ des Reichstags zu Worms. 1521. Nr. 106. S. 64.
Die lehen recht verdeutscht. 1530. Nr. 134. S. 77.
Liber precationum. 1511. Nr. 25. S. 29.
Livius deutsch. 1505. Nr. 2. S. 16.
1514. Nr. 33. S. 33.
1523. Nr. 102. S. 63.
„ lateinisch. 1518. I. Ausgabe. Nr. 46. S. 41.
1518. IL .. Nr. 47. S. 42.
Manuale curatorum. 1508. Nr. 13- S. 23.
Marliani topographia urbis Romae. 1520. Nr. 63. S. 50.
Melanchthonis annotationes in epistolam Pauli. 1523. Nr. 105. S. 64.
Mercurius Trismegistus de potestate ac sapiencia dei. 1503. Nr. 1. S. 15.
Missale Moguntinum. 1507. Nr. 5. S. 18.
1513. Nr. 27. S. 30.
Nausea, oratio in synodum. 1526. Nr. 114. S. 68.
„ fünf merkliche Sermon. 1526. Nr. 115. S. 69.
„ pro sacrosancta missa. 1527. Nr. 119. S. 70.
„ de reformanda ecclesia. 1527. Nr. 120. S. 71.
„ contra adversarios catholicae fidei. 1529. Nr. 126. S. 73.
„ in gloriosissimam deiparae virginem. 1530. Nr. 135- S. 77-
„ de pacientia liber unus. 1530- Nr. 136. 8. 78.
De octo orationis partibus constructione. 1521. Nr. ßß. S. 51.
Ordnung des Märkerdings für die Höhe. 1530. Nr. 140. S. 80.
„ und Reformation guter Policei. 1531. Nr. 146. S. 82.
1531. Nr. 147. 8. 82.
1531. Nr. 148. S. 82.
109
— 110 —
Paraphrases in epistolas Pauli ad Timotheum. 1522. Nr. 95. S. 61
Peutinger, inscriptiones vetustae. 1520. Nr. 60. S. 49.
Piacentini de varietate actionuin libri sex. 1530. Nr. 132. S. 76.
„ „ 1531. Nr. 141. S. 80.
Pomponii Laeti opera varia. 1521. Nr. 64. S. 51.
Prosperi adversus inimicos gratiae dei libellus. 1524. Nr. 108. S. 65.
Plutarchi opuscula. 1522. Nr. 90. S. 59.
1527. Nr. 121. S. 71.
1530. Nr. 137. S. 78-
Psalterium ordinis S. Benedicti. 1516. Nr. 40. S. 36.
Quatuor evangeliorum consonantia. 1524. Nr. 107. 8. 64.
Reformation der Stadt Frankfurt a. Main. 1509. Nr. 17. S. 26.
Reginonis annales. 1521. Nr. 75. S. 54.
Aymari Rivalli civilis historiae iuris libri V. 1527. Nr. 117. S. 69.
, , 1530. Nr. 133. S. 77.
Rubricae Caesarei ac pontificii iuris. 1529. Nr. 128. S. 75.
Speculum astrologorum. 1508. Nr. 14. S. 24.
Spiegel der wahren Rhetoric. 1508. Nr. 6. S. 19.
Das Sprichwort, man muss entweder ein König 2C. 1520. Nr. 51. S. 45,
Henrici Stromer adversus pestilentiam. 1517. Nr. 41. 8. 37.
„ „ wider die Pestilentz. 1517. Nr. 43. S. 38.
Terentius. 1521. Nr. 67. S. 52.
Terentius comoediae. 1522. Nr. 96. S. 61.
1528. Nr. 122. S. 72.
Testamentum novum. 1521. Nr. 71- S. 53-
1522. Nr. 98. S. 62.
1523. Nr. 103. S. 63.
Trithemius compendium annalium Francorum. 1515. Nr. 33. S. 33.
De unitate ecclesiae conservanda. 1520. Nr. 54. S. 47.
Valerii Maximi factorum libri novem. 1530- Nr. 131. S. 76.
Laurentii Vallae elegantiarum libri sex. 1522. Nr. 99. S. 62.
„ 1529. Nr. 129. S. 75.
Von der Venediger krieg. 1509- Nr. 18. S. 26.
II. Druckwerke ohne Ort und Jahr.
Abschied des Reichstags zu Cölu 1512 (1512) Nr. 9- S. 89.
Abschied des Reichstags zu Cöln 1512 (1512) Nr. 10. S. 90.
Abschied des Reichstags zu Worms (1521) Nr. 30. S. 97.
Abschied des Reichstags zu Worms (1521) Nr. 29. S. 96.
Abschied des Reichstags zu Speier 1529 (1529) Nr. 41. S. 100.
Breviarium Moguntinum (0. D.) Nr. 45. S. 102.
Breviarius Moguntinus (1510) Nr. 3. S. 87.
110
— 111 —
Canimergerichtsordnung auf dem Reichstag zu Worms auffgericht. (1521)
Nr. 28. 8. 96.
Was den Kurfürsten am Deutschenden gelegen sei. (1512) Nr. 7. S. 89.
An Bebstiich heyligkeit (Schrift des Deutschordens) [1512]. Nr. 6. S. 88.
Erasmus von Roterdam , Auslegung über Paulus an die Korinther I,
14. Capitel. (1521). Nr. 35. S. 98.
Erasmus von Roterdam, über: Nemet auf euer Joch. (1521). Nr. 33. 8. 97.
Erasmus von Roterdam Auslegung über Mathaei 23. Capitel. (1521).
Nr. 32. S. 97.
Erasmus von Roterdam Auslegung über was Gutes die Philosophen in
der heil. Schrift schaffen. (1521). Nr. 34. S. 98.
Erasmus von Roterdam paraclesis. (1522). Nr. 37. S. 99.
Erasmus von Roterdam Epistel. (1521). Nr. 36. S. 98.
Gerichtsordnung der Grafschaft Nassau (0. D.). N. 44. S. 101.
Ulrichi de Hütten ad Carölum imperatorem conquestio. (1520). Nr. 23.
S. 94.
Ulrich von Hütten expostulatio cum Erasmo Roterodamo. (1523). Nr. 38.
S. 99.
Ulrich von Hütten Clagschrift. (1520). Nr. 24. S. 94.
Ulrichi de Hütten, Febris dialogus. (1519). Nr. 18. S. 92.
Ulrichi de Hütten, Febris dialogus. (1519). Nr. 19. S. 92.
Phalarismus Dialogus Huttenicus. (1517). Nr. 14. S. 91.
Ulrichi de Hütten orationes quinque in Ulrichum Wirtembergensem.
(1515). Nr. 12. S. 90.
Ulrichi de Hütten dialogi fortuna. (1520). Nr. 21. S. 93.
Ulrichi de Hütten epistola ad Hermannum de Neuenaar. (1517). Nr. 17.
S. 92.
Ulrichi de Hütten epistola ad Martinum Lutherum. (1520). Nr. 22. S. 94.
Ulrichi de Hütten ad prineipes Germanos. (1517). Nr. 16. S. 91.
Ulrici de Hütten in miserabilem Johannis de Hütten interitum deplo-
ratio. (1515). Nr. 11. S. 90.
Ulrichi de Hütten super interfectione Joannis Hutteni deploratio. (1517).
Nr. 15. S. 91.
Ulrichi de Hütten super interfectione Joannis Hutteni deploratio. (1519).
Nr. 20. S. 93.
Ulrich von Hütten Clag und vermanung. (1520). Nr. 25. 8. 95.
Ulrich von Hütten Clag und vermanung. (1520). Nr. 26. S. 95.
Intimatio Erphurdiana pro Martino Luthero. (1520). Nr. 27. S. 95.
Informatio de genealagia beatissime virginis Barbare. 1503. Nr. 1. S. 86.
Landfriden Kaiser Karls V. zu Worms (1521). Nr. 31. S. 97.
Litterae invitatoriae Jacobi archiepiscopi. 1507. Nr. 2. S. 87.
Nauseae liomiliae. (1526). Nr. 39. S. 99.
Nauseae liomiliarum centuriae. (1530). Nr. 42. 8. 101.
111
— 112 —
Nauseae oratio ad Carolum V. (1530). Nr. 43. S. 101.
Nauseae oratio in annum Jubileum. (1527). Nr. 40. S. 100.
Ordnung der Notarien. (1512). N. 5. 8. 88-
Defensio Joannis Pepericorni contra epistolas obscnrorum virorum.
(1516). Nr. 13. S. 90.
Handspiegel Johann Pfefferkorn. (1511). Nr. 4. S. 87.
Tractatulus in laudem ecclesie Treverensis. (1512). Nr. 8. 8. 89.
III. Druckwerke ohne Jahresangabe.
Abschiedt des Reichstags zu Speier 1526. (1526). Nr. 3. 8. 84.
Cura pastoralis. (0. J.) Nr. 4. S. 85.
Domus Encomium. (0. J.) Nr. 6. S. 85.
Institutiones imperiales. (1509 — 1510). Nr. 1. S. 84.
In Eduardum Leum Epigramata. (1520). Nr. 2. S. 84.
Die geschieht und bekantnis des Johannes pfefferkorn. (0. J.) Nr. 5.
8. 85.
112
\*b&m^H* Hrt^r^* »r^r^H^ *r£*^* ^;^#^
7Tf1
TnTr
II. Peter Sckoeffer der Jüngere. l )
§ 1. Geburt und Lebensgeschichte desselben, sein Wirken in Mainz.
Peter Sckoeffer, Sohn des Peter Sckoeffer und der Christine Fust
war jedenfalls zu Mainz geboren. Sein Geburtsjahr ist urkundlich un-
bekannt und lässt sich auch nur annäkernd als um 1460 gehörig ver-
mutken. Wo Peter Sckoeffer. den die Bibliographie zum Unterschiede
gegen seinen Vater Peter den Jüngeren oder II. nennt, seine Ausbil-
dung genossen und vor Gründung seines eigenen Geschäfts gewirkt,
entzieht sich unserer Kenntniss. Als sein Vater starb , erhielt er als
nachgeborener Sohn keinen Antheil am Geschäft, sondern nur den an
den Druckhof zum Humbrecht anstossenden Hof „ zum Korb " in Mainz
als Erbe. 2 ) Kein Verlagsartikel seines Vaters erscheint unter Peter
Schoeffers IL Druckwerken, auch findet sich keine der Typenarten
desselben bei ihm verwendet. Dadurch sah sich Peter auf sich selbst
angewiesen und begründete in Mainz ein Geschäft als Buchdrucker und
Verleger. Er hatte jedenfalls als Formschneider gelernt, und begrün-
dete 1509 seine Firma. Die Lage für Errichtung eines weiteren Ge-
schäfts in Mainz war um diese Zeit keine viel versprechende, Peters
Bruder Johann mit dem blühenden Verlage und ein weiterer thätiger
Buchdrucker, der Friedrich Heumann boten schwer wiegende Concur-
renz. So war das Geschäft von Anfang an ein gewagtes und nicht
besonders lebensfälliges. Die Vermuthung hat daher ihre Berechtigung,
dass Mangel an Erfolg seiner Bemühungen es gewesen, die Peter
Schoeffer veranlassten, im Jahre 1511 50 Goldgulden Capital vom
St. Peterstift in Mainz auf den Hof zum Korb aufzunehmen. 3 ) Am
1) Ueber ihn vgl. Catalogue de la bibliotheque de F. J. Fetis acquisee
par l'etat beige. Bruxelles tibr. C. Muquardt etc. 1877. Octavo. XI + 94b Sei-
ten mit 732:) Nummern. S. 208. (Druckwerke P. Schoeffers.) — Kapp, Ge-
schichte des deutschen Buchhandels I, 77. — Archiv für Geschichte des deut-
schen Buchhandels IV, S. 30, V, S. 310 (Schoeffer und M. Apiarius). — Faul-
mann, Ulustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. Octavo. S. 253,
299, 327, 330. — Sehletterer. II. M.. Katalog der in der Kreis- und Stadt-
Bibliothek, dem städtischen Archive und der Bibliothek des historischen Ver-
eins zu Augsburg befindlichen Musikwerke. Berlin 1878.
2) Der Hof zum Korb besteht noch in allen Einzelheiten wie zu Peter
Schoeffers Zeit und ist mehrfach abgebildet. /.. B. im Gedenkbuch zur vier-
ten Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst. 1840. S. 2s (Tafel).
3) Würdtwein, bibliotheca Mogunt. S. 246. Solutab. II, 570. -
113
Beiheft 9. s
— 114 —
Montag nach St. Ciarentag 1511 (8. August) kam nämlich Peter Schoeffer
vor den weltlichen Richter Marx Morssheymer und vergiftete für sich
und seine Erben dem Conradt Odenwaldt Canonicus und Herbort Vicar
als Kistenmeister des St. Peterstifts zu Mainz 2 , /. 2 Gulden Gold Rente
an die Praesenz des Stifts fallend und verpfändete dafür sein Haus
und Erbe „genant zum Korbe mit seinem gertgen daran jn der fleder-
gassen gelegen wolhart ane dem Huse vnd Hoeff genant zum Rebe-
stock hinden vnd forn mit allem seym begriff vnd zugehorunge furhin
zu seyn eygen sonder allerley Hand tzinsse oder gülten davon zu ge-
ben.'* In dem Vertrage kommt Katharine Peters Ehegattin vor und
genehmigte diese Verschreibung. Die Verschreibung ward am 20. De-
cember 1511 veröffentlicht und damit rechtskräftig. Vorher schon hatte
Peter Schoeffer am 5. Mai 1511 vor dem weltlichen Richter Johann
Mollsperck der Kunigunde Ulrich Ysen Kremers Wittwe „umb ein
Brieff" den Hof zum Korbe auf Lebenszeit verkauft, d.h. für Katha-
rinens Lebenszeit zur Wohnung verschrieben. Da Peter Schoeffer seine
hierüber gegebene Handschrift als die seinige abläugnete, verlangte
die Wittwe von dem Gerichte die Feststellung derselben, worauf sich
Peter zu derselben bekannte. Kunigunde begehrte, dass der Brief in
das Gerichtsbuch eingetragen werde, was geschah, indem Peter er-
klärte, dass ihn die Wittwe „wol vergnügt und bezailt hait vor daz
husse zum Korbe ihr lebtage zu haben, und in Buwe und Besserunge
zu halten." l ) Damit beruhte die Sache keineswegs. Am 28. Juni 1511
kam Johann Schoeffer vor Gericht und klagte gegen die Wittwe Kuni-
gunde Isenkremer wegen der Sache, worauf das Gericht die. Sache als
vollzogen anerkannte, aber der Wittwe die Verpflichtung auferlegte,
das Haus auch während ihrer Lebenszeit zu unterhalten. 2 ) Peter Schoeffer
hatte auch hier sich in Geldverlegenheit gezeigt , einen Kauf auf Le-
benszeit abgeschlossen, das Haus blieb rückkäuflich, jedoch sein Eigen-
thum. Wie Johann Schoeffer in die Sache verwickelt ward, ist unklar,
vielleicht lag Cession der Ansprüche Peters vor. Peter Schoeffer muss
die Sache, vielleicht mit dem vom Peterstifte erhaltenen Gelde rück-
gängig gemacht haben, da er am 4. August 1512 das Haus und Erbe
genannt zum Korb in der Fiedergasse nebenan das Haus und Erbe
zum Rebstock hinten und vornen als frei eigen dem Johann Kuchen
(Koch) und der Urseln Eheleuten vor Johan Hauwenhut weltlichem
Richter zu Mainz verkaufte und die Uebergabe vollzog. Zeuge war
Peter Remenschnyder von Wynbach, der vielleicht geschäftlich mit
Peter Schoeffer in Beziehungen stand. :j ) Trotz dieses Verkaufs setzte
Peter den Buchdruck und Verlag in Mainz bis 1523 fort. Es ist un-
bekannt, ob dieses in dem Hause zum Korb oder anderwärts geschah.
1) Schaab, II, 567 — 569 ex origmali.
2) Ebenda II, 569—570 ex originali.
b) Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 246. — Schaab, II, 575.
114
— 115 —
§ 2. Peter Schoeffer II. in Worms, seine Beziehungen zu den
Wiedertäufern.
In dem Jahre, in welchem Peter Schoeffer sein Haus in Mainz
veräusserte, lieferte derselbe einen Druck zu Worms, welcher zwar
nicht feststellt, aber auch nicht unmöglich ist und druckte in Worms
bis 1529. Er wurde dadurch zugleich der Einführer des Buchdrucks
in Worms. Die Gründung einer Buchdruckerei in der alten Reichs-
stadt Worms war geschäftlich keine verfehlte. Worms besass damals
noch keinen Buchdrucker, das daselbst tagende Reichskammergericht
und der zahlreiche Clerus liessen Aufträge von Belang erwarten, wenn
auch die politische Lage der Stadt um diese Zeit keine günstige ge-
wesen sein mag. Im Jahre 1513 brach der alte Kampf des Bischofs
und Clerus gegen den Magistrat aufs Neue aus, die Bürgerschaft stand
getheilt auf beiden Seiten. Die Volkspartei vertrieb zeitweise den
Magistrat und setzte andere Behörden ein. Der Streit endete bekannt-
lich mit der Fehde Franz' von Sickingen gegen Worms 1515. In
Folge dieser Kämpfe mag die Thätigkeit Peter Schoeffers in diesen
Jahren- eine geringe gewesen sein, w esshalb nur wenig Wormser Druck-
werke aus dieser Zeit von ihm bekannt sind, während er in Mainz
eine stärkere Thätigkeit entwickelte. ') Auch amtliche Drucke und
Liturgica Peter Schoeffers zu Worms sind nicht bekannt , so dass auch
hier die gehegten Hoffnungen sich nicht erfüllten. Dagegen kam Zu-
fluss von anderer Seite. In Worms trat Peter zu den Wiedertäufern
in Beziehungen. Worms war von 1523 — 1533 der Sammelplatz zahl-
reicher Wiedertäufer. Jacob Kautz (Bubo) aus Grossbockenheim, Johann
1) Im Jahre 1520 erhielt zudem Peter Schoeffer einen Mitbewerber auf
dem Gebiete des Buchdrucks zu Worms. Der Buchdrucker Johann (Hans)
von Erfurt (Johannes Erffordiauus) hatte 1519 in Augsburg den Druck:
Sbrulius Richardus, Ad Maximilianuni Sevenbergenseni moduli aliquot. Im-
pressa Auguste apud Johannem Erpbordianum 1519, III. Idus Nouembris.
r» Blätter Quarto geliefert (Panzer, Annales VI, 157, 167) und war bald darauf
nach Worms übergesiedelt, wo er: Joannis Schnaytpeckh oratio ad Carolum
Caesar. Augustum 26 Septembris Anno 20. Antwerpiae dicta. impressum Wur-
maciae per Joannem Erffordianum 1520. Quarto. lieferte. Ein Exemplar zu
Worms im Paulusniuseum. Panzer, annales IX, 102). Ohne Jahresangabe
druckte Hans von Erfurt: Regimiento praeservativo compuesto por el Luis
Lunez de Anila. Medico cirurjano dela Cesarea Catholica Mt. Am Ende:
Iste Tractatus mit Impressus in Almania in civitate Wurmatie per Joannem
Erffordianum. 0. J. (um 1520). Quarto. (Panzer, Annales IX, 102 n. 4 nach
Catalogus bibliothecae Hallerill, 2, 31 n. 141). Im Jahre 1521 lieferte Hans
nachstehenden Druck: Des heylign Rüniischli j Reichs Stend, mitsampt alle
| Churfürsten vnd Fürsten etc. I Gaistlichen vnnd Weltlichen, mit yren Titteln
vnd | hoffgesynde, auch mit yren namen beschryben, vn | geschickten Bot-
schafften. So zu Worms . . . versamelt vnnd Erschynen seynndt. Im Jar. |
M. D. vnd XXI. | Am Ende: Gedruckt in Worms durch Hanns von Erfforth
1521. Mit Titelholzschnitt : Reichsadler, 30 Blätter Quarto. Fehlt bei Pan-
zer und Weller. Exemplar im Paulusniuseum zu Worms, und scheint bald
darauf gestorben oder weggezogen zu sein, da von seinem Auftreten in
Worms nichts weiter bekannt ist.
115
— 116 —
Denk, Ludwig Hetzer und Ringk hatten in Worms und dessen Um-
gegend gegen 25 Personen im Alter von 25 — 65 Jahren wiederge-
tauft. 1 ) Im Jahre 1527 verbot der Wormser Rath dem Prediger Kautz
die Predigt, worüber das Volk empört Avard. 2 ) In Folge dieser Zwis-
tigkeiten wurden die lutherischen Prediger aus Worms entfernt, da sie
das Volk verwirrten und die Sacramente verwarfen. 3 ) Hetzer und
Denk weilten damals in Worms, da Ersterer die Vorrede seiner Pro-
phetenübersetzung Worms 3. April 1527 datirte. 4 )
§ 3. Peter Schoeffer der Jüngere zu Strassburg.
Im Jahre 1530 begründete Peter Schoeffer II. ein Geschäft zu
Strassburg im Elsass. Er heirathete dort die Anna Pfintzerin , um in
die Zunft zu kommen. Das Strassburger Bürgerbuch im Stadtarchive
zu Strassburg sagt: „Peter Scheffer, Buchdrucker von Mentz, hat daz
burgrecht empfangen von Anna Pfintzerin weil. Blasi Wechters des
kurszners seligen wittwe, seiner Ilauszfrauw, und dient zur steltzen.
Actum Zinstag nach Lucie Anno zc. 29." 5 ) In Strassburg trat Peter
Schoeffer mit dem Buchdrucker Johann Apronianus (i ) in Verbindung
1) Der Katholik, Jahrgang 1882 lieft I, S. 626.
2) Tagebuch des Canonicus Wolfgang Königstein am Liebfrauenstift
zu Frankfurt a. Main ed. Steitz. Frankfurt a. M. 1870. S. 11!).
3) Ebendaselbst S. 120. So diese Quelle. Nach anderer Angabe hatten
sich die Wiedertäufer von Strassburg aus nach Worms verbreitet. Kautz,
damals der erste und angesehenste Geistliche der Stadt Worms ward für
ihre Sache gewonnen und veranlasste den Uebertritt seines Amtsgenossen
Hilarius, der sich Einfhiss und Anhang beuden Bürgern verschaffte und so
stark ward, dass er den Lutheranern trotzen konnte. Anfangs Juni 1527
veröffentlichte Kautz sieben Thesen seiner Lehren, die lutherischen Geist-
lichen Preu und Freiherr antworteten, es kam zwar nicht zum Ausbruch von
Thätlichkeiten , aber der Rath wies Wiedertäufer wie lutherische Geistliche
aus der Stadt. (Theologische Studien und Kritiken 1S58 S. 839.)
4) Urkundliches Material über Peter Schoeffers Auftreten in Worms
ist weder in dem Wormser Stadtarchive noch in den Sammlungen des Pau-
lusmuseums nach von dort erhaltener Mittheilung vorhanden. Die Stätte seiner
Druckerei in Worms lässt sich nicht mehr feststellen.
5) Mittheilungen des Strassburger Stadtarchivs vom 16. April 1891.
6) Ueber Johann Apronianus ist wenig bekannt. Das Archiv für Ge-
schichte des deutschen Buchhandels behandelt denselben nach den Collec-
taneen des Strassburger Buchdruckers Heitz (IV, 29—30). Diese Angaben
bedürfen jedoch als ein Chaos der kritischen Sichtung, da dort der Johann
Apianus mit Johann Schweintzer, der Johann Apronianus mit Matthias Apia-
rius zusammengeworfen und verwechselt wird. Ich ordne dieses Chaos also:
No. 1. Jean Apianus ou Schweintzer ist Verwechselung des Johann
Apronianus, welcher 1530 — 1531 in Strassburg druckte, mit Matthias Apiarius.
No. 2. Ist eine Vermengung des Johann (nicht Matthias) Schweintzer,
bei dem Peter Schoeffer 1531 das Visirbuch herausgab, mit Matthias Apianus
dem Mathematiker und Astronom.
No. 3 — 4 ist richtig für Matthias und Samuel Apiarius.
No. 5-6 bleibt zweifelhaft.
No. 7 (1530—1535; ist richtig.
No. 8 — 9 bleibt Verwechselung von Johann Schweintzer mit M. Apia-
rius. Dass Johann Apronianus und Johann Schweintzer eine Persönlichkeit
116
— 117 —
und lieferte 1530 mit demselben seinen ersten Strassburger Druck.
Das Verhältniss währte bis 1531 und gingen aus der Verbindung drei
Drucke hervor. Dann löste sich dieselbe auf. Peter Schoeffer ver-
band sich mit Matthias Apiarius, druckte mit demselben zusammen bis
1537, aber auch jeder derselben allein. 1 ) Es geht daraus hervor,
dass sowohl Schoeffer als Apiarius besondere Druckereien besassen,
was sich bei Apronianus und Schweintzer vorläufig nicht feststellen
lässt. Eine dritte Verbindung knüpfte Peter mit dem Johann Schweintzer,
einen in seinen Lebensverhältnissen ebenfalls noch unerforschten Ver-
leger, an. Schweintzer gehörte zu den von der Lehre der alten Kirche
abweichenden Männern und huldigte der Richtung Schwenkfelds. -)
Dieser Umstand ist für die Denkungsart Peter Schoeffers von Wich-
tigkeit, wenn auch das geschäftliche Interesse bei dieser Verbindung
die Hauptrolle gespielt haben mag. Das Verhältniss beider Männer
ist unklar , es scheint , dass Peter Schoeffer für den Verlag Schweintzers
druckte.
Strassburg war in den dreissiger Jahren des XVI. Jahrhunderts
Sammelplatz der protestantischen Sectirer, des Schlesiers Schwenkfeld,
des Tirolers Pilgram Marbeck, des Kürschners Melchior Hoflfmann, des
Spaniers Miguel Serveto (von J. Calvin später dem Feuertode überlie-
sind, bleibt uugewiss und auch wenig wahrscheinlich. Vielfach wird auch
M. Apiarius mit Johann Apronianus verwechselt, und behauptet, dass Erste-
rer bereits 1530 in Strassburg druckte, während dieses doch nur bei Letz-
terem der Fall war. Im Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels
V, 15 ist das Verhältniss beider Personen auch hierin richtig aufgeführt, vgl.
Klemm, Katalog S. 158 und Panzer, Annales VI, S. 119 n. 818.
1) Ueber Matthias Apiarius vgl. unten.
2) Ueber Johann Schweintzer vgl. Pallmann, Sigmund Feyerabend S. 2
und 07 (Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. VII.)
Johann Schweintzer oder Sehwentzer druckte in Strassburg: Bekant-
nuss vom 11. Sa | crament des leibs vnud blüts | Christi, auff frag vnd ant
wort gestellet. | Caspar Schwenckfeld. j Mit einem hertzen glaubt man zur
gerechtig- | keyt, mit dem munde aber bekennt man | zur seligkeyt, Ro-
man, in. | Strassburg. |
Am Ende: Zu Strassburg Truekts | Hans Schweintzer. | M. D. XXX. |
Octavo, 4 Bogen, letzte Seite leer.
München Hofbibliothek (Polem. 2289 Octavo).
Wackernagel, Bibliographie zur Geschichte des deutschen Kirchen-
lieds S. 140.
Als Verleger Hess er 1536 drucken: Von der Gemeinschaft aller Dingen.
Durch Hanns Ludwig Vives beschrieben. Diss Buchlin gehört jetzt vf die
Hahn, Obs vielen niisst'alt, da ligt nit an iC. (Verse). Strassburg bey M. Jac.
Kammerlander von Mencz. 1536. Qnarto. (Hirsch, millenarius 11. n. 660.).
Im Jahre 1 ö4 1 gab er heraus: Die gantze Evangelische Historie... in
vier bucher gebracht durch Andreani Osiandruui. Cum praefatione Joh.
Schweintzer interpretis, ad Casparum comitem mansfeldensem. Franckfurt
1541. Qnarto. Goedeke, Grundnss I, 170.
I54U hatte Cyriacus Jacob zu Frankfurt a. .Main für Schweintzer die
teutsche ETarmoni der Vier Kuangelien in 1200 Exemplaren gedruckt. Pall-
mann, Feyerabend S. 2— 3.
117
— 118 —
fert), auch Denk hielt sich 1526 in Strassburg auf. 1 ) Ihre Gegner
waren die Protestanten. M. Bucer disputirte mit Einigen derselben,
während Capito sich gemässigt zeigte. Der Strassburger Rath wies
zwar manchen Wiedertäufer aus, behandelte dieselben jedoch im All-
gemeinen gnädig. Peter Schoeffer befand sich in Strassburg in geistes-
verwandten Kreisen und mag auch hier mit den Wiedertäufern in
mehrfacher Beziehung gestanden haben, wenn auch sein Strassburger
Verlag nichts der Art andeutet.
Im Jahre 1537 löste sich die Verbindung mit Matthias Apiarms,
da derselbe in diesem Jahre nach Bern in der Schweiz zog und dort
den Buchdruck als amtlich berufener Buchdrucker der Stadt Bern ein-
führend seinen ersten Berner Druck 1537 lieferte. Die Frucht der
Verbindung beider Männer waren meist Musikdrucke. Zwei verwandte
Geister hatten sich hierin gefunden, da Apiarius sogar Componist war
und die beiden Lieder: „Ach hilf mich leid und senlich klag" und:
„Es taget vor dem walde" von ihm herrühren. 2 ) Apiarius druckte,
wie erwähnt, in Strassburg auch Manches allein, er stand zu Oeco-
lampadius, Capito und Bucer in Beziehungen und druckte Schriften
derselben. :5 ) Es ist vielleicht nicht ohne Belang für die Denkungsart
des Peter Schoeffer, dass er sich hierbei ausschloss und an dem Drucke
dieser Schriften keinen Antheil nahm , da seine Geistesrichtung auf
kirchlichem Gebiete eine andere war. Die Auflösung des Geschäftes
Schoeffer -Apiarius gab der Thätigkeit Schoeffers den Todesstoss, wo-
durch er sich in Strassburg nicht mehr halten konnte. Dass er wegen
Hinneigung zu den Wiedertäufern Strassburg habe verlassen müssen,
ist unwahrscheinliche Vermuthung und bleibt die Sache geschäftlich
vollkommen begründet. Trotz des nur kurzen Aufenthaltes in Strass-
burg war Schoeffers Thätigkeit daselbst eine recht rege und vielseitige
gewesen und zeichnet sich namentlich durch Drucklegung von wissen-
schaftlichen Werken aus. 4 )
1) Lorenz und Scherer, Geschichte des Elsasses I. S. 196.
2) Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1S76) S. 101 und Publicatio-
nen der Gesellschaft für Musikgeschichte IV (187t>) S. 87 und 88.
3) vgl. hierüber unten.
4) Peter Schoeffer stand auch zu Christoph Froschover in Zürich in
Beziehungen. Die Schwabacker Type desselben gleicht bis auf einige Ver-
salien vollständig der Peter Schoeffers. so dass Beide entweder eine Be-
zugsquelle der Typen besassen, Peter Schoeffer für Froschover Typen schnitt
oder goss, oder seine eigene Einrichtung demselben abtrat. Auch enthält
Froschovers Ausgabe von Stumpf, Schweitzer Chronik ed. 1548 folio Blatt 2 3
Vorseite die Abbildung einer Druckpresse . an der oben rechts Peter Schoef-
fers Wappen (Winkelhaken mit drei Rosen) und neben längs unter einander
in Majuskeln SCHEFER steht. (Abbildimg nach diesem Drucke in dem Neu-
jahrsblatt herausgegeben von der Stadtbibliothek in Zürich, 1881. Quarto).
Möglicherweise brachte Froschover die Presse nebst Geräthe Peter Schoeffers
an sich, als derselbe nach Venedig zog und Hess solche aus Erinnerung an
denselben abbilden, dann würde sich auf diese Weise die Gleichheit der
Typen und das Verhältniss des Tyndaletestaments und der Coverdalebibel
zu der Schwabacher Type Peter Schoeffers erklären.
118
— 119
§ 4. Peter Schoeffer zu Basel und Venedig, sein Tod.
Im Jahre 1539 verliess Peter Schoeffer Strassbnrg und seheint
sich kurze Zeit in Basel aufgehalten zu haben. Thomas Plater sagt
in seinem Tagebuch : „Dazumal war ein gar feiner Künstler von der
Druckerei, Peter Schäffer, aus welchem Geschlechte die Druckerei zu
Mainz erfunden ist, der hatte fast allerlei Schriften Punzen, der gab
mir Abschläge und goss mirs, etliche goss mir Meister Martin" 2c. 1 )
Da Thomas Plater sich in Basel aufhielt, ist es wahrscheinlich, dass
Peter Schoeffer dessen Bekanntschaft dort machte, aber auch nicht
ausgeschlossen, dass das Bekanntwerden bereits zu Strassburg erfolgt.
Es scheint , dass Peter Schoeffer die Gründung einer Druckerei zu
Basel, dieser Metropole des Buchdrucks um 1539 — 1540 vorhatte, aber
bald weiter zog, da er in Venedig mit seinen blühenden Druckereien
Erfolge hoffte. Seine Anwesenheit in Basel steht urkundlich nicht fest,
die Jahre 1539 — 1541 sind in Peter Schoeffers Leben ein unbe-
schriebenes Blatt, die Anwesenheit in Basel hat jedoch so viel Wahr-
scheinliches für sich, dass dieselbe gelten kann. Spuren einer Wirk-
samkeit in Basel als Buchdrucker sind, das Wirken für Thomas Plater
ausgenommen, nicht vorhanden. Im Jahre 1541 taucht Peter Schoeffer
in Venedig als Buchdrucker für einen Verlag auf und lieferte zwei
weitere Drucke 1542 in Venedig. Auch hier blieb er seiner anti-
kirchlichen Gesinnung getreu. Seine beiden Bibelausgaben in latei-
nischer Sprache zieren den Index der verbotenen Bücher, auch eine
Lullusausgabe verdankte dieser Richtung ihre Entstehung. Damit hört
1542 jede Nachricht von Peter Schoeffer auf, so dass die Annahme
berechtigt ist, dass er in diesem Jahre zu Venedig starb und auch
dort begraben wurde. Peter war zweimal verheirathet . in erster Ehe
mit Katharine, deren Geschlechtsname unbekannt. Sie kommt 1511
bis 1512 mit ihm vor und starb vor 1530 wahrscheinlich in Worms.
Seine zweite Frau war seit 1530 die Strassburgerin Anna Pfintzerin
Wittwe, deren Familienname und Schicksale auch nicht auf uns ge-
kommen. Aus erster Ehe soll Peter Schoeffer einen Sohn Ivo gehabt
haben, der 1531 das Geschäft Johann Schoeffers in Mainz übernahm
und bis zu seinem Tode 1555 weiterführte, ein Verhältniss, das noch
nicht hinreichend aufgeklärt ist. Ob aus erster und zweiter Ehe weitere
Kinder vorhanden, ist unbekannt.
1) Faulmann, illustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882.
S. 327. Die Ausgabe des Originaltagebuchs des Thomas Plater konnte ich
so wenig, als das Buch: Thomas Platters Briefe an seinen Sohn Felix ed.
Achilles Burckhardt. Basel 1890. Octavo. benutzen. Thomas Platers Baseler
Drucke beginnen mit 1536, er druckte zuerst mit Balthasar Lasius, dann mit
Oporinus zusammen. Vgl. Klemm, Catalog S. 230 u. 232. — Panzer, Annales
VI, 31G — 31b.
119
— 120 —
§ 5. Peter Schoeffer als Buchdrucker und Verleger.
Peter Schoeffer ist als Buchdrucker und Verleger durch Beine
Schicksale merkwürdig und bildet als Glück suchender wandernder
Typograph ein ansprechendes Bild des unruhigen Zeitgeistes der ersten
Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Talentvoll, auf der Höhe der Leistungen
in Formschnitt und Buchdruck stehend, mit den bedeutendsten Künst-
lern in Beziehung, lieferte er nicht allein gediegen gedruckte in dem
Musiknotensatz Deutschlands geradezu epochemachende Musikalien, die
später besonders zu betrachten sind, gut illustrirte Gebetbücher und
typographisch bedeutsame liturgische Drucke, einige in der Geschichte
der Bibelübersetzung eine hervorragende Rolle spielende Drucke,
wissenschaftliche und populäre Werke in grösserer Zahl, welche Lei-
stungen ihm in der Geschichte der Typographie einen ehrenvollen
Namen sichern, wenn auch die Zahl seiner Erzeugnisse für seine
Wirkungszeit eine unverhältnissmässig kleine ist. Aus Nichts hatte
Peter Schoeffer seine Thätigkeit begründet, unter schwer wiegenden
Concurrenzen in Mainz und Strassburg lebensfähig erhalten, aber jeden-
falls keine finanziellen Erfolge errungen. Als unruhiger Kopf brachte
ihn seine Vorliebe für die kirchlichen Reformbestrebungen in den
Schoos der Wiedertäufer und Solcher, welche eine verbesserte latei-
nische und deutsche Bibelübersetzung anstrebten. Sein Name stellt
mit dem des Matthias Apiariu> auf dem Verzeichniss der kirchlich
beanstandeten Buchdrucker. l ) Schoeffers Verlagsartikel Bind so recht
ein Beweiss, dass seine Kunst nach dem Brote ging und keine Rich-
tung verschmähen durfte.
§ 6. Peter Schoeffer als Pfleger der Bücherillustration.
Der Gebrauch, den Peter Schoeffer II von den Arbeiten der
Bücherillustratoren seiner Zeit machte, stellt sein Wirken als Buch-
drucker und Verleger hoch hin und sichert demselben bleibende Er-
wähnung in der Kunstgeschichte. Er stand zu Albrecht Dürer, Hans
Baidung Grien und Anton Woensam von Worms, wohl auch zu Lucas
Cranach in Beziehungen, manche Arbeit derselben findet sich allein
in seinen Druckwerken abgedruckt. Andere Verbindungen lassen sich
jetzt nicht mehr feststellen. Peter verwendete, obgleich sein Geschäft
jedenfalls kein finanziell glänzendes war. bedeutende Mittel für Er-
werbung guter Holzschnitte und Druckermarken und gehört manches
dieser Art zu dem Prächtigsten der Zeit, wenn es auch von Muther
in der Bücherillustration 2 ) nur wenig betont , noch weniger gekannt
sein dürfte. Da Peter Schoeffer Formschneider von Beruf war. stand
ihm der Verkehr mit derartigen Künstlern nahe.
1) Verzeiclmiss der Buchdrucker, welche verbotene Bücher druckten,
ausgegeben von Papst Paulus IV. 1559 bei Reuscli, Indices S. 207: „Mar-
tinus (!) Apiarius Argentoratensis, Petrus Scheffer.
2) I, 254.
120
— 121 —
§ 7. Peter Schoeffer als Drucker von Musikalien.
Ottaviano dei Petmcci geboren 1466 zu Fossorabrone erfand die
Kunst, Musikalien mit beweglichen Typen zu drucken und lieferte in
Venedig seit 1502 und seit 1513 in Fossombrone bis 1523 Musik-
drucke, welche auf diese Weise hergestellt meist Messen und Motetten
enthaltend, die Bewunderung der Musiker und die Nachahmung der
Typographen herausforderten. 11 ) Trotzdem das Verfahren ein schützen-
des Privileg besass, blieb dasselbe kein Geheimniss oder ward in
seinem Wesen erkannt und nachgeahmt. Erhard Oeglin in Augsburg
druckte 1507 bereits mit Musiktypen, ihm folgte 1512 Peter Schoeffer
zu Mainz. Beide sind die ersten Musiktypographen Deutschlands. In
Italien folgten die Junta in Rom, Anton Blado zu Rom um 1530 und
Anton Gardano zu Venedig nach, aber immerhin ward noch der
grösste Theil der Musikdrucke besonders vereinzelte Stellen auf dem
Wege des Holzschnittes hergestellt. Wie Peter Schoeffer hinter das
Geheimniss des Notendrucks kam , ob ihm Arbeiter , die für Petmcci
gewirkt, dasselbe mittheilten, er dasselbe durch seine Beziehungen zu
italienischen Musikern erfuhr, oder durch Oegiins Arbeiter kennen
lernte, bleibt noch zu untersuchen. So viel steht fest, dass er einer
der ersten deutschen Notentvpographen war, weit und breit zur Druck-
legung von Musikalien gesucht und geschätzt war. mit Männern wie
Schlick, Walther, Froschius und Anderen in Verbindung trat, wie ihm auch
Johann Thurmair, genannt Aventinus, das ehrende Zeugniss als Typo-
graph hervorragender Leistungen ausstellte, was jedenfalls auf dessen
Kenntniss der Musikaliendrucke Peter Schoeffers beruhen dürfte. 2 )
Technisch brach Peter Schoeffer, der so recht geeignet war, ein ge-
diegener Musikalientypograph zu werden, da ihn die Liebe zur Musik
dazu machte, mit der alten Notation der Hufeisennoten und führte die
nota figuralis, die Cölner oder deutsche Notirungsweise in dem Drucke
ein. Er ist somit auch hierin Begründer einer neuen Richtung. Ein-
zelne Details über seine Druckart auch bei Beschreibung der einzelnen
Musikdrucke Peter Schoeffers des Jüngeren.
1) Ueber ihn Schund. Ottaviano dei Petrucci, der erste Erfinder dos
Musiknotendrucks mit beweglichen Metalltypen. Wien IS45.
2) Jo. Aventini annalium Boicorum libriVH. Basel 1615. Folio. S. 1512:
Nunc vero in Germania Basileae Joannes Frobenius, Hagenoiae Thomas Aus-
hetmus, Argentorati Matthias Schurerius, Mogontiaci Petrus Schofferius nepos
ex filia autlioris hujus inventi alii item aliis Germaniae civitatibus quotquot
ubieunque ante fuerunt, et adhuc sunt superant longo intervallo post se reli-
quunt. Des Aventinus musicae rudimenta erschienen 1516 bei Miller in Augs-
burg. Neuabdruck in: Johannes Aventins kleinere historische philosophische
Schritten. München 1881. S. 582 f. Verfasser dieser Schrift ist Aventinus
selbst, nicht Nicolaus Faber. Die Correspondenz Aventins bietet keine An-
haltepuncte für den Verkehr desselben mit Peter Schoeffer dem Jüngeren.
121
— 122 —
§ 8. Die Druckermarken Peter Schoeffers des Jüngeren.
1. Wappenschild mit schräg schraffirtem Grunde auf hügelartigcr
Erhebung, in dem Wappen der Winkelhaken und drei Rosen. J ) Im
Hortulus animae deutsch 1513 und öfter vorkommend. Abbildung in
Monatshefte für Musikgeschichte IX, 30. Dibdin, bibliographical deca-
meron II, S. 12 nach dem Drucke : De dulcissimo nomine Jesu ic. 1518.
2. Kleine Druckermarke: Sitzender Schäfer mit Dudelsack und
rechts der Hund, links zwei stehende Schäfer, mitten Schafe, oben ein
Engel die Geburt Christi verkündigend. Umschrift : GLORIA IN | EX-
CELSIS DEO, | HOMINIBVS | BONA VOLVNTAS . | In Wormser
und Strassburger Drucken vorkommend. Prächtige Darstellung eines
unbekannten Meisters.
3. Grosse Druckermarke: Schäfer und Dudelsackbläser mit zwei
Schafen und Hund links, rechts ein Herr in Patriciertracht mit Dame
(Elsässerin der Haube nach), mitten Wappen (Winkelhaken und drei
Rosen), oben das Spruchband: Ingenium vires superat. Unter dem
Wappenschilde das Monogramm: H G, auf Hans Bai düng Grien als
Formschneider anspielend. 1531 in Kerns Visierbuch vorkommend.
Prächtige hervorragende Darstellung. Abgebildet in Muther, Bücher-
illustration I, Tafel 248\ Höhe 132, Breite 135 mm.
1) Diese Abweichung von dem Wappen der Familie Schoeffer (bei
Peter Schoeft'er dem Alten drei Sterne, bei Johann Schoeffer oben zwei Sterne,
unten eine Rose und bei Peter Schoeffer dem Jüngeren drei Rosen) beruht
wohl auf heraldischer Ungewissheit, könnte aber auch genealogische Gründe
besitzen. Jedenfalls ist das Erstere wahrscheinlicher.
122
Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren.
I. Mainz.
1509.
1. Wyhegertlin für alle frummen cristenmenschen.
Mainz bei Peter Scheffer 1509.
Format ?
Quelle: Unbekannt.
Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I. Bücherverzeichniss
S. XXXIX (ohne Angabe des Formats und des Aufbewahrungsorts), I, 51.
1511.
2. Spiegel der Orgel macker vfi Organisten allen Stifften vn
kirche | so Orgel halte oder mache lassen hochnutzlich . durch den
hochbreum | pten vii kunstreichen Meyster Arnolt Schlicken Pfaltz-
grauischen | Organiste artlich verfasst . vii vss Römischer Kaisseiiicher
maistat | sonder löblicher befreyhüg vn begnadüg auffgericht vii auss-
gange . i Darunter Holzschnitt: eine Frau (St. Caecilia V) vor der Orgel
sitzend und spielend, hinten Balgtreter, links Schalmeibläser, rechts
Sänger. Auf dem Kleide des linken Sängers ein S. Ob dieses auf
Peter Schoeffer als Anfertiger deutet, steht dahin. Rückseite des Titels
leer. Blatt 2 Vorseite Privileg Kaiser Max I. [ )
Kleinoctavo, 30 Blätter, Schwabacher Type, Blatt 3 Vorseite
beginnt das Schriftchen, aber erst Seite 15 die Paginirung mit: Das .
ij . blat und schliesst Seite 59 mit: Das . xxiiij . blat. Seite 60 leer.
Ein Schlussblatt mit Firmabezeichnung scheint in dem einzig vorhan-
denen Exemplar zu fehlen.
Nachdruck mit lithographischem Facsimile des Titels in Monats-
hefte für Musikgeschichte I, 77 (herausgegeben von Hitner). Vgl. ebenda
II, 165 ff. Auch als Separatabdruck Berlin 1869 erschienen. Preis
15 Sgr. - Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I, 211. —
Dr. Falk, zur Beurtheilung des XV. Jahrhunderts im Katholik 1877 b ,
S. 416 und 417.
1) Der Verfasser des Spiegels der Orgelmacher ist Arnold Schlick der
Vater, Pfalzgräflicher Organist zu Heidelberg, wo auch dessen gleichnamiger
Sohn später diese Stelle bekleidete. Die Annahme in Monatshefte für Musik-
geschichte I. S. 77, dass Arnold Schlick der Sohn der Verfasser sei, ist falsch
und ebenda 1, S. 115 berichtigt.
123
— 124 —
1512.
3. Tabulaturen Etlicher lob- | gesang vnd lidlcin v(f die orgeln
vn lau- | ten, ein theil mit zweien stimen zu zwicken | vi! die drit
dartzu singe, etlich on gesangk | mit dreien, vö Arnolt Schlicken Pfaltz- 1
grauischem C hurfürstlichem Organiste | Tabulirt, vn in den truck in
d' vrspriigk - | liehen stat der truckerei zu Meintz wie hie | nach volgt
verordnet . | Holzschnitt: Euterpe in einer Nische bläst die Flöte, neben
ihr ein Schwan, zu ihren Füssen Orgel, Harfe, Laute, Flöte und Violine.
Auf der Rückseite des Titels:
Diss artlich buch vnd künstlich wergk
Gepflanzet ausz Orpheus bergk
Getruckt zu lob got vnd der weit
Nun mergk was wirt hie bei gemelt
Das die keiserlich maiestat
Disz buch gefreit vnd bgnadet hat
Keynen trucker zu trucken noch
In zehen iarn bei grossem roch
Vnd straff darzu einr grossen pen
Wie die in dem mandat dann sten
Das rhu ich euch verkünden hie
Das keiner sich entschuldig wie
Ym das nit offenbaret wer
Der dasz verbrech dem würds zu schwer (ohne Punct).
Gewidmet ist die Schrift: „Dem künstlichen vnd sinreichen meister
Arnold Schlicken, meins gnedigsten herrn des Pfaltzgrauen Chürfür-
sten 2C Organisten, meinem lieben vatter, ic :c. Unterzeichnet: Datum
katherine virginis. Anno 1. 5. 11. | Arnolt Schlick der Jung | dein
vndertheniger sone | (ohne Punct). — Mit Antwort Arnold Schlicks
des Vaters an Arnold Schlick den Sohn. Datum Andree apo. anno
1. 5. 11.)
Auf Blatt 4 stehen folgende Verse:
Ir Musici senger orgler
Vnd darzu ir lauten schleher.
Die liphaper sein warer kunst.
Kumpt her, ich bit vmb ewern gunst.
Mich zu schawen vnd lern mit fleiss.
Ir schöler vnd auch meister greiss.
Wo ich gefeit das corrigirt.
Vnd nit als bald neidisch schumpffirt.
Als Bastian virdung hat gethon
Sein eigen werck gibt im den Ion.
Das er zülern so schwer gemacht
Das sehe ein ieder selbs vnd acht
Ob er vff lauten greiffen möcht.
L . c . 4 kk . das es döcht
124
— 125 —
Vnd der geliehen fint man vil.
Do er geschossen hat vom zil.
In seiner musick die er acht.
Sich selbs von kunst vnd art gemacht.
Vnd michel furtern trukken lan. ')
Zu Basel als ich das verstan.
Zu ersten facht mein Salue an . j
Am Ende: Getruckt zu Mentz durch Peter Schöffern . Vff sant
Matheis Abent. 2 ) Anno M . D . XII . j Rückseite dieses Blattes leer.
Kleinquerquarto, 4 n. gez. Blätter + 82 Seiten -f In. gez. Blatt.
Leipzig Stadtbibliothek und Berlin kön. Bibliothek (ohne Titelblatt).
Monatshefte für Musikgeschichte I, S. 115 — 125 mit obiger Be-
schreibung nebst wörtlichem Abdruck der Vorreden der Schrift. (R.
Eitner.) — Aufsatz von A. G. Ritter in der allgemeinen musikalischen
Zeitung. Leipzig 1869 Nr. 16 u. 17. — Weiler, repertorium (etwas
abweichende Beschreibung) n. 737. — Kienemund, H. B. , kurze Ge-
schichte des katholischen Kirchengesangs. Mainz. IL Auflage (1850)
S. 167. — Becker, C. F., die Tonwerke des XVI. und XVII. Jahr-
hunderts oder systematisch - chronologische Zusammenstellung der in
diesen zwei Jahrhunderten gedruckten Musikalien. Leipzig 1847. Quarto.
Spalte 265. — Ein Neuabdruck erschien Berlin 1869. 15 Sgr. —
Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I, 211. — Katholik 1877 b ,
S. 416 — 417 (Dr. Falk, zur Beurtheilung des XV. Jahrhunderts). —
Goedeke , Grundriss II. Aufl. II, 26 (nebst Inhalts - Verzeichniss der
Liederanfänge).
Die Schrift theilt sich in einen Theil für Orgel und einen solchen
für die Laute. S. 57 steht: Hienach fahet an Tabulatur vff die Lauten.
Ein stim zu singen, die andern zwicken.
S. 79 : Zwicken mit dreien.
Die Notirungs weise ist auf sechs Notenlinien, die Type die nota
choralis (auch Cölner Notation oder Fliegenfüsse genannt), in Druck,
nicht Holzschnitt. Ein Facsimile in Monatshefte für Musikgeschichte I,
zu Nr. 7 und 8 der Beilagen. Die Notation der Musik ist für die
Orgelstücke die eben erwähnte deutsche oder Cölner, für die Lauten-
stücke die von Hans Virdung in dessen Musica gelutscht Basel 1511
erklärte Buchstabenschrift (Facsimile in Monatshefte für Musikgeschichte 1.
Beilage und musikalische Zeitung 1831 B. 33).
1) Gemeint ist der Druck: Musica getutscht und aussgangen durch
Sebast. Virdung, priesters von Amberg, und alles gesang auss den noten in
die tabulature dieser benannte dryer Instrumente der Orgeln: der Laute und
d. Flöten transferieren zu lernen. Kürzlich gemacht etc. 0. 0. (Basel Furter
1511.) Kleinquerquarto, mit zahlreichen Holzschnitten. Neudruck Berlin 1882
in den Publicationen der Gesellschaft für Musikgeschichte. In diesem Druck
sind die Musiknoten noch Holzschnitte, wie Arnold Schlick der Aeltere in
seinen Tabulatureii Vorrede II sagt.
2) 2(>. September 1512.
12.-»
-- 126 —
In musikalischer Beziehung ist beachtenswerth, dass bei dem Liede:
„Nach lust hab ich mir ausserwelt" Nr. 62, die notirte Oberstimme in
der Chiavette steht und eine Terz höher transponirt werden muss,
wenn dieses Lied in unsere heutige Tonlage umschrieben wird. Die
Noten sind in dem nach der Quarte transponirten achten Ton f g a
b c d e f notirt und müssen in a h eis d e fis gis a gesungen werden,
was unserer heutigen A - dur - Tonart sowohl durch die Tonlage als die
Zahl der vorgesetzten (drei) Kreuze entspricht. Für den Notentypen-
druck ist ferner von Belang, dass Schoeffer gegen den Gebrauch der
Zeit, ia deü Stimmen die Tactabtheilungsstriche als überflüssig weg-
zulassen und gegen den von Vir düng in dessen Musica getutscht Basel
1511 eingehaltenen Gebrauch der Tactstriche , zwar nicht diese, aber
dafür einen bezeichnenden Zwischenraum im Drucke hat. Wie wenig
eingehend die Technik des 16. Jahrhunderts in Wiedergabe der Musik
war, geht ferner daraus hervor, dass der Druck nur für die Orgel -
stücke; nicht auch die Lautenstücke, die Vorzeichnung der Kreuze und
B als Erhöhung und Erniedrigung der Töne vorzeichnet, somit dem
musikalischen Geschmack oder Gehör der ausübenden Musiker es über-
liess, das Richtige zu treffen, was von mehr Leistungsfähigkeif der
Musiker als der Musikdrucker zeugen dürfte.
1513.
4. Quinquagena Carminum . TENOR . Ad Lectorem . has quin-
quagita musici cöcentus Harmonicas delicatis auribus placituras quis-
quis es fidenter eine . Sunt enim a primariis musices magistns edite:
Sunt dulces et electe Sunt iucüdi caracteris: Süt demum ad vngrvem ')
castigate.
Auf der Vorseite des letzten Blattes: Impressum Moguntiae per
Petrum Schöffer 7 Februarii Anno 1513. Hierauf schwarz abgezogene
Druckermarke.
Halbquarto, 35 Blätter Schwabacher (gothische) Type mit Signa-
türen, Initialen und arabischer Blattbezeichnung.
Quelle : Unbekannt.
Gras, Verzeichniss typographischer Denkmäler zu Neustift in Tirol.
(Brixen 1789.) S. 206. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 7
5. Liederbuch als Sammlung vierstimmiger Lieder. Vier Hefte.
Heft 1. DISCANTVS . | grosse gothische Typen, ringsum eine
Einfassung in Holzschnitt. Oberes Feld: Katze stiehlt eine Wurst,
ein Mann schlägt nach der Katze mit dem Kochlöffel. Unteres Feld :
Eule von kleineren Vögeln umschwärmt und verfolgt. Mit der In-
schrift: Ich bin eyn keü- | tzlin wolgem | uet, rechts: wie we es |
andern voge | ein thut. Rechts Holzschnitt: Ofen und Holzschuhc mit
1) So der Druck.
126
— 127 —
der Inschrift: Hinderm offen | ste die holtzscb. | Linkes Feld: sieben
Schellen mit der Inschrift: Besser | Dan | Syben | Schellen. |
Zweites Heft : ALTVS . | grosse Type wie im vorigen Hefte, was
auch von allen andern Heften gilt. Holzschnitt; oberes Feld vier
Affen, Inschrift : mum mum | geh geh geh . | Unteres Feld : Drei Jung-
frauen auf einer Treppe. Linkes Feld zwei vierfüssige Thiere, welche
sehr roh gehalten und unkenntlich, wohl Hunde. Rechtes Feld ein
nackter Mensch mit einer Ruthe in der Hand.
Drittes Heft, TENOR. | Holzschnitt: oberes Feld fünf Hunde,
deren drei an einem Knochen nagen, mit der Inschrift: Gemeyn |
war tnie ') | rey drum nage | III hüd an I bey . | und die drei unver-
ständlichen Buchstaben: e. s. m. Unteres Feld eine unsittliche Scene
von unklarer Darstellung. Rechtes Feld: eine Frau übergiebt einem
Knappen ein Trinkgeschirr, mit der Inschrift: es ist kein bes | ser
lust | dan esse vn tri | vn n | vn su nst | Linkes Feld: Eine Frau
schlägt mit einem Stock nach dem Teufel.
Viertes Heft. BASSYS . | Holzschnitt: oberes Feld: Eyn dreck |
vff eyin | vnd eyn | pfeiff | oben | drm | nebst Abbildung dieser Dinge.
Die andern Felder füllen schlecht gezeichnete unklare Darstellungen
und Verzierungen.
Im Bassus Blatt 62 Rückseite steht: Getruckt zu Metz, durch
Peter Schöffern. Vil volendt | Am ersten tag des Mertzen. Anno .
1513 . | Druckermarke Peter Schoeffers II.
Querquarto, der Tenor mit den Signaturen A — II. Discant mit
I — N, Bassus mit — S, Altus mit T — Y = 66 Blätter, zweierlei
Type, gut gedruckt. 2 )
München Hofbibliothek,
Eitner, Bibliographie der Musiksammelwerke des XVI. und XVI I.
Jahrhunderts etc. Berlin 1876. Octavo. S. 10 — 11 (mit guter Be-
schreibung und Inhaltsangabe). — Weiler, repertorium n. 791. — Winter-
feld, C. v., der evangelische Kirehengesang und sejn Verhältniss zur
Kunst des Tonsatzes. Leipzig 1843 — 1847. I, 47 u. 106. — Goedcke,
Grundriss I, 123. II. Auflage II, 27 (mit Verzeichniss der Liederanfänge).
— Monatshefte für Musikgeschichte XII, 6 f.
6. Diurnale Moguntinum secundum ohorum et diocesin Magun-
tinensem. Mainz Peter Schoeffer 1513.
Duodez. Mit dem Bildnisse des heil. Martin und roth und schwarz
gedruckten Initialen.
1) So der Druck.
2) Mehrere Lieder aufgenommen hieraus in Georg Forster, ein ausszng
guter alter vn newer Teiitseher Liedlein, einer rechten Tenrsdien art, aui'i'
allerley Instrumenten zu brauchen, ausserlesen. Tenor. (ietnicUt zu Nürn-
berg bey Johan Petreio. Anno 1539. Querquarto. sowie in Unland, deutsche
Volkslieder.
127
— 128 —
Fischer, typographische Seltenheiten IV, 471 lieferte obige Be-
schreibung dieses Drucks, welche von Dr. Falk im Centralblatt f. Bibl.
IV (1887) S. 389 wiederholt ist. Der Druck, den Fischer sah, scheint
verloren. Trotzdem dürfte die Mainzer .Stadtbibliothek mit grosser
Wahrscheinlichkeit denselben auch besitzen, ja derselbe dürfte das nun-
mehr des Titelblatts beraubte Exemplar Fischers sein.
Titel fehlt. Blatt 2 Vorseite: KL Februarius habet dies . XXVIII. |
Dieser Calender endet Blatt 7 Vorseite. Blatt 7 Rückseite : Cömeratio .
s . ioan . euang j . Blatt 109 Vorseite als Ende des Buchs : Miserere mei . '
Finis . | Rückseite dieses Blattes leer.
Vom liturgischen Standpuncte aus ist das Mainzer Buch ein
Diurnale. da die Matutin demselben fehlt, und bestimmt ein Mainzer
Diurnale. da Blatt VI Vorseite steht: Ite ob soleni afie >'m 9 sue- |
tudi. ecel'ie Mogüti .du di = | cunt' dicte alle . zc .
Duodez, 8 n. gez. Blätter -+- CCIX gez. Blätter, roth und schwarz
gedruckt, von der semigothischen Type, wie solche Johann Schoeffer
in seinen Enchiridionausgaben verwendete, abweichend, also diesem
Drucker nicht angehörig, 31 Zeilen. Anfangsbuchstaben der Sätze im
Texte Rothdruck, desgleichen mehrere grössere Initialen. Der Band
trägt die Rückenaufschrift von älterer Hand: Diurnale Moguntinum
in Tinte und in Bleistift: 1513. Der Schluss mit einer Schlussschrift
und Angabe der Firma scheint ebenfalls zu fehlen.
Mainz Stadtbibliothek (a 36).
Fischers Angaben sprechen so sehr für die Identität mit dem
Mainzer Exemplar. das> die Folgerung der Gleichheit -eines Exemplars
mit dem Mainzer und dem Drucke, den Panzer Annales XL S. 46»> n. 19
beschreibt, nahe liegt.
7. Hortulus animae. Lateinische Ausgabe.
Am Ende: Impressum Mogun . per Petrum schütter 1513.
Duodez. 16 n. gez. Blätter -f- 204 gez. Blätter. Mit zahlreichen
Holzschnitten.
Quelle: Unbekannt.
Ein defectes Exemplar ohne Titel besass Antiquar Rosenthal-
München, der dasselbe in Catalog LXXI S. 43 n. 586 zu 60 Mark
ausbot. Ob dieser hortulus animae mit dem bei Heller, Versuch eines
Lebens des Lucas Cranach S. 202 n. 18 aufgeführten einerlei . steht
nicht fest.
8. Hortulus anime . | Zu teütsch genant der | seien gartlin . |
Titel in Roth- und Schwarzdruck. Oberhalb des Titels ein Holz-
schnitt: Ein Engel weist einem Menschen den Pfad zum Himmel, auf
die Dreieinigkeit oben deutend, umgeben sind Beide von Bäumen und
Blumen, alt colorirte gute Darstellung. Sowohl dieser Holzschnitt als
der Drucktitel sind nochmals von Holzschnitteinfassung auf vier Seiten
umgeben.
12S
— 129 —
Auf der Rückseite des Titels beginnt der Calender, hierauf die
chronologischen Tafeln, dann Blatt 13 Vorseite mit einem Holzschnitt :
Maria Verkündigung oben der Text mit der darunter befindlichen Ueber-
schrift: 11 Hie nach uolget die si | ben zeit vö vnser liebe | frawe
wie sie babst j Vrban der and' | vffgesatzt hat | zuspreche . | Diese
Ueberschrift ist bis auf das Einleitungszeichen am Anfange ganz Roth-
druck. Text und Holzschnitt sind nochmals von einer Holzschnittem-
fassung umgeben.
Auf der Vorseite des letzten Blattes : 11 Gedruckt zu Mentz durch
Peter | schöffern, vn vollendet am . XX . | tag des Christmonats . Im |
iar . XV C . vnd . XIII . | Hierunter Peter Schoeffers Druckermarke (Wappen-
schild auf hügelartiger Erhebung) schwarz abgezogen.
Duodez, 12 n. gez. Blätter -f- CCXXIIII gez. Blätter -|- 4 n. gez.
Blätter.
Mit grösseren Holzschnitten auf den Blättern 1, 31, 37, 38, 44,
49, 78, 79, 83, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100,
101, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109, 110, 111, 112, 113, 114,
115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 123, 124, 126, 127, 128, 130,
131, 132, 145, 152, 170, 185, 204, 207 und 217, zusammen 72 Holz-
schnitte, meist Heiligenbildern von feinster Zeichnung sowie vielen roth
gedruckten Initialen. Text Schwabacher Type. Satz und Abdruck von
bester Arbeit. l )
München Hofbibliothek (Patres latin. 2211, welches Exemplar
ich am 26. Mai 1891 benutzte). Ein zweites Exemplar besass L. Rosen-
thals Antiquariat in München und bot dasselbe mit etwas abweichender
Beschreibung aus.
Weiler, repertorium n. 783.
1518.
9. De dulcissimo nomine Jesu . Officium . Et quicunqz haue
missam deuote celebrauerit : uel celebrari fecerit : habet totiens quo-
tiens a dormo papa Bonifacio sedo . tria niilia annorum indulgentia-
rum. Darunter befindet sich ein prächtiger Holzschnitt : Maria mit dem
Jesuskinde in Albrecht Dürers Manier, ein Facsimile davon lieferte
Dibdin, bibliographical Decameron. London 1817. II, 8. 305.
Am Ende in Rotlidruck : Impressum Moguntie per Petrum Schefter
& finitum primo Idus Maij. Anno supra millesimum Quingentesimo
deeimo - oetauo. Druckermarke Peter Schoeffers IL, Schild mit Wappen
auf hügelartiger Erhebung, abgebildet in Dibdins bibliographical de-
cameron II, S. 12.
Folio, 6 Blatt, gothische Type mit eckigem Musiknotentypendruck.
1 ) Nach einer handschriftlichen Notiz in dem Münchner Exemplar auf
dessen letzter Seite : Inter libros prohibitos vid. Indicem ij IV auet. a Sixt. V.
Col. 12. 1014 p. 83 hortulus animae, nisi corrigatur war dieser Ortuhis kirch-
lieh beanstandet.
129
Beiheft 9. 9
— 130 —
Das Buch enthält ein Officium auf den Namen Jesu mit Musiknoten.
Quelle: Unbekannt.
Dibdin bibliographical Decameron II, 304, 13.
10. Ortulus Anime, zu Teutsch genannt der Seelen Gärtlein, mit
sampt dem Rosen Krantz von U. L. Frauen, und S. Brigitten Gebet!
Getruckt zu Mentz durch Peter Schoeffer 1518.
Octavo. Zweite Anfinge Peter Schoeffers II.
Quelle: Unbekannt,
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 49 Note. — Archiv für
hessisclie Geschichte II, 489 (Helbig).
1520.
11. 11 Accessus altaris . | Sancti Spiritus assit nobis | grä . Que
corda nrä sibi faci | at habitacl'uz . De 9 in adiu | toriü meü inten .
Dne . Hy 9 . |
Am Ende: Impressum . Mogun . | per Petrum schoeffer . | M .
v c . XX . |
Duodez, zweispaltig, Roth- und Schwarzdruck, mit rothen kleinen
gedruckten Initialen am Anfange der Sätze, eine Manier, die den litur-
gischen Büchern der Venediger Pressen nachgeahmt ist und sich auch
im Mainzer Diurnale 1513 Peter Schoeffers II findet, mit Signatur I :c,
31 Zeilen, 8 Blätter. Die Ausstattung, Satzart und Type ist die des
Mainzer Diurnale 1513.
Diese Accessus altaris enthalten die Vorbereitungsgebete des
Priesters für die heil. Messe und wurden ihres geringen Umfangs und
der Bequemlichkeit wegen mit häufig gebrauchten liturgischen Büchern
gleicher Formate vereinigt.
Frankfurt Stadtbibliothek (an das Mainzer Breviarium Lyon 1507
angebunden, Mainz Stadtbibliothek (a 36a), defect. das letzte Blatt mit
Angabe der Firma fehlt, an das defecte Mainzer Diurnale 1513 aus
Peter Schoeffers Presse angebunden.
Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 152. — Panzer, Annales VII,
n. 38. — Schaab I. n. 128. — Dr. Falk im Centralblatt für Bibl. IV
(1887) S. 381.
1523.
12. Psalterium iuxta hebraicam veritatem D. Hieronymo interprete.
Moguntiae Peter Schoeffer 1523.
Duodez, 1 16 Blätter mit Holzschnitt und Druckermarke.
Quelle: Unbekannt. Ein Exemplar befand sich zu Leyden.
Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 155 nach Exemplar der
Frankfurter Carmeliterbibliothek. — Panzer, Annales VII, 416, IX, 68.
— Wolf, bibliotheca hebraica IV, 144. — De Rossi S. 25. — Schaab I,
n. 165. — Ersch und Gruber Encyclopädie II, 28, S. 51. — Catalog
Antiquariat Rosenthal- München 70, 2, n. 2964. Preis 18 Mark.
130
— 131 —
II. Worms.
1512.
1. Die Mörin. Worms 1512.
Allegorisches Gedicht des Ritters Hermann von Sachsenheim.
Format ?
Quelle: Unbekannt.
Muther. die Bücherillustration der Renaissance I, S. 254 ohne
Angabe des Formats, Druckers und Fundorts. Der Ausgabe Strass-
burgl512 1 ) gegenüber zweifelhaft, möglicherweise aber ein gegen Ende
des Jahres 1512 von Peter Schoeffer II hergestellter Raubdruck, da
die Vorrede des Herausgebers Iohannes Adelphus physicus vom 1. No-
vember 1512 datirt und der Strassburger Druck 1512 den 25. November
beendet ward. Goedeke, Grundriss I, 86 kennt keine Wormser Aus-
gabe 1512, wohl aber die Strassburger 1512 1 ) und die Wormser 1538
und 1539.
1513.
2. Rosengarten der Frauen. Wurms 1513.
Quarto.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annalen I, n, 754 (ohne Angabe der Firma).
Verfasser ist Eucharius Rösslin Licentiat und Arzt zu Frank-
furt a. Main. Der Titel dieses oft gedruckten Buchs lautet gewöhnlich :
Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten. Ich setze diesen
Druck desshalb hierher, da 1513 sich in Worms nur Peter Schoeffer
als Buchdrucker befand. Eine Ausgabe 1528 Augsburg Steyner in
Quarto mit Holzschnitten der Schule Burgkmairs in Darmstadt Hof-
bibliothek.
1518.
3. Eyn wolgeordent vnd nützlich büchlin, wie man Bergwerck
suchen vfi finden sol. von allerley Metall, mit feinen figuren, nach
gelegenheyt des gebirgs artlich angezeygt, Mit anhangenden Berck-
namen, den anfallenden bergleuten vast dinstlich.
1) Die Muri | Ein schon kürtzweilig le- | Ben welches durch weiland
Herr llerman von | Sachssenlieim Ritter (Eins obentürlichen handels halb, so
im in seiner Jugend | begegnet) lieplich gedieht und hernach die Mörin ge-
aempt ist, Allen denen so si | eh der Ritterschaft gebruchen, auch zarter
frewlin diener gern sein wolten nit | allein zu lesen kürtzweilig, sunder auch
zu getrewer warnnng erschiesslich | Holzschnitt.
Am Ende: Hie endet sich das hoff lieh büchlin die Morin | genant. Ge-
truekt von Johannes Griininger in der löblichen freien stat | Strassburg, und
vollendet uff sant kathereinenn abent inn | dem iar von geburt Cristi tausend
Rinffhnndert XII . |
Die Vorrede datirt 1. November 1512 auf Seite 3 (Signatur Aij).
Folio, Uli Blätter.
Neuabdruck in Bibliothek des literarischen Vereins in Stuttgart. CXXXVII.
I E. Martin.) Daselbst S. 5 über diese Ausgabe.
131
— 132 —
Am Ende : Getruckt zu Wormbs bei Peter Schoefern , vii volendet
am fünften tag Aprill . M . D . XVIII.
Kleinoctavo, mit Holzschnitten, V/ 2 Bogen = 24 Blätter, ohne
Ziffern, mit Signaturen a — c.
Quelle : Unbekannt. l )
Panzer, Annalen I, 422, 924. Supplement S. 150, n. 924. — Bret-
schneider, catalogus rariorum librorum S. 21. — Archiv für hessische
Geschichteil, 490. — Klemm, Catalog S. 54. — Deschamps. geogr.
c. 1366.
1524.
4. Gaistlich Meyengärtlein . | Darinn der Mensch gelert wird zu
suchen | die ding, die der Selen ewigen | nutz vn freüd bringen . | (Je-
truckt zu Wormbs bey Peter Schauern im Jare 1524 . |
Sedez, 65 gez. Blätter, mit kleinen gedruckten Initialen, Roth-
und Schwarzdruck.
Darmstadt (V 58/15, Titel falsch gebunden).
1525.
5. Eyn schöner begriff | darin kürtzlich angezeygt, das j die vrerck
des waren lebendigen | glanbens, 30 durch Götlich Qe* j be geschehen,
Got gefallen. Vn | die werck durch der mensche ej gen furneme,
on Gottes gebot | gewirekt. Gott missfellig >int . | Fast tröstlich liin-
zelege die irrü | gen der zweispaltigen prediger . | Durch den wolge-
borne meinen | gnedigen herren vö ysenburg, | Tentsch Ordens mir
zugschickt | vnd also von wort zu wort vff> j fleissigst getruckt vil
volnendt . | 2 ) M . D . XXV . | Mit Titeleinfassung in Holbein- Manier,
mit Engeln oben.
Auf der Rückseite des Titels: Zum Christlichen leser . j
Auf der Rückseite des letzten Blattes am Ende: Getruckt zu
Wormbs, durch | Peter Schöffern . j Im jar | M . D . XXV . | am XXVij .
des Weinmonadts . | ' 6 )
Quarto, 23 n. gez. Blätter -\- 1 leerem Schlussblatt mit Signatur
Aij — Fiij, Schwabacher Type.
München Hofbibliothek, das ich am 25. Mai 1891 collationirte.
Weller, repertorium n. 3681.
6. TENOR | Geystliche Gsangbüchlin , | Erstlich zu Wittenberg,
vnd vol- | gend durch Peter schöffern j getruckt, im jar . | M . D . XXV.
Das T des Wortes Tenor mit grossem verziertem Bogen und da- N
1) H. Heibig in Lüttich sah 1641 ein Exemplar dieses Drucks bei dem
Buchhändler Rodol in London, der es dem britischen Museum verkauten
wollte. Dieser Druck ist bei den englischen Sammlern sehr gesucht, da die-
selben glauben, die Type sei die nämliche, mit der die Coverdalebibel her-
gestellt ist.
2) So der Druck.
3) 27. October.
132
— 133 —
in das verschlungen. Titel der Tenorstimme. Die andern Stimm-
bücher ohne besonderen Titel.
Auf der Rückseite des sonst leeren letzten Blattes der Altstimme
steht: AVTORE IOANNE WALTHERO.
Quersext. fünf Stimmbücher, die Tenorstimme mit 47, die Alt-
stimme mit 29, die Bassstimme mit 30 und die Vagans mit 12 n. gez.
Blättern. Umfang des Discantus unbekannt. Die Tenorstimme mit
grossen, die Altstimme mit kleinen, der Bassus mit einem grossen und
einem kleinen, die Yagans mit zwei kleinen Buchstaben als Signaturen.
Mit Ausnahme der Xamen der Stimmen und der Zahlen über den
Melodien, welche in Antiquatype gesetzt, ist selbst die Textschrift der
lateinischen Gesänge Schwabacher Type.
Die Einrichtung dieser Ausgabe ist die gleiche wie die der
Originalausgabe Wittenberg 1524, nämlich fünf Theile für die fünf
Stimmen: Tenor. Discantus. Altus. Bassus und Vagans (= Tenor II).
Nachdruck der Ausgabe 1524. erste Wormser Auf läge des Waltherschen
Gesangbuchs, nur unterscheidet sich dieselbe davon dadurch, dass Lied
223 vor Lied 204 in der Wormser Ausgabe steht und die Musiknoten
in der Wormser Ausgabe Typendruck sind, während die Wittenberger
Originalausgabe 1524 noch Holzschnitte für die Xotensy<teme aufweist.
Der Umstand, dass Peter Schoeffer II als Notendrucker bekannt ge-
worden, dürfte diese Aenderung des Druckers für die zweite Auflage
veranlasst haben.
Wien Hofbibliothek und Berlin im Besitze des Herrn G. v. Pöl-
chau (nach Wackernagel).
Wackernagel, Bibliographie des deutschen Kirchenlieds S. 67
d. CLXXV. — Weiler, repertorium n. 3414. — Monatshefte für Musik-
geschichte IX. S. 177. — Faulmann, illustrirte Geschichte der Buch-
druckerkunst. Wien 1882. S. 299. — K. S. Meister, das katholische
deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen lieferte einen Abdruck des
Liedes: „Christ i>t erstanden" aus diesem Drucke. — Goedeke, Grund-
riß* I. 158, 192. - IL Auflage II, 207.
1527.
7. Alle Propheten | nach Hebräischer | sprach verteutscht . |
Gott erlöse die gfangnen 1 ) . M . 1) . XXVII . | Mit herrlicher Rand-
l) Dieser auf die gefangenen Wiedertäufer anspielende Spruch findet
sich auch in nachstehenden Schriften 1.. Batzen vor: Vom Nachtmal, Beweisung
aus Brangel. Schritten, wer die seyn, so des 11. Nachtmals Worte unrecht
verstanden und auslesen. Durch J. Oecolampadium. Christlicher gemein zu
Nut/ verdeutscht durch Ludwig Bätzer. Gott erlöss die gefangenen. O.O.
U..I. ii.vj..). Quarto. Vgl. Panzer, AnnalenH, 309«, 3097. ' Der Prophet Ma-
lcachi. mit ausslegüg Joann Ecolampactij , durch in im Latein beschriften, mit
llcyss verdeutscht durch 1.. Bätzer. O Gott erlöss die gefangnen. 0.0.1526.
10 Bogen Quarto. Riederer, Nachrichten IV. 484. Eine andere Ausgabe <>. 0.
n.J. 7 Bogen Quarto. Riederer, Nachrichten II, 381. Unschuldige Nachrichten
\i\:\. s. in:. Yecseiiniever. Beiträge 179. — Panzer-, Annalen 11. 3094, —
Goedeke, (irundriss 1, 223.
133
— 134 —
einfassung in Metallschnitt, clair - obscures Muster, unten Brustbild eines
Mannes (ob Hätzer ?). Titel selbst Holzschnitt mit verschlungenen Buch-
staben, die an die Theuerdankausgabe 1517 erinnern.
Auf der Rückseite des Titels: Ordnung der Propheten . | Jesaia .
Jeremia . | Jeheskiel . | Daniel . | Die zwölff kleynen Propheten .
1. Hosea . | 2. Joel . | 3. Arnos . | 4. Obadia . | 5. Jona . | 6. Micha .
7. Nahum . | 8. Habakuk . | 9. Zephania . I 10. Haggai . | 11. Secharia .
12. Maleachi . | i)
Blatt 2 (mit Signatur Aij und Blattzahl II) Vorrede Ludwig
Hätzers, welche bei ihrem Werthe für Geschichte der Bibelübersetzung
als Anlage II im Auszuge folgt.
Blatt 3 (mit Signatur Aiii und Blattzahl iii) findet sich das näm-
liche S. wie in dem Waltherschen Gesangbüchlein des Peter Schoeffer IL
Worms 1525 in Theuerdankartiger Manier. Das erst capitel Jesaia . |
Am Ende Rückseite des letzten Blattes : Getruckt zu Worms bei
Peter Schöffern, | vnd volendet am dreizehenden tag des | Aprillen, im
jar nach der geburt | Christi vnsers selig- | machers . | M . D . XXVII. |
Hierauf Druckermarke Peter Schoeffers II, der Wappenschild.
Folio, Signaturen Aij — Fiiij mit Clij öfter falsch signirten Blättern
(Blatt Clij als falsch: lij) + In. gez. Blatt, auf dessen Vorseite: Die
erst zal gehet auff die bletter, die ander | auff die seitten, die dritt auff
die zeil . | Auf der Rückseite dieses Blattes die oben wiedergegebene
Schlussschrift nebst Druckermarke -4- 1 n - g ez - leeren Blatt.
Textschrift ist Peter Schoeffers grosse Schwabacher Type, für die
unter den einzelnen Abtheilungen des Texts stehenden Noten diente
eine kleinere Schwabacher Type, in der die Taschenausgaben der Pro-
pheten ganz gesetzt sind.
Mit einigen grossen guten Initialen.
Diese Ausgabe ist von grösster Wichtigkeit für Geschichte der
protestantischen Bibelübersetzung und die der Wiedertäufer. Sie bietet
die erste vollständige Uebersetzung der Propheten nach dem Hebräischen
dar, welche aus den Kreisen des Protestantismus hervorging und zu-
1) Die Uebersetzung Hätzers des Propheten Maleachi 0. 0. u. J. u. F.
(1526) und 1526 ist eine andere als die in den Wonnser Propheten, was auf
den Einfluss Denks zurückzuführen sein dürfte, aber zugleich von der Regsam-
keit Hätzers und Denks auf dem Gebiete der deutschen Bibelübersetzung spricht.
Nach Denks Tod erschien: Micha der Prophet, wie den Hans Denk vff
diese zeit verglichen hat. Vorred an den H. Für. vnd H. He. Philip. Lan.
in Hessen, Jesai. XXI. Es rafft einer zu mir auss, Seid Hüter, vm welche
zeit ists in der nacht? Antwurt. Es kompt der morgen, Dennocht wirds
nacht sein, wölt jr fragen, so fragt, kert euch vm vnd kompt her. Strassburg
Jacob Cammer. (lander). 1532. Octavo. 95 Blätter. Riederer, Nachrichten VII,
397. Eine andere wohl auch von Camerlander gedruckte Ausgabe erschien
1532 ohne Firmaangabe. Welche die erstere ist, steht nicht fest. Der Text
soll ein verbesserter Abdruck des Propheten Micha der Wormser Propheten
1527 — 1528 sein und dürfte für Denks Wirken auf dem Gebiete der Bibel-
übersetzung von Interesse sein; mir stand kein Exemplar dieser Drucke zur
Verfügung.
134
— 135 —
gleich eins der wenigen geistigen Erzeugnisse der Wiedertäufer, das
nicht der polemischen Literatur angehört, geliefert von Ludwig Hätzer
unter Beihülfe von Hans Denk 1 ) als Uebersetzung im Geiste der
Wiedertäufer geradezu musterhafte Wiedergabe des Hebräischen, wenn
auch weniger populär in der Sprache als die Uebersetzung M. Luthers
und voll harter undeutscher Ausdrücke doch bestrebt, stets dem He-
bräischen gerecht zu werden und deshalb von historischem Werthe.
von Oecolampadius beeinflusst und wohl angeregt, da er auch dieser
Richtung der Uebersetzung aus dem Hebräischen folgte, und deshalb
sowie für dessen Verkehr mit den Wiedertäufern von hohem Interesse.
Siehe Anlage II.
Weder von Keller. Geschichte der Wiedertäufer in Münster, als
Biographen Hätzers, noch sonst gekannt, von den Bibliographen der
protestantischen Bibelübersetzung zwar gewürdigt, aber nur von Wenigen
selbst gesehen. Die Ausgabe verdiente einen Neuabdruck für Geschichte
der Bibelübersetzung der protestantischen Kirche. 2 )
München Hofbibliothek, welches Exemplar ich am 26. Mai 1891
benutzte, Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek. Worms Paulus-
museum.
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Panzer, Entwurf
einer Geschichte der deutschen Bibelübersetzung S. 266 (nicht aus Selbst-
einsicht des Druckes, nach Zeltners und Giese's Angaben). 3 ) — Cen-
1) Johann Denk hörte 1523 in Basel die Vorlesungen des Oecolampadius.
durch dessen Empfehlung er Rector der St. Sebaldusschule in Nürnberg ward,
mit dem Rathe jedoch wegen religiöser Anschauungen in Streit gerieth, sein
Amt aufgab und Nürnberg verliess. (Keller. Geschichte der Wiedertäufer S. 33).
Im Jahre 1525 trat Denk in Augsburg, das seit 1525 der Mittelpunct der
Wiedertäufer war, zu den Wiedertäufern förmlich über. Vor seiner Nieder-
lassung in Augsburg war Denk zeitweise Corrector einer Druckerei in St. Gallen
gewesen. lieber ihn Theologische Studien und Kritiken 1851 und 1^55. Er
ward im Jahre 1526 aus Augsburg vertrieben und fand in Strassburg bei
L. Hätzer Aufnahme. Seinem Aufenthalte widersetzten sieb die evangelischen
Geistlichen der Stadt, es kam am rl. December 1526 zwischen Capito, Bucer
und Denk zu einem Religionsgespräch . das erfolglos war, Denk ward aus-
gewiesen und musste Strassburg verlassen. (Keller S. 38—39.) Denk starb
an der Test im November 1527. — Vgl. Keller. Johannes Denk, ein Apostel
der Wiedertäufer. Leipzig 1882.
2) Ein Nachdruck dieser Folioausgabe erschien 1527 zu Augsburg bei
Ottmar mit dem Titel: Alle Propheten nach Hebräischer sprach verteutschet.
(Jetruckt zu Augspurg durch Syluanum Ottmar 1527. 157 Blätter folio und
zwar mit Hätzers Vorwort, ein zweiter 1528 mit gleichem Titel aber nur 153
gez. Blätter folio. da Hätzers Vorwort fehlt. Letztere Ausgabe hat eine hübsche
Titeleinfassung. Dass die Augsburger Ausgabe KVJ7 ein Nachdruck der
Wormser Propheten ist. geht sicher daraus hervor, dass Hätzers Vorwort
Worms den 3. April 1527, die Schlussschrift aber 13. April 1527 datirt und ein
"Nachdruck nur nach Erscheinen der Wormser Ausgabe mitglich ist.
3) Zeltner scheint diese Ausgabe allein gesehen zu haben. Er sagt von
ihr, das sie .in vielen Stücken reiner, teutscher und deutlicher zu nennen"
als die folgenden rebersetzungen. Da Hätzer als Ketzer enthauptet ward,
galt die Uebersetzung trotz ihres inneren Werthes bei den Orthodoxen für
135
— 136 —
tralblatt f. Bibl. VI (1889) S. 329 (nach Catalog Antiquariat Cohn 195
erwähnt). — Catalog Antiquariat Cohn -Berlin 195 n. 32. Preis eines
von demselben ausgebotenen Exemplars 500 Mark. Aufbewahrungsort
dieses Exemplars jetzt unbekannt (Worms?).
8. Alle Prophet | ten, nach Hebrai^ | scher sprach ver = | teutscht. |
Gotterlös die gfangnen . | M . D . XXVII . | Mit Titeleinfassung in
Holbeins Manier, Säulen mit Engeln daran. Rückseite des Titels leer.
Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij) : , Ordnung der Propheten u wie in
der Folioausgabe. Auf der Rückseite dieses Blatts: „Vorred . Ludwig
Hätzer begert allen men= | sehen wäre erkantnuss des Vatters durch
Jesuin Christum den sun .* | wie in der Folioausgabe. Diese Vorrede
schliesst Blatt 4 (Signatur Aiiij) Vorseite mit dem Datum Worms 3 April
1527 wie die Vorrede der Folioausgabe. Rückseite von Blatt 4 (Signa-
tur Aiiij) leer. Mit der Blattzahl iij beginnt der Text auf den ge-
zählten Blättern iij — CCCXXiiij. Leider ist hier im ersten Bogen
das Exemplar der Münchner Hofbibliothek falsch gebunden, so das>
sich nichts Näheres feststellen lässt. ob dasselbe defect oder eine falsche
Foliirung vorhanden. Auf der Rückseite des Blattes CCCXXiiij : Ge-
duckt zu Worms bei Peter Schöffern- | vnd volendet am dreizehenden
tag | des Aprillen, im jar der geburt | Christi vnsers seligmachers .
M . D . XXVII . | Druckermarke Peter Schoeffers II. Wappenschild mit
Schoeffers Wappen, rechts davon Dudelsackbläser und stehender Schäfer.
Die Type ist die kleinere Schwabacher P. Schoeffers für den
Text, während für die Noten unter den Capiteln eine nochmals kleinere
Schwabacher sehr nette Type Verwendung fand.
Diese Ausgabe ist vom gleichen Jahrestage wie die Folioausgabc
als erste Auflage der Taschenausgabe Worms und überhaupt die erste
kleine Ausgabe der Uebersetzung der Propheten ans dem Hebräischen.
Sie enthält den Text der Folioausgabc. i>t aber kein sklavischer Nach-
druck derselben, sondern weicht in der Rechtschreibung ab. was auf
die Setzer und den Corrector zurückgeht, sie enthält aber auch gra-
phische Abweichungen hebräischer Worte und bietet somit eine Merk-
würdigkeit dar. dass ein und das nämliche Buch vollendet am näm-
lichen Tage hierin redactionelle Aenderungen erfuhr, da jedenfalls
der Druck der kleineren Ausgabe langsamer als der der Folioausgabe
analog der Kleinheit der Typen voranschritt und vielleicht erst während
des Drucks der Folioausgabe der Gedanke an eine handlichere Ausgabe
Boden gewann und dabei Verbesserungen Platz fanden.
haeretisch. die Schweizer Theologen beachteten und benutzten dieselbe nicht
und wichen von derselben ab. In der Vorrede zu den Propheten der Züricher
Bibelausgabe sagen die Herausgeber, dass Hätzer zwar an vielen Stellen fleissig
und getreu nach dem hebräischen Texte übertragen, man sich aber nicht
wundern solle, wenn diese Uebersetzung gemieden werde, da sie von Leuten
herrühre, die als rechte Rädelsführer der Secten und Rotten sich ausgezeichnet,
die in der Kirche mehr Unheil angerichtet als selbst das Papsttimm. (Panzer.
Entwurf S. 266.)
136
— 137 —
Duodez, 4 n. gez. Blätter + Blatt iii — CCCXXiiij.
München Hofbibliothek, welches Exemplar ich am 26. Mai 1891
benutzte.
Den Bibliographen gänzlich unbekannte editio princeps.
9. Alle Prophe- | ten, nach Hebrai* | scher sprach ver = | teutschet. |
M . D . XXVii . |
Am Ende : Getruckt zu Worms bei Peter | Schöffern, am VII. tag
dess | Herbstmonats, Jm | M . D . XXVII . | Jar. | Druckermarke Peter
Schoeffers (Dudelsackbläser und Schäfer) wie in voriger Ausgabe.
Sedez, 1 n. gez. Blatt + Blatt II -CCCCXXXIX 439 gez. Blätter.
Titel mit hübscher Einfassung in Holzschnitt, deren Uebereinstimmung
mit der Einfassung der vorigen Ausgabe nicht feststellbar, aber bei
der Verschiedenheit der Formate wenig wahrscheinlich ist.
Taschenausgabe der Wormser Prophetenübersetzung Hätzers, ohne
die Vorrede desselben , was seine Begründung haben mochte , um den
Uebersetzer als Wiedertäufer zu verstecken, wie dieses auch das Fehlen
der Vorrede in der Taschenausgabe 1528 Worms bezweckt haben mag.
Die Taschenausgabe vom 13. April 1527 bot trotz ihrer Kleinheit
immerhin noch ein recht stattliches Buch , weshalb man diesen Fehler
noch im nämlichen Jahre bei dem jedenfalls starken Bedürfniss dieser
Ausgabe damit gut machte, dass man die Grösse des Buchs von Duodez
auf Sedez verminderte und die Blattzahl von 328 der Duodezausgabc
auf 439 der Sedezausgabe vermehrte, damit aber eine Avesentlich ver-
kleinerte Taschenausgabe schuf, worin die Wiedertäufer auch den An-
hängern Luthers über waren.
Diese Ausgabe bietet zwar ebenfalls den Text der Folio - und
ersten Duodezausgabe, soll aber ebenfalls kein sclavisch hergestellter
Nachdruck der vorangehenden Ausgabe in Folio sein, sondern eine
überarbeitete Textrecension bieten, was bei der Zeit, welche zwischen
Beendigung der Folio- und Duodezausgabe (= 13. April) und der
Sedezausgabe (= 7. September) nicht unmöglich ist, aber wiederum
beweist, welchen Werth die Wiedertäufer auf einen correcten Text
legten und wie begierig die Zeitgenossen diese Ausgabe begehrten.
Worms Paulusmuseum (einziges bekanntes vollständiges Exemplar).
Catalog Antiquariat Colin- Berlin 200, n. 193 (ohne Preisangabe
und wohl einerlei mit dem Wormser Exemplar). Nach Colins Angabe
befindet sich ein stark defectes Exemplar in einer nicht näher bezeich-
neten öffentlichen Sammlung.
1528.
10. Pandectarum Veteris et Notri Testamenti, Libri duodeeim
Oth. Brunnfelsii . Revisi : einaculati : aueti, et restituti denuo . M . D .
XXVIII . Mense Septembri. Mit Druckermarke Peter Schoeffers II:
137
— 138 —
Soli deo gloria und der Schlussschrift: Excudebat Peter Scheffer
Wormatiae. *)
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales IX, 102 n. 2. — Schunk, Beiträge zur Mainzer
Geschichte III, 138. Das Buch kam 1551 auf den Index der verbotenen
Bücher des spanischen Generalinquisitors Valdes. Reusch, indices libro-
rum prohibitorum S. 76, 96. — Schaab II, S. 77.
11. Alle Prophe - | ten nach Hebrai = | scher sprach ver~ | teutscht . |
M . D . XXVIII . | Mit Randeinfassung in Holbeins Manier, Säulen mit
Engeln wie in der andern Duodezausgabe Worms 1527.
Auf der Rückseite des Titels : Ordnung der Propheten, wie in der
andern Duodezausgabe. Die Vorrede Hätzers fehlt.
Der Text beginnt Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij mit Blattzahl 2) :
Jesaia . | Das erst capitel . |
Auf der Vorseite des letzten Blattes Druckermarke Peter Schoef-
fers II (Wappen mit Dudelsackbläser und Schäfer), genau wie in der
ersten Duodezausgabe. Darunter: Getruckt zu Wormbs bei Peter Schei-
tern, vnd | volendt am neunzehenden tag des Brach | monats, ini jar
der geburt Christi vn= | sers seligmachers . | M . D . XXViij . | Rück-
seite des letzten Blattes leer.
Duodez, 307 gez. Blätter -f- 1 n. gez. Blatt. Kleinere Schwa-
bach er Type mit einer nochmals kleineren Type dieses Schnitts für die
Noten, genau wie in der ersten Duodezausgabe.
Zweite Auflage der grösseren Ausgabe (Duodezformats) der Ueber-
setzung der Propheten Hätzers, keinerlei sclavischer Nachdruck der
ersten Ausgabe, sondern graphisch abweichend. Warum man bei dieser
Ausgabe zu dem grösseren Format zurückkehrte, ist unbekannt. Jeden-
falls sollte die formatlich entschieden verunglückte Folioausgabe beim
Gottesdienste, die Duodezausgabe zum Gebrauche der Prediger, die
kleinste Ausgabe bei Reisen und im Privatleben dienen.
München Hof bibliothek, welches Exemplar ich am 26. Mai 1891
benutzte. Den Bibliographen mit Ausnahme von Goeze gänzlich un-
bekannte Ausgabe.
Goeze I, 245. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 2,
138 n. 2122. Preis 100 Mark für ein Exemplar, dem Blatt 305 nebst
dem Schlussblatt fehlen.
1) Die erste Auflage erschien mit dem Titel: Pandectarum veteris et
novi testamenti libriXXII. Argentorati Joannes Schottus . 1527. Octavo. Mit
Titeleinfassimg von J. Wechtlin, 20 n. gez. Blätter + 2ü7 gez. Blätter. Fehlt
bei Panzer annales VI. Eine andere Auflage erschien bei Schott in Strass-
burg 1528, eine deutsche Uebersetzung mit dem Titel: Pandect Büchlin Bey-
läuffig aller Spruch beyder Testament vszzugk, in Titel zerlegt, vnd xij . Büch-
lin veruasszt, Newlich verteiitscht. 0.0. (Strassburg Johann Schott) 1529.
Octavo, 20 n. gez. Blätter + 255 gez. Blätter, mit Titeleinfassimg in Roth-
und Schwarzdruck, wie die lateinischen Strassburger Auflagen.
138
— 139 —
12. Von dem Euangelische | anstosz, wie vnnd welcher | gstalt
das wort gottes | vffrur mache . |
Am Ende: Getruckt zu Worms bey Peter Schoeffern , | volendt
am neunzehenden tag | Weinmonats im Jare | M . D . XXVIII . | Mit
Druckermarke Peter Schoeffers (Dudelsackbläser und Schäfer mit
Wappen),
Quarto, 16 n. gez. Blätter, grosse Schwabacher Type. Verfasser
ist Otto Brunfels Carthäuser.
Nachdruck der Ausgabe dieser Schrift. 0. 0. (Strassburg) 1523.
Quarto. Weller, repert. n. 2373.
Privatbesitz in Wiesbaden.
1529.
13. BIblia | beyder Allt vnd | Newen Testamets Teutsch . |
Zum Christlichen leser . | Seitmal der allmechtig Gott durch sein
gute verlihen hat, dass alle bücher, beyd allt vnd news testa = | ments
(wie dann die XXIIII. in Hebräischer, vnd die vbrigen, souil dero
vorhanden in Griechischer I sprach gefunden) inns Teusch verdolmet-
schet worden seind. Ist für nützlich angesehen, söl= | che alle, gantzer
Christenheyt zu gut, mit gemeyner Teutscher sprach inn eyn buch
(wie | dann hie neben jre namen, vnd an welchem ort die gefunden,
verzeychnet seind.) | zetrucken: Sampt angehenckter ausslegung der
schweristen örter, auff dass | der, so sich jro prauchen wölte deren
nit entraubt, vnd der jhenig so jrer vnnotdürfftig, die selbigen daruon
zethün hab, hiemit gehab dich | wol, vnd dancke Gott vmb seine gaben,
Amen . | Auf der Rückseite des Titels Register.
Am Ende Blatt LXXVI (Schluss des neuen Testaments) : Getruckt
inn der Keyserlichen frei statt | Wormbs, bei Peter Schöfern | im jar
nach der gebürt | vnsers Herren . | M . D . xxix . | Druckermarke : zwei
blasende Schäfer links, mit dem Wappen P. Schoeffers. Dann auf 12
Blättern : Auszlegung ertlicher | dunckeler schwären Wörter der Biblen
Allt vnd Newen testaments, | deren iede mit f vnd Ziffern, ausser- |
halb dess Texts verzeychnet fun = | den wirt . | Diese Abtheilung findet
sich nicht in allen Exemplaren, die zu Wernigerode und Worms
besitzen solche.
Folio, 2 n. gez. Blätter -f das alte Testament mit CCLXXXVII
gez. Blättern, das neue Testament mit LXXVI gez. Blätter -f 12 n.
gez. Blätter Register und 46 schönen Holzschnitten des Anton Woensam
von Worms, grösstenteils bereits in dem Cölner neuen Testament
(Quentel) 1527 und 1528 verwendet, manche das Monogramm Antons
tragend, •) einige nur in diesem Drucke wiedergegeben. Die Type ist
eine Schwabacher in zwei Abstufungen. Signaturen All — NnlHI.
1) Die Entleihung von llolzstöcken für verschiedene Drucke an meh-
reren Druckorten ist als Gewohnheit, des XVI. Jahrhunderts bekannt. Ein
solcher Fall findet sich auch bei der Wormser Bibel 1529. 1527 erscheint ein
139
— 140 —
Die berühmte „Wormser Bibel" nicht von den Wiedertäufern
Ludwig Hätzer und Johann Denk, mit deren Prophetenübersetzung die
Wormser Bibel gar keine Verwandtschaft besitzt, sondern jedenfalls
von dem Wormser Wiedertäufer Jacob Bubo oder Kautz geliefert,
bietet die erste vollständige Uebersetzung der heiligen Schrift ins
Deutsche, geht Luthers vollständiger Uebersetzung, da dessen Propheten
und Apocryphen erst 1532 — 1534 zum ersten Male gedruckt worden,
voran und ist jedenfalls von demselben gekannt und benutzt. Die
Wormser Bibel hängt als Uebersetzung mit der Bibelübersetzung der
Schweizer Theologen zusammen und hat desshalb auch Verwandtschaft
mit der Coverdalebibel. Die Wormser Bibel gehört zu denjenigen
Bibelausgaben, die man in der Theologie und Bibliographie combinirte
Bibeln nennt, welche auf Luthers Uebersetzung beruhen, aber auch
eigene Theile besitzen, da Luther mit der Herausgabe der Propheten
und Apocryphen sehr lange zögerte, aber im Volke das Verlangen
nach einer vollständigen neuen Bibelausgabe ein sehr ausgeprägtes war.
Die Wormser Bibel bot jedenfalls deshalb einen bedeutenden Absatz,
der nur durch die Tendenz der Uebersetzung seine Grenzen hatte,
da die Zwinglianer wie die Orthodoxen keinen Gebrauch von derselben
machen durften. { )
Worms Paulusmuseum, Darmstadt (V 562/10 defect), Wiesbaden
Privatbesitz, Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek (Ha 187),
Dresden kön. Bibliothek.
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Le Long, bibliotheca
sacra I, 405. — Vogt, catalogus librorum rariorum S. 105. — Muther,
Bücherillustration S. 254. — Muther, die ältesten deutschen Bilder-
bibeln. München 1883. S. 56 f. — Walther, neue Beiträge zur näheren
Kenntniss der Hofbibliothek zu Darmstadt 62 n. 251. — Naumann,
Archiv X, S. 172. — Nagler, Monogrammisten I, 661.
14. ERklerung des newe Instruments, | durch Sebastianum Monster,
über den | Mon, gemacht im Jar Christi . | M . D . XXIX . | Holz-
Holzschnitt: Weltenschöpfer (Merlo, J, J, Anton Woensam von Worms Maler
und Xylograph zu Koeln. Sein Leben und seine Werke. Leipzig 1 864 n. 266
und 267) in der lateinischen Bibel Cöln Quentel des Rudelius und der biblia
integra 1529 Cöln, ward von Peter Schoeffer in Worms 1529 beim Drucke der
Wormser Bibel verwendet (Muther, Bilderbibeln S. 59) und tritt nochmals bei
der Dietenberger Bibel Mainz 1534 auf. Ob dieser Hoizstock als Eigenthum
von Cöln nach Worms und Mainz gelangte, steht nicht fest, wahrscheinlicher
ist Entleihen gegen Vergütung, so dass der Holzstock Eigenthum Quentels
in Cöln war und blieb. Wedewer, Dietenberger S. 455 (Dr. F. Schneider
in Mainz).
1) Das „Verzeichnus was für Bücher in der Alten Gülfrich Handel
(Frankfurt a. Main) sein, so sie verlassen Hatt Gezelt worden nach der Herbst
Mess Anno 1568. wie Voigt" zählt auf ,,13 Wormbser Bibel". Palhnann, Sig-
mund Feyerabend S. 137 Anlage VII a . — Demnach war die Wormser Bibel
1568 noch im Handel und eine gesuchte Ausgabe.
140
— 141 —
schnitt: messende Männer. Auf der Titelrückseite Vorwort Sebastian
Münsters.
Am Ende: Getruckt zu Wormbs bei Peter Schöffern, | vnd vo-
lendet im jar, M . D . XXIX . | am ersten tag Herbstmondes . | Drucker-
marke, zwei Schäfer, nebenan Schoeffers Wappen. Die Rückseite des
letzten Blattes leer.
Quarto , 24 Blätter mit den Signaturen Aij — Fiij , Schwabacher
Type, mit Holzschnitten.
Privatbesitz.
Serapeum XIX, 58 nach messager des sciences historiques ou
Archives des arts et de la bibliographie de Belgique 1867 (Heibig
in Lüttich).
15. Drei Zeilen hebräisch | Tredecim articuli fidei Judaeorum . |
Item, Compendium elegans histo - | riarum Josephi, complectens : | Acta
lxx . Interpretum : | Gesta Machabeorum: | Facta Herodum: | Excidium
Hierosolymitanum . | Item, | Decem captiuitatis Judaeorum . j Haec per
Sebastianum Munsterum | & Hebraeis & Latinis legen | da exarantur . |
Anno Christi, | M . D . XXIX . | Rückseite leer. Sebastian Münsters
Vorwort datirt: Vuormatiae anno Christi, M . D . XXIX . |
Am Ende Vorseite des letzten Blatts Schoeffers Druckermarke
mit dem Spruchbande : Gloria in excelsis deo . | Vuormaciae apud Perm
Schoefer | Anno M . D . XXIX . | Mense Septembri . |
Octavo, ohne Seiten- und Blattzahlen, Antiquatype, die Gegen-
seiten hebräischer Text, mit den Signaturen a 2 — z 5 .
Mainz Stadtbibliothek, Worms Paulusmuseum.
Maittaire, annales typographici II, 714 — 715. — Wolf, bibliotheca
hebraica IV, 1018. — Rossi, annales n. 197. — Marchand, histoire de
l'imprimerie S. 50. — Weller, Altes und Neues II, 106. — Panzer,
Annales IX, 102. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 1,
S. 41 n. 648. Preis 18 Mark. — Catalog Antiquariat Isaac St. Goar-
Frankfurt a. Main 78, n. 36. Preis 80 Mark. — Schaab II, S. 77.
16. Concordantz | vnd zeyger der sprüch | vnd hystorien aller
biblischen | Bücher, so vnlengst in truck auszgangen . | Mit Titelein-
fassung.
Am Ende: Getruckt zu Wormbs bey Peter Scheffern | im Jar
nach der geburt | vnsers Herrn . M . D . XXIX . | Druckermarke wie in
der Wormser Bibel.
Verfasser ist L. Brunner aus Worms, der diese Concordanz zu
der Wormser Bibel P. Schoeffers fertigte.
Folio, 88 n. gez. Blätter, mit Titeleinfassung wie in der Folioaus-
gabe der Wormser Propheten, Schwabacher Type.
Privatbesitz. •)
1) Ein Nachdruck erschien 1530 bei W. Köpphl iu Strassburg in folio.
Ein Exemplar in Privatbesitz.
141
— 142 —
Wormser Druckwerke Peter Schoeffers II. ohne Firmaangabe. 1 )
1. EJn grüntlicher bericht, ausz der | heylige sclirifft gezoge, vff
vier Christliche stück . | Nemlich, das der glaub allein gnug zu der
selig | ckeyt sei, vii ob er vö mensche ausz eygen kräfften j angenömen
mög werde. Item wie der glaub | nit ein müssiger won sei. Von dem |
warlichen tempel gottes. Vnd | anruffung der heyligen. | Wormbs, 1524. |
Quarto. Mit kleinem Titelholzschnitt. Herausgeber ist H. Schlei-
clierszhöver. Ohne Firmaangabe.
Bibliotheca Haeberliniana. Vierte Abtheilung : Autotypen Luthers
und seiner Zeitgenossen. Frankfurt a. M. 1877. S. 346 n. 6543 (defectes
Exemplar, nur 25 Blätter). — von der Hardt, historia reformationis I,
185. — Weller, repertorium n. 3157.
2. Ordnung Gottes, vnd | der Creaturen werck: Züuerstören | das
geticht gleissnerisch aussreden der falschen ( vnd faulen ausserwelten,
auff das die war- | heyt räum hab züuerbringen das ewige, | vnwandel-
bare wolgfallen Gottes, | Coloss. 1. Ephes. 1. | Hanns Denck . | Die
Rückseite des Titels leer.
1) Kein Wormser Druck Peter Schoeffers ist:
Der Stat Wormbs wahrhaftig Bericht der arglistigen Eniborungen, 2C.
auch derVehden, so Frantz der sich nennet von Sickingen k. Wormbs 1515.
Grossquarto, 35 gez. Blätter, mit Initial A am Anfange. Ohne Firma-
angabe.
Asciiaffenburg kön. Hofbibliothek, Worms Paulusmuseum.
Merkel, kritisches Verzeichniss höchst seltener Incunabeln und alter
Drucke zu Aschaffenburg S. 1 8 (ohne Formatangabe).
Missale scdm ritü 7 obseruätiä Ecclesie 7 diocesis wormatien . | Missal-
type in Rothdruck. Auf der Rückseite des Titels das Druckprivileg des
Wormser Bischofs Reinhard datirt: Laudenburg Nonas January 1 522. Dann
folgen 6 Blätter Calendarium in kleinerer Type wie der Titel, 1 Blatt ent-
haltend die kleinen Weiheformeln, die Ostertafel auf 6 Blättern, 6 Blätter all-
gemeine Regeln, zusammen 20 Blätter ohne Signatur und Blattzahlen als Vor-
werk. Dann der Canon auf 14 Blätter und das Missale auf zusammen 373
gez. Blättern in grösserer und kleinerer Missaltype. Auf dem Titel befindet
sich ein Holzschnitt : Bischof Reinhard von Worms vor St. Peter knieend, im
Texte sind enthalten zahlreiche grössere und kleinere Holzschnitte sowie die
Musiknoten in Typendruck.
Ohne Firma und Jahrzahlangabe. Die Ausgabe gehört ins Jahr 1522.
Folio, zweispaltig zu 35 Linien auf voller Seite.
Der Druck gehört Peter Drach in Speier an, da die Missaltype und
Herstellungsart den Missale's dieses Druckers vollkommen entspricht.
Worms Paulusmuseum, Wiesbaden Privatbesitz.
Zweifelhaft bleiben: Form vnd Ordenung der Evangelischen deutzschen
Messen wie sie zu Worms gehalten wird. 1 1 Blätter Duodez, mit Titelholz-
schnitt.
Ein Exemplar ist mir unbekannt, ein solches fand sich in Mainz im
Jahre 1 8(54 auf dem Speicher des Heiliggeisthospitals vor, dessen Aufbewah-
rungsort ich nicht kenne. Vgl. Rheinische Blätter 1864. n. 287 S. 1147.
Eine Parodie auf die Litanei. 1521. O.O. u. F.
Worms Paulusmuseum.
142
— 143 —
0. 0. u. J. xl. F. (Worms P. Schoeffer um 1527 als Todesjahr
Denks).
Kleinoctavo, mit den Signaturen a XI — dm = 15 n. gez. Blätter.
Mit Peter Sckoeffers grösserer und mittlerer Schwabacher Type, daher
Erzeugniss desselben.
Worms St. Paulusmuseum.
3. Eyn vrteil gottes | vnsers ehegemahels, wie | man sich mit
allen götzen vnd bildtnussen halten sol, | vss der heyligen geschrifft
getzogen. | Wormbs. | Im Jar M . D . XXIX . Jm Herbstmond . |
Quarto, 10 Blätter, Schwabacher Type. Ohne Firmaangabe.
Verfasser ist Ludwig Hätzer. Die erste Ausgabe dieser Schrift
erschien bei Christophel Froschover zu Zürich 1523. 10 Blätter Quarto.
Panzer, Annalen II, Nr. 1877. — Privatbesitz in Wiesbaden.
III. Strassburg.
1530.
1. DE TRINI- | TÄTE AC MYSTE | RIIS CHRISTI, ALCVINI |
LEVITAE LIBRI TRES . | Sunt in his pleraqz certo & clare | definita,
quae hoc potissimü | seculo, nö sine fidei cö- I tumelia, in dubium
uocantur . | D . CAROLO IMPE - | RATORI DICATI . | ANNO . M .
D . | XXX . | Rückseite des Titels leer.
Am Ende Blatt 67 Rückseite: ARGENTORATI APVD PE-
TRVM | SCHEFER, ET 10HANNEM | APRONIANVM, | SOCIOS . |
KALENDIS MARTIIS . | M . D . XXX . |
Octavo, 68 n. gez. Blätter -f- 1 leerem Blatt. l )
Strassburg Univ. - Bibliothek (ohne das leere Schlussblatt).
Panzer, Annales VI, 119 n. 817. — Klemm, Catalog S. 158.
2. VALENTI- | NI CRATOALDI IN | TRIA PRIOR A CAPITA
LIBRI | GENESEOS ANNOTATA : | Quibus creationem & la- | psum
primi hominis | graphice de- j pingit . | ARGENTORATI, ANNO | M.
D . XXX . | Rückseite des Titels leer.
Am Ende Blatt 40 Vorseite: Petrus Schoefer, & Johan | nes Apro-
nianus com- | munibus expensis | excudebant . | Rückseite leer.
Octavo, 40 n. gez. Blätter.
Strassburg Univ. -Bibliothek.
Panzer, Annales VI, 119 n. 818. — Klemm, Catalog S. 158.
1531.
3. Eyn new Kunstlichs wolge- | gründts Visierbüch, gar gwiss
vnnd behend | auss rechter art der Geometria, Rechnung vnd Circkel-
messen, | Darinnen mancherley Visier ruten oder Stab angezeygt | ze-
machen, nach yeglicher landart Eichen vnd mass, | dergleichen noch
1) Mitteilung von Dr. K. Schorback in Strassburg.
143
144
nie getruckt oder aussgangen . | Holzschnitt, ein Küfer in Tracht des
Zum Leser. | (dann zwei Reihen Verse)
(Erste Reihe): Wöltstu visieren manches vass, |
Vnd das mit seiner rechten m'ass,
So findst dess Stabes grund behend
In disem buch, an alle end
Der teutschen Nation gerecht,
Gar manchem es vil nutzes brecht
So wolt mit nasser war handtiern,
Auch von jm selber lern visiern, '
Vnd seiner Sachen sein gewiss,
Derhalb mit fleiss diss buch aussliss.
Der Ruten sind wol zehen gmacht
Besonder, grecht in jrer acht.
(Zweite Reihe): Eyns gman ich dich, dess nit vergess,
Die guäss an allen orten mess,
Hab acht der beuln (schlags nit inn windt)
Darein dann solche wahr verrinnt,
Darumb besihe es eben wol,
Obs breyt sei truckt, obs bodenhol,
Wo du es nit eben bettest bsehn,
Wers bald vffi drei, vier, massen geschehn.
Gehst du dann diser kunst nit miss,
So triffstus bei eym gläslin gewiss,
Vorab so guäss wer innen glat,
Huldrichus Kern es gmachet hat. •
M . D . XXL
K.vn 1^ * der ^t 8 ^ deS Titels Widm ™S ^s Verfassers Ulrich
Kein von Freysmg Rechenmeister und deutscher Schreiber gerichtet an
STm^ m If ™ Rotweil mit dem Datum: Strassburg am ersten
siL^v z TT ¥ ■ D • XXXI ■ Jare • i In der VoiTede B * att l w™
Signatur) Ruckseite nennt Ulrich Kern den „ Christofe™ Rudolf!*
won Jawer auss der Schlesi" seinen Lehrer.
D„^i B1 fli 1VI Rü( \ kseite Druckermarke Peter Schoeffers: Schäfer mit
™ tu n - Und r ei Schafen nebst Hund ™ d Herr ™ d Dame
frpLf« S* K nei \ Ul ? terlialb die Schlussschrift: Inn der löblichen
Watt Strassburg truckts Peter Schaffer, | bei Hansen Schwyntzern,
^^SSöl .?? ' Aprilis ' nach der gebürt Christi vnsers
Schoe^Zf^f» bleib T tder Druck. Magnificat. Strassburg 1531. Peter
StbS5ft Jto t? wesshalb derselbe untei deü Druckeü
144
— 145 —
Grossquarto, 1 n. gez. Blatt -f- 56 gez. Blätter -f- 1 n. gez. ge-
falteter Tabelle zwischen den Blättern xliiij und xlv, Schwabacher Type.
Prächtigster Strassburger Druck Peter Schoeffers.
München Hofbibliothek (G. Gr. b. 560. Ph.), Worms Paulusniuseum.
v. Zahn und Jaensch, Versteigerungscatalog Sammlung Klemm
1889 8. 93. n. 1377. — Catalog Antiquariat Colin -Berlin Nr. 200, S. 8
n. 62. Preis 75 Mark. — Catalog Antiquariat Rosenthal- München Nr. 65
n. 305. — Nagler, Monogrammisten III, 331. — Archiv für Geschichte
des Buchhandels V. 78, Note 98. — Collection ä vendre de monumens
t\ pographiques imprimes au XV. et XVI. siecle. Offenbach 1840. (Ver-
steigerungscatalog Sammlung Heinemann) S. 257. Nr. 1162,
Die Druckermarke bei Muther, Bücherillustration Tafel 248 a
wiedergegeben.
4. Epistola ad Vulturium Neacomum per ministros Argentoratenses.
Argentorati 1531.
Am Ende : Per Petrum Schaefer et Joannem Aproniauum.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales VI. 121 n. 832.
1532.
5. QVAE | INTVS CON- | TINENTVR . | SYRIA, ad Ptolomaici
operis rationem . Praeterea Strabo | ne, Plinio, & Antonio auetoribus
locupletata . | PALESTINA , iisdem auetoribus . Praeterea Hi - | storia
saera, & Josepho , & diuo Hieronymj locupletata . | ARABIA Petraea.
siue, Itinera filiorum Israel per de- | sertum, iisdem auetoribus . |
AEGYPTVS. iisdem auetoribus. Praeterea Ioanne | Leone arabe gram-
matico, | seeundum recentiorum locorum situ, | illustrata . | SCHONDIA.
tradita ab auetoribus, qui in eius o- | peris prologo memorantur . |
HOLMIAE, ciuitatis regie Suetiae, deplorabilis exci - | dij per Christier-
num Datiae eimbricae regem, historia . | REGIONVM superiorum, sin-
gulae tabulae_ Geogra | phicae . | ARGENTORATI | apud Petrum
Opilionem . | M . D . XXXII . | .
Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Druckers: PETRVS
SCHOEFFER | MOGVNTINVS CANDI | DIS INSPECTORIBVS . |
Kleinfolio, 116 gez. Blätter (wobei irrthümlich die Zahlen Ciii
bis Cx statt C1X — CXVI stehen) + 18 n. gez. Blätter, welche die
acht Tabulae und am Ende die Druckfehlerliste enthalten. Der erste
Theil mit den Signaturen aij — viij, der zweite Theil mit A — Dij. 1 )
Verfasser ist Jacob Ziegler aus Landau. Eine weitere Ausgabe
erschien zu Strassburg bei Rihel 1536, 166 Blätter Quarto (Harrisse,
bibliotheca Americana S. 217).
Strassburg Univ. - Bibliothek.
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Klemm, Catalog S. 15£.
— Centralblatt für Bibl. IV (1887), S. 329 Note.
1) Mittheilung von Dr. Schorbach iu Strassburg.
145
Beiheft 9. IU
— 146 —
1534.
6. Epicedon | Tbomae Sporeri mvsicorvm | Principis, | Modulis
musicis ä | Sixto Dittricho | illustratum . | Tenor | MDXXXIIII . |
Am Ende des Tenors: Argentorati apud Petruni Sckoeffer | Et
Mathiam Apiariuni . |
. Querduodez, mit den Bildnissen des Rudalpkingus und Baldungus.
Von Rudalphingus dem Lucas Edenbergius l ) und Joannes Baldungus
gewidmet Argentorati Cal. Aug. 1534.
Der Druck enthält nur einen Gesang in drei Theilen: Plangent
eum universi musici etc.
Augsburg Stadtbibliothek (nur Altus, Tenor, Quintus), Zwickau
Rathsschulbibliothek (vollständig in fünf Stimmbüchern: Altus, Tenor,
Quintus, Discantus und Bassus), Brüssel königl. Bibliothek. 2 )
Publicationen der Gesellschaft für Musikforschung IV, S. 53. —
Catalogue de la bibliotheque de F. J. Fetis aquisee par l'ctat beige.
Brnxelles 1877. s. v. — Schletterer, H. M.. Katalog der in der Kreis-
und Stadtbibliothek, dem städtischen Archive und der Bibliothek des
lii>t< irischen Vereins zu Augsburg befindlichen Musikwerke. Berlin 1878.
s. v. — Monatshefte für Musikgeschichte IX, 176.
1535.
7. PvERVM | MVSICARVM | OPVSCVLVM RARVM AC IN- |
signe, totius eius negotii rationem mira in - | dustria & breuitate com-
plectens , iam | recens publicatum. JOAN . | FROSCHIO , I Autore , |
Holzschnitt, Wappen, darstellend drei Hirschhörner, im andern Felde
zwei Fische (Wirtemberg - Mömpelgard) | Auf der Rückseite des Titel-:
QVAE DsTVS | CONTINE= | TVR . | Inhaltsangabe.
Blatt 2 Vorseite Epigramme des Melchior Cumanus und des
Froschius. 3 )
Blatt 2 Rückseite leer. Blatt 3 Vorseite (mit Signatur 3) : Illu-
strissimo domino domino Georgio comiti Wirtenbergae & in Montebeli-
gardo & Domino suo clementissimo & in primis observandissimo Joannen
Froschius sese commendat. Mit dem Datum: Argentorati. Idibus Sep-
tembris M . D . XXXII.
1) Lucas Edeuberger ist als Musiker und Verfasser des: Gesangbüch-
lein vnd Hausslieder Sainpt etlichen mehr vor nie gedruckten neuwen Büchern,
auch angehencktem Büchlein, Jungfraivwen Zucht genandt. Frankfurt. 1 58^.
bekannt.
2) Ferner soll die Münchner Hofbibliothek ein Exemplar (ohne den
Bassus) besitzen. Bei meiner Anwesenheit zu München war am 25. Mai 1S91
dieses Exemplar in den Catalogen der Münchner Hof bibliothek nicht zu finden.
3) Johann Frosch aus Bamberg war Carineliter, 15 17 Prior in Augsburg,
1522 protestantischer Prediger daselbst, 1531 solcher in Augsburg, disputirte
1527 mit den Wiedertäufern und starb 1533. Ueber ihn Strobel, neue Bei-
träge I, 2, 1S7. — Aretin, Beiträge IX, 1021. — Kappe, Nachlese II, 623. —
Goedeke, Grundriss I, 176. — II. Auflage II, 181.
146
— 147 —
Blatt 4 — 6 Vorseite alphabetisches Inhal tsverzeichniss.
Blatt 6 Rückseite Vorwort des Froschius an den Leser. Hierauf
beginnt der Text der Schrift mit Signatur A. ')
Folio, ohne Paginirung, mit mehreren Tabellen in Holzschnitt und
gedruckten Musiknoten in Cölner Notirungsweise auf fünf Linien.
(Argentorati P. Schoeffer et M. Apiarius 1535).
Mainz Stadtbibliothek (defect, bricht nacli Signatur Fiii ab), Göt-
tingen Univ. - Bibliothek.
Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1876), S. 163.
8. Henrici Cornelii Agrippae epistola apologetica ad clarissimum
ürbis Agrippinae Romanorum Coloniae Senatum contra insaniam Con-
radi Colin de Ulma Ord. Praedicatorii Monachi. Ex Bonna ij Januarii.
Argentorati apud Petrum Schoeffer M . D . XXXV.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annales VI, 126 n. 873.
1537.
9. Grosses T, rechts davon gedruckter Titel: Wittenberg | gisch
Gsangbüchli | durch Johan. Waltern, | Churfürstlichen von | Sachsen
senger mey - | ster , vff ein newes | corrigiert , gebes | sert, vnd ge = |
meret . | M . D . XXXVII . | Das grosse T bezeichnet die Tenorstimme
Rückseite des Titels leer.
Blatt 2 (Signatur Aii) Vorseite Vorrede Martini Luther. | DAs
geystliche lieder singen, gut vnd Gott angenem sei, acht | ic.
Blatt 3 (Signatur Aiij) Vorseite Vorrede Hans Walthers : Es ist
nicht wunder, dass die Musica ic.
Blatt 3 Rückseite : Register mit wieuil stimmen, vnd wa ein jet-
lich gesahg zufinden sei . | Dieses Register führt auf Blatt 3 und 4
(A inj) Vorseite die enthaltenen Stücke der Reihe nach wie im Buche
selbst mit deutschen Zahlen auf, nämlich 21 vierstimmige, 15 fünf-
stimmige und 2 sechsstimmige deutsche, 4 vierstimmige, 6 fünfstimmige
und 2 sechsstimmige lateinische Lieder auf, worauf die Zahl 22
weder im Register noch als XXII im Texte vorkommt, indem auf 21
und XXI sofort 23 und XXIII folgt.
Blatt 4 (Aiiij) Rückseite beginnen die Lieder mit den Texten:
Komm heiliger Geyst, — Komm Gott schöpfler heiliger Geist, 2C, wobei
1) Obigen auf dem Mainzer Exemplar beruhenden Angaben gegenüber
zeigte Antiquar Cohn- Berlin ein Exemplar mit der Bemerkung an: Son titre
est ome d'une belle figure s. b. representant un seigneur et sa dame qui ecoutent
im joueur de corneinuse. Catalog Colin CLXXV n. 418. Dieses erklärt sich
daraus, dass das Mainzer Exemplar möglicherweise der Widmung 1532 ent-
sprechend einer andern Auflage als der 1535 angehört oder das dort fehlende
Schlussblatt Baidung Griens Signet (Herr u. Dame mit Dudelsackbläser) enthält
und eine Verwechslung Colins von Titel mit Schlussblatt vorliegt.
147
10*
__ 148 —
vielfach im Drucke die Einrichtung herrscht, dass die Melodie links,
der Text der nicht unterlegten Verse rechts auf der Seite, zwischen
den Musiknotensystemen die den Noten unterlegten Worte der ersten
Textstrophe stehen, was ganz unsern heutigen Notendrucken entspricht.
Blatt XL VII (ohne Seitenzahl) Vorseite: Nunc dimittis : Quaere
in Basso . | Huc agite : Quaere in Basso . | Insurrexerunt : Quaere in
Vagant . |
Am Ende Vorseite des letzten Blattes : JOANNE GVALTHERO |
AVTORE . j Rückseite dieses Blattes: Peter Schoeffers kleines Signet
gioria in excelsis deo und unterhalb die Schlussschrift: Argentorati,
apud Petrum Schoeffer . | Et Mathiam Apiarium . |
Quersext, 5 Stimmbücher.
Tenorstimme mit Signatur Aij — Kiiij = 3 n. gez. Blätter Vor-
reden und Index + I — XLIX gez. Seiten 4- 1 n. gez. Blatt | 1 n,
gez. leeren Blatt.
Discantstimme. Auf dem Titel grosses D als Auszeichnung, sonst
ohne Titeldruck. Rückseite des Titels leer. Signatur Aij — Giiii ent-
haltend Seite I — LIII + 1 leerem n. gez. Blatt,
Altstimme. Auf dem Titel grosses A als Auszeichnung, Rück-
seite des Titels leer. Signatur aiij — giiij mit den Seiten I — LIII -f-
1 n. gez. Seite.
Bassstimme. Grosses, B auf dem Titel als Bezeichnung dieser
Stimme, Rückseite leer. Signaturen Aaii — Ggiiij mit I — LIII gez. Seiten.
Vagansstimme. Grosses V auf dem Titel, dessen Rückseite leer.
Diese Stimme ist in dem Münchner Exemplar defect und beginnt erst
mit Blatt XXIII und der Signatur aaij, enthaltend LIIII gez. Seiten.
Dritte Auflage, zweite des Peter Schoeffer, Lieder ohne Ueber-
schriften nur mit Blattzahlen I — L versehen, Musiknoten Typendruck
auf fünf Linien, Vorreden deutsche Fracturtype, Text Schwabachertype
und Antiqua.
München Hofbibliothek (Musica pract. 39) das ich am 25. Mai
1891 collationirte, Augsburg Stadtbibliothek, Brüssel königl. Bibl.
Wackernagel, Bibliographie des deutschen Kirchenlieds S. 142
n. CCCLVIIL — Monatshefte für Musikgeschichte IX, 177. — Faul-
mann, illustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. S. 299.
— Goedeke, Grundriss I, 158, 192. — II. Auflage II, 207.
1539.
10. Lindenblättchen TENOR Lindenblättchen | Cantiones quinque
uocum selectissimae , a primarijs (Germnaiae ^ inferioris, | Galliae , et
Italiae) musices magistris editae. Ante hac typis | nondum diuulgatae.
Numero uigintiocto . | Mutetarum liber primus . j Auf der Rückseite
des Titels befindet sich das Druckprivileg Kaiser Ferdinands Wien
28 Januar 1539 datirt.
I) So der Druck.
148
— 149 —
Am Ende : Argentorati apud Petrum sclioeffer . | Mense Augusto,
anno | M . D . XXXIX . | Rückseite dieses Blattes leer.
Querquarto, fünf Stimmbücher. Tenorstimme wie oben mit Signa-
tur A$ — K 3 = 2 n. gez. Blätter -f- 27 gez. Blätter -f- 2 n. gez.
Blätter + 1 leerem n. gez. Blatt.
Discantstimme. Lindenblättchen DISCANTVS Lindenblättchen |
Mutetarum liber primus. | Auf der Rückseite dieses Titels beginnt das
Register der enthaltenen Gesänge mit Nennung der Namen der Com-
ponisten derselben. Umfasst Signatur Aa 3 — Kk 3 = 2 n. gez. Blätter
-f- 28 gez. Blätter -[-In. gez. Blatt.
Altstimme. Lindenblättchen ALTVS Lindenblättchen | Mutetarum
liber primus . | Rückseite und die Vorseite des hierauf folgenden zweiten
Blattes leer. Umfasst Signatur a — k 3 mit 1 n. gez. Blatt -f- 28 gez.
Blätter -f 1 n. gez. Blatt.
Bassstimme. Lindenblättchen BASSVS Lindenblättchen | Mute-
tarum liber primus. | Auf der Rückseite Vorwort Peter Schoeffers als
Herausgeber und Drucker dieser Gesänge, das seines interessanten
Inhalts wegen bei der Seltenheit dieses Drucks unverkürzt als Anlage III.
neu abgedruckt ist. — Umfasst die Signaturen aa 3 — kk 3 mit 1 n. gez.
Blatt + 28 gez. Blätter -f- 1 ungez. Blatt.
Quinta voxstimme. Lindenblättchen QVINTAVOX Lindenblätt-
chen | Mutetarum liber primus. | Die Rückseite des Titels und die Vor-
seite des folgenden zweiten Blattes leer. Umfasst die Signaturen BB 3
bis KK 2 mit 1 n - gez. Blatt -f 28 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt +
1 n. gez. leeren Blatt.
München Hofbibliothek (das ich am 25. Mai 1891 collationirte),
Jena Univ. -Bibl., Heilbronn Gymnasialbibl. (nur zwei Hefte), Berlin
kön. Bibl. (nur 1 Heft), Brüssel kön. Bibl. (ebenfalls defect).
Eitner, Musiksammelwerke S. 49.
Neudruck in Monatshefte für Musikgeschichte III, 206. — vgl.
ebendaselbst IX, S. 177. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München
XLI, 117 n. 1964 (nur der Altus). Preis 60 Mark.
Undatirte Strassburger Drucke Peter Schoeffers II.
(1531.)
1. Magnificat.
Strassburg Peter Sclioeffer. Wohl ohne Jahresangabe wie die
zweite Ausgabe.
Formatangabe fehlt, jedenfalls Quersext. Verfasser dieses Musik-
stücks ist Sixtus Dietrich. ') Erste Ausgabe.
1) Sixtus (Xistus) Dietrich, ein berühmter Componist seiner Zeit, befand
sich 1522 zu Constanz und lernte dort den Erasmus von Roterdam kennen.
Er war früher Geistlicher, heirathete jedoch und trat zum Protestantismus
über. 1548 zog er todtkrank nach St. Gallen und starb noch in diesem Jahre
dort am 21. Octobcr. vgl. H. Schreiber, Taschenbuch für Geschichte und
149
— 150 —
Brüssel königl. Bibl.
Monatshefte für Musikgeschichte IX, S. 177 Note zu 1531. —
Publication der Gesellschaft für Musikforschung IV, S. 53 (Neuabdruck).
(1537.)
2. Epicedon Thomae Sporeri.
Strassburg Peter Schoeffer und Matthias Apiarius 1537.
Formatangabe fehlt, wohl Duodez.
Zweite Ausgabe dieses Musikdrucks.
Ein Exemplar soll auf der Hofbibliothek zu München sein, das
jedoch bei meiner Anwesenheit daselbst am 25. Mai 1891 nicht auf-
findbar war.
3. Sehr grosses T | MAGNIFICAT | OCTO TONORVM . AV-
TORE | Xisto Theoderico . | Liber Primus . | Rückseite des Titels:
Simoni GRINAEO VIRO OMNI | disciplinarum genere ornatissimo.
Petrus | Schefferus, & Mathias Apiarius, | S. Dicunt . | Vorwort derselben
als Herausgeber, vgl. Anlage IV.
Schliesst: Argentorati . M . D . XXXVII . | Calendas Augusti . |
Rückseite des Titels : Joan. Sapidus Pio Cantori . | Verse.
Inhalt: Primi Toni | nämlich das Magnificat in sieben Tonlagen.
Hierauf: Errata . In Tenore . |
Quersext, 4 Stimmbücher, eine Vagans fehlt dem Münchner Exem-
plare, ob dieselbe überhaupt vorhanden, bleibt unbestimmt.
Tenorstimme 20 n. gez. Blätter • mit Signatur Aij — Cv mit
obigem Titel.
Discantstimme. Titel mit grossem D | Magnificat, Liber Primus . |
Rückseite leer. 23 n. gez. Blätter -f- 1 n. gez. leeren Blatt und den
Signaturen aij — diiij.
Altstimme. Titel mit grossem A | Magnificat, Liber Primus . | Rück-
seite leer. 21 n. gez. Blätter -f- 3 n. gez. Blätter, welche leer. Mit Signa-
turen aaij — Ddiij.
Bassstimme. Titel mit grossem B j Magnificat, Liber Primus . |
Rückseite leer. 25 n. gez. Blätter mit den Signaturen Aaij — ddv.
Musiktypendruck auf fünf Linien in Cölner Notation, Antiquatype.
München Hofbibliothek (mus. 188).
Undatirte Strassburger Drucke Peter Schoeffers ohne
bestimmbares Datum.
1. Grosses T links in Holzschnitt, rechts davon: Fünft' vnd | sechzig
teütscher | Lieder, vormals | im truck nie vss | gangen. | Das grosse T
ähnelt dem im Gesangbuche Walthers Worms 1524 und nimmt fast die
Alterthum in Süddeutschland. III. Jahrgang. Freiburg i. B. 1841. Octavo. S. 76.
Ueber ihn als Musiker G. Schilling, Encyclopädie der musicalischen Wissen-
schaften. 1885. II, S. 412. Sixt Dietrich gehörte wohl auch der Wiedertäufer-
secte an.
150
— 151 —
ganze Seite ein, die Tenorstimme bezeichnend. Auf der Rückseite des
Titels beginnen die Lieder, deren erstes von Hulrich Brätel componirt
beginnt: Weil ich gross gunst, trag zu der kirnst ?c.
Enthält Lieder von Hulrich Braetel, Ludwig Senrl. Sixt Dieterich,
Paulus Wüst, Thomas Sporer, Cosmas Alderinus, Wolff Grefinger, Ma-
thias Greiter, Balthasar Arthopius, Johannes Wannenmacher, Thomas
Stoltzer, P. Hoffhaimer, W. Grefinger, A. de Brück, B. Ducis. M. Eekel,
Lazarus Spengler, Guilielm. Breytengraser, Stephan Mahn.
Am Ende: Nachuolgender zal lieder, seind mit fünft' stimmen.
1. 25. 53. 54. 55. | vnd folgend durch auss, aussgenummen , Lassa
lauften, finstu | den Discant, im Vagant. | Hierauf Druckermarke Peter
Schoeffers II: Gloria in exeelsis deo etc. Darunter: Argentorati, apud
Petrum Schoeffer. | Et Mathiam Apiarium. | Rückseite dieses Blattes leer.
Quersext, fünf Stimmbücher, Schwabacher Type, Musiktypendruck
auf fünf Linien.
Tenorstimme mit obigem Titel und den Signaturen aij — ijjjj sowie
häutig falscher Paginirung, da nicht alle Seiten paginirt, 54 Blätter.
Altstimme. Titel mit grossem A | Rückseite leer. Mit Signaturen
aaij — gg inj, 42 Blätter mit schlecht durchgeführter Seitenzählung.
Discantstimme. Titel mit grossem D. | Rückseite leer. Mit Signa-
turen Aij — Giiij\ 42 Blätter mit schlechter Seitenzählung.
Bassstimme. Titel mit grossem B. | Rückseite leer. Mit Signa-
turen Aij — Ggiiii, 42 Blätter, deren letztes leer, mit ungenauer Be-
zeichnung der Seiten.
Vagans. Titel mit grossem V. | Rückseite leer. Mit Signaturen
AA ij — BB iii, 12 Blätter, deren letztes leer, mit schlechter Seitenzählung.
Alle Lieder sind bis auf eins weltlichen Inhalts, darunter aus-
gezeichnet drei Bonenlieder (Bonenlied wider den päbstlichen Ablass
von Nicolaus Manuel Nr. VI. VII und XXXV), das Lied: Die brinlein
die da fliessen Nr. XIII, ein Lied auf den schwäbischen Bund um
1514 Nr. XIX und ein anderes auf König Franz vor der Schlacht bei
Pavia (1525) Nr. XLV1II.
Was die Datirung des Druckes betrifft, so setzte Wackernagel
das Buch ins Jahr 1522, indem er an das Lied vor der Pavier Schlacht
anknüpfte. Allein dieses Lied war auch nach der Schlacht bei Pavia
noch volksthümlich, und zudem ist 1522 eine Jahreszahl, die sich mit
des Peter Schoefter II und Mathias Apiarius Druckthätigkeit in Strass-
burg nicht vereinigen lässt. Der Einwand Wackernagels, dass M. Grei-
ters Name schwerlich nach 1522 in einem weltlichen Liederbuche
auftrete, ist zu hinfällig, um nur einer eingehenden Würdigung unter-
zogen zu werden. Der Eintrag in dem Berliner Exemplar: 20 De-
cember 1536 beweist ebenfalls nur, dass das Buch um diese Zeit vor-
handen und mit diesem handschriftlichen Eintrag versehen ward. Von
mehr Bedeutung ist der Umstand, dass das Lied Thomas Stoltzers
(t 1526): ,, Entlaubet ist der Walde", welches sich in den fünf und
sechzig deutschen Liedern vierstimmig vorfindet, bereits 1532 in Hans
151
— 152 —
Gerle's Musica Teuscli Nurenbergk für vier Geigen eingerichtet vor-
kommt 1 ) und mit Wahrscheinlichkeit aus Schoeffers Liederbuch für
Gerle's Musica bearbeitet ward, wenn auch die Melodie selbst bedeutend
älter ist und nicht ausgeschlossen sein dürfte, dass Gerle auch noch
eine andere Quelle als Schoeffers Liederduch besessen haben mag.
Frühestens passt das Liederbuch ins Jahr 1530, setzen wir 1530 — 1535.
München Hofbibliothek (welches Exemplar ich am 25. Mai 1891
benutzte), Berlin kön. Bibl. (defect), Zwickau Rathsschulbibliothek, Augs-
burg Stadtbibliothek.
Eitner, Musiksammelwerke S. 36 — 37. — Wackernagel, Biblio-
graphie des deutschen Kirchenlieds 8. 45 Nr. CXXI. — Monatshefte
für Musikgeschichte VI (1870) S. 50, VIII, S. 134. — Goedeke, Grund-
riss I, 123 (der das Buch zu 1520 ansetzt). — IL Auflage II, 32. —
Unland, deutsche Volkslieder nahm n. 29 und 68 seiner Lieder aus
diesem Drucke auf.
2. Opuscula | aliquot vere ca- | tholica, ac imprimis | erudita,
Joannis Ludouici | Vivis Valentini, accu- | rate impressa. | Introductio
ad Sapientiam . | Satellitium siue Symbola . | De Ratione Studij puerilis |
Epistolae IL | Argentorati, apud Petrum | Schoeffer. i 0. J.
Am Ende des Schriftchens steht: Louanij . M . D . XXI . | welches
Datum als Abfassungszeit der Schrift, nicht als Datum des Drucks
gelten muss, da 1521 eine Unmöglichkeit für den Druck in Strassburg
ist. Näheres über die Zeit des Druckes ist nicht feststellbar.
Octavo, Signaturen Ai — Nijj. 2 )
Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek (W b 96 misc. 2).
IV. Venedig.
1541.
1. Novi Testamenti Vulgata quidem Editio, sed ad vetustissimo-
rum utriusque Exemplariorum fidem diligentissime emendata , cum
Scholiis Isidori Clarii Brix . monachi Casinatis edita . Venetiis, per Pe-
trum Schoiffer 1541.
Octavo, zwei Bände. Erste Auflage P. Schoeffers.
Quelle: Unbekannt.
Le Long, bibliotheca Sacra I, 276. — Marchand, histoire de
l'imprimerie S. 50. — Catalog Antiquariat Rosenthal 70, 2, S. 205,
n. 3036. Preis 50 Mark.
1542.
2. VVULGATA | AEDITIO VETERIS AC | NOVI TESTA-
MENTI, QVORVM | alterum ad Hebraicam, alterum ad Graecam ueri-
tatem emen - | datum est diligentissime | AVTHORE ISIDORO
1) Monatshefte für Musikgeschichte I, S. 60. — Die Melodien beider
Tonsätze aus Schoeffers Liederbuch und Gerle finden sich in Partitur in der
Zeitschrift: Caecilia 1846. Seite 200, Musikbeilage neu abgedruckt.
2) Mittheilung aus Wernigerode.
152
— 153 —
OLARIO BRIXIA- | NO MONACHO ÖASINATE . | Venetijs, apud
Petrum Schoeffer, Magun- | tinum Germanum . Anno | M . D . XLII . |
(Kotlidruck.) Mit Titeleinfassung-.
Folio, Antiqua und Cursivantiquatype, zweite Auflage. ')
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog 314 — 315 n. 672. — Marchand, histoire de
Timprimerie 8. 50. — Index librorum prohibitorum et expurgandorum
Ant. de Schomavor S. 127. 2 ) — Catalog Antiquariat Rosentlial- München
XLII, n. 292. Preis 120 Mark.
3. RAIMYN | DI LVLII MAIO - | RICI PHILOSOPHI | acu-
tissimi , mediciqz celeberri- | mi De secretis naturae | siue Quinta
essentia | libri duo, | His accesserunt, | ALBERTI MAGNI | summi phi-
losophi, De mineralibus & | rebus metallicis libri | quinque . | Quae
omnia solerti cura repurgata rerum naturae | studiosis recens publicata
sunt per magi- | strum Gualtherum H. Ryff, | Argentinensem 3 ) | Medi-
cum . | Venetijs apud Petrum Schoeffer | Germanum Maguntinum . |
Anno | M . D . XLII . |
Am Ende: Venundantur Venetijs apud Jo. Baptistam | sub insignio
Turris . | Mit Druckermarke Peter Schoeffers.
Kleinoctavo, 324 gez. Seiten nebst Inhaltsverzeichniss. Mit Ab-
bil düngen, Antiquacursivtype.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog n. 673. — Catalog Antiquariat Rosentlial - Mün-
chen XXXVI n. 1422. Preis 10 Mark. 4)
Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren ohne Ort
und Jahr und Firma.
1. Des Edlen Rö= | mers Laurentij Valien | sis Clagrede, wider
die | erdicht vnnd erlöge = | ne begabung, so | von dem Key- | ser
Cöstan I tino | der Römi= | sehen kirchen sol gesche | hen sein . |
1) Eine weitere Auflage dieser Ausgabe erschien 1557 Venedig bei
Juntas. Da Titel und die Vorrede auf dem Index der verbotenen Bücher
standen, entfernte der Verleger Beides und Hess einen neuen Titel: Biblia
ex seeunda recognitione Isidori Clarii 0. Ben. O.Firma 1564 drucken. Am
Ende steht trotzdem 1557 niense Julio. Brunet, manuell, 876.
2) Nach dem catalogus librorum prohibitorum. Rom 1559 und der Aus-
gabe Königsberg 1 561) war diese Bibel verboten. Vgl. Marchand , histoire de
l'imprimerie S. 50. — Dibdin, bibliographical decameron II, 304 — 306.
3) Walther Hermenins Ryff aus Strassburg bekannt als Uebersetzer des
Vitruvius (Nürnberg Johann Petrejus 1548 folio und öfter), bedeutender ma-
thematisch - physicalischer Schriftsteller. Gesner, bibliotheca universalis ed. I.
(die Stelle fehlt in späteren Ausgaben).
4) Schaab II, S. 78 und Wetter, kritische Geschichte der Erfindung der
Buchdruckerkunst S. 507 erwähnen noch einen weiteren Druck: Mancardi
epistolae medicinales. Venedig P. Schoeffer 1541 nach Panzer, Annales IX, 102.
Dort findet sich aber keine derartige Angabe, wie Panzers Werk nur bis
1536 reicht.
153
— 154 —
Mit herrlicher Randverzierung, worin eine Inschrift, welche Weller
mittheilte.
Quarte-, mit den Signaturen A — Oijj = 55 n. gez. Blätter -j- 1
gez. Blatt. 0. 0. u. J. u. F. (Worms um 1518).
Zürich Stadtbibliothek.
Weller n. 1155. vgl. oben S. 105.
V. Unächte Drucke Peter Schoeffers des Jüngeren.
Würdtwein, bibliotheca Mogunt. S. 181 giebt eine von Peter
Schoeffer 1546 gedruckte deutsche Liviusausgabe an. die sich in der
Bibliothek zu Amorbach befunden haben soll. Diese Angabe ist Ver-
wechslung mit dem gleichartigen Drucke Ivo Schoeffers 1546. Vgl.
Schaab II, S. 78.
VI. Die Ausgaben der Reformation der Stadt Worms 1507 — 1513.
Manche Bibliographen, namentlich H. Klemm, schreiben dem
Peter Schoeffer dem Jüngeren den Druck der Ausgaben der sogenannten
Wormscr Reformation zu , aber ganz mit Unrecht. Die Wormser Re-
formation wurde 1498 ausgegeben und erschien in erster Auflage 1499
im Druck. Nach Zapf 1 ) ist diese Ausgabe ein Erzeugniss Peter
Schoeffers des Alten zu Mainz. Auch dieses ist jedenfalls falsch , die
Schwabacher Type, welche Peter Schoeffer im Gart der Gesundheit 1484, 2 )
in der deutschen Ausgabe von Breidenbachs Reisen und der Cronecken
der Sassen 1492 3 ) verwendete, ist wenigstens nicht identisch mit der
Type, welche in der ersten Auflage der Wormser Reformation 1499
verwendet ward. Stände mir die datirte oder undatirte Ausgabe der
Kamergerichtsordnung (ein unbezweifelter Druck Peter Schoeffers I) 4 )
zu Gebote, so liesse sich auch hierdurch nachweisen, ob die Wormser
Reformation 1499 dem Peter Schoeffer angehöre oder nicht. Wahr-
scheinlich ist aber auch hier Letzteres der Fall. Man hat behauptet,
Johann Schoeffer habe die Ausgaben der Wormser Reformation 1507
bis 1513 gedruckt, aber übersehen, dass dessen Schwabacher Type
einen breiteren Kegel und Schnitt sowie Verschiedenheit in manchen
1) Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek II, 374. vgl. auch
dessen Mainzer Buchdruckergeschichte zu 1499.
2) Hortus sanitatis vff teutsch eyn gart der gesundheit. Hain 8948,
welcher jedoch falsch 356 statt 358 Blätter angiebt. Der erste Druck Peter
Schoeffers mit dessen Schwabacher Type.
1) Klemm, Catalog 33 n. 44.
2) Ordnung der römis. ko. ma. Caniergericht mit allen seinen punkten
vnd artikeln wie das dan vff der versamblung des heiligen Reichs dag zu
Wormbss im jar M . CCCC . XCV . durch vnsern allergnedigsten hern Maximilian
rom. ko. die Ckurfürsten Fürsten vnd gemein versamblung des heiligen Reichs
geordent gesetzt vnd beslossen ist. Am Ende : Geendt vnd getrackt zu
Mentz durch Peter schöffer von gernssheym buchtruck er 2C vff mondag nach
Michaelis jm XCV. Jar. folio. Panzer, Ännalen I, 218. — Würdtwein, bibl.
Mog. 131.'— Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte 117 — 118. — Ueber die
undatirte Ausgabe vgl. Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte S. 162 n. 130.
154
— 155 —
Buchstaben gegenüber den Typen der Wormser Reformationen besitzt.
Johann Schoeffer kann mithin der Urheber dieser Ausgaben nicht sein,
wenn auch die Annahme der Urheberschaft Peter Schoeffers I für die
erste Ausgabe als Verlagsartikel der Firma Schoefter gut zu den andern
Auflagen gestimmt hätte. Dagegen kommt Peter Drach in Speier in
Betracht. Derselbe war um 1499 Inhaber eines berühmten Geschäfts
und erfreute sich für Herstellung liturgischer und amtlicher Druckwerke
grossen Zuspruchs. Auch hier stützt sich die Annahme. Peter Drach
sei der Urheber der Ausgaben der Wormser Reformationen , auf die
Typengleichheit und Typenälmlichkeit. Im Jahre 1504 liess Peter
Drach (in Worms wohnhaft) zu Speier folgenden Druck erscheinen :
Der Psalter Dauids teutzsch vnd lateinisch mit kurtzen Glossen. | Der
Titel steht allerdings nicht bibliographisch fest, da ein solcher dem
mir vorliegenden Mainzer Exemplar fehlt und auch den von Panzer
benützten Exemplaren mangelte.
Am Ende: Hie endet sich der text des psalters zu latein [ vnd
zu deutzsch mit einer schönen ausslegüg vnd | verstentnyss gemacht
vn geordent durch den hoch | geiertesten bruder Nicolaus vö Lyra ein
barfu= | sser vnd miüer bruder ein grossen doctor der heyli- | gen
geschrifft. Gedrücket vn volendet durch den | Achtparn Peter drachen
zu Speyer in der alten | Erbarn keyserlichen vnd hochgefreyten Stadt |
Worms auff Mittewoche den . XV . tag des Mo = | nats Aprilis. Nach
vnsers heylmachers geburt | Tausent funff hundert vnd vier iar . |
Quarto, CCCXVII gez. Blätter.
Mainz Stadtbibliothek (ineun. n. 989) ohne Titel.
Panzer, Annalen I, 264, woselbst weitere Literaturangaben.
Die Angabe Drachs, ob der Druckort Speier oder Worms, bleibt
zwar unklar, jedenfalls ist der Druck zu Speier gefertigt, während
Drach zu Worms, wo seine Familie seit früher Zeit ein Haus besass,
wohnte. Der Druckort selbst hat auch wenig mit der Sache zu thun.
da die Firma Drachs dem Drucke beigefügt ist und dieses für die
Untersuchung genügt. Die Type dieser Lyraausgabe ist nun mit der
Type der Wormser Reformationen 1507 bis 1513 vollständig gleich
und hat auch mit der Type der Ausgabe 1499 viel Verwandtes, so
dass sieh auch für diese Ausgabe Drach als Urheber muthmassen lässt.
Ist es nun damit erwiesen, dass die Wormser Reformationen der Schwa-
bacher Type nach Eigenthum Drachs sind, so lässt sich dieses auch
der Missaltype der AVormser Reformationen nach annähernd thun.
Ohne Jahr, Ort und Firma erschien: Agenda scd'm ritü 7 ordi | ne
ecclesie worrnaciensis . | Roth druck in Missaltype.
Am Ende: Finit feliciter agenda scd'm moreni ecclesie wor-
rnaciensis . |
Quarto, mit den Signaturen a — i v .
Mainz Stadtbibliothek (zwei Exemplare).
Die Type dieses Drucks stimmt nun mit der kleineren Missal-
type Peter Drachs überein, eignet diesen Druck diesem Drucker zu,
155
— 156 —
hat aber auch mit der Missaltype, welche in der Wormser Reformation
1499 zu den Ueberschriften verwendet ist, viel Verwandtes, während
die Missal type der Agende 0. J. nicht mit der in den Reformations-
ausgaben 1507 — 1513 verwendeten Missaltype in der Grösse sich
deckt und ebenso verschieden ist als die Missaltype der Wormser Re-
formation 1499 und der Ausgaben 1507 — 1513. Da die Agende
Eigenthum Drachs ist, eigne ich die Wormser Reformation 1499 eben-
falls diesem Drucker zu.
Was nun das Verhältniss der ersten Auflage der Wormser Re-
formation 1499 zu den weiteren unter sich gleichen Ausgaben 1507
bis 1513 betrifft, so haben die Schwabacher Typen aller Ausgaben
einerlei Kegel und Schnitt, erscheinen jedoch in der ersten Ausgabe
weniger abgenützt und dadurch klarer, was bei dem splendid gehaltenen
Satz mit doppeltem Durchschuss im Register leicht irre führt. Das
Alphabet der Ausgaben 1507 — 1513 hat in den Majuskeln und Mi-
nuskeln mehr Typenformen als die Ausgabe 1499 , was sich leicht
durch geschehene Vermehrung des Typenformenschatzes erklärt, aber
keine andere Type bedingt. Auch die veränderte Rechtschreibung
verlangt keine andere Officin, da andere Setzer und Correctoren an
den verschiedenen Ausgaben gearbeitet haben können. Ich stehe auf
Grund des Gesagten nicht an, die sämmtlichen Auflagen der Wormser
Reformation 1499 — 1513 Peter Drach zu Speier zuzuschreiben, obgleich
alle ohne Druckort und Firmaangabe sind und der Behauptung, die-
selben seien von Peter Schoeffer I und Peter II oder Peter II und
Johann Schoeffer gedruckt, entgegenzutreten. Die Beschreibung der
verschiedenen Auflagen ist diese:
1. Der Statt Wormbs | Reformation | (ohne Punct). Holzschnitt-
typen in Bordüre. Rückseite des Titels leer. Hierauf Register auf
9 n. gez. Blättern.
Blatt 2 Vorseite gleicher Titel wie oben, auf der Rückseite Holz-
schnitt: Wormser Wappen, ein sehr alterthümlicher Holzschnitt. Mit
der Signatur aij beginnt der Text.
Am Ende: Reformacion der Stat Wormbs Recht . ge- | setze . orde-
nung . vnd statuta zu lobe de almech? | tigen got . zubehalten friden
vnd einigkeit . zu | furdernus rechts vnd merüg gemeines nutzs |
getruwer guter meynung durch einen erbarn | Rat egemelter Stat Wormbs
furgenommen | auch zu notdurfft de gemeinen volck vor zwey | trecht
Irthum kriegen kosten vnd scheden zu; | uerhuten ingesetzt eroffenet
vnd vszgangen in | dem Jare nach Cristi vnsers lieben herrn ge= |
purt Tusent vierhundert Nuntzig vnd Acht . | nachmals zn ') trncken
augebben vnd vollendet | in dem Nun vnd nuntzigisten vff Montage |
nach dem Sontag Trinitatis . |
Folio, 12 n. gez. Blätter -f- 173 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt.
Die Initialen sind nicht eingedruckt.
1) So der Druck.
15G
— 157 —
Main/ Stadtbibliothek (Incun. 371), Darmstadt, Frankfurt a. M.
Senkenbergische Bibliothek, Privatbesitz zu Wiesbaden, München Ilof-
bibliothek.
Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek II, 374 f. — Haner,
catalogus librorum rariornni III, 289. — Bibliotheca Schwarziana II, 252.
— Catalog Antiquariat Rosenthal- München LIX n. 784. Preis 120 Mark.
— Hain, repertorium n. 13719. — Muther, Bücherillustration I, 102.
2. Der Stat Worms | Reformacion : Statute . ordenüg | Satzung die
alle Stette ■: cömunen: Regimeten: Fürste- | thum: Herrsch äffte : Ampt-
leüte : nutzlich förderlich : vnd | behilflich syn : vnd zu guter regierung
erschiessen möge . | Holzschnitt : Das Wormser Wappen , unten In-
schrift: DIGNA BONA LAYDE SEMPER WORMACIA GAVDE. Auf
der Rückseite des Titels blattgrosser Holzschnitt verschieden von der
Ausgabe 1499, der Kaiser mit den sieben Kurfürsten, unten zwei Per-
sonen knieend, welche ein Buch überreichen (die Reformation).
Am Ende: Reformacion der Stat wormbs Recht gesetze . or | de-
nung vfi Statuta zu lobe dem almechtige got zube = | halten friden vn
enigkeit . zu furdernus rechts vnd me | rung gemeines nutz getruwer
guter meynung durch | eine erbam Rat egemelter Stat wormbs furge-
nöme | Auch zu notdurift dem gemeine volck vor zweytrecht | Irthum
kriegen kosten vnd scheden zuuerhüten inge | setzt eroffenet vnd ausz-
gangen in dem Jare nach Cri = | sti vnsers lieben herren Tausent vier-
hundert | Neuntzig vnd Acht. Nachmals getruckt vnd vollen | det in
dem Funfftzehehundertsten vnd Sybenclen iar | vif Montag nach dem
Sontag Letare . in der Faste . | ') Rückseite dieses Blattes leer.
Folio, 6 n. gez. Blätter -f- CXIII gez. Blätter. Zweite Auflage.
Darmstadt (X 2697/1), Mainz Stadtbibiothek (Incun. 393).
Die Darmstädter Hofbibliothek besitzt als Signatur X 2697 ein
Exemplar mit der Satzvariante in der Schlussschrift Zeile 2 von unten:
in dem Füntzehenhundertsten. Ein Exemplar einer dieser Satzvarianten
in Klemms Sammlung zu Leipzig.
Klemm, Catalog S. 55 n. 96. Ueber diese und die andern Aus-
gaben vgl. Muther, Bücherillustration I, 102.
3. Dasselbe. Dritte Auflage. Mainz (?) 1508. Folio.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, Annalen Supplement 108 n. 618. — Archiv für hessische
Geschichte III, 2, S. 6.
4. Der Stat Worms | Reformacion : Statute . ordenüg etc. Mainz
(?) 1509.
Vierte Auflage, in Titel und Druck mit geringen Ausnahmen
mit der zweiten Auflage übereinstimmend.
Quelle: Unbekannt.
Klemm, Catalog 55 n. 97.
1) 16. März 1507.
157
— 158 —
5. Der Stat Worms j Reformacion: Statuten . ordenung Satzung
die alle Stetten: cömunen : Regimenten: fürstenthum : Her- | schafften:
Amptleüten: nutzlich: fürderlicli: vnd behilf = | lieh seyn: vnd zu guter
regierung erschiessen mögen. | Holzschnitt wie in der Ausgabe 1507.
Die Rückseite leer.
Am Ende: Reformacion der Stat wormbs Recht: gesetze : or= |
denung vnd Statuta zu lobe dem almechtigen got zu | behalte fride
vnd einigkeit . zu fiirdernusz rechts vn me | rung gemeines nütz ge-
truwer guter meinung durch eine erb am Rat gemelter Stat wormbs
fürgenöme | Auch zu notdurfft de gemeine volck vor zweytrecht: |
Irthum kriege: kosten: vnd scheden züuerhüten: zuge= | setzt eröffnet :
vnnd auszgangen jn dem Jare nach Cri = | sti vnsers lierren gepurt
Tausent vierhundert Xeun* | tzig vnnd Acht. Xachnials getruckt vnd
vollendet jn | dem Fünffzehenhundertsten vnnd XIII . jar . auff Fry = |
tag nach dem Sontag Exaudi . | l ) Rückseite leer.
Folio, mit den Signaturen ii — iiii = 6 Blätter + Register + den
Signaturen A — Qiiii = xciii gez. Blätter, mit schwarz gedruckten
Initialen, die Ueberschriften in Praetor, fünfte Auflage der Wormser
Reformation. 2 )
Darmstadt (X 2698). Mainz Stadtbibliothek (Incnn. 387), Mainz
Seminarbibliothek.
Panzer, Annalen I. 310 n. 647.
VII. Matthias Apiarius. Buchdrucker zu Strassburg 1533 — 1537.
Mathias Apiarius Hess sieh im Jahre 1533 in Strasburg als
Buchdrucker und Verleger nieder und verband >ich mit Peter Sehoeffer
dem Jüngeren, druckte aber auch für sieh allein. Dieses Verhältnis-
ist für Peter Sclioeffer des Jüngeren Wirken von Interesse, um des
Apiarius Schicksalen und Thätigkeit. soweit sie Strassburg augehört.
etwa- näher zu treten. Matthias Apiarius war wohl Deutscher von
Geburt: seine Geburtszeit dürfte zwischen 1495 — 1500 fallen, da er
1547 bereits seinen Sohn Samuel verheirathete. Sein Xame ist lati-
nisirt und bedeutete solcher im klassischen Latein soviel als Bienen-
vater. Bienenwärter oder Zeidler. 3 ) Sein wahrer Xame ist jedoch Biener.
was bislang unbeachtet blieb. Apiarius widmete nämlich am 13. August
1) 20. Mai 1513.
2) Eine spätere Ausgabe der Wormser Reformation ist: DEr Statt
Wormbs | Reformation: Auch i enderung vü mehrung | etlicher darin verleibter
(^e>etze. sampt | der Keyserlichen Confirmation ! dieser Reforma; | tion . j
Wormser Wappen in Holzschnitt Gedruckt zu Wormbs. durch | Gregorium
Hofman. ! Rückseite leer.
Folio, 1 2 n. gez. Blätter + CLXX1II gez. Blätter -f 1 n. gez. Blatt mit
der Schlussschrift: In der Keyserlichen Frey j vnd Reichstat Wormbs | druckte
Gree;orius Homian . im j jar nach der gepurt Chri = | sti vnsers Herren M .
1) . XLII . |
Mainz Stadtbibliothek und Worms Paulusmuseum.
3) Plinius. bist. nat. 21, 10 (31), 56.
15S
— 159 —
1553 zu Stern „den Ehren geachten und Kunstliebende u Meister Michel
Cappen Feldtrummeter, Wendeln Schärer Feldtpfyffer und Sigfriden
Apiario genannt Biner synem Sun, diser zyt am Stadtpfyffer dienst,
und uff dissmal all diener der Loblichen Statt Bern, Wünscht Mathias
Apiarius Buchdrucker daselbst gnad und frid durch Christum unsern
Herren" des Johannes Wannemacher (Vannius) Ausgabe der Bicinia
sive duo germanica ad aequales. Tütsche Psalmen vnd andre Lieder,
die er 1553 zu Bern druckte. 1 ) Ausserdem lieferte Apiarius einen
Druck: Niger, geschieht von Fanino von Fauentia, vnd Dominico von
Basana. Bern, Matthias Biener 1552. Quarto.-) Auch des Apiarius
Druckermarke, ein Bär, welcher nach dem Bienenkorb greift, 3 ) hat
nichts Bienenväterliches, sondern bezeichnet einen nach den Bienen
Haschenden, einen Biener. 4 ) Damit sei der Name „Bienenvater",
welcher sich überall, sogar noch in Kapp, Geschichte des deutschen
Buchhandels I, 91, 248 und 826 breit macht, zu Grabe getragen und
dem Richtigen: „Biener" zu seinem Rechte verholfen.
Die älteste Notiz über Apiarius findet sich in Leu's Lexicon I, 246,
wonach er der erste Buchdrucker der Stadt Bern war, sein erstes Werk
(überhaupt, aber nicht zu Bern!) 1530 druckte, worauf sein Sohn Sa-
muel von 1550 an die Buchdruckerei zu Bern fortsetzte. Diese theil-
weise richtige Angabe hat eine heillose Verwirrung in der Literatur
angerichtet, indem Apiarius von 1531 (statt 1530 nach Leu!) zu Bern
gedruckt haben soll. 5 ) Diese Angabe ist falsch, wurde aber nach
Falkenstein, Geschichte der Buchdruckerkunst, überall nachgeschrieben,
bis Fetscherin in der historischen Zeitung 1853 S. 76 den Nachweis
lieferte, dass Apiarius 1537 als Buchdrucker von Strassburg nach Bern
berufen ward. 6 ) Dort lieferte er 1537 seinen ersten Berner Druck. 7 )
1) Publicatiou der Gesellschaft für Musikforschung IV (1870) S. 87 und
88. — Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1876) S. 101— 102, woselbstdes
Apiarius Vorwort abgedruckt ist.
2) Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels IV, S. 32. Das
Buch selbst befindet sich wohl zu Lucern.
3) Kapp, Geschichte des deutschen Buchhandels I. 826. Am Boden be-
findet sich eine aufgeschlagene Bibel, deren Druck wie Waben gebildet ist,
an denen Bienen naschen, vgl. ebendaselbst I, S. 248.
4) Bereits bemerkt im Archiv tür Geschichte des deutschen Buch-
handels IV, 8.31.
5) Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels IV, S. 29, woselbst
die Stelle wörtlich abgedruckt.
6) Ebendaselbst IV, 29, 309. Kapp, Geschichte des deutschen Buch-
handels 1, S. 92 Uisst den Apiarius fälschlich bis 1539 in Strassburg drucken.
Das im Archiv IV, 309 erwähnte Berner Taschenbuch 18S0, welches Details
über diese Berufung enthalten soll, stellt mir nicht zur Verfügung. Dass
Oecolampadius die Berufung des Apiarius nach Bern veranlasste, ist jeden-
falls falsch, derselbe war 1537 längst todt, wohl aber kann dieses auf Be-
treiben Bucers und Capito's geschehen sein.
7) Listenius Nicolaus rudimenta musicae ingratiam studiosae iuventutis
diligenter comportata. Am Ende: BERNAE HELVET: PKK MATIITAN(!)
APIARIVM . | 1537. Kleinoctavo. Exemplar Mainz Stadtbibliothek, vgl. Mo-
natshefte für Musikgeschichte XXI (1889), S. 29.
159
— 160 —
Seine Berner Thätigkeit gehört nicht hierher. Als Apiarius Strassburg
verliess, soll er seine Druckereieinrichtung an Theodosius Rihel, Ver-
leger und Buchdrucker zu Strassburg , veräussert haben. l ) Apiarius
bietet als wandernder Buchdrucker ein Gegenstück zu Peter Schoeffer
dem Jüngeren. Seine allein hergestellten Strassburger Drucke bieten
für die Biographie Peter Schoeffers ein Interesse, weshalb ich solche,
wenn auch nicht stets bibliographisch, zusammenstelle.
1. Handlung in dem | öffentlichen gesprech zu Strassburg | iungst
im Synodo gehalten, gegen Melchior Hoff- | man, durch die Prediger
daselbst, von vier für= | nemen stucke Christlicher leere vil haltüg, |
sampt getrewen dargeben, auch | der gründen, darauff Hoff- | man seine
jrthumben setzet. Strassburg M. Apiarius 1533. Quarto, 48 Blätter.
Bibliotheca Haeberliniana n. 5942.
2. (Bucer M.) Furbereytung zum Concilio, wie alle recht Gots-
fertigen von beden, yetz fürnemmen theylen, so man alt und new gleu-
bige, Bäpsttliche, vnd Lutherische nennet, Zu einigkeit Christlicher
kirchen kommen, und sich darinn vnbewegt halten mögen, etliche
freundtliche Gotsförchtige gespräch, von fürnemen stucken Christlicher
lere, deren halb man jetz in missuerstand ist. Strassburg M. Apiarius
1533. Quarto. 58 Blätter.
Catalog Antiquariat Rosenthal - München XXXVIII (bibliotheca
Lutherana) S. 70 n. 987. Preis 18 Mark.
3. In Hieremiam Prophetam Commentariorum libri tres Joannis
Oecolampadii eiusdem in Threnas Hieremiae enarrationes . Argentine .
MDXXXHL
Am Ende: Argentinae in officina Matthiae Apiarii mense Sep-
tembri. Anno M . D . XXXIII.
Quarto.
Panzer, Annales VI, 122 n. 846.
4. Defensio adversus axioma catholicum, id est criminacionem
R. P. Roberti episcopi Abrincensis, in qua is impiae novationis in
cunctis Ecclesiis cum dogmatis, tum ritibus peculiariter autem circa
sacrosanctam Eucharistiam importune accusat, quotquot Christi doctri-
nam sectari student, ab iis hominum commentis, quae cum illa pugnant,
repurgatam — per Martinum Bucerum. Argentorati per Matthiam
Apiarium. MDXXXIIH.
Octavo, 80 Blätter. Dem Cardinal Antonius ä Prato gewidmet.
Panzer, Annales VI, 124 n. 860.
5. In prophetam Ezechielem commentarius D. Joan. Oecolampadii,
per Vuolfgangum Capitonem aeditus. De obitu Oecolampadii epistola
1) Archiv f. Gesch. d. d. Buchhandels IV, 30 aber zu 1539, wobei ein
angeblicher Matthias Schwintzer (falsch für Hans Schweintzer) mit Mathias
Apiarius identificirt und verwechselt wird.
160
101
S. Grynaei. De vita eius Vulfg. Capito. Argentorati apud Matthiam
Ipiarium Anno MDXXXI1II.
Am Ende : Argentorati apnd Matthiam Apiarium. Mense Martio.
Anno M . D . XXXIIIL
Quarto.
Panzer, Annales VI, 124 n. 861.
6. Capito Wolff, Ein wunderbar geschieht, vnd ernstlich Warnung,
Gottes, so sich an eim Widertäuffer, genannt Claus Frey zutragen, der
sich hat ertrencken lassen, ehe er hat wollen seine fromme ehefraw
wider annemen vnnd ein andere fraw begeben, so er im schein eins
geistlichen Ehestandts an sich gehenckt hatt. Geschehen zu Strassburg.
Strassburg Apiarius 1534.
Sedez, 20 Blätter.
7. Apparatus latinae locutionis. Ex M. T. Cicerone, Caesare,
Sallr.stio, Terentio , Plauto . ad Herennium, Asconio. Celso ac de re
rustica per Bartholomaeum Riccium Lugiensem in suum ordinem de-
scriptus. His Accessit Index in Ciceronein et alia nonnulla, ut suo loco
videbis. Argentorati apud Matthiam Apiarium MD . XXXV.
Am Ende: Argentorati apud Mathiam Apiarium. Anno Domini
Millesimo quingentesimo Tricesimo quinto, die quarta Martii. Mit
Druckermarke.
Quarto. Mit Initialen.
Panzer, Annales XI, 126 n. 872. — Archiv für Geschichte des
deutschen Buchhandels V, 310.
Von
8. Gart der gesuntheit | Zu latein, HORTVS | SANITATIS . Sagt
in vier | Bücheren wie hernach folget . | Zum Ersten . |
Vierfüszsigen vnd Krichenden *
Im Anderen.
Vöglen vnd den Fliegenden ] thiere
Im Dritten
Visclien vnd Schwimmenden
Im Vierden.
Dem Edlen Gesteyn vnd allem so in | den Aderen der
erden wachsen ist.
Strassburg, M. Apiarius.
Folio. Mit Titeleinfassung und vielen Holzschnitten.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 152 n. 296. — Archiv für Geschichte des
deutschen Buchhandels V, 78 Note 107. — Collection ä vendre de mo-
numens typographiques imprimes au XV. et XVI. siede. Oftenbach. 1840.
(Versteigerungscatalog Sammlung Heinemann) S. 274 n. 12-12.
161
Beiheft 9. 1 1
— 162 —
VIII. Die Ausgabe des neuen Testaments durch Tyndale
und die Coverdalebibel.
William Tyndale geboren 1477 in der Grafschaft Gloucester,
ward Geistlicher, trat aber zu Luthers Lehre über, musste vor König
Heinrich VIII. von England flüchten, kam zu Luther nach Wittenberg
und liess 1525 eine nach des Erasmus Ausgabe gefertigte Uebersetzung
des neuen Testaments drucken, die in England Verbreitung fand und
im Geiste Luthers abgefasst war. Tyndale ging hierauf nach Ant-
werpen und ward 1536 zu Vilwoord bei Antwerpen auf Betreiben der
englischen Regierung festgenommen, erdrosselt und verbrannt. l ) Diese
Ausgabe der ersten Uebersetzung des neuen Testaments ins Englische kam
bereits 1526 als the new Testament of Tindale auf den Index der
in England verbotenen Bücher. 2 ) Gleiches Schicksal widerfuhr der-
selben auf dem 1530 — 1538 aufgestellten Index der in England ver-
botenen Bücher. 3 )
Bisher nahm man vielfach an, Peter Schoeffer habe diese Bibel-
ausgabe in Worms gedruckt und hatte aus der Aehnlichkeit der Typen
der Drucke desselben mit Firmaangabe auf ihn als Urheber geschlossen,
während andere Forscher Froschower in Zürich als Hersteller dieses
Drucks vermutheten. Zwar steht mir weder ein Originaldruck dieses
englischen Testaments, wovon ein vollständiges Exemplar im Johan
Baptist College zu Bristol (doch ohne Titel) und ein weiteres unvoll-
ständiges vorhanden, 4 ) noch der von Francis Fry 1862 in 177 Exem-
plaren nach dem Bristoler Exemplar hergestellte Facsimilenachdruck
zur Verfügung, ich kann demnach nicht aus Autopsie die Typengleich-
heit oder Verschiedenheit beurtheilen, halte aber die Urheberschaft
Peter Schoeffers für sehr zweifelhaft.
Auf die Tyndalebibel folgte 1530 eine englische Uebersetzung
des Pentateuch, 1535 die gesammte Bibel, die Coverdalebibel in eng-
lischer Sprache. Angeregt von Luthers Bibelübersetzung (1517) be-
gannen 1524 die Schweizer Theologen Leo Jud, Megander und Pelli-
canus unter Zwingli's Leitung die Uebersetzung der Bibel im Sinne
ihrer Lehre. Sie legten dem alten Testamente Luthers Uebersetzung
1) Ueber ihn vgl. Christopher Anderson, The Annais of the English
Bibl. New edition. London. 1862. S. 29. — Francis Fry, A bibliographical
description of the editions of the New Testament Tyndale's version in English.
Illustrated with 73 plates. London. H. Sotheran. 1878. Quarto. Periodische
Blätter der Geschichts vereine zu Kassel, Darmstadt und Wiesbaden. 1860.
Nr. 13 S. 350.
2) Keusch, Indices librorum prohibitorum (Bibliothek des literarischen
Vereins zu Stuttgart CLXXVI) S. 5.
3) Keusch, a. a. 0. 8. 20 und 2 1 .
4) Bei Versteigerung der Hawtrey'schen Bibliothek 1853 kam ein Exem-
plar der Coverdalebibel für 111 L. Sterling (2200 Mark) weg, vgl. Athenaeum
1853 n. 1342. S.861. In England ward die Coverdalebibel nicht selten in den
Kirchen angekettet, vgl. Der Sammler XII, Nr. 20. S. 239 (nach Blades, biblio-
graphical Miscellanies).
162
— 163 —
zu Grunde und machten entsprechende Abänderungen. Da Luther die
Propheten und Apocryphcn noeli nicht übersetzt, mussten die Schweizer
Theologen die Uebersetzung derselben selbst besorgen. Diese Ueber-
setzung, die sogenannte Schweizer Bibel, erschien stückweise 1524 bis
1529 in sechs Theilen in Folio bei Froschouer in Zürich l ) und bildet
die erste Ausgabe der Schweizer Bibel und die zweite vollständige Bibel-
übersetzung in deutscher Sprache überhaupt. Auf diese Folioausgabe
folgte 1527 — 1529 in gleichem Verlage eine Taschenausgabe dieser
Uebersetzung, um die Ausgabe volkstümlicher und handlicher zu
1) Die Beschreibung dieser Seltenheit ist folgende:
Theil I : DAs Alt Testa | ment dütsch, der | vrsprünglichen Ebreischen
waar- j heyt nach vff das aller | trüwlichest ver- | dütschet . | Getruckt zu
Zürich | durch Christophoruni Froschouer | im Hornung, des jars | M . D . XXV . |
Mit breiter Holzsclmitteinfassung , sechs Stöcke, darstellend Schöpfungsge-
schichte, Paradies, Vertreibung etc. Auf der Bückseite Register, Titel + 5
ungez. Blatt Vorrede + CXI1 gez. Blatt.
Theil II : DAs Ander teyl | des Alten Testa | ments | Holzschnitt : Störche
mit Eidechsen (?) und Fröschen | Das Register über die Büe- | eher dises
teyls . 1 Es folgen acht Zeilen Register beziffert I — VIII nebst Holzschnitt:
Bilder des Thierkreises | Getruckt zu Zürich durch | Christophorum Froschower.
Im iar | Als man zallt M . DXXV . | Rückseite leer. Titel + CXLVII gez. Blatt.
Theil III: DAs dritt teyl des | Alten Testa- | ments. | Das Register
über | die büe- | eher dises teyls . | folgen acht Zeilen Register beziffert I — V
und Holzschnitt : Kinder mit Wappenschild, worin ein Frosch . | Getruckt zu
Zürich durch | Christophorum Froschouer | jm jar M . D . XXV . | Rückseite
Vorwort Martin Luthers, Titel + gezählt, Blatt II — LXVII + 1 leerem Blatt.
Theil IV : DAs Vierde teyl des alten | Testaments . | ALle Propheten
vsz Ebrai- | scher sprach, mit gutenn trüwenn vnnd hohem | flysz, durch die
Predicanten zu Zürich, | in Tütsch vertolmät- 1 sehet. | Druckmarke Froschovers:
Baum mit Fröschen in Rahmen, von Hans Holbein l Getruckt zu Zürich by
Christoffel | Froschouer, im jar so man zalt | M . D . XXIX . | Auf der Rück-
seite Register + Titel + 7 ungez. Blatt Vorrede + CXXVII gez. Blatt + 1
leerem Blatt. Am Ende (Blatt CXXVII Vorseite): Getruckt zu Zürich, im
Barfusser kloster, durch Christoffel Froschouer, vnnd volendet am ersten tag
des Mertzens, im Jar M . D . XXIX.
Theil V : Diss sind die bucher die by den alte [ vnder Biblische ge-
schrifft nit gezelt sind, auch by | den Ebreern nit gefunden. Nüwlich | widerumb
durch Leo Jud | Vertauschet . | folgt Register in sieben Zeilen beziffert I— VII |
Getruckt zu Zürich by Christoffel Froschouer . | Rückseite Vorwort. Titel +
CVI gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt, Vorseite leer, Rückseite Druckmarke
wie in Theil IV. Am Ende (Blatt CVI Rückseite): Getruckt zu Zürich, im
gnant Barfusser kloster, durch Christoffel Froschouer, vnd volendet am sechszten
tag Mertzens, in dem jar so man zalt M . D . XXIX.
Theil VI : Das gantz Nüw | Testament recht | grüntlich vertütscht . | Mit
gar gelerten vnnd | richtigen vorreden, vnd der schwä- | resten örteren kurtz,
aber | gut vszlegungen . | Ein gnügsam Register | wo man die Epistlen vnd
Euan - | gehen desz gätzen jars jn | disem Testament I finden sol . | Getruckt
zu | Zürich durch Christoffel | Froschouer. Anno | M . D . XXiiij . | Mit breiter
Holzschnitteinfassung: Stellen des neuen Testaments darstellend, unten ein
Zug Soldaten mit Kanone. Rückseite leer + Titel -f 2 n. gez. Blatt Vor-
wort -4- 1 1 n. gez. Blatt Register -f CLXII gez. Blatt + 1 n. gez. Blatt Druck-
fehler, Rückseite leer, + 1 n. gez. Blatt, Vorseite leer, Rückseite Froschovers
Druckmarke : Knabe auf einem Frosch reitend mit Monogramm CR. FR.
163
11*
— 164 —
machen, ein Vorgang, der sich in ähnlicher Weise in Worms bei der
Prophetenausgabe 1527 vollzogen. Die Züricher Bibel ausgäbe hat nun
eine gewisse Verwandtschaft mit der Wormser Bibel 1529 und soll
ebenso eine solche mit der englischen Uebersetzung haben, indem beide
Letztere die Schweizer Bibel bei Herstellung des Texts benützten, wie
wahrscheinlich auch Luther die Schweizer Bibel für seine Uebersetzung
verwendet haben mag. Nach Angabe des Antiquars Cohn in Berlin
in dessen Catalog 184 (1887) S. 35 besteht ausserdem ein innerer Zu-
sammenhang bei der Herstellung des englischen neuen Testaments und
der Schweizer Bibel, indem die Typen derselben einerlei, auch in dem
Pentateuch der Schweizer Bibel die Figur des Aaron genau so wie in
der Coverdalebibel 1530 vorhanden sind, wie auch sonst mannigfache
Anhaltepuncte ähnlicher Art auf einen Ursprung deuten und diese
Drucke sämmtlich Froschouer in Zürich zueignen, was sich bei dessen
Verbindungen mit Zwingli, den Schweizer Reformatoren, Ludwig Hätzer
und den Wiedertäufern auch für einen englischen Sectirer voraussetzen
und ein näheres Verhältniss derselben vermuthen lässt.
164
Anlagen.
I.
WJr Maximilian von gots gnaden Erwelter Römischer keyser zu
allen zeitten merer des Keichs in Germanien zu Hungern Dalmacien
Croatien 2C kunig Ertzhertzoge zu Österreich, Hertzog zu Burgundt,
zu Brabant, vnd Phalnntzgraue zc . Embieten allen Chürfürsten, Fürsten,
geistlichen vnnd weltlichen prelaten Grauen . Freyen . Herren . Rit-
tern . knechten . Haübtleüten . Landtuögten . Yitztumben . Vögten .
Pflegern . Verwesern . Ambtleüten . Schulthaissen . Bürgermeistern .
Landtrichtern . Richtern . Redten . Bürgern . Püchtrückern . Püech-
fürern . Gemainden, vnd sonnst allen andern, vnnsern vnd des Reichs,
auch vnnsrer Erblichen Fürstentümb vnd lannde vnnderthannen vnd
getrewen . in was wirden stats oder wesens die sein, den diesser
vnnser brief ftirkümbt . oder verkündt wirdet . vnnser gnad vnd alles
guet . Erwirdigen, hochgebornnen . Wolgebornnen . Edele . Ersamen .
Andechtigen lieben Neuen . Oheymen . Chürfürsten . Fürsten vnd ge-
trewen Vnnss hat vnnser vnd des Reichs lieber getrewer Maister Ar-
uoldt Schlickh Organist von Haidelberg zu erkennen geben . wie er
auff vilfeltig vleissig ersuchen vnnd begern . weilennd Phallntzgraue
Philipsen, aucli anderer Fürsten . geistlich vnd weltlich person, mit
embsigen vleys . in ain püechlin züsamen gebracht vnderschiedlich
anzeigung lere, vnnd vnnderrichtung . wie man ain artlich werch, von
pfeiffen vnnd annderm . dem gesanng zu Chor . vnd den Organisten
brauchlich (Blatt 2 V ) zurichten vnd stellen soll, Dasselb püechlin Er
gott zu vordrist zu lob vnd Ere, auch gemainem nutz zu gutem . dar-
durch der mercklich vncosten . so bissher auf die werch der Orgeln
jrer vnbestanndigkeit halben yezüzeitten gangen ist . verhütte werdt.
in ainen druckh . solhs menigelich zu offen waren, zu bringen willens
sey . Vnnd damitt Er dann destfügklicher ainen geschickten Püech-
trücker . der berürt sein püechlin vnnd werch mit ainem scharffen vnd
leslichen puechstaben correct drücken, vnd Er alssdann seiner arbait
vnnd mühe mitt verkaüffung derselben etwas ergetzlichait gehaben
müge . Vnns diemütiglich angerüffen vnd gebetten, jne mit vnnser
keyserlichen freyheit, das ime in Zehen jarnn den negsten, nach dato
dits vnnsers briefs volgend, niemands on sein wissen vnd zügeben
obangezeigt sein aufgericht werch puechlein, oder anders als Tabulatur,
vnnd dergleichen zu den Orgeln, vnnd anndern Saitenspillen dinstlich .
so er in kurtz auch auff zu richten, vnd an den tag zubringen willens sey,
nachdrückhe , gnediglichen züfürsehen . Das wir dann auss obange-
tzaigten vrsachen vnnd sonnderlich zu fürdrung des gemainen nütz
zütün genaigt sein . Vnnd emphelhen demnach Euch allen . vnd Ew r er
yedem besonder ernnstlich gebietend, vnd wellen . daz jr bemelten
Maister Arnolden Schlicken Organisten . bey vorbestimbter vnnser gnad
105
— 166 —
vnd freyhait . von vnnsern wegen verglichen hanndthabet, vnd nicht
gestattet, das die vorberürten sein werchpuechlein, vnnd anders, wie
oben begriffen ist , in ob (Blatt 3 r ) benanter zeit , on sein wissen zu
geben oder vergonnüng durch yemands nachgetrückht , oder wo die-
selben in welscher oder ander Nation aiisserhalben Ewrn gebietenn.
oder Verwesungen getruckht, kains wegs verkaüfft werden, noch des
selbst auch nit thut . Sonder die auf gedachts Maister Arnolds Schlicks .
oder des drügkez . So Er hierjnn zügebraüchen fürgenümen hat, an-
lanngen vnnd begern allennthalben nemen vnnd zu kaüffen verbieten
lasset, vnnd dermassenn handlet, damitt zühanndthabung vorangetzeigter
vnnser freyheit, annder handlüng nicht nott werde. Daran tut jr
vnnser ernnstliche meynung. Geben in vnnser vnd des Reichs Stat
Strassburg, am dritten tag des Moneds Apriliis. Anno domini Funff-
zehenhundert vnnd im Aindlifften, Vnnser Reiche des Römischen im
Sechsundzwaintzigsten , vnnd des Hungrischen im ainvndtzwaintzigsten
jarenn.
Per regem Ad mandatum domini
pp m imperatoris proprium.
Serentiner . sszt.
(Druckprivileg für den Spiegel der Orgelmacher und die Tabulaturen.
Mainz 1511 und 1512.)
IL
„Vorred . Ludwig Hätzer begert al = | len menschen wäre er-
kantnuss des vatters durch Jesum Christum den sun . Wer ists der jhm
ettwas wolte ftirnemen zu thün oder zu lassen, on grosse forcht vfi
sondere vnd'werffung seins fürnemens de götlichen willen? Die weil
Gott vnnser ewig barmhertziger vatter, der nit allweg zürne kan, seine
geschöpfft so wunderbarlich leyttet, das ja eyn ieder der aus der
warheyt geborn were, in jro mitt dem propheten Jeremia sprechen
möcht: HERR, es ist in niemants willen gestellt eygne strass zu
gehen, der man hat sein nicht macht, aber du HERR richtest es wie
es dich lustet. Also hie mit mir aucli liebsten brüder im HERRN,
Wie wenig hab ich mich iemalen versehen, das mich der vatter zu
diser arbeyt brauchen solt, die Gotslerenden propheten helffen zu
verteutschen, Aber jhener desse gnad vnd barmhertzigkevt vber alle
seine werck ist, braucht die kleynfügsten auch zu seiner maiestet
herrlichkeyt, das die hochprachtlichen (sagt Paulus) zu schänden komen.
Es ist wissend wie ich gar nahet bei eym jar den propheten
Maleachi v'teutscht hab, mit ausslegung Johan. Ecolampadij, darinn
ich meidung thet, wo Gott hülff bewise, so wölt ich auch Jesaia mit
ebengedachts Joä . Ecolampadij ausslegung verdolmetschen, diss hab
ich mich nit lang darnach vndernomen zu leysten, vn aber grosse
sorg gehebt, wie ich zum ersten den text zum aller besten möchte,
166
— 167 —
nach Hebräischer sprach, herfür thün, vnd de eynfeltigen den selbigen
anzeygen. Hat es ja Gott aus gnaden (dz ich sol bekennen also
verfügt, mir schwachen solicher mühe vnd arbeyt einen ghülffen
gesandt, Hans Dengken, der mir von Gots wegen zu willen ward, mir
in disem zu verhelften.
Lieben im Herrn also haben wir vns, nach vermögen in Gott,
geübt, vnd den ersten propheten Jesaia verteutscht, sonder alle auss-
legung. Do hat es , nitt nur vns , sonder vil andre brüder mehr für
gilt angesehen, das wir gerad also auch mit den andern propheten
fort füren zu handien, desse haben wir vns ja nit können wideren
(obs wol d : Satan gern gsehen hett) sonder müssen also thün, vnd
seltzsamlich , gar nahet, on vnser fürnemen, fort faren, Dann (Gots
sei die eer, vnd die schand allweg vnser) es sich mit gwalt herauss
gerissen hat, das es nit dahinden bliben ist, wider des Satans anschläg.
Nun haben wir beyd also vnsern höchsten vleiss vil verstand,
aus gnaden von Gott durch Christum entpfangen, nit gespart, Vns zu
ragen, da wir Antwurt v'hofften, nit geschämpt, KeAn lesen vnder-
lassen, nichts veracht, sonder so vil wir vermögt trewlich dargespannt,
wie vns angesehen hat zum füglichsten mögen geschehen. Dann es
vns nit gar verborgen, wie wol es aufsehens dörffe zu diser argen
zeit, in noch vil malen nach gültigen geschefften. vor dererley leuten.
dene nichts annütig, es schmeck dann nach jrer kuchen, Denen wir
inn Gottes namen von hertzen gern jhr meynug lassen, vn es dem
vatter vbergeben, desse alle macht, des meers vnd des lands ist, der
bergen vnd der büheln, des himels vii der hell. Doch wolten wir
vmb Gottes willen iederman gebetten haben sie wollen nit richten
ehe vnd der handel bekant, nit stürmen, eh vnd es brenne, dann es
ja bald gethon ist, alle ding schelten, vnd auffs höchst verdammen,
wo es nit auf alle frag vö stund an ja sagt aber nach thün (lieben
brüd') brauch et 1 ) warlich mehr schaufens. Haben wirs getroffen, so
sei die eer des ewigbarmhertzigen vaters, d' ordenes zu aller weit
schmach vn seiner glori merung an, Haben wirs nit allenthalben
nach eyns jeden verstand troffen, so gedenck eyn jedes der ausstey-
lung der mass Gotts, Dan freilich seind Gottes gschenck ausgeteylt,
dem vil, jhem wenig, nach de eyn ied' behalte kan
2C K zc.
Datum Worms an dritten tag Aprilis. M . D . XXVII . |
(Vorwort Ludwig Hätzers zu dessen Uebersetzung der Propheten Worms
1527 Folioausgabe.)
1) Cölner Dialect für: es.
167
168
III.
Simoni GRINAEO VIRO OMNI | disciplinarum genere ornatissimo.
Petrus | Schefferus, & Mathias Apiarius, | S. Dicunt . | INTER tot
eximios uiros, Gryneae doctissime, qui nö modo | de nobis quam optime
meriti, uerum etiam ob singularem suam | eruditionem & humanitatem,
quamuis re digni censendi sunt, tu solus nobis is uisus es, cuius nomine
& auspicio praesens noster labor, musicis rebus impensus, tuo fretus
fauore in publicum prodiret, atqz id duobus praecipue, ut multa prae-
tereamus , nominibus , primum , quod nostris conatibus , quibus rem
literareä iuuare studemus , ita applaudis, ita consultum esse cupis, ut
merito tibi tarn nostras facultates, quam lioc ipsum quod ipsimet sumus,
tibi debeamus. Deinde quod hoc opusculü typis excusum, publicatur,
tuo unius impulsu factum est, tuo unius erga hoüestas artes amori
debetur. Proinde si qua utilitas ad musices studiosos, hinc peruentura
est, si Xistus Theodericus , huius cantionis insignis autor & artifex,
prius plus satis celebris, maiori fama laudabitur. in cuius quidem laude,
nos hie iure moraremur, nisi ridiculum esset, uino suopte sapore uen-
dibili haederaceum signum suffigere. Si deniqz nostra opera, quam
non uulgarem emendendo & exeudendo impendimus, quoquo modo
compensabitur , id totum tuo beneficio accaeptum feretur. Quis autem
est, qui non manifeste uideat, qua magno fruetu, quanta cum delecta-
tione & uoluptate, huius artis professores pereepturi sint, unde & Xislo
suus honor accedat necesse est. Nam ut umbra corpori, ita gloria
uirtuti, etiam inuitae, se comitem adiungat oportet. Iam quod ad nos
attinet, non hierum affeetamus, ä qua quidem siti semper abhorruimus,
tantü abest ut priuatae potius quam publicae utilitati, consulamus,
tantü eo semper speetantes, ut per distractores illos librorum (nihil
morantes quantum ipsi inde lucrifaeiät) aequa mercedis portione nostris
uigilijs & sumptibus respondeatur, quorum quidem, si ad huius opus-
culi venditionem respieimus, nos nunquam poenitebit. Hie tarnen non
ignoramus Xistum hanc foelicissimi ingenij sui foetura Argentorati
compositam, in gratiä, & impulsu Joannis Rudolphingi, uiri omnibus
punetis absolutiss. & summi musica candidatorum Maecenatis, olim
edidisse, unde quis cogitare possit, häc dedicationem, illius Rudolphin -
gum puto, quem & nos, ob singularem in omnes bonarum artium cul-
tores beneuolentiam , unice suseipimus, & exosculamur, iniuria fieri,
atqz adeo sub eius nomine debuisse publicari, cuius cogitationi sie
satisfactü uolumus, nostrum minime esse, ut cuiusquä benefaeta aut
honorem detraetare cötendamus, habet Rudolphingus ä Xisto quod
suum est, quod & sibi per nos, integrum & intactü relinquet', operaria
aüt industria nostrae officinae, quae hie accessit, eam tuä essse uolui-
mus. Quod si usu recoeptü est, ut aliena scripta, a quibusdam uteunqz
castigata, quondam alijs dicata, subinde tarnen nouorum patronorum
tutela proemuniri permittantur , cur nobis non liceat, quod proprium
nostrum est, citra ullius detrimentnm , sub cuius uisum fuerit presidio
168
— 169 —
excudere, & in manus hominü emittere. Quin hoc ausi sumus hie
libere fateri, etiam si nulluni discrimen esset inter Xisti & nostram
nuneupationes , Rudolphingum tarnen neminem libentius admissurum in
partieipatum sui iuris, qua Grynaeum. Imo uero sibi ipsemet gratu-
laretur, si tantum nimm nactum esse, quo cum in hac parte commu-
nicet, nouit enim quis & quantus sis, quam sublimia & minime uulgaria
sint tua studia , quantü ualeas iudicando de quibusvis & quantumlibet
difficilibus rebus, unde te toto animo complectitur , quod facile hinc
discere potes, quod uoluerit iusseritqz nos, ut de his uocalibus numeris
tutorem praeficeramus. Tuum igitur est, haec octo tonorum octo, ut
musicorum uulgus uocat Magnificat. in tuum lucum & fanum reeipias.
Quod si hie te nobis aequum & propitium ostenderis, dabimus operam
ut in postemm ad similes res, tua bona erga nos uoluntate, utamur.
Vale, & ingenium tun arduis Ulis litterarum negotijs defatia | tum.
his sacrosanetis cantionibus, interdum exhilerare, sed & pariter recreare
memento. Argentorati. M . D . XXXVII . | Calendas Augusti . |
(Vorwort Peter Schoeffers aus dem Magnificat 1537.)
IV.
Praestantissimo viro d. Vlricho Varenbulero Imperialis iudicij
Vicecancellario . D. & patrono suo eximio, Petrus Scheffeim S. I).
Cum iam aliquamdiu ornatissime uir & optime patrone, mea uoluntate.
& non absqz certarum causarum impulsu, labore & opere excudendai:
cantionum plene in totum supersedissem. Caeperunt non pauci tum
Germaniae tum Galliae typographi musices res, intercisis linearum
duetibus, eisdemqz notarum rhombis per medium diuisis impressas,
tanta copia publicare, ut omnia passim bibliopolia illis completa tantum
non cantillent. Ego tametsi in eo negocio primum locum dare : neqz
ä proposito consilio discessissem, nisi me tua praestantia. quo mihi
iam inde a multis annis & notissima . & non uulgari beneuolentia me
prosecuta fuit, ab instituta cessatiöe ad intermisßi muneris pensum &
operam crebris admonitionibus reuocasset. Nam animum quem mihi
Uli immoderatione suorum editionum ademerant, tu tuis exhortationibus
imo prouocationibus restituis, atqz adeo ut mihi hodie propensior (quae
tua in persuadendo dexteritas est) ad pristinos meos labores mihi
uideor, quam unquam prius t'uerim: Respondissem autem iamdudum
seeundae tuae uoluntati, nisi mihi materia musices tuis digna uotis
defuisset. Nam quam habebam partim non tarn mearum. quam huius
artis docti8simomm hominum, quormn liic non pauci sunt, iudicio
aurium talis videbatur quae in publicum peruenire non deberet. partim
alt alijs iamdudum uulgata fnerat. iam uero tandem praeter spem
quidem, at non sine felici quodam auspicio thesaurus cantionum summi
pretii ex Italia ad nie perlatus est, que D. Hermannus Mathias Verre-
coren . negocii musici primarie Mediolani magister. uir. praeter alias
169
— 170 —
uirtutes, in ea arte maximopere doctus, nuper ad nie misit. Ea Musica
nostrae Gerinaniae , quantum scio , nondum uisa. Nullus est cantuum,
qui non quinqz sex vocü concentibus aequabiliter temporatis concinnatus
sit, e quornm numero, qui mihi non exiguus est. has (ut mnsici uocant)
partes, tuo nomini consecratas. tanquam gustum aliorum exhibere uolui,
snbinde plnres atqz plures, Deo fortunante, in lucem prolaturus. Tu
interim bis contentus, alias breui fortasse secuturus feliciter expecta:
& hanc nostram editiunculam aequo animo ferre digneris, mei tili
clientis memor. Vale.
(Vorwort Peter Schoeffers ans den cantiones quinque. 1539.)
170
Register der Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren,
Mainz.
Accessus altaris. 1520- Nr. 11.
De dulcissimo nomine Jesu. 1518. Nr. 9.
Diurnale Moguntinum. 1513- Nr. 6.
Hortulus animae. 1513. Nr. 7.
1513. Nr. 8.
„ deutsch. 1518. Nr. 10.
Liederbuch. 1513. Nr. 5.
Psalterium iuxta hebraicam veritatem. 1523. Nr. 12.
Quinquagena carminum. 1513. Nr. 4.
Spiegel der Orgelmacher. 1511. Nr. 2.
Tabulaturen etlicher lobgesang. 1512. Nr. 3.
Wyhgertlin für alle frummen cristen menschen. 1509. Nr. 1.
Strassburg.
; Agrippae epistola. 1535. Nr. 8.
Cantiones quinque vocum. 1539. Nr. 10.
Epicedon Thomae Sporeri. 1534 Nr. 6.
Epistola ad Vulturium Neacomum. 1531. Nr. 4.
Wittenbergisch Gsangbüchlin. 1537. Nr. 9.
Rerum musicarum opusculum (Froschius). 1535. Nr. 7.
De Trinitate ac mysteriis Christi. 1530- Nr. 1.
Valentini Cratoaldi in tria capita. 1530. Nr. 2.
Visierbuch. 1531. Nr. 3.
Undatirte Strassburger Drucke.
Epicedon Thomae Sporeri. (1537). Nr. 2.
Magnificat octo tonorum. (1537). Nr. 3.
(1531). Nr. 1.
Undatirbare Strassburger Drucke.
Fünff und sechzig teutsche Lieder. Nr. 1.
Opuscula aliquot Ludovici Vivis. Nr. 2.
Venedig.
Novum testamentum. 1541. Nr. 1.
1542. Nr. 2.
Raimundi Lulli libri duo. 1542. Nr. 3.
171
— 172 —
Worms.
Bcrgwcrkbiichlein. 1518. Nr. 3.
Biblia beider Alt und Neuen Testaments. 1529. Nr. 13.
Concordantz vnd zeyger der spruch. 1529. Nr. 16.
Ein schöner begriff. 1525. Nr. 5.
Erlderung des newen Instruments. 1529. Nr. 14.
Von dem Euangelischen anstoss. 1528. Nr. 12.
Gaistlich Maiengärtlein. 1524. Nr. 4.
Die Mörin. 1512. Nr. 1.
l'juidectarum veteris et novi testamenti. 1528. Nr. 10.
Alle Propheten deutsch. 1527. Nr. 7.
1527. Nr. 8.
1527. Nr. 9.
1528. Nr. ll.
Kosengarten der Frauen. 1513- Nr. 2.
Tenor geistliche Gsangbüchlein. 1525. Nr. 6.
Tredecim articuli fidei Judaeorum. 1529. Nr. 15.
Undatirte Wormser Drucke.
Ordnung Gottes 2C (1527). Nr. 2.
Ein gruntlicher bericht auss der heiligen geschrifft. 1524. Nr. 1.
Ein vrteil gotts vnsers ehegemals. 1529- Nr. 3-
172
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III. Ivo Schoeffer.
§ l. Ivo Schoeffers Lebensschicksale bis zur Uebernahme
des Geschäftes.
Nach allgemeiner Annahme war, wie bereits erwähnt, Ivo Schoeffer
der Sohn des Peter Schoeffer des Jüngeren und der Katharine Schoeffer
und sein Geburtsort jedenfalls Mainz. Seine Geburtszeit lässt sicli
urkundlich nicht feststellen. Da aber nach einer alten Ueberlieferung,
deren Grundlage jetzt nicht mehr zu ermitteln, Ivo Wittich der Tauf-
pathe Ivo Schoeffers gewesen sein soll, lässt sich das Geburtsjahr
annähernd vermuthen. Der Name Ivo war am Rheine seltener im
Gebrauche, sein Auftreten in der Familie Schoeffer dürfte daher auf
den Einbringer dieses Namens durch Ivo Wittich aus Hammelburg
zurückzuführen sein. Ivo Wittich kam 1491 nach Mainz und starb
dort den 4. December 1507. In diesen Zeitraum kann allein Ivo's
Geburtszeit fallen, setzen wir rund 1495, so ergiebt sich für Ivo
Schoeffer (f 1555) eine Lebenszeit von 60 Jahren, was annehmbar
sein dürfte. Ob Ivo eine gelehrte Bildung empfing, ist zweifelhaft,
sein Name fehlt sowohl in der Heidelberger als der Matrikel anderer
Universitäten, auch deutet nichts in Ivo's Verlag darauf hin, dass er
selbst wissenschaftlich thätig war, wie solches sich von seinem Vaters-
bruder Johann nachweisen lässt. Ivo verliess seinen Vater und über-
nahm 1531 das Geschäft Johann Schoeffers, weil dieser aus seiner
Ehe keine volljährigen zur Uebernahme befähigten Kinder besass.
Ivo lieferte am 10. August 1531 seinen ersten datirten Druck. Ueber
Ivo's Stellungnahme zum Geschäfte und die Benutzung der Drucker-
marke Johann Schoeffers , sowie die minderjährigen Kinder Johann
Schoeffers ist unter diesem das Notlüge gesagt worden.
§ 2. Ivo Schoeffer als Verleger.
Ivo übernahm das Schoeffer'sche Geschäft in blühendem Zustande
und führte dasselbe in gleicher Weise bis 1555 fort. Trotz entstan-
dener Concurrenz durch das Auftreten des Mainzer Buchdruckers Peter
Jordan 1531 — 1534 und des Franz Behem seit 1540 blieb Ivo der
angesehenste und hervorragendste Buchdrucker und Verleger der Stadt
Mainz, das damals ein Hauptort des süddeutschen Buchhandels und
Verlags war. Die Richtung, welche Peter Schoeffer I mit dem Drucke
der kaiserlich - erzkanzlerischen Erlasse seit 1495 begonnen, Johann
Schoeffer in den Anfängen einer Reichsdruckerei noch mehr gepflegt,
173
— 174 —
setzte Ivo mit solchem Erfolge fort, dass er derartigen Aufträgen eine
reich fliessende Einnahmequelle verdankte und sein Geschäft zur pri-
vilegirten Reichsdruckerei ausbildete. Manche in die Geschichte des
deutschen Reichs tief einschneidende kaiserliche Verordnung und Hand-
lung der deutschen Reichstände verdanken wir in ersten Auflagen der
Druckerei Ivo SchoefFers, was seinem Wirken allein schon eine histo-
rische Bedeutung beilegt. Sodann behielt Ivo die Richtung des Ge-
schäfts als amtlicher Buchdrucker des Mainzer Domcapitels bei, wenn
sich hierin auch zeitweise Schwankungen zeigten und druckte amtliche
Publicationen des Mainzer Kurfürsten und des Domcapitels, darunter
die Untergerichtsordnungen und Hofgerichtsordnungen. Die Zeit der
liturgischen Drucke für das Erzstift Mainz war zwar vorbei, da die
reichen Auflagen solcher Bücher unter Johann Schoeffer den Stifts-
und Pfarrclerus wohl versehen, doch blieb für sonstige Verlagsartikel:
Synodalstatuten, Katechismen etc. auch jetzt noch viel zu thun übrig.
Die Mainzer Hochschule erfreute sich als katholisches Bollwerk
gegen den Protestantismus um 1531 — 1555 einer hohen Blüthe; ein-
heimische wie fremde dort wirkende Lehrer wie auch Schriftsteller
lieferten eine Anzahl Lehrbücher für die Hochschule und die damit
verbundene Vorschule, das Gymnasium. Fast alle diese geistigen Er-
zeugnisse fanden ihren Verlag bei Ivo Schoeffer. Aus beiden Ver-
hältnissen, dem zum Mainzer Kurhofe und dem zur Universität, bildeten
sich die Anfänge einer privilegirten kurfürstlich Mainzer Hof- und
Universitätsbuchdruckerei heran. Diese drei Richtungen, die Reichs-,
Hofs- und Universitätsbuchdruckerei sicherten allein durch die perio-
disch eintretenden Aufträge die Lebensfähigkeit des Schoefferschen
Geschäfts. Ivo kann mithin in vollem Rechte als Hauptbegründer der
bis zum Ende des Mainzer Kurstaats bestandenen Hof- und Univer-
sitätsbuchdruckerei bezeichnet werden.
Im grossen Ganzen ist Ivo SchoefFers Thätigkeit als Privatverlag
eine Fortsetzung des Wirkens Johann SchoefFers. Manche von diesem
verlegte Werke erschienen bei Ivo in neuen Auflagen, darunter das
neue Testament des Erasmus von Roterdam, der deutsche Livius, der
deutsche Celsus, Caesar und Frontinus, Ausgaben des Justinian, Ayma-
rus Rivallius, das deutsche Lehenrecht, der Florus etc. Aber auch
Neues schuf Ivo Schoeffer. Die volksthümliche Literatur verdankt ihm
zwei ziemlich gut illustrirte Ausgaben der Wickram'schen Uebersetzung
der Metamorphosen Ovids, einen deutschen Tacitus und andere Ueber-
setzungen römischer Classiker, eine deutsche Zeitung und eine populäre
Schrift des Verlegers Johann Haselberg von Reichenau. Eine Haupt-
thätigkeit Ivo's bestand, wie bereits angedeutet, in der Herstellung
lateinischer Classiker nach dem Vorbilde der netten Ausgabe des Aldus,
lateinischer Schulbücher und sonstiger gelehrter Hülfsmittel für den
höheren Unterricht, Seine Ausgaben des Florus, Valerius Maximus
und Aesop sind handlich, nett und gut gedruckt und erfreuten sich
bei correcten Texten und hinreichendem kritischen Apparat einer grossen
174
— 175 —
Beliebtheit und Verbreitung, da sie sich in vielen Bibliotheken des
In- und Auslandes vorfinden. Mit hervorragenden Schriftstellern und
Schulmännern trat Ivo hierzu in Beziehungen ; leider liegen über diese
Verhältnisse keine Correspondenzen vor. wie denn auch die Vorreden
der Drucke diese Seite gar nicht berühren. Den Musikaliendruck,
Druck griechischer Bücher, der Liturgie pflegte Ivo nicht, die volks-
tümliche Literatur der Calender, Almanache. Prophezeihungen, Ader-
lassbücher, der populären Medicin und Hauskunde wie auch der Theo-
logie und Herausgabe älterer theologischer Schriften fand an Ivo keinen
Vertreter, wenn auch hier Manches verbraucht und verloren sein dürfte.
Die polemische Literatur pflegte Ivo nur in zweiter Linie, da er in
dem clericalen Mainz den localen Richtungen Rechnung tragen musste,
daher finden sich in seinem Verlage nur solche Schriften, welche An-
griffe der Katholiken gegen den Protestantismus enthalten, darunter
Erzeugnisse des Heiding und Pighius. Mehrfach druckte Ivo für den
Verleger Johann Haselberg von Reichenau. An der Herausgabe der
Schriften selbst, welche in seinem Verlage erschienen, scheint Ivo
keinerlei Antheil genommen zu haben, keine Vorrede oder Schlusswort
giebt davon Zeugniss , dass er hierbei thätig war, es geht durch den
ganzen Verlag ein nüchterner geschäftsmässiger Geist, der das Geld
hergab, aber Andere arbeiten Hess.
§ 3. Ivo Schoeffer als Buchdrucker und Pfleger
der Bücherillustration.
Grosse Wandlungen nahm Ivo Schoeffer in Bezug auf Type bei
Uebernahme des Geschäfts so wenig als während dessen Führung bis
zu seinem Tode vor. Die Typen Ivo's sind meistentheils die des
Johann Schoeffer. die alte Psaltertype von 1457 erscheint nicht mehr,
auch von den Missaltypen machte Ivo wenig Gebrauch, dagegen er-
scheint eine kleinere Schwabacher Type und mit Vorliebe die Theuer-
danktype. Ivo's Druckwerke sind im Allgemeinen treffliche Leistungen,
gut im Papier, gut gesetzt und gut gedruckt und können mit dem
Mittelgute der Zeit concurriren, erheben sich aber auch in vielen Fällen
über diese Stufe. Pergamentdrucke Ivo's Bind mir keine bekannt. Mit
Vorliebe wandte er Rothdruck für Titelblätter an, zog aber wie Johann
Schoeffer alle seine Druckermarken schwarz ab. Die Zahl der Drucke
ist aufs Jahr berechnet etwa- geringer als bei Johann Schoeffer, steht
auch hinter den Leistungen mancher Strassburger, Nürnberger, Cölner,
Augsburger und Baseler Presse zurück, weist aber eine immerhin
achtenswerthe Jahresthätigkeit auf, wobei zu beachten, dass Ivo den
hochgehenden Wogen der polemischen Literatur auf confessionellem
Gebiete gegenüber weder auf die katholische noch protestantische Seite
sich neigte und mit wenigen Ausnahmen Neutralität bewahrte, da ihm
eben dieses Verhältnisa nicht behagen oder nicht Gewinn bringen
mochte, er sicli dadurch aber in der Zahl seiner Verlagsartikel stark
verkürzte. Line Eigentümlichkeit Ivo's ist die geringe Zahl seiner
175
— 170 —
anonymen Drucke, da er meist seine Firma angiebt oder durch öfter
wiederkehrende Holzschnitte kenntlich machte. Beide Merkmale machen
die Bibliographie Ivo's sehr leicht und sicher feststellbar, zudem sicli
nur wenige Berührungen der Typenähnlichkeit in Betreff der Antiqua-
type mit Franz Behem zeigen , welche Unklarheiten lassen . wem der-
selben einige Drucke angehören.
Die Illustration der Verlagsartikel pflegte Ivo nach dem Ge-
schmacke der Zeit, die sich volksthümliche Schriften ohne diesen
, eisernen Bestand u nicht denken konnte, ebenfalls, bediente sich aber
nur der Arbeiten untergeordneterer Meister auf dem Gebiete des Holz-
und Metallschnitts hierfür. Er verwendete für die Ausgaben des Livins,
Caesar und Celsus die alten Holzstöcke früherer Auflagen, zeigte über-
haupt viel mehr conservativen Sinn für das Althergebrachte, als für
Neuschaffungen. Dazu kam, dass die Blüthezeit des Holzschnitts vorüber
war. Mehr Werth legte er auf seine Druckermarken, deren er eine
ziemliche Anzahl führte. Erwähnung verdienen eine Anzahl neue
Initialen in den Hof- und Untergerichtsordnungen sowie anderen Drucken
durch ihren künstlerischen Schnitt, Anderes z. B. die Illustrationen
zum Ovid Wickrams gehören zum Mittelgute, theilweise bieten sie kaum
leidliche Arbeiten dar.
§ 4. Ivo Schoeffers fernere Lebensschicksale, sein Tod
und die Fortsetzung des Geschäfts.
Aus dem Leben Ivo Schoeffers ist wenig bekannt. Im Jahre 1542
war er Mitglied des Stadtraths zu Mainz. Das Mainzer Rathsprotocoll
sagt hierüber: „Anno 1542, der zeit Jch Thoman Collen verwalthur
des Rathschreiber Ampts. Vnnd sind diser Zeit im Rath gewesen
Walther geringer, Hanss dreudell Bawmeister, Heinrich Bingenh<ini.
Johann Kraft, Heinrich von Karben Becker, Johann Kegel . die sechs
alten, Conrath Koeth der alt, Peter Walther Khürschner , Jolian
Queych zur Kronen. Veitin Neuper Wei>>gerber. Juo Scheffer Buch-
drucker vnd dem Gott genedig sin wolt AYolft* Raw . so vor diser zeit
in Gott verschiden, die sechs Jungen." ] ) Auch in einem amtlichen
A'erzeichnisse der städtischen Beamten kommt Ivo Schoeffer 1542 als
neuer Stadtrath vor. 2 )
Ivo Schoeffer lieferte im Jahre 1555 seinen letzten datirten
Druck und starb vor dem 23. September 1555. An letzterem Tage
nämlich ertheilte Kaiser Ferdinand dem Mainzer Buchdrucker Franz
Behem und dem Verleger Theobald Spengel ein Privileg für den
Druck der Reichstagsabschiede , welche früher Ivo Schoeffer ge-
druckt hatte. 3 ) Dadurch ward Behem privilegirter Buchdrucker des
Reichs und Kurerzkanzleramts und löste darin das Schoeffer'M-hc
1) Schaabll, 490. Ms in der Mainzer Stadtbibliothek.
2} Schaab II, 490 Note. Ms. ebendaselbst.
'S) Widmann, Franz Behem S. 12.
170
__ 177 —
Geschäft ab. Der Todestag Ivo Sckoeffers ist so wenig als dessen
Grabstätte bekannt. Der Ort des Todes ist jedenfalls Mainz und
die Grabstätte die St. Quintinspfarrkirche in Mainz, wohin der Hof
zum Humbrecht gehörte, oder die nahe Franziscanerkirche , wenn
auch nicht andere Kirchen ausgeschlossen sind. Keine Inschrift, keine
Stiftung in Mainz meldet von ihm. Es ist unbekannt, mit wem Ivo
verheirathet war, er erscheint nicht mit seiner Gattin in Urkunden,
ebenso ist die Angabe Schaabs, Ivo sei kinderlos gestorben, mit keiner
Urkunde belegt. l ) Diese Behauptung hat jedoch viel Wahrscheinliches
für sich. Das Geschäft führte die Wittwe weiter und bediente sich
als Leiter desselben des Mainzer Buchdruckers Georg Wagner. Dieser
in seinen Lebensverhältnissen ganz und gar unbekannte Mann war
selbständiger Buchdrucker und hatte 1552 die : Epistolarum familiarium
M. T. Ciceronis libri XVI, ex eloquentissimorum Oratorum castiga-
tionibus recogniti, multo etiam quam antehac a mendis curiosius re-
purgati etc. Moguntiae excudebat Georgius Vuagnerus Anno M . D . LH.
1) Verwirrung in der Genealogie der Mainzer Buchdrucker- Familie
Schoeffer könnte eine gleichnamige Mainzer Familie erregen. Als Glieder
derselben nenne ich: Else Scheffern in einer Klagesache gegen Katharine
Unt erkauf erin auf dem Leichhofe wegen Ankauf eines Mantels durch Erstere
1510 im Mainzer Rathsprotocoll Blatt 63 Rückseite und 71 Vorseite vorkom-
mend (Mainz Stadtbibliothek). In der Mainzer Stadtaufhahme 159 t kommt
eine Kammerschreiberin Victor Schoeffer selig Wittwe bei Wetter, kritische
Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst S. :<93 Note vor. Eine Glocke
zu St. Christoph in Mainz trug die Inschrift : Als . M . tzalt Vienfzehn Hundert
neunzig sechsx jähr diss ... K . ioraten waren Jackop Schmeltz keller in
S. Martens bürg Johan Reding Rathschreiber, Bernhardt Dilman, Chaspar
Erbes, Hans Schortman, Alb an Scheffer, Hans Egelsderfer, Jackop Bart,
Hans Huet, Henrich Everbach. (Severus, parochiae Moguntinae. S. 177.) Das
Mainzer Rathsprotocoll Ms. folio 317 nennt zu 1637 unter den Rathsherren
der Stadt Mainz den Jacob Schöffer, ebenso Blatt 482 zu 1641 den Nämlichen.
(Mainz Stadtbibliothek.)
Es gab auch eine Rheingauer Familie Schoeffer oder Schäfer. 1526
kommt Johann Scheffer aus Oestnch im Rheingau als Theilnehmer am Bauern-
aufstände vor. (Annalen des Vereins für Nassauisehe Alterthumskunde VI 11.
S. (12.) Ein Bruder desselben scheint Peter Schoeffer, Vater des Nachstehenden
gewesen zu sein. Das Rheingauer oberaintsbueh Ms. sagt: Anno 1 (1550)
Dinstags nach Innocentum haben Peter Schoeffer von Oestrich, framels Jacob
von Winckcl vnd Wollt* von Mittelheün alhie an Clesen Bender von Erbach,
so zwen harn dorres holt/, in vnser Landts Still mit erlauben gehauen, abtrag
vndt phandung deshalb begert, ists inen ausvrsach, wie gemelt, abgeschlagen,
vinlt haben sieh dieselben Ampts gesandten vnther anderm hören lassen:
Wu im Oberampt haben so woil recht vndt macht darin zu rügen als sie im
Mittelampt. (Stadtarchiv Eltville a. Rhein.) Dieser Rheingauer Familie gehört
auch jener Eberbacher Mönch und Chronist Johann Sehefer an, der 1631
starb. (Roth, fontes rerum Nassoiearuni 1, ,'j. S. VIII.) Sein (Jrossvater hiess
nach dessen Angabe Peter, v. d. Linde, Buchdruckerkunst I, S51 macht ihn
zum Nachkommen Peter SchoetVers zu Mainz. Wenn auch in dieser Rhein-
gauer Familie die Vornamen Peter und Johann wie in der Familie Peter Schoef-
l'ers zu Mainz vorkommen, ist ein Zusammenhang mit dieser Familie vorerst
nicht aachweisbar.
177
Beiheft o. 12
— 178 —
in Octavo geliefert. 1 ) Wagners sonstige Druckthätigkeit ist so wenig
als dessen Herkunft bekannt. Er druckte für Ivo Schoeffers selig
Erben fort bis 1559 und lieferte in diesem Jahre den letzten bekannten
Druck. Ivo's Wittwe heirathete in der Folge den Philipp Kölches
von Schweppenhausen, aus Schweppenhausen gebürtig, Doctor beider
Rechte und späterhin kurfürstlich Mainzer Hofgerichtsassessor. Kölches
besass 1568 den Druckhof zum Humbrecht in der Schustergasse. Die
Stadtaufnahme von 1568 sagt unter Nummer 1003: „Das Haus zum
Druckhoff genant, mit seinem Begriff, Hof und Garten,* dem Barfüsser-
Kloster über. Ist weiland Herrn Ivo Schöffers seligen Hinterlassner,
jetzo des Herrn D. Philips Schweppenhausen Hausfrau eigen, bewohnt
der Ehrwürdige hochgelehrte Herr Johann Wahinger der Arzney
doctor." 2 ) Eine spätere Stadtaufnahme o. D. sagt unter Nummer 1003:
„Dass Hauss im Truckhoiff gnandt mitt seinem begrieff hoff vnd
gartten gegen dem Barfuesser Cloister vbcr ist ytzo dem Gerhardt
Kberscheim Bawmeysters" und unter Nummer 1004: „ Ahm Truckhoiff
oder Truckhauss gegen dem Barfuesser Cloister vbcr seindt drej ('nunc,
so der zue gehören, Den einen Georg Lautter Dreer, den Andern Symon
Rüdiger Buchbinder, den dritten Ilanss Mader Schuehmacher inhabendte."
Ob 1568 noch eine Druckerei in dem Banse bestand, ist nicht erwähnt,
auch wenig wahrscheinlich. Was Schaab 3 ) über die Vererbung der
Druckerei an Balthasar Lipp 4 ) vorbringt, entbehrt aller urkundlichen
Begründung, jedenfalls handelte es sieh bei diesem [Jebergang nicht
um eine Fortsetzung. Mindern eine Neubegrtindung der alten Hot- und
Universitätsbuchdruckerei. Wohin Ivo*s Dmckgeräthe kam. Bteht nicht
fest. Theodosius Rihel und Samuel Lmmel zu Strassburg hatten von
Ivo's Erben um einen bedeutenden aber ungenannten Betrag das Recht,
den Livius zu drucken, erworben, worüber es zwischen diesen und
Sigmund Feyerabend zu Frankfurt a. M. 1571 — 1572 zu einem Nach-
druckprocesse kam. 5 )
i) Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 195.
2) Schaab II, S. 118— IM».
3) Schaab IL 431.
4) Balthasar Lipp aus Seck (in Nassau» ward am 12. November 1590
Bürger zu Frankfurt a. M., wo er sich als Buchdrucker niederliess, seit dieser
Zeit für Sigmund Feyerabends Erben in Frankfurt druckte, sich in Mainz
niederliess, eine Druckerei errichtete und auch zwei Pressen in Aschaffen-
burg hatte. Er starb um 1623, sein Nachlassinventar ist von diesem Jahre.
(Schaab III, 432, v. der Linde, Nassauer Drucke S. 504 — 505, Pallmann im
Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. VII (1881) S. 91
und Note 159.)
5) Theodosius Rihel und Samuel Einmel hatten auf den Livius von
Kaiser Maximilian IL am 22. März 1571 ein Privileg auf acht Jahre gegen
Ablieferung von fünf Exemplaren an den kaiserlichen ßeichshofratfa erhalten.
In diese Zeit inuss auch der Verkauf des Druckrechts fallen. Pallmann im
Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. VII. 43.
178
— 179 —
§ 5. Die Druckermarken Ivo Schoeffers.
Dieselben sind zahlreich und mannigfaltigen Schnitts.
1. Die Druckermarke Johann Schoefiers (Schäfer am Baume mit
Schafen, Wappenschild Schoeffers am Baume, oben I S verschlungen),
abgebildet in Butsch, Bücherornamentik Tafel 81. Dibdin, bibliogra-
phical Decameron II, 13.
2. Lange grosse Druckermarke, abgebildet in Würdtwein, biblio-
theca Moguntina, Tafel zu S. 172 n. 1. — Marchand, histoire de l'im-
primerie S. 49. — v. d. Linde, Geschichte der Erfindung der Buch-
druckerkunst I, 48 aber III, 969 fälschlich dem Peter Schoeffer 1541
Venedig zugeschrieben. Diese Druckermarke kommt fast ausschliess-
lich in Drucken grösseren Formats, selten in Octavbänden vor. Die
Darstellung ist ein sitzender Schäfer mit Schafen nebst Wappen (Winkel-
haken und zwei Sterne nebst Rose) oben I S.
3. Lange kleine Druckermarke, abgebildet in Würdtwein, biblio-
theca Moguntina Tafel zu S. 171. Gleiche Darstellung wie vorige, aber
in den Einzelheiten kleiner.
4. Grosse Querdruckermarke, zwei blasende Schäfer mit Wappen
wie oben und dem Monogramme I S oben, abgebildet in Würdtwein,
bibliotheca Moguntina Tafel zu 172 n. IL
5. Kleine Querdruckermarke, gleiche Darstellung wie Nummer 4,
aber kleiner in den Einzelheiten. Vielfach in Octavbänden verwendet.
6. Grosse spitze Druckermarke. Wappen mit I. 8. unten, abge-
bildet in Würdtwein, bibliotheca Moguntina Tafel zu 172 n. III.
7. Kleine spitze Druckermarke, gleiche Darstellung wie vorige,
aber kleiner in den Einzelheiten. In kleinen Formaten vorkommend.
Die Maiken 2 — 7 scheinen von einem Formschneider herzu-
rühren, alle enthalten die allegorische Anspielung Schäfer = Schöffer.
I7fl
Die Druckwerke Ivo Sclioefters.
I. Datirte Drucke.
1531.
1. De Vitalis de | Fvrno olim cardinalis, archiatri | vt insignis,
ita et peritiss . pro con- | servanda sanitate, tvendaqve | prospera vale-
tvdine, ad | totivs hvmani cor - | poris morbos | et aegri - | tvdines, sa-
Ivtarivm remediorvm, cv- | rationvmque Über vtiliss . iam - | primum
in stvdiosorvni | vtilitatem et 1 ) tene- | bris ervtvs, | et a sitv | qvan -
tvm licvit, | vindica - | tvs . | 2 ) Herum & uerborum in | eundem Index .
Mogvntiae 3 ) Anno | M . J) . XXXI . | Cum gratia & priuilegio Caesareo .
Rückseite leer.
Am Ende: Mogvntiae apvd Jvonem Schoeffer 4 ) | (ä cuius proauo
Joanne Faust, chalchographice olim in | urbe Moguntiaea primum, nee
usquäm alibi, | inuenta, exercitaqz est) mense Augusto . | Anno M . 1) .
XXXI . |
Grossquarto, 9 + 1 (leeres) Blätter -f 271 Seiten. 5 )
Berlin kön. Bibliothek (J d 2650), Wernigerode fürstl. Stolber-
gische Bibl.
Panzer, annales VII, S. 420 n. 93. — Würdtwein, bibliotheca Mo-
guntina S. 162 nach Exemplar der Frankfurter Dombibliothek. — - Schaab,
Geschichte der Erfindung- der Buchdruckerkunst I, 583 — 584 n. 202.
— Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Jacobs und Ukert,
Beiträge I, 366.
2. DJe Lehenrecht ver | teütscht : auch in eyn ne = | we vnd
richtige ord | nung der titel ge | satzt: vnd züsa = | men bracht etc.
Am Ende: Getruckt zu Meyntz durch Jvonem Schöffer, Im jar
M . D . XXXj . den XXViii tag des Ängste. e )
Kleinquarto, zweite Ausgabe, die erste erschien 1530 bei Jo-
hann Schoeffer. 7 )
1) Wohl: ex zu lesen.
2) Bis dahin scheinen Majuskeln zu stellen.
3) Wohl desgleichen.
4) Wohl Majuskeln.
5) Mittheilung aus Berlin in obiger Form.
6) Die Schlussschrift Mittheilung aus Wien.
7) Würdtwein, bibl. S. 160. Eine weitere Auf läge ist: Das Lehenrecht
verdeutscht. Mit erklerung vnd Ausslegung etlicher lateinischer vnd Walscher
worten, welche nit füglich ins deutsch haben verändert mögen werden. Worinbs
truckts Sebastian Wagner 1541. folio. Murr, memorabilia bibliothec. Norim-
berg. II, S. 257 n. 71.
180
— 181 —
Wien k. k. Hofbibliothek, Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 58 n. 104.
3. Friderici Nauseae de praecipuo huius anni post Christum na-
tura M . D . XXVIII . apud Moguntiam terrae motu Responsum. ') Ad
pientissimum Viennensem Episcopum D. Joann. Fabrum &c. Moguntiae
per Ivonem Schoeffer MDXXXI.
Quarto, acht Blätter.
Würdtwein, bibl. S. 162 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
Schaab I, S. 584 n. 203. — v. d. Haardt, hist. reformat. III, 203. —
Panzer, annal. VII, 420 n. 94. — Metzner, Nausea S. 38. — Schunk.
Beiträge zur Mainzer Geschichte III, S. 145.
1532.
4. DJe vier bücher Sexti | Julij Frontini des | Cösularischen
maus | von den guten Räthen vnd Rit= | terlichen anschlegen der
guten hauptleut . | Lindenblättchen | Onexander von den Kriegsshand*
hingen vnd Räthen der hocherfarn guten | hauptleut, | sampt jren zü-
geordenten . | Lindenblättchen | Die lere so Keyser Maximilian iü seiner
ersten | jugent gemacht vnnd durch eyn trefflichen erfarn | man seiner
kriegssräth jm zügestelt ist . | Register am endt des büchs , alles inhalts
in | Frontino vnd Onexandro begriffen . |
Blatt 52 Vorseite am Ende: Gedruckt zu Meyntz bei Iuo Schöffer
im jar | nach der geburt Christi vnsers herrn . M . D . xxxij . | Am
sechtzehensten tag des Mertzen . |
Quarto zu Quaternionen A — N, 52 Blätter II — LI foliirt, das
erste und letzte unbezeichnet , Blatt 52 Rückseite leer, der Frontinus
Blatt II — XXVIIL hat 31 Holzschnitte, der Onexander reicht von Blatt
XXIX — XLV 1 , die Lehre von Blatt XLV V — LF, dann zwei Seiten:
Zeyger der Capitel . | 2 )
1) Eine andere Ausgabe ist: Friderici Nausee Blanci= | campiani, De
precipuo huius Anni | post Cliristnni natum . M . D . | XXviij . Apud Molim-
in i terre Motu | Responsum. | Mathei XXI1I1 . Marci XIII . Luce XXI. |
Et erunt terre motus per loca et fames, inicia dolorum . | Mit reicher Ein-
fassung in Holzschnitt, oben der Liegende Adam, unten ebenso Eva . I Rück-
seite Widmung des Nausea an Laurentius Truchsess von Bomersfelden Dom-
decan zu .Main/. Moguntiae Septimo die Februarii 1528.
Am Ende: Impressum Herbipoli, per I Balthazareni Müller. | + | Rück-
seite leer. 0. J. Quarto, 6 gez. Blätter. Main/. Stadtbibliothek. Jedenfalls
Nachdruck der Mainzer Ausgabe. Nausea gab diese Schrift nochmals in seinen
libri mirabilium Septem. Cöln Quentel 1532 als siebentes Buch derselben
heraus. Eine weitere Ausgabe besorgte M. Freher in seinen (icrmanicaruin
reriun Bcriptores III, 25!) f. Eine deutsche Uebersetzung der Schrift Nansea s
erschien L582 München, A. Berg.
2) Mittheilung ans Wien k. Hofbibliothek und Bonn U. Bibl. Nach
Schaab soll die Lehre von Melchior Pfinzing Verfasser des Theuerdanks und
Probst von St. Victor bei Mainz (f 1535) verfasst sein.
181
— 182 —
Wien k. k. Hof bibliothek , Bonn Univ.-Bibl. , Gotha herz. Bibl.,
Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 163 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
Ebert, allgem. bibliograph. Lexicon 636. — Schaab I, 584 n. 205. —
Degen, Literatur der Uebersetzungen der Römer I, 148. — Jacobs und
Ukert, Beiträge I, 366 — 367. — Murr, memorabilia bibliothecarum
Norimberg. II, 254 n. 49. — Goedeke, Grundriss I, 147, 290.
5. Campanus, J. Ant. De ingratitudine fugienda ad Pandulfum
Balionium libri III . Ejusdem oratio de scientiarum laudibus . Ejusdem
libellus de dignitate et l ) fructu matrimonij . Moguntiae Ivo Schoeffer 1532.
Duodez.
Quelle: Unbekannt.
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 10. — Marchand, histoire
de l'imprimerie S. 30. — v. Zahn und Jaensch Dresden, Versteigerungs-
catalog Sammlung Klemm 1889 8. 23 n. 375. — Ueber den Wieder-
täufer Johannes Campanus vgl. Keller, Wiedertäufer S. 84 — 85.
6. Caij Julij Cesaris des grossmechtigen ersten Römischen Keysers
Historien vom Gallier vnd der Römer Burgerische Krieg: so er selbst
beschriben: vn durch sondere grosse manheyt seiner ritterlichen tugent
gefüret hat. Dem rechten waren Latein nach von newen besichtiget,
an viln orten gebessert, auch so vormals aussgelassen, wider hinzu
gethan. 1532. Auf der Rückseite Holzschnitt: Caesar zu Pferde mit
Krone. Blatt 2 Vorseite ein Gedicht: Julius Cesar bin ichs genannt |
Durch sondere manheyt weit bekannt etc. Am Ende: Mein Bücher
zu latein schrib ich | Philesius hat geteutschet mich . j Auf der Rück-
seite Holzschnitt: Caesars Ermordung.
Blatt 3 beginnt mit Signatur aaiij — ddvi a : Das leben C. Julij
Cesaris nach Beschreibung des Hochberumpten Griechischen lerers
Plutarchi Cheronensis. |
Blatt ddvj b — eeij b : Eyn zanck Hannibalis: Alexandri: vnd Sci-
pionis welcher vnder denen der fürtreffelichst hauptmaii sei gewest,
auch zu letst von Jülio Cesare etc.
Blatt eeiij a : Auffopfferung dises Buchs: Zu lob vnd ehr Römi-
scher K. Maiestat, dem aller durchleuchtigsten Fürsten vnd herrn
Herrn Maximiliano etc. — Geben zu Strassburgk inn dem M . D . und
Vij . jar . |
Blatt eeiij v : Was historia sei: auch von deren frucht vnnd er-
götzlicheyt.
Blatt ee iiij — ff iiii a Register.
Blatt ffiiij v — ff vi 1 ' alphabetisches Verzeichniss der Eigennamen,
ffvi v leer.
Blatt CLXVF : End des Hispanischen kriegs . | Hierauf das Signet
und die Schlussschrift: Getruckt zu Meyntz durch Juonem Schöf- j fer,
) Ob atque?
182
— 183 —
im jar nacli der geburt Christi vnsers herrn | Tausent fünffhundert,
vnnd | zwey vnd dreissigsten | im Julio . | Rückseite leer.
Folio, 202 Blätter, davon 36 mit Foliirung aa— ff (zu Sexternen),
I— CLXVI Blatt A — Z (ohne W) und a — c zu Sexternen, d mit 4
Blätter und e mit 6 Blätter. Mit mehr als hundert blattgrossen und
halbblattgrossen Holzschnitten der Schule H. S. Behams. ] )
Wien k. k. Hofbibliothek (Titel fehlt, Blatt 2 (aaii) sehr be-
schädigt), Gotha herz. Bibl.. Aschaffenburg kön. Hofbibl.
Zweite Mainzer Auflage, dritte Auflage der Uebersetzung Caesars.
Schaab I, 586 n. 212. — Graesse, tresor s. v. nach Catalog Weigel
3i/ 2 Thaler. — Jacobs und Ukert Beiträge I, 367. — Catalog A. Cohn-
Berlin 184, S. 14 n. 84. Preis 75 M. — Merkel. Verzeichniss höchst
seltener Incunabeln in Aschaffenburg S. 18. — Ebert, allgemeines biblio-
graphisches Lexicon n. 3307. — Goedeke, Grundriss I. 140.
7. ABschiedt des Rei = | chsstags zu Regen | spurg Anno M . D .
xxxij . | gehalten . | Reformation des keyser = | liehen Cammergerichts,
durch Römischer | keyserlicher Maiestatt, auch Chür = | fürsten, Fürsten
vil gemeyner Reis j chstende Cömissarien vnd rethe, | zu Speier im
eyn vnnd | dreissigsten iar auff= j gericht . |
Mit dem Specialtitel : REformation des Key | serliehen Cammer-
gerichts | durch Römischer KeyserlU | eher Maiestatt: auch Chür= |
fürsten: Fürsten vnnd ge= | meyner Reichstende Com | missarien vnd
rethe : zu | Speier im eyn vnnd | dreissigsten jar | autfgericht . | Cum
gratia et priuilegio Imperiali . | Rückseite leer.
Am Ende: Getruckt zu Meyncz durch Juonein | Schöffer. im jar
fünfftzehenhundert | vnd zwey vnd dreissigsten . | Druckermarke Johann
Schoeffers (Schäfer am Baume). Rückseite leer.
Folio, der Abschied hat 18, die Kammergerichtsordnung 10 n.
gez. Blätter.
Der Abschied in Sammlung Klemm Leipzig, die Ordnung in Mainz
Stadtbibl. (a 153), beide Stücke in Wernigerode, fürstlich Stolbergische
Bibliothek.
Schaab I, 585 n. 206 und 207. — Klemm Catalog S. 59 n. 105.
— v. Zahn und Jaensch Versteigerungscatalog Sammlung Klemm n. 1097
(Reformation allein). — Murr, memorabilia bibliothecarum Norimberg. II,
233. — Hirsch, millenar. IV, 647.
8. Aymarus Rivallins, Civilis historiae juris sive in XII. tab. leges
commentariorum libri V. historiae item juris pontificii über singularis.
Moguntiae Ivo Schoeffer 1532.
Octavo. Mit Titeleinfassung.
Quelle: Unbekannt.
Panzer XI, 467, 98 b . — v. Zahn und Jaensch. Yersteigerungs-
catalog Sammlung Klemm n. 1129.
1) Mittheilung aus Wieu.
183
— 184 —
8a. VON DEN WELSCHEN PURPPELN . | Wie die ritterbrüder
des purpel sehen ordens mit | grossen schlachten und stürmen ir ritter-
schafft erhaltent, auch | an welchen orten und enden sie die selbigen
erlangest, und | worauss der grossmechtig purpelsch orden entsprungen
und her- | kommen ist, zu nutz und wolfart allen brüdern dises
ordens, | ist diss büchlyn gemacht, durch Johann Haselbergk, welcher
vil schlachten in disem orden widern Frantzosen erhalten 2c | L533 .
Des künigs von Franckreychs herolt | Verkündigt jedem seinen solt .
Holzschnitt: Herold | Cum gratia et privilegio . C . M . |
Am Ende Blatt 9 : Getruckt zu Meyntz durch Ivo Schöffer, in
kosten unnd namen des erbern Johann Haselberg von Reichenow , im
jar fünfftzehenhundert und drei und dreissigsten.
Quarto, 9 Blätter.
Verfasser ist der Verleger Johann Haselberg von Reichenau.
München Hofbibliothek, Augsburg Stadtbibliothek (zweimal, beide
defect).
Weller, E., Dichtungen des XVI. Jahrhunderts in Bibliothek des
literarischen Vereins in Stuttgart CXIX (1874) S. 94—105 (Neudruck).
1533.
9. Des Allerdurchleuchtigsten grosmechtigsten vnüberwindtliclistcn
keyser Karls des fünften: vnnd des heyligen Römischen Reichs pein-
lich Gerichts Ordnung, auff den Reichsstägen zu Augspurgk vnd Regens-
purgk inn jaren dreissig vnd zwey vnd dreissig gehalten, auffgericht
vnd beschlossen. Holzschnitt, Richtplatz nebst Zugehör, der Verbrecher
auf dem Gange zur Richtstätte, in zwei Stöcken, wie öfter in Schoeffers
Drucken. Cum gratia et privilegio Imperiali. Auf der Rückseite Druck-
privileg Kaiser Karls V.: Regensburg am letzten Tage des Monats
July 1532.
Am Ende: Getruckt zu Meyntz bey Iuo Schoeffer, als man zalt
nach der geburt Christi vnsers herrn, M . D . XXXIII . jar imm monat
Hornung. *) Druckermarke.
Folio. Erste Auflage der Carolina.
Wernigerode, fürstlich Stolbergische Bibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 165 nach Exemplar des Klosters St. Jacob
bei Mainz. — SchaabI, 587 n. 213. — Neudruck in .). Chr. Koch,
Carls V. peinliche Gerichtsordnung nach der Ausgabe von 1533.
Giessen 1781. Octavo. — Murr, memorabilia bibliothec. Norimberg. II,
234. — Hirsch, millenar. III, 460. — Malblanc, Geschichte der pein-
lichen Gerichts - Ordnung Kaiser Karls V. Nürnberg 1783. Octavo.
S. 200.
1) Böhmer, meditationes ad constitutionem crhninaleui Caroli V. S. 9
kannte eine Auflage 1533: Gedruckt in der churfürsrlichen Stadt Mayntz
durch Iuonem SchoerTer. Folio, vgl. Murr, memorabilia bibliothecarum Norim-
berg. II, S. 234.
184
— 185 -
10. Titi Liuij dess | aller redtsprechstcn vnnd hochbe* | rümptsten
geschieht Schreibers: Rö~ | mische Historien mit etlichen newen trans-
lacion ausz dem | Latein, so kurtz verschinen jaren zu Meyntz ifri
hohen | Thümbstifft, sampt nun dem vierdten theyl der Römischen
Historien auss | fünff Lateinischen büchern Liuij , jetzt newlich ini
Closter (Lorss genant) | erfunden, gemeynem nutz zu gut hie zügethon,
im M . D . xxxiij . jar ver- | teutscht, zwey durch Nicolaum Carbachium,
die ander drei durch Ja- | cobum Micyllum. Vnd dem rechten Latein
nach jetzundt mit gan = | tzem fleiss (wo, vnd souil es von nöten gewest)
besichtigt, gebessert | vnd gemert worden. Weliche allen Rittermessige,
gewaltigen, | regierern der landt vnd stett. so sich iü tugent, maiiheyt |
oder ritterlichen thatten vnderstehn zu üben, nit ] alleyn zu lesen
lustig, sonder jnen, auch ey = | nem jeden mensche gemeynes standts |
vast nützlich vnnd zu wissen | noth seindt . | Gedruckt zu Meyntz
durch Iuonem Schöffer | mit Key serlicher freiheyt. Im jar M . D .
XXXiij . | Rückseite leer.
Specialtitel Blatt XCIII mit Titeleinfassung ohne Folionummer:
Das an* | der theyl I der Römi | sehen Hi- | storien . | Rückseite
bedruckt.
Specialtitel Blatt CXCIX mit Titeleinfassung ohne Folionummer:
Das dritt | theyl der | Römisch - | en Histo = i rien . Rückseite bedruckt.
Specialtitel Blatt CCCCLI mit Titeleinfassung ohne Folionummer :
Das vierdt teyl | der Römischen historien, | auss fünff büchern Titi Liuij
jm la | tein newlich erfunden, vnd im M . | D . xxxiii . jar verteutscht.
zwey | durch Nicolaum Carbachi = | um, die ander drei durch | Jacobum
Mi- | cyllum . | Rückseite leer. Die Einfassungen aus einzelnen Holz-
stöcken zusammengesetzt, sind unter sich verschieden. Der Specialtitel
von Theil IV ist wohl deshalb allein nicht auf der Rückseite bedruckt,
um als selbständiges Ganze den Besitzern früherer Auflagen einzeln
verkäuflich zu sein.
Folio , 14 n. gez. Blätter Titel und Register + CCCCCXLV gez.
Blätter grösstenteils mit den Holzschnitten der Mainzer Auflage 1523,
im Ganzen 284. Vierte Mainzer Auflage. l )
Nach Würdtwein bibl. S. 165 hatte ein Exemplar im Mainzer Dom
folgende Schlnssschrift : Gedruckt inn der löblichen und churfürstlichen
statt Meyntz durch Ivonem Schoeffer. Vollendet am XXVIII. tag des
Monats Martii als man zalt nach der Geburt unsere lieben herren Jesu
Christi M . D . XXXIII . Jar. Druckermarke Johann Schoeffers. Dieses
Blatt fehlt in dem Mainzer Exemplar.
1) Die vielen Auflagen des Livius deutsch erklären sieh ans der Be-
liebtheit der Lesung dieses Buchs bei dein von dem Humanismus ebenfalls
wenn auch in seiner Weise beeiuflussten Bürgerstand und Adel. 1525 machte
der Rath zu Strassburg in den neu errichteten „Lehrhäuser" das neue Testa-
ment und den deutschen Livius zum Gegenstände des Unterrichts (Lorenz
und Scherer, Geschichte des Elsasses (1871) 1, 193 und fand hierin jedenfalls
anderwärts Nachahmung.
185
— 186 —
Mainz Stadtbibliothek (a 173), die Widmung an Kaiser Max I.
fehlt (Blatt 2), Sammlung Klemm Leipzig.
Würdtwein bibl. S. 165 nach Exemplar im Mainzer Dom. —
Klemm, Catalog S. 60 n. 108. — Schaab I, S. 588 n. 214. — Catalog
Rosenthal München 65 n. 684. Preis 50 Mk. ! ) — Goedeke, Grund-
riss I, 289.
11. Römischer keyser= | lieber Maiestat vnd gemey = ] ner Stende
des heylige Reichs Ordnung | auff jüngst gehalten Reichsztagen gemacht,
wie es in | Sachen vnsers heyligen Christlichen glauben vn | religion
betreffen, in dem heyligen Reich | vnd besonder teutscher Nation bisz
auff nechst künfftig gemeyn | Concilium soll gehal | ten werden . | Mainz
Ivo Schoeffer 1533.
Quarto, 8 Blätter, Blatt 7 ein Passus über das Censurgesetz.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 60 n. 109.
12. VOn den übertreffe | lichisten vn berümptisten fraw | en,
zwölff in der gemeynd, vnd zwölff iii sunderheyt ge= | zeit, sampt
jren rümlichen thatten, mit vil lobwirdigen | vnd schönen historien, von
welchen Eusebius, Plutar = | chus vnnd andere etc. in jren historien
gedechtnuss | thün, welchs büchlein bissher verdunckelt gehalten |
worden, Vnnd aber durch den hochachtbaren | Herren Johann Pfeiffel-
maii Würtzburg- | ischen Secretario x~c. auss de Latein | iii Teutsch
transferiert, vnnd | fürter durch Johaii Ha * | selberg, dem gemey | nen
nütz zu | gut an das liecht bracht, | vnd inn Druck verordnet . | 1533 . |
Cum gratia et priuilegio C . M . | Blatt 32 Vorseite die Schlussschrift:
Getruckt zu Meyntz durch Juo | Schöffer, iii kosten vnnd namen des
er* | bern JohaTi Haselberg von Rei^ | chenow, im jar fünfftzehen= |
hundert vnd drei vnd | dreissigsten . | 2 )
Kleinquarto, 32 n. gez. Blätter (A — H in Quaternen), auf dem
vorletzten Blatt Holzschnitt (ob Druckermarke?).
Wien k. k. Hof bibliothek, Leipzig Sammlung Klemm, Wernigerode
fürstl. Stolbergische Bibl.
Würdtwein, bibl. S. 165 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
Klemm, Catalog S. 59 n. 106. — Schaab I, 589 n. 216.
13. DEs allerdurchleuchtig ~ | sten grossmechtigste vn^ | über-
windtlichsten Key* | sei* Karls des fünfften: vnd des | heyligen Rö^
mischen Reichs peinlich gerichts ord= | nung, auff den Reichsztagen
zu Augspurgk | vnd Regenspurgk iii jaren dreissig, vii | zwey vnd
1) Grynaeus hatte zu Lorsch a. d. Bergstrasse die Bücher 41 - 45 des
Livius gefunden und bei Froben in Basel 153« i herausgegeben. Carbach über-
setzte die Bücher 41 und 42, Jacob Micyllus in Frankfurt a. M. die Bücher
43 bis 45. Diese Uebersetzung ist obige Ausgabe, cf. Centralblatt f. Bibl. IV
(1887) S. 220.
2) Mittheilung aus Wien.
186
— 187 —
drcissig gehalten, auff * | gerickt vnd beschlossen . j Holzschnitt in zwei
Abtheilungen , Richtstätte und Verbrecher auf dem Gange zur Hin-
richtung, wie öfter. | Cum gratia et priuilegio Imperiali. | Rückseite
Druckprivileg Kaiser Karls V.
Am Ende Vorseite von Blatt XLII : Gedruckt zu Meyntz bei Iuo |
Schötfer, als man zalt nach der geburt | Christi vnsers herren, M . D .
xxxiij . jar, | aufF den sechtzehenden tag des | Augstmonats . | Drucker-
marke Johann Schoeffers. Rückseite leer.
Folio, 6 n. gez. Blätter -f XLII gez. Blätter.
Mainz Stadtbibliothek (a 144 und nochmals).
14. Aymarus Rivallius Alobrog . Civilis historiae juris sive in
XII tab. legum commentariorum libri V. Moguntiae apud Ivonem
Schoeffer Mense Augusto 1533. Vierte Mainzer Auflage, zweite Ivo
Schoeffers.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Panzer, annales XI, 467. — Marchand, histoire de Timprimerie
S. 50. — Schaab I, 590 n. 217.
1534.
15. Aesopi | Phrygis et aliorvm | Fabulae . quarum interpretes
atqz | autores in sequenti pagina | uidere licet . | Index omnes fabv= |
las indicans . | Mogvntiae Anno | M . D . XXXIIII . |
Am Ende : Mogvntiae apvd Ivo = | nem Schoetfer men s | se Martio,
Anno | post nntvm | Christvm | M . D . XXXIIII . | Rückseite dieses
Blattes leer. l )
Octavo, 10 Blätter + 220 Seiten -f 2 Blätter, auf der Vorseite
des ersten die Schlussschrift , auf der Rückseite des letzten die
Druckermarke.
Berlin kön. Bibliothek (B Dz 2478).
Würdtwein bibl. S. 167 nach Exemplar der Dominicaner zu Frank-
furt. — Panzer, annal. VII, 420 n. 99. — Schaab I, 590 n. 218.
16. Vndergericlits Ordnung | des Ertzstiffits Meyntz: | in welcher
gantz fleissig angezeygt, wie vnd welch = | er gestalt an allen vnd
jeden obgemelts Ertzstirfts | auch andern Vndergerichten in recht ge-
handelt, | vnd procedirt werden soll vnd mag, Schal« | theyssen, Schotten.
Richtern, vn andern, | so an Gerichten züliandeln haben, | vast dienlicli
vfi behilft'lich, jetzt | ncwlich gemevnem nutz zu | gut gemacht, geor= |
dent vnd auffgericht . M . D . XXXIIII . |
Am Ende Rückseite des letzten Blatts: Gedruckt zu Meyntz
durch | Iuonem Schöffer, als man zalt | nach der geburt Christi vnsers
1) Mittheilung aus Berlin. Titel und Schlussschrift theilweise wohl in
Majuskeln.
187
— 188 —
herren, | M . D . xxxiiii . jar, volendet | an dem drei vnd zwentzigsten |
tag des Meyen . |
Folio, 35 gez. Blätter mit leerem Schlussblatt (Signatur Aij — Jiij),
mit prächtigem Initial W Blatt 2 Vorseite wie in den andern Ausgaben.
Erste Auflage.
Mainz Stadtbibliothek (ohne Titel, Sammlung der kurfürstlichen
Verordnungen Band II) , Gotha herzogliche Bibliothek, Leipzig Samm-
lung Klemm.
Jacobs und Ukert, Beiträge I, 367. — Klemm, Catalog S. 61 n. 110.
— Archiv für hessische Geschichte II, 495. — Der Text der Unter-
gerichtsordnung abgedruckt in May, Kurfürst Albrecht IL v. Mainz II,
505. — Murr, memorabilia bibliothecarum Norimbergensium II, 256 n. 64.
17. Keyser Karls des fünften vnd des heiligen Römischen reichs
peinlich gerichts Ordnung etc. Holzschnitt wie in frühern Auflagen.
Cum gratia et privilegio Imperiali.
Am Ende : Gedruckt zu Meyntz bey Ivo Schöffer. M .
D . xxxiiij jar . 18 tag des Brachmonats. Druckermarke.
Folio, 5 n. gez. Blätter Vorrede und Register + xxxix gez. Blätter.
Gotha herzogliche Bibliothek, Darmstadt Hofbibliothek.
Jacobs und Ukert, Beiträge I, 368 n. 64. — Walther, neue Bei-
träge zur Kenntniss der Hofbibliothek zu Darmstadt S. 59 n. 203 (macht
falscher Weise das Buch zur Halsgerichtsordnung). — Weigel 21917.
18. Lindenblättchen VALERII | MAXIMI FACTORVM DI, |
CTORVMQVE MEMO = | RABILIVM LIBRI | NOVEM . | Index rerum
et uerborum insignium | in eundem copiosus . | Kleine lange Drucker-
marke. | MOGVNTIAE ANNO | M . D . XXXIIII . | Rückseite gedruck-
tes Leben des Valerius Maximus.
Am Ende Seite 543 : MOGVNTIAE APVD IVONEM | SCHOEF-
FER MENSE SEPTEM | BRI . ANNO CHRISTI | M . D . XXXIIII . |
Rückseite lange grosse Druckermarke Ivo Schoeffers.
Octavo, 12 n. gez. Blätter + 543 Seiten Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek (a 99 a und 1. 0. 772 b ).
Würdtwein bibl. S. 167 nach Exemplar der Mainzer Carmeliter.
— Panzer, ann. VII, 420 n. 100. — Schaab I, 590 n. 221.
19. Hoc in volvmine haec | continentvr . | Artificialis ] Medicatio,
constans Paraphra- | si in Galeni Librum de Artis Medicae Con- | sti-
tutione, Autore Christophoro | Heyll, Medico . | Methodi cognoscendorum
tarn Particularium, | quam Vniuersalium morborum . &c . Autore | Ber-
trutio Bononiensi . | ! ) De Idoneo Auxiliorü usu, quaedam ex Joanne |
1) Der Bertrutius scheint einen Specialtitel zu besitzen: Methodi co |
gnoscenclo= | rum morbo | rum autore | Bertrutio | Bononi | ensi. |
Am Ende : Impressum Moguntiae apud | Ivonem Schoeffer an . | M . D .
XXXIIII . | 2S8 gez. Seiten, dann 5 Blatt Index, wie oben.
Mittheilung aus Wernigerode nach Exemplar der fürstl. Stolberg. Bibl.
(M f. 15).
188
_. 189 —
de Sancto Amando . | Index in Mesuaei & Nicolai Antidotaria . | Mo-
gvnt . an . M . D . ] XXXIIII . | Cum gratia & priuilegio Caesareo . |
Rückseite leer.
Am Ende: Impressvm Mogvntiae apvd | Ivonem SchOeffer an . |
M . D . XXXIIII . | i)
Quarto. 3 Blätter + 90 Seiten + 1 leeres Blatt + 288 Seiten
(Seite 2 leer) -j- 5 Blätter + 1 Blatt (Vorseite leer, Rückseite
Druckermarke).
Berlin kön. Bibliothek.
Würdtwein bibl. S. 166. — Panzer VII, 420 n. 101. — Schaab I,
590 n. 222. — Joecher, Gelehrtenlexicon s. v. — Roth, Geschichte von
Wiesbaden S. 583 (Heyl war 1530 Professor zu Leipzig und stammte
aus Wiesbaden). — Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50.
1535.
20. Der Römischen | Keyser Historien : von dem abgang | des
Augusti an: biss auff Titum | vnd Vespanianum, von jar zu jar, durch
Corne- | lium Tacitum beschriben, In welchen nit j alleyn die ding,
so sich zu Rom zu den selben zeit = | ten begeben, sondern auch vil
anderer vnd | frembder Nation, sonderlich aber | der Teutschen ge-
schieht, an s | gezogen vnd erzelet | werden . | Item das Büchlein von
der alten Teut- | sehen braucli vnnd leben, auch durch den | selben
Cornelium Tacitum | beschrieben . | Getruckt zu Meyntz bei luo Schöffern
mit Keyser- | licher freiheyt, Im jar M . D . XXXV . |
Mit dem Specialtitel Blatt CCCCXXXVII: Das Buch P. | Cornelij
Taci- | ti von den sitte | vnnd völekern | der alten Teut- | sehen. |
Mit Titeleinfassung, deren vier Stöcke auch im deutschen Livius vor-
kommen.
Am Ende: Gedruckt iü der Löblichen vnd | Chür Fürstlichen
statt Meyntz, bei luo | Schöffer, Vollendet am zehenden tag des | Mo-
nats Marcij, Als man zalt nacli | der Geburt vnsers lieben Her- | ren
Jesu Cliristi . | M . D . XXXV . | Rückseite leer. Auf der Rückseite des
folgenden sonst leeren Blatts Ivo Schoeffers Signet.
Folio, der Tacitus I mit 12 n. gez. Blätter + 427 gez. Blätter,
der Tacitus II mit 4 n. gez. Blätter -+- Blatt 428 — 452 einschliesslich,
mit Numerirung -|- 2 n. gez. Blätter. Ohne Abbildungen aber mit
mehreren Initialen. In der Heydelberg den 4 December 1534 datirten
Vorrede nennt sich Jacobus Micyllus als Uebersetzer. Erste deutsche
Ausgabe des Tacitus.
Privatbesitz, Theil II in Mainz Stadtbibliothek (a 170), das Ganze
in Sammlung Klemm Leipzig, Gotha herzogliche Bibliothek, Wernigerode
fürstlich Stolbergische Bibliothek.
Klemm, Catalog S. 61 — 62 n. 112. — Würdtwein bibl. S 170.
I) Mittheilung aus Berlin in obiger Form, einzelne Worte wohl Majuskeln.
189
— 190 —
— Schaab I, 591. n. 224. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 368 n. 65.
— Goedeke. Grundriss I. 290.
21. Vndergerichts Ordnung des | Ertzstiffts Meyntz, inn welcher
gantz fleissig an- | gezeygt, wie vnd welcher gestalt an allen vnd |
jeden obgemelts Ertzstiffts auch andern Vndergerichten in | recht ge-
handelt, vnd procedirt werden soll vnd mag. | Schultheyszen, Schöffen,
Richtern, vnd | andern so an Gerichten zühandeln | haben, vast | dien-
lich vnnd be= | hülfflich, jetzt newlich | gemeynem nutz | zu gut ge= |
macht. | geordent vnnd | auffgericht . | M . D . XXXV . | Cum gratia &
Privilegio . | Mit Titelholzschnitt aus dem deutschen Livius.
Mainz Ivo Schoeffer 1535. l )
Am Ende : Gedruckt zu Meyntz durch Ivonem Schoeffer, als man
zalt nach der geburt Christi unsers herren M . D . XXXV . Jar, vollendet
an dem zehenden tag des Meyen. Druckermarke, 2 ) Auf der Rück-
seite des vorletzten Blatts Holzschnitt aus dem deutschen Livius. Blatt 2
Vorseite Initial TV. wie in der ersten Ausgabe. Die Druckermarke ist
die Johann Schoeffers. Zweite Auflage.
Folio.
Leipzig Sammlung Klemm.
Archiv für hessische Geschichte II, 495. — Klemm, Catalog S. 61
n. 111. — Würdtwein bibl. S. 169 nach Exemplar bei den Benedictinern
von St. Jacob bei Mainz.
22. PLACENTINI IVRIS = | CONSVLTI VETVSTISSIMI , IN
SVMMAM INSTITVTIO - | NVM SIVE ELEMENTORYM D. JVSTI-
NIAM | SACRATISSIMI PRINCIPIS, NVNC PRI- | MVM IN LVCEM
AEDITI. | LIBRIIIII . | EIVSDEM DE | VARIETATE ACTIONVM . |
LIBRI VI . | Druckermarke | MOGVNTIAE ANNO XXXV . | Cum
gratia & priuilegio Imperiali . |
Am Ende: IM PRESS VM MOGVNTIAE PER IVONEM | SCHOEF-
FER MENSE SEPTEMBRI . | ANNO XXXV . | Auf Rückseite des
folgenden sonst leeren Blatts Druckermarke. 3 )
Folio, Titel -f- 6 n. gez. Blätter Widmung und Register + 1 leerem
Blatt + 1 — 158 gez. Seiten Text -f In. gez. Blatt m. Druckermarke.
Leipzig k. Universitätsbibliothek.
Würdtwein bibl. S. 168 nach Exemplar im Mainzer Dom. —
Panzer VII. 421 n. 102. — Schaab I, 593 n. 229 (mit der Angabe 158
Blatt und der Bemerkung, dass die Druckermarke des Titels und letzten
Blatts einerlei und das Buch grosse Initialen hat). — Jacobs und Ukert,
Beiträge I, 366 Note.
23. Novum | Testamentum ab Eras- | mo Roterod. nouiss. re-
cognitum, & Script | turae concordantiis in marginibus | accurate illu-
1) Nach Kiemin S. 61.
2) Nach Würdtwein S. 169.
8) Mittheilung aus Leipzig.
190
— 191 —
Stratum . | Calendarium Ro. cum Calendis, | Nonis, atqz [dibua e regio*
ne positis . j Moguntiae anno M . D . XXXV . |
Am Ende: Moguntiae excude- | bat Ivo SelioeÖer | mense Sep-
tem* | bri. anno a ehr isto nato M . D . XXXV .
Octavo. 798 gez. Seiten. l \
Wernigerode rurstL Stolbergische Bibl. (Ha 1591 .
Panzer. Annales VII. 421 n. 103. — Masch. bibliotheca Sacra IV.
601. — Schaah I. 593 n. 231.
24. Eyn gesprech eynes alten | erfarnen kriegssmans vn baw-
meysters mit eynem jungen hauptinanü : welcher mas- | sen eyn vester
bawe fürzune - meü vnnd mit nütz des Herren mög vollen = ' fürt
werden . |
Gedruckt zu Meyntz bei lue Schöffem mit Keyserlich'er vnd
Königlicher Maiestät freiheyt. nit nachzudrucken. |
Am Ende : Gedruck in der löblichen vnd Churfürstlichen statt |
Meyntz. durch Juonem Schöner. Vollen* det am XXV. tau - des mo-
nats No= | nembris. als man zalt nach der | geburt vnsers lieben Her*
ren Jesu Christi, Ann.. M . D . XXXV. jar .
Folio. 28 Blvn gemert. Welche allen Rittermessigen, gewaltigen,
regierern der landt vnd statt, so sich in tugent, manheit oder Ritter-
lichen thaten vnderstehn zu üben, nit alleyn zu lesen lustig, sonder
jne, auch eynem jeden menschen gemeynen Stands vast nützlich vn zu
wissen noth seindt. Mit Titel einfassung 1 ) (römischer Krieger).
Vorseite des letzten Blatts: Gedruckt in der löblichen vn chur-
fürstlichen statt Meyntz, durch Iuonem Schöffer. Vollendet am achten
tag des Monadts Januarij, als man zalt nach der geburt unsers lieben
Herrn Jesu Christi , M.D.X.X.X.V.I.I.I. | Druckermarke |
Rückseite leer.
Folio, 558 Blätter, zweites Blatt leer, es fehlt die Widmung an
Kaiser Max I. Fünfte Mainzer Auflage.
Quelle : Unbekannt.
Prosper Marchand, histoire de 1'imprimerie Supplement par Mer-
cier S. 30. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 12 und II, 495.
— Ebert , allgemeines bibliogr. Lexicon I, 1003. — Goedeke, Grund-
rissl, 289.
44. VALERII | MAXIMI FACTORVM DI* | CTORVMQVE ME-
MO - | RABILIVM LIBRI | NOVEM . | Index rerum et uerborum in-
signium | in eundem copiosus . | Kleinere Druckermarke | MOGVNTIAE
ANNO | M . D . XXXVIII . | Rückseite gedrucktes Leben des Valerius
Maximus.
Seite 543 unten: MOGVNTIAE APVD IVONEM | SCHOEFFER
MENSE MAR= | TIO . ANNO CHRISTI | M . D . XXXVIII . | Rück-
seite grosse lange Druckermarke.
Octavo, 12 n. gez. Blätter + 543 gez. Seiten. Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 774).
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 12 nach Hirsch, millena-
rius I, 67 n. 767.
45. Lindenblättchen ARITHME | TICAE SPECVLATIVAE
Libri duo Ioannis de Muris ab in- | numeris erroribus quibus hacte-
nus corrupti , & uetustate fer | me perierant diligen - | ter emendati,
PVLCHERRIMIS QVOQVE | exemplis, Formisqz nouis declarati et in
usum studiosae iuuentutis Mogun= | tinae iam recens ex= | cusi . | Klei-
nere Druckermarke | MOGVNTIAE EXCVDEBAT | IVO SCOEFFER -)
ANNO . | M . D . XXXVIII . | Rückseite leer.
Rückseite des zweitletzten Blatts: MOGVNTIAE EXCVDEBAT |
IVO SCHEFFER ANNO . | M . D . XXXVIII . | Kleine Querdruckermarke.
Duodez, 88 gez. Seiten -f- 2 n. gez. Blätter. Auf der Vorseite
des letzten Blatts lange grosse Druckermarke.
1) Wohl Holzschnitt zwischen den Zeilen zu verstehen.
2) So der Druck.
198
— 199 —
Mainz Stadtbibliothek (a 6 und noch zwei weitere Exemplare).
Archiv für hes-i-che Geschichte III, 2. 10 — 11 nach Freytag,
analecta de libris rarioribus S. 620. — Marchand, histoire de l'imprimerie.
Supplement Mercier S. 30. — Biographie universelle XXX. 8. 447.
46. Martialis epigrarmnata. Moguntiae Iuo Schoeffer 1538.
Octavo.
Quelle : Unbekannt.
Archiv für hessische Geschichte III. 2. 11 nach Mensel, liist. litter.
bibliogr. Magazin VIII. S. 167 ohne Formatangabe.
47. De chyromantia libri tres authoris cujusdam vetustissimi per
Johannem Dryandrum restituti Marpurgi anno 1538. Judicio singula
expendito lector. priusquam temere pronuncias ; quae hie enim traduntur.
plane sunt philosophica . ex optimis optimorum authorum libris de-
prompta. nihilque commune cum vulgo jaetatis chyromanticis illis prae-
posteris habeant. Legat Medicus. legat astronomus uterque. quae oblec-
tent atqne commodent. videbit. Moguntiae exeudebat Ivo Schoeffer
Anno 1538 mense Septembri. ' i
Octavo, 138 Seiten mit 4 Abbildungen. Verfasser ist Tibertus
Antiochns. Erste Mainzer Ausgabe.
Quelle: Unbekannt.
Freytag. analecta de libris rarioribus S. 994 — 996. — De Bure,
catalogne de la bibliotheque du M. le duc de la Valliere I, 531 n. 1832
und III, S. 16. — Archiv für hessische Geschichte II. 495 -496. —
Graesse. tresor VI. 2. 156. — Catalog Rosenthal -München LVIIL n. 627
(fälschlich zu 1528) 24 M.
1539.
48. IOANNIS DE BLA = | NASCO BVRGVXDI. IVRECOX-
8VLTI VETVSTIS= | simi commentaria super Titulum de Actionibus
in Institutis . Omnibus | in foro & praxi iudiciali uersantibus propter
omnium Actionfl formulas. | Cautelas. Exceptiones. Doctrinas. mnltasqz
Decisiones, necessaria ! & utilissima . Nunc primum ä JVSTINO GO-
BLERO | Jureconsulto. Illnstriss. prineipis ERICI ducis | Brunsuicensis
& Lnnenbnrgensis 8Tc . j Consiliario, in publicum j aedita atqne re - !
stituta. | CVM INDICE COPIOSO ÜBEL- LORVM, CAVTELARVM.
DOCTRINARVM, Decisionum, & qnommcnnqz memorabi- \ lium cum
rerum tum uer= | borum . Lange grosse Drnckennarke M06VNTIAE
TER IVONEM ; SCHOEFFER . ANNO | M . D . XXXIX . | Cum GRA-
TIA cv Prinilegio Imperiali . | Rückseite Epigramm des Jnstinns Gohler
als Berausgeber.
Am Ende: MOGVNTIAE | EXCVDEBAT IVO SCHOEFFER, |
I) Die Schrift kam auf den Index librorum prohibitornm, \gl. Reusch,
indices, S. 539.
19 ( J
— 200 —
ANNO POST CHRI= | STVM NATVM | M . D . XXXIX . | Kleinere
Druckermarke.
Folio, 14 n. gez. Blätter + CXII gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt
mit der Schlussschrift -f- 1 n. gez. Blatt, auf dessen Rückseite die
lange grosse Druckermarke. Dem Jacob Reinharterus Vangionus Kanzler
des Herzogs Erich von Braunschweig durch Justinus Gobier gewidmet :
Minden tertio nonas Januarii 1539. In diesem Bande finden sich
zweimal die grosse lange, die beiden Quer- und die kleinere Drucker-
marken vor. Am Anfange des Widmung grosser prächtiger Initial.
Mainz Stadtbibliothek (a 169).
Würdtwein, bibl. S. 172—173. — Scliaab I, 597 n. 241.
49. Novi Testament! Erasmi Roterodami aeditio postrema scripturae
concordantiis accurate illustr. c. calendario Romano, calendis, nonis
atque idibus. Druckermarke. Moguntiae Ivo Schoeffer 1539.
Auf der Vorseite des letzten Blatts: Moguntiae excudebat Ivo
Schoeffer. Anno post christum natum MDXXXIX. Auf der Rückseite
Druckermarke.
Octavo, mit 1 Holzschnitt und Initialen.
Quelle: Unbekannt.
Schaab I, 597 n. 242. — Catalog Antiquariat Völker Frankfurt a.M.
Nr. 56 S. 6. n. 66. Preis 6 M.
50. VNdergerichts Ordnung des Er* | tzstiffts Tlirier . . .
Mainz Ivo Schoeffer 1539.
Folio, zweite Mainzer Ausgabe.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 63 n. 117.
51. Aymarus Rivallius, civilis historiae juris sive in XII tabu-
larum leges comentarii libri V, historiae item iuris pontificii über sin-
gularis. Moguntiae J. Schoeffer 1539.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50.
52. Johann Dietenberger, Catechismus etc.
Mainz Ivo Schoeffer 1539.
Kleinoctavo. Dritte Mainzer Auflage. Mit Holzschnitten.
Quelle : Unbekannt.
Moufang, M ainzer Katechismen S.33. — Wedewer, DietenbergerS.480.
53. Untergerichtsordnung des Erzstifts Mainz.
Mainz Ivo Schoeffer 1539.
Folio, dritte Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Archiv für hessische Geschichte III, 495 nach Catalogus biblio=
thecae F. Bodmann (1823) S. 53 n. 446.
200
— 201 —
1540.
54. Progymnasmatum in artem oratoriam Francisci Sylvii Ambiani
viri eruditione recta et judicio subacto insignis, centuriae tres : omnibus
succi illius nativi et quasi purissimi sanguinis incorruptae propriissi-
maeque latinitatis cupidis, insuper ad ostendendani viam imitandi disertos,
ac rationem judicandi de eorundem orationibus perutiles et necessariae.
Moguntiae ex aedibus Ivonis Schoeffer Anno n . M . D . XL.
Am Ende: Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer Anno post natum
Christum 1540. mense Januario.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. 8. 173 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
Schaab I, 598 n. 244.
55. Lindenblättchen 10 AN- | NIS MVRMELL11 RV | remundensis
uiri doctissimi Pappa pu* | erorum, unä cum certissimis Syntaxe = | os
praeceptionibus : Libellus plane au= | reus, iam recens recognitus, atqz
ali = | quot uocabulorum Chiliadibus, | Adagijs, uerborumqz co= | pia
auctus . | MOGVNTIAE APVD | Juonem Schoeffer. | Anno M . D . XL . |
Mit Randeinfassung, worin unten Druckermarke mit zwei blasenden
Schäfern links und rechts. Herausgeber ist Gervasius Sopherus aus
Breisach.
Seitte 122 unten: MOGVNTIAE EX OFFICI- | NA IVONIS
SCHOEFER, i) | ANNO A CHRISTO | NATO, | M . D . XL . |
Kleinoctavo, 8 n. gez. Blätter -\- 122 gez. Seiten, Schwabacher
Type mit Antiqua.
Mainz Stadtbibliothek (1. W. 802 a , am Ende scheint ein Blatt
mit Druckermarke? zu fehlen).
56. Lindenblättchen L. FLORI | DE GESTIS ROMANO- | RVM
LIBRI QVATVOR, VNACVM | adnotationibus Joan. Camertis, quae
Comenta | rij uice in omnem Romanam historiä | esse possunt . | AD
HAEC SEXTI RVFFI VIRI CON | sularis de historiä Romana epi-
tome multo quam ante hac emacula = ! tior . | ITEM, MESSALAE
CORVINI ORA | toris discretissimi , de progenie Augusti Caesaris |
libellus, nunc primum | exeusus . | MOGVNTIAE, ANNO XL . | Rück-
seite leer.
Am Ende: MOGVNTIAE EX OFFICI * | NA IVONIS SCHOEF- |
FER, Anno post natum | Christum | M . 1) . XL . I Auf der letzten Seite
die grössere lange Druckermarke.
Duodez, 24 n. gez. Blätter -f 362 gez. Seiten -j- 3 n. gez. Blätter
mit Schlussschrift und Druckermarke, Antiquacursiv, die Noten zum
Florus in Antiqua.
1) So der Druck.
201
— 202 —
Mainz Stadtbibliothek (a 11).
Hess. Archiv III, 2, 13 Note. — Sehaab I, S. 598 n. 245 (mit
der falschen Angabe: 206 Blätter).
1541.
57. Catechisticum examen christiani pueri, ad pedes catholici
Praesulis . Authore Georgio Wicelio . Moguntiac 1541.
Am Ende: Moguntiae Ivo Schoeffer anno ab orbe redempto M .
13 . XLI . mense Februario.
Sedez.
Quelle: Unbekannt.
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50.
58. Novi Te = | stamenti d. Erasmi | Roterodami aeditio po = I
strema, scripturae | concordantijs accurate illustrata, cum Calendario |
Romano, Calendis, Nonis atqz Idibus e regione po= | sitis: adiuncto
insuper Indice Euangeliorum | et Epistolarum , quae per anni cursum,
tarn in diebus Dominicis, quam | Pestis, memoriae Diuorum | sacris,
recitari con- | sueuerunt . | His praeterea ac= | cesserunt disticha | quae-
dam memoralia, in totum Nouum instru= | mentum, ad cuiuslibet capitis
initium, | ordine alphabetico, continentia | summam capitis sc= | qucntis. |
MOGVNTIAE anno | M . D . XLI . |
Am Ende: MOGVNTIAE in aedibus Juonis Schoeffer. | Anno ä
partu uirgineo M . D . | XLI . | Decimosexto Ca = | lendas April is . | ')
Octavo, 40 n. gez. Seiten + 769 gez. Seiten -(- 5 n. gez. Seiten
-f- leerem Blatt mit Druckermarke auf der Rückseite. 2 )
Freiburg i. B. Univ.-Bibl. (17,315).
Würdtwein, bibl. S. 175 nach Exemplar zu Amorbach.
59. Die acht Bücher des hochberümpten Aurelii Celsi von beyderley
medicine etc. Meyntz 1541 ohne Firma.
Kleinfolio , Uebersetzung des Dr. Johann Küffner aus Ratenbnrg
am Inn. Zweite Mainzer Ausgabe, die erste erschien 1531 bei Jo-
hann Schoeffer.
Quelle: Unbekannt.
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 13. — Degen, Literatur
der deutschen Uebersetzungen der Römer I, 37.
60. Antiochi | Tiberti docto | ris de cheiromantia | libri III. denuo
recogniti, atqz | in ordinem dige= | sti . | Eiusdem argumenta de cheiro-
mantia, ins | certi cuiusdam authoris liber, ha | ctenus nondum typis
ex = | cusus . | Per Joannem | Dryandrum Medicum Marpur = | gensem
Moguntiae excusum in | aedibus Juonis Schoeffer. Anno | M . D . XLI
1) 17. März.
2) Mittheilung aus Freiburg i. B.
202
— 203 -
Octavo, 134 Seiten. •) Mit Holzschnitten, zweite Mainzer Ausgabe.
Wernigerode fiirstl. Stolbergische Bibl. (N b 187).
Archiv für hessische Geschichte III, 496 nach Freytag, analccta
litteraria de libris rarioribus S. 995 (ohne Angabe des Druckers). —
Graesse, tresor VI, 2, 156.
61. Wesalius A., de veneratione, invocatione et reliquiis sanc-
torum . Moguntiae Ivo Schoeffer 1541.
Octavo, 8 Blätter. 2 )
Quelle: Unbekannt.
Catalog Rosenthal- München XXII, 384 n. 8589. Preis 2 M.
62. CATECHI = | STICVM EXAMEN CHRI = | stiani pueri, ad
pedes | catholici Prae - | sulis . | AVTHORE GEORGIO | VV1CELIO . |
MOGVNTIAE EX OFFI = | cina Iuonis Schoeffer . | ANNO M. D . XLI.|
Rückseite leer.
Auf der Vorseite des letzten Blatts: Lindenblättchen MOGVN^ |
TIAE EXCVDEBAT IVO , SCHOEFFER, Anno | post natum | CHRI* |
STVM | M . D . XLI . | Auf der Rückseite grosse lange Druckermarke.
Sedez, 25 n. gez. Blätter. Zweite Mainzer Auflage. 3 )
Mainz Stadtbibliothek (a 2).
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 14 nach Catalogue de van
de Velde I, 372 n. 4345. — Moufang, Mainzer Katechismen S. 49 Note.
63. Titi Liuij dess | aller redsprechsten vnd hochbe- | rümpsten
geschieht schreibersz, Römische Historien, | jetzundt mit gantzem fleiss
besichtigt, gebessert vnd gemehret . | Welche allen Rittermessigen, Ge-
waltigen, Regierern der | Landt vnd Stett, so sich inn Tugent, Manheyt,
oder | Ritterlichen thaten vnderstehn zu üben, nit alleyn | zu lesen
lustig sonder jnen, auch eynem jeden | menschen gemeynes standts,
vast nütz« | lieh, vnnd zu wissen noth | seindt, etc. | Kleinere Drucker-
marke | Gedruckt iü der Churfürstlichen Statt | Meyntz, durch luonem
Scheffer, | im Jare | M . D . XLI . | Roth- und Schwarzdruck, Rück-
seite leer.
Titel + Vorwort + Register + CCCCL gez. Blätter.
Mit dem Specialtitel: Das vierdt theil | der Römischen historien, |
auss fünff büchern Titi Liuij im | latein newlich erfunden, vnnd | ver-
teütscht, zwey durch NU | colaum Carbachium, die | ander drey durch
Ja= I cobum Micv* I lum . I Lindenblättchen. I Rückseite leer.
1) Mittheilung aus Wernigerode.
2) Marchand, histoire de rimprimerie S. 50 kannte ein Exemplar dieses
Drucks mit der Schlussschrift : anno ab Orbe redempto M . D . XLI . niense
Februario. Es liegen mithin zwei Auflagen für 1541 vor. vgl. n. 57.
3) Der Verfasser ist Arnold von Wesel eigentlich Arnold Haldrein,
er starb als Domcanonicus zu (\ilnam30. October 1534, Philolog und Theolog.
Er gab 1521 gemeinschaftlich mit dem Verleger Hittorp in Cöln den Macro-
bius heraus (Maittaire, annales II, S. 138).
203
— 204 —
XCIII gez. Blätter.
Folio, Sechste Mainzer Ausgabe mit den Holzschnitten früherer
Auflagen.
Mainz Stadtbibliothek (a 174). Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein, bibl. S. 175 nach Exemplar zu Amorbach. — Klemm,
Catalog S. 64 n. 121. — Schaab I, S. 599 n. 248. (mit Angabe einer
Schlussschrift, die in dem Mainzer Exemplare fehlt). — Goedeke, Grund-
riss I, 289.
64. ABschiedt dess Reichss = | tags zu Regen = | spurg gehal^ |
ten | ANNO | M . D . XLI . | Holzschnitt: Kaiser mit Herold Gesandten
empfangend | Cum GR ATIA & P r i u i 1 e g i o Imperiali . | Auf der Rück-
seite Holzschnitt: Kaiser mit den Kurfürsten, wie öfter. | Blatt 2 Vor-
seite (Signatur Aij) Druckprivileg Kaiser Karls V. Regensburg 28 Juli
1541. Blatt 3 Vorseite oben Holzschnitt: Kaiser mit zwei Wappen
links und rechts, dann der Abschied.
Am Ende : Getruckt inn der Churfürstlichen statt | Meyntz , im
jar als man zalt nach | Christi vnnsers lieben herrn | geburt, | M . D .
XLI . ! Auff den vierten tag Septembris | vollendet. | Rückseite leer.
Folio. 28 n. gez. Blätter. Auf dem vorletzten Blatt unten klei-
nere Quer druckermarke.
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ), Wernigerode fürstlich Stolbcr-
gische Bibl.
Schaab I, S. 598. n. 247.
65. ABschiedt dess Reichss = | tags zu Regen = | spurg gehal- |
ten . | ANNO | M . D . XLI . | Holzschnitt wie oben. | Cum GRATIA
& PRI VILE GIO Imperiali . | Auf der Rückseite Holzschnitt wie oben. |
Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij) Druckprivileg wie oben. Blatt 3 Vor-
seite oben quer Holzschnitt wie oben und die Ordnung.
Auf der Vorseite des letzten Blatts: Getruckt inn der Churfürst-
lichen statt | Meyntz, im jar als man zalt nach | Christi vnnsers lieben
herrn | geburt, | M . D . XLI . |
Folio. 28 n. gez. Blätter. Blatt 27 v unten kleine Querdrucker-
marke.
Mainz Stadtbibliothek (a 155).
Schaab I. n. 247 Note.
1542.
66. DEss aller Dürchleuchtigsten | groszmechtigsten: Unüber- |
Avindtlichsten Key ser Karls dess füfften, ! ) vnnd dess Hey- I ligen Rö-
mischen Reichs peinlich Gerichtsordnung etc. Cum gratia et privilegio
imperiali . I Mit Titelholzschnitt wie in frühern Auflagen. Das Druck-
privileg auf der Titelrückseite fehlt. Blatt 2 Vorseite Erklärung des
1) So der Druck.
204
— 205 —
Kaisers, Rückseite Holzschnitt, wie in voriger Ausgabe, sodann 3'/o
Blätter Register und 36 Blätter Text.
Vorseite des letzten Blatts: Gedruckt zu Meyntz bei luo Schoef-
fer, | Als man zalt nach der Geburt Christi unsers | Herrn M . D .
XXXXij | jar am | XVIII tag Januarij | vollendet . | Auf der Rückseite
Druckermarke.
Leipzig Sammlung Klemm.
Folio, Dritte Ausgabe der Carolina.
Klemm, Catalog S. 64 n. 122. — Schaab I, S. 601 n. 257.
67. Novi testamenti Erasmi Roterdami aeditio postrema. Mogun-
tiae in aedibus Ivonis Schoetfer anno a partu virgineo MDXLIL
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 176 nach Exemplar zu Seligenstatt (das jetzt
zu Darmstadt sein dürfte). — Schaab I, 603 n. 260.
68. Dietenberger, Catechismus.
Mainz Ivo Schoetfer 1542.
Quelle : Unbekannt.
Octavo, mit den Holzschnitten früherer Ausgaben. Vierte Mainzer
Auflage.
Moufang, Mainzer Katechismen S. 34. — Wedewer, Johann Dieten-
berger S. 480.
69. Latinissimae colloquiorum formulae ex Pub. Terentii Afri
comoediis selectae ac in Germanicam linguam versae. Nunc denuo
diligentius quam antehac emendatae atque auctae. Druckermarke.
Moguntiae excudebat Ivo Schoetfer Anno M . D . XL1I . |
Am Ende: Excusum Moguntiae in aedibus Ivonis Schoetfer anno
Nativitatis Christi M . D . XLII. Dritte (zweite?) Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 176 nach Exemplar in der Frankfurter Biblio-
thek. — Schaab I, 603 n. 261.
70. ABschiedt dess Rei* | chsstags zu Speir | auffgerichtet : im
Jar als | man zalt: | M . D . XLII . | Holzschnitt: Kaiser mit Herold eine
Gesandtschaft empfangend, wie öfter | Cum GRATIA & PRIVILEGIO
Imperiali . | Auf der Rückseite Holzschnitt : Kaiser mit den Kurfürsten
wie öfter. Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij) Druckprivileg Kaiser Fer-
dinands Speier 11 April 1542. Blatt 3 Vorseite oben quer Holzschnitt:
Kaiser mit zwei Wappen links und rechts, dann der Abschied.
Vorseite des letzten Blatts: Getruckt in der Chürfür= | stlichen
Statt Meyntz durch luo* | nem Schöffer, im Jar als man | zalt Tau-
sent, Fünffhun= j dert, zwey vnd vier= | tzigk . | Auf der Rückseite
grosse Lange Druckermarke.
205
— 206 —
Folio, 46 n. gez. Blätter, die Errata auf dem vorletzten Blatt in
Antiqua.
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 h ).
Schaab I, 601 n. 258 giebt an, das Druckprivileg befinde sich auf
der Rückseite des Titels, wozu dessen Angabe : 46 Blatt nicht passt.
71. Dasselbe. Zweite Ausgabe, Titel genau wie oben, 46 n. gez.
Blätter, Blatt 45 Vorseite unten kleine Querdruckermarke, die in voriger
Ausgabe fehlt, die Rückseite leer, die Schlussschrift auf Blatt 46 Vor-
seite, Rückseite grosse lange Druckermarke, die Errata fehlen. Es
zeigen sich Satzverschiedenheiten Blatt 3 Vorseite unten steht : Beken = |
in voriger Ausgabe (a iij) : bekenn | Blatt E hat : gehalt = ( die vorige
Ausgabe : cheyt . | Ebenso sind Blatt Fij Verschiedenheiten im Satze
vorhanden.
Mainz Stadtbibliothek (a 157).
72. ABschiedt Dess | Reichsstags zu Nürmberg | auffgerichtet : im
Jar | als man zalt nach Christi | geburt , j M . D . XLII . | Den XXVI.
tag des Monats Au= | gusti geschehen. | Mit Keyserlicher vnnd König-
licher Mai . | Gnad vnd Freiheyten Getruckt in der Chur = | fürstlichen
Statt Meyntz durch Iuo~ | nem Schöffer, vnd in zweyen | jaren nit
nach zütru- | cken, fc . | Die Rückseite leer. Blatt 2 Vorseite das
Druckprivileg Kaiser Ferdinands Nürnberg 26 August 1542. Blatt 3
Vorseite oben Holzschnitt: Kaiser mit zwei Wappen, wie öfter und
der Abschied.
Folio, 21 n. gez. Blätter -f- leerem Blatt, auf dessen Rückseite
die grosse lange Druckermarke.
Mainz Stadtbibliothek (a 157 und * W 9 b ).
Würdtwein, bibl. S. 176. — Schaab I, 602 n. 259.
1543.
73. Novi Te~ | stamenti d. Erasmi | Roterodami aeditio po= | strema,
Scripture concordantijs ac - | curate illustrata, cum Calendario | Romano,
Calendis, Nonis atqz Idi | bus e regione positis: Adiuncto in- | super
Indice Euangeliorum & Epi - | stolarum, que per anni cursum, tarn |
in diebus Dominicis quam Fe | stis, memorie Diuorum | sacris, recitari
con- | sueuerunt . | His praeterea acces- | serunt Disticha quaedam
memoralia, in totum no= | uum Instrumentum , ad cuiuslibet capitis |
initium, ordine Alphabetico, con = | tinentia summam capitis | sequentis. |
MOGVNTIAE, anno | M . D . XLIII . |
Am Ende: Moguntie in aedibus Iuonis Schoef= | fer. Anno ä
partu uirginis M . | D . XLIII . | Finis . |
Octavo, 40 n. gez. -j- 769 gez. -{- 3 n. gez. Seiten. ')
Freiburg i. B. Univ.-Bibl. (17, 317).
lj Mittheilung aus Freiburg i. B.
206
— 207 —
74. Novi Te* | stamenti D. Eras | mi Roterodami aeditio postre- |
ma, scripture concordantijs a- | curate illustrata, cum Calencla- | rio
Romano, Calendis, Nonis | atque Idibus e regione positis: | Adiuncto
insuper lndice Euan | geliorum & Epistolarum, quae | per anni cursum
tarn in diebus | Dominicis quam Festis, | memoriae Diuorum, | sacris
recitari | consueue- | runt . |
Am Ende : Moguntiae in aedi - | bus Iuonis Schoeffer , | Anno a
partu | virgineo | M . D . XLIII . |
Octavo, 755 gez. Seiten. l )
Wernigerode, fürstlieh Stolbergische Bibliothek (Ha 1611).
75. Dialectica Joann . | CAESAR1I, POSTRE, | MO IAM AB
IPSO AVTO = | re diligenter recognita, atqz locuple = | tior quam antea
red - | dita . | Cui adiecimus Joannis Murmellij Isago - \ gen in decem
Aristotelis Prae* | dicamenta . | PRAETEREA ACCES= | sit Tractatus
de decem Praedicamentis, ex Diui Seuerini \ Boethij de TRIN1TATE
libro, per Jo= | annem Caesarium in compendium contractus | et scolijs
illustratus . | MOGVNTIAE EX- | cudebat Iuo Schoeffer . | Anno .' |
XLIII . 1 Rückseite leer. 2 )
Dem Wilhelm von Riffenstein Quaestor und Rath des Grafen
von Stolberg gewidmet von Johann Caesarius Coloniae Idibus Junij
anno 2C 1532.
Kleinoctavo, zweierlei Antiquatype.
Mainz Stadtbibliothek (1. k. 3.) 8 n. gez. BLätter -f- 338 gez. Seiten,
womit das Exemplar defect abbricht.
76. DEs heyligen Römi | sehen Reichs Ord= |nungen. | Die Gülden
Bulla, sampt aller gehaltner Reichstag Abschied | den. Besonderlich
auch die Artickel vnd Ordnungen, so je zu | zeiten auffgericht, das
Keyserlich Regiment, Chammerge- | rieht, vnd den Landtfriden be-
langend 2C . | Jetzt auffs | new, vnnd mit höchstem fleiss, alle züsamen
ge~ | truckt, vnd an tag geben, do mit die menig= | lieh bekündigt,
vnd gemeyn wer? | den mögen iz . |
11 Erklerung des Landtfridens , so zu Nürnberg, im 1522. auff-
gericht . | Sampt Römischer Keyserlicher Maiestatt Missiue. an alle |
Fürsten vnnd Oberkeyten eyns jeglichen Kreyss, wess sie | darauf!',
zwischen jren des Kreyss mituerwan= | dten, fürnemen, vnd handeln
sollen . | Vormals im Track nie auss- | gangen, jetzund hier= | zu ge-
thon . | Sampt eynem gnugsam anze\ glichen Register, al- | les inhalts
hierin begriffen . | Gedruckt in der Chürfürstlichen Statt | Meyntz, durclt
Iuonem Schöffer, | im Jare . | M . D . XLIII . | Roth- und Schwarz-
druck, Rückseite leer.
1) Mittlieiluug aus Wernigerode.
2) Die erste Ausgabe erschien 1529 in Kleinoctavo bei Hittorp gedruckt
von E. Cervicornns in Cöln a. Rh., vgl. Kirchhoff, Beiträge zur Geschichte des
deutschen Buchhandels I. S. Ol.
207
— 208 — •
Blatt CCLXXXVII Rückseite: In der Löblichen vnd Chür* |
fürstlichen Statt Meyntz, Truckts Iuo | Scköffer ic . Vollendet am dritten
tag Martij, | als man zalet nach der geburt vnsers lie= | ben Herren
Jesu Christi . | M . D . XLIII . | Auf dem nun folgenden Blatt Rück-
seite Druckermarke Johann Schoeffers.
Folio, 22 n, gez. Blätter + CCLXXXVII gez. Blätter + 1 n.
gez. Blatt.
Mainz Stadtbibliothek (a 158).
77. BAmbergische Halssgerichts | vnd Rechtlich Ordnung, inn
peinlichen Sachen zu voln - | farn allen Stetten, Communen, Regimenten,
Amptleuten, Vög = | ten, Verwesern, Schultheissen, Schöffen, vnnd Rich-
tern, | dienlich, förderlich vnnd behülfflich, darnach zu han- | dein
vnnd rechtsprechen , gantz gleichförmig ge = | meynen geschribenen
Rechten 2C . Darauss | auch diss büchlein gezogen vnnd | fleissig ge-
meynem nutz | zu gutt, gesammelt | vnd verord- | net ist . M . D .
XLIII . |
Am Ende: In der Löblichen vnd Churfürst= | liehen Statt Meyntz,
Truckts Iuo Schöf ] fer ic . vollendet am XX tag Junij, im Jar nacli |
der geburt vnsers Lieben Herren | Jesu Christi . M . D . XLIII . | Dann
leeres Blatt, auf dessen Rückseite die Druckermarke.
Folio, 50 Blätter, Abdruck der Ausgabe 1538. Letzte Mainzer
Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 176 — 177 nach Exemplar zu Amorbach. —
Janitschek, Repertorium für Kunstwissenschaft IX, 175. — Widekind,
Verzeichniss von raren Büchern S. 302. — Bibliotheca Solgeri I, 163
n. 1176. — Neues Archiv des Criminalrechts VII, 453 , IX, 245. —
Schaab I, S. 603, n. 264.
78. DEss aller | Dürchleüchtigsten | Grossmechtigsten : | Vnüber - |
windtlichsten Keyser Karls des fünfften, vnd dess Hey? | ligen Römi-
schen Reichs peinlich Gerichts Ordnung, | auff den Reichstagen zu
Augspurg vnnd Regen s | spurg in jaren dreissig vnd zwei vnd dreis= |
sig gehalten, auffgericht vnnd | beschlossen . | Lindenblättchen | Holz-
schnitt in zwei Stöcken, Richtstätte und Verbrecher auf dem Gang
zur Richtstätte, wie öfter | Cum GRATIA & priuilegio Imperiali . |
Rückseite leer. Blatt 2 Rückseite Holzschnitt: Kaiser mit den Kur-
fürsten, wie öfter, Blatt 6 Rückseite Holzschnitt: Christus im jüngsten
Gericht, wie öfter.
Blatt XXXVI Vorseite am Ende: Gedruckt zu Meyntz bei Iuo
Schöffer, | als man zalt nach der geburt Christi vnsers | Herrn, M . D .
xliii . Jar: Am | xxix . tag Julij | vollendet . | Auf der Rückseite grosse
lange Druckermarke.
Folio, 6 n. gez. Blätter -f XXXVI gez. Blätter.
Mainz Stadtbibliothek (a 145).
208
— 209 —
79. VNdergerichts Ordnung des | Ertzstiffts Meyntz, inn welcher
gantz fleissig ange- | zeygt, wie vnd welcher gestalt an allen vnd jeden
obge- | melts Ertzstiffts, auch andern Vndergerichten in Recht gehan= |
delt, vnd procediert werden soll vnnd mag: Schultheys = | sen, Schöffen,
Richtern, vnnd andern so an Ge= | richten zühandeln haben, vast
dienstlich vnd | behülfflich, jetzt newlich gemeynem | nutz zu gut ge-
macht, geor- | dent vnd auff= | gericht . | M . D XLIII . | Holzschnitt
aus zwei Stöcken bestehend, aus dem deutschen Livius | Cum GRATIA
& Priuilegio | Rückseite leer.
Folio, 27 gez. Blätter (Signatur Aij — Giii) -f- 1 n. gez. Blatt
mit der Schlussschrift: IS der löblichen vnd Chürfürst = | liehen Statt
Meyntz, Truckts Iuo Schöf- | fer 7~c . Vollendet am XXiiij . tag
Augusti, als man | zalt nach der gebürt vnsers lieben Her - | ren Jesu
Christi . | M . D . XLIII . | Grosse lange Druckermarke, Rückseite leer.
Auf der Rückseite von Blatt 27 unten Holzschnitt in zwei Stöcken.
Mainz Stadtbibliothek.
1544.
80. Hoffgerichts Ordnung des Ertz | stiffts Meyntz, allen vnd
jeden, so an Gericht | ten zu handeln haben, vast dienstlich, für-
derlich vnd behülff'licli. Jetzt | newlich geordent vnd | auffgericht
3 Lindenblättchen | Kleine lange Druckermarke | Getruckt inn der
Chürfürstlichen Statt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, im jar | M . D .
XLIII . | Rückseite leer. Blatt 2 (Aij) Urkunde Kaiser Karls V.
Blatt 3 Vorseite oben Holzschnitt: Mainz - Brandenburger Alliance-
wappen.
Am Ende: Getruckt in der Chürfürstlichen Stat Meyntz, | durch
Iuonem Schöffer, im jar nach der geburt Chri- | sti vnsers säligma-
chers, | M . D . XLII1I . | Auf der Rückseite grosse lange Druckermarke.
Folio, 20 gez. Blätter (Blatt 18 als XIII falsch bezeichnet).
Mainz Stadtbibliothek (a 161).
81. VALERII | MAXIMI FACTO- | RVM DICTORVMQVE |
memorabilium Libri Nouem . | PRAETEREA CAII TITII | Probi, in
Decimum Libr. huius Ope = | ris, Epitome, etc . | Index Rerum et Ver-
borum insignium in eundem copiosus . | Kleinere Druckermarke | MO-
GVNTIAE, apud Iuonem Schoeffer, | Anno | M . D . XLIIII . | Auf der
Rückseite gedrucktes Leben des Valerius Maximus.
Seite 574: MOGVNTIAE APVD IVONEM | Schoeffer, Anno
ä Christo nato | M . D . XLIIII . | Sodann 1 n. gez. Blatt, dessen Vor-
seite leer, Rückseite grosse lange Druckermarke.
Kleinoctavo, 12 n. gez. Blätter -\- 574 gez. Seiten -f- 1 n. gez.
Blatt, Antiquacursiv,
Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 775), Sammlung Klemm Leipzig.
Klemm, Catalog S. 433 n. 910 (giebt 475 Seiten an). — Maittaire,
annal. V, 2, 308. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 15.
209
Beiheft 9. 14
— 210 —
82. ABschiedt Dess | Reichsstags zu Speyer auff- | gerichtet: im
Jar als | man zalt nach der gepurt | Christi | M . D . XLIIII . | Den
X. tag des Monats Junij . | Kleine Druckermarke wie bei Würdtwein
Tafel zu S. 172. III. | Mit Keyserlicher Maiestat Gnad vnnd | Freiheyten
Getruckt inn der Chürfürstlichen | Stat Meyntz, durch Iuonem Schöffer, |
vnd inn zweien jaren nit nach zü = | trucken, 7~c . | Auf der Rückseite
Holzschnitt: Kaiser mit den Kurfürsten, wie öfter. | Blatt 2 Vorseite
(Signatur Aij) Druckprivileg Kaiser Karls V. Speier 10. Juni 1544.
Blatt 3 Vorseite oben quer Holzschnitt: Kaiser mit Wappen, wie öfter
und der Abschied.
Folio, 48 n. gez. Blätter, auf Blatt 48 Rückseite die grosse lange
Druckermarke.
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ), Leipzig Sammlung Klemm.
Schaab I, 605 n. 268. — Klemm, Catalog S. 64 n. 123 (unbe-
deutend abweichend, geburt statt: gepurt etc.).
83. Scipio Lvciani Carmine Elegiaco redolitus . Autore Materin >
Steyndorffer ErffordianOc Interlocutores : Alexander, Hannibal, Minos,
Scipio.
Ad Lectorem:
Si cupis exiguo cognoscere carmine Lector etc.
(8 Verse).
Am Ende: Mogvntiae, in aedibus Iuonis Schoeffer, Anno a partu
uirginis . M . D . XLIIII . | Auf drei Blättern folgt die Widmung an
Heinrich von Wirzburg Domherrn zu Wirzburg 1544.
Kleinoctavo, 12 n. gez. Blätter, deren letztes leer, auf der Rück-
seite die grosse lange Druckermarke.
Quelle: Unbekannt,
Heibig in Lüttich im Archiv für hessische Geschichte III, 2, 15
nach eigenem Exemplar.
1545.
84. TRIVH | EROTEMATA . | HOC EST I GRAMMATICAE . |
DIALECTICAE . | RHETORICAE . | Quaestiones, Ex doctissimorum
nostri seculi uiro= | rum libris, in puerorum usum congestae, Per |
JOANNEM SPANGENBERG, | Herdesianum, apud Northusianos | Verbi
Dei ministrum . | EXCVSVM MOGVNTIAE , | Anno | M . D . XLV . |
Auf der Rückseite Verse.
Dem Johann Meyenburg Sohn des Michael Meyenburg gewidmet
Nordhausen 1541 ad Idus Nouembris.
Kleinoctavo, Titel + 176 gez. Blätter -f 14 n. gez. Blätter Re-
gister, zweierlei Antiquatype.
Mainz Stadtbibliothek (a 12).
85. DEs Heyligen Römi= | sehen Reichs Ordnungen . | Die Gulden
Bulla, sampt aller gehaltner Reichsstäg Abschieden . | Besonderlich auch
210
— 211 —
die Artickel vnd Ordnungen, so je zu Zeiten auffge = | rieht, das Keyser-
licli Regiment, Chammergericht, vnd den Landt = | friden belangend, it.
Jetzt auffs new (nach dem rechten waren Origi= | nal mit höchstem
iieiss collationiert vnd conferiert) alle züsamen ge= | truckt, vnd an
tag geben, damit die meniglich bekündigt, | vnd gemeyn Averden
mögen, zc . \
Erklärung des Landtfridens, so zu Nürnberg, im jar 1522. auff=
gericht . Sampt Römischer Keyserlicher Maiestat Missiue, an alle
Fürsten vnd Oberkeyten eyns jeglichen Kreyss, wess sie dar= | auff,
zwischen jren des Kreyss mituerwandten, fürnemen, | vnd handeln sollen.
Vormals im Truck nie auss= | gangen, jetzund hierzu gethon. Sampt
ey= | nem gnügsam anzeyglichen Register, | alles inhalts hierin be-
griffen . | Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt : Doppeladler
zwischen zwei bekrönten Säulen, wie öfter | Getruckt in der Chur-
fürstlichen Statt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, im Jare | M . D . XLV. |
Roth- und Schwarzdruck.
Auf der Rückseite von Blatt CCCXXVII: In der Löblichen vnd
Chur = | fürstlichen Statt Meyntz, Truckts Iuo | Schöffer, zc. Vollendet
am Viertzehenden tag | Martij, als man zalet nach der geburt vn= |
sers lieben Herren Jesu Christi, | M . D . XLV . | Hierauf 1 n. gez. Blatt,
dessen Vorseite leer, auf der Rückseite Druckermarke Johann Schoeffers.
Zweite Auflage.
Folio, Signaturen aa — ddiij -|- 1 leeren Blatt, A — Z, a — z,
Aa-Ii = 22 n. gez. Blätter + 1 — CCCXXVII gez. Blätter -f 1 n.
gez. Blatt, i)
München k. Hof- und Staatsbibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 178. — Schaab I, S. 605, n. 272.
86. Des aller Durchleuchtigsten: Grosmechtigsten, Unüberwind-
lichsten Keyser Karls des fünfften und des heyligen Römischen Reichs
peinlich gerichts Ordnung, auff den Reichs tagen zu Augsburg und
Regensburg inn Jaren dreyssig und zwey und dreissig gehalten, auff-
gericht und beschlossen. Getruckt in der Churfürstlichen Stadt Meyntz
durch Ivonem Schöffer im Jar M . D . XLV.
Am Ende: Getruckt zu Meyntz bei Ivo Schoeffer als man zält
nach der geburt Christi unsers herrn M . D . XLV , Jar. am XXVII tag
Martii vollendet.
Folio.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 179 nach Exemplar zu Amorbach.
87. Erasmus Roterodamus, Novi Testamenti editio postrema scrip-
turae concordantiis aecurate illustrata, cum calendario Romano, calen-
dis ; nonis atque Idibus e regione positis, adjuneto insuper indice Evan-
I) Mittheilung aus München.
211
14*
— 212 —
geliorum, quae per anni cursum tarn in diebus Dominicis, quam festis
memoriae Divorum sacris recitari consueverunt. His praeterea acces-
serunt disticha quaedam moralia cujuslibet capitis continentia summam.
Moguntiae in aedibus Iuonis Schoeffer 1545.
Octavo, mit Holzschnitten.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 180 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
Schaab I, 607 n. 275. — Catalog Rosenthal - München XLI S. 79 n. 1327.
Preis 18 M.
88. P. Ouidij Nasonis dess aller sinn= | reichsten Poeten META-
MORPHOSE, Das ist von der | wunderbarlicher Verenderung der Ge-
stalten der Menschen, Thier, | vnd anderer Creaturen . je . Jederman
lüstlich, besonder aber allen Malern, | Bildthauwern, vnnd dergleichen
allen künstnern nützlich, Von wegen | der ertigen Inuention vnnd Tich-
tung. Etwan durch den | Wolgelerten M. Albrechten von Halberstat
inn Reime | weiss verteutscht, t) letz erstlich gebessert vnd mit Fi- |
guren der Fabeln gezirt, durch Georg | Wickram zu Colmar . 2C . |
Lindenblättchen | EPIMYTH1VM . | Das ist | Der lüstigen Fabeln dess
obgemelts büchs Ausslegung, jeder = j man kürtzweilig, vornemlich
aber allen liebhabern der | Edeln Poesi stadtlich zu lesen Gerhardi |
Lorichij Hadamarij . | Lange grosse Druckermarke | Getruckt zu Meintz
bei Iuo SchöfF iestat Gnadt vnd Freyh Anno 2 ) Rück-
seite leer. Blatt 2 Vorseite die Vorrede Wickrams Colmar den 25 De-
cember. 0. J. Dem Eberhardt Rüden von Collenbergk Kurmainzer
Hofmeister gewidmet von Gerhard Lorich aus Hadamar Mainz im
Augustinerkloster anff Dienstag nach Bartholomei Anno 1545. Lorichs
Widmung und Vorrede ist fast 1 1 Seiten lang und inhaltlich merkwürdig.
Folio, 10 n. gez. Blätter -}- CLV gez. Blätter mit vielen Holz-
schnitten und Randleisten. Erste Mainzer Ausgabe.
Mainz Stadtbibliothek (a 168, defect).
Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon II, S. 281 n. 15,555. — Archiv
für hessische Geschichte II, 497. — Degen, Literatur der Uebersetzungen
der Römer H, 154. — Hagen und Büsching, Grundriss zur Geschichte
der deutschen Poesie n. 225.
1546.
89. LITVRGIA | S. BASILII | MAG. NVPER E | TENEBRIS
ERVTA, ET | in lucem nunc primum | edita . | CVM PRAEFATIO-
ne Georgij Vuicelij . | Druckermarke | EXCVSVM MOGVNTIAE,
horizontaler Strich | Anno, M . D . XL VI . |
Am Ende dieselbe Druckermarke, aber grösser.
1) Diese Schrift ist bis auf die Vorrede verloren gegangen. Albrecht
lebte um 1210.
2) Hier ist das benutzte Mainzer Exemplar defect.
212
— '213 —
Octavo, 44 Blatt mit den Signaturen a — f iiij. ')
München k. Hof- und Staatsbibliothek, Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein, bibl. S. 181 ohne Angabe des Druckers nach Exem-
plar der Carmeliter zu Frankfurt. — Klemm, Catalog S. 433 n. 911. —
Kampschulte, de studiis et scriptis G. Wicelii S. 10. — Catalog Anti-
quariat Cohn- Berlin CLX1V, 29 n. 264. Preis 4 M.
90. Titi Liuij dess | redsprechsten vnd hochbe- | rümpten ge-
schieht schreiberss , Römische Historien, | jetzundt mit gantzem fleiss
besichtigt, gebessert vnnd gemehret . | welche allen Rittermessigen, Ge-
waltigen, Regierern der | Landt vnd Stett, so sich inn Tugent, Maü-
heyt, oder | Ritterlichen thaten vnderstehn zu üben, nit alleyn | zu
lesen lustig, sonder jnen, auch eynem jeden ] menschen gemeynes
standts , vast nütz= | lieh vnnd zu wissen noth seindt, etc. | Kleine
lange Druckermarke | Getruckt in der Churfürstlichen Statt | Meintz,
durch Iuonem Schöner, I ini Jare | M . D . XLVI . | Rückseite leer.
10 n. gez. Blätter -|- 1 n. gez. Blatt (Vorseite Holzschnitt, Rück-
seite leer) als Beginn des eigentlichen Texts -}- CCCCL gez. Blätter.
Hierauf Specialtitel mit neuer Signatur: Das vierdt theil [ der
Römischen historien, | auss fünff büchern Titi Liuij im la* | tein new-
1 ich erfunden, vndverteut^ | sehet, zwey durch Nicolaum Cur = | bachium,
die ander drey | durch Jacobum | Micyl - | lum . | Lindenblättchen.
Mit Einfassung.
Siebente Mainzer Auflage.
Mainz Stadtbibliothek 2 ) (1. 0. 315). Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein, bibl. S. 181 nach Exemplar zu Amorbach (aber dem
Peter Schoetfer zugeschrieben). — Klemm, Catalog S. 65 n. 124. —
Schaab I, 609 und III, 463. — v. Zahn und Jaensch, Dresden, Ver-
steigerungscatalog Sammlung Klemm (1889) n. 869. — Goedeke, Grund-
rissl, 289.
91. Wicelius, G., Laus Mariae Deiparae virginis ex antiquissimis
ecclesiae catholicae patribus aggesta . Moguntiae Schoeffer 1546.
Octavo, 24 Blatt. Dem Johann Hasenberg Bohemus gewidmet.
Quelle: Unbekannt.
Catalog Rosenthal -München XLI, 539 N. 8880. Preis 3 M.
92. Dietenberger, Catechismus. Mainz Ivo Schoeffer 1546.
Octavo, mit den Holzschnitten früherer Ausgaben. Fünfte Mainzer
Ausgabe.
Quelle: Unbekannt,
Moufang. Mainzer Katechismen S. 34. — Wedewer, Johann Dieten-
berger S. 480.
1) Mittheilung aus München.
2) Defect im vierten Buche, bricht mit Blatt b»i ab, auch die Widmung
;tn Kaiser Maxi fehlt, das Exemplar beginnt nach dem Titel mit Signatur III
(Register).
213
— 214 —
93. VALERII | MAX1MI FA- | OTORVM DICTO- | rumqz mc-
morabilium Li- I bri Nouem . | PRAETEREA CAH TITI | Probi , in
Decimum Librum huius ope- | ris, Epitome, etc. j Index Rerum et Ver-
borum insignium | in eundem copiosus . | Kleine lange Druckermarke |
MOGVNTIAE, apud Iuonem Scchoeffer. i) ANNO | M.D. XLVI . |
Rückseite gedrucktes Leben des Valerius Maximus.
Octavo, 12 n. gez. Blätter -+- 542 gez. Seiten + In. gez. Blatt
mit der Schlussschrift : MOGVNTIAE | APVD IVONEM SCHOEFFER |
ANNO ä Christo nato | M . D . XLVI . | Auf der Rückseite grosse lange
Druckermarke.
Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 776).
1547.
94. Die acht Bücher des hochberümpten Aurelii Celsi von beyderlei
Medicine etc. Meyntz 1547. ohne Firma.
Folio. Dritte Mainzer Auflage
Quelle: Unbekannt.
Hess. Archiv III, 2, 16 nach Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon I, 303
95. EPITOME | TROPORVM AC | SCHEMATVM ET GRAM, |
MATICORVM ET RHETORVM, | ad Authores tum prophanos tum
sacros | intelligendos non minus utilis | quam necessaria | 10ANNE
SVSENBROTO | Rauenspurgensi Ludimagistro Cöllectore . | INDEX
Alphabeticus in calce adiectus est . | Kleinste Druckermarke | MO-
GVNTIAE, | Excudebat 1VO SCHOEFFER | ANNO, | M . D . XLVII . |
Rückseite leer
Am Ende: MOGVNTIAE, | Excudebat 1VO SCHOEFFER: |
ANNO, | M . D . XLVII . | Rückseite leer. 2)
Kleinoctavo, 128 gez. Seiten -\- 4 n. gez. Blätter Index, die Vor-
rede datirt Ravensburg 5 Martii 1541.
Mainz Stadtbibliothek (a 97 a ).
96. Vomelius Cyprianus, Liber Sylvarum. 3 )
Moguntiae Ivo Schoeffer 1547.
Duodez. Zweite Auflage der Schrift sylvarum libri tres, eine
erste erschien Erfurt 1540. Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Catalog Cohn- Berlin 185 n. 27. Preis 3 M. — Goedeke. Grund-
riss IL Aufl. II, 96.
1) So der Druck.
2) Eine andere Ausgabe ist : Epitome troporum ac schematnm et Gram-
maticorum et Rhetorum, 2c . Joanne Susenbroto cöllectore. Tiguri apud Chri-
stoph. Froschouerum. 0. J. Octavo.
Murr, memorabilia bibliotliecarum Norimbergensium II, 300.
3) Ueber Vomelius vgl. Knod, hist. universitatis Moguntinae. S. 27 u. 58.
Er stammte aus Friesland. — Vgl. Goedeke, Grundriss, IL Aufl. II, 96.
214
— 215
97. L. FLORI | DE GESTIS KO- | MANORVM LIBRI QVATV= |
OR, unä cum Adnotationibus Joann. Camertis, | quae Commentarij uicc
in ouinem Roma- | nam historiam esse possunt . | AD HAEC SEXTI |
Jviifh' uiri consularis de liistoria Romana Epis | tome multo quam an-
tehac emaculatior . | ITEM, MESSA - | lae Coruini Oratoris dissertissimi,
de progenie | Augusti Caesaris libellus , nunc | primiim excusus . |
Kleinste Druckermarke | MOGVNTIAE, j ANNO XLYII . | Rothdruck.
Rückseite leer.
Duodez, 24 n. gez. Blätter -f 352 gez. Seiten, Seite 352 am Ende
kleine lange Druckermarke, Cursivantiqua , die Noten zum Florus in
Antiqua.
Mainz Stadtbibliothek (a ll a ).
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 13 Note. — Schaab I
609 n. 289.
98. Gerardus Isingius quaestiones futuris Catholicae Ecclesiae mi-
nistris Oppido quam utiles. l )
Moguntiae excudebat Ivo SchoefFer. M . D . XL VII.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 182 nach Exemplar zu Seligenstatt, das jetzt
zu Darmstadt sein könnte.
1548.
99. Dialectica recognita et locupletata, accessit Joannis Murmellii
in X praedicamenta Aristotelis Isagogc, nee nun traetatus de iisclem
ex Diui Severini Boethii de Trinitate libro per Johanncm Caesarium
in compendium contractus etc.
Moguntiae Ivo Schoeffer 1548.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Archiv für hessische Geschichte III. 2. 17 nach Catalogue de van
de Velde . Gand 1831, IL 21, n. 271. — Murr, memorabilia bibliothe-
carum Norimberg. II, 297 n. 124.
100. Novi Te- | stamenti D. | Erasmi Roterodami | aeditio po-
strema, | scripturae Concordantijs aecurate | illustrata, cum Calendario
Ro- | mano, Calendis, Nonis, atqz Jdi- | bus e regione positis : Adiuncto
insuper Indice Euangeliorum & | Epistolarum, quae per anni cursum,
tarn in diebus Dominicis, quam | Festis, memoralae Diuo = | rum sacris
recitari | consueuerunt . |
]) Gerhard Isingius der Aeltere, aus Münster in Westfalen. warDecan
an St. Johann und Canonicus von St. reter zu Mainz, Privilegienbewahrer
und 1552 Rector der Mainzer Hochschule, starb 18. März 155:5, beerdigt im
Mainzer Dom. Vgl. Knod, historia universitatis Moguntinae S. 28 und (57. —
Gudenus, codex diplomaticus II, 832 (Grabinschrift) und III, 838.
215
— 216 —
Am Ende: Moguntiae | in edibus Ivonis | Schoeffer, | Anno | M.
D . XLVIII . |
Octavo, 769 gez. Seiten. *) Mit Holzsclinitten.
Wernigerode, ftirstl. Stolberg. Bibl. (Ha 1627).
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 17 nach Francke, catalogus
bibliothecae Bunavianae III, 3, 1219 b .
101. DEss aller Durch= | leuchtigsten: Gross* | niechtigsten, Vn-
überwindt= | lichsten Keyser Karls dess fünfften, vnd dess Heyligen |
Römischen Reichs peinlich Gerichts Ordnung, auff den | Reichsstägen
zu Augspurg vnd Regenspurg, in | Jaren dreissig vnd zwey vnd dreissig
ge= | halten, auffgericht vnd be~ | schlössen . | Christo Auspice | PLVS
VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen zwei bekrönten Säulen, wie
öfter | Cum GRATIA et Priuilegio Imperiali . | Getruckt in der Chur-
fürstlichen Statt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, im Jar | M . I) .
XLVIII . | Roth - und Schwarzdruck, Rückseite leer.
Blatt 2 Vorseite (Signatur ii) Vorwort, Blatt 2 Rückseite Holz-
schnitt: Kaiser mit den Kurfürsten in der Sitzung, dann Register, an
dessen Ende Holzschnitt : Christus im jüngsten Gericht, wie öfter.
Am Ende: Gedruckt zu Meyntz bei Iuo Schöffern, | als man zalt
nach der geburt Christi vnsers | Herrn, M . D . xlviij . Jar: Am | xx. tag
Januarij | vollendet . | Auf der Rückseite grosse lange Druckermarke.
Folio, 6 n. gez. Blätter + 36 gez. Blätter, die Foliirung springt
von 16 auf 18, welches wie 32 doppelt gezählt ist.
Mainz Stadtbibliothek (a 146).
Würdtwein, bibl. S. 184 nach Exemplar im Frankfurter Domini-
canerkloster.
102. ABschiedt Der | Rom. Keys. Maiest. vnd ge~ | meyner Stend,
vff dem Reichsstag zu Aug= | spurg vffgericht, Anno Domini | M . D .
XLVIII . | Resolution vnd Erklerung der Rom. Key. Maie . | Wie
es der Religion halben, biss nach endung des Concilij | gehalten werden
soll, durch gemeyne Stend be- | willigt vnnd angenommen, inn La-
teini- | scher vnd Teütscher sprach . I Key . Maiest . Reformation, den
Geystlichen | Standt betreffendt . | Landtfriden der Key . Maie . vnnd
dess heyligen | Reichs, vff gemeltem Reichsstag erklert, ge= | mehret
vnd gebessert . | Cammergerichts Ordnung, auss allen alten Cam* |
mergerichts Ordnungen vnd Abschiden zu sammen gezo ~ | gen, gebessert
vnd gemehrt, sampt der Güldin Bull, inn | Latein, wie die im Original
steht, mit etlichen andern | Constitutionibus , Vff hieuor gehalten
Reichss = | tagen beschlossen . | Reformation vnd Ordnung guter Pol-
licey im hey= | ligen Reich, zu befürderung dess gemeynen | nutzen,
1) Mittheilung aus Wernigerode.
21G
— 217 —
vffgericht . | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Auf der Rück-
seite Druckprivileg Kaiser Karls V. Augsburg 4. Februar 1548. ')
Am Ende des vorletzten Blatts (= 43) Holzschnitt: Reichsadler
und die Schlussschrift: Gedruckt inn der Churfürstlichen Stadt | Meyntz,
durch Iuonem Schöffer, im | Jare, M . D . XLVIII . | Auf der Vorseite
dieses Blattes: Errata. 2 )
Folio, 43 n. gez. Blätter -f- leerem Blatt, zweierlei Schwa-
bacher Type.
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b und a 176), Leipzig Sammlung
Klemm.
Klemm, Catalog S. 65 n. 125 (etwas abweichend). — van Recum,
Betrachtungen S. 121 Note über das Druckprivileg, 8. 121 — 122 der
vollständige Titel. — Catalog Antiquariat Rosenthal -München 70, 3,
301 n. 4554 (44 Blätter).
103. ABschiedt Der | Rom. Keys. Malest, vnd ge= | meyner Stend,
vff dem Reichsztag zu Aug= | spurg vffgericht, Anno Domini | M . D .
XLVIII . | Resolution vnd Erklärung der Rom . Key . Maie . j Wie
es der Religion halben, biss nach endung des Concilij | gehalten werden
soll, durch gemeyne Stendt be= | willigt vnnd angenommen, inn La-
tein! == | scher vnd Teütscher sprach . | Key . Maiest . Reformation, den
Geystlichen | Standt betreffendt . | Landtfriden der Key . Maie . vnnd
des Heyligen | Reichs, vff gemeltem Reichsstag erklärt, ge= | mehret
vnd gebessert . | Cammergerichts Ordnung, auss allen alten Cam= |
mergerichts Ordnungen vnd Abschiden zusammen gezo * | gen, gebessert
vnd gemehrt, sampt der Güldin Bull, inn | Latein, wie die im Original
steht, mit etlichen andern | Constitutionibus, Vff hieuor gehalten Reichss =
tagen beschlossen . | Reformation vnd Ordnung guter Pollicei im hey =
ligen Reich, zu befürderung dess gemeynen | nützen, vffgericht. | Cum
Gratia et Priuilegio Imperiali . | Auf der Rückseite Druckprivileg Kaiser
Karls V. Augsburg 4. Februar 1548.
Folio, Titel -f 41 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt mit der Schluss-
schrift wie vorige Nummer auf der Vorseite, die Rückseite leer, die
Errata fehlen -f 1 n. gez. leeren Blatt = 43 Blätter. Zweite ver-
besserte Auflage.
Mainz Stadtbibliothek (a 157).
v. Recum a, a. 0. S. 122 (vollständiger Titel). — Würdtwein,
bibl. S. 184.
1) In diesem Druckprivileg heisst es: „Dass vnser vnd dess Reiehs
lieber getrewer Iuo Schürfer Burger zu Meyntz vns zu vnderthenigster ge-
horsam, sich vnternommen hat, den Absehiedt diss yetzgehalten Reichsstags
inn Truck zu bringen, Dessgleichen vnsern Keyserlichen allhie auffgericliten
Landtfriden, Canmiergerichts Ordnung, Pollicey vnnd andere Ordnungen, so inn
Truck zu fertigen, die notturfffc erfar 2C.
2) Es ist wahrscheinlich, dass Ivo Schoeffer auch die Ausschreiben des
Kaisers an die einzelnen Reichsstände zum Augsburger Reichstage druckte
(1. September 1547). v. Recum, Betrachtungen S. 128.
217
— 218 —
104. Sacrae Caesareae Majestatis declaratio, quomodo in negocio
Religionis per imperium usque ad definitionem Concilii generalis vi-
vendum sit . in Comitijs Augustanis XV . Maji Anno M . D . XLVIII.
proposita et publicata & ab omnibus Imperii ordinibus recepta. E ger-
manico versa. Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer 1548.
Folio, Titel + 27 Blätter. »)
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 184 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
v. Recum, Einzelne Betrachtungen S. 104 (Titel). — Catalog Rosenthal-
München 70, 3, S. 301 n. 4554.
105. DEr Römischen | Key sei* liehen Maiestat | Erklärung,
wie es der RelU | gion halben, imm Heyligen | Reich, biss zu Auss-
tieg dess | gemeynen Concilij gehalten | werden soll, au ff dem
Reichss= | tag zu Augspurg, den XV . Maij . im M . D . XLVIII . | Jar
publiciert vnnd eröffnet, vnnd von ge- | meynen Stenden angenommen. |
Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen zwei
Säulen, wie öfter ] Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Rückseite leer.
Blatt 36 Vorseite Holzschnitt: Reichsadler | Gedruckt inn der
Ch urfürstlichen Stadt | Meyntz , durch Iuonem Schöffer , im | Jare , M .
D . XLVIII . | Rückseite leer.
Folio, 36 gez. Blätter. Erste Ausgabe des Interim.* 2 )
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ).
v. Recum, Einzelne Betrachtungen S. 104 (Titel). — Catalog Rosen-
thal-München 70, 1, S. 43 n. 675.
1) Eine amtliche aber provisorische Ausgabe ist: Sacrae Caesareae |
Maiestatis Declaratio , | Quomodo In "Negocio Religionis Per | Imperium vsqz
ad definitione Concilij generalis vi« | uendum sit, in Comitijs Augustanis XV.
May . | Anno 1548 . proposita, et publicata: 2c . e Germani- | ca lingua in La-
tinam, — | versa . & ipsius Maiestatis iussu j Typis excusa, ne autipsi propo-
si« | tioni, aut scripto quod subsequi* | tur, scribentium varietate, I quieqz
possit addi | vel detrahi . | Augustae Vindelico-- | rum Philippus Vlhardus |
excudebat . | 0. J. Quarto.
Mainz Stadtbibliothek (a 106).
Diese Ausgabe, jedenfalls in kleiner Auf läge hergestellt, war zumVer-
theilen an die betheiligten Reichsstände der Gleichförmigkeit des Textes den
Abschriften gegenüber bestimmt. Dieses deutet auch schon der Beisatz auf
der späteren amtlichen Auflage Schoeffers: et ab omnibus Imperii ordinibus
recepta dem blossen: proposita et publicata gegenüber an. Da der Reichstag
zu Augsburg stattfand, wählte man der Bequemlichkeit wegen zur Her-
stellung dieses provisorischen Drucks den Augsburger Buchdrucker Ulharcl,
der auch später noch als amtlicher Buchdrucker des Reichs ähnliche amtliche
Erlasse lieferte.
2) Auch hiervon erschien eine amtliche provisorische Ausgabe: Der
Römischen Kaiser- | liehen Maiestat erclärung, wie es der | Religion halben
im hailigen Reich, oisz zu | ausztrag des gemainen Concilii gehalten | werden
soll, auff dem Reichstag zu | Augspurg, den XV. Maij , | im M . D . XLVIII .
Jar | publiciert vn eröffnet, | vnd von gmainen Stennden angenömen . | Augs-
purg, Philipp Ulhart, | O.Jahr. (1548). Quarto, 34 Blätter.
218
— 219 —
106. DEr Römischen | K eiser liehen Maiestat | Erklärung,
wie es der Reli = | gion halben, imm Heyligen | Reich, biss zu Auss-
tieg dess | gemeynen Concilij gehalten | werden soll, vff dem Reichss = |
tag zu Augspurg, den XV . Maij , im M . D . XLV1II . | Jar publiciert
vnnd eröffnet, vnnd von ge = | meynen Stenden angenommen . | Christo
Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt wie oben | Cum Gratia et Pri-
uilegio Imperiali . | Rückseite leer.
Blatt 36 die Schlussschrift wie oben.
Folio, 36 gez. Blätter, Zweite Ausgabe.
Mainz Stadtbibliothek (a 157).
SchaabI, 611 n. 293.
107. FORMVLA RE= | FORMATIONIS PER CAE- | S ARE AM
MAIESTATEM | Statibus Ecclesiasticis in Comitijs Augustanis ad de- |
liberandum proposita, et ab eisdem, ut paci pub- | licae consulerent,
et per eam Ecclesiarum. ac | Cleri sui utilitati commodius prouide- |
rent, probata et reeepta . | Lindenblättchen | Christo Auspice | PLVS
VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen zwei Säulen, wie öfter | Cum
Gratia et Priuilegio Imperiali . | MOGVNTIAE , | Excudebat 1VO
SCHOEFFER . | Rückseite leer.
Folio, 2 n. gez. Blätter -4- 22 gez. Blätter. Am Ende (22 Vor-
seite) der Reichsadler zwischen Säulen wie öfter, Rückseite leer. 0. J
(1548). Blatt 21 Vorseite grosse Querdruckermarke. 1 )
1) Davon erschien eine amtliche provisorische Ausgabe: Formula re-
formationis per Caesaream Majestäten! statibus ecclesiasticis in coinitiis Augu-
stanis ad deliberandum proposita et ab eisdem reeepta. 0. 0. u. J. u. F. (Augs-
burg P. Ulhard 1548.) Im Zusammenhange mit obiger Augsburger Ausgabe
der Declaratio zusammen (19 n. gez. Blätter folio. Mit Druckermarke.
Ueber diese und Sckoeffers Ausgabe folgende Einzelnheiten. Am 15. Mai
1548 wurde das Interim abgegeben, am 4. Juni 1548 übergab der Kaiser den
geistlichen Reichsständen die Formula reformationis zur Einsicht, am 23. Juni
reichten diese Stände ihr Gutachten ein. worauf der Kaiser den Abschied
des Augsburger Reichstags, wozu auch die formula reformationis gehörte,
durch den Druck zu veröffentlichen beschloss und demselben eine hierauf
bezügliche Einleitung gab. Diese provisorischen Ausgaben sind die in den
Noten zu Nr. 104, K»5 und 107 bezeichneten Augsburger Drucke. Am Samstag
nach Ulrici 1 548 schrieb Weihbischof Heiding von Mainz von Augsburg aus
an den Mainzer Kurfürsten, das Exemplar der Reformation, welches nach
Mainz an den Hof abging, enthalte die Abänderungen und die oben erwähnte
Einleitung des Kaisers nicht, und solle derselbe solches nicht eher drucken
lassen, bis dessen Fassung abgeändert. (A. van Recum, Einzelne Betrachtungen
aus der Geschichte von Deutschland. Mainz 1790. 8°. S. 181.) Auf Wunsch
der geistlichen Stände waren noch einzelne Stellen in der formula reforma-
tionis geändert worden, die das an den Erzkanzler zum Drucke bestimmte
jedenfalls handschriftliche Exemplar nicht besass und damit nicht die end-
gültige amtliche Fassung darbot. Am Itf. Juli 1548 versprach Heiding dem
Kurfürsten von Mainz ein gedrucktes Exemplar mit des Kaisers Einleitung
senden zu wollen (v. Recum a. a. 0. S. lv2). Man hatte demnach unterdessen
die Drucklegung in Augsburg beschlossen. Am Tage vigilia Jacobi apostoli
(24. Juli) 1548 sandte Heiding von Augsburg aus an den Kurfürsten zwei
219
— 220 —
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ).
Wtirdtwein, bibl. S. 184 nach Exemplar in der Frankfurter Dom-
bibliothek. — Schaab I, 612 n. 296. — Moüfang, Mainzer Katechismen
S. 63. — Catalog Rosenthal -München 70, 3, n. 4554.
108. Römischer Keyser- | licher Maiestat, | vnd dess heyligen
Reichs Landtfriden, | auff dem Reichsstag zu Augspurg declariert, er=
neüwert, auffgericht, vnnd beschlossen | Anno Domini M . D . | XLVIII .
Christo Auspice, | PLVS VLTRA . | Holzschnitt : Kaiser zwischen zwei
Säulen, wie öfter | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali. | Ge-
druckt inn der Chürfürstlichen Stadt | Meyntz, durch Iuonem Schöffer, |
Anno M . D . XLVIII . | Rückseite leer.
Am Ende : Gedruckt inn der Churfürstliclien Stadt | Meyntz, durch
Iuonem Schöffer, im | Jare, M . D . XLVIII . | Rückseite leer.
Folio, Titel + 23 gez. Blätter.
Mainz Stadtbibliothek (a 157).
Schaab I, 612 n. 295.
109. Römischer Keyser = | licher Maiestat, | vnd dess heyligen
Rcychs Landtfriden, auff | dem Reichsstag zu Augspurg declariert, er- |
neüwert, auffgericht, vnnd beschlossen, | Anno Domini M . D . | XLVIII . j
Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt wie in voriger Nummer |
Cum Gratia et Priuilegio, etc. | Gedruckt inn der Chürfürstlichen
Stadt | Meyntz, durch Iuonem Schöffer, | Anno M . D . XLVIII . | Rück-
seite leer.
Vorseite von Blatt 23 die Schlussschrift wie oben, Rückseite leer.
Folio, Titel und 23 gez. Blätter.
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ).
Eine dieser beiden Ausgaben erwähnt Würdtwein, bibl. S. 184
nach Exemplar zu Amorbach.
110. DEr Römischen | Kay. Mai. vnd | gemeyner Stend dess |
heyligen Reichs ange* | nommene vnd bewilligte Cammergerichts Ord-
nung, | zu befürderung gemeynes nutzes, auss allen alten Cam- | mer-
gerichts Ordnungen vnd Abschieden, jetzt vff dem | Reichsstag zu
gedruckte Exemplare der Reformation ein (v. Recum a. a. 0. S. 182) und
schrieb am Donnerstag nach Jacobi 1548 von Mainz aus wegen des Drucks
des Augsburger Abschieds an den Kurfürsten von Mainz (v. Recum a. a. 0.
S. 183—185). Am 3. August 1548 sandte Kaiser Karl V. dem Mainzer Kur-
fürsten die Reformation, wie er solche hier (mithin zu Augsburg) habe ge-
druckt ausgehen lassen und ersuchte denselben, solche dem Reichstagsab-
schied beim Drucke einzuverleiben (van Recum, a. a. 0. S. 187). Der Druck
der Hauptauflage erfolgte nun vom Reichskanzleramt angeregt bei Ivo Schoeffer
1548 und zwar jedenfalls noch im August d. J.
Eine weitere Ausgabe der declaratio S. C. Maj. quomodo in negotio
Religionis per Imperium usque ad definitionem concilii generalis vivendum
sit, in comitiis Augustanis anno 1548 proposita und der Reformatio in decla-
ratione promissa, erschien inQuarto auf 56 Blättern Coloniae Gennepaeus 1548.
220
— 221 —
Augspurg, Anno Domini | M . D . XLVIII . von newem zu* | sammen
gezogen, gemehrt vnd | gebessert . it . | Christo Auspice | PLVS VL-
TRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie öfter | Cum Gratia
& Priuilegio Imperiali, &c . | Gedruckt inn der Chürfürstlichen Stadt
Meyntz, | durch Iuonein Schöffer . Anno | M . D . XLVIII . | Rück-
seite leer.
Folio, 11 n. gez. Blätter + 1 leerem Blatt + 180 gez. Blätter,
die Errata am Ende in kleinerer Schwabacher Type als der Text.
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ).
111. Dasselbe, andere Ausgabe, abweichend im Satze, 176 gez.
Blätter, ohne Errataverzeichniss am Ende.
Mainz Stadtbibliothek (a 157 defect im Inhaltsverzeichniss).
112. AVREA BVLLA | CAROLI QVARTI ROMANO- | RVM
IMPERATORIS, | & Regis Bohemiae, &c . |
Omnipotens aeterne Deus spes unica mundi,
Qui coeli fabricator ades, qui conditor orbis,
Tu populi memor esto tui, sie mittis ab alto etc.
(14 Verse).
Cum Gratia & Priuilegio Imperiali, &c . | MOGVNTIAE EXCV-
DEBAT | IVO Schoeffer, Anno Domini | M . D . XLVIII . | Rückseite
leer. Blatt 1 grosser Initial J.
Folio, 2 n. gez. Blätter -f- 26 gez. Blätter, grosse Antiquatype.
Blatt 26: Errata, Rückseite von 26 leer.
Mainz Stadtbibliothek (5 f 390).
Catalog Antiquariat Rosenthal -München 70, 3, 4554.
113. Römischer kaiserlicher Maiestat vnd des heiligen Reichs
sondere Constitutiones auff etlichen hieuor gehaltenen Reichsstagen
vffgericht vnd beschlossen etc.
Mainz Ivo Schoeffer 1548.
Folio.
Quelle: Unbekannt.
Handschriftlicher Zusatz in Bodmanns Handexemplar von Würdt-
wein, bibl. Moguntina von dessen Hand. Die Ausgabe selbst ist auch
nach 102 und 103 vorauszusetzen.
114. DErRömi* | sehen Key - | serlichen Maiestat | Ordnung vnd
Reforma- | tion, guter Pollicey, zu | befürderung dess gemey- | nen
nutz, vff dem Reichsstag zu Augspurg, | Anno Domini M . D . XLVHI .
vffgericht . | Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser
zwischen Säulen, wie öfter | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Ge-
druckt inn der Chürfürstlichen Stadt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer,
im Jare | M . D . XLVIII . | Rückseite leer.
Auf dem vorletzten Blatt Vorseite Holzschnitt : Reichsadler | und
221
— 222 —
die Scklussschrift : Gedruckt inn der Churfürstlichen Stadt | Meyntz,
durch Iuonem Schöffer, im | Jare, M . D . XLVIII . | Rückseite leer.
Folio, Titel + 34 gez. Blätter -f- 1 n. gez. leeren Blatt, jedes
Blatt mit der Ueberschrift : Pollicey 1548 . zu | andere Seite: Augs-
purg vffgericht . |
Mainz Stadtbibliothek (a 157).
Schaab I, S. 610 n. 292.
115. ACTA ET DE. | CRETA SYNODI DIOECESA- | nae
Mogunt . praesidente Reuerendissinio in Christo Pa- | tre , et Ampliss.
Principe , Domino D. Sebastiano , Ar - | chiepiscopo Moguntino , Sacri
Rom . Imperij per Ger- | maniam Archicancellario, et Principe Electo- |
re, etc . celebratae decima nona die Nouem - | bris, Anno M . D . XLVIII . j
Holzschnitt: Alliancewappen Mainz - v. Heusenstamm , oben darin die
Zahl 1548 j Cum Gratia & Priuilegio, &c . | MOGVNTIAE, Excudebat
iuo Schoeffer, | Anno M . D . XLVIII . | Rückseite leer.
Folio, Titel -f- 11 gez. Blätter, Rückseite des letzten leer. Blatt
11 Vorseite steht: Actum & Conclusum Moguntiae apud Ecclesiam |
Metropolitanain in Amplissimo Synodi Consessu, & | mox in eiusdem
Ecclesiae Choro publicatum, nulla inte = | rim Mysticorum Sacrorum &
Ceremoniarum more atqz | instituto Maiorum consueta Solennitate prae-
termissa, | Anno Domini M . D . XLVIII . die vicesima quar- | ta No-
uembris . j Rückseite leer. Grössere Antiquatype.
Mainz Stadtbibliothek (a 148 und a 154), Darmstadt Hofbibliothek,
an Handschrift Nr. 200 angebunden, mit colorirtem Titelholzschnitt.
Würdtwein, bibl. S. 185 nach Exemplar im Frankfurter Dom. —
Moufang, Mainzer Katechismen S. 64. — Schaab I, S. 609 n. 290.
1549.
116. SACRAE CAESA= | REAE MAIESTATIS DECLA- | RA-
TIO , QVOMODO IN NE - | gocio Religionis per Imperium usqz ad
definitionem | Concilij generalis uiuendum sit, in Comitiis Au- | gusta-
nis XV . Maij , Anno M . D . | XLVIH . proposita , et publi - | cata , et
ab omnibus Imperij | ordinibus recepta . | Lindenblättchen | Christo
Auspice | PLVS VLTRA . | Druckermarke | Cum Gratia et Priuilegio
Imperiali. | MOGVNTIAE, | Excudebat IVO SCHOEFFER, | Anno
M . D . XLIX . [
Grossquarto, 1 — 27 gez. Seiten, letzte Seite leer. 1 )
Leipzig Univ. -Bibl.
v. Recum, Einzelne Betrachtungen aus der Geschichte Deutsch-
lands, S. 104 Note (vollständiger Titel). — Würdtwein, bibl. S. 188.
— Catalog Rosenthal - München 70, 1, 43 n. 675.
1) Mittheilung aus Leipzig.
222
— 223 —
117. DEr Römischen | Kaiserlichen Maiestat | Erklärung-, wie es
der Reli= | gion halben, imm Hey 1 igen | Reich, biss zu Ausstrag dess |
gemeynen Concilij gehalten | werden soll, vff dem Reichss* | tag zu
Augspurg, den XV. Maij , im M . D . XLV1II . | Jar publiciert vnnd
eröffnet, vnnd von ge- | meynen Stenden angenommen . | Christo
Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie
öfter | Cum Gratia & Priuilegio Imperiali . |
Am Ende : Gedruckt inn der Chürfürstlichen Stadt | Meyntz, durch
Iuonem Schöffer, iili | Jare, M . D . XLIX . |
Grossquarto, 36 Blätter mit den Signaturen A — J. l )
München k. Hof- und Staatsbibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 190 ohne Angabe des Druckers nach Exem-
plar der Mainzer Seminarbibliothek. — v. Recum, Einzelne Betrach-
tungen S. 104 Note (vollständiger Titel). — Schaab I, S. 614, n. 307.
118. Formula reformationis per Caesarearu Majestäten! statibus
Eeclesiasticis in Comitiis Augustanis ad deliberandum proposita etc.
Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer. 0. J. (1549).
Quarto.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 189.
119. Römischer Keyser = | lieber Maiestat, | vnd dess Heyligen
Reichs Landtfriden, | auff dem Reichsstag zu Augspurg declariert, er=|
neüwert, auffgericht, vnd beschlossen, | Anno Domini M. D . XLVI1I |
Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt : Kaiser zwischen Säulen,
wie öfter | Cum Gratia & Priuilegio Imperiali . | Gedruckt inn der
Chürfürstlichen Stadt Mevntz, | durch Iuonem Schöffer, im Jare, | M.
D . XLIX . |
Blatt 23 : Gedruckt inn der etc. wie auf dem Titel.
Quarto, Titel + Blatt 1 — 23 (Bogen A — F).2)
München k. Hof- und Staatsbibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 190 ohne Angabe des Druckers nach Exem-
plar der Carmeliter in Frankfurt. — Schaab I, S. 614, n 306.
120. DEr Römischen | Kay . Mai . vnd | gemeyner Stend dess |
heyligen Reichs ange= | nommene vnd bewilligte Cammergerichts Ord-
nung, | zu befürderung gemeynes nutzes, auss allen alten Cam~ | mer-
gerichts Ordnungen vnd Abschieden, jetzt vff dem | Reichsstag zu
Augspurg , Anno Domini | M . D . XLVIII . von newem zu = | sammen
gezogen, gemehrt vnd | gebessert . etc . | Christo Auspice, | PLVS VL-
TRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie öfter | Cum Gratia &
Priuilegio Imperiali, <£c . | Gedruckt inn der Chürfürstlichen Stadt
Meyntz, | durch Iuonem Schöffer. Anno | M . D . XLIX . |
1) Mittheihmg aus München.
2) Desgleichen.
223
— 224 —
Die Schlussworte der Ordnung lauten: Geben vnd gesche- | hen
in vnser vnd dess heyligen Reichsstatt Augspurg, | auff den letsten tag
dess Monats Junij, nach Christi | vnsers lieben Herrn Geburt im fünff-
zehenhundert | vnd acht vnd vierzigsten | . . . vnd vnserer Reich im
drei | vnd dreissigsten .Taren . |
Quarto, 11 n. gez. Blätter | 1 n. gez. weissem Blatt -}- 178 gez.
Blätter (Bogen A — Z, a - z, aa) und noch zwei Blätter. *)
München k. Hof- und Staatsbibliothek, germanisches Museum in
Nürnberg.
Würdtwein, bibl. S. 187 — 188 nach Exemplar der Gräflich Ostein'-
schen Bibliothek. — Schaab I, S. 614 n. 304.
121. AVREA BVLLA | CAROLI QVARTI ROMANO- | RVM
IMPERATORIS, | & Regis Bohemiae, &c . |
Omnipotens aeterne Deus spes unica mundi etc.
(14 Verse, wie in voriger Ausgabe).
Cum Gratia & Priuilegio Imperiali, &c . | MOGVNTIAE EXCV-
DEBAT | IVO Schoeffer, Anno Domini | M . D . XLIX . | Rückseite leer.
Folio, 2 n. gez. Blätter -f 25 gez. Blätter -f 1 leeren Blatt.
Mainz Stadtbibliothek (a 157), Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein, bibl. S. 189 (als Quarto). — Klemm, Catalog S. 65
n. 126. — Schaab I, S. 615, n. 309.
122. Römischer Keyserli- | eher Maiestat, und | dess heyligen
Reichs sondere Con= | stitutiones, vff ertlichen, hieuor, gelial * | tenen
Reichsstagen vffgericht | vnd beschlossen, 2C |
Mainz Ivo Schoeffer 1549.
Folio, 26 Blätter.
Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein, bibl. S. 189. — Klemm, Catalog S. 65 n. 127. —
Schaab I, 614 n. 305. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70,
3, 4554.
123. Der Rom. Kays. M. Ordnung und reformation guter Polli-
cey etc. Mayntz Ivo Schoeffer 1549.
Folio.
Quelle : Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 189 nach Exemplar in der Abtei Arnsburg,
aber dem Johann Schoeffer zugeschrieben.
124. Johann Dietenberger, Catechismus. Evangel. Bericht und
Christ. Unterweisung des fünemlichsten Stück des christl. Glaubens.
Meyntz Iuo Schoeffer 1549.
Duodez. Mit vielen Holzschnitten. Sechste Mainzer Ausgabe.
Quelle: Unbekannt,
I) Mittheilung aus München.
224
— 225 —
Wedewer, Dietenb erger S. 480. — Catalog Antiquariat Rosenthal-
München XXXVII, 51 n. 1034. Preis 18 M.
125. EROTEMATA | TRIVII . | HOC EST, | GRAMMATICAE, |
DIALECTICAE, | RHETORICAE, | Quaestiones, Ex doctissimorum no-
stri seculi uiro* | rum libris, in puerorum usum congestae, Per | JOAN.
SPANGENBERG . | Herdesianum , apud Northusia= | nos Verbi Dei
mi = | nistrum . | Kleinste Druckermarke | Excusum Anno M . D . XLIX . |
Roth - und Schwarzdruck. l )
Kleinoctavo, 3 n. gez. Blätter -f- 175 gez. Blätter + 13 n. gez.
Blätter Register, Text Cursivantiqua, Vorwort Antiqua. Mit einem Holz-
schnitt Blatt 79 Rückseite.
Mainz Stadtbibliothek (a 21). 2 )
126. STATVTA CON^ | SISTORIALIA IVDICIORVM SPI= |
ritualium Inclitae Ciuitatis & Dioecesis Moguntiü . per | Reuerendissi-
mum in Christo Patrem, atqz amplissimum | Principem & Dominum,
Dominum Sebastianum diui- | na gratia Archiepiscopum Moguntin .
Sacri Romani | Imperij per Germaniam Archicancellarium , Principem |
Electorem, iam recens reformata, & in iustum or- | dinem redacta:
Adiunctis in Judicio proce- | dendi modo, atqz omnium processuum |
taxis, Necnon plaerisqz alijs quae | in veteribus Statutis de- | sideran-
tur . | Holzschnitt: Wappen Mainz - v. Heusenstamm wie in den Statuten
1548 aber ohne die Jahrzahl 1548 oben | MOGVNTIAE, | Excudebat
Iuo Schoeffer, Anno | M . D . XLIX . | Rückseite leer.
Folio, Titel + 28 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt Errata, Rück-
seite des letzten Blatts leer.
Mainz Stadtbibliothek (dreifach vorhanden, wovon ich a 147 und
a 157 benützte).
Würdtwein, bibl. S. 188. — Schaab I, S. 614 n. 308.
127. Brevis iustitutio ad Christianam Pietatem, secundum doc-
trinam catholicam, continens : expjicationem Symboli Apostolici, Ora-
tionis Dominicae, Salutationis Angelicae, Decem Praeceptorum, Septem
Sacramentorum. Ad usum puerorum nobilium, qui in Aula reverendiss.
in Christo patris et amplissimi principis et Domini, Domini Sebastiani
archiepiscopi Moguntin. et principis electoris etc. erudiuntur. Per R.
in Christo patrem ac D. D. Michaelem Episcopum Sidoniensem et suflra-
ganeum Mogunt. Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer Anno MDXL1X.
Roth- und Schwarzdruck.
Am Ende: Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer An. MDXLIX.
Grosse lange Druckermarke.
1) Eine weitere Auflage erschien nach dem Index libroruni prohibi-
torum 1551, ob aber zu Mainz, ist nicht erwähnt. Reusch, indices S. 111.
2) Johann Spangenberg (f 1 550) ist der Musiker dieses Namens, seine
Questiones musieae in usum seholarum Nortliusianae erschienen Wittenberg
o. J. (1536). Fetis, biographie VIII, 75. vgl. Goedeke, Grundriss I, 180.
225
Beiheft 9. 15
— 226 —
Octavo, 78 gez. Blätter, mit 23 Holzschnitten. Catechismus Mi-
chael Heidings für den Unterricht der Edelknaben am Mainzer Hofe,
von dessen grossem lateinischen Catechismus verschieden. Erste Mainzer
Ausgabe. *)
Quelle: Unbekannt.
Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 1 (dessen Titel hier
wiederholt). — Würdtwein bibl. S. 189 nach Exemplar im Frankfurter
Dom. — Schaab I, S. 615, n. 312. — Catalog Antiquariat Rosenthal-
München XXXVI, n. 962. Preis 27 M. — Moufang , Katholische Ka-
techismen S. 365 Note. — Marchand, histoire de fimprimerie Supple-
ment Mercier S. 30.
128. DIALECTICA ] IOANNIS | CAESARII, PO- | STREMO
IAM AB IPSO AV- | tore diligentior recognita, atqz locuple- | tior
quam anteä reddita . | Cui adiecimus Joannis Murmellij 2 ) Isagogen in
decem | Aristotelis Praedicamenta . | PRAETEREA ACCESSIT | Trac-
tatus de decem Praedicamentis , ex Diui Seuerini Boe= | thij de TRI-
NITATE libro, per Joan- | nem Caesarium in compendium contractus, |
et scholijs illustratus . | Kleinste Druckermarke | MOGVNTIAE, | ANNO
M . D . XLIX . | Rückseite leer. Dem Wilhelm von Riffensteyn wie die
vorigen Auflagen gewidmet. Zweite Mainzer Auflage.
1) Heidings grosser Katechismus erschien mit folgendem Titel: CON-
STITV | TIONES | CONCILII PROVINCIALIS | MOGVNTINI, I Sub Reue-
rendiss. in CHRISTO Patre | & Ampliss. Principe & Domino, Dn. SE | BA-
STIAN Archiepiscopo Mogun | tino, SacriRoma. Imperij perGermani- | am
Archicancellario & Principe Electo- | re &c. sexta Maij, Änno Domini | M.D.
XLIX . celebrati . | His accessit | INST1TVTIO AD | pietatem Christianam,
secudum Doctri- | nam catholicain, complectens Explica- | tionem Symboli
Apostolici, Orationis | Dominicae, Angelicae Salutationis, De - | calogi, & Septem
Sacramentorum . | Moguntiae , M . D . XLIX . | Mit Titeleinfassung. Auf der
Rückseite des Titels das Druckprivileg, worin unten das Mainz - v. Brendel
Wappen in Holzschnitt.
Folio , 8 n. gez. Blätter + CCLXVII gez. Blätter -f- 1 n. gez. Blatt,
dessen Vorseite leer, auf der Rückseite die Pelicandruckmarke Behems.
Auf der Rückseite des vorletzten Blatts: MOGVNTIAE | APVD D.
VICTOREM, ADMODVM | diligenter excudebat Franciscus Behem Typogra-
phus . | Mense Septembri, Anno | M . D . XLIX . | Laus & gratiarum actio Deo
Opt. Max . |
Mainz Stadtbibliothek.
Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 185. — Widmann, Franz Behem
S. 84 n. 10. — Catalog Antiquariat Rosenthal- München 72, 125 n. 1899. Preis
1 5 Mark, vgl. Moufang, Mainzer Katechismen S. 65. — Joannis, rerum Mogunt.
III, S. 3 1 2. — Ueber Wigands Angriffe auf diesen Katechismus vgl. Adaini,
vitae theologorum. Frankfurt 1756. Folio. S. 288, der (S. 294) ausdrücklich
diesen den Mainzer Concilstatuten angehängten Katechismus als Ursache der
Angriffe Wigands bezeichnet.
2) Ueber Johann Murmelius vgl. Goedeke, Grundriss IL Aufl. I, 422.
— D. Reichling, Johannes Murmelius. Sein Leben und seine Werke. Frei-
burg-Baden 1880. — Zeitschrift für Geschichte und Alterthumskunde West-
phalens. 1840. 3, 113.
226
— 227 —
Kleinoctavo. Zweierlei Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek (3. m. 186 d , das Exemplar hat 8 n. gez.
Blätter, bricht aber mit der gez. Seite 342 des Textes defect ab).
1550.
129. Hofmeisterus Jo. x ) Loci communes rerum theologicarum, quae
liodie in controversia agitantur, ad regulam et consensum catholicae
ecclesiae e S. Patrum sententiis confecti. Moguntiae Excudit Ivo Sclioetfer.
1550. Am Ende: 1549.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 190. — Schaab I, S. 617 n. 321. — Andere
Ausgaben sind 0. 0. 1547, Ingolstatt 1550 (Mainz Seminarbibliolhek)
und Ingolstatt 1555.
130. BREVIS | INSTITVTIO AD CHRISTI A = | nam Pietatem,
secundum Doctrinam | Catholicam continens. |
SSymboli Apostolici,
Orationis Dominicae,
Salutationis Angelicae,
^ Decem Praeceptorum,
Septem Sacramentorum.
AD VSVM PVERORVM NO = | bilium, qui in Aula Reuerendiss.
in Christo | Patris, et amplissimi Principis et Domini, | Domini SE-
BASTIANI Archiepiscopi | Moguntin. et Principis Electoris, &c . | eru-
diuntur, conscripta . | Per R. in Christo patrem ac D. D. | Michaelem
Episcopum Sidonien = | sem, et Suffraganeum | Mogunt . | MOGVNTIAE, |
Excudebat Iuo Schoeffer, Anno 1550 . | Auf der Rückseite Holzschnitt:
Alliancewappen Mainz - v. Heusenstamm. Blatt 2 Vorseite (Ajj) Holz-
schnitt.
Kleinoctavo, Titel -}- 78 gez. Blätter, grosse Antiquatype, + 1 n.
gez. Schlussblatt, auf dessen Rückseite die grosse lange Druckermarke.
Blatt 78 Rückseite: MOGVNTIAE, | Excudebat Iuo Schoeffer, | Anno
M . D . L . | Mit zahlreichen Holzschnitten. Zweite Auflage des Mainzer
Edelknabencatechismus Heidings.
Mainz Stadtbibliothek (a 17).
Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 1. — Archiv für hes-
sische Geschichte III, 2, 19 nach Weisslinger, catalogus (Strassburg) S. 190.
131. Erasmi Roterdami Opus de conscribendis epistolis. Joannis
Ludou. Viuis Valentini Libellus vere aureus. Conrad! Celtis Metho-
1) Ueber den Augustiner Johann Hoffmeister vgl. Zeitschrift für Ge-
schichte des Oberrheins. Neue Fola*e VI, 172 f. — v. Druffel, Der Elsässer
Augustinermönch Joh. Hoffmeister und seine Correspondenz mit dem Ordens-
general liier. Seripando. München (Abhandlungen der Academie) 1878.
227
15*
— 228 —
dus . Christophori Hegendorphini Epithome ic . Moguntiae Ivo Schoef-
fer 1550.1)
Quelle: Unbekannt.
Kleinoctavo, Titel und Vorwort 2 Blätter + 574 gez. Seiten -\-
leerem Blatt und weiterem leeren Blatt, auf dessen Rückseite die
grössere Druckermarke, Cursivantiqua.
Leipzig Sammlung Klemm, Darmstadt Hofbibliothek (C/2869).
Klemm, Catalog S. 433 n. 912. — Archiv für hessische Geschichte
III, 2, 18 nach Hirsching, Versuch IV, 164, wonach ein Exemplar in
der Nürnberger Stadtbibliothek — Murr, memorabilia bibliothecarum
Norimbergensium II, S. 299 n. 139.
132. Novum Testamentum latinum Erasmi Rot, editio postrema
cum concordantiis , c. calendario Romano etc. Moguntiae Ivo Schocf-
fer 1550.
Octavo, 24 n. gez. Blätter + 820 gez. Blätter -f 2 n. gez. Blätter.
Mit drei Druckermarken und vielen Holzschnitten.
Quelle: Unbekannt.
Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 2, 207 n. 3054. Preis
18 M. Fehlt bei Masch, bibl. Sacra III, 601.
133. Caesarii Dialectica recognita et locupletata etc. Moguntiae
Ivo Schoeffer 1550.
Octavo. Dritte Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Archiv für hessische Geschichte III, 2, 18 nach Weisslinger, Ca-
talogus (Strassburg) S. 37. — Catalogue de van de Velde I, 372 n. 4345.
134. IOANNIS | MVRMELLII RV- | REMVNDENSIS, VIRI
DO= | ctissimi, PAPPA puerorum, unä cum certissi = | mis Syntaxeos
praeceptionibus : Libellus pla = | ne aureus, iam recens recognitus, atqz |
aliquot uocabulorum Chilia- | dibus, Adagijs , uerbo= | rumqz Copia
au = | ctus . | Kleine lange Druckermarke | MOGVNTIAE | APVD IVO-
NEM SCHOEFFER, | Anno M . D . L . | Rückseite leer. Herausgeber
ist Gervasius Sopherus aus Breisach.
Zweite Mainzer Ausgabe dieser Schrift.
Kleinoctavo, 8 n. gez. Blätter -f- 222 gez. Seiten -f- leerem Blatt,
Antiqua, die Ueberschriften in Schwabacher Type. Seite 222: MO-
GVNTIAE, | EX OFFICINA IVONIS | Schoeffer, Anno ä | Christo
nato, | M . D .' L . |
Mainz Stadtbibliothek (1. z b 1320 a ).
1) Eine andere Auflage erschien Mainz 1556. 8°. Institutio epistolaruni
scribendarum cum Erasmo, Vive et Celte. Ob Ivo Schoeffers Erzeugniss?
Schunk, Beiträge III, S. 4 1 7.
228
— 229 —
1551.
135. ALgerus von der | Warheyt, des aller heylig* | sten Leibs
vnd Bluts, vnsers Herren Jhe^ ] su Christi, verdeudscht durch Nico-
laum | Hug Laudenburger . | II . Esdre . III . | Die Warheyt vberwindt
alle dieng . | Holzschnitt | Gedruckt zu Meyntz, bei Iuo Scköffern, | Jm
Jare | M . D . LI . | Am Ende: Anno 1550. |
Quarto, CCXXI gez. Blätter. Dem Grafen Werner von Zimbern
gewidmet. [ ) Uebersetzung der Schrift Algers von Lüttich : De veritate
corporis et sanguinis domini nostri Jesu Christi in sacramento Eucha-
ristiae cum refutationibus diversis circa hoc haereseon. Ex recogn.
Des. Erasmi Rot. Friburgi Brisg. Emmeus Juliac. 1530. (8 Blätter -f
103 gez. Blätter Octavo).
Mainz Stadtbibliothek (11. ii. 526), Mainz Seminarbibliothek, Darm-
stadt Hofbibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 193 nach Exemplar der Frankfurter Dom-
bibliothek. — SchaabI, 619 n. 340.
136. KEyser Karl des fünff= | ten Newe Mtintz Ordnung, | Sampt
Valuierung der ! Guldin vnd Silberin Müntzen. Vnd | darauff eruolgtem
Keyserlichen Edict, | zu Augspurg, alles iili Jar | M . D . LI . auff= |
gericht vnd auss = | gangen . | Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holz-
schnitt : Reichsadler zwischen bekrönten Säulen, wie öfter | Cum Gratia
& Priuilegio Imperiali. | Getruckt zu Meyntz , durch Iuonem Schöffer . |
Rückseite leer.
Folio, Titel + 31 gez. Blätter, mit Münzabbildungen. 2 )
Mainz Stadtbibliothek (* Y 72).
v.Zahn und Jaensch- Dresden, Yersteigerungscatalog Sammlung
Klemm S. 63 n. 966. — Periodische Blätter der Geschichts- und Alter-
thumsvereine zu Cassel, Darmstadt , Frankfurt a. M. , Mainz und Wies-
baden 1855 n. 4. S. 110 — 111.
1 ) Wernher Graf von Zimbern ist Verfasser einer Chroniksaimnlimg be-
treffend das Erzstift Mainz und die demselben untergebenen Bisthümer bis
1 5Ö5. vgl. Oentralblatt für Bibl. V (IS88) S. 311 über dessen Mainzer Chronik.
wovon Exemplare in Weimar (Originalhs.) , Pommersfelden, Mainz (zwei Ab-
schriften), Wolfenbüttel, München (Habeis Nachlass, ehedem Bodmann gehörig).
Wernhers Wonnser Bischofschronik in deutscher Sprache befindet sich in der
fürstlich von Fürstenbergischen Bibliothek zu Donaueschingen, vgl. Kapp,
Geschichte des deutschen Buchhandels. 1. 812 Note 32.
2) Eine amtliche provisorische Ausgabe ist: Kaiser Karl des fünlTten |
Newe Müntzordnung , | Sampt Valuierung der Gulden vnd Silberin Müntzen.
Vnd | darauff eruolgtem Kaiserlichen Edict, j zu Augspurg, alles im Jar | M .
D . LI . auf: | gerieht vnd auss | gangen . j Holzschnitt: Reichsadler zwischen
zwei bekrönten Säulen, an deren Mitte Spruchbänder, links: PLVS, rechts:
VLTRA j von jedoch anderem Schnitt als in den Drucken Iv<> Schoeffers |
('um Gratia & Priuilegio Emperiali. | Getruckt zu Augspurg, durch Philip))
Vlhart. | Rückseite leer. Blatt 2 (Ajj) beginnt die Ordnung.
Folio, 30 n. gez. Blätter, mit Münzabbildungen auf der Rückseite von
Blatt 29.
Mainz Stadtbibliothek (a 176).
221)
— 230 —
137. DIALECTICA | CHASPA* | RI RHODOLPHI | NATIONE
S VEVI, APVD | nobile Marpurgum eam artem profiten ? | tis, ab Authore
diligenter reco = | gnita, et locupletata . | ADCESSERVNT DE PRAE = |
DICAB1LIBVS, PRAEDICA^ | mentis, Finitionibus, et Diuisionibus,
Propositionibus, | Argument ationibus , Locis tarn Sophisticis quam Dia |
lecticis Tabulae dilucidae : Vsus praeterea ac uia paran | dae Copiae :
ex locis Dialecticis: In fine de Ra = | tione disputandi Ludouici Viuis
Libellus non inutilis . | Kleinste Druckermarke | MOGVNTIAE ANNO
M . D . LI . | Dem Professor August Sebastian Nutzaenus in Marburg
gewidmet Marburg VIII idus Julias 1534.
Sedez, mit einer Doppeltabelle, Antiquacursiv.
Mainz Stadtbibliothek (a 5, defect, nur 59 n. gez. Blätter bis
Signatur H 3 ).
138. Johann Dietenberger , Catechismus. Evangel. Bericht und
christliche Unterweisung der fürnemlichsten Stück des christlichen
Glaubens.
Meyntz Ivo Schoeffer 1551.
Duodez, mit Holzschnitten. Siebente Mainzer Auflage.
Quelle: Unbekannt.
Moufang, Mainzer Katechismen S. 34. — Wedewer, Dietenberger
S. 480. — Catalog Antiquariat Rosenthal -München XXXVII, 51 n. 1035.
Preis 6 M.
139. ABschiedt Der | Rom. Keys. Majest, vnd ge? | meiner Stend,
vff dem Reichsstag zu Aug= | spurg vffgericht, Anno Domini | M . D .
LI . | Holzschnitt: Reichsadler zwischen zwei Säulen | Gedruckt inn
der Chürfürstlichen Stadt Meyntz, durch Iuonem Schöffer, im | Jare,
M . D . LI . | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Rückseite leer.
Folio, 2 n. gez. Blätter -\- 37 gez. Blätter -f- 1 leeren Blatt.
Mainz Stadtbibliothek (a 157, *W 10 und * W 10 il ), Leipzig
Sammlung Klemm, Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek.
Würdtwein, bibl. S. 193. — Klemm, Catalog S. 65 n. 128. —
Schaab I, 619 n. 339.
140. Titi Liuij dess | aller Redsprechsten vnd Hochbe* | rümpsten
Geschichtschreibers, Römische Historien, | jetzundt mit gantzem fleiss
besichtigt, gebessert vnnd gemehret . | Welche allen Rittermessigen,
Gewaltigen, Regierern der Landt vnd | Stett, so sich inn Tugent,
Mannheyt, oder Ritterlichen thatten | vnderstehn zu üben, nit alleyn
zu lesen lüstig, sonder jnen, auch | eynem jeden menschen gemeynes
standts, vast nütz^ | lieh, vnnd zu wissen noth seindt 7c~e. | Holz-
schnitt aus vier Stöcken bestehend | Getruckt inn der Chürfürstlichen
Statt | Meyntz, durch Iuonem Schöffer, | im Jare | M . D . LI . | Rück-
seite leer.
Mit dem Specialtitel nach Blatt CCCCL: Das vierdt theyl | der
Römischen historien, | auss fünff büchern Titi Liuij im la = | tein newlich
230
— 231 —
erfunden, vnd verteilt = | sehet, zwey durch Xicolaum Car* | bachium,
die ander drey | durch Jacobum | Micyl = | lum . | Lindenblättchen | Mit
Einfassung. Rückseite leer.
Folio, 1 1 n. gez. Blätter -f 1 n. gez. Blatt Holzschnitt -f CCCCL
gez. Blätter. Der vierte Theil hat Titel -f XCHI Blätter mit neuer
Foliirung. Die Widmung an Kaiser Max I. ist vorhanden. Achte
Mainzer Auflage.
Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 355), Leipzig Sammlung Klemm.
Würdtwein. bibl. S. 193. — Klemm, Catalog S. 483 n. 913. —
Schaab I, 619 n. 341. — Goedeke. Grundriss L 289.
141. P. Ouidij Nasonis dess aller Sin = | reichsten Poeten Meta-
morphosis, Das | ist von der wunderbarlicher Verenderung der Gestalten
der Menschen. | Tliier. vnd anderer Creaturen . :c . Jederman lüstlich,
besonder aber allen Malern, | Bildrhauwern , vnnd der gleichen allen
Künstlern nützlich, Von wegen | der ertigen Inuention vnnd Tichtung.
Etwan durch den | Wolgelerten M. Albrechten von Halberstatt in
Reime | weiss verteutscht. Jetz erstlich gebessert vnd mit Fi- | guren
der Fabeln gezirt. durch Georg | Wickram zu Colmar :c . | Epimy-
thium | Das ist | Der Lustigen Fabeln des obgemeltes buchs Ausslegung,
jeder | man kurtzweilig. vornemlich aber allen Liebhabern der | Edeln
Poesi stadtlicli zu lesen. Gerhardi | Lorichij Hadamarij . | Getruckt zu
Meyntz bei Iuo Schöffer mit Keyserlicher Ma= | iestat Gnad vnd frei-
heyt nit nach zu Trucken . :c . | Anno . M . D . LI . | ') Mit Titel-
holzschnitt.
Folio, 10 n. gez. Blätter -f- 155 gez. Blätter. Zweite Auflage,
mit 48 Holzschnitten und vielen Zierleisten.
Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek (Pe 311). Leipzig
Sammlung Klemm, Berlin kön. Bibl.
Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon U. S. 281 n. 15555. — Klemm.
Catalog S. 66 n. 129. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 19 f. —
Ebenda II, 498. — Degen, Literatur der Uebersetzungen der Römer II,
156 — 158. — Goedeke. Grundriss I, 87. — Catalog Antiquariat Rosen-
thal-München XLII, 117 n. 840. Preis 60 M. — Weitere Auflagen er-
schienen Frankfurt 1581 (Goedeke II, 462) und Frankfurt J. Sauer 1609
in Quarto, beide mit Holzschnitten des Virgil Solis.
142. Erasmi Roterodami novum testamentum. Moguntiae 1551.
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Würdtwein, bibl. S. 194 nach Exemplar im Mainzer Seminar (nicht
mehr vorhanden).
1552.
143. Des heyligen Römischen Reichs Ordnungen. Die gülden
bulla, sampt aller gehaltner Reichstag abschieden, besonderlich auch
1) Mittheilung aus AVernigerode.
231
— 232 —
die artickel und Ordnungen, so je zu Zeiten uffgericht, das kayserlich
Regiment, Chammer gericht und den landfrieden belangend etc. jetzt
auffs new (nach dem rechten waren original mit höchstem fleiss colla-
tionirt und conferirt) alle zusammen getruckt und an tag geben, damit
die meniglich bekundigt und gemeyn werden mögen etc. — Erklärung
des landfriedens , so zu Nürnberg im Jahr 1522. uffgericht. Sampt
Römischer kayserlicher Majestät missive an alle Fürsten und oberkeyten
eyns jeglichen kreyss was sie daruff zwischen iren des kreyss mit ver-
wandten fürnemen und handeln sollen. Vormals im truck nie auss-
gangen, jetzundt hierzu gethon. Sampt einem gnugsam anzeyglichen
register, alles inhalts hierinn begriffen.
Am Ende : Inn der löblichen und churfürstlichen Statt Meyntz
truckts Ivo Schöffer. Vollendet am zwentzigsten tag Januarii als mann
zalet nach der geburt unsers lieben herrn Jesu Christi . M . D . LH . |
Folio. Dritte Mainzer Auflage.
Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibl.
Würdtwein, bibl. S. 195 nach Exemplar zu Ilbenstatt.
144. Brevis Institutio ad pietatem christianam secundum doctrinam
catholicam. Explicatio Symboli Apostolici, Orationis Dominicac etc.
Accedit defensio autoris adversus calumnias cujusdam Matthiac lllyrici. ')
Moguntiae J. Schoeffer 1552.
Octavo, mit vielen Holzschnitten. Dritte Mainzer Auflage des
Edelknabenkatechismus Heidings.
Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 3. — Catalog Anti-
quariat Rosenthal - München XXXI, 71 n. 1442 b . Preis 20 M.
1555.
145. DEss aller Durchs | leuchtigsten, Gross = | mechtigsten, Vn-
überwindt= | liebsten Keyser Karls des fünfften , vnd dess Heyligen |
Römischen Reichs peinlich Gerichts Ordnung, auff den | Reichsstagcn
zu Augspurgk vnd Regenspurg, in | Jaren dreissig vnd zwey vnd
dreissig ge = | halten auffgericht vnd | beschlossen . | Christo auspice |
PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie öfter | Cum
GRATIA & Priuilegio | Getruckt in der Churfürstlichen Statt Meyntz, |
durch Iuonem Schöffer, im Jar | M . D . LV . | Blatt 2 Rückseite Holz-
schnitt : Kaiser mit den Kurfürsten, wie öfter. Blatt 6 Rückseite : Holz-
schnitt: Christus im jüngsten Gericht, wie öfter.
1) Der Anhang bildet Heidings Antwort auf des Flacius Illyrieus An-
griffe 1549 — 1550 auf dessen lateinischen Catechisnms. Flacius antwortete
wiederum mit der Schrift: Kurtze Antwort Flacii auf des Larven -Bischoffs
von Sydon holühipperey , damit er seinen Antichristlichen Catechismum ver-
theidigen will. vgl. Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 3. Köcher,
Catechetische Geschichte der päpstlichen Kirche. Jena 1753. S. 27. — Hohl-
hipperei ist Stichelei, Spötterei, cf. L. Frisch, deutsch -latein. Wörterbuch 1,
462, 455.
232
— 233 —
Am Ende: Ende des peinlichen Ilalssgericlits . | Gedruckt zu
Meyntz bey Iuo Schöffer, | als man zalt nach der geburt Christi vnsers |
Herrn, M . D . L . V . | Rückseite grosse lange Druckermarke.
Folio, 6 n. gez. Blätter + 36 gez. Blätter. ')
Neunte Mainzer Auflage.
Privatbesitz, Sammlung Klemm Leipzig.
Catalog Klemm S. 66 n. 130.
Ivo Schoeffers Erben.
1556.
146. Testamentum novum concordantiis illustratum (Erasmus Ro-
terd .) Moguntiae Wagner 1556. Am Ende : Moguntiae apud haeredes
J. Schoeffer Anno 1556.
Octavo, mit Holzschnitten.
Quelle : Unbekannt.
Catalog Rosenthal -München 70, 2, 208 n. 3070. Preis 15 M.
1557.
147. TitiLiuij dess | aller Redsprechsten vnd Hochbe | rhümptesten
Geschichtschreibers Römische Historien, jetzundt mit gantzem Fleiss
besichtigt, gebessert vnd gemehret. "Welche allen Rittermässigen . Ge-
waltigen, Regierern der Landt vnd Stett, so sich in Tugend. Mannheyt
oder Ritterliche Thaten vnderstehn zu üben, nicht allein zu lesen
lustig, Sonder jhnen, auch einem jeden Menschen gemeynes Standts,
vast nützlich, vnd zu wissen not seind. Getruckt in der Churfürstliehen
Statt Meyntz durch Iuonis Schöffers selige Erben M . D . LYII . | Roth-
und Schwarzdruck, mit Titelholzschnitt, einen Krieger darstellend.
Mit Specialtiteln zu den Theilen II und III.
Am Ende : Gedruckt in der löblichen vnd Churfürstliehen Statt
Meyntz , durch Iuonis Schöffers seligen Erben , vollendet am neundten
tag des Mertzen. Als man zalt nach der Geburt vnsers lieben Herrn
Jesu Christi MDLYII . | Rückseite lange Druekermarke. Blatt 2 Wid-
mung an Kaiser Max I.
Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibl., Leipzig Sammlung Klemm.
Folio, 558 Blätter, der Ausgabe 1541 ähnlich. Neunte Mainzer
Auflage.
1) Eine spätere Auflage ist: Des aller durch j leuchtigsten, ... Keysei
Karls des Fünfften, vnd des heyligen Rö= | mischen Reichs peinlich Gerichts
Ordnung, auff den Reichsstägen zu Aug; I spnrg vnd Regenspnrg, in jaren
dreissig vnd zwey vnd dreissig j ... beschlossen. \ Mit Holzschnitt: Kaiser
Karls V. Bild mit Umschrift.
Am Ende: Getruckt zuFranckfurt am j Main, Durch Johann Raschen, |
zum Bock . Anno M . D LIX . |
Folio, mit Holzschnitten.
Mainz Stadtbibliothek (a. 161).
233
— 234 —
Heibig im Archiv für hessische Geschichte II, 499 nach dessen
Exemplar. — Schaab L 619 Note 4, I, S. 620 sowie III, S. 464. —
Klemm, Catalog S. 403 n. 912. — Ebert, allg. bibliogr. Lexicon I, 1003.
— Würdtwein, bibl. S. 193. — v. Zahn und Jaensch - Dresden Ver-
steigerungscatalog Sammlung Klemm n. 870. — Goedeke, Grundrissl, 289.
1559.
148. Titi Liuij dess | aller Redsprechsten vnd Hochbe | rhtimp-
testen Geschichtschreibers , Rhömische Historien [ . . . . Gedruckt in der
Churfürstlichen Statt Mevntz, | durch Iuonis Schöffers seligen Erben . |
im Jare | M . D . LVII . |
Am Ende: Gedruckt in der löblichen vnd | Churfürstlichen Statt
Meyntz, durch Georgium | Wagner. Vollendet am neündten tag dess
Jenners, | Als mann zalt nach der geburt vnsers lieben | Herren Jesu
Christi M . D . LIX . |
Folio, zehnte Mainzer Auflage, wohl nur Auflage von 1557, der
man ein neues Schlussblatt beifügte mit der Zahl 1559.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 67 n. 131. ^
II. Druckwerke ohne Firma.
1537.
1. Newe zeitung vnd Kriegs handlung. DEs allerdurchleuch-
leuchtigsten Grossmechtigsten Vnüberwindtlichsten Römischen Keysers .
Karol des Fünfften :c . Was sich in disem siben vnnd dreissigsten jar,
Key . Mai . Krieg halber, auff Wasser vnd Landt zutragen, inn Italia
zu Neapolis in Bickardia, im Land zu Vngern vnd Kernten, Sampt
der Victoria des sighafFten Andre Dorea, Key . Mai . öbrister Guber-
nator des Meres.
Am Ende: Durch Johann Haselberg von Reychenow Costantzer
Bischtums in truck verordnet. 1537. 0. 0. u. F. (Mainz Ivo Schoef-
fer 1537.)
Quarto, 8 Blätter mit Titelholzschnitt.
Nürnberg, Besitz des Herrn v. Scheurl.
Weller, deutsche Zeitungen n. 107.
1) Würdtwein, bibl. S. 207 erwähnt als in der Frankfurter Dombibliothek
vorhanden gewiesen: Citationes tres, una cum inhibitionibus insertis. Una
Caroli V. Imperatoris . Altera Pauli papae III. contra archiepiscopum Colo-
niensem et ejus adhaerentes, Clero & universitati in causa religionis concessae.
Tertia archiepiscopi Rossanensis Nuntii Apostolici contra Decanum et certos
quosdam Canonicos summi templi Coloniensis. folio, 11 Blatt, Moguntiae
excudebat Ivo SchoerTer. Ohne Jahr (1545 — 1546).
234
235
1540.
2. Der heiligen Messen | brauch, wie er in der alten Kyr = | chcn
vor tausend jaren | gewesen . | Aus S. Joan. Chrysostomo | verdeutscht.
Mainz 1540. 0. F. (Ivo Schoeffer).
Kleinquarto. Herausgeber ist Georg Wicelius.
Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Cataloe; S. 64 n. 119.
':->
3. Compendio de las catorce decadas de Tito Livio por Luc.
Floro, traducido en Castellano.
Moguncia 1540. 0. F. (Ivo Schoeffer).
Octavo.
Quelle: Unbekannt.
Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon I, 611 n. 7696. — Archiv für
hessische Geschichte III, 2, 12.
4. TYPVS ECCLE= | SIAE PRIO = | RIß . | Anzeigung, wie die
heilig Kyrche | Gottes, inwendig siben vnd mehr hun= | dert jaren, nach
vnsers Her* | ren Auffart, gestalt | gewesen sey . | Lindenblättchen |
etc . | M . D . XL . | Rückseite leer.
Am Ende: Hand Gedruckt Anno 1540. | Rückseite leer.
Quarto, 4 n. gez. Blätter -f XXXIX Blätter. 0. 0. u. F. (den
Typen nach Ivo Schoeffer). Dem Erwählten von Fulda gewidmet von
Georg Wicelius.
Mainz Stadtbibliothek, Leipzig Sammlung Klemm.
Klemm, Catalog S. 63 n. 118. — Kampschulte, de Georgii Wi-
celii scriptis S. 19. Andere Ausgaben 1541, 1546 (Theilll), 1552,
1556 und 1558 Mainz, s. Kampschulte S. 19.
1545.
5. Prorogation vnnd | Erstreckunge dess j Reichsstags im Jar M .
D . XLV . | in Wormbs gehalten, belangend die sach = | en vnnd hand-
lungen so daselbst erledigt | werden solten, Vnd auff den nechstkünff= |
tigen Reichsstag gehn Regen = | spurgk Verschoben j sein ic . | Christo
Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie
öfter | Cum GRATIA et Priuilegio Imperiali . | Rückseite leer.
Folio, Titel -f 8 n. gez. Blätter, letzte Seite leer. 0. 0. u. J.
und F. (Mainz Ivo Schoeffer 1545).
Mainz Stadtbibliothek (a 157).
Catalog Antiquariat Rosenthal -München 70, 3, n. 4554 (8 Blätter).
1547.
6. Ein Schön New | gemacht Lied, von Gott | ausgesetzter Obrig-
keit . | 1547 . | Im thon, Mag ich vnglück | nit widerston . | Klee-
blättchen | Holzschnitt, Reichsadler zwischen Säulen.
235
— 236 —
Octavo, 3 Blätter , zweite Seite leer. 0. 0. u. J. u. F. (Mainz Ivo
Schoeffer 1547).
Göttingen Univ. - Bibl. (liist. eccles. rit. 56 b ).
P. Wackernagel, Bibliographie des evangel. Kirchenlieds S. 219
n. DXXXV.
III. Zweifelhafte Drucke.
1543.
1. Authore atqz auspice Christo . | Lindenblättchen IN CHRI- |
STOPHORVM QVENDAM | Buceriastrum. falsissimas Bucero | laudes
afflngentem, | Epigramma . | Dum mali laudantur. ad malitiam boni in-
citantur , | MOGVNTIAE ANNO M . D . XLI11 . | Rückseite leer.
Quarto , 4 n. gez. Blätter. 0. F. Die Cursivantiqua ähnelt der
Schoeffers, liat aber aucli viel Aehnlichkeit mit der Franz Behems in
Mainz, so dass die Entscheidung, welchem derselben der Druck ange-
hört, sehr schwer.
Mainz Stadtbibliothek (a 82 und a 94).
Catalog Antiquariat Rosenthal -München XLI, 109 n. 1812. 6 M.
2. Apologia | Alberti Pighii Cam | pensis aduersus Martini Buccri
ca - | lumnias , quas & solidis argu | mentis, & clarissimis ra | tionibus
con | futat . | Moguntiae, | Anno M . D . XLIII . Mense Martio . |
Quarto. 0. F. Antiquatype, auch hier schwankt die Entscheidung
zwischen Ivo Schoeffer und Franz Behem als Drucker.
Mainz Stadtbibliothek (a 117).
Würdtwein, bibl. S. 177 nach Exemplar im Erankfurter Dom. —
Widmann, Franz Behem S. 104. Eine andere Ausgabe erschien 1543
Paris Yiv. Gaultherot Duodez, 76 Blätter, mit Druckermarke.
3. DE MORI= | BVS VETERYM HAE= | reticorum : & quibns
cum | illi hac aetate affmita- | tem habeant . | AVTHORE GEORGIO |
VVICELIO . | Paulus ait . | Oportet haereses esse inter vos, | vt qui
probati sunt, mani- | festi fiant inter vos . | Aüo . M . D . XXXVII . |
Rückseite leer. 1 )
Octavo. 0. 0. u. F. Die Type hat Aehnlichkeit mit der Schoeffers,
wesshalb Widmann, Behem S. 104 n. l a den Druck ohne weiteres Ivo
Schoeffer zuschreiben zu müssen glaubte.
Mainz Stadtbibliothek (13. 0. 922).
1) Eine andere Ausgabe ist : LIBELLYS | DE MORIBYS VETERVM
Ilaereticoruin. mmc denuo | ab authore reco^ gnitus | GE0RGI1 VVICELII .
PAVLVSait: | OPORTET HAEEESKS ES.SE j inter uos, ut qui probati sunt. |
manifesti fiant inter uos . | L1PSIAE, ! Xicolaus Yuolrab . | M . D . XXXYI1 . |
Cum GRATIA & Priuilegio . | Rückseite leer.
Duodez, mit den Signaturen Aij — Jv.
Mainz Seminarbibliothek.
236
— 237 —
4. Gabrielis Biel historia Dominicae passionis . Moguntiae 1539.
Quarto.
Quelle: Unbekannt,
Würdtwein, bibl. S. 172 ohne Angabe des Druckers. Schaab I,
597 n. 243. Unauffindbar für 1539. Diese Ausgabe dürfte Verwechs-
lung mit der gleichen Schrift Mainz F. Heumann 1509 sein, welche
ebenfalls Quarto ist. Würdtwein, bibl. S. 143. Exemplar Mainz Stadt-
bibliothek.
5. Notariatsbuch. Mentz im Jar M . D . XXXV.
Würdtwein, bibl. S. 170 nach Exemplar im Liebfrauenstift ad
gradus in Mainz ohne Druckerangabe. Schaab I, 593 n. 232. Unauf-
findbar und wohl Verwechslung mit Folgendem: Notariatblich, Wes
einem | Notarien oder Schreiber, aller seiner Prac | tic, in ieden Sachen,
Contracten vnd ver | brieffungen, zu wissen, zu betrachten, zu uersehen,
vnd fürzune- | men sei. Mit erklerung aller derselbigen Art vnd
Eygen | schafften , Auch ieder Contracten vnnd Instru - | ment ange-
henckten Rechtlichen Cautelen | Doctrinen, Instruction, bestendig * | sten
Formulen vli Exempeln . 2C . | Cantzleibüch , Aller = | hand Missiuen
vnd Schrifften | Formlich zu stellen . | Mit Keyserlichen Gnaden vnd
Priuilegio, | Getruckt zu Franckenfurt am Meyn, Bei Christian Egen-
olffen . | Am Ende: M : D . XXXV. Im Brachmonat . |
Folio, 4 n. gez. Blätter -f- CV gez. Blätter. Mit Holzschnitten
von H. S. Beham.
Mainz Stadtbibliothek (n. 118 b ), welche aucli Auflagen Frankfurt
1538 und 1546 besitzt.
6. Rupert! Abbatis Tuitiensis opera . Mogunt . 1531. Würdtwein,
bibl. 162 ohne Format- und Druckerangabe nach Exemplar der Augu-
stiner zu Mainz. Wohl Verwechslung mit der Ausgabe Mainz 1631
folio. Eine Ausgabe der Werke Ruperts v. Deutz 1531 ist unmöglich,
da 1524 — 1529 zu Cöln noch Sonderausgaben erschienen. Klemm,
Catalog S. 188 n. 388. — Rocholl, Rupert v. Deutz. Gütersloh 1886
S. 324.
237
Register der Druckwerke Ivo Schoeffers.
I. Druckwerke mit Ort, Jahr und Firmaangabe.
Abschiedt des Reichstags zu Regensburg. 1532. Nr. 7. S. 183.
„ „ 1541. Nr. 64. S. 204.
1541. Nr. 65. S. 204.
„ Speier. 1542. Nr. 70- S. 205.
1542. Nr. 71. S. 206.
„ „ „ „ Nürnberg. 1542. Nr. 72. S. 206.
„ „ „ Speier. 1544. Nr. 82. S. 210.
„„„-.„ Augsburg. 1548. Nr. 102. S. 216.
„ 1548. Nr. 103. S. 217.
1551. Nr. 139. S. 230.
Acta et decreta synodi dioecesani Mogunt, 1548. Nr. 115. S. 222.
Aesopi fabulae. 1534. Nr. 15. S. 187.
1536. Nr. 27. S. 192.
Algerus von der warlieyt des Leibs und Bluts Christi. 1551. Nr. 135.
S. 229.
Aurea bulla. 1549. Nr. 121. S. 224.
,. 1548. Nr. 112. S. 221.
Joannis de Blanasco super titulum de actionibus. 1539. Nr. 48. S. 199.
Caesaris Historien. 1532. Nr. 6. S. 182.
Dialectica Joann. Caesarii. 1543. Nr. 75. S. 207.
1549. Nr. 128. S. 226.
1550. Nr. 133. S. 228.
Cammergerichtsordnung. 1548. Nr. 110- S. 220.
1548. Nr. 111. S. 221.
1549. Nr. 120. S. 223-
Campanus, de ingratitudine fugienda. 1532. Nr. 5. S. 182.
Catechismus. I. Ausgabe. 1537. Nr. 33. S. 193.
IL „ 1537. Nr. 34. S. 194.
1539. Nr. 52. S. 200.
1542. Nr. 68. S. 205.
1546. Nr. 92. S. 213.
1549. Nr. 124. S. 224.
1551. Nr. 138. S. 230.
Catechisticum exanien christiani pueri. 1540. Nr. 57. S. 202.
„ 1541. Nr. 62. S. 203.
238
— 239 —
Celsus von beiderlei Medicine. 1541. Nr. 59. S. 202.
1547. Nr. 94. S. 214.
De chyromantia libri tres. 1538. Nr. 47. S. 199.
„ 1541. Nr. 60. S. 202.
Römischer kaiserlicher Maiestat sondere Constitutiones. 1548. Nr. 113.
S. 221.
1549. Nr. 122.
S. 224.
Declaratio sacrae Caesareae maiestatis. 1548. Nr. 104. S. 218.
1549. Nr. 116. S. 222.
Erasmi Roterodami opus de conscribendis epistolis. 1550. Nr. 131. S. 227.
Erklärung Römischer kaiserlicher Maiestät. 1548. Nr. 105. S. 218.
„ „ , 1548. Nr. 106. S. 219.
1549. Nr. 117. S. 223.
Flori de gestis Romanorum libri quatuor. 1540. Nr. 56. S. 201.
, „ „ „ „ „ 1547. Nr. 97. 8. 215.
Formula reformationis. 1548. Nr. 107. S. 219-
„ 1549. Nr. 118. S. 223.
Latinissimorum colloquiorum formulae. 1536. Nr. 28. S. 192.
1537. Nr. 39. S. 196.
1542. Nr. 69. S. 205.
Von den übertrefflichsten rrawen. 1533. Nr. 12. S. 186.
Vier bücher Sexti Julii Frontini von den guten Räthen. 1532. Nr. 4.
S. 181.
55 55 55 55 55 55 5) 55 »} 15o«. JN 1". 41' •
S. 197.
In Galeni librum de artis medicae constitutione autore Hey 11. 1534.
Nr. 19. S. 188.
Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. 1533. Nr. 9. 8. 184.
„ „ 1533. Nr. 13. S. 186.
„ ,, 1534. Nr. 17. S. 188.
„ „ 1537. Nr. 38. 8. 195.
„ „ 1542. Nr. 66. S. 204.
„ „ 1543. Nr. 78. S. 208.
„ „ 1545. Nr. 86. S. 211.
„ „ 1548. Nr. 101. S. 216
„ „ 1555. Nr. 145. S. 232.
Ein gesprech eines ertarnen kriegsmanns. 1535. Nr. 24. S. 191.
Bambergische Halsgerichtsordnung. 1536. Nr. 32. S. 193.
1538. Nr. 42. S. 197.
1543. Nr. 77. S. 208.
llelding, brevis institutio. 1549. Nr. 127. S. 225.
1550. Nr. 130. S. 227.
„ • , „ 1552. Nr. 144. S. 232.
239
— 240 —
Hofgerichtsordnung des Erzstifts Mainz. 1544. Nr. 80. S. 209.
Hofmeister, loci communes. 1550. Nr. 129. S. 227.
Isingius quaestiones. 1547. Nr. 98. S. 215.
Landfriden auf dem Reichstag zu Augsburg declarirt. 1548. Nr. 108.
S. 220.
» n » » 1548. Nr. 109.
S. 220.
1549. Nr. 119.
S. 223.
Die Lehenrecht verteutscht. 1531. Nr. 2. S. 180.
Liturgia S. Basilii. 1546. Nr. 89. S. 212.
Livius deutsch. 1533. Nr. 10. S. 185.
1538. Nr. 43. S. 198.
1541. Nr. 63. S. 203.
1546. Nr. 90. S. 213.
1551. Nr. 140. S. 230.
1557. Nr. 147. S. 233.
1559. Nr. 148. S. 234-
Martialis epigrammata. 1538. Nr. 46. S. 199.
Kaiser Karls V. neue Münzordnung. 1551. Nr. 136. S. 229.
Joannis de Muris arithmeticae speculativae libri duo. 1538. Nr. 45.
8.198.
Joannis Murmellii dialectica. 1548. Nr. 99. S. 215.
„ „ pappa puerorum. 1540. Nr. 55. S. 201.
1550. Nr. 134. S. 228.
Nausea de terrae motu responsum. 1531. Nr. 3. S. 181.
„ in divam Catharinam funebris oratio. 1536. Nr. 30. S. 193.
Ordnung und Reformation guter Policei. 1548- Nr. 114. S. 221.
1549. Nr. 123. S. 224.
Des heiligen Reichs Ordnungen, wie es der Religion halben gehalten
werden soll. 1533. Nr. 11. S. 186.
„ „ Reichs Ordnungen :c 1543. Nr. 76. S. 207.
2C 1545. Nr. 85. S. 210.
2C. 1552. Nr. 143. S. 231.
Ottonis Senonensis summa de ordine iudiciorum. 1536. Nr. 25. S. 192.
Summa Othonis de interdictis it. 1536. Ni\ 29. S. 193.
Ovidii Nasonis metamorphoses. 1545. Nr. 88. 8. 212.
1551. Nr. 141. S. 231.
Piacentini in summam institutionum libri IUI. 1535. Nr. 22. S. 190.
„ de varietate actionum libri sex. 1537. Nr. 35. S. 195.
In codicis Justiniani summa Piacentini. 1536. Nr. 24 a . S. 191.
Ein Verantwortung Podagrae. 1537. Nr. 37. S. 195.
240
— 241 —
Podagrae ludus. 1537. Nr. 41. S. 196.
Von den Welschen purppeln. 1533. Nr.8 a . S. 184.
Aymarns Rivallins civilis historiae iuris libri V. 1532. Nr. 8. S. 183.
„ „ 1533. Nr. 14. S. 187
„ „ .. .. 1539. Nr. 51. S. 200.
Rodolphi dialectica. 1551. Nr. 137. S. 230.
Scipio Luciani carmine elegiaco redolitns. 1544. Nr. 83. S. 210.
Spangenberg, erotemata trivii. 1549. Nr. 125. S. 225.
Statuta consistorialia. 1549- Nr. 126- S. 225.
Susenbrotus epitoine troporum. 1547. Nr. 95. S. 214.
Progymnasmatnni in artem oratoriam Francisci Sylvii. 1540. Nr. 54.
S. 201.
Tacitus deutsch. 1535. Nr. 20. S. 189.
Novnm Testamentum. 1535. Nr. 23- S. 190.
1536. Nr. 31. S. 193.
1537. Nr. 36. S. 195
1539. Nr. 49. S. 200.
1541. Nr. 58. S. 202.
1542. Nr. 67. S. 205.
1543. Nr. 73. S. 206.
„ „ 1543. Nr. 74. S. 207.
„ 1545. Nr. 89. S. 212.
„ „ 1548. Nr. 100. S. 215.
,. 1551. Nr. 142. S. 231.
„ .. 1556. Nr. 146. S. 233.
Trivii erotemata. 1545. Nr. 84. S. 210.
Untergerichtsordnnng des Erzstifta Mainz. 1534. Nr. 16. S. 187.
1535. Nr. 21. S. 190.
1539. Nr. 53. S. 200.
1543. Nr. 79. S. 209.
Trier. 1537. Nr. 40. 8. 196.
1539. Nr. 50. 8. 200.
Valerii Maximi factorom libri novem. 1534. Nr. 18. S. 188.
1538. Nr. 44. S. 198.
1544. Nr. 81. S. 209.
1546. Nr. 93. S. 214.
Michaelis Verini disticha de moribus. 1536. Nr. 26. 8. 192.
Vital is de Furno pro conservanda sanitate :c. 1531. Nr. 1. 8. 180.
Vomelius, liber sylvarum. 1547. Nr. 96. S. 214.
Wesalius de veneratione, invocatione et reliquiis sanctornm. 1541.
Nr. 61. S. 203.
\\" i-liiis Irin- Mariae virginis. 1546. Nr. 91. S. 213.
241
Beiheft q. l(j
— 242 —
II. Druckwerke ohne Firmaangabe.
Ein schön new gemacht Lied. 1547. Nr. 6. S. 235.
Livius compendio de los catorce decadas. 1540. Nr. 3. S. 235.
Der heiligen Messen brauch. 1540. Nr. 2. S. 235.
Newe Zeitung. 1537. Nr. 1. S. 234.
Prorogation und Erstreckunge des Reichstags zu Wormbs. 1545. Nr. 5-
S. 235.
Typus ecclesiae prioris. 1540. Nr. 4. S. 235.
242
Verbesserungen und Nachträge.
Nach Einlieferung des druckfertigen Manuscripts im Juli 1891
und nochmaliger Durchsicht der Aushängebogen ergaben sich nach-
stellende Verbesserungen und Nachträge. l )
Zu S. 15 n. 1 ergänze als Literatur: Hesseis. Gutenberg S. 69.
Zu S. 16 n. 2 ergänze als Literatur: Hesseis. Gutenberg S. 69 — 70.
Zu S. 19 n. 6 ergänze als Literatur: Weller. annalen II. 314.
Zu S. 22 n. 10. Auch in Jena Univ.-Bibl.
Zu S. 22 n. 12. Desgleichen.
Zu S. 23 n. 13 ergänze: Eine Baseler Ausgabe des manuale cu-
ratornm predicandi prebens modum ist im Serapeum XXII S. 13 ange-
zeigt. 8 Blätter + 127 gez. Blätter. Basel. Furter. 1508. Exemplar
zu Basel, woselbst auch die Baseler Ausgaben 15u3 und 1514 vor-
handen.
Zu S. 24 — 26 ergänze als Literatur über eine der beiden Enchi-
ridionansgaben : Ilessels . Gutenberg S. 70 und: Merkel, Verzeichnis-
Lochst seltener lncunabeln und alter Drucke S. 17.
Zu S. 26 n. 17. Auch in Jena Univ.-Bibl. Als Literatur er-
gänze: Ebert, allgemeines bibliogr. Lexicon n. 1509.
Zu S. 30 n. 27 lies Zeile 2 des Titels: Maguntin . | statt Ma-
guntin | (ohne Punct).
Zu S. 31 n. 28 und 30 ergänze als Literatur: Weller, Annalen IL
S. 317.
Zu S. 31 n. 29. Auch in Jena Univ.-Bibl.
Zu S. 33 n. 33. Desgleichen.
Zu S. 34 — 35 n. 34. Desgleichen. Als Literatur ergänze: Ilessels.
Gutenberg 8. 70.
Zu 8. 37 n. 41. Auch in Jena Univ.-Bibl.
Zu S. 41 n. 45 schalte nach Vincetia ein: axor und lies civem
Moguntiü statt: Moguntinü.
1) Bemerkt sei. dass die Laute ä . ö und ii nicht als a. o und n mit
darüberstehendem kleinen e. sondern wegen Alangels einer combinirten Type
in der Druckerei in moderner Form als ä. <"> und ü wiedergegeben werden
inussten.
243
— 244 —
Zu S. 41—44 ergänze als Literatur zu einer der beiden Livius-
ausgaben: Hesseis, Gutenberg S. 71. — Nach dem Serapeum VI S. 287
besass ein Exemplar eines dieser Drucke den handschriftlichen Ein-
trag: Constat quindecim albis anno 1536.
Eine der beiden Ausgaben des Livius befindet sich in der fürst-
lich Stolbergischen Bibliothek zu Wernigerode nach Mittheilung des
Herrn Archivraths Dr. Jacobs zu Wernigerode.
Des Johann Camertes annotationes in L. Florum erschienen in
Quarto bei Alantsee zu Wien 1511, gedruckt von H. Vietor und Sin-
griener. Eine andere Ausgabe des neuen Liviusfundes ist: Titi Livii
decades noviter impresse. Venetiis per Joannem et Bernardum Ver-
cellenses. 1516. Kleinfolio.
Zu S. 44 n. 48. Auch in Jena Univ. -Bibl.
Zu S. 46 n. 53. Desgleichen. Die Schrift kam auf den Index,
vgl. Keusch, indices S. 414: Johannis Huttichii opera omnia, was jeden-
falls aus reiner Vermuthung geschah ohne Kenntniss vom Inhalt der
Schrift.
Zu S. 47 n. 54. Auch in Jena Univ. - Bibl.
Zu S. 48 n. 57 ergänze als Literatur: In der Sache des Erasmus
gegen Leus erschien ausserdem : Recriminatio adversus Edoardum Leum
Anglum, qui ausus est Erasmum luto aspergere, Epigramma Hermanni
Buschii in eundem Leum. Basileae, Cratander, 1520.
Verfasser ist Johannes Gertophius.
Quarto, 14 Blätter, mit Titeleinfassung nach Holbein.
Fehlt in Panzer, annales.
Zu S. 49 n. 61. Auch in Jena Univ. -Bibl.
Zu S. 51 n. 65 lies: reco- | gniti- | one . |
Zu S. 52 n. 68. Andere Ausgabe: eckiger Punct ERASM1 eckiger
Punct | ROTERODAMI PA= | rabolarum, siue Simili- | um Liber . |
drei Lindenblättchen. | Mit Titeleinfassung.
Rückseite des Titels: ERASMVS ROTERODAMVS | Petro Aegidio
Celebratissimae ciuitatis | Antuuerpiensis a libellis. S. D. |
Blatt aiiij: PARABOLAE, SIVE SIMILIA | Erasmi Roterodami,
ex Plutarchi | moralibus . |
Strassburg, Schurer, MDXXL Octavo.
Mainz, Stadtbibliothek.
Zu S. 52 n. 69. Auch in Mainz Stadtbibl. vgl. Zuwachsverzeich-
niss d. Mainzer Stadtbibl. 1891 S. 113.
Zu S. 53 n. 72 ergänze: Titelrückseite: Lindenblättchen ERAS-
MVS | ROTERODAMVS | Petro Vite | rio, liberalium disciplinarum pro-
fessori | eximio, S. D. |
Seite 5 : DE RATIONE INSTITV | endi discipulos. |
Seite 31: CONCIO DE PVERO IESV | it.
Seite 57 : EXPOSTVLATIO . | it.
Zu S. 53 n. 73. Auch in Jena Univ. -Bibl.
244
— 245 —
Zu S. 54 n. 75. Desgleichen sowie zu Ulm Stadtbibliothek, vgl:
Serapeum XVIII (1857) Intelligenzblatt S. 66.
Zu S. 58 n. 84 lies : Blatt 2 Vorseite.
Zu 8. 58 n. 86. Andere Ausgaben sind : Dialogus mythologicus
Bartolo | mei Coloniensis dulcibus iocis. iucundis salibus, \ concinnisqz
sententiis refertus, atqz diligeter | elaboratus | M. G. Konitz distichon |
Hinc fngiat rigidi qui laudat uerba Catonis | Hie iocus & risus, nil
nisi laeta patent | Quorundam uocabulorum difficiliurn explanatio ] nem
in ealce libelli inuenies. J
Am Ende: Tubingae in aedibus Thoine Anslielmi Baden | sis.
Anno M . D . XII . Mense octobri Sub | illustri principe Vdalrico Vir-
tenbergensi . | Druckermarke.
Quarto. 26 Blätter, mit den Signaturen A — E.
Zürich Stadtbibliothek. Serapeum XXII (1861) S. 123— 124.
Andere Ausgaben: Phorcae Anshelmus Badensis 1509. Quarto,
Lyptzk Thanner 1507. Quarto, Hagenau 1515 und 1516.
Zu S. 61 n. 96 liess statt: Octovo: Octavo.
Zn S. 62 n. 99. Auch in Jena Univ. -Bibl. sowie in der Pfarr-
bibliothek zu Bingen a. Rh.
Zu S. 63 n. 102 ist zu lesen in der Schlussschrift : im fünfftzehen
hundersten.
Zu S. 64 n. 104. Die Schrift kam auf den Index, vgl. Reusch,
indices S. 395, 407.
Eine andere Ausgabe ist: GVLIELMI | BVDAEI PARISIEN- | sis,
Secretarij Regij, Breuia - | rium de Asse & parti- | bus eius . | Mit Rand-
einfassung. Rückseite des Titels: SVPPVTATIO GALLICORVM |
nummorum ad Cruciatos Germanicos . j
Blatt 2 Vorseite (Signatur a,): Lindenblättchen GVLIELMI BV = |
DAEI PAR1SIENSIS, SE | cretarij Regij. Breuiarium | de Asse . |
Blatt 5 Rückseite unten: BREVIARII BVDAICI DE | ASSE
FINIS . |
Blatte Vorseite: SVPPVTATIO ASSIS ET PARTIVM E1VS |
AD MONETAM BASILIENSEM . | unten die Namen zwölf deutscher
Münzen der Schweiz. Rückseite leer.
Quarto, 6 n. n. Blatt. Signaturen a, — a 4 . 0. 0. u. J. u. F. (Basel
J. Frobenius um 1520.) Erste Ausgabe.
Ehedem in meinem Besitz (jetzt St. Paulusmuseum zu Worms).
Zu S. 64 n. 105. Auch in Worms St. Paulusmuseum, vgl. Luther-
Bibliothek des Paulus -Museums der Stadt Worms. Gesammelt und zur
400jährigen Jubelfeier gestiftet von Rittmeister Hevl. 0. 0. (1883).
S. 59 n. 33.
Zu S. 66 n. 110. Auch in Jena Univ. - Bibl.
Zu S. 67 n. 112. Auch in Mainz Stadtbibliothek, vgl. Zuwachs-
Verzeichniss der Stadtbibliothek zu Mainz in den Jahren 1886 — 1890.
245
— 246 —
Mainz . 1891. Octavo. S. 90. Es ist dieses das Klemm'sche Exemplar,
vgl. Catalogue d'une importante collection je. (Versteigerung- der Samm-
lung Klemm) von v. Zahn und Jaenscli Dresden S. 1 n. 12. Ein wei-
teres Exemplar ohne Titel und vornen mehrfach defect in der Pfarr-
bibliothek zu Geisenheim (Rheingau). Desgleichen ein Exemplar in
Jena Univ. - Bibliothek.
Zu S. 68 n. 113 ergänze als Literatur : Merkel, Verzeichniss höchst
seltener Incunabeln und alter Drucke zu Aschaffenburg S. 17. Die
Schrift ist neu abgedruckt in Phil. Hedderich elementa juris canonici
quatuor in partes divisa ad statum ecclesiasticum Germaniae praecipue
ecclesiae Coloniensis adcommodata. Pars I. Bonnae. 1791. Octavo.
S. 1 — 191. Die Schrift kam auf den Index, vgl. Reusch, indices
S. 148, 178.
Zu S. 68 Note 2 ergänze als Literatur: Panzer, annales IX, 163
n. 3. — Clement bibliotheque VIII, 240 (als Cölner Druck zu 1521
bezeichnet).
Zu S. 77 n. 133. Der Titel lautet nach Panzer, annales IX, 151
n. 444 vollständiger: Aymari Rivallii Allobrogis iurisconsulti civilis
historiac iuris seu in XII. tabularum leges commentariorum libri V.
iam denuo diligenter recogniti. Historiae item iuris pontificii über sin-
gularis. 1530. Octavo. 0. 0. u. F. von der Haardt III, 198.
Zu S. 82 n. 146 — 148 ergänze als weitere Ausgabe : ROmischer
Keyserlicher | Maiestat Ordenung vnncl | Reformation guter Pol= | licei
im Ileyligen Rö = I mischen Reich . | Anno . M . D . xxx . | zu Augs-
purgk I vffgericht . | ohne Randeinfassung | Cum gratia ic . | Mit zwei
Wappen auf der letzten Seite.
und: Reformation des Key | serlichen Cammergerichts durch Rö-
mischer Keyserlicher Maiestatt: zu | Speier im eyn vnd | dreissig-
stefi jar | auffgericht . | Cum gratia 2C .
Diese beiden Stücke sind in dem Exemplare der Jenaer Univer-
sitätsbibliothek, welches auch n. 145 dieser Bibliographie enthält, bei-
gebunden, alle drei besonders signirt, aber von gleichem Drucker.
Folio.
Univ.-Bibl. zu Jena. (Mittheilung daher.)
Ueber eine der drei Ausgaben n. 146 - 148 vgl. Schaab I, n. 197.
Zu S. 83 n. 150 ergänze als Literatur: Neues Repertorium von
seltenen Büchern S. 77.
Zu S. 84 — 85 n. 3. Auch in Würzburg (Kreisarchiv nach W eller
repert. Supplement II Nachträge S. 25 n. 3699) sowie in Jena Univ.-Bibl.
Zu S. 87 n. 4. Ueber Johann Pfefferkorn vgl. L. Geiger, Johann
Pfefferkorn in Zeitschrift für jüdische Wissenschaft VII, 293 — 297. —
Serapeum 1868 S. 192 — 197. — Cremans, Hochstrati vita S. 17 f. —
Böcking, opera Hutteni 111, 434.
Zu S. 91 — 92 n. 16. Auch in Jena Univ.-Bibl.
246
— 247 —
Zu S. 96 u. 27. Am Samstag nach Maria Himmelfahrt 1520
stellte Jacob Kamerland er aus Mainz Urpfehde aus, dass er sich „der
lutherischen Sekt" ergeben und den römischen Papst geschmäht habe,
was an den Papst gelangt sei, der den Kurfürsten davon benachrich-
tigt habe, worauf Kammerlander iu Haft genommen worden, dann aber
nach abgelegter Strafe entlassen worden, nachdem er einen Eid abge-
legt, sich künftig aller Schmähschriften und Reden zu enthalten, auch
sich der lutherischen Sect und Lehre zu entäussern und nichts weiter
von diesem Handel besonders seiner Gefangenschaft mittheilen wolle,
worauf er auf Bitten seines Vaters aus der Haft entlassen ward. (Ehe-
maliges Kurmainzer Archiv.) May . Kurfürst Albrecht von Mainz. I,
S. 626. Es ist möglicherweise Kammerlander, der später in Strassburg
druckte und dort eine ausgesprochene antikirchliche Richtung verfolgte,
jener Mainzer Buchdrucker, der auf Antrag des Papstes von Kurfürst
Albrecht bestraft ward und nicht Johann Schoeffer. Von einer Druck -
thätigkeit Kammerlanders in Mainz ist um diese Zeit nichts bekannt,
wie auch das Actenstück solche keineswegs nennt. Bis auf weitere
Funde bleibt die Bestrafung Schoeflfers 1520 noch zweifelhaft.
Zu S. 97 n. 32. Auch in Jena Univ. -Bibl. Als Literatur er-
gänze : Schaab I, n. 145.
Zu S. 97 Note 2. Die Bemerkung, dass der Druck von 1521
bei Weller repert. fehle, ist eine falsche, er steht daselbst Supplement
II, S. 11 n. 475 nach der bibliotheca Haeberliniana angegeben.
Zu S. 98 n. 34. Möglicherweise ist auch die Ausgabe dieser
Schrift bei Weller, repert. Supplement II, S. 11 n. 1749 ein Erzeugniss
Johann Schoeflfers.
Zu S. 101 n. 42. Der Titel lautet nach May. Kurfürst Albrecht
von Mainz I, S. 706: Fr. Nauseae Blancicampiani divinarum homilia-
rumque LL. doctoris consultiss. tres Evangelicae veritatis homiliarum
centuriae. 0. 0. Anno 1530. Mit Titelholzschnitt. vgl. auch II, 143 Note.
Zu S. 101. Senator Culemann in Hannover besass in seiner
Sammlung einen Ordinarius divinorum monachorum ord. S. Benedicti
de observancia Bursfeldensi, Druck aus der Druckerei der Kogelherren
zu Marienthal im Rheingau 0. J. Quarto, Avelcher nachstehenden hand-
schriftlichen Eintrag hatte: „ 1530 . Iterum fuerunt Moguntiae typis
pulcherrimis conjunctim excusa in folio, quarto martyrologium, regula,
caerimoniae ac Ordinarius divinorum. Qui codex etiain habetur in Ca-
mera domini abbatis in Marien munster. u Diese Drucke könnten Jo-
hann Schoeffer angehören, sind aber bis jetzt noch nicht zum Vorschein
gekommen. Hesseis, Gutenberg S. 139 Note.
Zu S. 102 n. 1. Möglicherweise ist auch Hans Schäfer von Urach
gemeint, vgl. Centralbl. f. B. III (1886) S. 475 Note.
Zu S. 119 Zeile 7 des Texts von unten lies 1530 statt 1529.
Zu S. 120 § 5. Dr. Schneider sagt in den Gedenkblättern zur
Gutenbergfeier 1887. Quarto. XV S. 6: ..Peter Schoeffer der Jüngere
247
— 248 —
war nicht nur gleich seinem Bruder als Drucker viel bewandert, sondern
auch im Schriftgiessen sehr geschickt und verkaufte häufig seine Guss-
erzeugnisse an andere Drucker." Für diese Behauptung fehlt leider
jeder Beweis.
Zu S. 123 n. 2. Schlicks Spiegel der Orgelmacher besitzt nach
brieflicher Mittheilung des Redacteurs der Monatshefte für Musikge-
schichte R. Eitner in Templin jetzt Professor Wagner in Marburg.
Zu S. 127 n. 5. Ein Tonsatz aus diesem Drucke in Meister, ka-
tholisches Kirchenlied abgedruckt.
Zu S. 129 n. 9. vgl. Hesseis, Gutenberg S. 130—131.
Zu S. 131 n. 2. Eucharius Rösslin der Aeltere, Stadtarzt zu Worms
und Doctor der Medicin, erhielt 1512 ein Privileg des Kaisers gegen
Nachdruck.
Erste Ausgabe wohl Strassburg, Flach 1513 beendet am Sonn-
tage Laetare d. J. gewidmet Wurms 20 Febuar 1513. Nachdrücke 0. 0.
u. J. u. F. (Gran in Hagenau 1513 zwei Ausgaben, Weller rep. n. 797
und 798) und wohl auch Worms 1513. Die Zeit vom Sonntag Laetare
bis Schluss 1513 reichte für dieses nicht umfangreiche Buch zum Nach-
druck hin. Nicht Eucharius Rösslin, welcher 1526 starb, sondern
dessen gleichnamiger Sohn war Licentiat und Stadtarzt zu Frankfurt
a. Main. Er ist der bei Pallmann, Sigmund Feyerabend S. 2 genannte
Schriftsteller.
Zu S. 139 n. 13 lies im Titel: Testamets | Teutsch . | und Zeile 7
von oben: zu gut, im Anhange Auslegung: worter der | Biblen 2C . |
Ergänze als Literatur: Deschamps, geographie col. 1367.
Zu S. 140 n. 13 ergänze als Literatur: Lutherbibl. des Paulus-
museums zu Worms. S. 2 n. 6. — Nagler Monogrammisten I, S. 661
n. 1485. — Panzer, Bibelausgaben s, v. — Zeltner, von der alten und
höchst raren teutschen Wormser Bibel. Altdorf 1734. — Giese, histo-
rische Nachrichten von der Wormser Bibel. 1785.
Zu S. 143 n. 3. Diese Schrift ist eine Uebersetzung der latei-
nischen Schrift L. Hätzers: Judicium dei & sponsi nostri, quid cum
imaginibus, seu simulachris agendum sit, ex canonicis scripturis.
MDXXIV. 0. 0. u. F. (Augsburg S. Otmar). Quarto, 10 Blätter, mit
Titeleinfassung. Panzer, annales IX, 138 n. 297.
Zu S. 145 n. 4. Verfasser ist Johann Calvin. Ergänze als Li-
teratur: Klemm, Catalog S. 158. vgl. Reusch, indices S. 252.
Zu S. 147 n. 8. Am Ende : Data est Epistola : Argentorati XXII .
Cal . Mai . M . D . XXX . Petrus Schoeffer et Johan . Apronianus com-
munibus expensis excudebant . Errata. Panzer, annales IX, 375 n. 824.
Zu S. 147 ergänze als weiteren Druck: Magnificat . Strassburg
1535. Rathschulbibl. zu Zwickau, München Hofbibl. (fehlt von den
4 Stimmbüchern der Bassus). Mittheilung von E. Eitner.
Zu S. 150 n. 2. Nach Mittheilung ebendaher.
248
— 249 —
Zu S. 150 n. 3 lies: Anlage III.
Zu S. 179 § 5. Ein einziges Mal kommt auch die alte Drucker-
marke Fust - Schoeffers, die Wappenschilde am Aste, in dem Campanus
1532 vor.
Zu S. 181 n. 4. vgl. Serapeum XXII (1861) S. 190.
Zu S. 182 n. 5. Nachträglich fand sich ein Exemplar in der
Mainzer Stadtbibl. (aus der Klemm'schen Versteigerung erkauft).
Zu S. 183 n. 6. Auch in Göttingen Univ. -Bibl. vgl. Goedeke,
Grundriss IL Auflage I, 446.
Zu S. 192 n. 26. Ergänze als Literatur: Murr, memorabilia II,
294 n. 90.
Zu S. 198 ergänze: Drei Ausgaben der Gerichtsordnung Karls V.
1538 Mainz im Serapeum XXII S. 284.
Zu S. 199: Untergerichtsordnung des Erzstifts Mainz. 1538.
23. März. vgl. Murr, memorabilia II, 256.
Zu S. 200 n. 49. Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl.
Zu S.212 n. 88. Auch in Berlin kön. Bibl. (Wi 4910). Die im
Mainzer Exemplare defecte Stelle am Ende des Titels lautet: nit nach
zu Trucken . 2C . | Anno M . D . XLV . | Mittheilung aus Berlin.
Zu S. 215 ist zu ergänzen: DE CON = | SCRIBENDIS | EPIS-
TOLIS | DES. ERASMI | ROTERODAMI OPVS . | IOANNIS LVDO-
VICI VIVIS | VALENTINI LIBEL= I lus uere aureus . | CONRADI
CELTIS | METHODVS . | CHRISTOPHORI HE = | GENDORPHINI |
Epitome . | Omnia nunc demum in studiosorum gratiam et | utilitatem
uno libello comprehensa, et | longe quam anteä emenda - | tius excusa .
MOGVNTIAE, | Excudebat IVO SCHOEFFER, | ANNO M . D . XLVII.
Rückseite leer. | Blatt 2 Vorseite (mit Signatur a 2 ): ERASMVS RO -
TERODAMVS NICO - | LAO BERALDO | S. P. D. | Blatt 3 Vorseite
(Signatur a,) D. ERAS = | MVS ROTERO- | DAMVS, DE RATIONE !
CONSCRIBENDI | EPISTOLAS . |
Am Ende Seite 562: MOGVNTIAE, | excudebat | IVO SCHOEF-
FER, | ANNO | M.D. XLVII. | Die Vorseite des folgenden Blatts
leer, die Rückseite deckt die grosse lange Druckermarke Ivo Schoeffers.
Erste Mainzer Auflage dieses Briefstellers.
Octavo, 2 n. gez. Blätter -j- 562 gez. Seiten -f- 1 n. gez. Blatt,
Antiquacursiv.
In meinem Besitze und Pfarrbibliothek zu Geisenheim (Rheingau),
dem das letzte Blatt mit der Druckermarke fehlt.
Zu S. 231 n. 141. Auch in Zürich und Freiburg (Baden) vor-
handen, vgl. Weller, Annalen II, 378.
Zu S. 233: Vor kurzem erwarb ich: DE CON | SCRIBENDIS |
EPISTOLIS | DES . ERASMI RO | TERODAMI OPVS . | IOANNIS
LVDOVICI VIVIS | VALENTINI LIBELLVS | uere aureus . | CON-
RADI CELTIS | METHODVS . | CHRISTOPHORI HEGEN = | DOR-
249
Beiheft q. 17
Vorwort.
Die Anregung zur Bearbeitung eines neuen „Adressbuches"
der deutschen Bibliotheken ist von dem Herausgeber des Central-
blattes für Bibliothekswesen, Geh. Reg. -Rath Dr. Hartwig, aus-
gegangen. Dass die Ausführung des Planes auf Grund eines durch-
weg authentischen und amtlichen Materials erfolgen konnte, ist
ermöglicht worden durch die thätige Unterstützung des Königlich
Preussischen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts-
und Medicinalangelegenheiten, welches nicht nur die ihm
unterstellten Bibliotheken zur Ausfüllung der zu versendenden Frage-
bogen anwies, sondern auch an die übrigen Preussischen Ministerien
und durch Vermittelung des Herrn Reichskanzlers an die Regierun-
gen der übrigen deutschen Staaten das Ersuchen richtete, in gleicher
Weise das Unternehmen zu fördern. Von ersteren ist diesem
Ersuchen ausnahmslos, von letzteren, soweit meine Kenntniss
reicht, zum grösseren Theil entsprochen worden. Namentlich hat
das Königlich Bayerische Staatsministerium die Nachrichten von
den staatlichen und unter staatlicher Aufsicht stehenden Biblio-
theken Bayerns, die Regierung des Herzogthums S.- Altenburg und
der freien und Hansestadt Bremen die von sämmtlichen Biblio-
theken ihres Staatsgebietes auf amtlichem Wege einziehen und
durch die betreffenden Landesbibliotheken mir zugehen lassen.
Von anderen Behörden haben mehrere Preussische Konsistorien
und ebenso das Erzbischöfliche Ordinariat in Köln mich auf
meine Bitte durch Nachweis der in ihren Bezirken vorhandenen
kirchlichen Bibliotheken unterstützt. Indem ich allen den be-
zeichneten hohen Behörden und insbesondere dem vorgesetzten
Königlichen Ministerium der geistlichen usw. Angelegenheiten,
welches auch sonst in jeder Weise das Werk gefördert hat, den
IV Vorwort.
ehrerbietigsten Dank abstatte, kann ich nicht umhin, auch des
persönlichen wohlwollenden Interesses zu gedenken, mit dem der
Vortragende Eath im genannten Ministerium Herr Geheimer Ober-
Regierungs - Rath Dr. Althoff das Unternehmen aufgenommen
und verfolgt hat.
Nicht minder dankbar gedenke ich der unmittelbaren und
vielfach recht mühevollen Hülfe, welche die betheiligten Vorstände
und Beamten der grossen und kleinen, öffentlichen und privaten
Bibliotheken mit oder ohne amtliche Anregung durch Ausfüllung
der Fragebogen mir gewährt haben. Hat auch nicht ein jeder,
was bei der grossen Zahl der Sammlungen nicht zu verwundern
ist, dem allgemeinen Zweck des Werkes sofort Verständniss
entgegengebracht, so ist doch die Zahl derer, von welchen auch
durch drei- und viermalige Anfrage eine Antwort nicht zu er-
reichen war, verhältnissmässig klein geblieben. Viele haben auch
über die eigene Bibliothek hinaus in freundlichster und bereit-
willigster Weise Auskunft gegeben, auf andere Sammlungen auf-
merksam gemacht, mir unzugängliche Titel und Citate nachge-
sehen usw. Es ist nicht möglich, sie und andere Freunde des
Adressbuches hier einzeln zu nennen. Hervorheben möchte ich
aber doch die Mittheilungen über nassauische und benachbarte
Bibliotheken von Archivar und Bibliothekar a, D. F. W. E. Roth
in Geisenheim. über niederrheinische von P. Giemen, über
lübeckische von Stadtbibliothekar Dr. K. Curtius und die
erfolgreichen Bemühungen des Kollegen Dr. Peter, früher in
Münster, jetzt in Berlin, um Beschaffung von Nachrichten über
westfälische Familienbibliotheken. Nicht unerwähnt bleiben darf
endlich das freundliche Interesse, die mannigfachen Anregungen
und Notizen, welche von meinem verehrten Vorgesetzten Professor
Dziatzko, von Professor Wilh. Meyer, welcher mir auch die
für die Handschriftenkatalogisierung in der Provinz Hannover
gesammelten amtlichen Nachrichten zugänglich machte, und von
den Göttinger Kollegen der Arbeit gewidmet worden sind. Von
letzteren hat mich ausserdem Dr. Rieh. Schröder bei der Korrektur
der Druckbogen auf das freundlichste und wirksamste unterstützt.
Die letzte Ausgabe von Jul. Petzholdt's „Adressbuch der
Bibliotheken Deutschlands mit Einschluss von Oesterreich-Ungarn
und der Schweiz" trägt die Jahreszahl 1875. Es unterliegt keinem
Zweifel, dass die Aenderungen und Fortschritte von fast 20 Jahren
Vorwort, v
ein neues Hülfsmittel zur Orientierung auf diesem Gebiete nöthig
machten, aber es würde undankbar sein, nicht ausdrücklich an-
zuerkennen, dass Petzholdt's Werk auch für diese Arbeit von
grundlegender Bedeutung gewesen ist.
Dass die Einbeziehung der Bibliotheken Oesterreich-Ungarns
und der Schweiz jetzt nicht aufrechterhalten werden konnte, er-
giebt sich schon aus dem. was oben über die Sammlung des
Materials gesagt ist. Ueberdies hat sich letztere auch in der Be-
schränkung auf das Gebiet des Deutschen Reiches und trotz der
vielseitigen Unterstützung langwieriger und die Bearbeitung für
den Herausgeber, der nicht alle in Betracht kommenden Ver-
hältnisse gleichmässig übersehen konnte, schwieriger gestaltet.
als ursprünglich vorgesehen war. und es ist infolge dessen eine
unliebsame Verzögerung im Erscheinen des Werkes nicht zu ver-
meiden gewesen.
Im so mehr bitte ich alle Benutzer und namentlich die Be-
rufsgenossen mich auf alle Unrichtigkeiten und Auslassungen auf-
merksam zu machen. In letzterer Beziehung würde ich besonders
dankbar sein für weitere Nachrichten über ungenügend beschrie-
bene Sammlungen, für den Nachweis sonstiger bemerkenswerther
Kirchen-. Vereins- und Familienbibliotheken, desgleichen für alle
Mittheilungen und Zusendungen, welche mich in den Stand setzen
würden, das Buch einigermassen auf dem Laufenden zu erhalten.
Göttingen. Ende Januar 1893.
P. Schwenke.
/
Inhalt.
Seile
Vorwort . m-v
Vorbemerkungen über die Bearbeitimg und Einrichtung
des Adressbuches vn-xx
Alphabetisches Verzeichniss der Bibliotheken . . . 1-380
Nachträge 380-383
Statistischer Anhang 384- 31)6
Register 397-411
Vorbemerkungen
über die Bearbeitung und Einrichtung des Adressbuches.
Das „Adressbuch der Deutschen Bibliotheken'' will ein Nachschlage-
buch sein, welches über Bestehen, Umfang- und Hauptinhalt, Zugäng-
lichkeit und Benutzbarkeit der wissenschaftlichen Bibliotheken des Deut-
schen Reiches schnell und sicher Auskunft giebt. Uebersichtliehkeit
und Kürze ist deshalb ebenso erstrebt worden wie Zuverlässigkeit der
Angaben. Um so mehr erscheint es nöthig. zur Orientierung der Be-
nutzer einige Bemerkungen vorauszuschicken, welche zugleich Gelegen-
heit bieten einige Angaben zusammenzufassen, die sonst bei vielen
einzelnen Bibliotheken zu wiederholen sein würden.
I. Begrenzung der Aufnahme.
Wie bereits angedeutet, beschränkt sich das Adressbuch auf solche
Büchersammlungen, welche vorzugsweise für wissenschaftliche Be-
nutzung in Betracht kommen. Ausgeschlossen sind daher die Biblio-
theken zur Unterhaltung und Volksbelehrung (Lesevereins- und Volks-
bibliotheken) oder zu praktischen und technischen Zwecken (landwirth-
schaftliche, Gewerbebibliotheken u. dergl.) mit Ausnahme derjenigen
Sammlungen letzterer Art, welche von sehr erheblichem Umfange sind.
Auch die reinen Musik- und Kunstbibliotheken einschl. der kunstgewerb-
lichen sind zum grössten Theil unberücksichtigt geblieben.
Von den wissenschaftlichen Bibliotheken sind nicht nur die öffent-
lichen im engeren Sinne aufgenommen, sondern auch die von wissen-
schaftlichen Anstalten und von Behörden, wenn sie nicht lediglich dem
1 landgebrauche der Beamten dienen, ferner Kirchen-, Stiftungs-, Vereins-,
sowie dauernd begründete Privat- (Familien-) Bibliotheken. Die Grenze,
die auch hier zu ziehen war - - denn es wird kaum eine Schule und
sonstige wissenschaftliche Anstalt oder eine Behörde ohne einen gewissen
Büchervorrath bestehen — konnte nicht einseitig nach dem Umfang
der Sammlung bestimmt werden. Ohne Rücksicht auf denselben sind
VIII Vorbemerkungen. III.
namentlich diejenigen aufgenommen, welche Handschriften und bemerkens-
werthe ältere Drucke enthalten (so z. B. manche kleine Kirchen- und
Stiftungsbibliotkeken) oder welche die Litteratur über specielle Fächer
und Gegenstände vollständig zu sammeln suchen. Aus letzterem Grunde
sind die Bibliotheken der lokalen Geschichtsvereine vor denen der
naturwissenschaftlichen Vereine, die weniger die Speciallitteratur pflegen,
bevorzugt worden. Dagegen sollten moderne Sammlungen allgemeinen
Charakters und von Drucken, welche leicht anderwärts gefunden werden,
bei einem Bestand von weniger als 2000-3000 Bänden ausgeschlossen
bleiben. Ausnahmen von dieser Regel sind bei einigen Kategorien von
Bibliotheken gemacht worden, über welche eine vollständige statistische
Uebersicht wünschenswerth schien und die deshalb sämmtlich aufge-
nommen sind, soweit Nachrichten über sie zu erlangen waren. Es
sind dies namentlich die Bibliotheken der vollen Gymnasien, Real-
gymnasien und Oberrealschulen (von den übrigen höheren Schulen, den
Lehrerseminaren, höheren Töchterschulen, Gewerbeschulen usw. sind
keine Nachrichten eingezogen worden), die Bibliotheken der Landgerichte
und die gleichmässig organisierten und je für einen abgegrenzten Bezirk
bestimmten preussischen Militärbibliotheken.
Nur ausnahmsweise aufgenommen sind die Bibliotheken von Alter-
thums-, Kunst-, Naturaliensammlungen u. dergl. Es wird überall bei
denselben eine wenn auch kleine Specialbibliothek vorauszusetzen
sein. — Von den Archiven sind die grösseren nach ihren bibliotheks-
mässigen Beständen (Handschriften und Drucken) gefragt worden.
In den Antworten sind zum Theil nur die Handbibliotheken, also nur
Drucke, berücksichtigt worden, sodass für das übrige auf Burkhardt's
Handbuch verwiesen werden muss. Viele meldeten nur einen kleinen
Nachschlageapparat, welcher die Aufnahme nicht rechtfertigte. Biblio-
theken einzelner Sammler ohne Gewähr eines dauernden Bestehens sind
ausgeschlossen geblieben.
II. Ordnung der Bibliotheken im Adressbuch.
Die Bibliotheken sind aufgezählt nach dem Alphabet der Orte, in
welchen sie sich befinden. Dem Ortsnamen ist zur schnelleren Orientierung
die Bezeichnung des Staates bez. in Preussen der Provinz hinzugefügt
und zwar ohne Parenthese dann, wenn der Zusatz zur Unterscheidung
gleichnamiger Orte nöthig ist. In den mit C oder K geschriebenen
Ortsnamen ist letztere Schreibung durchgeführt.
Innerhalb der einzelnen Orte stehen die Bibliotheken in folgender
Ordnung:
1) Oeffentliche Landesbibliotheken und Bibliotheken der regie-
renden Fürstenhäuser; Provinzial-, Stadt- u. a. öffentliche selbständige
Bibliotheken. Dazu sind auch die Universitätsbibliotheken gerech-
net; angeschlossen sind die der anderen Hochschulen und verwandter An-
stalten. Kirchliche und militärische Bildungsanstalten s. unter 5 u. 6.
Vor bemerk im gen. ll-III. IX
2) Bibliotheken der höheren Unterrichtsanstalten: Gymnasien.
Realgymnasien, Oberrealschulen.
3) Bibliotheken anderer Schulen, ferner die sonstiger wissen-
schaftlicher Anstalten, Sammlungen usw. (einschl. der Archive),
unter sich geordnet nach den Hauptfächern wie unter' 7.
4) Bibliotheken der Behörden: parlamentarischer Körperschaften,
Verwaltungs-, Justizbehörden. Hierher gehören auch die Magistrats-
bibliotheken (nicht öffentliche Stadtbibliotheken). Kirchliche und Militär-
behörden s. unter 5 u. 6.
5) Kirchliche Bibliotheken einschl. der Bibliotheken der kirch-
lichen Behörden und Bildungsanstalten: sonstige verwandte Stiftungs-
bibliotheken.
6) Militärbibliotheken einschl. derer der militärischen Behörden
und Bildungsanstalten.
7) Vereinsbibliotheken in sachlicher Ordnung: allgemeine, littera-
rische , historische . geographische, naturwissenschaftliche, medicinische,
technische.
8) Privat- (Familien-) Bibliotheken.
Nur in wenigen Fällen sind Abweichungen von dieser Ordnung
nöthig gewesen, um Zusammengehöriges nicht zu trennen. So sind die
Bibliotheken der Universitätsinstitute immer unmittelbar hinter die Uni-
versitätsbibliotheken gesetzt.
Wo innerhalb der Gruppen eine sachliche Ordnung nicht gegeben
war, ist das Alphabet massgebend gewesen.
Den zahlreichen Bibliotheken von Berlin und München sind alpha-
betische Verzeichnisse vorausgeschickt. — Zur Erleichterung der Ver-
weisungen hat jede Bibliothek eine laufende Nummer erhalten.
MI. Inhalt der einzelnen Artikel.
Für die Sammlung des Materials ist unter Mitwirkung des Heraus-
gebers und des Ve riegers des Centralblattes für Bibliothekswesen ein
Fragebogen ausgearbeitet worden, welcher sodann dem Königl. Preus-
sischen Kultusministerium vorgelegen hat und nach den dort ausge-
sprochenen Wünschen in einigen Punkten abgeändert und ergänzt worden
ist. Derselbe ist in zwei Fassungen zur Versendung gelangt, welche
sich nur durch llinzufügung bez. Weglassung einiger statistischen Fragen
unterscheiden. Da diese letzteren fast ausschliesslich für den statistischen
Anhang in Betracht kommen, gebe ich hier das kleinere Formular, nur
mit Einfügung der Frage 7a. wieder. Die Numerierung musste im
Fragebogen selbst aus liaumrücksichten wegbleiben.
Vorbemerkungen. III.
Adressbuch der deutschen Bibliotheken.
Fragebogen.
1. Ort:
2. Name der Bibliothek:
(in der amtlich gebrauchten Form ; wenn es sich daraus nicht sicher
ergiebt, m. Bezeichnung, ob staatlich, ständisch, kommunal, kirch-
lich etc. ; bei Privat- und Familienbibl. Name des gegenwärtigen
Besitzers.)
3. Nähere Adresse:
(Strasse u. Nr. ; wenn kein eigenes Haus, ev. Bezeichn. des üffentl.
Gebäudes, in dem die Bibl. untergebracht ist.)
4. Ist die B. ausschliesslich oder vorzugsweise bestimmten Wissen-
schaftsfächern gewidmet und w eichen?
5. Anzahl d. Druckschriften (Buchbinderbde. bez. Fascikel) : | «
(Bei Schulbibl. mit Ausschl. d. Schülerbibl.) ■% e
darunter Inkunabeln (bis 1500): > § *
der Handschriften: l g!«
i ■-
ev. Ang. sonst. Bestände (Karten, Stiche, Notenwerke etc.): J x
6. Jährlicher Etat für Vermehrung einschl. Bindekosten:
(event. ungefähre oder Durchschnittsangabe, bez. Bemerk. ..wird
nicht (w. durch Geschenke, Tausch) vermehrt".)
7. Vorsteher (Amtsbez., Tit. u. Name; Ang., ob im Haupt- od. Nebenamt) :
7a. "Anzahl der übrigen etatsmäss. Wissenschaft!., Subaltern- u.
Unterbeamten (getrennt nach den einzelnen Klassen und mit An-
gabe, wie viele aus jeder im Nebenamt) :
8. Geöffnet (Tage u. Stunden): i . . . ,
' \ event. entspr. Angabe
Geschlossen (Ferien etc.) : / über die Zugänglichkeit.
9. Besondere von den üblichen abweichende Benutzungsbestim-
mungen :
(Als übliche gelten: Benutzung der Bücher im Lesez. für jeden
Gebildeten, Ausleihung an Personen, welche durch Stellung usw.
Sicherheit bieten, an'andere unter Bürgschaft. Benutzung der
Hdss. n. kostbarer Werke im L.-Z.. bez. Versendung an andere
Bibliotheken. — Es Avird gebeten, hier alle etwaigen Beschrän-
kungen in Benutzerkreis, Ausleihung u. Versendung, etwa not-
wendige Genehmigung der vorgesetzten Behörde etc.. umgekehrt
bei Instituts-, Schul- u. ä. Bibliotheken ausdrücklich anzugeben,
wenn sie weiteren Kreisen mehr als ausnahmsweise zugänglich
sind.)
10. Welche Kataloge sind vorhanden [werden geführt 1 ]?
(Alphabet, Real-, Standorts- etc. Katal., ob in Bandform (Anzahl
d. Bde) oder in Zetteln (Blättern). Bemerkenswerthe angedruckte
Specialkataloge.)
11. Gründungs-Jahr oder -Zeit u. kurze Notizen z. Geschichte d. B.:
(Namentl. Bezeichn. etwaiger Stammbibl. , einverleibter oder zur
Aufbewahrung übergebener früher selbständ. Bibl. ; Wissenschaft!.
1) Aenderung des zweiten Druckes.
Vorbemerkungen. III. xi
Vereine, welche ihre Eingänge regelmässig überweisen; Hecht
auf Pflichtlieferungen.)
[IIa. Sonstige Angaben zur Charakterisierung der Bestände an Druck-
u. Handschriften nach Alter u. Inhalt :] l
12. Litteratur [über die Bibliothek 1 ]:
(Selbständige Werke und Aufsätze, jedoch nur das Nothwendige
u. gegenwärtig noch Brauchbare, in folgenden Abtheilungen, inner-
halb der Abth. chronologisch :
a) Periodische u. zwanglose Veröffentlichungen, welche nicht
unter b-c fallen.
b) Litt, zur Gesch. u. Beschreibung d. Bibl., des Gebäudes etc.;
gedruckte Eeglements u. ä.
c) Gedruckte Kataloge u. katalogartige Verzeichnisse.
[Es wird um genaue Angabe des Titels mit Jahr, For-
mat u. Seitenzahl gebeten. x | Wo nöthig, sind kurze Bemer-
kungen zur näheren Bezeichnung d. Inhalts u. d. Verhältnisses zu
anderen Publicationen sehr erwünscht. — Bei grösserer Anzahl
der Titel können die Hdss.-Kat. eine besondere Reihe bilden.
Für die in Blaus Verzeichnis (Centralbl. f. Bibl.-W. III.) ange-
führten genügt eine kurze Andeutung.)
Das hierauf mitgetheilte oder sonst ermittelte Material ist soweit
thunlich in derselben Ordnung verarbeitet worden, sodass jeder volle
Artikel sich folgenjilermassen gliedert: (Ort:) Name und Lokal (Auf-
stellungsort) der Bibliothek; Hauptfach; Bestand; Vermehrungs-
Etat; Vorsteher (und Zahl der übrigen Beamten); Kataloge; Ge-
schichte; Litteratur. Im Interesse der Kürze sind diese Rubriken den
Angaben selbst nicht ausdrücklich vorgesetzt worden. Der Benutzer wird
bei der regelmässigen Wiederkehr derselben Folge bald wissen, wo er die
einzelne Angabe zu suchen hat, oder er wird den kurzen Artikel ohne
wesentlichen Zeitverlust durchsehen können. Zu den einzelnen Punkten
ist zunächst nur Folgendes erläuternd zu bemerken:
Zu 2. Name. Die Bezeichnung der nicht selbständigen (Anstalts-,
Behörden- usw. Bibliotheken ist durchweg so formuliert, dass der Name
der Anstalt, Behörde usw. voll ersichtlich ist.
Zu 3. Aufstellungsort. Die ebengenannten Bibliotheken sind
fast durchweg in dem Lokal bez. Gebäude der Anstalt (Behörde) der
sie gehören, untergebracht, sodass bei ihnen nur Abweichungen notiert
zu werden brauchen. Wo Strasse und Nummer, welche ebenfalls viel-
fach zu entbehren sind und häufig auch von den Einsendern nicht an-
gegeben waren, gesetzt sind, bedeutet eine Parenthese, dass das Gebäude
nicht ausschliesslich oder vorzugsweise der Bibliothek dient.
Zu 4. Hauptfächer. Das Fehlen einer Angabe bedeutet ent-
weder, dass die Bibliothek alle Fächer berücksichtigt oder dass sie nur
die Litteratur sammelt, welche man nach ihrem Namen in ihr vermuthen
muss. Wo irgend ein Zweifel möglich war, ist die Angabe ausdrück-
lich gemacht worden. Vgl. darüber auch Vorbem. IV, 2-4.
1) Zusatz des zweiten Druckes.
XII Vorbemerkungen. III
Zu 5. Bestand. Die Zahl der „Bände" ohne weitere Angabe
bezeichnet nur die der Drucke, die darin eingeschlossene Zahl der In-
kunabeln ist in Parenthese gesetzt. Das Fehlen von „circa" lässt auf
genaue Zählung oder Abrundung nach geschehener Zählung schliessen.
Von den „sonstigen Beständen" ist ganz Geringfügiges hier und da
gestrichen worden. Als Zeit, in welcher die Bestände in der ange-
gebenen Grösse vorhanden waren, ist im grossen und ganzen Juni 1891
anzusehen. Der Gieichmässigkeit halber sind die damaligen Zahlen
auch da beibehalten worden, wo neuere zur Verfügung standen.
Zu 6. Vermehrungs-Etat. Die angegebene Summe begreift
den für Vermehrung und Buchbinderarbeiten verfügbaren regelmässigen
Fonds in der Höhe des laufenden Geschäftsjahres (1891 bez. 1891/92;
soweit möglich sind hier auch Aenderungen für 1892/93 noch be-
rücksichtigt). Aus der Angabe ist natürlich nicht zu schliessen. dass
der Etat in derselben Höhe schon länger besteht. Das Vorkommen
ausserordentlicher Zuwendungen zu notieren lag nicht im Plan des
Adressbucbs. Geschenke und Tausch sind nur dann ausdrücklich ge-
nannt, wenn sie für die Vermehrung wesentlich oder vorzugsweise in
Betracht kommen.
Zu 7. Ob der Vorsteher im Haupt- bez. einzigen oder im Neben-
amt die Bibliothek verwaltet, ergiebt sich meist aus dem zugefügten
Amtscharakter. Nur wo ein Zweifel denkbar war, ist „H.-A." oder
..N.-A." hinzugefügt worden.
Zu 8. Die Oeffnungstage sind mit „wtgl." (werktäglich) bez.
der üblichen Abkürzung der Tage, die Stunden meist durch einfache
Zittern bezeichnet, aus denen sich die Vertheilung auf Vor- und Nach-
mittag von selbst ergiebt. Als selbstverständlich gilt, dass an den
gesetzlichen und landesüblichen Sonn- und Feiertagen geschlossen ist.
Ueber das Fehlen der bezügl. Angaben s. Vorbem. IV, 2 ff.
Zu 9. Benutzungsbestimmungen. Vgl. Vorbem. IV.
Zu 10. Die Antworten auf die Frage nach den vorhandenen
Katalogen sind, wie zu erwarten war, sehr ungleichmässig ausge-
fallen, was zum Theil wenigstens in dem Fehlen einer festen Termi-
nologie begründet ist. Sehr häufig z. B. ist ein „Zettelkatalog" ange-
geben worden ohne weitere Bezeichnung des Ordnungsprincips , das
sich zwar hier und da aus dem Zusammenhang errathen liess, vom
Bearbeiter aber nicht ohne weiteres ergänzt und nur in wichtigeren
Fällen durch Rückfragen festgestellt werden konnte. Trotzdem dürften
die bezüglichen Angaben des Adressbuches nicht nur einen interessanten
Beitrag zur Kenntniss der einzelnen Bibliothek, sondern auch vielfach
einen nützlichen Fingerzeig bei ihrer Benutzung, bei Anfragen usw.
bieten. Unter beiden Gesichtspunkten schienen sie jedoch bei kleineren
Sammlungen, deren Kataloge von einfachster Art sein dürfen, entbehr-
lich und so ist die betr. Rubrik bei Bibliotheken von weniger als
10 000 Bänden ausgefallen, wenn nicht aus besonderen Gründen eine
Notiz über das Vorhandensein von Katalogen angezeigt war.
Vorbemerkungen. III. XIII
Zu 11. Die Geschichte der Bibliotheken würde mehr Sache
eines ausführlichen Handbuches als des Adressbuches sein. Für letz-
teres kommt sie nur soweit in Betracht, als sich daraus Andeutungen
über Zusammensetzung und Inhalt der Sammlung ergeben und es ist
deshalb auf den Nachweis einverleibter früher selbständiger Bibliothe-
ken besonderes Gewicht gelegt. Das von den Bibliotheksverwaltungen
dafür gelieferte Material war sehr ungleich: von einigen so sorgfältig
ausgearbeitet, dass ich auch den Stil durch die gleichmässige Kürze
des Adressbuches nicht verwischen mochte, in anderen Fällen so dürftig
oder anderen Angaben widersprechend, dass eine Korrektur oder Er-
gänzung aus anderen zu Gebote stehenden zuverlässigen Quellen nöthig
war. Bei erheblichen Bedenken sind Rückfragen nicht gespart worden.
Zu 12. Litteratur. Diese Rubrik hat nicht den Zweck eine
Bibliographie der einzelnen Bibliothek zu liefern, sondern soll lediglich
die Stellen namhaft machen, mögen es selbständige Bücher oder Zeit-
schriftenaufsätze oder auch nur gelegentliche Bemerkungen sein, an
denen man weiteres über die Bibliothek erfahren kann. Veraltetes
sollte ebenso wegbleiben wie Abhandlungen über einzelne Handschriften
und Drucke 1 ) und wie Notizen, die nicht mehr bieten als der betr.
Adressbuchartikel selbst. Auch hier bin ich durch die zurückgekom-
menen Fragebogen vielfach in dankenswerthester Weise unterstützt,
noch öfter leider im Stich gelassen worden. In letzteren Fällen habe
ich selbst ergänzen bez. aus der vorhandenen Litteratur eine Auswahl
treffen müssen, 2 ) die sich nicht durchaus auf Autopsie der anzuführen-
den Schriften stützen konnte. Was mir hier in Göttingen zugänglich
war, habe ich in jedem Falle eingesehen. Theilweis bin ich auch
durch freundliche Zusendungen unterstützt worden. — Im Interesse der
Kürze ist in den Anführungen ausgiebiger Gebrauch von Abkürzungen
gemacht, Die Formatbezeichnungen sind die alten bibliographischen:
Oktav ist nur ausnahmsweise besonders angegeben. Erst nachträglich
habe ich mich entschlossen, wo es irgend möglich war und ohne zu
grosse Weitläufigkeiten geschehen konnte, die Seitenzahlen der ange-
führten Werke hinzuzufügen. Diese Angaben, welche nicht geringe
Mühe und sehr viele neue Anfragen verursacht haben, werden nament-
lich bei den vielen nicht in den Buchhandel gelangten Katalogen will-
kommen sein.
Weder in diesen noch in anderen Punkten war es thunlich das,
wofür ich allein verantwortlich bin, von den Mittheilungen der Biblio-
theksverwaltungen äusserlich zu unterscheiden. Dagegen ist bei den
1) Auch Fachbibliographien mit Anführung des Fundortes der Drucke
und ebensolche llandschriftenverzeichnisse (wie z. B. Homeyer's. Rockingers,
Steffenhagens Verzeichnisse von Rechtsbüchern) sind ausgeschlossen worden.
2) Ausser Petzholdt's Adressbuch ist besonders benutzt das noch immer
werthvolle Buch von E. G. Vogel, Literatur früherer und noch bestehender
europäischer öffentlicher u. Corporations-Bibliotheken. Leipzig 1*40; und Aug.
Blau, Verzeichniss der Handschriftenkataloge der deutschen Bibliotheken.
Centralblatt f. Bibliothekswesen. III. JS8G. S. 1-35. 49-104 n. separ.
Xiv Vorbemerkungen. IV, 1.
wenigen aufgenommenen Bibliotheken, über welche überhaupt keine
Nachricht von der Verwaltung oder sonst nahestehender Seite einge-
gangen ist, die anderweitige Quelle namhaft gemacht. In weit zahl-
reicheren Fällen dieser Art — sie betreffen namentlich Familienbiblio-
theken — ist auf eine Aufnahme der Bibliothek überhaupt verzichtet.
IV. Zusammenfassendes über einzelne Gruppen von Bibliotheken.
Es erübrigt noch einige Angaben zusammenzufassen, welche be-
stimmte Gruppen gleichartiger Bibliotheken gemeinsam betreffen und
für welche deshalb bei der einzelnen zugehörigen Bibliothek auf diese
A'orbemerkungen verwiesen ist. Selbstverständlich gelten sie nur, soweit
im einzelnen nichts anderes angegeben ist.
1. O eigentliche Bibliotheken im engeren Sinne.
Bei diesen kommen hier nur die Benutzungsbestimmungen in
Betracht. Dieselben sind bei jeder Bibliothek in einem besonderen
meist gedruckten Reglement (s. die Litter aturangaben) formuliert, dem
sich der Benutzer unterwirft und auf welches für die Einzelheiten ver-
wiesen werden muss. Hier können nur einige allgemeiner übliche Be-
stimmungen zur Orientierung derjenigen zusammengestellt werden, welche
beabsichtigen sich behufs Benutzung an eine, sei es am Ort befindliche
oder auswärtige, öffentliche Bibliothek zu wenden.
Die Benutzung der deutschen öffentlichen Bibliotheken geschieht
durchweg entweder im Lesezimmer oder durch Entleihen. Zu ersterer
ist jeder Gebildete auf Nennung seines Namens und Standes zugelassen,
zum Entleihen nur der, welcher durch Stellung und sonstige persön-
liche Verhältnisse genügende Sicherheit gewährt, bez. sich darüber aus-
weisen kann, oder andernfalls die Bürgschaft einer geeigneten Persön-
lichkeit beibringt. Es wird meist verlangt, dass die Bürgschaftserklärung
auf dem von der Verwaltung dafür ausgegebenen Formular ausge-
stellt ist.
Die Bestellung der gewünschten Bücher geschieht auf je einem
Zettel für jedes Werk, am besten in der Grösse eines Oktavblattes von
Aktenformat, falls nicht andere Bestimmungen darüber bestehen. Der
Zettel muss in deutlicher Schrift (Tinte), wenn irgend möglich, den
genauen Titel des "Werkes mit Jahr und Ort des Erscheinens, die Unter-
schrift des Bestellers, das Datum und die Angabe, ob für das Lese-
zimmer oder zur Entleihung enthalten. Vorausbestellung bildet die
Regel, zu Avelchem Zweck die aufgestellten Bestellkästen zu bestimmten
Zeiten geleert werden. Nur an wenigen Bibliotheken ist ausreichendes
Personal vorhanden, um Bestellungen sofort oder mindestens ohne
Zeitverlust für den Besteller ausführen zu können.
An mehreren Bibliotheken ist für die Bestellung die Verwendung
der gedruckten und gegen massigen Preis verkäuflichen Empfang-
scheinformulare vorgeschrieben, welche erst nach Ausgabe des Buches
Vorbemerkungen. IV, 1. XV
durch Abstempelung die Gültigkeit als Empfangsckeine erhalten. An-
dernfalls ist der endgültige Empfangschein bei Abholung des Buches
auszustellen.
Von der Verleihung am Ort ausgeschlossen sind die viel gebrauchten
Werke (Nachschlagebücher, Lexika u. ä.), sowie kostbare und seltene
Drucke und Handschriften.
Die geschriebenen Bibliothekskataloge sind dem Publikum meist
nicht allgemein zugänglich. Erforderlichenfalls hat man sich mit An-
gabe des Zweckes an den aufsichtführenden Beamten zu wenden.
Die Versendung von Büchern an auswärtige Benutzer geschieht
gegenwärtig von den meisten grösseren öffentlichen Bibliotheken, nament-
lich den Landes- und Universitäts-Bibliotheken, mit möglichster Libera-
lität, soweit es die Rücksicht auf die zunächst berechtigten örtlichen
Benutzer und auf die Sicherheit der Bücher gestattet. Von Entleihern,
welche ausserhalb des natürlichen Bezirks der Bibliothek (Provinz,
Staat) wohnen, kann der Nachweis verlangt werden, dass die gewünsch-
ten Bücher an anderer zuständiger Stelle nicht vorhanden sind. Die
Bestellung ist ebenfalls auf einzelnen Zetteln zu bewirken (auf genaue
und deutliche Angabe besonders zu achten!) unter Beilegung eines kurzen
Begleitschreibens. Nur wenn es sich um ein einzelnes Werk handelt,
ist der Gebrauch einer Postkarte (bei Anfragen auch Postkarte mit
Rückantwort) zu empfehlen. Alle Schreiben sind an die Bibliotheks-
verwaltung, nicht an einen einzelnen Beamten zu richten.
Die Uebersendung geschieht in der Regel durch die Post. Die
Kosten für Verpackung usw. werden von dem Entleiher entweder mit
der Sendung durch Nachnahme eingezogen oder es wird Begleichung
derselben durch Briefmarken bei Einsendung der definitiven Empfang-
scheine gefordert. Dem Bestellbrief selbst Briefmarken beizulegen ist
nicht zweckmässig.
Befindet sich am Ort des Bestellers eine andere öffentliche Biblio-
thek, so bedient derselbe sich am besten der Vermittelung der letzteren,
welche das gewünschte Werk dann je nach Befinden entweder im Lese-
zimmer zur Benutzung stellt oder dem Besteller aushändigt.
Zur Erleichterung dieses Verkehrs und zu gegenseitiger Aushülfe
finden zwischen einigen Bibliotheken regelmässige Sendungen statt, so
seit längerer Zeit zwischen Giessen und Darmstadt, seit Sommer 1892
zwischen den Universitätsbibliotheken Göttingen und Marburg. Der
den letzteren Leihverkehr regelnde Minist. -Erlass vom 15. Mai 1892 *)
ist durch Erlass vom 24. und 25. Januar 1893 auch auf das Verhältniss
zwischen den Universitäts- (bez. Akademie- und Lyceal-) Bibliotheken
Bonn und Münster, sowie Königsberg und Braunsberg ausgedehnt worden.
Endlich sind durch Erlass vom 27. dess. M. in ähnlicher Weise sämmt-
liche preussische Universitätsbibliotheken mit der Königlichen Biblio-
thek in Berlin in regelmässige Verbindung gesetzt worden. Als Beitrag
1) Centr.-Bl. f. Bibl.-Wes. IX. 1S92. S. .356-358.
XVI Vorbemerkungen. IV, 1-2.
zu den Kosten werden für jeden Buchbinderband im Leihverkehr Göt-
tingen - Marburg usw. je 10, im Berliner Verkehr je 20 Pf. vom Be-
nutzer erhoben.
Ausschliesslich auf die Vermittel ung einer Bibliothek (nöthigenfalls
eines Archivs oder einer ähnlichen Anstalt, welche für sichere Auf-
bewahrung einstehen kann) beschränkt ist die auswärtige Benutzung
von Handschriften und seltenen Drucken. Dafür besonders mass-
gebend ist der preussische Minist. -Erlass vom 8. Januar 1890, } ) welcher
die Königliche Bibliothek Berlin und die preussischen Universitätsbiblio-
theken ermächtigt. Handschriften und Bücher an Staats- und unter staat-
licher Aufsicht stehende Bibliotheken anderer deutschen Länder oder
des Auslandes direkt zu versenden, und gleichzeitig die Versendungs-
bedingungen regelt, unter denen die Gewährung der Gegenseitigkeit
obenan steht. Diese Verordnung ist durch die zuständigen Behörden
eingeführt für die Hof- und Staatsbibliothek München, die bayerischen
Univers. -Bibliotheken, die Königlichen Bibliotheken Bamberg, Eichstätt
und die Kreisbibliothek Augsburg 2 ); für die Hofbibliothek Darmstadt
und die Univ. - Bibliothek Giessen; die Landesbibliothek Detmold; die
Stadtbibliothek Lübeck. Viele andere Bibliotheken haben ihr Einver-
ständniss erklärt, Ueber Wolfenbüttel 8. Nr 1574.
Nach den Bestimmungen des angeführten Erlasses ist zu Nachbil-
dungen, wenn mehr als eine Schriftprobe oder ein einzelnes Blatt nach-
gebildet werden soll, besondere Erlaubniss erforderlich. Ausserdem
wird wohl überall vorausgesetzt, dass bei Abdrücken aus Handschriften
der verleihenden Bibliothek ein Exemplar geschenkweise überwiesen wird.
2. Bibliotheken der höheren Schulen.
Die Angaben im Adressbuch beziehen sich durchweg nur auf die
Lehrerbibliotheken. Aufstellungsort ist das Gebäude der Anstalt, vor-
zugsweise vertreten die Litteratur der Unterrichtsfächer, bei Gymnasien
also die philologisch -historische, auch mathematische. — Bibliothekar
ist meist ein Lehrer im Nebenamt; die Oberaufsicht führt, auch wenn
er nicht ausdrücklich genannt ist, der Direktor (Rektor). — Feste
Bibliotheksstunden sind nicht überall angesetzt. Auch wo es der Fall
ist, ist die Bibliothek doch gewöhnlich ausserdem zu jeder Zeit zu-
gänglich, in welcher der Bibliothekar dienstfrei im Schulgebäude an-
wesend ist. Während der Schulferien ist die Bibliothek meist geschlossen.
— Benutzungsberechtigt sind in erster Linie die Angehörigen, besonders
die Lehrer, der Anstalt. Eine Benutzung durch andere Personen ist
in der Regel an die Bewilligung des Direktors geknüpft. Das „Re-
gulativ für die Verwaltung der Schulbibliotheken an den staatlichen
höheren Lehranstalten der Prov. Hannover" vom 15. Febr. 1875 3 ) ge-
1) Centr.-Bl. f. Bibl.-Wes. VII. 1890. S. 101-102. .
2) Centr.-Bl. f. Bibl.-Wes. VIII. 1891. S. 282-283.
3) Centr.-Bl. f. d. ges. Unterrichts-Verw. in Preussen. Jg. 1875. S. 347-349.
— Der ebendas. 1885. S. 204-207 veröffentlichte Min.-Erlass vom 17. Jan. 1885
betrifft nur die innere Verwaltung der Sclmlbibliotheken.
Vorbemerkungen. IV, 2-4. xvir
stattet dem Bibliothekar, an Personen, welche als zuverlässig bekannt
sind, gegen Empfangschein Bücher zu verleihen, falls dieselben nicht
von den Lehrern der Anstalt beansprucht sind. Nach der „Bibliotheks-
ordnung für die katholischen Gymnasien und Realschulen I. 0. der
Prov. Schlesien'' vom 2. Juli 1868 l ) ist die schriftliche Bürgschaft eines
ordentlichen Lehrers der Anstalt beizubringen. Eine Verleihung nach
auswärts gehört zu den Ausnahmen. Darauf bezügliche Wünsche oder
sonstige Anfragen werden am besten an die Direktion gerichtet. — Ein
Verzeichniss des jährlichen Zuwachses findet sich meist in den Pro-
grammen der Anstalt.
3. Bibliotheken sonstiger wissenschaftlicher Anstalten
und Sammlungen.
Das über die Bibliotheken der höheren Schulen Bemerkte gilt im
wesentlichen, namentlich was Aufstellungsort. Hauptfächer, Verwaltung
und Benutzung betrifft, auch von denen anderer Unterrichtsanstalten,
mit den durch die abweichenden Verhältnisse gebotenen Modifikationen
auch von den Bibliotheken der sonstigen wissenschaftlichen Institute.
Doch ist eine Benutzung bei letzteren gewöhnlich nur in den Anstalts-
räumen selbst gestattet. Für die Bibliotheken der preussischen Uni-
versitätsinstitute 2 ) ist dies ausdrücklich vorgeschrieben durch Minist. -
Erlass vom 15. Okt. 1891 (abgedr. im C.-Bl. f. Bibl.-W. VIII. 1891.
S. 550-551). Nach demselben Erlass soll in jeder Universitätsbiblio-
thek ein Gesammtkatalog der Institutsbibliotheken der betreffenden
Universität geführt werden, doch wird eine Durchführung dieser An-
ordnung erst allmählich stattfinden.
4. Behördenbibliotheken.
Aufstellungsort ist das Gebäude bez. die Diensträume der Behörde,
nach deren Bedürfnissen sich auch der Inhalt der Bibliothek durchaus
richtet. Er ist also z. B. bei Justizbehörden vorzugsweise oder aus-
schliesslich juristisch. — Die laufenden Verwaltungsgeschäfte führt ge-
wöhnlich ein Subaltern- (Sekretariats-) Beamter unter Aufsicht eines
höheren Beamten oder des Leiters der Behörde (des Präsidenten usw.),
bei Gerichtsbehörden unter der des Präsidenten und 1. Staatsanwalts
oder einer Bibliothekskommission bestehend aus einem Richter und
einem Mitglied der Staatsanwaltschaft. — Zugänglich ist die Bibliothek,
wenn nicht anders angegeben, während der Büreaustunden der Behörde,
also mehrere Stunden des Vormittags und meist auch einige des Nach-
mittags. — Benutzungsberechtigt sind die Angehörigen der Behörde,
1) Wiese, Verordnungen u. Gesetze für die höheren Schulen in Preussen.
2. Ausg. 1875. I. S. 174. •
2) Die Bibliotheken der Universitätsinstitute sind erst nachträglich in
den Kreis des' Adressbuchs einbezogen worden. Nachrichten über sie sind
meist nicht direkt, sondern von den betr. Universitätsbibliotheken erbeten und
aus den Mi tth eilungen derselben nur die Angaben über die grösseren Samm-
lungen ausgewählt.
Beiheft io. *
xviii Vorbemerkungen. IV, 4-6
bei Gerichten ausser den Richtern, Assessoren, Referendaren und der
Staatsanwaltschaft meist auch die bei denselben zugelassenen Rechts-
anwälte. Die Benutzung durch andere Personen ist mehr oder weniger
als Ausnahme zu betrachten. Die Erlaubniss ist vom Präsidenten (bei
Magistratsbibliotheken vom Oberbürgermeister) zu erbitten. Die Be-
nutzung geschieht meist durch Entleihen, da nur bei grösseren Behörden
und Bibliotheken Lesezimmer vorhanden sind: davon ausgeschlossen
sind natürlich die zum Handgebrauch dienenden Werke. Versendung
findet nur ausnahmsweise statt. Für die bayerischen Gerichtsbiblio-
theken ist durch den ihre Verhältnisse regelnden Erlas- vom 26. April
1867 (Justizministerialblatt f. d. Königreich Bayern. Jg. 5. 1867. S. 107-
111) „dem Ermessen der Gerichtsvorstände vorbehalten, ausnahmsweise
auch den Beamten der sonstigen an dem Sitze des betreffenden Ge-
richtshofes oder Gerichts befindlichen Gerichte und Staatsanwälte die
Benutzung der Büchersammlung zu gestatten." Eine Benutzung durch
andere als Justizbeamte scheint darnach ausgeschlossen.
5. Kirchenbibliotheken.
Die Verhältnisse der Bibliotheken kirchlicher Bildungsanstalten und
Behörden sind im allgemeinen die unter 2 und 4 angegebenen, hie
übrigen im Adressbuch angeführten kirchlichen Bibliotheken beruhen fast
sämmtlich auf älteren Stiftungen und sind ursprünglich theilfi für den
Gebrauch der Geistlichkeit bestimmter Kirchen, Orte oder Bezirke, theilfi
auch für ein grösseres Publikum bestimmt. Einige von ihnen haben
sich weiter entwickelt und stehen in den Benutzungsverhältnissen den
öffentlichen Bibliotheken nahe. Die meisten aber sind nicht oder wenig
über den Zustand der ersten Begründung hinausgekommen, verfügen
über keinen oder geringen Vermehrungsfonds und sind ohne irgend-
welchen Verwaltungsapparat. Eine Benutzung durch Fernerstehende
hängt meist von dem Ermessen des mit der Aufsicht betrauten Geist-
lichen ab, eine Versendung, wenn einer solchen nicht überhaupt sta-
tutarische Bestimmungen entgegenstehen, ausserdem von der Genehmigung
der kirchlichen Gemeinde- oder der vorgesetzten Kirchenbehörde.
Die Klosterbibliotheken sind private Veranstaltungen der Orden
bez. der einzelnen Klöster, die Benutzung durch Fremde daher ganz
von dem Belieben des Bibliothekars oder des Vorstehers des Klosters
abhängig.
6. Militärbibliotheken.
Die Verwaltung und Benutzung der Militärbibliotheken im engeren
Sinn, welche durch Kab.- Ordre vom 20. Febr. 1890 im Bereich des
preussischen Heeres aus den ehemaligen Divisionsbibliotheken und den
Provinzialbibliotkeken der Artillerie gebildet worden sind, ist geregelt
durch eine allgemeine Verwaltungsordnung. •) Nach dieser sollen sich
1) Verwaltungsordnung der Militär -Bibliotheken. Berlin 1890, Mittler.
(20 S.)
Vorbemerkungen. IV, 6-8. xix
die Anschauungen vorzugsweise auf Kriegswissenschaften erstrecken,
auf allgemeine Werke nur insoweit als sie das Studium der ersteren
unterstützen. — Verwaltet wird jede Bibliothek unter Aufsicht des
Kommandanten (Garnisonältesten) von einer Kommission bestehend aus
einem Stabsoffizier oder Hauptmann als Vorsitzendem und einem Lieu-
tenant als Bibliothekar. (Die dazu kommandierten Personen wechseln
sehr häufig und sind deshalb im Adressbuch nicht namhaft gemacht.)
— Benutzungsberechtigt sind ausschliesslich die Offiziere und Sanitäts-
offiziere des Friedensstandes, die Offiziere des Beurlaubtenstandes und
die höheren Beamten der Heeresverwaltung. Jeder Bibliothek sind be-
stimmte Garnisonen und Landwehrbezirke zugewiesen. Verabfolgung von
Büchern an nicht berechtigte Personen ist nicht gestattet. — Der Katalog
wird durch Druck oder Umdruck vervielfältigt, durch jährliche Nachträge
auf dem Laufenden erhalten und den auf die Bibliothek angewiesenen
Truppentheilen und Bezirkskommandos in je einem Exemplar zugestellt.
Nach wesentlich denselben Grundsätzen wird bei den übrigen
militärischen Bibliotheken, namentlich bei denen der militärischen Bil-
dungsanstalten, verfahren. Ueber die zahlreichen und vielfach nicht
unbedeutenden Regimentsbibliotheken, welche auch die allgemeinere
Litteratur pflegen, sind Nachrichten nicht eingezogen worden.
7. Vereinsbibliotheken.
Das von der einzelnen Vereinsbibliothek besonders gepflegte Wissens-
gebiet ergiebt sich meist aus dem Namen des Vereins; docli ist zu
berücksichtigen, dass sich durch den fast überall stattfindenden Schriften-
tausch mit anderen gleichartigen Vereinen in erheblichem, oft sogar
überwiegendem Masse Bestände ansammeln, welche über das engere
Vereinsgebiet hinausgehen. — Wenn über die Benutzung nichts ange-
geben ist, so ist anzunehmen, dass sie sich auf die Vereinsmitglie.der be-
schränkt. Erforderlichenfalls wird es meist möglich sein durch Zahlung
des Vereinsbeitrags Mitgliedschaff und Benutzungsrecht zu erwerben.
8. Privat- (Familien-) Bibliotheken.
Von den grösseren Sammlungen fürstlicher Häuser und adeliger
Familien gehören nicht wenige durch statutarische Bestimmungen und
durch den ganzen Zuschnitt der Verwaltung zu den öffentlichen Biblio-
theken. Andere können zwar nicht zu diesen gerechnet werden, weil
bei ihnen die Rücksicht auf allgemeine Benutzung weniger massgebend
oder weil nicht für angemessene Fortführung gesorgt ist, stehen jenen
aber bezüglich der allgemeinen Zugänglichkeit ziemlich nahe, sei es,
dass diese durch Stiftung oder durch Entschluss der jeweiligen Besitzer
angeordnet ist. Die meisten jedoch — und daliin gehören alle, bei
denen im Adressbuch nichts besonderes bemerkt ist, sind durchaus als
private Bibliotheken zu betrachten, über deren Gebrauch der Besitzer
allein verfügt. Eine Benutzung durch Fremde kann bei ihnen um so
xx Vorbemerkungen. IV, 8.
mehr nur ausnahmsweise stattfinden, weil es meist an jedem Verwal-
tungsapparat, vielfach auch an genügenden Katalogen fehlt.
Die Namen der gegenwärtigen Besitzer waren in den zurückge-
langten Fragebogen nicht immer angegeben und sind dann als doch
der Veränderung unterworfen bei der Bearbeitung nicht ergänzt worden.
Zu ihrer Ermittelung werden in den meisten Fällen die neuesten Jahr-
gänge der Gothaischen genealogischen Taschenbücher behülflich sein.
.V- ^ 4) ^ fcfo frfr „fo „,\S t fo ftfr ffc (#», cfr, ftfo ftfr fr,?.., ,;,':> r.fr ,.»., 4, Qfo
Aachen (Rheinpr.).
1. Stadtbibliothek, Komphausbadstrasse 11. Ca. 80 000 Bde (200-
300 Inkun.), c. 40 Hdss.; 2700 (v. 1892/93 ab 4150) Mk. — Bibliothekar
(H.-A.) Dr. phil. Em. Fromm; 1 Hülfsarb.; 1 Diener. — Lesesaal u. Aus-
leihbureau wtgl. 10-1, Mi. u. Sa. ausserdem 4-6; geschl. im August. —
Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Die älteren Kataloge (1 Bd alph., 12 Bde
syst.) umfassen nicht den ganzen Bestand ; neue ausführl. Zettelkat. (alph.
u. syst.) in Bearbeitung; Drucklegung einzelner Theile in Aussicht ge-
nommen. — Begr. 1830 durch Vereinigung der alten Kathsbibl. mit der
c. 20 000 Bde umfassenden Bibl. des Stadtraths Jos. Franz Dautzenberg
(f 1828). Später sind einverleibt: die Bibl. des Freih. Aug. v. Fürth
(1846), die medicinischen Bibliotheken des Dr. Georg v. Sartorius (f 1856)
u. des Dr. Jos. Härtung (1868), die Bibl. des Ver. der Aachener Aerzte, des
Ver. zur Begründung einer naturwissenschaftl. Bibliothek, die Bibl. des
Prof. Kornel. Pet. Bock (f 1870), des Landger.-R. a. D. Herrn. Ariovist
Freih. v. Fürth u. Alfred v. Reumont's (beide 1888). Der Aachener
Geschichtsverein überweist regelmässig die im Tauschverkehr mit an-
deren Vereinen eingegangenen Druckschriften, das Kurhaus und die
Gesellschaft „Erholung" eine Anzahl Zeitschriften. Ein Neubau ist
beschlossen u. soll sofort in Angriff genommen werden.
Bibl. - Ordnung v. 7. Dec. 1889. — E. Fromm, Die Aachener Stadtbibl.,
ihre Entstehung u. ihre Entwicklung bis zur Gegenwart. Vortrag. Aachen
1891. — Cat. d. Stadt-Bibl. zu Aachen. Aachen 1834. (XII, 478 S.; einige Hdss.
daraus ausgez. im Arch. d. Ges. f. ä. d. Gk. XI, S. 738.)— Cat. d. Bibl. des
ärztl. Vereins u. der v. Sartorius'schen Bibl. zu Aachen. Eb. 1858; Anhang
1876. (II, 81 S.)
2. Bibl. der Königl. Technischen Hochschule (Templergraben 55).
Vorzugsw. Technik u. Kunst u. deren Hülfswissenschaften. — 40 135 Bde
(ausschl. Broschüren, Dissertationen u. s. w.) u. 218995 englische u. 56 913
deutsche Patentschriften in 5000 Doppelmappen. Verm. 11000 Mk. —
Bibliothekar (H.-A.) Peppermüller ; 1 Diener. — Geöffnet wtgl. 9-12 u.
3-5 ausser Sa. Nachm.; in den Ferien nur 10-12. — Ben. -Best, die
üblichen (Vorbem, IV, 1); auswärtige Gesuche sind direkt an den Biblio-
thekar zu richten. — Alph. Zettelkat. in 78 Mappen, fachwissenschaftl.
geordneter Zettelkat. in 104 Kapseln. — Begr. 1868/69 mit einem Grund-
kapital von 45000 Mk, ausserdem durch Ueberweisung des grössten
251
Beiheft io. 1
2 Aachen. [2
Theils der technischen Abth. der Regierungs-Bibl. zu Aachen u. von
Doubletten der Bauakademie zu Berlin u. der Bibl. des Oberbergamts zu
Bonn, ferner durch Zuwendungen von Behörden u. Privaten. 1878 be-
deutender Zuwachs durch Legat des Stadt-Baumeisters Baurath Fr. Ark,
der bereits bei Lebzeiten, werthvolle Kupferwerke geschenkt hatte.
Bibl. -Ordnung 1883. — Katalog der Bibl. d. Kgl. Rhein. -Westf. Polytechn.
Schule zu Aachen. Als Mscr. gedruckt. Aachen 1872. (2 Bl., 238 S.) —
1. Nachtr.-Kat. der B. der Kgl. Rh.-Westf. Techn. Hochschule . . . Eb. 1879.
(3 Bl., 393 S.)
3. Bibl. des Königl. u. Stadt. Kaiser -Karls -Gymnasiums (Pontstr. 7).
[Vorbem.IV, 2.] Ca.9000Bde u. 12000 Progr.; 770 Mk. — G.-L. Dr.
Kruszewski. — Mi. 11-12 u. Sa. 12-1. — Begr. 1825. Aus der ehe-
mal. Aachener Diöcesanbibl. wurden 297 Werke, meist ältere Ausgaben
deutscher Klassiker, überwiesen (1826).
Verz. der in d. Gymn.-Bibl. befindlichen vor 1550 gedr. Bücher (m. Notizen
z. Gesch. d. Bibl.) im Progr. v. 1877. 4. S. 17-19.
4. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2] Ca. 6300
Bde (1 Inkun.); 700 Mk. — R.-G.-L. Dr. Greve. — Mi. u. Sa. 12-1.
— Begr. 1839.
5. Bibl. der Königl. Regierung (Theaterpl. 14). [Vorbem. IV, 4.]
Vorzugsw. Staats- u. Rechtswissensch. u. Verwaltungslehre. Ca. 8500 Bde,
9 Bde Hdss., 550 einz. Karten u. 350 Pläne; 900 Mk. — Unter Aufsicht
des O.-Reg.-R. von Bremer führt die Geschäfte Reg.-Sekr. Wirtz. — Begr.
1816 durch Ueberweisung der im Gebäude des ehemal. General-Gouverne-
ments vorhandenen französischen Gesetzsammlungen u. s. w. (Vgl. auch 2.)
6. Bibl. des Königl. Landgerichts, im Zimmer 54/55 des Land-
ger.-Geb. (Kongressstr. 9). [Vorbem. IV, 4.] Ca. 5000 Bde; 620 Mk. —
L. -Ger.- Sekr. Bausch unter Leitung einer Bibl. -Kommission. — Nicht-
berechtigte bedürfen zur Ben. der schriftl. Genehmigung der Bibl .-Kom-
mission. — Begr. um 1820.
7. Bibl. der Münsterkirche. Nachdem die alte Bibl. durch die
Säkularisation verloren gegangen, die des 1802 errichteten Bisthums
1826 an das Gymnasium abgegeben worden ist, besteht die Bibl. im
wesentlichen nur aus der dem Stiftskapitel vermachten Sammlung des
Kanonikus Dr. G. Kloth (f 1876), meist Theologie u. Belletristik, in
einem unzulänglichen Räume der Stiftskirche untergebracht u. daher für
Fremde nicht benutzbar. Verw. Kanonikus E. Viehoff. — In der Schatz-
kammer befinden sich 3 Hdss. des 9., 10. u. 14. Jahrh.
Fr. Bock, D. Reliquienschatz d. Liebfrauen- Münsters zu Aachen. A. 1860.
S. 70-71. — Th. Frimmel, D.Codices des Aachener Münsterschatzes. Ztschr.
f. bild. Kunst. XXI. Kunstchron. Sp. 9-12. — Den einzigen alten Druck d.
Bibl. beschreibt E. Fromm, Ztschr. d. Aachener Gesch. -Ver. XIII. 1891.
S. 264-266.
8. Pfarrbibliothek bei St. Peter, im Pfarrhause. Hauptsächl. Theo-
logie. 482 Bde (3 Inkun. u. mehrere Drucke aus d. Anf. des 16. Jahrh.)
252
12] Allenstein. 3
u. einige Hdss. des 15.-16. Jahrh. haupts. zur Geschichte Aachener
Klöster u. Bruderschaften; Urkunden seit 1399, Urk. -Abschriften u. Re-
gesten seit 1434. — Unter Verwaltung des jeweil. Pfarrers, z. Z. Oberpf.
Schein, u. durch diesen der Benutzung zugänglich. — In der ersten
Hälfte des 19. Jahrh. von den Pfarrern von St. Peter begründet u.
vermehrt.
Notiz über 2 Hdss. in der Zeitschr. d. Aachener Gesch. -Ver. XIII. 1891.
S. 56-61.
9. v. Forckenbeck's Zeitungsmuseum (Ottostr. 37). Zeitungswesen
u. Journalistik. 46 000 Nrn ; Vermehr, überwieg, durch unentgeltliche
Zuwendungen. — Vorst. Bürgermeister a. D. Osk. v. Forckenbeck u. Max
Schlesinger. — Zu besichtigen nach vorher. Anfrage bei Ersterem ; Ausl.
u. Versendung findet nicht statt. Die dem Mus. regelmässig zugehenden
Zeitungen u. Zeitschriften (z. Z. 187) liegen in dem von der Stadt Aachen
subventionierten Lesesaal auf (Klosterpl. 11; tgl. 10-5). — Begr. durch
0. v. Forckenbeck um 1855, aber erst 1886 an die Oeffentlichkeit ge-
treten. Angekauft die grosse geograph.-statist. Zeitungssammlung des
Postofficials Sachs in Augsburg.
Zeitschrift des Zeitungsmuseurns seit 1887. — M. Schlesinger, D. Aachener
Zeitimgsmuseum. (Leipz.) Illustr. Ztg. v. 29. Dec. 1 888. — Zahlreiche Notizen
in der Köln. Ztg., im Börsenbl. f. d. dtsch. Buchh. u. a. and. 0.
Adolfsburg s. Oberhundem.
Allenstein (Pr. Ostpreussen).
10. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 1951 Bde u.
c. 6700Progr.; 600 Mk. — G.-L. Landsberg. — Begr. 1877 mit der
Anstalt.
H. Begemann, Kat. d. Lehrer-Bibl. d. Gymn. zu Allenstein. All. 1883. (26 S.)
11. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1400 Bde;
c. 600 Mk. — Vorst. d. Landger. -Präsident; monatliche Revision durch
e. Beamten d. Gerichtsschreiberei, Vierteljahr! durch e. Richter. — Be-
nutzungsberecht. die Richter d. Land- u. Amtsger., die Staatsanwälte u. die
diesen Behörden überwiesenen Referendare. Ausl. an andere Personen
m. Genehm, des richteii. Kontrollbeamten. — Begr. 1879 mit einem Theil
der Bücher des ehem. Kreisgerichts.
12. Militärbibliothek , in Funk's Etablissement. [Vorbem. IV, 6.]
Ca. 5500 Bde u. 500 Karten; Verm.-Et. unbestimmt. — Mo. u. Do. 3-7. —
Benutzungsberechtigt die Garnisonen Allenstein, Bartenstein, Orteisburg,
Rastenburg, Loetzen, Lyk, Marggrabowa, Goldap, Darkehmen, Insterburg,
Gumbinnen, Stallupoenen, bez. die Bezirke der 2. u. 3. Inf.-Brigade. —
Begr. 1890 durch Verlegung der bisher. Provinzialbibl. der Artillerie des
I. Armeekorps von Königsberg nach Allenstein (vgl. Königsberg i. Pr.,
MilitärbibL).
Kat. d. Militär-Bibl. Allenstein. (1890.) 4. (744 S. Autogr.)
253
1*
4 Alsleben. [13
Dorf Alsleben a. d. Saale (Pr. Sachsen).
13. Bibl. der vereinigten Dom- und Dorfkirche (St. Joh. Bapt.
u. St. Gertraud) , im Kirchengebäude. 222 Bde, bes. Theologie des
15.-18. Jahrh.; wird nicht vermehrt. — Wegen Ben. Meldung beim
Pastor der Kirche (Past. Todt). Ein Kat. befindet sich bei der Kirchen-
matrikel auf der Pfarre. — Angelegt 1580 von den Brüdern Heinr. u.
Lor. von Krosigk.
Altenburg, S. - AI tenburg.
14. Herzogliche Landesbibliothek, im Herzogl. Landesbankgebäude
(Burgstr. 19). Alle Wissenschaften m. Ausn. der Medicin u. der Rechts-
wissensch. im strengen Sinne. 60 900 Bde (90 Inkun.), 80 Bde Iidss., c. 7000
einzelne Karten, Pläne u. Stiche. (In der ersten Zahl inbegriffen c. 4900
Doubletten.) Verm.-Et. 3600 Mk u. 120 Mk Zinsen aus der Lindenau-
Zach'schen Stiftung. — Bibliothekar Prof. Dr. Herrn. Kluge (zugl. Hof-
bibliothekar der Privatbibl. Sr. Höh. des reg. Herzogs Ernst). — Mo. 3-4,
Mi. 12-1 u. Sa. 2-4. Geschl. jährl. 10 Wochen (Ostern, Pfingsten, Hunds -
tage, Michaelis, Weihnachten). — Ben. s. Vorbem. IV, 1. Die werthvollste
Hdss.-Samml. der Bibl., „Wagner's Kollektaneen zur Gesch. des Herz.
Altenburg" (34 Bde), darf nur mit Genehm, des Herzogl. Ministeriums
ausgeliehen werden. — Alph. Kat. in 3 Bden u. in Zetteln, Fachkat. in
12 Bden, Standortsverzeichn. der Signaturen in 1 Bd. — Begr. 1686
von Herzog Friedrich I; angekauft wurde eine Gräfl. Beust'sche (1798)
u. die U. F. Kopp'sche (1846), geschenkt eine andere Gräfl. Beust'sche
Sammlung (1847). Besondere Verdienste um die Bibl. erwarb sich der
Staatsminister a. D. Bernh. Lindenau, der nicht nur die Büchersamml. der
früheren litterar. Gesellsch. u. einen Theil seiner eigenen Bibl. schenkte,
sondern auch das obengenannte Legat von 3000 Mk stiftete.
Kat. d. Herzogl. Landesbibl. in Altenburg. Auf Grund d. geschriebenen
Bibliothekskataloge für d. Druck bearb. v. Dr. Chr. Fr. Sehrwald. Abth. 1
(2 Bde, enth. alph. Kat.) u. Abth. 2 (Repert.). Altenb. 1872-73. (IV, 692,
594 u. IV, 249 S.) Seit 1873 jährl. im Juni ein Nachtrag, der dem Herzogl.
S.-Altenb. Amts- u. Nachrichtsblatt beigegeben wird.
15. Medicinisch- chirurgische Landesbibliothek, im sogenannten
alten Kanzleigebäude (Burgstr. 17). Ca. 3600 Bde ; 675 Mk. — Dr. med.
Uhlemann. — Mi. 10-11. — Ausl. an Aerzte, Chirurgen u. Thierärzte.
— Begr. 1802 durch Schenkung einer 590 Nrn umfassenden Bibl. aus
dem Nachlasse des Dr. med. W. Wagner (f 1800).
Med.-chirurg. Bibl. zum Gemeingebr. d. Aerzte u. Wundärzte d. Herz.
Altenburg. Altenb. 1839 (155 S.); Nachtr. z. Kat. d. med.-chir. Landesbibl.
d. Herz. S.-Altenburg. Eb. 1869. (32 S.)
16. Bibl. des Herzogl. Friedrichs -Gymnasiums, im Josephiuum.
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 8000 Bde (100 Inkun.) u. zahlreiche Schulprogr.;
600-700 Mk. — G. -L. Dr. Geyer. — Im Sommer Do. 12 - 1, im Winter
Fr. 3-4. — Begr. 1530. Eine Anzahl Bücher stammen aus den Bibl.
des ehemal. Franziskaner- u. des Berger' (Augustiner-) Klosters in
254
II] Altkirch. 5
Altenburg. Grössere Erwerbungen unter dem Rektor P. M. Sagittarius
(1669-78), unter diesen die Bibl. des Past. Ph. Zeisold in Tegkwitz
u. des Diak. Joh. Weise in Frohburg. 1879 Ueberweisung von c. 2000
Bden an die Landesbibliotliek.
Chrn Frdr. Wilisch. Iudex bibliothecae . . . Gynmasii Fridericiani. Altenb.
1721; Append. ib. 1722. (700 S. u. Ind.) — M. Geyer, Verz. der bis z.
J. 1517 einschl. gedruckten Werke d. Gvuinasialbibl. Progr. 1891. 4.
(30 S.; S. 1-5 Gesch. d. Bibl.; die zahlreichen Autotypen der Refor-
mationszeit sollen später veröffentlicht werden.)
17. Rathsbibliothek, im Rathhause. Ca. 600 Bde (10 Inkun.),
34 Hdss. — Die Oberaufsicht führt Oberbürgermeister Osswald. —
Alphab. u. Fachkat. — Unter den Drucken mehrere werthvolle theol.
u. Jurist. Werke, desgl. manches für die Gesch. Altenburgs wichtige
sowie Schulschriften betr. das früher städtische Gymnasium. Unter
den Hdss. die Collectanea von Tauchwitz zur Gesch. Altenburgs u.
Annales Altenburgenses v. Förster.
Arch. d. Ges. f. ä. dtsche. Geschichtsk. VIII. 1843. S. 706-707 (einige Hdss.
verz. v. Waitz).
18. Bibl. des Herzogl. Landgerichts (Agnespl.). [Vorbem. IV, 4.]
Ca. 6000 Bde; 800 Mk. — Verw. Landgerichtskopist Weber.
Kat. d. Bibl. d. Herz. Landger. zu Altenburg. Alt. 1890. (256 S.)
19. Bibl. der Geschichts - und Alterthumsforschenden Gesellschaft
des Osterlandes. im Museumsgebäude. Bes. gepflegt werden Gesch. u.
Geographie des Altenburger Landes. Ca. 4000 Bde ; für Verm. u. Er-
haltung durchschnittl. 200 Mk : Tauschverkehr mit 110 Gesellschaften.
— Bibliothekar Gymn.-L. Dr. Geyer, durch dessen Vermittelung die
Bibl. für die Mitglieder der Gesellsch. jederzeit zugänglich ist. Gesuche
viiii Nichtmitgl. werden berücksichtigt, soweit das Material nicht in
anderen für den öffentlichen Gebrauch bestimmten Bibliotheken vor-
handen ist. — Begr. 1838.
Hin neuer Kat. wird in den Mittheilungen der Ges. gedruckt werden.
20. Bibl. der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes, im
Gebäude des Herzogl. Realgymnasiums. Ca. 8000 Bde, haupts. aus d.
Gebiete der Naturwissenschaften. Verm. c. 400 Mk. — Realgymn.-L.
Rieh. Kolilcr unter Oberaufsieht des Dir. Prof. Flemming. — Mi. 2-3
zu allgemeiner Benutzung. Geschl. in den Schulferien. — Begr. 1817.
Kat. d. Bibl. der naturforsch. Ges. d. Osterlandes zu Altenburg. Air. 1884.
(124 S.)
Altkirch, Ob. -Eis. (Els.-Lothr.)
21. Bibl. des Kais. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2. | Ca. 1700 Bde
u. 3500 Progr.; 250 Mk. — (J.-L. Dr. Gfrörer. — Begr. 1871. Von
Beständen aus der französischen Zeit wurden nur 170 Bde als brauchbar
übernommen.
255
6 Altona. [22
Altona a. d. Elbe (Pr. Schi. -Holst.).
22. Bibl. des Königl. Christianeums, im Neubau des Gymn. (Hohe-
schulstrasse 10). [Vorbem. IV, 2.] 26 481 Bde (31 Inkun.) u. 73Hdss.;
850 Mk. — Prof. Em. Wolff. — Mi. 11-12 u. Fr. 1-2. — Keine bes.
Beschränkung in der Benutzung. — Alph. Zettelkat. ; Realkat. in 20 Bden.
— Begr. durch die der Lateinischen Schule vermachte Bibl. des Theol.
Joh. Otto Glüsing (f 1727), reich an Schriften kirchlicher Sektierer u.
Schwärmer, zuerst aufgestellt 1743, vermehrt 1757 durch die Bibl. des
Konferenzraths Georg Schröder (Jurispr. u. Gesch.), 1768 durch die
Schenkung des Joh. Pet. Kohl, vormal. Professors der schönen Wissensch.
u. d. Kirchengesch. in St. Petersburg (468 Bücher u. 18 Hdss.), um 1773
durch Ankäufe aus der Bibl. des Prof. Georg Chrn Maternus a Cilano.
1837 überwies J. M. F. Koehler die dem Konferenzrath v. Roenne ab-
gekaufte Büchersamml. von 4000 Bden (donum Koehlerianum) ; 1855
erhielt die Bibl. durch Vermächtniss von Ilans Schröder aus dessen Bibl.,
was in der Hamburger Stadtbibl. bereits vorhanden war (c. 1000 Bde).
Hirsching, Beschr. sehensw. Bibl. II. Erl. 17S7. S. 1-20. — Jak. Struve,
Brev. narratio de bibl. nostra deque scriptis Lutkeri aliisque in ea asservatis
(Progr. z. Ref.-Jub.). Altona 1817. 4. (20 S.) — M. J. F. Lucht, Nachrichten
üb. d. Bibl. d. Gymn. Progr. d. Christian. 1*56. 4. S. 1- 16. Abgekürzt wieder
aufgenommen inDess. Nachrichten üb. d. Bibl. d. Gymn. u. die in derselben
befindlichen Hdss. I. Progr. Eb. 1878. 4. S. 1-22.
23. Bibl. der Stadt. Reallehranstalt (Königstr.). [Vorbem. IV, 2.]
2229 Bde u. c. 2800 Progr.; 850 Mk (einschl. der Anschaffungen für
die Schülerbibl.). — Ob.-L. Prof. Dr. E. Beckmann. — Begr. 1871 mit
Eröffnung d. Anstalt.
24. Bibl. des Königl. Landgerichts (An d. Allee 125). [Vorbem.
IV, 4.] Ca. 3000 Bde ; 450 Mk. — Verw. Kanzleirath Rathjen. —
Wtgl. 11-12. — Gegr. 1879 zunächst durch Ueberlassung der Biblio-
theken der Kreisgerichte Altona, Itzehoe u. Piatzeburg.
25. Militärbibliothek des IX. Armeekorps, in der Kaserne des 31.
Inf.-Reg. [Vorbem. IV, 6.] Ca. 2200 Bde, 29 Bde u. 105 Bl. kriegs-
geschichtl. u. 579 Bl. topographische Karten: 600 Mk. — Bücherausg.
Mi. (im Winter auch Sa.) von 3 Uhr ab ; Versendung jederzeit. Geschl.
5.-15. April. — Benutzungsberechtigt der Bezirk des IX. Armeekorps.
— Vor April 1890 war die Bibl. Provinzial - Bibl. der Artillerie des
IX. Arm. -Korps.
Cat. f. d. Mil.-Bibl. Altona d. 9. Armee-Korps. (1S90.) 4.
Amberg (Bayern, Ob.-Pf).
26. Königl. Provinzialbibliothek. im Gebäude des Kgl. Gymnasiums
(Malthesergebäude , Neuthorgasse). 35 000 Bde (c. 400 Inkun.), 126
Hdss. : c. 1000 Mk. — Bibl.-Kommission von 5 Mitgliedern ; Bibliothekar
(N.-A.) Gymn.-L. Dr. Ludw. Bürchner. — Mo. 11-12; geschlossen
währ. d. Gymn.-Ferien. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Blätterkat.
256
31] Angerburg. 7
in 80 Theken: Hdss.-Kat. in Heftform. — Begr. 1804 aus den Bibl. der
säkularisierten oberpfalz. Klöster verschiedener Orden, wie Ensdorf,
Michelfeld, Reichenbach, Speinshart, Waldsassen: dazu die 1773 unter
Siegel gelegte, dann, nach Auswahl des Besten für die Münchener Hof-
u. Staatsbibl., der Amberger Studienanstalt zum Gebrauch überlassene
Bibl. des Jesuiten -Kollegiums in Amberg. Grosser Brandschaden am
3. Juni 1815.
Statuten v. 10. Jan. 1891. — Schicksale d. Studienbibl. in Amberg. Bayer.
Annalen 1834. Nr. 90 u. 93.
27. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2550 Bde
u. c. 5000 Progr.; 600 Mk. — Prof. Obermeier. — Dient lediglich dem
Lehrerkollegium d. Gymn. — Die älteren Bestände rühren theilw. von
dem ehemal. Lyceum her.
28. Bibl. des Königl. Landgerichts (Regierungsstr.). [Vorbem. IV, 4.]
Ca. 2400 Bde; 260 Mk. — Vorst. der je weil. Präsident d. L.-Ger.
Amorbach (Bayern. IL- Fr.).
29. Fürstl. Leiningische Bibliothek, in den Räumen der ehemal.
Klosterbibliothek. Ueb. 9000 Bde (n. Zählung) , vorzugsw. ältere ge-
schichtl. Werke, Memoirenlitteratur des 17. u. 18. Jahrh., Reisebe-
schreibungen, deutsche u. französ. Litteratur, zahlreiche Broschüren u.
Flugschriften aus der franz. Revolution u. den Freiheitskriegen. — Mit
Erlaubnis* der Fürstl. Generalverwaltung dem Publikum zugänglich. —
Erwachsen aus der Hausbibliothek der ehemaligen Grafen u. Fürsten
zu Leiningen. Die neueren Werke sind in die (dem Publ. nicht zu-
gänglichen) Fürstlichen Handbibliotheken im Palais zu Amorbach und
im Schloss Waldleiningen aufgenommen, welche regelmässig vermehrt
werden. — Die Bibl. der vormal. Benediktiner -Abtei ist, soweit sie in
dem Amorbach 1851 gedruckten Katalog verzeichnet ist, in den Besitz
der Buchhandl. C.H.Beck inNördlingen übergegangen. Nicht aufge-
nommen u. daher in Amorbacli zurückgeblieben sind nur c. 150 Bde,
ältere Jurist. Kompendien, Gesetzsammlungen u. a.
Amtitz b. Jessnitz in d. Lausitz (Pr. Brandenb.).
30. Prinzlich Carolath'sche Bibl. (Besitzer Prinz Heinrich zu
Schönaich - Carolath) , im Schlosse. 4200 Bde; Handschriftliches zur
Genealogie des Geschlechtes von Schönaich - Carolath. — 1813 von den
Russen verwüstet; darauf ein Theil verkauft (vgl. Guben, Bibl. d. Gymn.).
Angerburg (Pr. Ostpreussen).
31. Pfarr- u. Kreissynodalbibliothek, in der Superintendentur.
Ca. 2000 Bde Theologie, Gesch. u. a., darunter c. 100 Bde aus d. 16.
Jahrh. (von 1543 ab), Musikalien von 1568 an. Die Hdss., meist Kirch-
kassen-Rechnungen reichen bis 152-9 zurück. Verm.-Et. 60 Mk. — Verw.
Superint. Braun.
257
8 Ankolt. [32
Anholt (Pr. Westfalen).
32. Fürstl. Salm-Salm'sche Bibliothek, im Schloss. Ca. 8000 Bde
(78 Inkun. ; c. 400 Drucke bis 1550), . .. Hdss., theilw. mit Miniaturen;
reiche Samml. alter Radierungen u. Karten; Verm. im Fach der Fa-
milien-, Lokal- u. Naturgesch. — Vorst. Kammerassessor Diesfeld,
durch den die Bibl. zugängl. ist. Wünsche betr. Verleihung nach aus-
wärts sind durch denselben oder Kapl. Teilen an S. Durchl. den Fürsten
Leopold zu Salm -Salm zu richten. — Alphab. Kai in 7 Bden. —
Grundbestandteile die „alte Bibl." der Grafen Bronkhorst u. die der
Cistercienser von Gross -Burlo bei Bocholt (säkular. 1803).
Anklam (Pr. Pommern).
33. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5994 Bde u.
üb. 20000 Progr.; 750 Mk. — Prorektor Prof. Hanow. — Ben. durch
Einwohner d. Stadt, w. dem Gymn. nicht angehören, nach Ermessen des
Bibliothekars, ev. mit Genehm, des Direktors; durch Auswärtige nur
mit letzterer. — Begr. 1847 unter Uebernahme eines Theils der Bibl.
der früh, höheren Bürgerschule. Einen besonderen Bestandtheil (jetzt
1530 Bde) bildet die von den Erben des 1850 verstorbenen Philol.
Julius Franz Lauer geschenkte „Lauer - Bibliothek". Sie enthält namentl.
Homerica u. wird durch Verwendung von mindestens 60 Mk jährlich
vervollständigt.
W. Hanow, Kat. d. Bibl. d. Gymn. zu Anklam. Th. 1. Beil. z. Progr. 1876.
4. (18 S. ; enth. Religion, Philo!., Geogr.) — Ders., Die alten Drucke der
Gymn. -Bibl. u. der Stadtbibl. zu Anklam u. die Urkunden des Anklamer
Stadtarchivs. Beil. z. Progr. 1880. 4. (S. 2. Gymn.-Bibl.)
34. Magistrats- Bibliothek. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1400 Bde, c. 200
Karten u. Pläne; 120 Mk. — Verwaltet vom jedesmal. Stadtsekretär.
W. Hanow im Gymn.-Progr. 1880 (s. vorh.) S. 3-8.
35. Bibl. der Königl. Kriegsschule. Haupts. Militärwissenschaften.
Ca. 8400 Bde; 1200 Mk. — Bibliothekar ein Pr.-Lieutenant — Mi. u.
Sa. 11-12; geschlossen während des 4wÖchigen Zwischenkursus. —
Benutzungsberechtigt ausser den Angehörigen der Kriegsschule das Off.-
Korps des 42. Inf.-Reg. u. der Landwehrbez. Anklam u. Stralsund. —
Begr. 1870. Den Stamm bildete eine von der Bibl. der 3. Division
abgegebene Büchersammlung.
Kat. der Bibl. d. Kgl. Kriegsschule zu Anklam. Juli 1883. Ankl.; Nachtr. 1.
Aug. 1890; Nachtr. 2. Aug. 1891. (2 Bl., 308, 99, 26 S. mit freiem Raum f.
Nachträge.)
Alinaberg i. Erzgeb. *) (K. Sachsen.)
36. Bibl. des Königl. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4000
Bde; einige hdsl. Chroniken; Verm.-Etat üb. 1000 Mk. — Ob.-L. Dr.
*) Die „Oeffentl. Bibl." (Eigenth. eines Vereins), von Ostern 1892 im
Hause der Stadt. Sparkasse, ist noch Volksbibl., doch ist die Erweiterung zu
einer Stadtbibl. mit wissenschaftl. Tendenz ins Auge gefasst.
258
38] Ansbach. 9
E. Göpfert. — Ausleihung am Ort 'gegen ausreichende Sicherheit u.
Versendung an andere Bibliotheken gestattet. — Von der alten Schul-
bibl., in welche Bestände des 1540 aufgehobenen Franziskanerklosters
übergegangen waren (38 Inkun. wurden 1775 an die Kgl. Bibl. in
Dresden verkauft), befindet sich in der jetzigen Bibl. nur ein Theil.
Das Uebrige ist Mitte der siebziger Jahre von der Hauptkirche zu
St. Anna, in der die Schulbibl. zweimal längere Zeit aufgestellt war,
reklamiert und mit der Kirchenbibl. vereinigt worden.
Ein gedruckter Kat. soll Ostern 1892 den Scliulnaclirichten beigegeben
werden. (Aeltere Litt. s. Petzholdt)
37. Bibl. der Hauptkirche ZU St. Anna, in der Superintendentur,
wahrscheinlich aus der Bibliothek des Franziskanerklosters hervor-
gegangen, früher im KircheDgebäude und dort zeitweise mit der alten
Schulbibl. vereinigt (vgl. Bibl. d. Realgymn.). — Verw. Superintendent
Schmidt.
Beschr. Verzeichn. d. Bau- u. Kunstdenkmäler im Kgr. Sachsen. Heft 4/5.
S. 49: „durch seltene, zum Theil schön gebundene Werke, Noten u. Auto-
graphen ausgezeichnet. 1 ' — Ueber den gegenwärtigen Bestand ist weder
direkte noch indirekte Auskunft zu erlangen gewesen.
Ansbach (Bayern, M.-Fr.).
38. Königl. Regierungs- Bibliothek, im Regierungsgebäude (Schloss).
Geschieht!. , Staatsrecht! , Jurist, u. encyklopäd. Litt., in den älteren
Beständen auch Theol. u. Musik. Ca. 24 000 Bde (68 Inkun.), mehrere
hundert Hdss. (lat., franz., hebr.); Musikalien weltl. u. geistl. Inh. a.
d. 17. u. 18. Jahrh. Verm. 1340 Mk (nach 5jähr. Durchschn.). — Re-
gierungsbibliothekar (N.-A.) Rechnungskommissär Joh. Gärtner. — Di.
u. Sa. 11-12, ausserdem bei Bedarf von Seiten der Beamten u. der
Mitglieder d. hist. Ver. ; geschl. bei Beurlaubung des Bibliothekars. —
Zur Ben. am Ort allgem. zugänglich [Vorbem. IV, 1] ; zur Verl. nach
auswärts Genehmigung d. Regier.-Präsidenten erforderlich ; Hdss. werden
nur ausnahmsweise versandt. — Zett.-Kat. ; syst. Kat. in Arbeit. — Begr.
von Markgraf Joach. Ernst (1603-25) durch Vereinigung seiner eigenen
Büchersamml. mit der Konsistorialbibl. (Bestände aufgeh. Klöster), 1720
von Wilhelm Friedrich zur öffentl. Bibl. erklärt (der Stiftungsbrief ist
erst 1738 von Karl Wilhelm Friedrich ausgestellt), seit 1740 im Schloss
(„Schlossbibl."). Einverleibt u. a. 1725 die Bibl. des Geh.-R. Blaspiel
in Cleve, 1727 ein grosser Theil aus der Bibl. des Card, du Bois, 1729
die Bibl. der Markgräfin Christine Charlotte. Dagegen wurden 1805 - 6
die werthvollsten Bestände, im Ganzen 12 400 Bde, darunter sämmtl.
Hdss., die meisten Inkun., Landkarten u. Kupferstiche, an die Univers.-
Bibl. Erlangen, die übrigen Inkunabeln an die Gymn.-Bibl. in Ansbach
abgegeben. Zurückbehalten wurden 7000 - 8000 Bde als Geschäftsbibl.
für die Behörden. Zu diesen kamen 1824 die Bestände der Kgl. Re-
gierung des vormal. Rezatkreises, 1864 die Bibl. des Historischen Vereins,
259
10 Ansbach. [38
letztere mit dem Vorbehalt der Rückgabe für den Fall der Wegverlegung
des Regierungssitzes von Ansbach.
(H. Christ. Büttner), Gesch. d. Ansbachischen Schlossbibl. u. d. Münz-Ka-
binets. N. lit. Anzeiger (v. Aretin) 1807. Sp. 593-624.
39. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] l0 450Bde
(42 Inkun.) u. c. 13 000 Progr., 4 Hdss., Karten u. alte Stiche in grosser
Anzahl. Verm. 700 Mk. — G.-L. M. Brückner. — Alph. Kat. (9 Bde)
u. Realkat. (1 Bd). — Begr. 1736. Einverl. die Bibl. des Rektors Nik.
Schwebel (1773). Vgl. auch vorher Reg.-Bibl.
40. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.J 3591 Bde;
260 Mk. — Verw. Sekret, v. Weissenstein. — Entstanden vor 1848.
Arnsberg (Pr. Westfalen).
41. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Laurentianums). [Vorbem. IV, 2.]
Ca. 5000 Bde u. c. 12 000 Progr., 45 Karten u. Atlanten. Verm. 380 Mk
— Ob.-L. Dr. Brieden. — Ausl. an Personen, die durch ihre Stellung
Sicherheit bieten. — Begr. 1803.
42. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem. IV, 4.] 9140 Bde aus fast
allen Wissenschaftsfächern (ausserdem 500 Bde meist religiösen Inhalts
aus d. 16.-18. Jahrh., als werthlos bezeichnet); 55 Landkarten, 39 Kupfer-
stiche. Verm. 900 Mk. — Decernent in Bibl.-Angelegenheiten Reg.-R.
Walter. — Zunächst zu dienstl. Zwecken bestimmt, jedoch zur Entleihung
am Ort auch weiteren Kreisen, bes. den Staatsbeamten, zugänglich. Verl.
nach auswärts nur mit Genehm, des Reg.-Präsidenten. — Die alte Reg.-
Bibl. ist im Anfang d. Jahrh. begründet (einverleibt wurde u. a. ein Theil
der Hdss. des Kapuzinerklosters Werl), jedoch wurde 1855 eine Anzahl
Hdss. an die Kgl. Bibl. in Berlin u. an das Staatsarchiv in Münster u.
1874 überhaupt der grösste Theil der Bibl. an die Paulinische Bibl. in
Münster abgegeben.
43. Bibl. des Königl. Landgerichts (Brückenplatz). [Vorbem. IV, 4.]
Ca. 4000 Bde ; 550 Mk. — Die Verwaltung führt Kanzleidirektor Müller.
— Begr. 1816 mit Errichtung des früh. Hofgerichts.
Arnstadt i. Th. (Schwarzb.-Sond.).
44. Bibl. des Fürstl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 7500 Bde;
durchschnittl. 350 Mk. — Bibliothekar ist der Gymn.-Direktor (Schulr.
Dr. Kroschel). — Begr. 1631.
J. G. Lindner, Nachr. v. einigen seit. Büchern der Schulbibl. Arnst. 1771. 4.
45. Kirchenbibliothek, in der Sakristei der Oberkirche. Ca. 2000
Bde, vorzugsw. Theologie des 16. Jahrh., einige Inkun.; Verm. -Et.
unbestimmt. — Bibliothekar Diakonus E. Weise. In dessen Anwesenheit
immer zugänglich. — Geschrieb. Fortsetzung des gedr. Kat. von 1746 u.
260
48] Aschaffenburg. 11
1771 ; Neukatalogisierung- in Aussicht genommen. — Begr. von dem Obersten
Leo Pacmor (f 1583) durch Stiftung eines Kapitals.
J. Ch. Olearius, Nachricht von d. öffentl. Kirchenbibl. zu Arnstadt ... u.
Verzeichniss derer darin befindl. Bücher. Schwarzburg 1746; 1. Forts, d. Ver-
zeichn. ... 1771 (zus. 231 S.).
Arolsen (Waldeck).
46. Fürstlich Waldeckische Hofbibliothek, im Residenzschlosse.
Ca. 30000 Bde (darunter einige wenige Inkun. u. Hdss.); 300 Karten.
1000 Kupferstiche. Regelmäss. Vermehrung findet nicht statt. — Hof-
bibliothekar Willy Lentrodt. — Zur Ben. bedarf es in jedem einzelnen
Falle der Erlaubniss Seitens Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Waldeck.
— Alph. u. Realkat. in Bandform. — Die Bibl. besteht aus den von
Fürsten des Hauses c. 1740-1840 hinterlassenen Büchersammlungen,
sowie einer Anzahl Bücher aus den zur Zeit der Reformation aufge-
hobenen Waldeckischen Klöstern, u. a. Volkhardinghausen.
Aug. Speyer. Einige Worte üb. d. Fürstl. Bibl. in Arolsen. Waldeck, ge-
meinnütz. Ztschr. Bdl. 1837. S. 203-211. — L. Curtze, Gesch. u. Beschr. d.
Fürstenth. Waldeck. Arols. 1 850. S. 345 - 346.
47. Fürstl. Waldeckische Regierungsbibliothek. [Vorbem. IV. 4]
Ca. 2500 Bde ; 450 Mk. — Kanzleirath Krafft. — Benutzung zu privaten
Zwecken m. bes. Erlaubniss des Landesdirektors für den Einzelfall. —
Alph. Gen.-Kat. u. 16 Specialkataloge. — Seit etwa 50 Jahren nach u.
nach gesammelt.
Eine theol. Landesbibl. ist erst im Entstehen begriffen (begr.
1890. Verw. Hofbuchhändler G. Schmidt).
Aschaffenburg (Bayern. U.-Fr.).
48. Königl. Hofbibliothek, im Königl. Schloss. Ca. 27 000 Bde
(c. 100 Inkun.). 44 Hdss. fast ausseid, religiösen Inhalts, c. 18000 Bl.
Kupferstiche. Verm. im J. 1890: 1119 rs5 Mk. — Hof bibliothekar (N.-A.)
Gymn.-Prof. Georg Englert; 1 Kustos (N.-A.). — Di. u. Do. 11-12;
geschl. 15. Juli bis 20. Aug. wegen Revision. — Zunächst best, zur Ben.
der Einwohner, namentl. der Beamten u. Geistlichen, der Stadt u. des
ehemal. Fürstenthums Aschaffenburg. soweit es zu Bayern gehört; für
auswärtige Benutzungsberechtigte jedoch nur auf Bürgschaft eines Ein-
wohners von Aschaffenburg. Versendung ausserhalb des ehemal. Fürsten-
thums nur mit Genehm, der Königl. Regierung von Unterfranken in
Würzburg. — Alph. Kat. (6 Bde): Fachkataloge (19 Bde). — Begr. als
Privatbibl. des Kurfürsten von Mainz Friedr. Karl Jos. v. Erthal (1774-
1802), bei der ersten Einnahme von Mainz 1792 nach Aschaffenburg ge-
flüchtet u. im Schlosse aufbewahrt, von Erthals Nachfolger Karl v. Dal-
berg (1802-1813) zum Eigenthum des Fürstenth. Aschaffenburg bestimmt :
vermehrt durch Ueberweisungen Dalberg's u. durch das Vermächtniss
Lothar v. Erthal's, des Bruders des ersten Besitzers. Erhalten wird sie
aus den Einkünften des ..Kurfürstl. Fridericianischen Fonds" (gebildet
261
12 Aschaffenburg. [48
aus einem Theil des von Friedr. K. Jos. v. Erthal hinterlassenen Ver-
mögens).
Jos. Merkel, Krit. Verz. höchst seltener Incun. u. alter Drucke, w. in der
... Hof-Bibl. in Asch, aufbewahrt werden. Asch. 1832. (24 S.) — Ders., D.
Miniaturen ,u. Mss. d. Kgl. Bayer. Hofbibl. in Asch, beschr. u. erläutert.
Asch. I8M. 4. (IV, lü S. u. M Taf.) — Neigebauer, D. Hof- u. Staats-Bibl. zu
Aschaffenb. Serapeum 1864. Int.-Bl. S. 81-85.
49. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem, IV, 2.] 4450 Bde u.
c. 5000 Progr.; 800 Mk. — G.-L. Harrer. — Geöffn. wöchentl. viermal
11-12 für die Lehrer u. die Schüler der oberen Klassen.
50. Bibl. der Königl. Forstlehranstalt. [Vorbem. IV, 3] Ca. 7300
Bde u. c. 300 Kartenwerke; durchschn. 2300 Mk. — Vorst. d. jeweil.
Direktions -Assistent, z. Z. Forstamtsassistent Wappes. — Mo. 11-12;
geschl. währ. d. Ferien. — Begr. 1844 mit der Errichtung der Forstlehr-
anstalt.
51. Bibl. des Königl. Landgerichts (Dalbergstr. 76). [Vorbem. IV, 4. |
Ca. 4900 Bde; 450 Mk. — L.-Ger.-R. Kunkel u. Sekr. Gram. — Enthält
einen Theil der Bibl. des vormal. Appell. -Ger. Aschaffenburg.
Aschersiebe n (Pr. Sachsen).
52. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4500 Bde u.
c. 16000 Progr.; 575 Mk. — Gymn.-Dir. Dr. Steinmeyer.
53. Bibl. der Hauptkirche zu St. Stephan, in einem Zimmer über
der Sakristei. 782 Bde (7 Bde Inkun.; 50 Bde von 1500-1550), haupts.
Theol., daneben viele medicin. Schriften. Keine Vermehrung. Ein be-
stimmter Verwalter ist nicht vorhanden.
[Nach dem Harzvereins-Ber. im Montagsbl. zur Magdeburger Zeitung 1886,
S. 249 ist genaue Durchforschung u. Katalogisierung dringend zu wünschen.]
Attendorn (Pr. Westfalen).
54. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 2386 Bde u
c. 5200 Progr.; 400 Mk. — Ob.-L. Prof. Werra. — Mo. u. Do. 12-1
— Begr. 1825.
Aufhausen, Bez.-A. Regensburg (Bayern, Ob.-Pf.).
55. Klosterbibliothek. Etwas üb. 2000 Bde, hauptsächl. Theologie,
fast ausschl. 16.-18. Jahrb., auch einige Hdss.; wird nicht vermehrt. —
Unter Aufsicht des Administrators des Nerianerinstituts. — Begr. im Be-
ginn des 18. Jahrh. durch den Stifter des Instituts Dekan Seidenbusch,
im Laufe des Jahrh. verm. durch Gaben von Institutspriestern ; im 19.
Jahrh. ist fast nichts mehr dafür geschehen.
Adalb. Ebner, Propst Joh. Georg Seidenbusch. Köln 1891. (An verschied.
Stellen Anführungen von Hdss. u. Drucken der Bibl.)
262
57] Augsburg. 13
Augsburg (Bayern, Schw.).
56. Vereinigte Kreis- u. Stadtbibliothek, Ammhof D. 231. Gesch.
u. verwandte Fächer bevorzugt. Ca. 200000 Bde (1760 Inkun.), c. 2000
Hdss. Verm. 3400 Mk. — Kreis- u. Stadtbibliothekar (H. - A.) Dr. Th.
RuesS: 1 Diener. — Wtgl. 11-12, Mi. u. Sa. 11-1; geschlossen wäh-
rend d. Urlaubs d. Bibliothekars. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. Hdss. u. sel-
tene Bilderwerke werden nach auswärts nur mit Genehm, der Kgl. Regie-
rung bez. des Magistrats versandt. — Zett.-Kat; Syst, Kat. in 22 Bden.
— Die Stadt- u. die Kreisbibl. sind seit 1811 vereinigt, Erstere ist begr.
1537 vom Magistrat durch Auswahl aus den infolge der Reformation auf-
gehobenen Klöstern. Später einverl. die Handbibl. der Rathskonsulenten
(1742), die Jesuitenbibl. einschl. der seit 1715 dazu geh. Konr. Peutinger'-
schen Samml. (1810) u. die Bibl. des Kollegiums von St. Anna (1811);
ferner von bedeutenderen Privatsammlungen : 1 545 die d. Bischofs Eparchus
von Korcyra (126 griech. Hdss.), 1614 d. Stadtpflegers Markus Welser,
Ende des 17. Jahrh. d. Senat. Chr. Rehlinger. 1730 d. Arztes Luk.Schröckh
mit den Hdss. des Med. G. Hier. Welsch, 1755 mathemat. Hdss. a. d.
Nachl. des Hauptm. v. Faulhaber in Lindau, 1819 die Schmidt'sche
Augustana-Samml., 1839 Bibl. d. Reg.-R. Baron Seida. 1846 die v. Hal-
dersche Bibliothek. Zur Aufbewahrung übergeben 1875 die v. Stetten'sche
Famil.-Bibl., begr. von Paul v. Stetten, f 1786 (3500 Bde). Dagegen ist
1806 eine Auswahl der werthvollsten Hdss. u. Drucke an die Hof- u.
Staatsbibl. München abgegeben worden, namentl. fast sämmtliche in dem
Reiser'schen Kat. von 1675 aufgeführten Hdss. Die Kreisbibl. ist 1806
entstanden aus den vom Kgl. Stadtkommissariat gesammelten Bücher-
resten der neuerdings aufgehob. Augsburger Klöster, im Ganzen 40 791
Bde, wovon indess viel als doublett oder unbrauchbar abgegeben worden
ist; dazu gekommen 1817 Bestände aus d. Ulmer u. d. Eichstätter Kreis-
bibl., 1818 einige tausend Bde aus den Klosterbibliotheken des Ober-
donaukreises, Roggenburg, Ursberg, Memmingen u. a., 1833 die Kloster-
bibl. von Irsee, 1835 die Jesuitenbibl. v. Mindelheim. — Ein neues Bibl.-
Gebäude ist im Bau begriffen.
G. C. Mezger, Gesch. d. vereinigten königl. Kreis- u. Stadt-Bibliothek in
Augsburg. Mit ein. Verz. der in d. Bibl. befindl. Hdss. Augsb. 1842. (132 S.,
daraus Arch. d. Ges. f. ä. d. Gk. IX, 587.) — Verz. einer bedeut. Anzahl von
Doubletten aus allen Fächern, die . . . ans der Kreisbibl. zu Augsb. abgegeben
werden. Abtli. 1 die Folianten enth. Augsb. 1818 (76 S.). — G. C. Mezger,
Augsburgs älteste Druckdenkmale u. Fonnschneidearbeiten, w. in d. ver. kgl.
Kreis- u. Stadtbibl. das. aufbewahrt werden. Augsb. 1840. 4. (4 Bl , SO §.,
37 Taff.). — H. M. Schletterer, Kat. der in d. Kr.- u. St.-B., dem städt. Archive
u. d. Bibl. d. hist. Vereins zu Augsb. befindl. Musikwerke. Berl. 1878. Beil. z.
d. Monatsheften f. Musikgesch. 1878-79. (XVI, 138 S.) — J. Kränzler, D.
Deutschen Augsburger Inkun. d. Kr.- u. Stadtb. in Augsb ; ders , d. Latein.
Augsb. Inkun. u. s. w. Aus d. Beil. d. Augsb. Postzeitung 1880, Nr. 87 u. 104
abgedr. im N. Anz. f. Bibl. 1881, S. 134-139. 164-168. — Die alt. Litt. (vgl.
Petzh. u. Blau) wegen der Abgabe nach München nicht mehr zutreffend.
57. Bibl. des Königl. Gymnasiums bei St. Anna. [Vorbem. IV, 2]
Ca. 3000 Bde u. e. 2000 Progr.; 900 Mk. — Gvmn.-Prof. Dr. Hehn-
263
14 Augsburg. [57
reich. — Mo. 11-12. — Begr. zu Anf. des 19. Jahrh. Die alte Bibl. des
ev. Kollegiums zu St. Anna kam in die Stadtbibl. (vgl. Kr.- u. Stadtbibl.)
Das Gymn. bei St. Stephan besitzt keine bes. Lehrerbibl.; vgl.
Bibl. des Benediktinerstifts St. Stephan.
58. Bibl. des Königl. Realgymnasiums (Blaue Kappe). [Vorbem.
IV, 2.] 2059 Bde; 685, 71 Mk. — Begr. 1867.
59. Bibl. der Königl. Kreisregierung von Schwaben u. Neuburg
(Am Frohnhof). Neuere Jurist, u. verwaltungswissenschaftl. Litteratur.
Ca. 4000 Bde; 800 Mk. — Die Verw. führt das Präsid.-Sekretariat. —
Ben. durch die Referenten u. Hülfsarbeiter der Regierung. — Begr. 1817.
60. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca.
9000 Bde, zur Hälfte Amtsblätter u. Landtagsverhandlungen: Verm.-Et.
durchschnittl. 1200 Mk. — Verw. Ob.-L.-Ger.-Sekr. Nobis unter Auf-
sicht des Raths Sailer. — Zunächst für die Mitglieder des O.-L.-Ger., mit
Erl. des Präsidenten auch Ben. durch die Beamten des Land- u. Amts-
gerichts. — Begr. 1808 als Bibl. des Appellationsger. in Neuburg a. D.,
1870 nach Augsburg verlegt.
61. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 4800 Bde
(drei Viertel davon Amtsblätter u. Kammerverhandlungen); 400 Mk. —
Verw. L.-Ger.-Sekr. Schneid. — Ben.-Best. analog Nr. 60. — Vor 1879
Bibl. des Bezirksger. Augsburg. Seit 1867 durch Ueberweisungen von
Seiten des Justizministeriums wesentlich erweitert.
62. Bibliothek des Benediktinerstifts St. Stephan (Stephanspl. E.
135). Ca. 25 000 Bde aus allen Fächern (150 Bde Inkun.), ausserdem
Karten u. s. w. ; ein bestimmter Verm.-Et. nicht vorhanden. — Dr. P.Walter
Weihmayr, 0. S. B. — Zunächst nur den Mitgliedern des Benediktiner-
stifts bez. dem Lehrerkollegium des Lyceums u. Gymnasiums bei St. Ste-
phan zugänglich ; Ausl. an Auswärtige nur mit Erlaubniss des Abtes. —
Alph. Bandkat, Zettelkat. nach Fächern, Format u. Standort. — Gegr.
1835 mit der Errichtung der Benediktinerabtei.
63. Bibl. des Historischen Vereins für Schwaben u. Neuburg, im
Maximiliansmuseum. [Vorbem. IV, 7.] Ca. 5000 Bde (mit c. 100 Inkun.),
c. 50 Hdss. Verm. c. 450 Mk ausser dem Schriftentausch. — Dr. P. Beda
Grundl, Studienlehrer am K. Gymn. St. Stephan. — Sonnt. 10-12 mit
Ausn. der Schulferien. — Begr. mit dem Verein 1835.
Cat. d. Bibl. d. hist. Kreis-Ver. im Regierungsbez. v. Schwaben u. Neuburg.
Augsb. 1867. (Beil. zum Jahresber. d. hist. Kr.-V. 32. 1866.) (2 Bl., 123 S.);
Nachträge in d. Jahresber. d. Hist. Ver. (bei d. Zeitschr.), in letzter Zeit in
Zwischenräumen von etwa 4 Jahren. — Kat. d. Musikwerke s. oben N. 56.
Aulendorf (Württemberg).
64. Gräfl. Königsegg'sche Bibliothek, im Schloss. 5200 Bde (29
Inkun.) u. 7 Hdss. — Unter Verwaltung der Gräfl. Domanial- Kanzlei.
264
69] Anrieh. 15
Ben. wird auf Ansuchen gestattet. — Begr. v. Joh. Marquard Frh. v. Kö-
nigsegg - Aulendorf (f 1553).
Notiz des Doin.-Insp. Mesiner üb. einige Hdss. in Verhandl. d. Vereins f.
Kunst u. Alterth. in Ulm u. Oberschwaben. 4. Ber. Ulm 1846. 4. S. 44-46.
Vgl. auch: D. Königr. Württemberg. Bd. 3. 1886. S. 840.
Aurich, Ostfriesl. (Pr. Hannover).
65. von DerschaiTsche Bibliothek (Eigenthümer das Königl. Land-
gericht zu Aurich) , im Gebäude des Königl. Staatsarchivs. 9385 Bde
(1 Inkun. ; die Hdss. sind als Deposita dem Staatsarchiv übergeben).
Verm.-Et. nicht vorhanden. — Vorst. (N.-A.) Staatsarchivar Dr. Wagner.
— Zugänglich während der Dienststunden des Staatsarchivs (8 l /- 2 -l i l2)-
— Standortskat. - — Der Reg.-Präsid. Chrph Frdr. von Derschau ver-
machte diese seine Privatbibl. (umfassend Werke aus allen Fächern, bes.
aber aus Theol., Jurispr. u. Geschichte, ferner eine grössere Disseri-
Sammlung) durch testamentarische Bestimmungen von 1785 u. 1799 der
Königl. Regierung (Landesjustizkollegium) von Ostfriesland mit dem
Wunsche, dass sie öffentliche Bibliothek werden u. entsprechende Erwei-
terungen erfahren möchte. Letzteres ist bisher nicht erfolgt.
Fabricius, Die von Derschau'sche Bibl. in Aurich. Jahrbuch d. Ges. f. bild.
Kunst u. vaterl. Alterth. zu Emden. Bd. 8, Heft 2. Emd. 1889. S. 1 -38.
66. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 8000 Bde
u. c. 10000 Progr. ; 450 Mk. — Ob.-L. Dr. Deiter. — Mi. u. Sa. 12 - 1. —
Begr. 1790 aus freiwilligen Beiträgen von Freunden der Schule u. 1804
auf die gleiche Weise vermehrt.
K. H. A. Bussmann, Kat. d. Bibl. d. Kgl. Gymn. zu Aurich. Beil. z. Progr.
Aur. 1877. 8. (102 S.)
67. Königl. Staatsarchiv besitzt ausser der Handbibl., welche
keine grösseren oder werthvolleren alten Bestände enthält, an Hdss., vor-
zugsw. auf Ostfriesland bezüglich, 180hist., 20geogi\, 41 Jurist., lsprach-
wissenschaftl., 46 vermischten Inhalts. — Vorst. Staatsarchivar Dr. Wag-
ner. — Wtgl. 8V2-IV2 Uhr.
68. Landschaftliche Bibliothek, im Landschaftl. Gebäude. Vor-
zugsw. Ostfries. Gesch. u. Landesk.; Recht u. Verwaltung. 4450 Bde
einschl. 110 Hdss., 95 Karten. Verm.-Et. 750 Mk. — Unter Verw. d.
Ostfries. Landschaftl. Kollegiums bez. des Landsyndikus. — Zugängl.
wtgl. 10-12 u. 5-6. Benutzung mit Erlaubniss des Landsyndikus. — Der
erste Kat. ist von 1797.
Bücher -Verz. d. landschaftl. Bibl. Aurich 1853; m. Nachtr. v. 1872 (86 S.).
Neudruck in Aussicht genommen.
69. Bibl. der Königl. Regierung, im Schlossgebäude. Vorzugsw.
Staatswissenschaft. 4660 Bde ; 900 Mk. — Verw. der Präsidial-Sekretär.
— Dem Publikum nicht zugänglich. — Begr. in fürstlicher Zeit (18. Jh.).
265
16 Anrieh. [70
70. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 2000 Bde;
400 Mk. — Verw. Landger. - Sekr. Stariski. — Begr. Anfang des 19.
Jakrk. — Die dem L.-Ger. gekörige v. Dersckau'scke Bibl. s. oben Nr. 65.
Baeharach (Rkeinprov.). '
71. Pfarrbibliothek, entk. einige Inkunabeln u. alte Drucke bis
1550. [Mittkeil, von F. W. E. Roth.]
Baden, Baden.
72. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums u. der kok. Bürgersckule,
im Gymn.-Geb. [Vorbem. IV, 2.] 3800 Bde u. c. 6800 Progr., ausserdem
Karten u. s. w. ; 500 Mk. — Vorst. Prof. V. Stoesser. — Begr. 1855 als
Bibl. der kok. Bürgersckule, seit 1870 Bibl. d. Gymn. u. d. kok. B.-Sck.
Val. Stösser, Kat. d. Lekrerbibl. d. grossk. Gyinn. in Baden. Beil. z. Progr.
1884. 8. (66 S.)
Ballenstedt (Ankalt).
73. Herzogl. Schlossbibliothek (Besitzerin Ikre Hokeit die Frau
Herzogin Wittwe zu Ankalt-Bernburg), im Marstall-Gebäude. Ca. 13 000
Bde (Inkun. u. Hdss. unbedeutend) , ferner alte Karten u. gute Kupfer-
sticke. Vermehrung z. Z. nach Bedarf. — Vorst. der Hofchef Kammerherr
Freik. von Reckenberg, welcker Namens der Besitzerin die Erlaubniss
zur Benutzung ertkeilt. — Geöffh. Di. u. Fr. 9-12. — Begr. 1796 zum
Privatgebrauck des Fürsten Albreckt Friedrick u. durch Erbanfall mehr-
fach vermehrt. Reich an grösseren Werken, Zeitsckriften u. Zeitungen,
bes. aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts.
Bamberg (Bayern, Ob.-Fr.).
74. Königliche Bibliothek, in einem Flügel des Lyceumsgebäudes
(Jesuitenstr. 2). 305186 Bde (3132 Inkun.), 4182 Hdss., 62 000
Kupferstiche u. Kunstblätter. Verm. 7000 Mk. — Kgl. Bibliothekar Dr.
Friedr. Leitschuh; 1 Sekr.; 1 Diener. — Wtgl. 8-12 u. 2-5 ausser Sa.
Nackm.; wäkrend d. Ferien v. 15. Aug. bis 15. Okt. (Revision) nur wöckentl.
einmal Ausl., jedock können Fremde nack Anmeldung in der Bibl. ar-
beiten u. die Cimelien tgl. zu bestimmter Stunde besicktigt werden. Gesckl.
in der Wocke vor Ostern u. je zwei Tage vor Pfingsten u. Weiknackten. —
Ben. s. Vorbem. IV, 1. Bei Versendung von Hdss. ins Ausland ist die Er-
laubniss der Kgl. Regierung einzukolen. — Alpk. Zettelkat. (130 Kap-
seln), Standorts- u. Realkat. in 180 Bden. Neuer zum Druck bestimmter
Kat. der Hdss. in Bearbeitung. — Begr. als Bibl. des Jesuitenkollegs, in-
dem Bisckof Jok. Gottfr. von Asckkausen von 1611 ab Mittel dafür ge-
wäkrte u. 1612 seine eigene Bückersammlung überliess; im 17. Jakrk.
vermehrt durch Geschenke u. Vermächtnisse (daneben Verluste bei der
schwedischen Okkupation 1634), seit Anf. des 18. Jakrk. durck regel-
mässigen Etat. Nack Auf kebung des Jesuitenordens gefördert durck Fürst-
bisek. Franz Ludwig v. Erthal, welcker die vereinigte Hof- u. Privatbibl.
266
78] Bamberg. 17
überwies, u. als Universitätsbibl. in den jetzigen Räumen aufgestellt. In-
folge der Säkularisation (1803) erhielt die nunmehr. Lyceal-, seit 1805
Königl. Bibl. ausserordentlichen Zuwachs durch die handschriftenreiche von
Kaiser Heinrich IL begründete Samml. des Domkapitels (einige bes.
werthvolle Stücke kamen nach München), die Bestände der Bamberger
Klöster, der Benediktinerabteien Michaelsberg u. Banz, der Cistercienser-
abtei Langheim, eine Auswahl aus den Klöstern in Forchheim, Kronach,
Gössweinstein, Höchstadt u. Ellingen, endlich die Fürstbischof!. Samm-
lung von Gartenbüchern im Schlosse Seehof. Ausserdem wurden an
grösseren Sammlungen einverleibt: die rheinpfälzische Bibl. des Herz.
Karl von Zweibrücken (1807; gesondert aufgest.), die Bibl. des Bam-
berger ärztl. Vereins (1850), die Bibl. u. Kupferstichsamml. von Jos. Heller
(1851 ; bes. aufgest.), die Samml. des Bibliothekars H. J. Jäck (1847 ; dsgl.)
u. des Geh.-R. Joh. Lukas v. Schönlein (1864) , in neuerer Zeit die Bibl.
der Gesellsch. „Naturfreund" u. des Musikvereins, theilweise die des 5.
Infant.-Reg. u. des Kgl. Ob.-Landes-Gerichts.
Hnr. Joach. Jäck, Denkschr. f. d. Jubelfest d. Buclidruckerkunst zu Bam-
berg. Erl. 1 840. S. 52-80. — Frdr. Leitschuh, Führer durch die Kgl. Bibl. zu B.
2. Aufl. Bainb. 1889. (XII, 232 S.)
Hnr. J. Jäck, Vollst. Beschr. d. üffentl. Bibl. zu B. Th. 1. Hdss. auf Pergam.
Nürnb. 1831 (LVI, 148 S.); Th. 2. Hdss. aufPerg. u. Papier. 1832 (CXXXI,
90 S.); Th.3. Syst. Verz. aller wichtigeren Druck-Schriften. Abth. 1-2. 1834-35
(IV, 101 ; XXXIX, 144 S.). — Ders., Viele Alphabete u. ganze Schrift-Muster...
aus d. Hdss. d. öff. Bibl. zuB. Heft 1-4. Leipzig 1833-35. gr.-fol. — Ders.,
Hdss. d. Kgl. Bibl. zu B. Arch. d. Ges. f. ä. d. Gk. VI. 1838. S. 40-79. — Ders.,
Ildss.-Zuwachs auf d. öff. Bibl. in B. Serapeum 1843. S. 65-75. — Frdr. Leit-
schuh, Kat. d. Hdss. d. Kgl. Bibl. zu B. Bd 2. Die Hdss. der Helleriana. Leipz.
1887. (LIV, 201 S.) — Ders., Aus d. Schätzen d. Kgl. Bibl. zu B. Bd 1. Bamb.
1888. gr.-fol. (27 Taff. u. I Heft Text.)
75. Besondere Lyceal -Bibliothek, im Lyceumsgebäude (Jesuiten-
strasse 2). Vorzugsw. Fächer der theol. u. philos. Fakultät. Ueb. 5000
Bde; 514 Mk. — Vorst. der Rektor des Kgl. Lyceums Dr. Katzenberger.
— Den Professoren u. Studierenden stets, auch während der Ferien, zu-
gänglich. Ben. durch Andere nur ganz ausnahmsweise. — Seit 1805
allmählich entstanden, nachdem die frühere Universitäts- u. nachherige
Lyceums-Bibl. die erweiterte Bestimmung als Königliche Bibl. erhalten
hatte.
76. Bibl. des Königl. Alten Gymnasiums (Jesuitenstr.). [Vorbem IV, 2.]
Ca. 9000 Bde u. c. 12 000 Progr.; 600 Mk. — G.-L. Flessa. — Sa. 11-12.
— Begr. wahrscheinlich mit dem Gymnasium (1586).
Eine Bibl. des Neuen Gymnasiums, begr. 1890, ist erst in der
Entwickelung begriffen (213 Bde; 600 Mk).
77. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts (Geyerwörthstr. 1). [Vor-
bem. IV, 4.] Ca. 8700 Bde ; kein bestimmter Verm.-Et. — Ben. ausschliessl.
für die Gerichtsmitglieder. — Vgl. Königl. Bibl.
78. Bibl. des Königl. Landgerichts (Schrannenplatz). [Vorbem. IV, 4.J
4353 Bde; Verm. durchschnittl. 350 Mk. — L.-Ger.-Sekr. Marth.
207
Beiheft io. 2
18 Bamberg. [79
79. Bibl. des Domkapitels, im Kapitelshaus. Vorzugsw. Theologie.
Ca. 20 000 Bde (25 Inkun.). Wird nur durch Geschenke vermehrt. —
Domkapitular u. Lycealprof. Dr. Lingg. — Ein Lesezimmer ist nicht vor-
handen. Ausleihung erfolgt jederzeit an die Diözesan-Kleriker, mit bes.
Erlaubniss des Domkapitels auch an andere Personen. — Zettelkat. u.
Fachkat. in 14 Fascikeln. — Entstanden seit 1822 aus verschiedenen Le-
gaten u. Schenkungen.
Ausserdem verwaltet das Kapitel die Bibl., welche der Erzbischof
D einlein (f 1874) dem Klerus der Erzdiöcese vermacht hat: c. 12 000
Bde. Benutzung usw. wie Kap. -Bibl.
80. Bibl. des Ernestinischen Klerikal -Seminars (Maxpl. 3). Fast
ausschliessl. Theologie u. Philosophie. Ca. 18 000 Bde (63 Inkun.), 7 Bde
Pergam.-Hdss.; Verm. nach Bedarf. — Vorst. der Regens des Seminars
Dr. Heinr. Reuter. — Jederzeit u. ohne Beschränkung zugänglich. —
Alph. Hauptkat. u. Fachkataloge, beide in Zetteln, in Neuanlage begriffen.
— Begr. mit dem Seminar 1586. Dem Sem. überwiesen die Bibl. des
Fürstbisch. Nythard v. Thüngen (j 1598), sowie im Laufe der Zeit eine
grosse Anzahl anderer Privatsammlungen u. sonst. Schenkungen. Ver-
schied. Werke stammen aus dem Karmeliter-Konvent St. Theodor u. dem
Jesuitenkollegium. Ein Leseverein von Geistlichen der Stadt überweist
die von ihm gehaltenen Zeitschriften.
Leon. Cl. Sclmritt, Gesch. d. Ernest. Klerikalseininars zu Bamberg. Bamb.
1857 (20. Ber. üb. das Wirken d. hist. Vereins zu Banib.), bes. S. 138 ff. —
Forts.: Jos. Metzner, Gesch. d. Ernestimuns u. Ottonianmns .. eb. 18S5 (im
47. Ber. üb. Best. u. Wirken d. hist. Ver.), bes. S. 10-1 1 u. 71-96 (ältest. Kat.
v. 1609).
Barmen (Rheinpr.).
81. Stadtbibliothek (im städt. Gebäude Prinzenstr. 1). Ca. 11000
Bde; 2600 Mk. - Bibliothekar (N.-A.) Realgymn.-L. Winnacker; 1 Hülfs-
arbeiter. — L.-Z. u. Ausl. wtgl. 8 1 / 2 -12 u. 2!/. 2 -7 (an den Tagen vor den
hohen Festen bis 5). — Benutzungsberechtigt die Bürger Barmens. —
Vollständiger Zettelkat. ; gedr. Realkat. s. u. — Begr. 1852. Einverleibt
die Bibl. des Barmer Lesevereins (1889, nachdem schon 1878 c. 2000
Bde meist beiletrist, Inhalts überwiesen waren). 1879 Schenkungen von
Seiten des Barmer Lokal - Geschichts - Vereins. Der Verein für Technik
u. Industrie und der Bezirksverein deutscher Ingenieure überweisen die
von ihnen gehaltenen Zeitschriften, die von dem Naturwissenschaftl. u.
dem Neuphilolog. Vereine gehaltenen liegen auf bez. werden überwiesen.
Kat. der Stadt-Bibl. in Barmen. B. 1S79. (VIII, 225 S. ; S. III- V Bibl.-Ordn.)
Neuer Kat. in Vorher.
82. Bibl. des Städt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 3600 Bde
u.c. 18000 Progr.: 400 Mk. — Ob.-L. Walz. — Di. 10-11, Mi. u. Sa. 11-12.
— Seit 1829 (44 Bde) regelmässig vermehrt, 1878/79 bei Trennung des
268
88] Barth. 19
Gymn. u. des Realgymn. gctheilt, wobei das Gymn. die sieben ersten Fächer
(Kat. S. 1-39) behielt.
Kat. d. Gymn. u. d. Realschule I. 0. zu Barmen. Barmen 1876. (82 S.)
83. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem.IV,2.] Ca.3000Bde
il c. 8000 Progr.; 400 Mk. — R.-G.-L. von Nesse. — Di. u. Do. 11-12.
— Vgl. Bibl. d. Gymnasiums.
Bartenstein, Pr. Ostpreussen.
84. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3032 Bde u.
c. 12 000 Progr.; 550 Mk. — Ob.-L. Lackner. — Sa. 11-1. — Hervor-
gegangen (1872) aus der Bibl. der Bürgerschule, in welche die Reste der
Bibl. der früh, lateinischen Schule (bestand bis 1809) übergegangen waren.
85. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 1409 Bde;
420 Mk. — Vorst. der L.-G.-Präsident u. der Erste Staatsanwalt. —
Begr. 1849. .
86. Pfarrbibl. bei der evang. Stadtkirche, im Pfarrhause, unter
Verwaltung des ersten Geistlichen. 417 Bde, haupts. Theologie d. 17. u.
18. Jahrh. ; einiges auch aus dem 16. Jahrb., darunter 2 Sammelbde mit
kleinen Schriften der Reform.-Zeit ; einige Hdss. des 18. Jahrh. — Begr.
durch die Büchersamml. des Erzpriesters Willi. Ludw. List (f 1795), seit-
dem wenig vermehrt.
Bartenstein, Württemberg.
87. Fürstl. Hohenlohe-Bartenstein'sche Bibliothek. 4000 Bde; kein
best. Etat. — Durchaus private Bibl. ; wegen etwaiger Benutzung würde
man sich an die Fürst!. Domanialkanzlei Bartenstein zu wenden haben.
— Der grösste Theil der Bestände gehört dem 18. Jahrh. an, doch sind
auch ältere Werke vorhanden, aber keine Inkun. u. Hdss.
Barth (Pr. Pommern).
88. Kirchenbibliothek der St. Marienkirche, in einer Kapelle der
Kirche. Vorzugsw. jedoch nicht ausschliessl. Theologie. Ca. 2700 Bde
(üb. 100 Inkun.) u. 23 Hdss. ; 300 Mk. — Bibliothekar der jedesmal. Dia-
konus, z. Z. Diak. Hardrat. — Ben. vorzugsweise durch die Pastoren u.
event. die Gemeindeglieder von Barth, sowie die Geistlichen der Synode
Barth. Fremden können unter genügender Garantie Bücher geliehen
werden. — Die Bibl. erhielt die Bücher des ersten evang. Predigers von
Barth Joh. Block; verm. durch Geschenke der in Barth residierenden
pomm. Fürsten, 1794 einverleibt die Bibl. des Präpositus Metzger u. seit
1796 Bücher u. Zeitschriften aus einem Barther Lesezirkel. Die Inkun.
sind meist theol. u. Jurist. Inhalts, Litt, des 16. Jahrh. ziemlich reichhaltig.
D. H. Biederstedt, Samml. aller kirchl. Verordn. im Herz. Neuvorpommern.
Th. 1. Strals.1816. S. 223 f. — Kat. d.Kirchenbibl. zu Barth. 1882. Barth. (55 S.)
269
2*
20 Bautzen. [89
\
Bautzen (K. Sachsen).
89. Stadt- (oder Raths-) Bibliothek, im Gewandhaus (Innere Lauen-
strasse). Ca. 12000 Bde, 29 Hdss. namentl. Chroniken v. Bautzen; 240 Mk.
— Vorst. (N.-A.) Gymn.-Ob.-L. Prof. Dr. Heibig. — Mi. 2-4; gesclil. währ,
d. Schulferien. Ben. s. Vorb.IV, 1. — Begr. durch den Arzt Dr. Greg. Mättig
(t 1650), der testamentarisch der Stadt ausser anderen Stiftungen auch
seine Bibliothek, „soweit er solche aus dem Brande am 2. Mai 1634 ge-
rettet und nachmals wieder vervollständigt hatte", vermachte. Von den
jährlichen Zinsen von 500 Thlr. sollten theo!., philol. u. geschieht!. Bücher
angeschafft werden. Eine wesentliche Bereicherimg erfuhr die Bibl. durch
Vermächtniss des Vice-Präsid. d. App.-Gerichts Dr. Stieber (f 1867):
c. 1700 Werke namentlich Jurist, u. naturwiss. Inhalts, welche in einem
besonderen Räume aufgestellt sind.
C. Tr. Jahne, Die Stadtbibl. zu Bautzen nach Ursprung, Fortgang u. gegen-
wärt. Zustand. Progr. d. Gynm. 1855. 4.
90. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbein. IV, 2.] Ca. 3000 Bde
u. mehrere tausend Progr. u.Leipz. Univ.-Schriften; llÖOMk (Durchschn.
der letzten Jahre). — Die Verw. ist dem Ob.-L. Dr. Schulze übertragen.
— Eine eigentliche Gymnasialbibl. besteht erst seit Uebernahme des
Gymn. durch den Staat (1861).
9 1. Stieber-Museum (begr. als städtische Alterthumssammlung 1869),
im Gewandhause, besitzt zwar keine eigentliche Bibliothek, aber eine sehr
grosse Sammlung von Druckschriften meist kleineren Umfangs, als Er-
zeugnisse Bautzener Drucker, Verlagsartikel Bautzener Verleger, Werke
Bautzener Autoren, als Beiträge zur Familiengeschichte u.s. w. — Katalog
in Bearbeitung. — Pfleger des Museums Buchhändler 0. Roesger. —
Geöffn. Mi. 2-4 u. am ersten Sonnt, im Monat 1-4, sonst Anmeldung beim
Pfleger.
Mittheilungen a. d. Bautzen er Alterthums-Museuni I. Verzeichn. der Abth.
Geschichte (44 Hdss. , 36 Karten u. Pläne u. s. w.) hrsg. von Osk. Roesger.
Bautzen (1879). (20 S.) — Vgl. auch: Führer durch d. Stieber-Museum d.
Stadt Bautzen. 4. Aufl. Bautzen 1891, bes. S. 4-6.
92. Bibl. des Königl. Landgerichts (Schloss Ortenburg). [Vorbem.
IV, 4.] Ca. 4000 Bde, darunter viele Doubletten; 250 Mk ausschliessl. d.
Bindekosten. — Landger.-Präs. v. Koppenfels. — Errichtet 1879 aus Be-
ständen des vormal. Appellationsger. u. Bezirksger. Bautzen.
93. Domstiftliche Bibliothek (Bibl. Capituli ad S. Petrum), im De-
kanate. Ca. 20 000 Bde, vorzugsw. Theologie u. Geschichte ; hdsl. Anti-
phonarien u. einige Chroniken. Kein Etat. — Domkapitular M. Hornig.
— Ben., mit Erlaubniss des Domstifts , durch die Kanzlei. — Fachkata-
loge (unvollständig). — Entstanden hauptsächl. durch Schenkungen u.
Vermächtnisse von Geistlichen, darunter vom Stiftsdechanten J. Leisen-
tritt a Juliusberg (f 1586).
270
07] Bayreuth. 21
94. Pech'sche Kirchenbibliothek, in der Sakristei der Michaelis-
kirche. Ausschl. Theologie. 263 Werke; 3 Mk. — Vorst. der jedesmal.
Diakonus bez. Pfarrer an St. Michael, z. Z. Pfarrer Dr. Kaiich, bei dem
sich Benutzer zu melden haben. — Errichtet 1744 nach testament. Be-
stimmung' des Diak. J. Pech namentlich zu erbaulichen Zwecken für die
Geistlichen u. Gemeindeglieder der Michaeliskirche.
95. v. Gersdorff-Weicha'sche Stiftsbibliothek, im v. Gersdorff'schen
Stiftshaus auf dem Burgplatz. Vorzugsw. Geschichte u. Geographie. Ca.
4000 Bde (wenige Inkun.), 60 Hdss., meist böhmische, einige sehr wichtig;
üb. 1000 alte Kupferstiche u. Holzschnitte. Verm.-Et. 108 Mk ausschl.
Einband; zuweilen ausserordentl. Beihülfen. — Bibliothekar (N.-A.)
G\ mn.-Ob.-L. Prof. Dr. Schottin. — Mi. 2-4. ausserdem nach besonderem
Wunsch. Geschl. in den Schulferien. — Bilderwerke u. Hdss. dürfen nur
mit Genehmigung des Administrators (Oberhofmarschall a. D. Freih. v. Gers-
dorfF Exe. auf Gröditz) verliehen werden. — Alph. Kat. (1 Bd) u. Realkat.
(2 Bde); angefangen ein Kat. der Kupferstiche u. Holzschnitte. — Die
Bibl., ein Theil der von Hans v. Gersdorff-Weicha 1681 gegründeten
Stiftung, sollte zunächst den Studierenden der Familie die nöthigen Hülfs-
mittel liefern; allmählich ist sie dem Publikum zum Gebrauch eröffnet
worden.
Hortzsckansky in Lausitz. Monatssckr. 1799. II. S. 404-408. — C. Grüu-
liagen in Zeitsclir. d. Ver. f. Gesch. u. Alt. Schlesiens. Bd 10. 1870. S. 27-30.
Bayreuth (Bayern, O.-Fr.).
96. Königl. Kanzleibibliothek u. Kreisbibliothek, im Alten Schloss.
Ca. 27 500 bez. c. 2400 Bde u. 28 Hdss.; Verm.-Et, d. Kanzl.-B. 690 Mk.
— Vorst. Prof. Grossmann, Kgl. Gymnasialrektor. — Zu allgem. Be-
nutzung geöffn. Mi. 1-3 ; geschl. im September. — Geschrieb. Fortsetz.
der gedruckten Kataloge (s. u.), bei der Kanzleibibl. in Zetteln. — Die
Kanzleibibl. ist entstanden aus der 1735 vom Markgrafen Georg Friedrich
Karl begründeten Schlossbibl. u. der seit 1764 gesammelten Bibl. des
Regierungskollegiums. Zu diesen 1791 vereinigten Sammlungen kam
gegen Ende des Jahrh. die Plassenburger Archivbibl. In gleicher Ver-
waltung befindet sich seit 1841 die Kreisbibliothek, begr. 1836 auf
Einladung des Regierungspräsidiums durch freiwillige Einsendungen zum
Zweck der Sammlung von Werken oberfränkischer Schriftsteller, in den
letzten Jahrzehnten nur durch wenige Spenden vermehrt.
Verz. der zur Kgl. Kanzelley-Bibl. in Bayreuth gehörigen Bücher i. J. 1 798
(Bayr.); mit Anhängen bis 1843. (XXIV, 526 u. 144 S. ; Gesch. d. Bibl. S. III
-XVI u. daraus ausgez. im Allg. Litt. Anzeiger 1800, Sp. 1109-72.)— Kat.
über die von Schriftstellern u. Schriftstellerinnen in u. aus Obcrfranken hrsge-
geb. u. in d. neu errichteten Kreisbibl. zu Bayreuth aufbewahrten Bücher u.
Manuscripte. Bayr. 1S40. (MOS.) — Kat. d. Kgl. Kanzleibibl. in Bayreuth.
B. 180s. (3i)2 S.)
97. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Friedrichsstr. 15). [Vorbem.IV,2.]
Ca. 9000 Bde u. 538 Nrn Musikalien; 900 Mk. — Vorst. der Rektor des
Gymn. Prof. Grossmann. — Do. 1-2. — Katalog begonnen 1820.
271
22 Bayreuth. [98
98. Bibl. der Königl. Regierung (Kanzleistr.). [Vorbem. IV, 4.] Vor-
zugs w. Litt, der inneren, Finanz- u. Forst -Verwaltung. Ca. 8000 Bde;
2510 Mk. — Gesammelt seit 1810.
99. Bibl. des Königl. Landgerichts (Maximilianstr.). [Vorbem. IV, 4.]
Ca. 2800 Bde ; 260 Mk. — Vorst. ein vom Präsidenten ernanntes Ge-
richtsmitglied.
100. Bibl. des Historischen Vereins für Oberfranken, im Neuen
Schloss. Haupts. Gesch. d. ehemal. Fürstenthums Bayreuth. Ca. 3500 Bde
u. c. 1500 Hdss. u. Urkunden. Verm. nach Massgabe der vorhandenen
Mittel sowie durch Tausch u. Geschenke. — Bibliothekar Pfarrer Aign.
— Zugänglich, nur für Vereinsmitglieder, während der monatl. Sitzungen,
ausserdem auf Anmeldung. — Besteht seit 1827.
Kat. d. Bücher u. Manuscripte des Eist. Ver. f. Gesch. u. Alterthumsk. v.
Oberfranken. (Beil. z. Arch. f. Gesch. u. A. v. Oberfr. Bd 13.) Bayr. 1875
( 1 02 S.) ; Zuwachsverz. im Archiv.
Bedburg (Rheinpro v.).
101. Bibl. der Rhein. Ritter-Akademie. [Vorbem. IV, 2.] Ca.3700Bde
(5 Inkun.) ; 450 Mk. — Vorst. Direktor Dr. Diehl, Verw. Ob.-L. Litter.
— Begr. 1842. Den Grundstock bildet eine Schenkung des Geh.-R.
Dr. jur. Joh. Friedr. Schlosser in Stift Neuburg b. Heidelberg (2100 Bde).
Fuss, Verz. älterer Druckwerke d. Bibl. Progr. v. Bedburg 1876. 4. (Düren.)
S. 14-16.
Beigard a. d, Persante (Pr. Pommern).
102. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2268 Bde;
434 Mk (einschl. der Ausgaben für sonstige Unterrichtsmittel). — G.-L.
Dr. Naumann. — Begr. 1868.
Bensheim (Gr. Hessen).
103. Bibl. des Grossherz. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 4500
Bde ausschl. d. Programme; 350 Mk. — G.-L. Dr. Weyerhäuser.
Berleburg* (Pr. Westfalen).
104. Fürstl. Sayn -Wittgenstein -Berleburg'sche Bibliothek (gegenw.
Bes. Fürst Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg), im Schloss. 3624
Bde, darunter einige Hdss. Verm. findet nicht statt. — Der Schlüssel der
Bibl. befindet sich in Verwahrung des Besitzers, doch ist die Fürstl. Rent-
kammer in der Lage auf Grund des ausführlichen Katalogs über Vor-
handensein von bestimmten Werken Auskunft zu ertheilen. — Die Bibl.
scheint von Graf Ludwig d. Aelteren (f 1605) u. unter seinen Nachfolgern
von Gr. Kasimir (f 1741) besonders gepflegt worden zu sein. Die Drucke
gehören der Zeit von 1531-1829 an; die stärksten Fächer sind: Theologie
272
104]
Berlin.
23
1292 Bde von 1539-1723, Jurispr. 450 Bde von 1717-1769, Gesch.
462 Bde von 1550-1808, Piniol. 149 Bde von 1535-1759, Litterat. 437
Bde von 1545-1811.
Berlin (St.-Kr. Berlin).
Alphabetische Uebersicht.
Abgeordnetenhaus
Aegypt. Abth. der Kgl. Museen .
Akademie der Künste ... .
Akademie der Wissenschaften .
Anatomische Anstalt ....
Andreas -Realgymn
Architekten -Verein
Artillerie- u. Ingen.-Schule . .
Askanisches Gymn
Bergakademie
Botanisches Museum ....
Chemische Gesellsch., Deutsche, .
Christl.-archäol. Sammlung . .
Dorotheenstädt. Realgymn. . .
Falk-Realgymn
Französisches Gymn
Friedrichs-Gymn
Friedrichs-Rcalgymn
Friedrichs -Werdersches Gymn. .
Friedr. -Werdersche Oberrealsch.
Friedrich -Wilhelms-Gymn. . .
Friedrich - Wilhelms - Institut
Gen.-Insp. d. Ing.-u. Pion.-Korps
Generalstab, Grosser, ....
Geologische Gesellsch., Deutsche,
Geolog. Landesanst. u. Bergak. .
Geol.-paläont. Insiit. u. Samml.
Georgenkirche
Germanisches Seminar ....
Gesellschaften, Wissen schaftl, 178 ■
Gesundheitsamt . . . . . .
Goeritz-Lübeck-Stiftung . . .
Graues Kloster ......
Gymnasien 116-
Handelsministerium
Hausarchiv, Königl., ....
Hausbibliothek, Königl, . . .
Herold (Ver.)
Herrenhaus
Historisches Seminar ....
Hochschulen HO-
Humboldts-Gymn
Hydrographisches Amt ....
Hygienisches Institut ....
Institute der Universität . . .
Joachimsthal' 'sches Gymn. . . .
Justizamt, Reichs-,
Justizministerium
Kammergericht
149
141
115
114
108
132
189
176
126
146
108
185
108
128
132
116
117
132
118
133
119
109
177
174
185
146
108
170
108
190
150
166
120
126
158
137
106
180
148
108
112
126
153
108
108
121
151
160
167
Kirchenbibliotheken . . .
Köllnisches Gymn. . . .
Königliche Bibliothek . .
Königliche Hausbibliothek
Königstädt. Gymn.
170-172
. 122
. 105
. 106
, . 126
Königstädt. Realgymn 129
Kriegsakademie 175
Kriegsministerium 173
Kultusministerium 157
Kunstgewerbe-Museum .... 142
Kupferstichkabinet 140
Landgerichte 168-169
Landwirthsch. Hochschule . . 111
Landivirthsch. Ministerium . . 161
Lehranst. f. Wissensch. d. Judenth. 113
Leibnitz-Gymn 126
Lessinq-Gymn 126
123
134
124
130
138
164
171
152
109
186
145
108
Luisen-Gymn
Luisenstädt. Gewerbeschule . .
Luisenstädt. Gymn
Luisenstädt. Realgymn. . . .
Märkisches Frov.-Mus
Magistratsbibl
Marienkirche
Marine- Amt, Reichs-, ....
Medic.-chir. Friedr.- Wilh.-lnstit
Medicinische Gesellsch. . . .
Meteorolog. Institut
Mineral. -petrogr. Inst. u. Samml
Ministerien, Kgl. Freuss., . 157-162
Museen, Königl., 139
Museum f. Naturkunde .... 108
Nikolaikirche 172
Oberrealschulen .... 133-134
Orientalisches Seminar .... 108
Patentamt 154
Pathologisches Instit 108
Physikalische Gesellsch. . . . 183
Polytechn. Gesellsch 188
Postamt, Reichs-, 155
Provinzial-Museum, Mark., . . 138
Realgymnasien .... 127-132
Reichsämter 150-156
Reichstag 147
Schulmuseum
Seminare der Universität
Sophien-Gymn. . . .
Sophien-Realgymn. . .
Staatsarchiv, Geh., . .
135
108
126
131
136
273
24 Berlin, Kgl. Bibl. [105
Statistisches Amt, Kais., . . . 156 Thierärztl. Hochschule .... 112
Statistisches Amt d. Stadt . . . 165 Universitätsbibl. ...... 107
Statistisches Bureau, Preuss., . 163 Universitätsinstitute .... 108
Stenographischer Ver 190 Vereinsbibliotheken . . . 178-190
Sternwarte 144 Wilhelms-Gymn 125
Technische Hochschule .... 110 Zoolog. Inst. u. Samml. . . . 108
Theater, Königl., 143
Statistische Angaben über Berliner Bibliotheken s. im Statist. Jahrbuch d.
Stadt Berlin, bes. seit Jahrg. 14. 1886/87. Berl. 1889.
105. Königliche Bibliothek, W. Platz am Opernhause. Ca. 800 000
Bde (letzte Zählung April 1890) u. 24024 Hdss. Verm. 150 000 Mk. —
General -Direktor Prof. Dr. Wilmanns; Direktor der Hdss.-Abth. Geh.
Reg.-R. Dr. Rose, Dir. d. Druckschriften- Abth. Prof. Dr. v. Gebhardt; 16
Bibliothekare u. Kustoden, 8 Hülfskustoden, 12 etatsmässige Assistenten;
1 Obersekretär, 2 Sekretäre, 1 Bureau- Assistent; 1 Kastellan, 20 Bibl. -
Diener u. 5 Hausdiener. — Der grosse Lesesaal geöffn. wtgl. 9-9, die
übrigen für die Benutzung bestimmten Räume wtgl. 9-3. Geschl. an den
Sonnabenden vor Ostern u. Pfingsten u. am 24. Dec, während der Pfingst-
woche u. der letzten vollen Woche des September. — Die Benutzung am
Ort erfolgt auf Grund von Karten, welche nur für die darauf bezeichnete
Person u. Zeit Gültigkeit haben u. für die Druckschr.-Abth. den sich ge-
nügend legitimierenden Personen im Ausleihezimmer ausgestellt werden :
Lesez.-Karten berechtigen zum Besuch des grossen Lesesaals (Eing. vom
PI. am Opernhause) , des Zeitschriftenlesez. u. d. Lesez. der Musikalien-
u. der Kartensamml. (Eing. zu diesen dreien Behrenstr. 42); Ausleihe-
karten, event. gegen Hinterlegung eines Bürgscheins, berechtigen zum
Entleihen von Büchern und zum Besuch der Lesezimmer. Zu einmaligem
Besuche der letzteren genügt die Erlaubniss des aufsichtführenden Be-
amten. Erlaubnisskarten zur Ben. des Arbeitszimmers der Hdss.-Abth.
(Eing. v. Behrenstr. 40) ertheilt der Direktor derselben, ebenso zur Ben.
der hdsl. Karten u. Musikalien, welche im Karten- bez. Musikalien-Lesez.
erfolgt. Bestellzettel sind in die Zettelkasten einzulegen oder „an die
Kgl. Bibl., Lesezimmer" einzusenden. Ueber Versendung nach auswärts
vgl. Vorbem. IV, 1. Zur Besichtigung der Bibl. Meldung Mittags zw. 1 u.
2 Uhr. — Alphab. Bandkat. (1056 Bde) im Zimmer links vom Flure des
Haupteingangs der Benutzung freigegeben; Realkat. (602 Bde), zu dessen
Einsicht die jedesmalige Erlaubniss des aufsichtführenden Beamten er-
forderlich ist; aiphabet. Zettelkatalog. Seit Jan. 1892 werden die Titel
der Erwerbungen aus der neu erscheinenden Litteratur des In- und Aus-
landes für diese Kataloge gedruckt. Der Hdss.-Kat. wird, soweit noch
nicht gedruckt (s. u.), für den Druck vorbereitet.
Die jetz. Königl. Bibl. ist als öffentliche Bibl. errichtet 1661, nach-
dem der Grosse Kurfürst mit der bisherigen Schlossbibl. die Reste der
märkischen Klosterbibliotheken u. Bestände aus Magdeburgischen u. west-
fälischen Bibliotheken (u. a. vom Domkapitel in Minden) vereinigt hatte.
Unter den später einverleibten Sammlungen sind zu nennen und zwar
(A) aus öffentlichen Bibliotheken: Bücher aus der Dreifaltigkeits-
274
105] Berlin, Kgl. Bibl. 25
kirche (1663), aus dem Stift z. Heil. Grabe u. der Kapelle in Wittstock
(1672), ein Theil der Schlossbibl. von Köpenick (1693), die Bibl. der
Akademie der Wissenschaften (1798; vgl. unten Nr 114), die pommersche
Bibl. der aufgelösten Kadettenanstalt in Stolp (1814), Doubletten der
Kgl. u. Univ. -Bibl. Breslau aus den schlesischen Klosterbibliotheken
(1814-20), Hdss. rheinischer Klöster (nach der Rücknahme aus Paris
1819), die Dombibl. in Havelberg (1821 u. 1841), die Reste der Bibl.
des Domkapitels in Brandenburg (1822 u. 1888), eine Auswahl aus der
Stadtbibl. in Schrimm (1825), Ueberweisungen aus der ehemal. Herzogl.
Bibl. in Sangerhausen (1831), aus d. Stift Neuzelle (1834-35), aus auf-
gehob. Klöstern der Prov. Preussen u. Posen (1835-39), ältere hdsl.
Opern aus der Bibl. des Opernhauses (1861/66; vgl. auch C), Werke
aus dem Kloster Lonk in Westpreussen (1881); ausserdem zu verschie-
denen Zeiten Erwerbungen, namentl. von Hdss., durch Ueberweisung,
Tausch u. Kauf aus Arnsberg, Münster, Erfurt u. dem Kgl. Staatsarchiv
in Berlin. — Ungleich bedeutender sind die durch Kauf oder Schenkung
erworbenen privaten Sammlungen, von denen nur die wichtigsten
anzuführen sind; zunächst (B) die, welche Drucke bez. Drucke u.
Hdss. zusammen enthalten: Bibl. des Joh. Joach. v. Rusdorf (ange-
kauft schon 1651), d. Kurfürstin Luise Henriette (1668), d. Herzogs
Ernst Bogislaus von Croy (f 1684), von C. Bontekoe (1685), Ezechiel
v. Spanheim („kleine Königl. Bibl.", 1701 angekauft, aber bis 1735 bes.
aufgestellt), d. Obersten Quintus Icilius (Guichard; 1780), Fr. J. Roloff
(1789), J. K. W. Möhsen (1796; erworben wurde ein Theil der Bücher
u. die Karten, später auch die Kupferstiche zur brandenb. Gesch.),
Joh. Reinh. Forster (1799), die Bibl. des Prinzen Heinrich v. Preussen
(1803), die Linguistica von J. Ch. Adelung (1816). die Bibl. des Geh.
Leg.-R. G. F. v. Diez (1817; umfass. 17000 Bde Druck- u. 836 Hdss.,
darunter einen grossen Theil der Laur. v. Santen'schen Samml.; bes.
aufgestellt), die Samml. von K. L. Willdenow (1819), Friedr. Hnr. Ja-
cob! (1820), G. A. Arndt (1821 ; zur Bachs. Gesch.), J. G. Tralles (1824),
v. Schepeler's Samml. zur span. Gesch. (1832), die Bibl. von K. A. Ru-
dolphi (1833; 15 000 Bde), Brandenburgica von W. J. Wippel (1834),
die Bibl. des Gen.-Postmeisters v. Nagler (1836; deutsche u. franz. Litt,
u. Hdss.), ein grosser Theil der Bibl. Friedrich Wilhelms III. (1844;
später auch seine Landkarten u. Musikalien), die Bledow'sche Schachbibl.
(1846), die Samml. des Grafen Mejan (14 000 Bde) u. des ehemal.
Bibliothekars v. Liario (1847), des Freih. K. H. G. v. Meusebach (1850:
36 000 Bde), ein wesentl. Theil der Bibl. von K. Heyse (1854), die
F. Ch. Fulda'sche hymnolog. Samml. (1855), die Slavica von Wuk
Stephanowitsch Karadschitsch (1856), ein Legat von Fr. K. v. Savigny
(1861), die auf Befehl Kais. Wilhelms I. angelegte, der Kgl. Bibliothek
als Geschenk überwiesene, noch jetzt weitergeführte Samml. von Schrif-
ten über den Krieg 1870/71 (1873), ein Theil der J. H. Floss'schen
Samml. zur Gesch. der Reformation u. Gegenreformation u. Dr. Pinner's
hebräische Bibl. (1882), Ed. Böhmer's Samml. rhätoroman. Schriftwerke
275
26 Berlin, Rgl. Bibl. [105
(1885), des russ. Gesandten in Bern v. Hamburger' s Samml. von Flug-
schriften zum Krieg 1870/71 u. eine Samml. über den amerik. Seces-
sionskrieg von John Pierson, die Bibl. von G. Waitz u. Dr. Braunfels'
Samml. zur span. Litt. (1886), die Bibl. von Hnr. Leber. Fleischer u.
Georg Beseler (1888), die ehem. Fürstl. Starhemb ergische Bibl. zu EfFer-
ding (1889; daraus einverl. 204 Hdss. u. 6158 Druckwerke). Von den
letztgenannten u. anderen im Laufe des 19. Jahrh. erworbenen Samm-
lungen ist das bereits Vorhandene an andere preuss. Bibliotheken, bes.
Univ.-Bibl., abgegeben worden. — (C) Musikalien einschl. der musik.
Hdss.: die Sammlungen der Königin Sophie Charlotte (1705), von J. F.
Naue (1825), Geo. Pölchau (1841), aus der Bibliothek des Instituts für
Kirchenmusik in Berlin (1846), von Min. Gr. v. Voss (1851), der Ber-
liner Singakademie u. Hdss. aus d. Vermächtniss K. v. Winterfeld's (1855),
Samml. von Jos. Fischhof u. L. Landsberg (1859), Gr. Stosch (1865),
O.Jahn (1870; Mozartbibl.), R. Wagener in Marburg (1874), Opern u.
geistl. Musik aus der Bibl. des Opernhauses u. des ehem. Königstädt.
Theaters (1878), die musikal. Bibl. G.W. Teschner's (1879), Fr. W.
Jahns' Weberiana (1881). Ausserdem wurde im Lauf der letzten 20 Jahre
einverleibt der musikal. Nachlass von P. Alfieri, Ad. Bar. v. Lauer,
Bernh. Klein, Ludw. Berger, Fei. Mendelssohn-Bartholdy, Cherubini, F.
A. Grasnick, Karl Loewe, G. W. Teschner, Ed. Grell, Friedr. Wilh. Jahns,
Ferd. Roitzsch. — (D) Landkarten: die Sammlungen von K. L. v. Oes-
feld (1803), Gen. W. v. Scharnhorst (1856), K. Fr. v. Klöden (1857),
Bar. v. Nothomb (1882). — (E) Orientalische Hdss. einschl. oriental.
Drucke: Abgesehen von den Sammlungen desTheod.Petraeus (1677-79)
u. des Chr. Raue (1691), sowie der chines. Bibl. des Ch. Menzel (1702)
fallen die grösseren Erwerbungen alle in das 19. Jahrh.: für Chinesisch,
Mongolisch usw. Sammlungen von B. Jülg (1887), Eug. Pandel* (1889),
Fr. Hirth (1890); für Sprachen des ind. Archipels die von K. Schoe-
mann (1879); für Sanskrit u. andere indische Sprachen die Sammlungen
von Sir Rob. Chambers (1842), G. Bühler (1868-80), S. Goldschmidt
(1884), R.Garbe (1886); für Zend u. Pehlewi Hdss. von J. Olshausen
(1881); für Arabisch, z. Th. auch Persisch, Türkisch u. Armenisch, die
beiden J. G. Wetzstein'schen (1852 u. 1862) u. die beiden H. Peter-
mann'schen Sammlungen (1853/57 u. 1870; dazu 1869 samaritan., 1873
aethiop. Hdss. von dems. u. 1877 armen. Hdss. u. Drucke aus seinem
Nachlass), die Samml. von A. Sprenger (1857), J. v. Minutoli (1864;
haupts. Persisch), Gr. Carlo Landberg (1884; Arab.), Ed. Glaser (1884-86 ;
Südarab.), B. Maimon in Bagdad (1884-88); für Syrisch die beiden
Sammlungen E. Sachau's (1884 u. 1888); hebräische Hdss. von H. Scha-
pira (1873-87) u. vom Evang. Ministerium in Erfurt (1880). Anderes
s. bei Klatt im C.-Bl. f. Bibl.-W. VII. S. 177-196. — (F) Abendlän-
dische Hdss.: Ausser den unter A u. B angeführten Sammlungen sind
zu nennen die des Pastors v. Duisburg in Samrodt (1818), von Chrn
Quix in Aachen (1847), altdeutsche Hdss. u. Abschriften aus dem Nach-
lasse von Fr. Hnr. von der Hagen (1856) u. von Jak. Grimm (1869), Joh.
276
105] Berlin, Kgl. Bibl. 27
Frdr. Aug. Kinderling's Samml. Magdeburgischer Hdss. (1861), eine Aus-
wahl der griechischen Hdss. des Inselklosters im Egerdir-See in Klein-
asien durch G. Hirschfeld (1875) u. durch A. Schoene in Paris vermittelt
die Sammlung eines Inselgriechen (1880), ein grosser Theil der Hamil-
ton'schen Sammlung (1883 ; die kunstgeschichtl. werthvollen Hdss. kamen
in das Kupferstichkabinet, ein Theil wurde in London wieder verkauft),
altdeutsche Hdss. des Prof. A. Birlinger in Bonn (aus dem Nachlass von
Veesenmeyer u. Hassler, 1885), die v. Arnswaldfsche Samml. nieder-
deutscher Hdss., aus dem Kloster Nazareth bei Löwen stammend (1887),
die Meermanniani der Phillipps'schen Bibl. (1889; 623 Hdss., darunter
auch orientalische). Ausserdem der hdsl. Nachlass einer Reihe von
Gelehrten, Dichtern usw., darunter F. A. Wolf (1847), A. H. Francke
(1866), K. Ritter (1867); Fr. A. Nietzsche (1869-89 ; Vorarbeiten zu den
deutschen Rechtsbüchern), K. H. G. v. Meusebach (1870-81), Ludwr.
Tieck (1871), Joh. Gottfr. Herder (1873-78 u. 1885), Franz Oehler (lat.
Glossarien, 1874), K. Lachmann u. M. Haupt (1874), Fr. Rückert (1875),
A. Schopenhauer (1879), K. A. Varnhagen v. Ense u. Ludm. Assing-
Grimelli, J. K. E. Buschmann (1880), H. Lucht (1881), H. Chr. Boie
(1885), Friedr. Nicolai (1885-86), H.L.Fleischer [vgl. B], Jean Paul
Friedr. Richter (1888), G. F. W. Hegel (1889), J. M. R. Lenz (1890),
Karl Bötticher u. Oberbibl. Friedr. Wilken (1892). Autographensamml.
von Erzbisch, v. Krasicki (1804), J. H. S. Formey (1847), A. H. F.
v. Schlichtegroll u. J. v. Radowitz (1864). — Pflichtlieferungen der Ver-
leger bez. Drucker in den altpreussischen Provinzen u. Schleswig-Hol-
stein. — Das Gebäude ist 1774-1782 erbaut u. 1884 durch Hinzunahme
des „Niederländischen Palais" vergrössert worden.
Period. Veröffentl. : Jahres -Verzeichnis der an den Deutschen Uni-
versitäten erschienenen Schriften. Berl. seit 1885/86 m. Sachreg. zu I-V. —
Jahres-Verz. der an den Deutschen Schulanstalten erschien. Abhandlungen.
Eb. seit 1889.
Gesch. u. Beschreibung: Frdr. Wilken, Gesch. d. Königl. Bibl. zu
Berlin. B. 1828 (XIV, 242 S.); Ergänz, u. Forts. 1828-39 in: Index libror., quib.
bibl. R. Berol. aucta est a. 1837 et 1838. Berol. 4. S. I-XXX. — (G. Pertz)
Die Kgl. Bibl. in d. J. 1842-67. Berl. 1867. — Nachr. v. d. Auffindung alter
Hdss. d. ehemal. Domcapitels zu Havelberg durch Hrn Hofr. Riedel. Sera-
peum I. 1840. S. 177-185. — L.Schneider, Denkschrift üb. die von S. M. d.
Kais. u. Kön. Wilhelm der Kgl. Bibl. überwiesene Samml. aller auf d. Krieg
1870 u. 1871 bezügl Schriften u. Bilder. Berl. 1873. (28 S.) — C. Wen-
deler, Zur Gesch. des Ankaufs der Meusebach'schen Bibl. C.-Bl. f. Bibl.-W. I.
1884. S. 213-231. — J. Klatt, D. Hdss.-Verzeichnisse d. Kgl. Bibl. zu Berlin.
Ebend. VII. 1890. S. 177-196.
Reglements: Allerhöchster Erlass betr. das Statut f. d. Kgl. Bibl. zu
Berlin (v. 16. Nov. 18*55). 4. Abgedr. auch C.-Bl. f.d. ges. Ünterr.-Verw. 1886.
S. 190-193 u. C.-Bl. f. Bibl.-W. III. Ib86. S. 108-111. — Benutzungs-Ordn. f.
d. Kgl. Bibl. zu Berlin (v. 1. Febr. lbS7). Abgedr. C.-Bl. f. d. ges. Ünterr.-
Verw. 1887. S. 751-764; C.-Bl. f. Bibl.-W. IV. 1887. S. 165-172.
Kataloge (All gem. u. Druckwerke): (F. S. Augustin u. G. E.
Schmid) Bibliotheca Roloffiana. P. 1.2. Berol. 1789. (XVI1I,404, 259 S.u. Ind.)
— Bibliotheca Santeniana s. catal. libror. . . quib. . . usus est Laur. van Sauten.
Lugd.-Bat. 1800. (II, 120 S.; S. 84-116 von Diez gekauft.) — Jul. Klaproth,
277
28 Berlin, Kgl. Bibl. [105
Verz. d. Chines. u. Mandscliuisclien Bücher u. Hdss. d. Kgl. Bibl. zu Berlin.
Paris 1822. fol. (VIII, 188, 68 S.); Forts.: W. Schott, Verz. der Chines. u.
Mandsclm-Tungusischen Bücher u. Hdss. d. Kgl. Bibl. zu Berlin. Berl. 1840.
8. (1 Bl,, IV, 120 S.) — (Finder u. Brandes) Probe eines z. Druck bestiinniten
wissens chaftl. Verzeichnisses der in d. Kgl. Bibl. zu Berlin vorband. Schriften
üb. Preuss. Gesch. Histor. Lit. v. Pommern. Berl. 1837. (2 BL, 28 S.) —
Index libror. mss. et impress. , quibus Bibl. Reg. Berol. aucta est a. 1835.
1836. 1837/38. 1839. Berol. 1836-1840. 4. — J. S. Vater, Litter. d. Gramma-
tiken, Lexika u. Wörtersammlungen aller Sprachen der Erde. 2. Ausg. v.
B Jülg. Berl. 1847. (XII, 596 S. Die mit * bez. Schriften in der Kgl. Bibl.)
— Verz. von Incunabeln, Aldinen, Etiennes, Elzeviren u. and. werthvollen
Werken d. alt. u. neuer. Litt. a. d. Kgl. u. d. Mejan'schen Bibl., welche . . .
verkauft werden sollen. Berl. 1851. (4BL, 136 'S.) — (K. Heyse) Bücher-
schatz d. Deutschen National - Litt, d. 16. u. 17. Jahrh. Berl. 1854. (VIII,
186 S.) — Katalog der hymnologischen Bibl. des Herrn Fulda. Berlin 1855.
(IV, 51 S.) — Verz. v. Büchern vorzügl. aus d. Freih. v. Meusebach'schen
Bibl. Abth. 1-2. (Aukt.-Kat.) Berl. 1855-56. (IV, 198; II, 136 S.) — (A. Spren-
ger) A catalogue of the bibliotheca orientalis Sprengeriana. Giessen 1857.
(VII, 1 1 1 S:) — Verz. der von dem Staatsmin. C. F. v. Savigny mittelst Legats
vom 26. Mai 1852 der K. Bibl. zu Berlin vermachten Werke. Berlin 1865.
(95 S.) — Bibliothek Floss IL Abth. Eeformationsbibl. (Aukt.-Kat. v. H.
Lempertz.) Bonn 18S1. (VI, 197 S.) — M. Steinschneider, Neupersische
Drucke d. K. Bibl. in Berlin. (Samml. Minutoli.) C.-Bl. f. Bibl.-W. I. 1884.
S. 270-275. 315-322. — Kgl. Bibl. zu Berlin. Verz. der im grossen Lesesaale
aufgest. Handbibl. 1889. Berl. (2 Bl., 98 S.) — Seit Anf. 1892 wird der Druck
der Accessionen aus der neu erschienenen Litteratur bogenweis ausgegeben.
Hdss. -Kataloge: Die Hdss. -Verzeichnisse der Kgl. Bibl. zu Berlin.
Berl. 4. Bdl. Sanskrit-Hdss. (Bdl.) v. A.Weber. 1853 (XXIV, 481 S., 6 Taf.);
Bdll. Hebräische Hdss. v. M. Steinschneider. 1878. (VIII, 149 S., 3 Taf.);
BdHI. Abessin. Hdss. v. A. Dillmann. 1878 (VIII, 85 S.. 3 Taf.); Bd IV.
Persische Hdss. v. W. Pertsch. 1888 (XVI, 1283 S.); Bd V: Sanskrit- u. Prä-
krit-Hdss. v. A. Weber. Bd 2. Abth. (1.) 2. (X, 827 S.); Bd VI. Türkische
Hdss. v. W. Pertsch. 1889 (XI, 583 S.fc BdVII-IX. Arabische Hdss. v. W.
Ahlwardt, Bdl-3. 1887-91. (XVIII, 413; VI, 686; VIII, 628 S.); BdX. Arme-
nische Hdss. v. N. Karamianz. 1888. (VIII, 88 S., 5 Taf.) — Oriental.
Hdss.: (Forbes) Catalogue of the highly valuable . .. collection of Sanskrit
Mss. of the late Sir Robert Chambers. London 1842. (VIII, 43 S.) — W.
Ahlwardt, Verz. Arabischer Hdss. d. Kgl. Bibl. zu Berlin a. d. Gebieten d.
Poesie, schön. Litt., Litteraturgesch. u. Biographik. Greifsw. 1871. (XII,
305 S.) — P. de Lagarde, Symmicta (I). Gott. 1877. S. 129-164. (Hebr. Hdss. in
Erfurt; seit 1880 in Berlin.) — Kgl. Bibl. Berlin. Kurzes Verz. d. Landberg'-
schen Samml. arab. Hdss. v. W. Ahlwardt (mit Vorwort von V. Rose). B.
1885. (VIII, 107 S.) — Kgl. Bibl. Berl. Kurzes Verz. d. Sachau'schen Samml.
syrischer Hdss. v. E. Sachau. Nebst Uebersicht d alten Bestandes. B. 1885.
(XXVIII, 35 S.) — Kgl. Bibl. Berl. Kurzes Verz. d. Glaserschen Samml. arab.
Hdss. v. W. Ahlwardt. B. 1887. (X, 47 S.) — Ab e ndl. Hdss. : Arch. d.
Ges. f. alt. dtsche Geschichtsk. IL 1820. S. 75-76; VIII. 1843. S. 823-855.
(Hdss. zur Geschichte d. Mittelalters.) - G. Haenel. Catalogi libror. mstor.
Lips. 1830. 4. S. 83U-874. (Verzeichn. der cödd. Phillippici ex bibl. Meer-
manniana; Nr 13&8-2010 jetzt in Berlin.) — W. A. Schmidt, D. griech. Pa-
pyrusurkunden d. Kgl. Bibl. zu Berlin entziffert u. erläutert, (Forsch, a. d. Geb.
d. Alterth. I.) Berl. 1842. (IV, 398 S.) — Verz. der von d. verst. Gen.-Lieut.
J. v. Radowitz hinterlass. Autographen-Samml.. nunmehr Eigenthum d. Kgl.
Bibl. in Berlin. Th. 1-3. Berl. 1864. (VIII. 810 S.) — G. Parthey, Frammenti
di papiri greci, asserv. nella R. Bibl. di Beiiino. Mem. d. Instit. di corr. arch.
Vol. 2. 1865. S. 438-462. — Silv. Andreis, Di alcuni manoscritti italiani che
si conserv. n. R. Bibl. di Berlino. Estr. dal giornale LaPerseveranza. Milano
278
107] Berlin, Universität. 29
1866. (60 S.) — W. Wattenbach, Die Hdss. der Hamilton'schen Samml. N.
Arch. d. Ges. f. ä. dtsche Gescliichtsk. VIII. 1883. S. 327-346. — P. Hinschius,
Die kanonist. Hdss. der Hamilton'schen Samml. im Kupferstich-Kab. d. Kgl.
Museums zu Berlin. Ztschr. f. Kirchengesch. VI. 1884. S. 1 93-246. — K. Müller,
Kirchengeschichtl. Hdss. in der Hamilton-Samml. Ztschr. f. Kirchengesch. VI.
1884. S. 247-282. — S. Löwenfeld, Papstbullen in d. Kgl. Bibl. zu Berlin.
N. Arch. d. Ges. f. ä. dtsche Gescliichtsk. XL 1886. S. 609-616. — L. Biadene,
I manoscritti italiani della collezione Hamilton n. E. Museo e n. R. Biblioteca
di Berlino (c. append. : Altri mss. italiani n. R. Bibl.). Giornale storico della
letterat. italiana. Vol. X. 1887. S. 313-355.
106. Königliche Hausbibliothek, im König]. Schloss. Ca. 40000 Bde
(2 Inkun.), c. 3500 Bl. Aquarellen, Oelskizzen, Handzeichnungen, c. 4000
Bl. Kopien verschied. Art , c. 400 Bl. Kupferst. u. c. 6000 Nrn Musi-
kalien, bes. hdsliche. Wird vermehrt durch Geschenke haupts. aus den
Privatbibliotheken der Majestäten, andrerseits entlastet durch Abgabe an
Institute , Schulen usw. ■ — Walter Robert-tornow , Bibliothekar Sr. Maj.
des Kaisers u. Königs u. Kgl. Hausbibliothekar. — Wtgl. zw. 10 u. 1 Uhr.
— Im Lesezimmer findet jeder Gebildete Zutritt. Verleihung nur an
Mitglieder des Königl. Hauses u, an hohe Hofchargen. — Fachkat. in
12Bden; Aquarellenkat. ; Musikalienkat. in Bearbeitung. — Begr. 1862.
Einverl. sind die Musikalien Friedrichs d. Gr., Friedrich Wilhelms IL u.
früherer Herrscher, die Bibliotheken Friedrich Wilhelms IL, Friedrich
Wilhelms III. (theilw.), der Königin Luise, Friedrich Wilhelms IV. einschl.
der Renfner'schen Sammlung u. der Aquarellensammlung der Königin
Elisabeth.
107. Königl. Universitätsbibliothek, NW. Dorotheenstr. 9. Litt, der
an der Univ. vertretenen Disciplinen. 145 500 Bde (c. 100 Inkun.) u.
c. 20000 ungeb. Univers.-Schriften; 221 Bde u. 65 Fase. Hdss. Ausser-
dem der von U. Fr. Kopp begründete diplom. Apparat (121 Orig.-Urk.,
Samml. v. Schriftproben, Siegelabdrücken usw.). Verm.-Et. 10 500 Mk. —
Direktor (H.-A.) Bibliothekar Dr. Wilh. Erman ; 4 Kustoden, 2 Assistenten;
4 Diener. — Lesesaal wtgl., auch währ. d. Ferien, 9-7; Ausl. 9-3, währ. d.
Ferien 11-2. Geschl. an den Sonnabenden vor Ostern u. Pfingsten u. am
24. Dec, in der letzten Woche der Osterferien u. der ersten vollen Woche
des Sept. — Benutzungsber. (f. Lesesaal u. Entl.) die Docenten u. Studie-
renden der Univ., die Beamten der Univ. und der Univ. - Institute , d.
Mitglieder der Akad. d. Wiss. u. d. Senats der Akad. der Künste, die
zum Hören der Vorles. an d. Univ. Berechtigten, frühere Studierende,
welche sich auf Prüfungen vorbereiten. Auswärtige Benutzung findet
nicht statt. — Alph. Kat. in 248 Bden; Zettelkat, welcher der Bear-
beitung des Realkat. zu Grunde gelegt werden soll, soeben beendet;
Zettelkat. der Bibliotheken der Univ.-Institute in Angriff genommen. —
Begr. 1831. Einverleibt wurden Theile der Bibl. des Klosters Ncnzellc
(1836), die Bibl. der Hufeland'schen Medic. Gesellsch. (1842; dazu die
bis 1885 gehalt. Zeitschriften), der Medic.-Abth. des Ministeriums der
geistliehen usw. Angelegenheiten (1843), der Jurist. Gesellsch. (1868;
nebst d. weiter gehalt. Zeitschriften bis 1886) ; von Privatsammlungen u. a.
279
30 Berlin, Universität. [107
die von Th. Schmalz (1833), E. Osann (1842), J. F. Lauer (lidsl. Nach-
lass, 1851), S. F. Barez {1856), J. u. W. Grimm (1865), A. Boeckh (1867),
H. Helfft (1869), Ph. Jaffe (1870), A. Trendelenburg (1872), M. H. Rom-
berg (1873), H. W. Berend (1873), K. G. Homeyer (1875), K. G. Wenzel
(1882), Just. Olshausen (1883), K.W. Borchard (1887), Abarbanell(1889).
Pflichtlieferungen der Verleger u. Drucker der Prov. Brandenburg, von
denen aber nur die für die Zwecke der Bibl. brauchbaren Werke ein-
gefordert u. aufgenommen werden. — Durch das neue Reglement
vom 27. Juni 1890 ist der Universitäts - Bibl. die Aufgabe gestellt,
ein Hülfsmittel des Univ.-Unterrichts zu sein u. zugleich für die Univ.
die Wirksamkeit der Königl. Bibl. zu ergänzen. Zu diesem Zweck steht
die Verw. der Univ. -Bibl. in einem bestimmten Verhältniss zur Gen.-
Direktion der Königl. Bibl. u. es ist den Vorstehern beider Anstalten
das Recht eingeräumt, Bücher der einen an die andere abzugeben. —
Das Bibl.-Gebäude ist in den Jahren 1871-73 erbaut.
Rud. Köpke. Die Gründung der Kgl. Friedr.-Wilh.-Univ. zu Berlin. B. 1360.
4. 8. 288-29 1 . — Die naturwiss. u. medic. .Staatsanstalten Berlins. Festscürift . . .
bearb. v. Alb. Guttstadt. B. 1886. 8. 110-1 14. — Jährl. Ber. üb. d. Verwaltung
in der Chronik der Kgl. Friedr.-Wilh.-Univ. zu Berlin seit Jahrg. 3 für 1 889, 90.
— Reglement für die Univ.-Bibl. zu Berlin (v. 27. Juni 1890). Berlin.
Univ.-Bibl. zu Berlin. Verz. der Lesesaal- u. Handbibliothek. 1891. Berl.
(VII, 132 S.) — Ein gedr. Kat. von 1839 ni. Suppl. von 1842 ist nicht mehr
brauchbar.
108. Bibliotheken der Universitäts -Institute. Vgl. Vorbem. IV, 3.
Zur Benutzung bedarf es ausdrücklichen Gesuchs bei dem betr. Instituts-
direktor: es werden meist besondere Zulassungskarten ausgegeben. Voll-
ständ. Verz. der Institute u. ihrer Vorsteher im Person.-Verz. der Uni-
versität. Umfangreichere Biblioth. besitzen die folgenden : Christlich-
archäologische Sammlung (im Univ.-Geb.), c. 2700 Werke, darunter
ein Theil der Bibl. von A.Piper. — Instit. für Alterthumskunde
(NW. Dorotheenstr. 5), c. 7500 Bde; 1500 Mk. Begr. 1886 durch einen
Theil der Bibl. von Max Duncker. — Historisches Seminar (ebend.),
c. 4500 Bde; 1500 Mk. Begr. 1884 durch die Bibl. der hist. Gesellsch.
des Prof. J. G. Droysen. — Germanisches Seminar (ebend.), c. 6000
bis 7000 Bde. Den Stamm bildet die Bibl. von K. Müllenhoff (1884).
— Seminar f. orientalische Sprachen (C. Lustgarten 6), 4570 Bde
u. 72 Nrn Karten: c. 4000 Mk. Sekret, u. Bibliothekar d. Sem. Dr. Mo-
ritz; 1 Hülfsarbeiter. Wtgl. 9-12 u. (ausser Sa.) 4-6; geschl. 15.-30. Apr.
u. 15. Aug. bis 15. Sept. Begr. 1887. — I. Anatomische Anstalt
(Luisenstr. 56), c. 3000 Bde bez. Hefte; 800-1000 Mk. Begr. 1833 unter
Joh. Müller. Ein grosser Theil zoolog. Werke wurde 1883 dem Zoolog.
Inst, überwiesen. — Patholog. Institut, im Charite - Krankenhaus
(NW. Unterbaumstr. 7), 2770 Bde u. 2350 Dissert., vorzugsw. Geschenke.
Besteht seit 1869 ; grössere Vermächtnisse von P. Langerhans u. a. —
Hygienisches Institut (C. Klosterstr. 35), c. 3000 Bde u. 500 Dissert.,
c. 1500 Karten u. Zeichnungen. Di. u. Fr. 12-1; Zeitschr.-Lesez. wtgl.
zugänglich. Begr. 1885. — Museum für Naturkunde (N. Invaliden-
280
110] Berlin, Hochschulen. 31
Strasse 43): a) Geolog.-paläontolog. Sammlung u. geol.-paläont.
Institut, 2550 Bde, darunter der grösste Theil der Bibl. des ehemal.
Mineralog. Museums, welchem die Büchersammlung Leop. v. Buch's
überwiesen war; b) Mineralog.-petrograph. Samml. u. min.-petr.
Institut, 1271 Bde u. 1240 Sep.-Abdr., der kleinere Theil ebenfalls
aus dem Mineral. Mus. stammend; c) Zoolog. Sammlung, 6067 Werke
u. Sep.-Abdr. ; einverleibt die Bibl. des früh. Direktors W. K. H. Peters.
In dems. Gebäude befindet sich d) Zoolog. Institut mit 2140 Bden.
— Botanisches Museum (Grunewaldstr. 6/7), 3778 Bde u. 170 Kon-
volute Broschüren, ausserd. der hdsl. Nachlass von 9 Botanikern. Verm.
durchschn. 900 Mk. Begr. 1818 durch diejenigen Bücher K. L. Will-
denow's, welche die Kgl. Bibl. bereits besass; 1887 einverleibt die Bibl.
A. W. Eichler's.
Berichte üb. die Institute u. z. Th. auch ihre Bibliotheken in der Chronik
der Kgl. Friedr.-Wilh.-Üniv. seit Jahrg. 3. 1889/90. — Vgl. auch Die naturw.
u. med. Staatsanstalteu Berlins. Festschr. bearb. v. A. Guttstadt. Berl. 1886.
109. Bibl. des Königl. Medicinisch -chirurgischen Friedrich -Wil-
helms -Instituts, im Anbau des Lehrgebäudes (NW. Friedrichstr. 140).
Medicin u. Naturwissenschaften. 35 600 Bde (ausser den Dissertationen) ;
c. 7500 Mk. — Wird von zwei Stabsärzten des Instituts verwaltet. —
Ausl. wtgl. 10-2; Lesez. Vorm. 9 bis Ab. 10, Sonnt. 9-1. — Geschl.
während der jährl. Revision. — Benutzungsberechtigt die Professoren,
Lehrer u. Studierenden der militärärztl. Bildungsanstalten, die Professoren
d. Univ. Berlin, alle (auch ausserhalb Berlins wohnende) aktiven Sa-
nitätsoff. , Offiziere, Unterärzte, einj.-freiw. Aerzte, Rossärzte u. höh.
Militärbeamten. Anderen Personen kann auf schriftliches Ansuchen von
der Direktion der mil.-ärztl. Bildungsanstalten eine Erlaubnisskarte er-
theilt werden. — Gedr. Realkat. s. u.; hdsl. Realkataloge üb. die Disser-
tationen. — Begr. 1797. Einverl. 1811 die Bücher des aufgelösten
Collegium medico-chirurgicum, von grösseren Privatsammlungen die des
Hofr. Prof. A. F. Hecker (1817), Prof. W.Sprengel (1829), K. Asm.
Rudolphi (1833; theilw.), Fr. Wolff (1834), Gust. Herrn. Richter (1836).
Der Bibl. -Bau ist 1882 bezogen worden.
Benutzungsordn. f. d. Büchersamml. d. Kgl. med.-chir. Friedr. -Willi. -In-
stituts (v. "25. Nov. 1890). Berl. 1891.— Verz. d. Büchersamml. d. Kgl. med.-
chirurg. Friedrich -Wilhelms -Instituts. Berl. 1890. (XXII, 1314 S.; S. III-VI
Gesch. d. Bibl.) Nachtr. 1. 1892.
110. Bibl. der Königl. Technischen Hochschule (Charlottenburg,
Berl inerstr. 151). Vorzugsw. technische Fächer. 52 092 Bde; 14 600 Mk.
— Bibliothekar (H.-A.) H. Kempert ; 1 (ausseretatsmäss.) Assistent;
2 Diener. — Leses., Ztschr.-Zimmer u. Ausl. Mo. bis Fr. 9-7, Sa. 9-1;
während der Ferien nur zweimal wöchentl. 9-1; vollständig geschl. 1.
bis 14. Aug. — Zunächst zur Benutzung für die Angehörigen der An-
stalt. Studierende anderer Hochschulen haben ausser der Bürgschaft
eines Docenten die Erlaubniss des Rektors einzuholen. Anderen Per-
sonen kann ausnahmsweise durch den Rektor eine zeitweise Benutzung
281
32 Berlin, Hochschulen. [110
gewährt werden. Versendung nach auswärts nur in besonderen Fällen.
— Gedr. Kat. (s. u.), welcher alle zwei Jahre einen Nachtrag erhalten
soll. — Hervorgegangen aus den Bibliotheken der „Königl. Technischen
Ober-Bau-Deputation u. Bau-Akad." u. der „Königl. Techn. Deputation
für Gewerbe", welche seit dem 1. u. 2. Jahrzehnt des Jahrhunderts
bei der „Königl. Bau- Akademie" u. dem „Königl. Gewerbe -Institut"
(spät. Gewerbe-Akademie) getrennt bestanden u. auch nach Vereinigung
beider Anstalten zur „Technischen Hochschule" (1879) als Abth. A
u. B zunächst getrennt blieben, bis sie 1884 im Neubau der Techn.
Hochschule in Charlottenburg gemeinsame Aufstellung fanden. Der
Bibl. des Gewerbe-Instituts wurden 1822-1878 die Eingänge des „Ver-
eins zur Beförderung des Gewerbfleisses" übergeben.
Bestimmungen üb. d. Ben. der Bibl. d. Kgl. Techn. Hochscli. zu Berl. v.
24. Juni 18S7. — Kat. d. Bibl. der Kgl. Techn. Hochschule zu Berlin. B. 1885.
4. ; I .-2. Naclitr. 1888-90. (X, 883; X, 1 94 ; X, 154 S. ; hierdurch sind die älteren
gedr. Kat. v. 1843-79 überflüssig gemacht.) — Verz. d. eingeg. Geschenke
jährl. im Progr. d. Techn. Hochschule.
111. Bibl. der Königl. Landwirthschaftlichen Hochschule (N. In-
validenstr. 42). Gesammte Landwirthsch. m. bes. Berücksichtigung aller
Hülfswissenschaften u. der Geodäsie. 37 660 Bde u. 54 selbständige
Kartenwerke u. Karten; 4170 Mk (einschl. der Kosten für Gebrauchs-
gegenstände u. Hülfsarbeit). — Bibliothekar (H.-A.) Dr. Franz Engel.
— Lesez, wtgl. 9-7 (Sa. 9-4), Bücherausg. 11-2. Geschl. 20. bis 27. März
u. 15. Aug. bis 15. Sept. — Ben. wird auch Personen ausserhalb des
Kreises der zunächst Berechtigten auf schriftliches Ansuchen gestattet:
Ausl. an solche u. Versend, nach auswärts unter Bürgschaft. — Realkat.
in 13 Bden, alph. Index in 2 Bden; alphab. Zettelkat. ; Verz. der Hand-
bibliotheken sämmtlicher Lehrinstitute der Hochschule. — Begr. 1881
aus dem Bücherbestand des früheren landwirthschaftl. Lehrinstituts u.
einem Theil der Bibl. des Ministeriums für Landwirthschaft. Auch
weiterhin fortlaufende Ueberweisungen von Seiten des Ministeriums.
Regulativ f. d. Benutzung u. Verwaltung d. Bibl. d. Kgl. landw. Hoch-
schule zu Berlin v. 18. Dec. 1883.
112. Bibl. der Königl. Thierärztlichen Hochschule, im Hauptgeb.
der Hochschule (NW. Luisenstr. 56). Thierheilkunde, Medic. u. Natur -
wiss. 9208 Bde; 1500 Mk. — Vorst. das jüngste Mitglied des Lehrer-
kollegiums, z. Z. Dr. Schmaltz. — Geöflfn. wöchentl. 1 Stunde, welche
jedes Semester festgesetzt wird. Wünsche von Personen ausserhalb
der Hochschule werden thunlichst auch ausser dieser Zeit erledigt. —
Besteht seit Gründung der Anstalt (1790).
Kat. der Bibl. der Kgl. Thierarznei-Schule zu Berlin. B. 1881. — Ein neuer
Kat. soll im Okt. 1892 erscheinen.
113. Bibl. der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums
(W. Unt. d. Linden 4a). Ca. 10 000 Bde, 60 Hdss. Verm. 300 Mk,
ausserdem Tausch u. Geschenke. — Kommissar d. Bibl. Sanit.-R. Dr. S.
Neumann; Bibliothekar (H.-A.) Dr. D. Cassel; 1 Assistent. — Mo. bis
282
115] Berlin, Akademien. 33
Fr. 11-12. — Versendung an andere Bibl. nur mit Genehmigung d.
Kommissars. — Alphab. Kat. in 2 Bden u. in Zetteln. — Begr. 1872.
Den Stamm bildet die Bibl. des Prof. M. A. Levy; einverleibt eine
Samml. aus der Bibl. des Kustos am Brit. Mus. J. Zedner, die Bibl. von
Abr. Geiger, Jul. Fürst, Imm. H. Ritter u. mehrere kleinere Sammlungen.
114. Bibl. der König!. Preussischen Akademie der Wissenschaften
(NW. Unter d. Linden 38). Vorzugsw. Veröffentlichungen gelehrter Ge-
sellschaften u. wissenschaftliche Zeitschriften. 1071 Nrn Einzelwerke,
1112 Nrn Zeitschriften usw. (Zahl der Bde nicht ermittelt); 3000 Mk.
Haupts. Verm. durch Schriftentausch. — Die Verw. führt der Archivar
der Akademie (Geh. Rechn.-R. Kunstmann). — Regelmässig nur zu den
Zeiten der Sitzungen der Akad. für die Mitglieder geöffnet, denen aus-
schliesslich das Recht zusteht Bücher u. Journale aus der Bibl. zu ent-
leihen. — 1728 wurden der Societät d. Wiss. eine Anzahl Werke aus
Russland überwiesen, 1735 aus der Kgl. Bibl. 2000 Bde. Die Kabinets-
Ordre vom 31. Okt. 1724 bestimmt „das Recht der Akad., von jedem
Buche, welches in sämmtlichen Königlichen Landen gedruckt wird, von
dem Buchhändler u. Buchdrucker ein Exemplar zu fordern." Jedoch
wurden 1798 die vorhandenen Bestände mit Ausnahme der Veröffent-
lichungen der gelehrten Gesellschaften, Zeitschriften, Wörterbücher usw.
der Königl. Bibl. einverleibt, an welche auch jetzt die eingehenden Ein-
zel werke, mit gewissen Ausnahmen, abgegeben werden.
Fr. Wilken, Gesch. d. Kgl. Bibl. zu Berlin. B. 1828. S. 152-153. — Verz. d.
Bibl. d. Kgl. Ak. d. Wissenschaften in Berlin. B. 1874. (98 S.) — Verz. der
sännntl. Eingänge in den Sitzungsberichten.
115. Bibl. der Königl. Akademie der Künste (W. Schinkelplatz).
Vorzugsw. bildende Kunst. Ca. 20 000 Bde, 10 Hdss. ; Samml. von Hand-
zeichnungen, Kupferstichen, Lithographien u. Holzschnitten, Porträts,
Musikalien. Verm. -Et, 3200 Mk. — Oberaufsicht Prof. Dr. Dobbert,
Mitgl. d. Senats der Akad. ; Bibliothekar W. Grohmann, Kupferstecher.
— Mo. Di. Do. Fr. 4-7, Mi. u. Sa. 9-1; geschl. in den akadem. Ferien.
— Benutzung zunächst für die Senatoren u. Mitglieder der Akad., die
Lehrer u. Schüler der Unterrichts- Institute der Akad. (Ansl. an die letzt-
genannten gegen Bürgschein). Der Bibliothekar ist befugt, in einzelnen
Fällen auch anderen Personen die Ben. des Lesez. ausnahmsweise zu
gestatten, bez. an solche gegen Bürgschein Bücher auszuleihen. — Ausser
dem gedr. Kat. ein Zettelkat, u. 10 Specialkataloge über Handzeich-
nungen, Stiche usw.; alph. Kat, in Bandform. — Begr. 1790; ausser
durch regelmässigen Ankauf u. Geschenke verm. durch Ueberweisungen
aus dem Königl. Ober-Bau-Departement, aus dem Besitze des Prof. u.
Hofbauinspektors Gilly, des Grafen v. Lepell, d. Bibliothekars Dähling
u. durch andere Vermächtnisse.
J. Caspar, Verz. d. Bücher u. Kupferwerke in d. Kgl. Akad. d. Künste zu
Berlin. B. 1854; Nachtr. 1876. Ein neuer Kat. befindet sich im Druck.
283
Beiheft io. 3
34 Berlin, Höh. Schulen. [116
[Zu Nr. 116-134 vgl. Vorbem. IV, 2. — Die Schulanstalten sind
städtischen Patronats, soweit sie nicht als Königliche bezeichnet sind.]
116. Bibl. des Königl. Französischen Gymnasiums (NW. Doro-
theenstr. 41). Ca. 8000 Bde u. c. 10 000 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L.
Prof. Dr. Marggraff. — Begr. um 1689 mit dem Gymnasium.
117. Bibl. des Friedrichs- Gymnasiums (N. Friedrichstr. 126). 5400
Bde u. mehrere tausend Progr.; 500 Mk. — G.-L. Dr. Busse. — Be-
nutzung durch Fremde nur ganz ausnahmsweise gestattet. — Begr.
Ostern 1850.
118. Bibl. des Friedrichs- Werderschen Gymnasiums (NW. Doro-
theenstr. 13/14). Ca. 9700 Bde; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Mewes
(Vertreter Ob.-L. Dr. Kallenberg). — Di. u. Fr. 11-12. — Begr. 1753
durch die testam. vermachte Bibl. des Hofraths Chrph Heinr. Buchholtz.
(Nicolai) Beschr. d. Ees.-St. Berlin u. Potsdam. 3. Aufl. Berl. 1786. Bd2.
S. 777-779. [Die dort angeführten Hdss. u. Inkun. besitzt die Bibl. nicht mehr.]
- C. A. Müller, Gesch. d. Fr.-Werd. Gymn. zu Berlin. B. 1881. S. 49-50.
119. Bibl. des Königl. Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums (SW. Koch-
strasse 13). 3854 Werke; 850 Mk. — Prof. Dr. Gust. Behncke. — Mo.
u. Fr. 12-1, bez. 1-2. — Zunächst für die Lehrer des Gymn. u. der unter
gleicher Verw. stehenden Kgl. Realschule u. Elisabeth-Schule. — Begr.
im 18. Jahrh. durch die Bibl. des Kriegsraths Schechteken.
120. Bibl. des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster (C.
Klosterstr. 74). Ca. 24 000 Bde; 1200 Mk, davon 600 aus der Streitf-
schen Stiftung. — Ob.-L. Prof. Dr. Lamprecht u. Dr. Nohl jährlich wech-
selnd. — Di. u. Fr. 11-12. — Benutzung durch nicht der Schule an-
gehörige Personen mit Erlaubniss u. auf Gefahr des Bibliothekars. —
Alph. Zettelkai; Realkat. in 4 Bden; Zettelkat. der vorhandenen Leichen-
predigten. — Begr. 1712 durch die Bibl. des Geh.-R. J. Chr. v. Tieffen-
bach; 1811 grössere Ueberweisung aus der Bibl. Friedr. Nicolai's. Von
der Bibl. des Köllnischen Gymn., das von 1767-1824 mit dem Gymn.
z. Grauen Kloster vereinigt war, wurde bei der Trennung ein Theil für
letzteres erworben.
M. Dinse, Kat. der Bibl. des Grauen Klosters zu Berlin. B. 1877. (VII, 612 S.)
121. Bibl. des Königl. Joachimsthalschen Gymnasiums (Wilmers-
dorf). 36 000 Bde (18 Inkun.) u. c. 25 000 Progr.; 676 Hdss., davon
405 Notenwerke in der Amalienbibliothek ; daselbst auch eine Samm-
lung von Kupferstichen. Verm. 1500 Mk. — Prof. Dr. Fuhr. — Mi. u.
Sa. 2-4. Aus der Amalienbibl. darf stiftungsgemäss kein Buch ausser-
halb des Hauses verliehen werden. — Alph. Kat. in 6, Realkat. in
5 Bden; Kat. der Musikalien d. Prinzessin Amalia (v. K. F. Zelter); Kat.
der Oelrichs'schen Bibl.; Verz. d. Original-Urk. in der Oelr. Bibl. (v. E.
Strehlke). — Begr. 1717 durch Ankauf der Bibl. des Prof. K. Johrenius
in Frankfurt a. 0.; 1787 Ueberweisung der Bibl. der Prinzessin Amalia,
Schwester Friedrichs d. Grossen, welche gesondert aufbewahrt wird. Ein-
284
127] Berlin, Höh. Schulen. 35
verleibt ferner die Bibl. des Geh. Legationsraths Oelrichs (1802) mit Ausn,
der Pomeranica u. Marchica, des Staats- u. Justizministers H. v. Thule-
meier (1811), des Oberbibliothekars Dr. S. H. Spiker (1858 u. 1872),
des Prof. R. Köpke (1871).
Fr. K. Köpke, Gesch. d. Bibl. d. Kgl. Joachiinstk. Gyinn. nebst einigen Bei-
lagen. Progr. d. Gymn. Berl. 1831. 4. (66 S.)
J. C. C. Oelrichs, Nachr. v. seinen eig. Manuscripten u. anderen in sein. Bibl.
vorhandenen Hdss. Frankf. a. 0. 1785. (Nacktr. dazu bei Köpke a. a. 0. S. 59
— 63.) — A. v. Bamberg, Die älteren Druckwerke der Kgl. Joachimsth. Gyni-
nasial-Bibl. Progr. 1S78. 4. S. 9-3S. (Drucke bis 1550.) — Bob. Eitner, Kat. d.
Musikalien- Samml. d. Joach. Gymn. zu Berlin. (Beil. z. d. Monatsheften f. Mus.-
Gesch. 1883-85.) B. 1884. (IV, 1U6S.)
122. Bibl. des Köllnischen Gymnasiums (S. Inselstr. 2-5). Ca. 7000
Bde (1 Inkun.), 1 Hds. ; 600 Mk. — Ob.-L. Dr. W. Zellmer. — Neubegr.
1824, nach Abtrennung der Anstalt vom Gymn. zum Grauen Kloster
(vgl. Nr 120).
123. Bibl. des Königl. Luisen -Gymnasiums (NW. Thurmstr. 87).
Ca. 3600 Bde u. Progr. - Sammlung seit 1883; 2 Hdss. Verm. 700 Mk.
— Ob.-L. Prof. Dr. Gemss. — Begr. 1882 durch Ueberweisung der vom
Kultusministerium angekauften Bibl. Wilh. Dillenburger's (c. 600 Bde,
namentl. Horazlitt.). Eine besondere Abtheilung ist der Litt, über die
Königin Luise gewidmet.
124. Bibl. des Luisenstädtischen Gymnasiums (S. Brandenburg-
strasse 37). Ca. 6500 Bde u. c. 12 000 Progr.; 600 Mk. — O.-L. Prof.
Dr. Bernhardi. — Begr. 1864.
125. Bibl. des Königl. Wilhelms-Gymnasiums (W. Bellevuestr. 15).
Ca. 13 000 Bde u. c. 10 000 Progr. ; 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Draheim.
— Alph. Zettelkat., Realkat. in 7 Bden. — Begr. 1858/60, vermehrt
bes. 1862 durch Ankauf der Bibl. des Prov. - Schulraths Jul. Mützell
(c. 4000 Bde).
126. Die übrigen Gymnasien besitzen kleinere Sammlungen (Verm.-
Et. überall 600 Mk), nämlich:
Askanisches Gymn. (1875): 1800 Bde.
Humboldts-Gymn. (1875): c. 2800 Bde, darunter c. 700 Bde aus
der Bibl. des Prof. Dr. Otto Gruppe.
Königstädtisches Gymn. (1877): 2080 Bde u. c. 12 000 Progr.
Leibniz-Gymn. (1876): c. 1500 Bde u. c. 3000 Progr.
Lessing-Gymn. (1882): 840 Bde.
Sophien-Gymn. (1865): 2283 Bde.
127. Bibl. des Königl. Realgymnasiums (SW. Kochstr. 66). 5837
Bde u. Progr. - Sammlung seit 1843 bez. 1876; c. 900 Mk. — Ob.-L.
Dressel. — Zunächst für die Lehrer d. R.-Gymn., d. Friedr.-Willi.-Gymn.
u. der Klisabeth-Schule. — Begr. 1747 mit der Anstalt.
285
36 Berlin, Höh. Schulen. [128
128. Bibl. des Dorotheenstädtischen Realgymnasiums (NW. Georg-
strasse 30/31). 3880 Bde u. Progr. - Samml. ; 600 Mk. — Ob.-L. Prof.
Thurein. — Begr. 1837, Zur Aufbewahrung übergeben ist die Bibl.
der ehemal. Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache (1230 Bde
u. Hefte).
129. Bibl. des Königstädtischen Realgymnasiums (NO. Elisabeth-
strasse 57/58). 3545 Bde u. c. 10 000 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L. Prof.
Dr. Kuhn. — Begr. 1832.
130. Bibl. des Luisenstädtischen Realgymnas. (S. Sebastianstr. 26).
3685 Bde u. c. 15 000 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L. Dr. Henrici. — Nur
für die Lehrer der Anstalt. — Begr. 1836.
131. Bibl. des Sophien -Realgymnasiums (C. Steinstr. 31/34). Ca.
5000 Bde u. c. 5000 Progr. ; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Brecher. —
Begr. 1868.
132. Ausserdem besitzen (mit Verm.-Etat von je 600 Mk):
Andreas-Realgymn. (1865): c. 2600 Bde u. c. 10 700 Progr.
Falk-Realgymn. (1880): c. 1200 Bde u. 200 Fase. Progr.
Friedrichs-Realgymn. (1874): 1658 Bde.
133. Bibl. der Friedrichs-Werderschen Oberrealschule (C. Nieder-
wallstr. 12). Ca. 8000 Bde; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Uhlbach. — Nur
für die Lehrer der Anstalt. — Begr. 1824.
134. Bibl. der Luisenstädtischen Gewerbeschule (Oberrealsch.)
(S. Dresdenerstr. 113). 4200 Bde; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Pall-
mann. — Begr. 1866.
135. Stadt. Schulmuseum (S. Stallschreiberstr. 54). Vorzugsw. Pä-
dagogik. 1 1 850 Bde, ausserdem eine Sammlung von Anschauungsmitteln,
Apparaten usw. ; 4000 Mk (f. Bibl. u. Lehrmittelsamml.). — Bibliothekar
(N.-A.) Rektor A. Bäblich. — Sonnt. 11-1, Mi. 3-4, Sa. 3-6; Meldung
beim Bibliothekar. — Benutzungsberechtigt Lehrer u. Lehrerinnen der
städt. Schulen, Vorsteher der Berliner Privatschulen, andere Lehrer usw.
auf Bürgschaft. Auch Verleihung ins Haus m. Ausn. der Wörterbücher,
Encyklopädien u. Prachtwerke. — Das Mus. wurde 1876 von der städt.
Schul Verwaltung begründet u. am 10. Febr. 1877 eröffnet zur wissensch.
u. techn. Fortbildung der Lehrer. Einverleibt 1879 die Lehrerbibl. der
städt. Schuldeputation (begr. 1862, von 1872-79 mit der Magistratsbibl.
verbunden; c. 1400 Bde) u. eine reiche Sammlung von Reisewerken von
Dr. Th. Wagener.
Kat. des Städt. Schulmuseunis in Berlin. B. 1885; Nachtr. Nr 1. 1886.
(VI, 267 u. 39 S. ; ein 2. Nachtr. erscheint Sommer 1892.)
136. Bibl. des Königl. Geheimen Staatsarchivs (C. Klosterstr. 76).
Geschichte nebst Hülfs Wissenschaften u. Jurisprudenz. Ca. 22 200 Bde
(1 Inkun.) u. üb. 4300 Brosch. , 1415 Nrn Karten, mehrere hundert
286
139] Berlin, Sammlungen. 37
Stiche usw. (die Hdss. sind Theil der Archivbestände). Verm. 800 Mk
ohne Bindekosten. — • Königl. Geh. Staatsarchivar u. Archivrath Dr.
Friedländer. — Handbibliothek für die Beamten u. die Benutzer des
Geh. Staatsarchivs; Ausleihung nur an die Beamten. — Alph. Zettel-
kat. ; Realkat. (2 Bde) ; Specialkat. üb. die Karten, Broschüren u. Deduk-
tionen. — Begr. in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. Einverleibt ist
die Staatsrecht!. Bibl. des Geh. Legationsraths v. Steck (1798).
137. KÖnigl. Hausarchiv (C. Königl. Schloss) enthält an Bibliotheks-
beständen, ausschliesslich zur Geschichte des Hauses Brandenburg im
weitesten Umfange, c. 30000 Bde (3 Inkun.), 533 Hdss., 248 Nrn
Karten usw. Verm. 1500 Mk. — Direktor des Kgl. Hausarchivs Archiv-
rath Dr. Grossmann. — Wtgl. 10-3. — Benutzung nur zu dienstlichen
Zwecken der zum Ressort des Ministeriums des Königl. Hauses gehö-
rigen Behörden; nur ausnahmsweise Verleihung an Privatpersonen,
welche im Archiv persönlich bekannt sind; keine Versendung. Ben.
der Hdss. nur mit Genehmigung des Archivdirektors. — Sachkatalog
in Zetteln; alph. Zettelkat. begonnen. — Begr. 1850. Einverleibt wur-
den durch Kauf die Bibliotheken des Sammlers K. H. S. Rödenbeck u.
des Geh. Ob.-Reg.-R. Georg Wilh. v. Raumer, durch Ueberweisung Theile
der Privatbibliotheken Kön. Friedrich Wilhelms IV. u. Kaiser Wilhelms I.
138. Bibl. des Märkischen Provinzial-Museums (C. Breite Str. 20a).
Geschichts- u. Alterthumswiss. u. Berolinensia. Ca. 5000 Bde (3 Inkun.),
40 Hdss., c. 4000 Karten, Pläne, Bilder; 600 Mk, jedoch grösstenteils
auf Geschenke angewiesen. — Städtische Direktion des Mark. Prov.-
Museums; Kustos Buchholz. — Als Handbibl. für die im Museum be-
triebenen Arbeiten bez. als geschlossene Abtheilung (XIII) des Mus.
nur in besonderen Fällen nach aussen zu benutzen. — Begr. 1874 mit
dem Museum. Tauschverkehr mit einer Anzahl von Geschichts- u. Alter-
thumsvereinen.
Druck eines Verzeichnisses in Aussicht genommen.
139. Bibl. der Königlichen Museen, im Alten Museum (C. Lust-
garten). Archäologie u. Kunstgeschichte. Ca. 30 000 Bde, 65 Hdss. ;
kein best. Etat. — Bibliothekar (H.-A.) Dr. von Beguelin. — Di. bis
Sa. 10-3. — Bestimmt für die Arbeiten der Museumsbeamten; andere
Personen haben sich an den Bibliothekar zu wenden. Ausleihung findet
nicht statt ausser in ganz besonderen Ausnahmefällen mit Genehmigung
der Generalverwaltung. — Alph. Zettelkat. ; Realkat. in 6 Bden. —
Den Grundstock bildet eine ehemals mit dem Kgl. Münz- u. Antikenkabinet
verbundene u. mit diesem bei Gründung des Museums (1830) an letz-
teres gekommene Büchersammlung; verm. durch Ankauf der grossen
Sammlungen des Generalpostmeisters von Nagler (1835) u. des Freih.
von Goldstein-Berge (1841), sowie durch eine grössere Anzahl Werke
aus der Schenkung des Grafen v. Lepell (f 1826) an die Akademie
der Künste.
Zur Geschichte d. Kgl. Museen in Berlin. Festschr. Berl. 1880. 4. S. 161-166.
287
38 Berlin, Sammlungen. LI 40
140. Königl. Kupferstichkabinet (Kgl. Museen, C. Lustgarten) ent-
hält an bibliotheksmässigen Beständen, ausschliesslich für Kunstgesch.
u. bes. für Gesch. des Kupferstichs, Holzschnitts u. der Malerei, c. 5000
Bde (c. 700 Inkun.) u. c. 200 Hdss. — Direktor Geh. Reg.-R. Dr. Lipp-
mann. — Di. bis Fr. 10-3. — Den Besuchern des Kupferstichkab. sind
die Bücher u. Hdss. unter den für die Ben. der Sammlungen der Kgl.
Museen geltenden Bestimmungen zugänglich. Ausleihung findet nur in
besond. Fällen auf Anordnung des Kgl. Ministeriums der geistl. usw.
Angelegenheiten statt. — Alph. Zettelkat.; Kat. der illustr. Werke nach
Künstlernamen, der Bücher mit Holzschnitten nach Druckorten usw. —
Den Haupttheil bilden Galerie- u. Porträtwerke u. mit Holzschnitten
illustrierte Bücher des 15. u. 16. Jahrh. ; Grundlage die Sammlung Nagler
(vgl. vorher Nr 139). Hdss. sind lediglich mit Rücksicht auf den künst-
lerischen u. kunstgeschichtl. Werth ihrer Miniaturen aufgenommen, unter
ihnen ein Theil der Hamilton- Sammlung (vgl. Kgl. Bibl.).
Zur Geschichte d. Kgl. Museen (s. zu 139) S. 93-105. — Notizen üb. neue
Erwerbungen im Jahrbuch d. Kgl. Preuss. Kunstsammlungen.
141. Aegyptische Abtheilung der Königl. Museen, im Neuen Museum
(C. Lustgarten), enthält an handschriftlichen Beständen 1) Samml. altägyp-
tischer (hieroglyph., hierat. u. demotischer) Papyrus litterarischen, reli-
giösen u. geschäftl. Inhalts von 2000 v. Chr. an. 2) Spätere griechische,
koptische u. arabische Papyrus, Pergamente u. Papiere, zumeist geschäft-
lichen, jedoch auch Bruchstücke von Hdss. litterarischen u. religiösen
Inhalts, ausserdem vereinzelte aramäische, persische, hebräische u. latein.
Papyrus. 3) Griechische u. koptische Ostraka (Aktenstücke). — Prof.
Ad. Erman, Direktor bei den Kgl. Museen. — Wtgl. 10-3. — Be-
nutzung im Arbeitszimmer nach vorheriger Meldung bei einem der Beamten;
Versendung u. Verleihung ausgeschlossen. — Inventar in Bandform in
Arbeit.
Zur Gesch. d. Kgl. Museen (s. zu 139) S. 146-153. — U. Wilcken, Tafeln z.
alt. griech. Paläographie nach Originalen d. Berl. Königl. Museums. Leipz.
u.Berl. 1891. fol. (14 S., 20 Taf.) — Die älteren Papyrus sind z. Th. beiLep-
sius, Denkmäler aus Aegypten Abth. 6 u. a. and. O. veröffentlicht; Publika-
tionen der späteren Papyrus u. Ostraka in Vorbereitung.
142. Bibl. d. Königl. Kunstgewerbe-Museums (SW.Prinz-Albrechtstr.).
Kunstgewerbe, dekorative Kunst u. kunstgewerbl. Unterricht; ange-
schlossen die Ornamentstichsammlung. Die Bibl. enthält c. 8670 Bde,
c. 800 Broschüren, c. 31500 Einzelblätter in c. 1700 Mappen; die Or-
namentstichsamml. c. 1900 Bde u. c. 15 000 Einzelblätter. Verm.-Et. für
beide zus. 14 000 Mk u. 4000 Mk für Bibliotheksbedarf, Einbände u.
sonstige Montierung. — Bibliothekar (H.-A.) Dr. P. Jessen. — Wtgl.
10-3 u. 4-10; geschl. an den Vorabenden der grösseren Feste. — Be-
nutzung im Lesesaal ist die Regel ; Verleihung nur ausnahmsweise, aus
der Ornamentstichsamml. überhaupt nicht. — Kataloge der Bibl.: für
die Bücher alph. Kat. in Zetteln u. in 7 Bden, Fachkat, in 15 Bden;
für die Einzelblätter Sachregister (alphab. nach Stichworten) u. System.
288
146] Berlin, Wiss. Institute. 39
Kat. in je 1 Bd, Ortsverzeichniss auf Zetteln. Kat. der Ornamentstich-
samml. im Druck begriffen. — Gleichzeitig mit dem Museum im Herbst
1867 begründet u. im Jan. 1868 eröffnet.
Das Kunstgewerbe -Museum zu Berlin. Festschrift zur Eröffnung d. Mu-
seumsgebäudes. 21. Nov. 1881. Berl. 4. S. 40-44. — Chr. Ruepprecht, Bibl.-
Handb. f. kunstgewerbl. Schulen. Miinch. 1889. S. 9-12. — Bibliotheksordn.
v. 1. Juli 1882. — Anleitung zur Benutzung der Bibl. d. Kunstgew.-Mus. Berlin
1889. (I2SS. mit Ueb ersieht u. alph. Inhaltsverz. d. Fachkatalogs.) — Durch
Umdruck vervielfältigte Verzeichnisse der Haupterwerbungen werden viertel-
jährl. ausgegeben; Kat, der Ornamentstichsamml. in Vorbereitung.
143. Königl. Theater- Bibliothek (W. Französ. Str. 36). Theater-
wesen, Maschinentechnik, Kostümkunde usw. Ca. 2000 Bde; Anschaffun-
gen nach Bedarf. — Verwaltet vom Intendanturbüreau der Kgl. Schau-
spiele. Ben. durch Personen, welche den Kgi. Theatern nicht angehören,
nur mit Erlaubniss des General-Intendanten. Versendung findet nicht statt.
144. Bibl. der Königl. Sternwarte (SW. Enckepl. 3a). Astronomie,
Mathem. u. verwandte Gebiete der Physik. Ca. 5000 Bde; durchschn.
c. 550 Mk. — Direktor der Sternwarte Geh. Reg.-R. Prof. Dr. Foerster.
— Für die Studierenden fast in allen Tagesstunden durch Vermittelung
der Assistenten zugänglich. — Begr. im Anfang des 18. Jahrhunderts.
145. Bibl. des Königl. Meteorologischen Instituts (W. Schinkelpl. 6).
Meteorologie u. Erdmagnetismus nebst Hülfswissenschaften. Ca. 7500
Bde n. 10 Hdss. (das Archiv mit den Beobachtungen besteht gesondert),
ausserdem eine grössere Anzahl Karten; Etat für die Bibl. nicht ge-
trennt angesetzt. — Unter Oberleitung des Institutsdirektors verwaltet
von einem der Wissenschaft!. Beamten, mit einem Assistenten. — Wtgl.
9-2 im Sommer, 10-3 im Winter. — Benutzung nur in den Räumen
des Instituts. — Begr. 1848; planmässig vervollständigt erst seit 1885.
146. Bibl. der Königl. Geologischen Landesanstalt u. Bergakademie
(N. Invalidenstr. 44). Berg-, Hütten- u. Salinenwesen, sowie die damit
in Beziehung stehenden wissenschaftl. u. technischen Fächer, insbes.
Geologie u. Paläontologie. Ca. 40 000 Bde, ausserdem zahlreiche geol.
u. topograph. Karten; 5000 Mk einschl. anderer sächl. Ausgaben. —
Vorst. der Erste Direktor der Geol. L.-Anst. u. Dir. d. Bergakad. Geh.
Oberbergrath Dr. Hauchecorne; Bibliothekar (H.-A.) Dr. Osk. Eberdt.
— Wtgl. 9-3 ; geschl. im September. — Benutzung des Lesez. gestattet
auf Grund einer vom Direktor der Anstalt ausgestellten Erlaubnisskarte ;
Ausleihung an Personen, die nicht ihrer Stellung nach benutzungsbe-
rechtigt sind, unter Bürgschaft. — Neben dem gedr. Realkat. (s. unten)
Zettelkat. — Begr. 1875 durch Ueberweisung der ehemal. Bibliothek
der Königl. Oberberghauptmannschaft (Ministerialabtheilung f. d. Berg-,
Hütten- u. Salinenwesen).
Kat. d. Bibl. der Kgl. Geolog. Landesanst. u. Bergakademie zu Berlin.
B. 1876 (XVII, 661 S.; S. VII-X Vorschr. f. d. Benutzung); Nachtr. 1875-86.
eb. 1887. (IV, 136 S.)
289
40 Berlin, Reichs- u. Landtag. [147
147. Bibliothek des Reichstags, im Reichstagsgebäude (Leipziger-
strasse 4). Vorzugsw. politische Wissenschaften u. Geschichte. Ca. 80 000
Bde; 30 000 Mk. — Bibliothekar (II. -A.) Dr. Potthast; 1 Assistent;
1 Diener. — Während der Session wtgl. 9-8 u. event. länger; währ,
der sitzungsfreien Zeit wtgl. 10-2. — Berechtigt zur Ben. im Lesezimmer
u. durch Entleihen die Mitglieder des Reichstags, des Bundesraths u. der
am Ort befind]. Reichsbehörden, das Reichsgericht in Leipzig, der deutsche
Landwirthschaftsrath, die Preuss. Ministerien, die Mitglieder des Preuss.
Landtags, das Ministerium für Elsass-Lothringen in Strassburg, die Mit-
glieder der in Berlin beglaubigten Gesandtschaften u. Konsulate; andere
Personen auf Grund specieller Erlaubniss des Reichstags -Präsidenten.
— Begr. 1872. Die Bibl. ist besonders reichhaltig an Gesetzsammlungen
u. Parlaments Verhandlungen Deuts chlands u. der übrigen Kulturstaaten.
Austausch der Drucksachen des Reichstags mit denen der meisten Par-
lamente des In- u. Auslandes. Von allen Schriften, welche dem Reichs-
tage zur Vertheilung unter seine Mitglieder eingesandt werden, wird
der Bibl. ein Exemplar überwiesen.
Kat. der Bibl. d. Deutschen Reichstages. (Hrsg. von Aug. Potthast.) Berl.
1882. (LVI, 1432 S.) — Kat. d. Bibl. des Reichstages. (Hrsg. von Ed. Blömcke.)
Bd 1. Berl. 1890. (XXIV, 704 S.)
148. Bibl. des Herrenhauses (W. Leipzigerstr. 3). Vorzugsw. Staats-
wissensch., Jurispr. u. Geschichte. Ca. 35000 Bde; c. 6000 Mk. — Biblio-
thekar (H.-A.) Gottfr. Luther. — Währ, der Dauer des Landtags wtgl.
9-3, sonst 10-2. Ferien unbestimmt. — Benutzungsberechtigt die Mitgl.
des Herren- u. Abgeordnetenhauses u. d. Reichstags sowie die Ministerial-
räthe. Den im Assessorexamen stehenden Juristen ist auf Antrag des
Bibliothekars die Benutzung widerruflich gestattet. — : Alph. Zettelkat.;
Realkat. in 24 Bden. — Besteht seit 1849.
Kat. d. Bibl. des Herrenhauses. (Jan. 1874.) Berl. (264 S.) — Ein neuer
Kat. soll bis zum 1. Jan. 1893 fertig sein.
149. Bibl. des Hauses der Abgeordneten, im Geschäftshause des
Landtags (SW. Leipzigerstr. 75). Staatswissenschaften nebst Ilülfs-
wissensch. , Geschichte, spec. preussische, Geographie u. Statistik. Ca.
45 000 Bde; Verm.-Et. bis 10 000 Mk (einschl. Kosten des Austausches
der parlam. Druckschriften u. der Zeitungen, welche für das neben
dem Zeitschriften-Lesez. der Bibl. bestehende Zeitungszimmer während
der Sessionen beschafft werden). — Bibliothekar (H.-A.) J. Foss unter
Oberleitung einer Bibl.-Kommission ; während d. Landt.-Sess. 2, nach
Schluss 1 Diener. — GeöfFn. währ. d. Sess. wtgl. 9-8, nach Bedürfniss
auch länger, nach Schi. d. Landt. 9-3. — Vorzugsw. zur Ben. der Land-
tagsmitglieder, steht aber auch den Behörden zur Verfügung. Anderen
Personen kann der Präsident des Abg. -H. oder der Vorsitzende der
Bibl.-Kommiss. die Benutzung gestatten, soweit der Hauptzweck der Bibl.
es erlaubt. Ausleihung ausser dem Hause möglichst beschränkt. —
290
153] Berlin. Reichsämter. 41
Alphab. n. systemat. Zettelkat. — Besteht seit 1848, indess erst seit
1875 erlieblich vermeint.
Bücher-Vera. d. Bibl. d. Hauses d. Abgeordneten. Berl. 1S77 (XIX, 501 S.);
Nachtr. Abgeschl. Juli 1886. eb. 1886. (XX, 723 S.)
150. Bibl. des Kaiserl. Gesundheitsamtes (NW. Luisenstr. 57).
Staatsarzneikunde, bes. öff. Gesundheitspflege, Medic- u. Veterinär-Sta-
tistik. Ca. 23 500 Bde: kein best. Verm.-Et. (im letzten Jahr 6407 Mk
verausg.). — Bibliothekar Dr. Würzburg. — Wtgl. 8-3 im Sommer,
8 l / 2 — 3'/ 2 i m Winter. — Zunächst nur für die Zwecke des Gesund-
heitsamtes, Ben. durch fremde Personen nur ausnahmsweise mit Ge-
nehmigung des Direktors u. nur in den Diensträumen. — Ausser dem
gedr. Kat. (s. unten) laufender Kat. in 5 Bden u. Zettelkat. — Besteht
seit 1876.
Das Kaiserl. Gesundheitsamt. Berl. 18S6. S. 81-S3. — Deutsches Gesund-
heitswesen. Festschr. z. X. intern, med. Kongr. Berl. I 890. S. 9. — Verzeichn.
d. Bücher - Samml. d. kaiserl. Gesundh. -Amtes. Berl. 1SS6. (VII, 410 S.) —
Verz. d. eingegang. Geschenke in : Veröffentlichungen d. K. Ges.-Amtes.
151. Bibl. des Reichs- Justizamtes (W. Vossstr. 4/5). Rechts- u.
Staatswissenschaften. Ca. 50 000 Bde; durchschnittl. 9000 Mk aus dem
Fonds des R.-J.-Amts f. sächl. Ausgaben. — Bibliothekar (H.-A.) Geh.
Expedier. Sekretär Gross. — Wtgl. 9-3. — Zunächst nur für das Amt
selbst bestimmt, doch können entbehrliche Bücher auch an Mitglieder
anderer Reichs- u. Staatsbehörden verliehen u. im Lesez. auch von
anderen Personen nach vorhergehender Anmeldung beim Bibliothekar
eingesehen werden. — Der gedr. Kat. von 1887 wird weitergeführt ;
ausserdem Zettelkat. der Nachträge. — Besteht seit Errichtung des
Amtes 1877 unter Uebernahme der Bestände der Abth. IV. des Reichs-
kanzleramts.
Kat. d. Bibl. d. Reichs- Justizamtes. Berl. 1887. (XL VII, 761 S.)
152. Hauptbibliothek des Reichs-Marine-Amts (W. Leipziger PL 13).
Vorzugsw. militär. u. marine-technische Litteratur. Ca. 16 000 Bde (nach
Zählung): 6000 Mk. — Vorst. (H.-A.) Korv.-Kap. a.D. Hoffmann. —
Wtgl. 9-3 ; nur für die Offiziere u. Beamten der gesammten Marinever-
waltung des Reichs. — Gedr. syst. Kat. mit alphab. Reg. von 1887 mit
hdsl. Nachträgen. — In den fünfziger Jahren von der Bibl. des Preuss.
Kriegsministeriums abgezweigt; enthält Bestände aus den Bibl. des Prinzen
Adalbert von Preussen u. des Oberst Longe.
Kat. der Hauptbibl. der Kaiserl. Admiralität. Berl. 1887. (227 S. ; nur für den
Dienstgebrauch.)
153. Bibl. des Hydrographischen Amts des Reichs-Marine-Amts
(W. Matthäikirchstr. 9). Vorzugsw. Hydrographie. Nautik u. verwandte
Wissenschaften. 5394 Bde u. 12861 Karten; 3000 Mk. — Kanzlei-R.
Benetsch. — Wtgl. 9-3. — Bestimmt für die Beamten des Reichs-Mar.-
Amts u. die zu demselben kommandierten Offiziere; Ben. durch Privat-
291
42 Berlin, Reichsämter. [153
personen nur mit Genehmigung des Vorstandes des Ilydr. Amts. —
Begr. 1872.
Bücherkat. der Bibl. d. Hydrograph. Amts. Berl. 1887. 4. (108 S.)
154. Bücherei des Kaiserl. Patentamts (NW. Luisenstr. 33/34).
Vorzugsw. Patentrecht u. sämmtl. technische Gebiete. Ca. 40 000 Bde;
kein bestimmter Verm.-Etat. — Vorst. (H.-A.) Dr. Hamdorf. — Wtgl. 9-9.
— Benutzung nur im Lesesaal. — Ausser dem gedr. System. Kat. ein
Zettelkat. — Begr. 1877, verm. durch Ankauf u. durch Austausch der
Veröffentlichungen des Patentamts.
Kat. d. Bibl. d. Kais. Patentamts. (Nach d. Bestände v. Dez. 1879.) Berlin
1880. 4. (VI, 150 S.)
155. Bibl. des Reichs -Postamts (W. Leipzigerstr. 15). Vorzugsw.
Verkehrs- u. staatswissenschaftl. Fächer. Ca. 19 500 Bde u. 18000 Bl.
Karten; c. 6800 Mk. — Vorst. (H.-A.) Oberpostdir. - Sekr. Hoppe. —
Wtgl. 9-3. — Personen, welche der Post- u. Telegraphen- Verw. nicht
angehören, wird Ben. ausnahmsweise u. zu bestimmten Zwecken mit
Genehmigung des Bibl.-Kurators gestattet. — Die Bibl. ist aus der des
Preuss. General-Postamts hervorgegangen.
Verz. d. Bücher- u. Karten-Sammlung des Reichs-Postamts. Bd 1 . Bücher.
Berl. 1889; Bd 2. Karten. 1890. (XVI, 070; VIII, 205 S.)
156. Bibl. des Kais. Statistischen Amts (W. Lützow-Ufer 6/8).
Vorzugsw. Statistik, insbes. der Bevölkerungs- u. wirthschaftl. Verhält-
nisse, u. Staatswissenschaften. Ca. 28 000 Bde, 700 Kartenwerke (c.
15 000 BL). Etat der Bibl. aus d. Fonds für Amtsbedürfnisse nicht aus-
geschieden ; Verm. haupts. durch Austausch der Veröffentlichungen des
Stat. Amts ; Bindekosten c. 2000 Mk. — Vorst. (H.-A.) Kais. Expedie-
render Sekretär u. Kalkulator P. Ballin. — Wtgl. 8 L /-2-3 l /2- — In erster
Linie für den Dienstgebrauch der Beamten des Kais. Stat. Amts be-
stimmt; anderen Personen ist, mit Genehmigung des Direktors, die Be-
nutzung im Lesesaal gestattet. — Alph., systemat. u. Karten-Kat., sämmt-
lich auf Zetteln. — Begr. 1872. Der Bibliotheksaal ist 1887 neu er-
baut (Magazinsystem).
157. Bibl. des Königl. Ministeriums der geistlichen, Unterrichts-
u. Medicinal-Angelegenheiten (W. Unter d. Linden 4). Ca. 30 000 Bde
aus fast allen Fächern, c. 4000 Karten, c. 20000 Schulprogr.; ferner
500 Bde „Privatdocenten-Bibl." Verm. -Et. durchschn. 6000 Mk. —
Bibliothekar (H.-A.) Schindler, 1 Assistent ; 1 Diener. — Wtgl. 9-3 für
die Beamten des Ministeriums; Benutzung durch andere Personen mit
Erlaubn. des Hrn Ministers, nur im Lesez. — Handkat. u. Zettelkat. —
Begr. 1817 durch Ausscheidung aus der Bibl. des Ministeriums des
Innern u. durch Ankäufe u. Geschenke vermehrt. In neuerer Zeit
sind ausser mehreren Handbibliotheken die Bücherbestände des kirchl.
292
161] Berlin, Preuss. Centralbehörden. 43
Gerichtshofes einverleibt worden. Mit der Bibl. verbunden ist ein Lese-
zirkel von c. 100 Zeitschriften u. 40 Zeitungen.
Kat. der Bibl. d. Kgl. Ministeriums der geistl. , Unterrichts- u. Med.- An-
gelegenheiten. Berl. Ib81. (XVIII, 541 S.)
158. Bibl. des Königl. Ministeriums für Handel u. Gewerbe (W.
Leipzigerstr. 2). Volkswirtlisch., Socialpolitik, Rechtswiss., Polizei, Tech-
nologie, auch Gesch. u. Geographie. Ca. 30000 Bde; Anschaffungen
nach Bedarf aus dem Fonds für Büreaubedürfnisse. — Bibliothekar
(H.-A.) Kanzleirath Gust. A. Seyler. — Wtgl. 9-3; für ausserdienstl.
Benutzung geschl. im Juli u. August. — Personen, die dem Bibliothekar
nicht persönl. bekannt oder empfohlen sind, haben wegen Benutzung
ein Gesuch an den Hrn Minister zu richten. — Realkat. in Blättern,
Standortskat, in 6 Bden. — Begr. 1879 bei Errichtung des Min. als bes.
Behörde durch Uebernahme des grössten Theils der Bestände des früheren
Min. für Handel, Gewerbe u. öffentl. Arbeiten. Die ältere Litt, stammt
aus der Bibl. des General-Direktoriums, III. Depart. Namhafter Zuwachs
durch die auf dem diplomatischen u. anderen dienstlichen Wegen ein-
gehenden Werke. Neue Räume für die Bibl. mit moderner Einrichtung
werden z. Z. in einem Anbau geschaffen.
Kat. d ; Bibl. d. Kgl. Ministeriums f. Handel u. Gewerbe. Berl. 1S85. (698 S.)
Druck einer Ergänzung in Aussicht genommen.
159. Bibl. des Königl. Ministeriums des Innern (NW. Unter d.
Linden 72). Allgem. Staats- u. Verw.-Recht, Volkswirtschaftslehre. —
Ca. 15 000 Bde, c. 2000 Karten; kein best. Verm.-Etat. — Vorst, (N.-A.)
Kanzleirath Gritzner. — Wtgl. 9-3. — Benutzung durch Personen,
welche dem Ministerium nicht angehören, nur auf Grund schriftlicher
Erlaubniss des Unterstaatssekretärs u. nur im Lesezimmer. — Alphab.
u. Realkat. in je 3 Bden. — Begr. um 1810.
160. Bibl. des Königl. Justizministeriums (W. Wilhelmstr. 65).
Vorzugsw. Rechtswissenschaft. Ca. 50 000 Bde ; 3650 Mk. — Die Ge-
schäfte führen z. Z. Geh. Registrator Kanzleirath Dümcke u. Geh. Re-
gistratur Hartig. — Wtgl. 9-3. — Zunächst für den Gebrauch des
Ministeriums. Ausleihung nur mit höherer Genehmigung, doch ist Beamten
u. Rechtsanwälten gestattet, im Lesezimmer an den Geschäftstagen von
9-2 3 / 4 sich Bücher vorlegen zu lassen. — Alphab. u. Standortskatalog.
Kat. der Bibl. des Kgl. Justiz-Ministeriums zu Berlin. B. 1 865. (XV, 333 S.)
Bibl. des Kriegsministeriums s. Nr 173.
161. Bibl. des Königl. Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen
U. Forsten (W. Leipz. PI. 6/9). Neben der land- u. forstwirthsch. Litt.
Jurispr. , Volkswirthsch. u. Verwaltungsfächer. 1) Bibl. der I. Abth.
(f. Landw.), c. 20 000 Bde u. 500 Karten; kein best. Verm.-Et. (durchschn.
5800 Mk). — Büreau-Ass. Heidrich (N.-A.) — Real- u. Zettel-Kat. ; Neu-
bearbeitung beider in Angriff genommen. — 2) Bibl. der II./III. Abth.
(f. Domänen u. Forsten), c. 6000 Bde u. 500 Karten; Verm. durchschn.
293
44 Berlin, Preuss. Centralbehörden. [161
1250 Mk. — Geb. Exped.-Sekr. u. Kalkulator Deneke (N.-A.). — Alphab.
u. Real-Kat. — Beide Abteilungen zugängl. während der Büreaustunden.
Ben. durch nicht dem Min. Angehörige mit amtl. Erlaubniss.
Kai d. Bibl. d. Kgl. Ministeriums f. d. landwirthsch. Angelegenheiten. Berl.
1877. (4 Bl., 363 S.) [Entspricht d. jetz. Abth. 1.]
162. Bibl. des Kgl. Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (W.
Wilhelmstr. 79 u. Vossstr. 35). Vorzugsw. Eisenbahn- u. Bauwesen. 16 288
Bde u. 53 Karten ; kein bes. Etat (durchschn. c. 8000 Mk). — Biblio-
thekar (H.-A.) Rechnungsrath Gronarz. — Wtgl. während der Büreau-
stunden. — Ben. durch Privatpersonen m. Genehm, des Hrn Ministers.
— Fortsetz, des gedr. Kat. (s. u.) in Zetteln. — Begr. 1844 als Bibl.
des Kgl. Handelsamtes, seit 1848 Bibl. d. Minist, f. Handel, Gewerbe
u. öffentl. Arbeiten. Abgegeben 1879 ein grosser Theil der Bestände
an das neugebildete Min. f. Handel u. Gewerbe, 1890 an dasselbe Min.
die Handbibl. der Abtheilung f. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen.
Kat. d. Bibl. d. Kgl. Ministeriums d. off. Arbeiten. Berl. 1882; Nachtr.
1882-88. eb. 1889. (VIII, 259; VIII, 484 S.)
Ausserdem besitzt die Abtheilung für das Bauwesen (W. Wil-
helmstr. 80) eine Handbibl. von c. 2500 Bden u. üb. 7000 Bl. Zeich-
nungen, verwaltet (N.-A.) vom Geh. Revisor Holz. Ben. durch Personen,
die dem Min. nicht angehören, m. Genehm, des Min.-Direktors.
163. Bibl. des Königl. Statistischen Bureaus, in dessen Dienstge-
bäude (SW. Lindenstr. 28), II. Etage des Hauptgebäudes u. linken Seiten-
flügels. Staatswissens chaft, Volkswirthschaft u. Statistik. 122 400 Bde,
800 Hdss. ; 8000 Mk. — Oberleitung: der Direktor des Stat. Bureaus;
Bibliothekar (H.-A.) Dr. Lippert ; 1 etatsmäss. Büreaubeamter u. 1 Hülfs-
arbeiter nach Bedarf. — Wtgl. 9-3; geschl. im August. — Ausleihung
findet nicht statt. Personen, welche nicht zu den Mitgliedern u. Be-
amten des Bureaus gehören, bedürfen zur Benutzung im Lesez. einer
vom Direktor ertheilten auf den Namen lautenden Zulassungskarte. —
Alphab. u. Standortskat, in Zetteln; gedr. Kat. s. u. — Begr. 1805.
1867-69 Einverleibung von Beständen der früheren statist. Bureaus in
Hannover, Kassel, Frankfurt a. M. u. Kiel. 1881 Schenkung der von
Prof. Ad. Held (f 1880) hinterlassen en Bibliothek.
L. Puslowski, D. Königl. preussische statist. Bureau u. seine Dependentien,
Geschichte, Organisation u. Verwaltung. Berl. 1872. S. 134-151. — E. Blenck,
D. Königl. statist. Bureau in Berlin beim Eintritte in sein neuntes Jahrzehnt.
Berl. 1885. 4. S. 42-43. — Kat. cl. Bibl. d. Königl. Statist. Bureaus. Abth. 1-2.
Berl. 1874-79. (XII, 632, LXXI; VI, XXXII, 983 S.) — Accessionsverz. d.
Bibl f. d. Jahre Nov. 1869 bis Mai 1881. (Beilagen z. Ztschr. d. Kgl. preuss.
stat. Bür. Jg. 9-21.)
164. Magistrats-Bibliothek, im Rathhaus. Vorzugsw. Verwaltungs-
wissenschaften u. Geschichte Berlins u. d. Mark Brandenburg. Ca. 30 000
Bde u. 1500 Karten, Pläne usw.; 4000 Mk. — Stadtarchivar Dr. Claus-
witz (dem gleichzeitig die Verwaltung des Stadtarchivs u. die Oberleitung
der 27 städt. Volksbibliotheken obliegt); 2 Assistenten. — Wtgl. 9-3. —
294
107] Berlin, Stadt. Behörden; Gerichte. 45
Benutzung des Lesesaals jedermann gestattet, Entleihen von Büchern
zunächst den städt. Beamten, gegen Bürgschaft auch anderen Personen.
— Alphab. u. Realkat. (je 1 Bd); Zettelkat. in Bearbeitung. — Begr.
1815. Neuerdings angekauft eine aus dem Nachlass Friedr. Nicolai's
(f 1811) stammende Sammlung, namentl. von Abbildungen zur Gesell,
u. Topographie Berlins. Als städtische Fachbibliotheken bestehen ausser-
dem die unter Nr 135, 138 u. 165 angeführten u. die Handbibliotheken
mehrerer Verwaltungszweige, an die bes. bei Aufstellung des gedr. Ka-
talogs von 1884 Bestände abgegeben worden sind.
Bericht üb. d. Gemeinde Verwaltung d. St. Berlin 1877/81. Th. 3. S. 139-142;
1882/88. Th. 3. S. 146-148. — (P. Claus witz) Kat. der Bibl. d. Magistrats zu
Berlin. B. 1884 (XXXII, 425 S.); Jährl. Nachtr. 1-7. 1885-1891.
165. Bibl. des Statist. Amtes der Stadt Berlin (C. Poststr. 16). Vor-
zugsw. Statistik. 8400 Bde, 47 Bde Hdss. (Geburts-, Sterbe- usw. Listen
von Berlin a. d. J. 1734-1790); 1200 Mk. Die Hauptvermehrung ge-
schieht durch Tauschverkehr. — Bibliothekar (N. -A.) Dr. Berthold,
wissensch. Hülfsarb. d. Stat. Amtes. — Wtgl. 9-3. — Benutzung nur
im Lesez. — Begr. 1875. Der Centralverein für das Wohl der arbeit.
Klassen überweist meist seine Eingänge.
166. Städt. Bibl. der Göritz-Lübeck-Stiftung, im Sparkassengebäude
(C. Klosterstr. 68). Vorzugsw. deutsche Litteratur u. Geschichte, Turn-
wesen. 20 000 Bde (6 Inkun.), c. 200 Hdss., c. 1500 Karten u. Pläne,
c. 2000 Stiche u. Lithogr. Verm. durch Geschenke des Stifters u. von
Freunden der Stiftung. — Unter Verwalt. des Begründers u. Stifters
Otto Göritz. — Mo., Mi. u. Sa. 3-6 für jedermann ohne weiteres; für
Studierende wtgl. 9-6 nach vorher. Anmeldung. Geschl. vom 1. Juli bis
15. Aug. — Alph. u. Standorts -Kat. in Zetteln. — Begr. 1882. Ge-
sammelt vom Lehrer an der Viktoriaschule Otto Göritz u. seinem ver-
storbenen Bruder Ed. Göritz, der Stadt Berlin geschenkt 1882. Unter
den Hdss. der Nachl. Friedr. Ludw. Jahn's u. seines Schülers Lübeck.
Ber. üb. d Gemeindeverw. d. St. Berlin 1877/81. Th. 3. S. 142; 1882/88.
Th. 3. S. 148-149. — Kat. für die Bibl. der Göritz-Lübeck-Stiftung zu Berlin. I.
Zur deutschen Litteratur. Abth. 1. 2. Berl. 1886 (356 u. 143 S.); Nachtr. 1. 2.
eb. 1887 (18 u. 71 S.).
167. Bibl. des Königl. Kammergerichts (SW. Lindenstr. 14). Vor-
zugsw. Rechts- u. Staatswissenschaften. Ca. 63 000 Bde einschl. der im
Lesesaal, den Sitzungssälen u. Geschäftszimmern aufgestellten c. 4500
Bde; c. 500 Karten u. Atlanten. Verm.-Et. 4900 Mk. — Vorst. (H.-A.)
Kanzleirath Holzhausen; 2 Assistenten; 2 Diener. (Der Vorsteher u. 1
Ass. gehören zu den wissenschaftl. Beamten). — Lesesaal u. Ztschr.-
Zimmer wtgl. 9-2, währ, der Gerichts ferien (15. Juli bis 15. Sept.) 9-12.
Im Uebrigen wtgl. 8-4 zugänglich. Währ, der Gerichtsferien wegen
Reinigung u. Revision tageweis geschl. — Benutzungsberechtigt die beim
Kammergericht fungierenden Beamten, Rechtsanwälte u. Referendare,
die Mitglieder der Jurist. Prüfungskommissionen beim Kammerger. u.
295
46 Berlin, Gerichte. [167
Just.-Minist. , die in Berlin wohnenden Mitglieder der Centralbehörden
des Reichs u. Preussens sowie einzelner Provinzialbehörden. Für andere
Personen ist die Erlaubniss des Kammerger.-Präsidenten erforderlich,
die in sehr liberaler Weise ertheilt wird. Rechtskandidaten, Referen-
daren u. Rechtsanwälten ist die Benutzung nur im Lesesaal gestattet.
— Standortskat, in 25 Bden u. in Zetteln; alphab. Repertorium (Autoren-
reg.) u. alph. Materienreg. in je 23 Fascikeln; alph. Dissertat.-Kat. in
16 Bden. — Das Kammergericht besass zwar schon in älterer Zeit
Bücherbestände (um 1780: 800 Bde), die Entstehung der gegenwärtigen
Bibl. ist indess in die Jahre 1858-60 zu setzen, in welchen die drei
Bibliotheken des alten Kammergerichts, des Obertribunals u. des be-
reits seit 1852 mit dem Obertribunal vereinigten Rheinischen Revisions-
u. Kassations-Hofes zur „Vereinigten Bibl. des K. Obertribunals u. des
K. Kammergerichts" verschmolzen wurden, zu der noch die Bibl. des
Oberappell.-Gerichts für die neuerworbenen Landestheile (bestand 1867
bis 1874) hinzukam. Bei Auf lösung des Obertribunals (1. Okt. 1879) ver-
blieb die Bibl. in ihrem ganzen Umfange dem Kammergericht. 1882
wurde noch ein Theil der Bibl. des aufgelösten Appell.-Ger. zu Frank-
furt a. M. übernommen. Aus der Bibl. des Rev.- u. Kass.-Hofes stammt
eine grosse Sammlung Jurist. Dissertationen vom 17. bis Anf. des 19.
Jahrb., welche nach Auflösung der früheren Sammelbände in der alph.
Ordnung des Diss.-Katalogs in 960 bandförmigen Mappen aufbewahrt
werden. In der oben angegebenen Zahl des Bestandes sind nicht ein-
begriffen die ausser Gebrauch befindl. Doubletten (jetzt noch c. 8000
Bde), mit deren Zuwendung an andere Behörden fortgefahren wird.
F. H. Sonnenschmidt, Gesch. d. K. Ober - Tribunals zu Berlin. B. 1879.
S. 474-482. — Regulativ f. d. Ben. der verein. Bibl. des Kgl. Obertrib. u. d.
Kgl. Kammergerichts v. 1870. (Soll neu redigiert werden.) — Kat. d. verein.
Bibl. d. Kgl. Obertribunals u. d. Kgl. Kammergerichts zu Berlin (red. von
Heidenreich). B. 1862. 8. (1156S.); Nachtr.1-3. eb 1874-76. 4. (S. 1157-1763;
im l.Nachtr. die Diss.-Samml.) Ein weiterer Nachtr. ist in Vorbereitung.
168. Bibl. des Königl. Landgerichts I (C. Jüdenstr. 58/60 ; Zimmer
60.61). [Vorbein. IV, 4.] Ca. 8000 Bde; hdsl. Erbverträge u. Ehestif-
tungen aus Berlin-Cölln 1539 ff. Verm. c. 4000 Mk. — Unter Leitung
des L.- Ger. -Direktors Junghann. — Wtgl. 9-4. — Begr. gegen 1770.
Kat. d. Bibl. d. Kgl. Landgerichts I zu Berlin. B. 1891. (VIII, 204 S.
S. VII -VIII Ben.-Best.)
169. Bibl. des Königl. Landgerichts II (Hallesches Ufer 29/31 u.
Kriminalgerichtsgeb. in Moabit). [Vorbem. IV, 4.] Ca. 2850 Bde ; 750
Mk. — Verw. Sekretär Gräben. — Begr. 1879 unter theilweiser Ueber-
nähme der Bibl. des ehemal. Kreisgerichts Berlin.
170. Kirchenbibl. von St. Georgen (NO. Georgenkirchpl.). Haupts.
Theologie. 840 Bde ; Verm. 50 Mk. -- Verwaltet vom Ersten Prediger
der Kirche (z. Z. Superint. Wegener). — Begr. 1711 durch die der Kirche
296
174] Berlin, Kirchen; Militärbibl. 47
vermachte Bibl. des Predigers Christoph Wilcke. Regelmässige Verm.
erst seit 1889.
(Nicolai) Beschreibung d. Eesidenzst. Berlin u. Potsdam. 3. Aufl. Bd. 2.
1786. S. 775.
171. Kirchenbibl. ZU St. Marien , im Kirchengebäude (C. Marien-
kirchhof). Haupts. Theologie, daneben etwas Philosophie u. Philologie.
1950 Bde, darunter 4Hdss., 4 Inkun. u. c. 50 Bde von 1500-1550;
am reichsten vertreten das Ende des 16. u. der Anfang des 17. Jahrh.
Verm. u. Instandhaltung 200 Mk. — Wegen Benutzung hat man sich an
den Verw., Pred. an St. Marien Lic. Weser (C. Bischofstr. 4/5) zu
wenden. Realkat. vorhanden. — Das Bestehen der Bibl. wird 1616
bezeugt. Nach Vollendung des gegenwärtig im Gange befindlichen Um-
baus des Kirchengebäudes ist Erleichterung der Zugänglichkeit u. Er-
weiterung der Bibl. in Aussicht genommen.
Nicolai a. a. 0. S. 773-774.
172. Kirchenbibl. ZU St. Nikolai, im Kirchengebäude (C. Nikolai-
kirchh.). Vorzugsw. Theologie. 1887 Bde, c. 40 Mk. — Zugängl. durch
Vermittelung des Bibliothekars, Pred. Schmitz an St. Nikolai. — Begr.
um 1580 durch Propst Coler u. die amtierenden Diakonen. Einverl. die
Bibl. von Burgh. Rave (1602). Die Hauptbestände enthalten Theologie
des 16.-18. Jahrh.
Nicolai a. a. 0. S. 770-773.
173. KÖnigl. Kriegsministerial -Bibliothek, im Kriegsministerium
(W. Leipzigerstr. 5). Vorzugsw. Militärlitt., bes. die über Organisation,
Verwaltung, Bewaffnungs- u. Befestigungswesen. 30 000 Bde, c. 50 Hdss.
u. c. 15 000 Karten; Verm. -Et. bis 3000 Mk (wird jährl. festgestellt).
— Bibliothekar Geh. Registr. Pr.-L. a. D. von Chappuis; 1 Subaltern-
beamter. — Wtgl. 9-3. — Die nicht zum Personal des Kriegs-Min. ge-
hörigen Benutzer bedürfen einer besonderen Erlaubniss, zu erlangen
entweder durch die „Bibliothek -Verwaltung" (1 Offiz. u. 1 Rath des
Kr.-M.) oder durch die „Central- Abtheilung" des Kr.-M. Ein Theil der
Bestände nur in den Bibl.-Räumen zu benutzen. — Alphab. Kat. ; Real-
kat, gedr. s. u. ; wissenschaftl. geordn. Zuwachs-Verz. — Begr. im Oktob.
1822 als „Allgemeine Bibl. des Kriegs-Min." durch Vereinigung der
bisherigen Sonderbibliotheken des I. u. V. Departements im Kriegs-Min. ;
durch Verfüg, v. 13. Dec. 1849 Erweiterung zur „Kriegsministerial-Bibl."
unter Einverleibung aller von den Abtheilungen des Min. an sie abzu-
gebenden Bücher-Bestände.
Kat. der Bibl. des Kriegsministeriums. Berl. 1886 (VII, 268S.); Nachtr. 1891.
174. Bibl. des Königl. Preuss. Grossen Generalstabes (NW. Am
Königspl. 16). Vorzugsw. Militärwissenschaften, Geographie, Statistik u.
Geschichte. Ca. 66 000 Bde u. c. 200 Kartenwerke. Verm.-Et. wird jährl.
bes. aus dem Dispositionsfonds des Gr. Gen.-Stabes festgesetzt. — Vorst.
(N.-A.) Oberstlieutn. v. Leszczynski ; 2 Subaltern-, 1 Unterbeamter. —
297
48 Berlin, Militärbibl. [174
Wtgl. 9-2. — Zunächst für die Offiziere des Gr. Gen.-Stabes, in zweiter
Reihe für Offiz. aus der Armee u. sonstige sich legitimierende Personen,
soweit es die dienstlichen Interessen gestatten, mit Genehmigung des
Vorstandes. — Hdsl. Forts, des gedr. Kat. — Begr. 1816; einverl. 1866
ein Theil der Generalstabs-Bibliotheken von Hannover u. Kassel, 1871
die Bibl. der Ecole d'application d'artillerie et du genie in Metz, welche
getrennt gehalten u. fortgesetzt wird (1878: 18700 Bde). Die Hdss.,
ausgen. die der Metzer Bibl., befinden sich im Archiv, die eigentl. Karten-
samml. bei der geogr.-statist. Abtheilung des Gen.-Stabes.
Kat. d. Bibl. d. Kgl. Preuss. grossen Generalstabes. Berl. 1878. 4. (XVI,
481 S.); l.Nachtr. 1884. (XII, 112 S.)
175. Bibl. der Königl. Kriegsakademie (NW. Dorotheenstr. 58/59).
85 000 Bde u. 52 Hdss.; 4200 Mk. — Bibliothekar (H.-A.) Prof. Holtze;
1 Gehülfe. — Wtgl. 10i/ 2 - 12V 2 ; geschl. 1. Juli bis 30. Sept. — Zur
Ausleihung an Nichtmitglieder der Akad. ist Genehmigung der Direktion
erforderlich. — Realkat. mit abgekürzten Titeln (2 Bde) ; Zettelkat. —
Begr. 1810 durch Uebernahme der Bücher der Artillerie -Akademie u.
Ankauf der Bibl. des damal. Oberst Friedr. Wilh. Leop. v. Gaudy.
G. Friedländer, Die Kgl. Allgem. Kriegs-Schule u. d. höh. Militär-Bildungs-
wesen 1765-1813. Berlin 1854. S. 291. — (Ders.) Rat. d. Bibl. u. Kartensaininl.
der Kgl. allg. Kriegsschule, eb. 1851 (VIII, 550 S.); 14 Nachträge 1851-1879.
176. Bibl. der Königl. Vereinigten Artillerie- u. Ingenieur-Schule
(Charlottenburg, Hardenbergstr. 32). Vorzugsw. Militärwissenschaften.
Ca. 33 000 Bde, c. 20000 Karten, 17 000 Bl. Zeichnungen des Artillerie-
materials u. 600 Vorlageblätter; 4300 Mk. — Bibliothekar Major z. D.
Priem. — Wtgl. 7 J / 2 -2'/ 2 - — Benutzungsberechtigt die Lehrer u. Schüler
der Schule u. die vorgesetzten Behörden; die übrigen Artillerie- u. In-
genieur-Offiziere des deutschen Reiches nach Ertheilung der Erlaubniss
seitens der Direktion. — Begr. 1791 mit der Artillerie-Akad. [vgl. je-
doch vorher Nr 175], bez. 1816 mit der Artillerie- u. Ingen.-Schule.
Grössere Zugänge durch Ueberweisungen aus den Bibliotheken der auf-
gelösten Divisions- u. Brigadeschulen der Artillerie, aus Geschenken
alter Militärs u. den Beständen der ehem. französ. Artillerie- u. Ingenieur-
Schule in Metz, sowie durch Doubletten aus der Kronprinzlichen Biblio-
thek. Artillerie- u. Ingen. -Wissenschaft der älteren u. neueren Zeit
besonders gut vertreten.
Kat. d. Bibl. d. Kgl. Verein. Artillerie- u. Ingenieur-Schule. Berl. 1 877 ; Nachtr.
1-6. 1886-90. Neuer Kat. in Bearb., voraussichtl. 1892 zudrücken.
177. Bibl. der Königl. General -Inspektion des Ingenieur- u. Pio-
nier-Korps U. der Festungen, im Ingenieur - Dienstgebäude (W. Kur-
fürstenstr. 63/69). Vorzugsw. Militär- u. Ingenieurwissenschaften. Ca.
12 000 Bde; kein best. Verm.-Et. — Wtgl., ausser Mi., 9-3. — Zunächst
für den Dienstgebrauch der Generalinspektion u. der ihr unterstellten
Behörden; benutzungsberechtigt ferner die Offiz. des Ingen.- u. Pionier-
Korps, das Eisenbahn-Regiment u. dessen Offiziere. Andere Behörden
298
181] Berlin, Vereinsbibl. 49
u. Personen haben die schriftl. Genehmigung der General -Inspektion
auf vorschriftsmässigen, von der Bibl.-Verw. zu verabfolgenden Formu-
laren einzuholen. Ausgedehnte Versendung nach auswärts. — Der gedr.
Kat. (s. u.) wird hdsl. vervollständigt. — Begr. 1816. Erheblicher Zu-
wachs aus mehreren in den elsass. - lothr. Festungen vorgefundenen
Dienstbibliotheken des französ. Genie-Korps.
Kat. d. Bibl. d. Kgl. General-Inspektion d. Ingenieur- u. Pionier-Corps u.
d. Festungen. Berl. 1883 (XVII, 298 S. ; S. III f. Vorschr. f. d. Ben.) ; 1. Nachtr.
31. März 1891. (122 S.)
178. Bibl. des Vereins für Geschichte der Mark Brandenburg, in
den Räumen des ständischen Archivs im Brandenburg. Ständehaus (W.
Matthaeikirchstr. 20/21). Ca. 4500 Bde u. 50 Hdss. zur mark. Geschichte.
Verm. durch den Schriftentausch des Vereins. — Vereinsbibliothekar
Prof. Dr. Schmoller. — Von Frühjahr 1892 ab soll die Bibl. an be-
stimmten Tagen der Woche zugänglich gemacht werden.
179. Bibl. des Vereins für die Geschichte Berlins, im Deutschen
Dom (Gensdarmenmarkt, Aufg. von d. Taubenstr.). 7120 Bde, 1233
Karten, Pläne u. Bilder, 874 Porträts. Verm. haupts. durch Geschenke
u. Schriftentausch. — Bibliothekar H. Guiard. — Zur Ausl. u. Benutzung
im Vereinszimmer geöffn. jeden Sa., an dem keine Sitzung im Rathhause
stattfindet, Ab. 6-8. — Ben. durch Nichtmitglieder m. Erlaubniss des
Vorstandes. — Besteht seit 1865. Tauschverkehr mit 74 wissensch.
Vereinen. Die Urkunden- u. Hdss.-Samml., die Münzen u. Holzstöcke,
sowie ein Zettelkat., enthaltend Regesten zur Gesch. d. Stadt Berlin,
befinden sich im Archiv des Vereins.
L. Alfieri u. H. Guiard , Verz. d. Bücher -, Karten - u. Bilder - Samml. des
Ver. f. d. Gesch. Berlins. (Schriften d.Ver. Heft 18.) Berl. 1881. (XIV, 279 S.)
— Zuwachsverz. in den Mittheilungen d.Ver. 1SS4 rl'.
180. Bibl. des Vereins „Herold" (W. Friedrich-Wilhelmstr. 4, Hof,
Erdgesch.). Wappen-, Siegel- u. Familienkunde, Münzwesen, Lokalge-
schichte. Ca. 4000 Bde u. 50 Bde Hdss.; c. 500 Mk, ausserdem Verm.
durch Tausch u. Geschenke. — Prof. Ad. M. Hildebrandt, Red. des
Deutschen Herolds. — Mi. 2-5, Sa. 10-1 ; geschl. während der Sommer-
ferien. — Nichtmitglieder können die Bibl. ausnahmsweise (gegen Leih-
gebühr) benutzen. — Begr. 1870. Schriftentausch mit der Mehrzahl der
deutschen Geschichts- u. Alterthumsvereine.
Verz. d. Bücher- u. Schriften-Saniml. d. Ver. Herold. Berl. 1884 (3 Bl., 143 S.;
Bl. 2: Ben.-Best.); Nachtr. 1889. — Verzeichn. d. eingegangenen Geschenke
in den Sitzungsber. im „Deutschen Herold".
181. Bibl. der Gesellschaft für Erdkunde (SW. Zimmerstr. 90 II).
13 200 Bde (Zählung Ende 1890) u. c. 12000 Karten bez. Kartenwerke.
Ankäufe nach den verfügbaren Mitteln, durchschn. 4000 Mk, ausserdem
Tauschverkehr. — General-Sekr. Georg Kollin, Hauptm. a. D. — Wtgl.
9-12 u. 4-8; geschl. 15. Aug. bis 15. Sept. — Verleih, an Nichtmit-
glieder mit besonderer Genehmigung des Vorstandes; Ben. des Lesez.
299
Beiheft 10. 4
50 Berlin, Vereinsbibl. [181
nach Legitimation u. Erlaubnisseinhol. beim Bibliothekar. — Realkat.
(8 Bde f. Bücher, 4 Bde f. Karten) ; Zettelkat. der Bücher. — Begr.
1828 mit der Gesellschaft. Tauschverkehr mit 283 Instituten, Gesell-
schaften usw.
Bibl. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin. Verz. d. Bücher. Berl. 1888. (XVI, 418 S.)
— Zuwachs in den Verhandlungen der Gesellschaft.
182. Bibl. der Gesellschaft naturforschender Freunde (W. Fran-
zös. Str. 29). Namentlich beschreibende Naturwiss. Ca. 8000 Bde; wird
durch Tausch u. Geschenke vermehrt. — Vorst. abwechselnd je der
zeitige Direktor der Ges. (gegenw. Prof. v. Martens). — Nur für Mit-
glieder jeden Sonntag. — Begr. 1773. Am reichsten vertreten die natur-
wissenschaftl. Litteratur vom 17. bis Anfang des 19. Jahrh. Seitdem
besteht der Zuwachs haupts. in Zeitschriften (Tauschverkehr z. Z. mit
103 Gesellschaften).
Verz. d. Bücher d. Ges. naturf. Freunde in Berlin. B. 1 828. (VI, 1 02 S.) —
Zugänge in den Sitzungsberichten.
183. Bibl. der Physikalischen Gesellschaft, im Physik. Institut der
Univers. (NW. Neue Wilhelmstr. 16 a). Ca. 20 000 Bde ; Verm. durch Kauf,
Tausch u. Geschenke. — Dr. Aug. Raps u. Dr. Heinr. Rubens. — Wtgl.
10-4. — Nur für Mitglieder. — Begr. 1846.
Bibl. d. Physik. Gesellsch. zu Berlin. I.Juli 1864. Berl. — Verz. der ein-
gegangenen Geschenke in den Verhandlungen der Phys. Ges.
184. Bibl. der Deutschen Chemischen Gesellschaft, im I. Chem.
Univ.-Laboratorium (NW. Georgenstr. 35). 3500 Bde. u. 2700 Fase;
c. 800 Mk, ausserdem Geschenke u. Tausch. — Univ.-Prof. Dr. S. Gabriel.
— Mo. bis Fr. 11-4, Sa. 11-6. — Nur für Mitglieder; nach auswärts
wird nicht verliehen. — Begr. 1867.
(S. Gabriel) Kat. säinnitl. Schriften, welche d. Bibl. d. dtsch. ehern. Ges.
von ihr. Gründung i. J. 1867 bis z. 15. Aug. 1879 erhalten hat. (Berl.); (ders.)
Bibl. der Gesellsch. Kat. No. II. o. J. — Verz. der eingegang. Geschenke
in den Berichten d. D. Chem. Ges.
185. Bibl. der Deutschen Geologischen Gesellschaft, im Gebäude
der Kgl. Geol. Landesanstalt u. Bergakademie (N. Invalidenstr. 44).
Ausser Geologie Naturw. im allg. u. Geographie. Ca. 4000 Einzelwerke
u. Sonderablitärwissen-
schaftliche Litteratur berücksichtigt. Einverleibt sind Reste der Bibl.
des alten Domkapitels (vgl. Berlin, Kgl. Bibl.) u. die aufgelöste Bibl.
des 20. Infant. -Regiments. Die aus der Kapitelsbibl. stammenden Hdss.
(37 Bde; Veröffentl. daraus in d. Progr. v. 1878. 1879. 1882) sind
1888 an die Königl. Bibl. in Berlin abgeführt worden.
216. Bibl. des Stadt. Gymnasiums, bestehend aus a) der allgem.
Lehrerbibliothek, c. 6800 Bde (6 Inkun.); 600 Mk; Prof. Dr. Seyffert —
u. b) der Mathematischen Bibl., c. 1000 Bde; 250 Mk einschl. der Aus-
gaben f. phys. Instrumente; Oberl. Dr. Grassmann. — Die allg. Bibl.
ist begr. durch die 1702 dem damal. Lyceum vermachte Bibl. des
Baccalaur. Christoph Heinss in Frankfurt a. 0. (f 1714), von der je-
doch nur noch wenig vorhanden ist; die mathem. Bibl. hervorgeg. aus
306
222] Brandenburg. 57
der Stiftung des früheren Direktors der Ritter-Akad. Joach. Christoph
Heinss (1783).
Hamburg. Berichte v. gelehrt. Sachen 1750. S. G23-G24. — Ch. Heinsii Catal.
bibliothecae quae . . . est destinata scholae Marchicor. quae est Brandenburg!
in nova urbe. o. 0. 1702. 4. (II, 126 S.)
217. Bibl. des Stadt, von Saldern'schen Realgymnasiums. Ca. 2600
Bde u. 85 Karten; 300 Mk. — R.-G.-L. Dr. F. Zimmermann.
218. Bibl. der Wredow'schen Zeichenschule. Kunst u. Kunstge-
schichte. Ca. 1000 Bde, Kupferstichsammlung von 15 000 Bl., Orna-
mentensamml. von 3500 BL: 700 Mk. — Dr. Lehfeld. — Sonnt. 11-1
u. Mi. 3-6 (im Winter 5-8); geschl. während der Schulferien. — Be-
nutzung nur im L.-Z. der Anstalt. — Begr. 1886 aus den Sammlungen
des Stifters der Anstalt, d. Bildhauers Prof. Wredow in Berlin (f 1891).
219. Stadtbibliothek, im Rathhaus. 3145 Bde, vorzugsw. juristische
Litteratur ; 850 Mk. — Erster Stadtsekretär Zimmermann. — Geöffnet
in den Büreaustunden wtgl. 8-1 u. 3-5. — Ausleihung u. Versendung
mit Genehmigung des Magistrats. — Gründungsjahr nicht festzustellen.
Einverleibt wurden 1830 die meisten nicht Jurist. Werke der alten
Schöppenstuhlbibl. (684 Bde) ; vgl. Bibl. des Amtsgerichts.
220. Bibl. des Königl. Amtsgerichts (Steinstr. 61). 4681 Bde, da-
runter viele aus dem 15. u. 16. Jahrh., u. 108 Bde Hdss. Verm. 240 Mk.
— Erster Gerichtsschr. Sekr. Lobvogel. — Benutzung event. mit Er-
laubniss des aufsichtführenden Richters A.-G.-R. Schulz. — Syst. Kat. ;
chronol. Kat. (2 Bde) ; Autoren-Kat. ; Kat. d. Hdss. s. unten. — Hervor-
gegangen aus der Bibl. des 1810 aufgehobenen Schöppenstuhls. Der
letzte Schöffe, Land- u. Stadtger. -R. Steinbeck ordnete die von 1430
anfangenden Akten in 106 Bden (später kamen 2 hinzu), welche der
Bibl. einverleibt wurden. Bei der Theilung der Bibl. 1830 behielt sie
das damalige Land- u. Stadtgericht nebst den juristischen Druckwerken.
Ueber die Akten existiert ein chalkographierter Kat. von M. W. Heffter
(f 1873), umfassend 1. Alphab. Verzeichn. der Orts- u. Personennamen u. der
auf erstere bezügl. Prozesse (340 S.); 2. Alphab. Verz. der Prozesse (124 S.);
3. Liste der vorkommenden Ortschaften, adligen u. nicht adligen Familien
(30 S.).
221. Bibl. der St. Gotthardskirche, in dem über der Sakristei be-
findlichen Zimmer. 1278 Bde (683 Theologie, 408 weltl. Litt, 187 alte
Drucke, davon 87 datierte vor 1500). Wird nicht vermehrt. — Ver-
waltet vom Oberpfarrer der Kirche, z. Z. O.-Pf. Funke, an den man
sich wegen Benutzung zu wenden hat. — Standortskat., 1728 aufge-
stellt von Ludolf Ernst v. Strantz. — Um 1634 wurde die Bibl. des
Superintendenten Weizke erworben.
222. Bibl. der St. Katharinenkirche, im Kirchengebäude. Vorzugsw.
Theologie. Ca. 1550 Bde, darunter eine Anzahl Inkunabeln u. Hdss.,
sonst meist Theol. u. Philologie, sowie werthvolle Musikalien d. 16. u.
307
58 Brandenburg. [222
17. Jahrh. Wird z. Z. nur durch Geschenke vermehrt. — Vorst. der Ober-
pfarrer der Kirche, z. Z. O.-Pf. Timann , bei dem man sich wegen Be-
nutzung zu melden hat, Verleihung nur ausnahmsweise. — Nur alter
hdsl. Kat. (17. Jahrh.) ; eine Neuordnung der Sammlung ist beabsichtigt. —
Begr. 1634 durch Ankauf der Büchersammhmg der Superintendenten
der Kirche Joh. Garcaeus (f 1574) u. seines Sohnes Joachim (f 1633).
Hamburg. Berichte v. gelehrten Sachen 1750. S. 623. — E. Wernicke, Die
St. Catharinen-K. zu Brandenb. a. d. H. Br. 1876. S. 31 . — J. Fr. Täglichsbeck,
D. inusikal. Schätze der St. Katharinenkirche zu Brandenb. a. EL Progr. d. Gymn.
Brandenb. 1857. 4. S. 1-50.
223. Militärbibliothek, im Büreaugebäude der 6. Division (Abtstr. 20).
[Vorbem. IV, 6.] 5000 Bde, 200 Atlanten, Karten usw.; 940 Mk. —
Mo. u. Do. 3-4 ; geschl. während der Revision im April. — Benutzungs-
berechtigt die Garnisonen Brandenburg, Neu-Ruppin, Havelberg, Rathe-
now, Wittenberg, Perleberg u., soweit das III. Arm.-K. in Frage kommt,
Berlin u. Spandau, sowie die Landwehrbezirke Berlin I u. II, Teltow,
Brandenburg, Potsdam, Perleberg, Neu-Ruppin. — Begr. zu Anfang des
19. Jahrh. Bis 1851 „Bibl. der 6. Divisions -Schule'S 1851-90 „Bibl.
der 6. Division", seit 1890 „Militärbibliothek".
Kat. d. Militär-Bibl. zu Brandenburg a. H. Br. 1891 . (1 87 S.)
224. Bibl. des Vereins für Geschichte der Stadt Brandenburg
(Steinthorthurm). Vorgesch., Brandenburg, u. deutsche Geschichte, Samml.
älterer Drucke aus allen Gebieten. Ca. 1000 Bde, ausserdem Karten u.
Bildwerke ; c. 100 Mk neben dem Schriftentausch. — Gymn.-L. Grupp.
— Sonnt. 11-1272 mit Ausn. der Feiertage. — Der gedr. Katalog ist
unvollständig, neuer Katalog in Bearbeitung. — Besteht seit 1869.
Braunsberg, Pr. Ostpreussen.
225. Bibl. des Königl. Lyceum Hosianum, im Lycealgebäude. Theo-
logie u. die übrigen Fächer des Lyceums. 17 000 Bde (34 Inkun.) u.
einige Hdss. ; ausserdem Stiche u. Photographien als Lehrmittel f. christl.
Kunstgeschichte. Verm.-Et. 1800 Mk u. 600 Mk für archäol. Lehrmittel.
— Bibliothekar ein Professor des Lyc. im N.-A., z. Z. Prof. Dr. Weiss.
— Geöffn. für Studierende Di. u. Fr. 2-3 , für die Professoren u. Aus-
wärtige nach Wunsch. Lesezimmer nur für die Professoren. — Alphab.
Zettelkat. (gekürzte Tit.); ausführl. System. Bandkat. — Begr. 1818 aus
Ueberresten der Bibl. des Jesuiten -Kollegiums (vgl. Bibl. d. Gymn.).
Ausserdem Zuweisungen aus den aufgehobenen Klöstern Neustadt, Oliva,
Springborn, Wartenburg (aus diesem erst 1831) u. a.; Ankäufe u. Ge-
schenke aus Bibliotheken verstorbener Professoren u. Geistlichen. Seit
1827 regelmässiger Vermehrungsfonds.
Frz Hipler, Analecta Warmiensia (1872) S. 77. — Kat. d. Bibl.-d. Kgl. Lycei
Hosiani in Braunsberg. Br. 1886. (2BL, 199S.) — Vgl. auch zu 226.
226. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 14 000
Bde (19 Inkun.) u. 13 000 Progr., 4 Hdss.; 600 Mk. — G.-L. Dr. Dom-
308
230] Braunschweig. 59
browski. — Alph. Kat. (1 Bd), Fachkataloge geordnet nach der Zeit
der Erwerbung (16 Bde). — Die Bibl. ist Fortsetzung der Bibl. des
Jesuiten-Kollegiums, welche, nach Entführung der früheren Bestände
durch die Schweden, 1639 neu begründet u. durch grössere Ankäufe
u. Vermächtnisse vermehrt worden war (1643 Domherr Steinsohn, 1647
Prof. Nigrinus, 1651 Leibarzt Joannes de Petra Fontini u. Dompropst
Alb. Rudnicki u.a.). Seit 1773 arg vernachlässigt u. in den Kriegsjahren
theilweise verwüstet, ging sie zum grössten Theil an das 1811 begrün-
dete Gymnasium über u. wurde ausser durch den regelmässigen Etat
durch Ankäufe aus den Nachlässen von Gelehrten (darunter ein Theil
der Bibl. v. K. G. A. Erfurdt 1814) u. einige Ueb erweisungen aus auf-
gehobenen Klöstern (Springborn, Oliva u. a.) vermehrt.
Braun, Gesch. d. Kgl. Gymn. zu Braunsberg. Fest-Progr. 1865. 4. S. 91-92.
— FrzHipler, Analecta Warmiensia (1872) S. 75-77.
0. Meinertz, D. Hdss. u. alten Drucke d. Gymn. -Bibl. zu Braunsberg. Beil. z.
Progr. 1S82. 4. (20 S.) — H. Gruchot, Verz. d. Braunsberger Drucke (1589-
1773). Beil. z. Progr. d. Gymn. Braunsb. 1887. 4. (30S.; verzeichnet die Drucke
m. Angabe des Fundorts : Gymn., Lyceum, Priest. -Sem., Benef. S. Crucis, Ka-
thar. -Konvent in Braunsberg", Bibl. d. Domkap. in Frauenburg )
227. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 1722 Bde;
400 Mk. — Landger. - Sekr. Mutschmann. — Begr. 1879 unter Ueber-
nahme des grössten Theils der Bibl. des früheren Kreisgerichts.
228. Bibl. des Bischöfl. Ermländ. Dibcesan-Priesterseminars, Kolle-
gienstr. gegenüber dem Priestersem. Gegenwärtig bes. berücksichtigt
die pastoral-tbeolog. Disciplinen. — Ca. 17 000 Bde ; 1000 Mk. — Regens
des Sem. Lic. Wiehert. — Auf bes. Wunsch jederzeit zugänglich. —
Alph. Zettelkat.; Realkat. in Bandform. — Begr. 1567; einverleibt 1800
die Büchersamml. des früh, päpstlichen Alumnats u. 1836 die testament.
überwiesene Bibl. des Fürstbischofs Joseph v. Hohenzollern, später einige
kleinere Vermächtnisse. Seit 1846 befindet sich die Bibl. im eigenen
Gebäude.
Frz Hipler, Analecta Warmiensia S. 77-80. — Vgl. zu 226.
229. Bibl. des Beneficium S. Crucis, unter Verw. des jedesmal.
Beneficiaten (z. Z. E. Schulz). 304 Bde theol. u. ascetische Litteratur
bes. aus d. 17. u. 18. Jahrh., darunter einige seltene Braunsberger Drucke.
Verm. nur aus Privatmitteln der Beneficiaten.
Vgl. zu 226. — Die dort ebenfalls angeführte Bibliothek des K a th a -
rinerinnen-Konvents besteht nur in einer geringen Anzahl Bücher as-
cetischen Inhalts unter Verwaltung der Oberin.
Braunschweig (Braunschw.).
230. Stadtbibliothek, im Neustadt-Rathhaus (Eingang von d. „Höhe"
aus) , bestellend aus der eigentlichen Stadtbibliothek (c. 20 000 Bde),
der Cammann'schen Bibl. (3858 Bde) u. der des geistlichen Ministeriums
(3584 Bde). Darunter befinden sich 401 Inkun. in 364 Bden u. 28 Ein-
blattdrucken. Hdss.: 154 Bde mittelalterliche in der Ministerialbibl. u.
309
60 Braunschweig. [230
1000 Nummern neuere (meist Braunschw. Kollektaneen) in der Stadtbibl.
Verm.-Etat 2700 Mk. — Vorst. Stadtarchivar Prof. Dr. jur. Hänselmann. —
Mo. u. Fr. 10-1. — Benutzung s. Vorbem. IV, 1. Gesuche um Darleihung
von Hdss. u. Seltenheiten sind an den Stadtmagistrat zu richten. —
Zettelkat. für die eigentl. Stadt- u. die Minist. - Bibl. ; Bandkat. (aus d.
17. Jh.) für letztere u. die Cammann'sche. Zettelkat. für diese in Arbeit,
ebenso Hdss.-Kat, ; Inkun.-Kat. s. unten. — Die neuere Stadtbibl., 1861
bei Gelegenheit der Jahrtausendfeier Braunschweigs gegründet, wurde
1863 im Neustadt - Rathhause aufgestellt u. gleichzeitig die Bibl. des
Syndikus Dr. Joh. Cammann (f 1649), die im vorigen Jahrh. durch Erb-
schaft in den Besitz der Stadt gekommen war, 1865 auch die älteren
Bestände der Bibl. des geistlichen Ministeriums mit ihr vereinigt. In
letztere waren die ehemaligen Bibliotheken der Kirchen u. Klöster der
Stadt übergegangen, ausgenommen die der Stifter St. Blasii u. St. Cyriaci
u. des Benediktinerklosters St. Aegidien sowie ein Theil der Kirchen-
bibl. von St. Andreae, in welcher die 1495 der Geistlichkeit vermachten
Bücher des Rathsherrn Gerwin von Hameln aufbewahrt wurden. — Die
jetzige Stadtbibl. sammelt bestimmungsgemäss nur deutsche Staats- u.
vorwiegend norddeutsche Landes- u. Städtegeschichte. Durch Schen-
kungen, Vermächtnisse usw. sind auch nicht unerhebliche Ansätze einer
Sammlung deutscher schöner Litteratur entstanden, die gelegentlich fort-
geführt werden. Von den abgeschlossenen Sammlungen ist die Ministerial-
bibl. haupts. theol. Inhalts, die Cammann'sche allgemeinen Charakters.
— Anf. 1892 Schenkung der von Justizrath Leiste hinterlassenen Bibl.
von 7-8000 Bden (in obigen Angaben nicht inbegriffen);
Hnr. Nentwig, Die Wiegendrucke in der Stadtbibl. zuBr. Wolfenbüttel 1891.
(IX, 24« S.) — Kat. d. mittelalterl. Hdss. u. Geschichte d. alt. Bestände von
deins. Verf. in Vorbereitung.
231. Bibl. der Herzogl. Technischen Hochschule Carolo-Wilhel-
mina (Neue Promenade 5). Ca. 20 000 Bde, eine bedeutende Anzahl
Photographien und fast 57 000 Patentschriften d. Deutschen Reichs. Verm.
c. 8000 Mk. — Bibliothekar Prof. a. D. Dr. Huisken. — Wtgl. 9-12 u.
3-6 ausser Sa. Nachm.; währ, der Ferien Mi. 10-12. — Benutzung wird
auch Personen, welche der techn. Hochschule nicht angehören, gestattet,
soweit die Zwecke der Anstalt es erlauben. Kupferwerke, Zeitschriften
u. Jahresberichte werden nur ausnahmsweise verliehen. — Alph. Kat.
(2 Bde); Realkat. s. unten; Zettelkat. angelegt 1880. — Begr. 1745 als
Bibl. des Collegium Carolinum, doch wurde neuerdings fast die ganze
Bibl. des alten Collegium der Landesbibl. in Wolfenbüttel überwiesen.
1886 einverleibt die Bibl. des Vereins f. Naturwissenschaft, der seitdem
seine Neuerwerbungen regelmässig einliefert. — Ausser den mathem.-
naturw., kunstwissensch. u. technischen Fächern werden auch Geschichte,
Ethnographie, Volkswirthschaft, sowie deutsche, französ. u. englische
Litteratur berücksichtigt.
Uhde u. Körner, Neubau der Herzogl. Techn. Hochschule. M. Atlas. Berlin
1 878. fol. S. 6. 8 u. Taf. 4. — Bestimmungen für die Benutzung der Bibl. u. des
Lesezimmers d. Herz. t. Hochsch. v. 6. Okt. 1877. (Auch dem Kat. vorgedr.)
310
238] Braunschweig. 61
Kat. der Bibl. der Herzogl. Teclm. Hochsch. Carolo -Wilhelmina zu Braun-
schweig. Abth. 1 (Math., Naturw. , techn. Fächer u. bild. Kunst). Br. 1880.
(4B1., 319 S.) Jährl. autograph. Nachträge 1880-89. - Eingänge des Ver. f.
Naturw. im Jahrcsber. d. Vereins.
[Zu Nr 232-235 vgl. Vorbem. IV, 2.]
232. Bibl. des Herzogl. Gymnasiums Martino-Katharineum. Ca.
15 000 Bde (1 Inkun.) u. c. 12 000 Progr.; 550 Mk. — Prof. Dr. Koch.
— Mi. u. Fr. 12-1. — Hdsl. Nachträge zum gedr. Kat. von 1837 in
1 Bd. — Begr. 1792 durch Ankauf der Bibl. des Piniol. Joh. Hnr.
Just. Koeppen.
G. T. A. Krüger, Verz. d. Bibl. des Obergymnasiums zu Braunschweig.
Br. 1837. (XVIII, 176 S.)
233. Bibl. des Herzogl. Neuen Gymnasiums. Ca. 2200 Bde; 450 Mk.
— Ob.-L. Prof. W. Jeep. — Weiteren Kreisen nur ausnahmsweise zu-
gänglich. — Begr. 1885 mit dem Gymnasium.
234. Bibl. des Herzogl. Realgymnasiums. Ca. 2900 Bde u. c. 2000
Progr.; 450 Mk. — G.-L. Schmidt. — Begr. 1855. Der wissensch.
Leseverein des R.-G. (mit Staatszuschuss) ist verpflichtet, die gelesenen
Zeitschriften zu überweisen.
Verz. d. Bibl. d. Herz. Real-Gymnasiums in Braunschweig. Ostern isSl.
Braunschw. (70 S. ; Nachtragskat. 1884-91 in Vorbereitung.)
235. Bibl. der Stadt. Ober-Realschule. Ca. 3000 Bde; 700 Mk. —
Ob.-L. E. Dahn. — Begr. 1876.
236. Herzogliches Museum. Ausser einigen kunstgeschichtl. werth-
vollen Hdss. besitzt das Museum eine Bibl. von etwas üb. 6000 Bden,
besonders reich an Kupferwerken, zunächst als Hülfsmittel für die Be-
amten bei der wissenschaftlichen Bearbeitung der Sammlungen, aus-
nahmsweise auch Anderen zugänglich. — Begr. 1755.
237. Bibl. des Herzogl. Naturhistorischen Museums, im Gebäude
d. Techn. Hochschule (Neue Prom. 5). Naturgeschichte, haupts. Zoologie,
Reisebeschreibung, braunschw. Landeskunde. Ca. 1000 Bde; c. 400 Mk.
— Vorst. der Dir. d. Mus. Prof. Dr. Wilh. Blasius. — Zugänglich in
der Regel Mo. bis Fr. Vorm. ; Ausleihung beschränkt. — Begr. Mitte
d. 18. Jahrh. durch den naturgeschichtlichen Theil der Bibl. des Herzog-
lichen Hauses. Das Museum steht gegenwärtig im Tausch mit anderen
naturw. Instituten u. Vereinen.
238. Landschaftliche Bibliothek, im Landschaft!. Haus (An d. Mar-
tinikirche 8). VorzugSAV. staatswissenschaftl. Fächer u. braunschweig.
Landesgeschichte. 5623 Bde, 408 Bde bez. Fase. Hdss., 645 Karten u.
Stiche. Verm. nach Bedarf (durchschnittl. 300 Mk). — Vorst. Land-
syndikus Rhamm. — Wtgl. 10-1 allgemein zugänglich. — Stammbibl.
die vom ständischen Ausschuss 1802 angekaufte Büchersamml. des Pro-
kurators Gesenius.
311
62 Braunschweig. [239
239. Bibl. des Herzogl. Ober -Sanitäts- Kollegiums (An d. Katha-
rinenk. 11). Staatsarzneikunde. Ca. 1200 Bde; 600-700 Mk. — Regi-
stratur Kammann. — Zunächst bestimmt für die Mitglieder des Ob.-San.-
Koll., aber auch anderen Medicinalpersonen zugänglich. — Begr. 1748.
Aus der nach Wolfenbüttel übergeführten Bibl. des Collegium anatomico-
chirurgicum ist einiges an die des Ob.-San.-Koll. abgegeben.
240. Bibl. der Herzogl. Bau-Direktion, im Herzogl. Kammergebäude
(An d. Martinik. 7). 6650 Bde, darunter einige hdsl. Reiseberichte u.
Reden, 25 Mappen m. Karten, Stichen usw. u. 30 Rissrollen. Verm. c.
3700 Mk. — Reg.-Baumeister G. Bohnsack. — Wtgl. 10-1 u. 4-6 ausser
Sa. Nachm. — Grössere Kupferwerke u. Zeichnungsblätter, sowie Pho-
tographien werden nur mit besond. Genehmigung der Bau-Direktion ver-
liehen. — Begr. 1843 durch die Bibl. d. Ob.-Bauraths Liebau. Mit der
Bibl. ist der Lesezirkel (36 Zeitschr.) der braunschweigischen Baube-
amten verbunden, zu dem die Theilnehmer l / { - °/ ihres Gehalts als
Beitrag zahlen.
Kat. der Bibl. Herzoglicher Bau-Direction zu Braimscliweig. Br. 1873 (XII,
299 S.); 1 .-5. Nachtr. f. 1873/75-1886/89. eb. 1876-89.
241. Bibl. des Herzogl. Oberlandesgerichts (Münzstr. 17.) [Vorbem.
IV, 4.] 5138 Bde: 700 Mk. — Vorst, Senatspräsid. Dr. jur. Ude, Verw.
Rath Kyrath. — Specialkat. der auf braunschweig. Angelegenheiten be-
züglichen Werke. — Begr. 1879 durch die Bibl. des aufgelösten Ober-
gerichts zu Wolfenbüttel ; jedoch ist ein grosser Theil der älteren Litteratur
der Landes-Bibl. in Wolfenbüttel überwiesen.
242. Bibl. des Herzogl. Landgerichts (Münzstr. 17). [Vorbem. IV, 4.]
4518 Bde; 400-500 Mk. — Ger.-Sekret. Albrecht. — Begr. 1879. Ein-
verleibt die Bibl. des vormal. Landgerichts Holzminden.
243. Vereinigte Generalinspektions- u. Ministerialbibliothek. Vor
zugsw. Theologie. 1497 Bde; 408 Mk. — Bibliothekar der 2. Prediger
zu St. Martini, z. Z. Pastor Dr. Pini, an den die Bestellscheine einzu-
senden sind. Ausgabe durch den Kirchenvoigt von St. Ulrici. — Be-
nutzungsberechtigt die Prediger der Gen.-Inspektion Braunschweig, andere
Personen unter Bürgschaft eines der ersteren. — Gebildet aus den
neueren Beständen der Bibl. des geistl. Ministeriums (vgl. Stadtbibl.) u.
den Werken, welche den Lesezirkel der Generalinspektion durchlaufen
haben.
Alphab. Bücherverzeichniss d. verein. Generalinspektions- u. Ministerial-
bibl. zu Braunschweig. Br. (18!)2). (48 S. m. freiem Raum zu Nachträgen ; 8. 3
Benutzungsbest.) Der Zuwachs wird im Ev. Gemeindebl. f. d. Herz. Braun-
schweig veröffentlicht.
244. Bibl. der Medicinischen Lesegesellschaft, im Herzogl. Kranken-
hause (Wilh.-Str. 53/55). Ca. 4000 Bde; kein bestimmter Etat. — Vors.
der Bibl.-Kommission Sanitätsrath Dr. Mack. — Verleihung an prak-
tische Aerzte. — Begr. 1817. Neuerdings haben mehrfach Vermächt-
312
247J Bremen. 63
nisse oder Zuwendungen aus dem Nachlass von Aerzten stattgefunden.
Neuordnung der Bibl. im Gang.
245. Bibl. des Vereins für öffentliche Gesundheitspflege im Her-
zogth. Braunschweig, im Gebäude der Teclm. Hochschule. 1410 Bde;
c. 580 Mk. — Bibliothekar J. Landauer. — Begr. 1877.
Kat. der Bibl. d. Ver. f. öffentl. Gesundheitspflege im Herz. Braunschweig.
Br. 1882; 1.-2. Nachtr. 188« u. 1889. (82, 14 u. 13 S.)
BreitenMrg b. Itzehoe (Pr. Schl.-Holstein).
246. Gräfl. Rantzau'sche Familienbibliothek (gegenw. Bes. Kammer-
herr Graf Kuno zu Rantzau). 10 500 Bde Druck- u. Handschriften. —
Benutzung u. event. Entleihung wird Personen, welche durch ihre Stel-
lung usw. Sicherheit bieten, gegen Ausstellung eines Reverses gestattet.
— System. Kat. m. alph. Repert. — Die Bibl. Heinrich Rantzau's ist
bei der Erstürmung Breitenburgs am 29. Sept. 1627 untergegangen u.
zerstreut. Die jetzige Bibl. ist seit 1760 gesammelt.
Bremen (Bremen).
247. Stadtbibliothek, Schulhof. Ca. 120 000 Bde (c. 30 Inkun.),
c. 400 Hdss. (ohne die Bremensien): vollständige Bremensiensammlung
(Karten, Porträts, Stadtansichteu , Münzen u. Medaillen). Verm.-Et. c.
6000 Mk. — Stadtbibliothekar (H.-A.) Prof. Dr. Heinr. Bulthaupt; 1
Bibliotheksgehülfe (Sabal t.); 2 nicht etatsmäss. Schreiber. — Wtgl. 11-1,
Mo. Mi. Sa. auch 3 '/-2 _ ^ V-2- Geschlossen 5 Wochen im Sommer. —
Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Zettelkat., Realkat. (41 Bde), Stand-
ortskat. (25 Bde). — Den Stamm bildet die 1646 erworbene Bibl. des
Melchior Goldast von Heimingsfeld, mit welcher die seit 1620 gesam-
melten Bücher der latein. Schule u. die 1628 dem Rath vermachte
Bibl. des Syndikus Gerl. Buxtorf vereinigt wurden. Einverl. später die
Bibl. der Deutschen Gesellsch. , 1771 die des Bibliothekars H. Heise,
1868 die grösstentheils im Laufe dieses Jahrhunderts angesammelte vor-
zugsw. Bremensien enthaltende „Dombibliothek", 1874 ein grosser Tlieil
der Bibl. der Gesellschaft „Museum". Ferner sind die Bibliotheken des
Naturwissensch. Vereins, der Histor. Gesellsch. des Künstlervereins, des
Aerztl. Ver. und der Volksschullehrer der Stadtbibl. übergeben u. werden
seitens dieser Körperschaften regelmässig ergänzt. — Eine besondere
„Bautechnische Abtheilung" der Stadtbibl. ist im öffentl. Baubüreau
(Holzstr. 2b), die zunächst im Interesse der bremischen Volksschullehrcr
unterhaltene „Pädagog. Abth." in der Stadtbibl. selbst aufgestellt. Im
Uebrigen werden deutsche Sprache u. Litter., Geschichte, Philosophie,
auch Theologie u. Mathematik vorzugsw. berücksichtigt gemäss einer seit
1867 unter Leitung des Stadtbibliothekars bestehenden Kartellverbindung
der grösseren in Bremen befindlichen Bibliotheken, nach der eine jede
bestimmte Fächer besonders pflegt und Abschriften der Zettelkataloge
in der Stadtbibl. vereinigt werden.
313
64 Bremen. [247
J. Nonnen, Entwurf ein. Gesch. der Bremischen öff. Bibl. Br. 1775. 4. (12 S.)
— Reglern, v. 30. Juni 1891.
(H. Rump), Alphab. Verzeichn. sämmtl. Bücher der Bremischen off. Bibl.
mit Bezeichn. d. Standortes... 1 . u. 2. Hälfte. Br. 1833-34; 1. Forts. 1859.
(XII, 498 ; 374 ; IV, 286 S.) — Verz. sämmtl. Bremensien der Brein. öff. Bibl.
Br. 1 834. (48 S.) — Verz. d. hdsl. Bücher u. einiger alten Drucke der Brem.
öff. Bibl. Br. 1834. (52 S. ; Hdss. zur Gesch. d. dtsch. M.-A. s. auch im Archiv
d. Ges. f. ä. dtsche Geschichtsk. III. 1821. S. 632-640.) — H. A. Müller, D.
Bilderhdss. des Mittelalters in den Bibliotheken der Stadt u. d. Hauptschule
zu Bremen. Progr. d. Hauptsch. 1863. 4. S. 3-18. (Abgedr. im Serapeum 1866.
Int.-Bl. S. 145-182; diese Hdss. jetzt sämmtl. in der Stadtbibl.) — H. Omont,
Notes sur les mss. grecs des villes hanseatiques. Breme. C.-Bl. f. Bibl.-W. VII.
1890. S. 369-373. — Eine Auswahl der jährl. Erwerbungen wird im „Bremer
Courier" veröffentlicht.
248. Bibl. der Hauptschule (Gymn. u. Realgymn.; Dechanatstr.).
Vorzugs w. klass. Philologie u. alte Geschichte. 6031 Bde u. 6532 Progr.
u. Diss.; 1000 Mk. — Ord. L. Dr. Lüdecke. — Mi. u. Sa. 12-2. — Ben.
durch nicht der Schule Angehörige nach dem Ermessen des Bibliothe-
kars. — Begr. 1817 durch die Bibl. des aufgehobenen Athenaeums.
Die Hdss. sind an die Stadtbibl. abgegeben.
J. H. Pratje, Kurzgef. Versuch ein. Gesch. der Schule u. des Athenaei
bey d. Königl. Dom zu Bremen. 1. Stück. Stade 1771. 4. S. 32 ff. — Kat.
d. Bibl. der Hauptschule. Brem. 1881. (98 S.)
249. Bibl. der Seefahrtschule (Neustadtswall 1). Nautik u. Hülfs-
wissenschaften. 1500 Bde; 333 Mk. — Direktor der Seefahrtschule
Dr. Breusing. — Begr. 1850.
250. Bibl. des Staatsarchivs , im Rathhaus. Ca. 3300 Bde (amt-
liche Publikationen , Geschichte Bremens , der Nachbarstaaten u. der
Hansa), 580 Hdss. Verm. c. 600 Mk. — Der Archivar Dr. W. v. Bippen.
— Wtgl. 9-2 u. 3-7. — Benutzung ausserhalb des Archivs nur aus-
nahmsAveise gestattet.
251. Bibl. der Städtischen Sammlungen für Naturgeschichte u.
Ethnographie, im Saalbau des Doms. Ausschl. Naturwissensch. u. ver-
wandte Fächer. Ca. 1600 Bde; Verm.-Et. nicht feststehend, augenblickl:
800-1000 Mk. — Direktor der Sammlungen Dr. H. Schauinsland. —
Wtgl. 9-2. — 1876 kam der grösste Theil der naturwiss. Bibl. der
Gesellschaft „Museum" (begr. 1783) mit den naturhist. Sammlungen der-
selben an den Staat. Die Vermehrung wird seitdem aus dem Etat der
Sammlungen bestritten.
252. Bibl. der Handelskammer (Am Markt, Haus Schütting). Volks-
wirthschaft m. besond. Berücksichtigung von Handel, Schiffahrt, Handels-
geographie usw. Ca. 10 000 Bde einschl. Kartenwerke. Verm.-Et. un-
bestimmt. — Vorst. die Syndiker der Handelsk. — Geöffnet in den
Geschäftsstunden der Handelskammer.
253. Bibl. der Gewerbekammer , im Gewerbehaus (Am Ansgarii-
kirchhof). Vorzugsw. technische Wissenschaften, Kunst u. Kunstgewerbe.
314
258] Bremen. 65
4000-5000 Bde, c. 800-1000 Berichte von Handels- u. Gewerbekam-
mern, Vereinen usw. Verm.-Et. c. 1000-1500 Mk. — Vorst. Dir. d. Ge-
werbe-Mus. A. Töpfer ; Bibliothekar Kanzlist der Gew. - Kammer H.
Mindermann. — Wtgl. 10-1 u. 4-6, ausserd. Mo. u. Mi. Abends 8-10.
Geschl. im Juli u. August. — Begr. 1849. Zur Aufbewahrung über-
geben die Bibl. des Gewerbe- u. Industrie-Vereins.
[Ausserdem besitzt die Vorbildersammlung des Gewerbe-
museums, Kaiserstr. 22, eine Bibl. von c. 500 Nummern, haupts. grössere
Abbildungswerke, nur im Museum zu benutzen.]
Jacobi, Die Bremische Gewerbekammer in den Jahren 1849-1884. S. 267.
— Kat. d. Bibl. der Gewerbekammer zu Bremen. 2. Aufl. Br. 1891. (66 S.)
254. Juristische Bibliothek, imRathhause in den von den Kammern
des Landgerichts für Handelssachen benutzten Räumen. 5690 Bde;
720 Mk. — Kanzlist der K. f. Handelssachen Brockmann. — Wtgl.
9 l l 2 -VI-i u. 37-2-6 V'i» währ, der Gerichtsferien nur Vorm. — Ben. durch
die bremischen Richter u. Rechtsanwälte, mit Genehmigung des Vor-
sitzenden der K. f. Handelssachen auch von anderen Personen. — Begr.
1845 bei der Bildung des bremischen Handelsgerichts.
255. Bibl. der Gesellschaft „Museum" (Domshof 2la). Vorzugsw.
Erdbeschreibung, Länder- u. Völkerkunde, Geschichte u. Biographien usw.
12 300 Bde; 1000-1500 Mk (ohne die polit. Zeitungen u. Zeitschr.). —
Bibliothekar (N.-A.) Lauritz Moritz. — Tgl. 8-8. — Nur für Mitglieder
der Gesellschaft, für andere Personen ausnahmsweise durch Vermittl.
der Stadtbibl. — Alph. Zettelkat; Standortskat. — Begr. 1776 als
Bibl. der „Physikal. Gesellschaft". 1874 wurde ein grosser Theil der
Bibl. an die Stadtbibl. und andere Bremer Specialbibliotheken abgegeben.
A. Wienholt, Gesch. des Bremischen Museums. Br. 1799. — Pauli, Gesch.
des Museums, eb. 1883. — Kat. der Bibl. d. Ges. Museum zu Bremen.
Br. 1879 (288 S.); jährl. gedr. Nachtr.
256. Bibl. der Geographischen Gesellschaft (Rutenhof, Domshof).
Ca. 2500 Bde u. Landkartensamml. ; 300 Mk ; haupts. Verm. durch
Schriftentausch. — Realschullehrer Dr. W. Wolkenhauer (Gertrudenstr. 30).
— Nur bei Bedarf geöffnet u. in der Regel nur für Mitglieder. —
Begr. 1870 als Bibl. des Vereins für deutsche Nordpolfahrt.
257. Bibl. des Kunstvereins, in der Kunsthalle (Am Wall 209).
Kunstwissenschaft. Ca. 1800 Bde (11 Inkun.); kein fester Etat. — Vorst.
z. Z. Gymn.-L. Dr. H. Cosack. — Zugänglich durch Vermittelung des
Konservators der Kunsthalle. — Begr. 1823 ; ursprünglich nur Neben-
bestandtheil der Sammlung von Kupferstichen u. Holzschnitten (jetzt
c. 35 000 Bl.).
258. Bibl. des Künstlervereins (Domshaide 7). Vorzugsw. bildende
Künste u. Musik. Rund 3400 Bde mit Einschluss der Broschüren; zahlr.
Stiche, auch die Blätter der Arundel Society. Verm. 3000 Mk. m. Ein-
schluss der politischen Zeitungen. — Gymn.-L. a. D. Dr. Herrn. Alex.
315
Beiheft io. 5
66 Bremen. [258
Müller. — Wtgl. 7-8 1 / 2 Abends. — In der Regel nur den Mitgliedern
des Vereins zugänglich; Ben. durch andere Personen ausnahmsw. mit
Genehm, des Bibliothekars oder durch Vermittl. der Stadtbibl. — Begr.
1856. [Die „Histor. Gesellsch. des Künstlervereins" übergiebt ihre Ein-
gänge der Stadtbibl.]
Bremerhaven (Bremen).
259. Stadtbibliothek, im Stadthaus (Erdgesch.). Litteratur, Ge-
schichte, Geographie. Ca. 16000 Bde; 800 Mk. — Stadtbibliothekar
(N.-A.) Gymn.-L. Dr. Lothar Koch. — Sonnt. Mo. Do. 12-1; geschl.
währ. d. Sommerferien (5 Wochen). — Neben den gedr. Katalogen (s. u.)
Zettelkat. — Begr. 1873. Ueber wiesen werden jährl. die vom Jurist.
Leseverein zu Bremerhaven, Lehe u. Geestemünde gehaltenen Jurist, u.
nationalökonom. Zeitschriften.
Kat. der Stadtbibl. zu Bremerhaven. Nov. 1880; l.Nachtr. 1882. Geeste-
münde u. Bremerhaven. (222 S.) — Kat. der Stadtbibl. zu Bremerhaven. Aus-
zug aus d. Hauptkat. für d. Publikum bearb. 1890; m. jährl. Nachträgen.
260. Bibl. des Stadt. Gymnasiums (Grünestr.). Ca. 1500 Bde, c. 75
Karten; c. 400 Mk. — G.-L. Dr. Teetz. — Nur für die Lehrer der
Anstalt. — Begr. 1858 als Bibl. der damal. Bürgerschule. Ein Theil
der Bestände allgemeineren Inhalts wurde bei Gründung der Stadtbibl.
dieser überwiesen.
Breslau (Pr. Schlesien).
261. Königliche u. Universitäts-Bibliothek, Neue Sandstr. 4 („Sand-
stift"). 297 739 Bde (3135 Bde Inkun.), 3702 Hdss., c. 30 000 Stiche.
Verm. 27 591 Mk. — Oberbibliothekar Prof. Dr. Jos. Staender; 4 Ku-
stoden, 2 Assistenten ; 3 Diener. — Wtgl. 9-5, währ, der Univ.-Ferien
9-2. - Ben. s. Vorbem.IV, 1. — Alph. Buchkat. in 6 getrennten Al-
phabeten (171 Bde); alph. Zettelkat. in 352 Kästen ; Realkat. (105 Bde).;
Dissertat.-Repertor. (1 Bd); Inkun.-Kat. (1 Bd), Hdss.-Kat. (3 Bde);
neuer zum Druck bestimmter Hdss.-Kat. in Bearbeitung. — Begr. 1811
durch Vereinigung folgender Sammlungen: 1) der unbedeutenden Bibl.
der Breslauer Universität (ehemal. Jesuitenbibl.); 2) der Univers.-Bibl.
von Frankfurt a. 0., begr. Anfang des 16. Jahrh., aber nicht zu grossem
Umfange gelangt, nebst den zugehörigen Stiftungen der Steinwehr'schen
(allgem. historisch, gestift. von Wolf Balth. Ad. v. Steinwehr, f 1771)
u. der Oelrichs'schen Bibl. (Pomeranica u. Marchica des Geh. Leg.-R.
Joh. K. K. Oelrichs, f 1799), beide mit besond. Vermehrungsfonds;
3) der Bücherbestände aus säkularisierten Klöstern u. Stiften Schle-
siens („Centralbibliothek"). Unter den c. 70 Bibliotheken, die — z. Th.
nur mit Auswahl — dazu beisteuerten, sind bes. zu nennen: in Breslau
St. Vincenz, Sandstift mit der Bibl. des Medic. Hellwig, Matthias - Stift,
Bibl. der Dominikaner, Minoriten, Kapuziner, Franziskaner, Klaren-
kloster; von auswärtigen Kloster-, Stifts- usw. Bibliotheken die in Czar-
316
2M1 Breslau. 67
nowanz, Glogau (Dom, Franzisk. u. Domin.), Grüssau, Heinrichau, Jauer,
Kamenz, Leubus, Liegnitz (Franzisk.), Räuden, Sagan, Striegau, Wahl-
statt. Doubletten wurden abgegeben an schlesische höh. Schulen, an die
Kgl. Bibl. in Berlin u. andere preuss. Univ. -Bibliotheken. — Eröffnung
der Bibl. 1815. Unter den späteren Schenkungen bes. zu nennen die
des Oriental. Chr. Max Habicht (Hdss. u. Drucke), überwiesen 1840.
Seit Winter 1886/87 ist die Bibl. der Schles. Gesellsch. f. Vater-
land. Kultur auf vorläufig 10 Jahre mit der K. u. U.-B. vereinigt
(begr. 1803, Bestand Juni 1891: 35026 Bde, welche in der ob. Zahl
einbegriffen sind). — Pflichtlieferungen aus der Provinz Schlesien.
K. R. Hausen, Gesch. d. Univ. u. Stadt Frankfurt a. 0. Fr. 1800. S. 125-131.
— Kurze Nachr. üb. d. Kgl. u. Univ.-Bibl. in Breslau. Schles. Prov.-Blätter
1822. Litt. Beil. S. 53-64. — Neigebaur, D. Kgl. u. Univ.-Bibl. zu Breslau.
N. Anz. f. Bibl. 1864. S. 7-9. 41-51. — F. Woltmann, Joh. Gust. Gottl. Bü-
sching u. d. Centralbibl. zu Breslau. Rübezahl, der Schles. Prov.-Blätter 77.
Jahrg. 1873. S. 3-10. — Jahresberichte in der Chronik d. Univers, seit 1889/90.
— Bestimmungen üb. d. Ben. der K. u. Un.-Bibl. zu Breslau v. 10. März 1873.
G. Stenzel, Notitia libror. mss. , historiam Silesiacam spectantium, quos
servat bibl. academica. (Rektor.-Progr.) Vratisl. 1820. 4; Contin. 1822. (10 u.
8S.) — Ders., 1.-2. Verz. der auf der Centr.-Bibl. in Breslau befindl., zur
Gesch. Deutschlands im Mittelalter gehörigen Hdss. der Quellenschriftsteller.
Aren. d. Ges. f. ä. dtsche Geschichtsk. IV. 1822. S. 93-120; VI. 1838. S. 93-94.
Vgl. auch das Verz. von Hdss. zur dtsch. Gesch. ebend. XL 1858. S. 697-707
(Auszug aus d. Hdss. -Kat.). — Catal. libror. impressor. quibus bibl. reg.
publica Universitatis Vratisl. a. 1835 aueta est. Vrat. 1836. 4; Index acces-
sionum . . . a. 1837; Index librorum quibus bibl. . . . aueta est a. 1839-1863.
— A. G. E. Th. Henschel, Cat. codd. medii aevi medicorum ac physicor.,
qui manuscripti in bibliothecis Vratislav. asservantur. Part. 1-2. (Akad. Grat-
Schr.) Vrat. 1847. 4. (56 S., 69 Sp.) — A. F. Stenzler, Librorum sec. XV im-
pressörum quos Bibl. R. Univ. Vratisl. tenet conspectus generalis. (Festprögr.
d. philos. Fak.) Vrat. 1861. 4. (22 S. u. 1 Taf.) - E. Bonn, Bibliogr. d. Musik-
Druckwerke bis 1700 s. zu 263. — Hdss. geschichtl. Inhalts, welche aus d.
Univ.-Bibl. zu Frankfurt in die zu Breslau gelangt sind. Berl. 1887. (45 S.)
E. H. Müller, Verz. der in d. Bibl. der Schles. Ges. für vaterl. Cultur vor-
handenen auf Obst- u. Gartenbau bezügl. Bücher, Zeitschriften u. Broschüren.
Aufgen. Ende Juli 1879. Breslau.
262. Die Bibliotheken der Universitäts-Institute [s. Vorbem. IV, 3]
enthalten in 39 einzelnen Sammlungen zusammen c. 72 000 Bde, darunter
den grössten Theil der ehemal. akad. Handbibl., welche 1891 bis auf
einen der K. u. Un.-Bibl. überwiesenen Rest von 9138 Bden an die
Bibliotheken der Institute vertheilt worden ist. Die umfangreichsten
Sammlungen besitzen das Jurist. Seminar (2500 Bde), Philol. Sem.
(c. 5000 Bde), Roman. -engl. Sem. (c. 2000 Bde), Hist. Sem. (c. 5000
Bde), Sternwarte (7000 Bde), Botan. Garten (c. 2000 Bde), Zool.
Museum (7000 Bde), Landwirthsch. Inst. (c. 2000 Bde), Inst, für
Kirchenmusik (c. 20 000 Bde).
Einzelne Notizen in der Chronik der Universität seit 1889/90.
263. Stadtbibliothek, im Gebäude der Stadt. Sparkasse (Ross-
markt 7/9). In den älteren Beständen universell; fortgeführt werden
nur Geschichte, Litteratur u. Silesiaca. Ca. 150 000 Bde (c. 600 Inkun.);
317
5*
68 Breslau. [263
c. 3000 Hdss., ausserdem die Klose'sclie Hdss.-Samml. z. Gesch. Breslaus
v. 248 Bden u. üb. 100 Stammbücher; 1500 Karten, c. 1000 Stiche,
800 gedr. u. c. 400 hdsl. Notenwerke. Verm.-Et. 5414 Mk (einschl.
Archivalien u. Münzen). — Prof. Dr. Markgraf, Stadtbibliothekar u.
Stadtarchivar; 3 Kustoden; 1 Diener. — Wtgl. 10-2, im Aug. u. Sept.
11-1. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Kat. in Zetteln u. dsgl. in
167 Bden; Kat. d. Briefe d. 16. u. 17. Jahrh. in 8 Bden; Kat. einer
hdsl. Samml. von Biographien d. 17. Jahrh. ; Stammbuchkat. ; Porträtkat.,
Bilderkat. ; Kat. der Lutherdrucke. — Ursprünglich selbständige Bestand-
teile: 1) Rehdiger'sche Bibl., begr. u. der werthvollste Theil
gesammelt von Thom. Rehdiger 1541-1576, von ihm zur Familienbibl.
mit öffentl. Benutzung bestimmt, 1645 an" die Stadt überlassen, 1589
bis 1865 in einem an die Kirche zu St. Elisabeth angebauten Räume
aufgestellt („Elisab.-Bibl."). Von einverleibten Büchersammlungen sind
hervorzuheben die des Albr. v. Sebisch 1689, d. Heinr. v. Reichel 1712,
d. Georg Teubner 1735, d. Freih. Hildebrand Rud. v. Hund 1748, d.
Martin Hanke 1765, d. Joh. Friedr. Burg 1768, d. Kasp. Arletius 1784.
Die vom Rektor Gottlob Kranz (f 1733) ursprünglich dem Gymnasium
zu St. Elisabeth hinter] assene Bibl. wurde 1882 ebenfalls an die Stadt-
bibl. abgegeben. 2) Kirchenbibl. zu St. Maria-Magdalena,
errichtet 1601 u. 1644 erneuert, darunter ein nicht bedeutender Theil
der Bücher des Breslauer Reformators Joh. Hess. Von v besond. Schen-
kungen zu erwähnen die czechische Bibl. des Karl v. Zerotin (1641),
die Bücher- u. Kupferstichsammlung des Ernst Benj. v. Loewenstaedt
(f 1729), die Bilder- u. Kupferstichsamml. des Ernst Wilh. v. Hubrig
(t 1787), die Bibl. des Pastors Joh. Dav. Raschke (f 1760). 3) Kir-
chenbibl. zu St. Bernhardin, eingerichtet 1621, erneuert 1674.
Die hervorragendsten Schenkungen an dieselbe sind die Büchersamm-
lungen des Dav. Rhenisch (f 1634), Zach. v. Rampusch (f 1697), Karl
Ferd. v. Mühlencron (1763). 4. Rathsbibliothek, deren Bestände
zu verschiedenen Zeiten an die Rehdiger'sche, später an die Stadtbibl.
abgegeben wurden. — 1865-1867 wurden diese Sammlungen, unter
Vorbehalt der Eigenthumsrechte der Kirchen zu St. Maria Magdalena
u. St. Bernhardin, zur Stadtbibl. vereinigt u. im neuen Stadthause unter-
gebracht, seit 1891 in dem für diesen Zweck mit errichteten Gebäude
der städt. Sparkasse aufgestellt. Unter den Schenkungen, die der Stadt-
bibl. seit ihrer Errichtung zugefallen sind, sind hervorzuheben die Bibl.
des Stadtraths Rud. Becker (f 1873), des Candid. Rob. Nising (f 1875),
des Redakt. Theod. Oelsner (f 1875), des Rektors Karl Letzner (f 1889);
angekauft die auch an Hdss., Urkunden u. Briefen reiche Bibl. des
1849 verst. Stadtraths Chrn Friedr. .Paritius. Der Verein f. Gesch. u.
Alterth. Schlesiens überweist die durch Tausch an ihn gelangenden
Schriften. — Die mit den älteren Bestandtheilen der Bibl. verbundenen
Münzsammlungen sind zu einem einheitl. Münzkabinet vereinigt, die
Kupferstichsammlungen 1880 an das Schles. Museum der bildenden
Künste mit Vorbehalt des Eigentumsrechts abgegeben. Seit 1867 ist
318
M8] Breslau. 69
das Stadtarchiv räumlich u. unter derselben Leitung mit der Stadtbild .
verbunden.
M. Morgenbesser, Gesch. d. Hospitals n. der Schule z. heil. Geist, sowie
auch der Bibl. zu St. Bernhardin zu Breslau. Br. 1S14. 4. — A. W. J. Wachler,
Thom. Rehdiger u. seiue Büchersaunnlung in Breslau. Br. 1828. (VII, 80 S.;
mit Vera, der Hdss.). — Neigebaur, Die Stadtbibl. iu Breslau. N. Anz. f. Bibl.
1865. S. 246-253. 293-296.
Stenzel, Yerz. der zur Gesell. Deutschlands im Mittelalter gehörigen Hdss.,
welche sich in d. Bibl. zu St. Elisabeth in Breslau befinden. Archiv der Ges.
f. ii. dtsche Geschichtsk. VI. 1838. S. 95-99. Vgl. ebendas. XL ls58. S. 707-711.
— B. Dudik. Ueb. die Bibl. Karl's v. Zerotin in Breslau. Sitzungsber. d. böhm.
Ges. d. Wiss. 1877. S. 210-267. (Auch bes. abgedr.) — G. Bobertag, D. Rechts-
hdss. der Stadt Breslau. Ztschr. f. Gesch. u. Alterth. Schlesiens. XIV. 1878.
S. 156-207. — E.Bohn, Bibliographie der Musik-Druckwerke bis 1700, welche
in d. Stadtbibl., der Bibl. des acad. Instituts f. Kirchenmusik u. d. Kgl. u.
Un.-Bibl. zu Breslau aufbewahrt werden. Berl. 1883. (VIII, 450 S.) — A. Heyer,
2. Nachlese zu Weller, D. ersten dtschen Zeitungen. C.-Bl. f. Bibl.-W. V. 1888.
S. 214-225. 272-283. — Ders., Reste period. Zeitschriften cl. 17. Jahrh. in der
Stadtbibl. u. Kgl. u. Univ.-Bibl. zu Breslau. Ebendas. VI. 1889. S. 137-162. —
Catalogus codicum graecor. qui in Bibl. Urbica Vratisl. adservantur. Acced.
appendix qua Gymnasii R. Fridericiani codd. graeci describuntur. Vratisl. 1 889.
(VIII, 90 S.) — E. Bohn. D. musikal. Hdss. des 16. u. 17. Jahrh. in der Stadt-
bibl. zu Breslau. Br. 1890. (XVII, 423 S.) — A. Heyer. Lutherdrucke auf d.
Bresl. Stadtbibl. 1516-1523. C.-Bl. f. Bibl.-W. IX. 1892. S. 21-29. 267-274.
[Wird fortges.J
[Zu Nr 264-272 vgl. Vorbem. IV, 2. Die Schulen sind städtischen
Patronats, soweit nichts anderes angegeben ist.]
264. Bibl. des Gymnasiums zu St. Elisabeth. Ca. 9000 Bde (5In-
kun.) u. c. 20 000 Progr.; 454 Mk. — G.-L. Dr. Linke. — Begr. um
1785. [Heber die 1733 vermachte Bibl. des Rektors Kranz s. Stadtbibl.]
265. Bibl. des Königl. Friedrichs-Gymnasiums. Ca. 10 000 Bde (4 In-
kun.) u. Progr.-Samml. seit 1825; 23 Hdss.; 300 Mk. — G.-L. Reinitz.
— Sa. 3 Uhr. — Alph. Kat. in 2 Bden, Zettelkat. für Philologie, Gesch.
u.Geographie. — Begr. 1765 durch den Direktor Dan. Hnr. Hering, der
auch seine eigene Bibl. dem Gymn. vermachte.
Catal. codd. graecor. qui in bibl. urb. Vratisl. adservantur (s. zu 263). S.
83-86.
266. Bibl. des Johannes-Gymnasiums (Paradiesstr. 3). 2570 Bde u.
Progr.-Samml. seit 1873; 500 Mk. — G.-L. Dr. Toeplitz. — Begr. 1872
mit der Anstalt.
267. Bibl. des Gymnasiums zu St. Maria-Magdalena (An d. Mag-
dalenenkirche). Ca. 7000 Bde u. c. 600 Fase. Progr.; 500 Mk. — Prof.
Dr. R. Peiper. — Begr. um 1829. geordnete Verm. seit 1836.
268. Bibl. des Königl. St. Matthias -Gymnasiums (Schuhbr. 37).
12 237 Bde u. c. 22 485 Progr.: 600 Mk. — Ob.-L. Dr. Eisner. — Ben.
durch nicht der Schule Angehörige gegen Bürgschaft eines ord. Lehrers
d. Anstalt. — Alph. Kat, in 3 Bden u. Realkat. in 4 Bden. — Eine
319
70 Breslau. ("2fi*
eigene Bibl. des Matth.-Gymn. wurde begr. 1811 bei Abtrennung des-
selben von der Univ. durch Ueberweißung aus der bisher, gemeinsamen
Bibliothek.
269. Bibl. des Königl. König -Wilhelms-Gymnasiums (8onnenstr.).
945 Bde u. c. 2000 Progr.: c. 600 Mk. — Ob.-L. Ziaja. — Begr. I
270. Bibl. des Realgymnasiums zum Heiligen Geist. 1176 Bde;
400 Mk. — Ob.-L. Dr. Bobertag. - Begr. 1849.
271. Bibl. des Realgymnasiums am Zwinger. Ca.8 Bde; 500
Mk. - Ob.-L. Jurisch. — Nur für die Lehrer der Anstalt — Begr.
272. Bibl. der Königl. Oberreal- u. Baugewerkschule. 4600 Bde,
2200 Brosch. u. Progr., 88 Mappen mit Baukonstruktionen usw. Verm.
2000 Mk. — Ord. L. Kosch. — Fr. 11-12 (im Winter 12-1). — Ben.
durch nicht der Schule Angehörige nur ausnahmsweise u. mit Genehm
des Direktors. — Begr. 1876. Spater einverL der grösste TheU der
Bestände der aufgelösten Gewerbeschulen zu Liegnits n. Bri(
273. Bibl. des Jüdisch -theologischen Seminars ..Fränckel'sche
Stiftung" (Wallstr. lb> JflcL-theoL Wissenschaft Bestand an hebr.
Druokw.: 8322 Bde (51 Bde Inknn.) u. 345 Brosch.; hebr. Hdss.
Bde; oichthebr. Druckw : 6951 Bde u. L802 Brosch. Verm. 1200 Mk.
— Bibliothekar Dr. B. Zuckermann, Doc am jud.-theoL Sem. — Mo.
u. Do. 12-1 . geschl in den Ferien. - Zunächst für die Lehrer de«
Sem. u. die Seminaristen: Verl. nach auswärts an bekannte Pen
od. unter Bürgschaft. — Alph. Kat. der hebr. n ler nicht hebr.
Werke. — Begr. 1854 durch den Ankauf der L BaravaTschen Bibl.
Hinzugekommen sind die Bibliotheken des Dr. B. Beer in Dresden (theil-
weis), des Sem.- Direktor- Dr. Z. Frankel, die hebr. Werke des Pro£
.T. Bernays in Bonn u. einige kleinere Sammlung
Neigebaur, Die Bibl des jüd.-theol. Seminars zu Bi a 3era]
- 157-362. — B. Zuckermann, Kat. d. Seminar-Bibl. Th. i. Vorwort Hdss.
Druckwerke: BibeL Jahresber. d. Sem 1670(2 - i u. d.
Tit.: Cat bibliothecae Semmarü judaeo-theologici vratislav., eont Ifl
dicum mss. hebraeor. rariasimor. et 263 bibliorum editionum descriptionem
Kd. 2. Vrat 1876. (X, 65 S. u. vermehrtes Druckf.-Vers.)
274. Königliches Staatsarchiv. Neue Taschenstr. 17. Bibliothek,
vorzugsw. Bilesiaca enth.. c. 5000 Bde u. c 200 Karten, Stiche u. Pläne.
Hdss., welche als Bolche aufgestellt Bind, c Ordenfl.Verm.-Et
200 Mk ansschliessl. d. Bindekosten. — K.l. S o. Archiv-
rath u. Prof. an der Fniv. Dr. Grünhagen — Wtgl. 8-1. — Die Bild,
ist nur für den Handgebrauch der Archivbeamten bestimmt —
1811. AB Deposits -ind Übergeben eine Ansah] von Werken u. Hdss.
aus der Bibl. des Vor. f. Gesch. u. Alterth. Schlesiens [s. Stadtbibl.].
Vgl. auch Burkhard!, Hand- u. Adressb. d. 1». Archive. 2. Aufl. I. S. 10-11.
275. Bibl. des Schlesischen Museums der bildenden Künste (Pro-
vinzialmuseum). Kunstwissenschaft 4600 Bde. Verm in den letzten
32U
280] Breslau. 71
Jahren durchschnitt!. 7000 Mk ausschl. d. Bindekosten. — R. Becker,
Bibliothekar u. I. Direktorialassistent. — Di. bis Sa. 10-2. — Ben. der
Bibl. nur im Lesesaal, ohne Beschränkung, ebenso wie die der Samml.
der Kupferstiche (c. 30 000) u. Photogr. (c. 16 000). — Begr. 1880 mit
der Eröffnung des Museums.
Im Museumsgebäude u. unter gleicher Verwaltung befindet sich
auch die Bibl. des Vereins für Gesch. der bildenden Künste
(begr. 1862), c. 200 Bde u. c. 1500 Kunstblätter, darunter die der
Arundel Society.
[Zu Nr 276-279 vgl. Vorbem. IV. 4.]
276. Bibl. der KÖnigl. Regierung (Am Lessingpl.). Haupts. Gesetz-
gebung u. Verwaltung. Ca. 7300 Bde einschl. 28 Hdss. u. 70 Karten;
900 Mk. — Reg.-Hauptkassen-Buchhalter Zgorzalewicz.
Kat. der vorhandenen Bücher in d. Bibl. d. Kgl. Regierung zu Breslau.
Br. 1889. (V, 143 S.)
277. Bibl. des Königl. Oberbergamts (Taschenstr.). Vorzugsw. Berg-,
Hütten- u. Salinenwesen, Jurisprudenz, Nationalökonomie, Socialpolitik.
Ca. 13 500 Bde; 2000-2500 Mk. — Bibl.-Kommission von 3 Mitgliedern
des Ob. -Berg-Amts; Verw. ein Büreaubeamter. — Wtgl. 9-12. — Ben.
durch Personen, die dem O.-B.-Amt nicht angehören, mit Genehmigung
des Berghauptmanns, die stets bereitwilligst ertheilt wird. — Seit Ab-
schluss des gedr. Kat. (1882) Inventarium nach der Zeit der Anschaffung.
— Begr. um 17»ü».
Kat. d. Bibl. des Kgl. Oberbergamts eu Breslau. Br. L881 (XII. 473S.);
Nachtr.zum Kat. ... Ende 1882 (648., l BL; Lithogr.).
278. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts (Ritterpl. 15). Ca. L73O0
Bde (1 Enkun.), mehrere Bdss.; 847 Einzelkarten. Venn. 3500 Mk. —
Ob.-L.-Ger.-8ekr. Kutsche. Ben, ist gestattet den Mitgliedern d. K»-
ferendaren des Ob.-L.-(;n\ d. der Ober-Staatsanwaltschaft o. den Rechts-
kandidaten, Bowie mit Erlanbn. des Ob.-L.-Ger.-Präsidenten den Rechts-
anwälten u. den Mitgliedern der Gerichte a. Staatsanwaltschaften des
Bezirks. — Standortskat mit alph. Repertorium (5 Bde); Bystem. Kat.
desgl. — Begr. L810 als Bibl. des rormal. Ob.-L.-Qer. in Breslau.
Kat. der in d. Bibl. d. Sgl. Appellations-Gerichts zu Breslau befindl. Werke.
Br. 1853. (3B1., IUI S.)
279. Bibl. des Königl. Landgerichts (Schweidnitzer Stadtgraben 2/3).
6a. 3200 Bde; L300 Mk. - Verw. der Erste Gerichtsschreiber. —
Begr. L849.
280. Dombibliothek, im Kapitelhause (Domstr. 13b). Vorzugsw.
kath. Theologie. Ca. 30000 Bde (o. LOO Enkun.), o. 50 Hdss.: ausserdem
<•. 2ni)i) Urkunden, zurückreichend bis Anfang des 13. Jahrh. — Vorst
Prälat Dompropst Dr. Kayser. Zugang! nach Verabredung mit dem
Kustos (■/.. Z. Sekretär d. Pttrstbischöfl. Kanzlei Buchmann). - Gedr.
Kat. v. lsiu (enth. nur die Bücher theo! u. kanonist Inhalts) m. adsl.
321
72 Breslau. [280
Nachträgen. — Neubegründet nach Zerstörung durch die Schweden 1632
u. vorzugsw. durch die Privatbibliotheken verstorbener Fürstbischöfe u.
Domherren vermehrt.
Cat. bibliothecae rev. capituli ad eccles. cathedr. S. Joannis Bapt. Vratisl.
P.l. Libritheol. Vrat. 1840. (I BL, 213 S.)
281. Bibl. des Fürstbischöfl. kath.-theol. Konvikts (Martinistr. 14).
Vorzugsw. Theologie. Ca. 7300 Bdeu. c. 100 Progr.; 100 Mk. — Biblio-
thekar z. Z. cand. theol. Czieschlik. — Wtgl. 2-3; geschl. währ. d. akad.
Ferien. — Ben. zunächst für die Konviktoristen, mit Bewilligung des
Präfekten des Konvikts auch für andere Studierende. — Begr. 1840.
Zumeist Schenkungen aus dem Nachlass der Diöcesanbischöfe od. an-
derer Diöcesangeistlichen. Einverl. 1889 die bereits vorher im Konvikt-
gebäude befindl. Bibl. des aufgelösten polnischen Studenten-Vereins.
282. Militärbibliothek (Bürgerwerder, Kaserne Nr 7). [Vorbem.
IV, 6.] 7309 Bde, 457 Karten; 700 Mk. — Im Sommer Di. 8-12, im
Winter Di. u. Fr. 8-12. — Benutzungsberechtigt der Bezirk der 1 1. Di-
vision. — Begr. 1890 durch Vereinigung der Provinzialbibl. der Artillerie
mit der ehemal. Bibl. der 11. Division.
Der Katal. d. Militär-Bibl. zu Breslau. Br. 1690.
JBrieg, R.-Bez. Breslau (Pr. Schlesien).
283. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Stiftsplatz 3). [Vorbem. IV, 2.]
Ca. 14 000 Bde u. 19 Hdss.; 500 Mk. — O.-L. Nitschke. — Alpli. u.
Realkat. — Begr. 1583 durch die Bibl. der Domkirche u. durch Ge-
schenke des Rektors Lorenz Cirkler, ausser anderen Vermächtnissen usw.
vermehrt durch die Bibliotheken der Herzöge von Brieg Johann Christian
(t 1639) u. Georg III (t 1664). Ca. 150 Nrn Notenwerke sind der K. u.
Un.-Bibl. Breslau leihweise überlassen. [Eine hebr. Ilds. = Wolf, Bibl.
hebr. IV, 85 ist überwiesen aus der 1876 verkauften ..Mich. Scholz'schen
Stiftungsbibl." (1613) in der Nikolaikirche. Die Kirche besitzt noch 1
hdsl. u. 2 gedr. Missalien vor 1500.]
Fr. Lucae, Schlesiens curieuse Denckwürdigkeiten. Frankf. a. M. 1689. 4.
S. 644-048. — K. F. Schönwälder u. J. J. Guttinann, Gesch. d. Kgl. Gymn. zu
Brieg. Bresl. 1869. S. 21. 45. 141 u. a. and. 0. — Arch. d. Ocs. f. alt. dtsche
Geschichtsk. XL 1858. S. 711-712. (3 Hdss.) — Guttmann, Einige kleine Funde
aus d. Bibl. d. Kgl. Gymn. zu Brieg. Progr. d. Gymn. zu Hirschberg 1875.
4. S. 3-5.
284. Bibl. des Königl. Landgerichts (Burgstr.). [Vorbem. IV, 4.]
Ca. 1000 Bde; 400 Mk. — Kanzl.-Rath Richter. — Begr. Anfang des
19. Jahrh.
Brilon (Pr. Wesfalen).
285. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.2500 Bde;
c. 350 Mk. — G.-L. Thier. — Sa. 2-3. — Begr. um 1850.
322
293] Bueckeburg. 73
Bromberg (Pr. Posen).
286. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Welzinplatz). [Vorbem. IV, 2.]
6890 Bde (5 Inkun.) u. c. 27 000 Progr.; 700 Mk. — Ob.-L. Dr. Witting.
— Mi. 12-1. — Begr. 1817: übernommen eine Anzahl Werke ans den
aufgelösten Klöstern zn Bromberg u. Krone. 1824-26 grosse Geschenke
d. Grafen Apollinaris v. Domski Erbh. auf Kackowo.
Witting (Ueb. d. Gesch. n. d. alten Drucke d. Gymn.-Bibl.) Progr. Bromb.
1878. 4. S. 22-24. — Kgl. Gymn. in Bromberg. Kat. d. Lehrerbibl. zusammen-
gestellt von Dr. Witting. Beil. zum Progr. 1886. 8. (74 S.)
287. Bibl. des Königl. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4600 Bde
(2 Inkun.) u. 10 500 Progr.; 400 Mk. — R.-G.-L. Dr. Deipser u. E. Hertel.
— Begr. 1851 mit der Anstalt.
Kgl. Realgymn. in Bromberg. Kat. d. Lehrer -Bibl. zusanmiengest. von
Engelb. Hertel. (Beil. z. Progr.) Bromb. 1891. 8. (92 S.)
288. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem. IV, 4.] Vorzugsw.
Rechtswissensch. u. Verwaltungslehre. 2340 Bde ; 900 Mk. — Reg.-Sekr.
Petzoldt. — Nur für Mitglieder u. Beamte d. Regierung.
Kat. d. Bibl. der Kgl. Regierung zu Bromberg. Br. 1873. (2 BL, 163 S.;
vorgedr. Ben.-Best.)
289. Bibl. des Königl. Landgerichts (Gr. Bergst. 4). [Vorbem. IV, 4.]
1617 Bde; 368 Mk. — Vorst. d. Präsid. des Landgerichts.
290. Militärbibliothek, im Hauphvachgebäude. [Vorbem. IV, 6.J
4457 Bde, 115 Karten; 960 Mk. — Fr. 12-1. — Benutzungsbereclitiut
die Garnisonen Bromberg, Gnesen, Inowrazlaw, Schneidemühl u. Dt. -Krone.
Osterroth, Kat. der Militiir-Bibl. zu Bromberi:. 1888. (103 S.)
Bruchsal (Baden).
291. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.5340
Bde; 500 Mk. — Prof. Dietz. — Weiteren Kreisen nicht zugänglich.
<;r(lr. Kat. für Ostern 1892 angekündigt.
Buchsweiler (Elsass-Lothr.).
292. Bibl. des Kaiserl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 2520 Bde;
c. 400 Mk. — Ob.-L. Dr. Tuchhändlrr.
Bueckeburg (ßchaumb.-Lippe).
293. Fürstliche Hofbibliothek, auf dein Bog. Barkhausen-Hof neben
(I. Rathhaus. Aeltere Bestände aus allen Fächern, fortgeführt wird
wesentl. Geschichte nebsl Hülfe Wissenschaften, (a. 60000 Bde (darunter
wenige Inkun., 325 Sammelbde alt. Jurist. Dissert. u. 240 Bde mit c.
5000 Leichenpredigten), c. 200 jüngere Bdss. Verm.-Et. 1200 Mk. —
Hofbibliothekar (N.-A.) Dr. Habersang, Gymn.-Oberlehrer ; 1 Diener. —
Mi. n. Sa. 12-1 •. geschl. im Juli u. bei etwaiger Beurlaubung des Hof-
bibliothekars. Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Versendung nach auswärts
323
74 Bueckeburg. [293
mit Genehmigung des Fürst]. Hofmarschallamts. — Aelterer alphab.
Kat. (16 Bde) u. Standortskat. (3 Bde). Neu angefertigt Zettelkat. mit
Schlagwörtern u. systemat. Bandkat. (bis jetzt 8 Bde). Doppelter Kat.
der Leichenreden (je 3 Bde nach d. Namen d. Verfasser u. der Ver-
storbenen). — Angelegt um 1610; zu Anfang dieses Jahrh. wurde ihr
die vom Grafen Wilhelm zu Schaumburg - Lippe gegründete bis dahin
auf dem Wilhelmstein befindliche Militärbibl. einverleibt.
294. Bibl. des Fürstl. Gymnasium Adolfinum. [Vorbem.IV,2.] Ca.
6000 Bde u. c. 6000 Progr.: 350 Mk. — Ob.-L. Dr. Habersang. —
Entstanden aus den Privatbibliotheken der früh. Rektoren d. Anstalt
Prof. Habicht (f 1839) u. Prof. Burchard (f 1887). Di«- in der Bibl.
aufbewahrten Bestände des ..Wissenschaftl. Lesezirkels" (bis jetzt c. 400
Bde) sind auch für die dem Lehrerkollegium nicht Angehörigen Mit-
glieder dieses Vereins zugänglich.
295. Bibl. des Fürstl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1200 Bde;
300 Mk. ausserdem Verm. durch Oeberweisuiigen aus dem juristischen
Leseverein. — Landrichter Wippennann. — Begr. 1879: einverleibt
die Bibl. der früheren Fürstl. .Justizkanzh-i (c. 240 Bde).
Huedintren (Grossherz. Hessen).
296. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV. 2.] (a.
6500 Bde (1 Infam.); 400-430 Mk. — G.-L. Dr. K. Osswald. — Begr.
in der ersten Hälfte des 17. Jahrh.
II. Weyerhäuser, Mittheilungen Hb. d. Gymnasialbibl. zu Büdingen oebe
Verz. der in ihr befind! Bücher aus d. 1"».. 16. u. IT. Jahrh. Pr<>::r. Bttd. [881.
4. S.3-24.
297. Fürstl. Isenburgische Schlossbibliothek. Bes. vertreten Ge-
schichte, Bpec. Kriegsgeschichte, Ca. 20 000 Bde n.eine grossere Anzahl
Karten. Verm. -Et. unbestimmt. — Verw. FfirstL Kmmmersekr. Illiir. —
Steht auf Wunsch zur Benutzung frei. — Alph.-Bystem. Kat. in Bandturm.
BlietzOW (Meeklenb.-Schw.).
298. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4165 Bde:
kein fester Etat. — Dir. Dr. Wineklei u. R.-G.-L. Krasemann. — Keine
Beschränkung in der Benutzung. — Besteht seit Gründung der Schule
(1860), bedeutend vermehrt zu Anfang der siebenziger Jahre: erhält
vom „Allgcmein-wissenschaftl. Leseverein" die Zeitschriften u. Bücher,
welche den Zirkel durchlaufen haben, unter der Bedingung, dass den
Mitgliedern Entleihung derselben freisteht.
Blllizlau (Pr. Schlesien).
299. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV. 2.] 3300 Bde
u. c. 9000 Progr.: 450 Mk. — Ob.-L. Luchterhand. — Begr. 1860 mit
dem Gymnasium.
324
305] Burgsteinfurt. 75
300. Bibl. der Königl. Waisen- u. Schulanstalt. Ca. 7200 Bde
(1 Inkun.); 250 Mk. — Ob.-L. Rudolph. — Begr. durch ein Legat des
1760 in Goldberg verstorbenen Diakonus Windeck, durch Geschenke
reich vermehrt, 1813 von den Franzosen verwüstet, 1816 aus den
Resten neu begründet, aber seitdem nicht bedeutend gewachsen. [In
der Waisen- u. Schulanstalt befindet sich auch die Bibl. des Kgl. ev.
Schullehrerseminars von c. 2000 Bden.]
Cat. für die Bibl. der Kgl. Waisen- u. Schul- Anstalt zu Bunzlau. B. 1869.
(VIII, 192 S.)
301. Rathsbibliothek. 2006 Bde, 55 Hdss., 66 Perg.- Urkunden;
325 Mk. — Vorst. der jeweil. Bürgermeister-Beigeordnete. — Zugängl.
während der Büreaustunden. Versendung von Hdss. nur mit Geneh-
migung des Magistrats. — Realkat. (1 Bd.). — Eine ältere 1610 be-
gründete Bibl. soll 1629 zu Grunde gegangen sein.
Burg, R.-Bez. Magdeburg (Pr. Sachsen).
302. Bibl. des Königl. Viktoria- Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
3823 Bde u. c. 19 000 Progr. ; 500 Mk. — Ob.-L. Rambeau. — Begr. 1846
als Bibl. der damaligen Stadt. Realschule (seit 1864 Gymn.).
Burghausen a. d. Salzach (Bayern, Ob.-B.).
303. Bibl. des Königl. hum. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5032 Bde,
8466 Progr., 118 Landkarten usw. Verm. 772 Mk. — Der Rektor Dr.
A. Deuerling. — Nur für die Lehrer der Anstalt. — Aeltere Bestände
(16.-18. Jahrh.) stammen aus dem früh. Jesuiten-Gymn. u. Lyceum, eine
kleine Zahl Bücher aus der isolierten Lateinschule (1809-1872), der
grösste Theil aus Anschaffungen seit 1872.
Burgsteinfurt (Pr. Westfalen).
304. Bibl. des Fürstl. Bentheim'schen Gymnasium Arnoldinum.
| Vorbem. IV, 2.] 4640 Bde u. c. 15000 Progr., 80 geogr. Karten ; 450 Mk.
— G.-L. Daecke. — Begr. 1853. Mit der Bibl. verbunden, aber bes.
aufgestellt u. katalogisiert i>t die Bibl. des alten Gymnasium Ar-
no hl inum, begr. um 1600 u. bis z. Ende des 18. Jahrh. ziemlieh regel-
mässig vermehrt. Einverl. die Bibl. des Jur. Job. Winand Pagenstecher
(1688); Verluste im 30jähr. Kriege. Gegenwärtiger Best 1800 Bde,
darunter 9 Hdss. u. 7 Inkun.
II. N. Funok. Nachr. \. d. Bibl. d. Akad. Gymnasiizu Burg-Steinfurt B. 1774.
(183 S.) - K. Hamann. Die Bdss. ii. alten Drucke d. Gymn. Arnoldini in
Burjrsteiiifurt. Progr. d. G. Bürgst. 1877. (Iserlohn.) 4. S. 13-23. (Enth. Gesch.
d. Bibl., die Hdss. u. Inkun. •. nicht fortges.)
305. Fürstl. Bentheim'sche Bibliothek, im Kunsthause. Ca. 10000
Bde (zahlreiche Inkun., wenige Bdss.) n. viele Kupferstiche. Wird nicht
vermehrt. — Den Schlüssel des Kunsthauses verwahrt Dom&nenrath
Meyer; Zutritt ganz ausnahmsweise gestattet. — Kat. vorhanden, jedoch
nicht vollständig.
325
76 Butzbach. [306
Butzbach (Gr. Hessen).
306. Kugelhausbibliothek, im I. evang. Pfarramt. Ca. 1000 Bde
(darunter 374 ältere Werke) aus fast allen Fächern. Verm. gegenwärtig
75 Mk. — Der I. ev. Pfarrer, z. Z. Pf. Schrimpf. — Wird von Bürgern
Butzbachs u. den benachbarten Pfarrern u. Lehrern benutzt. — Von
der aus dem Mittelalter stammenden Bibl. des Kugelhausstiftes kam der
beste Theil 1771 in die Univ.-Bibl. Giessen.
C = K s. unter K.
Celle (Pr. Hannover).
307. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5430 Bde
u. eine Anzahl Karten: Programme von 1787 an, seit 1856 ziemlich
vollständig. Verm. 600 Mk. — Konrektor a. D. Dr. Langreuter. — Mo.
Mi. u. Sa. 12-1. — Begr. 1780; jedoch ist erst seit 1874 ein bestimmter
Verm. -Etat vorhanden.
(J. Langreuter, Kat. d. Kgl. Gynin.-Bibl. Celle 1884. (178 S.)
308. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3500 Bde;
Programme seit 1877; 500 Mk. — 1. Ord. L. Dr. Ed. Rössler. —
Begr. 1875.
Druck des System. Kat. in Vorbereitung.
309. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca.
20000 Bde u. 105IIdss.; c. 2500 Mk, zum Theil aüfl Stiftungsmitteln.
— Decernent O.-L.-G.-Rath Dr. Fabricius; Bibl.-Sekr. O.-L.-G.-Sekr.
Johannes. — Auf Wunsch jederzeit zugänglich. — Gesammelt seit 1711;
von Bedeutung erst durch die Stiftung des Bürgermeisters der Altstadt
Hannover Christian Ulr. Grupen (f 1767), der 1743 seine werthvolle
Bibl. nebst einem Kapitale vermachte u. zum Theil schon bei Lebzeiten
tiberwies. Neben der Jurisprudenz sind in den älteren Beständen auch
alle anderen Wissenschaften vertreten.
(F. A. v. Arnsberg) Kat. der Bibl. des Kon. Hannov. Ober- Appellations-Ge-
richts zu Celle. Hannov. 1862; 1. Nachtr. z. Kat. d. Bibl. d. Kgl. Appell.-Ger.
zu Celle. 1S75. (XXIV, 659; VI. 77 S.)
310. Kirchen-Ministerial-Bibliothek (gegenwärtig An der Kirche 5).
Vorzugsw. theol. Litteratur, namentlich der Reformationszeit u. des
17. Jahrh. Ca. 25 000 Bde (80-100 Inkun.) , 53 Hdss., c, 100 Karten,
Stiche usw.; Verm. 1000 Mk. — Archidiakonus Rauterberg. — Mi. u.
Sa. im Sommer 2-4, im Winter 12-1; geschl. in der Pfingst- u. der
ersten Septemberwoche. — Benntzungsbestimmiingen die üblichen. —
Alph. u. Realkat. in je 5 Bden, Diss.-Kat. u. Kat. üb. eine Samml.
neuerer bist. Litt, in je 1 Bd. Eine vollständige Neuordnung u. Neu-
katalogisierung (durch Dr. G. Kampffmeyer) im April 1891 begonnen.
— Den Grundstock bilden 1) die von Wilhelm II. 1582 begründete,
von dessen Nachfolgern vermehrte Herzogl. Bibliothek; 2) die vom
326
314] Chemnitz. 77
Generalsuperint. M. Ondermark (f 1569) hinterlassene Büchersammlung.
Von späteren Einverleibungen bemerkenswerth die Samml. von Agenden.
KirclienordniiDgen usw. des Arcliidiakonus Chrn Jul. Bockelmann (f 1735).
(E. Spangenberg) Beschr. d. Stadt Celle. Celle 1826. S. 162-169. — H. Ch.
Heinibürger, D. Kirchen-Min.-B. zu Celle, e. kurze Darst. d. Gesch. u. Nach-
weisuug d. Bestandes derselben, eb. 1848. (VI, 172S.)
Zellischer Ministerial-Bibliotliec Catalogus od. Büclier -Verzeichnis. Zelle
1740. (Nur 10 x / 2 Bogen gedr., der Eest als Ms. im Besitz der Bibl.). — H.
C. König, Bibliotheca Agendorum, best, aus e. vollst. Catalogo derer Kirchen-
Ordnungen, Agenden . . ., w Chr. Jul. Bokelmann . . . gesammelt. Zelle 1 720.
4. (4 Bl., 268 S.) — Ein neuer (system.) Kat. soll in 2-3 Jahren in den Druck
gegeben werden.
311. Militärbibliothek, im Offizier -Kasino des 2. Hann. Inf.-Re^.
Nr 77. [Vorbem. IV, 6.] 1071 Bde ; 400 Mk. — Mo. u. Do. 12-1 ; geschl.
im April. — Benutzungsberechtigt die Garnisonen bez. Laudw ehrbezirke
Celle, Lüneburg u. Uelzen. — Begr. 1890 aus Doubletten der Bibl. der
19. Div., der Bibl. der 10. Artill.-Brigade u. der Militärbibl. Hannover.
Kat. der Kgl. Militair-Bibl. zu Celle. (1-S91) 4. (Autogr. : m. freiem Kaum
zu Nachträgen.)
Charlotten bürg (Pr. Brandenburg).
Technische Hochschule s. Berlin (1 10).
312. Bibl. des Königl. Kaiserin-Augusta-Gymnasiums(Berlinersti. 47).
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 2300 Bde u. c. 5000 Progr. ; 500 Mk. — G.-L.
Dr. Groth. — Begr. 1866.
313. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums (Schillerstr. 29/31). [Vor-
bem. IV, 2.] 1200 Bde u. c. 2400 Progr. ; 600 Mk. Ob.-L. Flindt.
— Begr. 1886.
Chemnitz (K. Sachsen).
314. Stadtbibliothek (Markl 1 1. 26000 Bde (40 Inku...). 10 Bdss.;
ausserdem Kupferstiche u. a. Verm. 2400 Mk, davon 400 Mk Ertrag
einer Stiftung. — Realgymn.-Ob.-L. Prof. Dr. König o. Dr. Uhle.
Mo. n. Fr. 5-7 d. Ml 12-1; geschl. währ, der Sommerferien. — Ben.
s. Vorbem. IV, 1. — Alphab. n. Realkai, beide in Zetteln. — Begr.
1869. Einverleibt die frühere LycealbibL, begr. l»il<> durch Vermächt-
niss des Rektors A. Andrea. Die Naturwissenschaft!. Gesellschaft a.
der Ver. f. Chemnitzer Geschichte überweisen ihre Eingänge (letzterer
nur theilweise, vgl. unten 319), der Wissenscliat'tl. Lesezirkel die ans
dem Umlanf gezogenen Bfloher.
Regulativ die Stadtbibl. betr. Chemn., II. Nov. isjjo. — Kat d. Stadtbild,
/ii Chemnitz. Abth. 1 n. 2. Chemn. 1880-1882 (222 u. 142 S.); I. Nachtr. 1885
(59 S.); ein 2. Nachtr. soll 1892 erscheinen. [Die ältere Litt, über die Lyceal-
bibl., deren Bestand in den Kar. der Stadtbibl. aufgenommen ist, b. bei Vogel
u. Petzholdt.J
327
78 Chemnitz. [31»
315. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Hohe Str. 25). [Vorbem.IV, 2.]
Ca. 3100 Bde u. c. 10 000 Progr.: c. 1300 Mk. — Ob.-L. Dr. Richter.
— Begr. 1868.
316. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums (Reitbahnstr.). [Vorbem.IV, 2.]
Ca. 3500 Bde u. c. 10 000 Progr. u. Brosch. in 360 Kapseln; Verm.
durchschn. 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Kirchner. — Begr. 1858.
317. Bibl. der Technischen Staatslehranstalten (Schillerpl. 6/7).
Vorzugsw. technisclie Fächer u. Naturwissenschaften. Bestand am 1. Febr.
1891: 18 287 Bde, 4493 Brosch. (meist Progr.), 351 Karten. Verm.
nach Massgabe der vorhandenen Mittel. — Vorst. (N.-A.) Prof. Dr. Hfilsse ;
1 Expedient. — Wtgl., ausser Dienst., 10-12 u. 3-5, währ, der Ferien
nur Vorm. — Autorenkat. in 3 Bden u. in Zetteln, Fachkat. in Zetteln
(diese meist gedruckt). — Begr. mit der Königl. höheren Gewerbeschule
1836; mit ihr vereinigt sind die Bibl. derKönigL Bangewerkenschule n.
Werkmeisterschule. Die landwirthschaftl. Abtheilung ist nach Doebeln
abgegeben,
Mittheilungen über die Bibl. in: Civilingenieui Bd32. 8.809; Bd34. S.441;
Bd35. S.467; Bd36. 8. «08; Bd 37. 8. 445. — Kat. d. Bibl. der teenn. Staats-
lehranstalten zu Chemnitz. Ch. 1683 (Tl. 70-J 8.); Nachtr. /.. Kar. .. . Zuwachs
v. Ende d. J. 1882 bis SI.Dec. I8«0. eb. 1891 (IV. 31.1 8.).
318. Bibl. des Königl. Sachs. Meteorologischen Instituts (Schloss-
berg 12), bestellend hauptsächlich aas den im Tauschverkehr mit wissen-
schaftlichen Instituten. Vereinen usw. eingehenden Werken, gegenwärtig
c. 5000 Bde; Zuwachs jährlich 400-500 Bde. — Vorst der Direktor
des Instituts Prof. Dr. Paul Schreiber. — Ausleihung findet unter den
üblichen Bedingungen statt. — Das Institut ist 1882 von Leipzig nach
Chemnitz verlegt.
319. Bibl. des Vereins f. Chemnitzer Geschichte (Aeuss. Johann.-
Str. 14 I). [Vorbem.IV, 7.] Ca. 2000 Bde. haupte. Orts- n. Landeskunde.
Wird ausser durch Tausch u. Geschenke nach Bedflrrniss auch durch
Ankauf vermehrt, — Bibliothekar Bezirksschullehrer A. Lauckner. —
Freit, 5-7. — Begr. 1872. Einverleibt die Specialbibl. des Münzsamm-
lers Wenig. Die im Tausch eingehenden Veröffentlichungen der ausser-
sächsischen Geschichtsvereine werden an die Stadtbibl. abgegeben.
Kat. in den Mittheilungen d. Ver. f. Chemn. Gesch. 1. 1S73 75 - 111. 1879 81.
Schloss Czerniejewo b. Schwarzenau, Kr. Witkowo (Pr. Posen).
320. Majoratsbibliothek Radomice-Czerniejewo (Besitzer GrafSigis-
mund Skörzewski). Ca. 20 000 Bde (300-400 Inkun.). — Begr. durch
den Vater des jetzigen Besitzers, Gr. Rajmund Skörzewski. Reich an
alten polnischen Drucken.
Notiz v. L. Kurtzmann in der Zeitschr. d. Hist. Gesellsch. f. d. Prov. Posen.
I. 18S5. S. 159.
328
323] Danzig. 79
Dauzig (Pr. Westpreussen).
321. Stadtbibliothek, Schüsseldamm. Ca. 70 000 Bde (Angabe auf
Grund einer 1884 vorgenommenen Zählung) einschl. 446 Inkun. ; 1182
Hdss. Verm. 3414 Mk. — Stadtbibliothekar Ob.-Lehrer Hoflfmann; 1
Kustos; 1 Diener (sämmtl. im N.-A.). — Wtgl. 2-5, im Winter 2-4;
geschl. währ. d. Schulferien im Juli. — Benutzung s. Vorbem. IV, 1.
Versendung an andere Bibl. zur Benutzung in deren Räumen, an ein-
zelne auswärt. Benutzer nur nach eingeholter Genehmigung des BibL-
Kuratoriums (Gesuche z. H. des Stadtbibliothekars). — Alph. Zettelkat. ;
Realkat. in 48 Bden. Neuer System. Kat. für einzelne Fächer in Arbeit.
— Erste Schenkung zur Errichtung einer den Zwecken des Gymnasiums
dienenden Rathsbibl. 1582, eigentl. Gründung 1591 durch die Schenkung
des Giov. Bern. Bonifacio Marchese d'Oria, seit 1597 grössere Ankäufe
aus öffentl. Mitteln, Geschenke u. Vermächtnisse. Unter den einver-
leibten Sammlungen bes. zu nennen die von Mich. Chrph Hanow (f 1773),
Rathsh. Val. SchliefF (f 1750; die Samml. kam nach Aussterben der
Familie 1783 an die Bibl.), die Bibl. des polnischen Predigers an St.
Annen Chrph Coel. Mrongrovius (f 1855), von Theod. Friedr. Kniewel
(1856), die grossentheils hdsl. Samml. der Familie v. Gralath (1867),
die Gedanensia von Mattli. Gotth. Löschin (f 1868). In den älteren
Beständen sind alle Fächer vertreten; bes. gepflegt werden gegenwärtig
Lokal-, Provinzial-, deutsche u. allgem. Geschichte, Geographie, deutsche
Litt, Kunstgesch. u. Nationalökonomie. Seit c. 1819 befindet sicli die
Bibl. in der für ihre Zwecke nach und nach ausgebauten ehemaligen
Jakobskirche.
Der Stadtbibl. sind zur Verwaltung übergeben die Schwarz-
wald'sche Bibl., vom Bürgermeister Ileinr. v. Schwarzwald im 17.
Jahrh. angelegt u. 1708 der reformierten Gemeinde vermacht, und die
Uphagen'sche Bibl., dem v. Uphagen'schen Fideikommiss gehörig,
13 603 Bde, darunter 240 Hdss., aus allen Gebieten bis zum Ende des
18. Jahrh., bes. wichtig für Gesch. Danzigs u. des poln. Preussens.
.). ('. G. v. Duisburg, Versuch ein. hist.-topogr. Beschr. d. St. Dantzig. I).
1809. S.30U-305. 309-310. Vgl auch G. LöschiD, Danzig u. seine Umgebungen.
4. Aufl. Dan/, 1 8C>(i. — Reglement f d. Ben. d. Stadtbibl. Dan/., i sei. toi.
E. Steffenhagen, Romanist, u. oanon. Hdss. in Danzig. A. Stadtbibl. Zeitschr.
f. Reehtsgesch. X. 1872. 8.296-301. — Kat. d. Danziger Stadtbibl. , verfert.
a. hrsg. im Auftrage der städt. Behörden. Bd I. Th. l. i>ie Danzig betr. lltlss
(v. A. Bertling). Dan/.. 1892. (X. 851 S.; der zweite Theil, bearb. vom Stadt-
blbliothekar Hoffmann, soll die gedruckten Gedanensieo enthalten.)
[Zu 322-325 vgl. Vorbem. IV, 2.]
322. Bibl. des Kbnigl. Gymnasiums, im Erdgeschoss der Direktor
Wohnung (Dan, --arten 14). 2630 Bde u. c. 11000 Progr.; 900 Mk. —
Ob.-L. Kowaleck. — Begr. 1876.
323. Bibl. des Städt. Gymnasiums (am Winterplatz). Ca. 9300 Bde
ausseid, d. Zeitschriften u. Schulprogr. ; c. 1000 Mk einschl. Zuschusa
a. einer Stiftung- von 1752. — G.-L. Dr. H. Friedrich. — Alph. Kat.;
329
80 Danzig. [323
neuer Zettelkat. begonnen. — Begr. bei Reorganisation des Gymn. 1817,
nachdem die Rathsbibl., die zugleich Gymn.-Bibl. war, von der Anstalt
gänzlich getrennt worden war. Nur ein sehr kleiner Bestand ist in die
Gymn.-Bibl. übernommen.
Th. Hirsch, Gesch. d. Danz. Gymn. seit 1814. (In: Gymu. Gedan. sacra
saecularia tertia. 1858. 4.) S. 27-2^.
324. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums zu St. Johann (Fleischer-
gasse 25/28). 4700 Bde u. c. 6500 Progr.; c. 660 Mk, zugleich für an-
dere Lehrmittel. — Ob.-L. Schumann u. Weidemann. — Begr. 1866.
Der 1868 verstorbene Direktor Dr. Löschin überwies durch Testament
aus seiner Bibl. sämmtliche der deutschen Litteratur angehörigen Werke
mit der Verpflichtung getrennter Aufstellung u. mit einem Kapital zur
Vermehrung im gleichen Fache (Bestand gegenwärtig 2891 Bde, Venu.
c. 120 Mk, beides in obigen Zahlen einbegriffen).
325. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums zu St. Petri u. Pauli (Poggen-
pfiilil). 2650 Bde; 540 Mk, zugleich für andere Lehrmittel.— Ob.-L.
Prof. Franken.
326. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem.IV,4.] Ca. 2000 Werke,
welche zur Ergänzung des den einzelnen Decernenten zur Verfügung
stellenden Nachschlageapparates dienen.
327. Bibl. des Königl. Landgerichts, in den gerichtl. Geschäfts-
gebäuden (Weissmönchenkircheng. 5/6, Langemarkt 43 u. Neugarten 27).
[Vorbem.IV, 4.] Ca. 3100 Bde. — L.-Ger.-Sekr. Becker. — Begr. walir-
scheinl. im 18. Jahrh.
328. Allerheiligen -Bibl. der ev. Oberpfarrkirche zu St. Marien.
354 Bde Drucke (123 Inkun.), 251 Bde Hdss.; kein Verm. -Fonds. —
Vorst. ein Geistlicher der Marienkirche, z. Z. Archidiakonus Bertling.
— Standortskat.; Hdss.- u. Ink.-Kat. , alle von Archidiak. Lengnich
1789 angefertigt. — Begr. 1413, vermehrt 1546 durch die Bibl. des
Danziger Reformators Pankr. Klemme, seitdem dann u. wann durch
Schenkungen.
Th. Hirsch, D. Ober-Pfarrkirche von St. Marien in Danzig. Th. 1. Danzig
1843. S. 367-371. — C. B. Lengnich's Nachr. v. einer in d. überpfarrk. zu
St. Marien in Danzig unlängst von ihm entdeckten . . . Bibl. ; nebst e. Bcschr.
der ältesten gedruckten darinn betindl. Bücher. In: Hist.-litt.-bibliogr.
Magazin hrsg. v. J. G. Meusel. St. 3 (1791). S. 63-94; St. 4. S. 139-166; St. 5
(1792). S. 96-132. — E. Steffenhagen, Romanist, u. canon. Hdss. in Danzig.
B. Marienbibl. Zeitschr. f. Rechtsgesch. X. 1872. S. 301-308.
329. Bibliotheca Zappio-Johannitana, in der St. Johanniskirche.
Vorzugsw. Theologie. 3112 Nrn; 225 Mk. — Unter Verwaltung der
Zach. Zappio'schen Testamentsstifrung : Bibliothekar Pred. an d. Jo-
hanniskirche Auernhammer. — Bestimmungsgemäss zum Gebrauch der
Prediger der Kirche, doch wird sie auch von anderen Theologen u.
den Litteraten der Stadt benutzt. Versendung nach auswärts findet
330
333] Darmstadt. 81
nicht statt. — Hauptkat. (Stanclortskat. mit Reg.) in der Bibl. u. in den
Händen des Bibliothekars. — Begr. 1689 durch Stiftung des Kirchen-
vorstehers Zacharias Zappio.
Job. BernouüTs Reisen durch Brandenburg usw. Bd2. Leipz. 1779. S. 243-245.
330. Militärbibliothek, im Militär-Kasino (Melzer Gasse 7/8). [Vor-
bem.IV, 6.] Ca.3600Bde; c. 700 Mk. — Di. u. Fr. 3-4; geschl. im
April. — Benutzungsberechtigt die Garnisonen Danzig, Pr. Stargard,
Stolp, Schlawe, Dt. Eylau, Soldau, Neustadt, Marienburg, bez. der Bezirk
der 71. Inf. -Brigade u. d. Bez. Marienwerder. — Bis 1890 Bibl. der
2. Division.
Gedr. Kat. v. 1890 (148 S.).
331. Bibl. der Naturforschenden Gesellschaft, im Hause der Ge-
sellsch. (Frauengasse 26). Ca. 10 000 Bdeu. viele kleine Hefte; c. 1700 Mk.
— Yorst. (N.-A.) Kayser, Astronom der Naturf. Ges. — Geöftn. wtgl.
Vormitt. — Seit Gründung der Ges. (1743) gesammelt u. in den letzten
25 Jahren durch Schriftentausch erlieblich vermehrt.
Kat. der Bibl. d. naturf. Ges. Dauzig 187-1. (176 S.) Nachträge regelmässig
iu den Schriften der Nat. Ges. N. F.
Darfeld b. Koesfeld (Pr. Westfalen).
332. Gräfl. Droste-Vischering'sche Bibliothek (Bes. Klemens Graf
v. Droste-Vischering). Ca. 7000 Bde. — Vorst. Vikar Dr. Heinr. Samson.
— Nicht zum öffentl. Gebrauch. — Alpli. u. Sachkat. — Begr. wahr-
scheinl. im 17. Jahrh. Noch nicht nach Darfeld überführt die Bestände
in Vor he Im b. Beckum, c. 5000 Bde meist theolog. u. geschichtl. Inhalts,
früher den Brüdern Klemens August (Erzbisch, v. Köln), Kaspar Max
(Bisch, v. Münster) u. Franz v. Dr.-V. gehörig.
Darm Stadt (Gr. Hessen).
333. Grossherzogl. Hofbibliothek, im Residenzschloas, Ca. 400000
bibliograph. Bde (m. 2100 Inkun.), c. 3300 Ildss.: 1100 Nrn Hand-
zeichnungen, üb. 4000 Karten, 1000 Bl. Ansichten, üb. 6000 Nrn Musi-
kalien. Verm.-Et. 28000 Mk. — Hofbibliothek-Direktor (II.-A.) Dr. Willi.
Maurer: 3 etatmäss. wissenschaftL Beamte; 1 Kanzleibeamter ; 1 Diener.
— Wtgl. 9-1 u., ausser Sa., 3-5 (im Winterhalbj. 2-4). — Ben. s.Vor-
bem.IV, 1. — Alph. Kat. auf Oktavblättern; Real- (zugl. Standorts-)
Kat. auf Folioblättern; desgl. alph. u. syst. Kat. der Hdss.; alph. u. syst.
Kat. auf Oktavblättern für die Musikalien, desgl. Specialkataloge f. Hand-
zeichnungen, Karten, Ansichten, Inkunabeln. — Eine eigentliche Schloss-
bibl. wurde begr. von Landgr. Ludwig VI. (1661-1678) aus den seit dem
16. Jahrh. angesammelten Büchern u. der Bibl. des Job. Mich. Mosche-
ros ch, aufgestellt erst unter Ernst Ludwig um 1690. Dazu kam 1719
die Bibl. des Landgr. Philipp von Butzbach (f 1643), 1768 die Bibl.
des Geh. Reg.-Raths Jos. Jak. Hombergk, 1772 die „Hanauische Bibl."
de- Regi9tr. Henning (schon 1733 nach Darmst. gebracht), 1790 die
331
Beiheft io. u
82 Darmstadt. [333
Bibl. des Geh.-R. Andr. Böhm in Giessen, gegen Ende des 18. Jahrh.
die Bestände der nicht besonders reichen Klosterbibliotheken in Seligen-
stadt, Hirschhorn, Bensheim, Wimpfen, Dieburg, 1811-1815 eine Anzahl
grösserer Privatsammlungen : vom Med. E. G. Baidinger, Kirchenr. Geo.
Nik. Wiener, Geh.-R. H. K. Jaup, Oberhofpred. Joh. Aug. v. Stark, Hof-
pred. Geo. Wilh. Petersen. [Die 1813 nach Darmstadt gebrachten Hdss.
der Kölner Dombibl. sind 1867 nach Köln zurückgegeben worden].
Neben der Hof bibl. bestand eine besondere Kabinetsbibl., deren Grund-
lage die Bibl. der Landgräfin Karoline bildete (Katal. von 1763 vorhd.),
sehr bereichert unter Ludwig X. (seit 1790) besonders durch die Bibl.
des Kriegsraths Merck (1793), die Sammlung alter Drucke von G. Fischer
u. von Podozzi in Mainz (1803), namentlich aber durch die Bibl. des
Baron v. Hüpsch in Köln mit c. 4000 Drucken u. c. 800 Hdss. , unter
beiden Stücke ersten Ranges (1805). Diese Kabinetsbibl., nicht zu ver-
wechseln mit der jetzt bestehenden (Nr 334), wurde 1817 mit der Hof-
bibl. vereinigt. Später kamen hinzu: 1845 die Bibl. des Raths Wun-
derlich (Alchimie u. geh. Wissensch.), 1871 die Grossh. Militärbibl.,
1873 die Grossh. Hofmusikbibl., 1888 die Bibl. des Hist. Ver. f. d. Grossh.
Hessen, der auch die weiteren Eingänge unter Vorbehalt des Eigen-
thumsrechts überweist, 1890/91 ein Theil der Bibl. der Vereinigten
Gesellschaft, 1891 die ehemal. Kriegsministerialbibl. Der Ver. hessischer
Aerzte in Darmstadt liefert die von ihm gehaltenen med. Zeitschriften
(26) unentgeltlich, die Vereinigte Gesellsch. eine Reihe von Zeitschriften,
Zeitungen u. Büchern zu ermässigtem Preise ab. — Pflichtlieferungen der
Verlagsbuchhändler in den Prov. Starkenburg u. Oberhessen, der Buch-
drucker in der Prov. Rheinhessen.
Ph. A. F. Walther, Gesch. d. Grossh. Hofbibl. in Darmstadt. Arch. f. Hess.
Gesch. u. Alterthumsk. Bd 11. 1867. S. 521-559; auch in Dess. Beitr. z. näh.
Kenntu. d. Gr. Hofbibl. S. 1-39. — A. A. E. Schleiermacher, Bibliogr. System
d ges. Wissenschaftskunde. Th. 1. 2. Braunschw. 1852. (Enthält, abges. von
einigen Aenderungen, das Schema des Realkat.) — Benutzungs-Ordn. d. Gross-
herzogl. Hofbibl. zu Darmstadt. 1890. D. 1890.
J. G. H. Conradi, Catal. Bibliothecae med.-phys. Ern. Godofr. Baldingeri.
T. 1. 2. Marb. 1805. (1168 S.) — (Hnr. Hofmann) Altdeutsche Hdss. zu Darm-
stadt. Altdeutsche Blätter hrsg. v. M. Haupt u. H. Hofmann. Bd 1. Leipz.
1836. S. 380-382. — System. Kat. der Grossh. hess. Militärbibl. Darmst. 1860.
(XXII, 258, 51 S.) — Ph. A. F. Walther, Beiträge z. näh. Kenntniss d. Grossh.
Hofbibl. zu Darmstadt. D.1867 (5B1., 157S.); Neue Beiträge 1871 (XV, 168S).
— Accessions-Kat. d. Grossh. Hofbibl. in Darmstadt 1873-1876 (jährl. 4 Nrn);
Suppl. zu 1873: Die Musikalien d. Gr. Hofb. zu Darmst. D. 1874. (169 S.) —
Zugangs-Verz. d. Gr. Hofb. in D. 1877-1885 (jährl. 4 Nrn); 1886-1890 (jährl.
5 Nrn); von 1891 an jährl. 1 Heft. — E. Dümmler, Mittlieil. aus Hdss. N.
Arch. d. Ges. f. ä. dtsche Geschichtsk. XL 1886. S. 408-412. — F. W. E. Roth
u. Ad. Schmidt, Mittheil, aus Darmstädter Hdss. Ebendas. XIII. 1888. S. 591-
602, bez. (503-622. — F. W. E. Roth (Mittheil, aus lat., altfranz., ital. u. span.
Hdss.) Roman. Forschungen VI. 1888-91. S. 17-56. 198-202.239-270. 429-430.
— R. Busch, Verz. d. Kölner Inkunabeln in d. Grossh. Hofbibl. zu Darmstadt.
C.-Bl. f. Bibl.-W. VI. 1889. S. 97-107. 385-393. VII. 1890. S. 129-142.
Gust. Nick, Verz. d. Druckwerke u. Hdss. der Bibl. des hist. Ver. f. d.
Gr. Hessen auf Grund des 1882 vorh. Bestandes. Darmst. 1883 (VIII, 207 S.);
332
338] Darm Stadt. 83
Verz. d. Zuwachses ... v. 1. Jan. 1883-31. März 188S. eb. I88S (IV, 78 S.);
seitdem im Zugangsverz. d. Hofbibl.
334. Grossherzogl. Kabinetsbibliothek (im Besitz des regierenden
Grossherzogs), im „Alten Palais" am Luisenplatz. Vorzugsw. Geschichte,
bes. hessische, Reisen u. Unterhaltungsschriften. Ca. 43 000 Bde ; 3000
Mk. — Kabinetsbibliothekar Dr. H. Sah!. — Wtgl. Nachm. 4-6 ; geschl.
bei Beurlaubung des Bibliothekars. — Vorzugsw. bestimmt für die
Glieder der Grossherz. Familie u. der Hofgesellschaft; Ben. durch an-
dere Bewohner der Stadt nach Diskretion. — Alph. u. syst. Kat. in
Blättern. — Angelegt durch Grossherzog Ludwig III. (1848-1877) er-
hielt die Bibl. einen wesentlichen Zuwachs durch die Erwerbung der
Büchersammlung des Homburg'schen Landgrafenhauses im J. 1866.
[Ueber die alte 1817 der Hofbibl. einverleibte Kabinetsbibl. s. vorher
unter 333.]
335. Allgemeine Bibl. der Grossherzogl. Technischen Hochschule,
im Hauptgebäude derselben. Vorzugsw. Technik, Mathem. u. Naturw..
daneben auch Geschichte, Litt. u. fremde Sprachen. Ca. 20 000 Bde u.
c. 270 Kartenwerke; 2500 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Prof. G. Eger
(der Bibliothekar wird alle drei Jahre vom Lehrerrath gewählt); 1 Ge-
hülfe. — Wtgl. 10-12 1 / 2 u. , ausser Mi., 3 1 /. 2 -7; geschl. in der ersten
Hälfte des August. — Ben. zunächst durch die Docenten u. Studie-
renden der Techn. Hochschule, aber auch durch andere Personen, die
durch ihre Stellung oder durch Bürgschaft Sicherheit bieten. — Alph.
Gesammtkat. in 4 Bden ; Zettelkat. nach Fächern u. dsgl. alphab. Kat.
— Begr. 1836 als Bibl. der höheren Gewerbeschule. Neben der „All-
gemeinen Bibl." bestehen Handbibliotheken der einzelnen Docenten,
über welche ein System, u. alphab. Katalog in der Allgem. Bibl. ge-
führt wird.
Kat. d. allgem. Bibl. der Grossh. Hess, polytechn. Schule zu Darmstadt.
D. 1876. (VI, 159 S.)
336. Bibl. des Grossherzogl. Ludwig-Georgs-Gymnasiums (Karls-
strasse 2). [Vorbem. IV, 2.] Ca. 10 000 Bde; 600 Mk. — G.-Dir. Dr.
Becker. — Ausl. über den Kreis der Angehörigen d. Gymn. hinaus nur
ausnahmsweise. — Alphab. Gesammtkat. in Bandform; alphab. Fach-
u. Standortskat.
Der alph. Fachkat. befindet sich im Druck.
337. Bibl. des Grossherzogl. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
Ca. 2700 Bde, 200 Karten usw.; 700 Mk. — R.-G.-L. Dr. Diehl. —
Do. 11-12. — Benutzung nur den Angehörigen der Schule gestattet. —
Begr. 1844.
338. Archivbibliothek, im Residenzschloss. Archivwesen u. Ver-
wandtes, Gesch. Westdeutschlands. Ca. 2500 Bde (2 Inkun.) u. 4Hdss.;
Vermehr, nach Bedürfniss. — Nur für den Dienstgebrauch der Beamten
des Grossh. Haus- u. Staatsarchivs bestimmt, doch Benutzung durch
Andere, falls die Hofbibl. nicht dienen kann, nicht ausgeschlossen.
333
6*
84 Darmstadt. [339
339. Bibl. des Grossherzogl. Oberlandesgerichts, im Jnstizgebände
(Mathildenpl. 13). [Vorbem. IV, 4.] Ca. 5000 Bde, c. 700 Mk. — Die
Verw. führt der Gerichtssclireiber des O.-L.-Ger. — Begr. vermutlilicli
bei Errichtung des Grossh. Hess. Oberappellationsgerichts 1749. Zer-
fällt seit 1879 in zwei Abtheilungen, deren eine vorzugsw. dem ersten
Civilsenat, die andere dem zweiten Civil- u. Strafsenat dient.
340. Bibl. des Grossherzogl. Landgerichts (Mathildenpl. 13). Ca.
2000-2200 Bde; 400 Mk. — Vorst. der Landger.-Präsident u. eine Bibl.-
Kommission. — Nur benutzbar für die Mitglieder des Gerichts u. die
bei ihm zugelass. Rechtsanwälte. — Begr. 1850: bis 1879 nur durch
Beiträge der Mitglieder des Gerichts u. durch Schenkung vermehrt.
341. Militärbibliothek, in der Füsilierkaserne (Wilhelmincnstr. L5).
[Vorbem. IV, 6.] 7422 Bde u. 480 Karten; 600 Mk. — Di. u. Fr. 3-5;
geschl. im April. — Benutzungsberechtigt der Bereich der 25. Division
(Grossh. Hessen) mit Ausschl. von Kheinhessen. — Begr. L872 als Bibl.
der Grossh. Hess. (25.) Division durch Doubletten der Hof bibl. ans der
früheren Militärbibl. 1875 weitere Deberweisung einer grösseren Anzahl
kriegsgeschichtL Werke von der Hofbibliothek.
System. Kat. d. Bibl. d. Gr. hess. (25.) Division. Dannst. Ibis : |.-2. Nachtr.
1880-85. (XVII, 160,45; 15; 20 S.)
342. Vereinigte Bibl. des Vereins für Erdkunde u. der Grossher-
zogl. Geologischen Landesanstalt, im Gebäude der letzteren. Geologie,
Geographie u. Statistik. Ca. 10 000 Bde u. Karten. Verm. unbestimmt,
haupts. durch Austausch der Publikationen. — Der Dir. der Geol. Lande.—
anst. u. Vorst. des Ver. f. Erdk. Prof. Dr. Richard Lepsius. — AnsL
innerh. der Stadt an jede dem Vorst. bekannte Person; Vers, nach
auswärts findet nicht statt. — Alph. Zettelkat. — Die Bibl. des Ver. f.
Erdkunde begr. 1845 ; die Bibl. der Geol. Landesanstalt hervorgegangen
aus der des Mittelrhein, geolog. Vereins (begr. 1851), welcher 1882 in
eine Staatsanstalt umgewandelt wurde.
Cat. d. Bibl. d. Ver. f. Erdkunde u. verwandte Wissensck. in Darmstadt.
I. Bücher. Aufgest. im Dez. 1S56. (Dannst.) (30 S.) — Verz. der eingegang.
Tauschschriften im Notizblatt d. Ver. f. Erdkunde.
343. Bibl. des Grossherzogl. Landesgewerbvereins (Neckarstr. 3).
Ca. 12 300 Bde u. Vorbildersamml. von c. 500 Bden. 4500 Mk (bis 1890 :
3500 Mk). — Verwaltet von der Grossherzogl. Centralstelle für die Ge-
werbe u. den Landesgewerbverein. — Für allgem. Benutzung geüffn.
wtgl. 8-12 u. 2-5. — Begr. 1836.
F. Fink, Uebersicht üb. d. Wirksamkeit des Gewerbvereins f. d. (ir. Hessen
von 1836-1861. Darmst. 1861. S. 14 u. Anl. 4 (Verz. d. Bücher usw.). — Verz.
d. Bücher, Kupferw. , Zeichnungen u. Zeitschriften, welche in der Bibl. d.
Grossh. Gewerbvereins enthalten sind. Aufgest. 1. Juli 1868. Darmst. 1868
(129 S.); Nachtr. z. d. Verz. . . . Vom 1. Juli lSöS/SO. eb. 1SS6. — G. Wagner,
Kat. d. techn. Mnstersamml. des Gr. Gewerbvereins. D. 1SS0. (XII. 1SSS.)
— Zugänge im „ Gewerbeblatt f. d. Gr. Hessen/
334
347] Dessau. 85
Deggendorf (Bayern, Nied.-B.).
344. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 3219 Bde;
260 Mk. — Ob.-L.-Ger.-R. v. Sonnenburg. — Begr. 1857.
Demmin (Pr. Pommern).
345. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 1761 Bde;
520 Mk (einschl. Schülerbibl. u. Landkarten). — Ob.-L. Prof. Fr. Stein-
brück. — Begr. um 1858. Ueberwiesen 1889 die bes. aufgestellte Bibl.
des früh. Direktors Schmeckebier.
Dessau (Anhalt).
346. Herzogliche Bibliothek (Eigenthum des Herzogl. Hauses), Wall-
strasse 10. Vorzugsw. den Fächern gewidmet, -welche die allgemeine
Kultur der Vergangenheit u. Gegenwart darstellen, mit besond. Berücks.
der Anhaltina. — Ca. 72 000 Bde, darunter einige Inkun. u. Hdss. (3
arab., 1 griech., 11 lat. usw.); grosse Anzahl Karten u. Kupferstiche.
Für Erhaltung u. Verm. wird jährlich im Hofetat eine Summe ausge-
worfen. — Vorst. Geh. Hofr. Dr. Willi. Hosäus, zugleich mit der Ober-
aufsicht über die Herzogl. Bibl. u. das Herzogl. Naturalienkab. in Köthen
beauftragt. — Dem Publ. geöffn. Di. u. Fr. 12-3; geschl. in den hohen
Festzeiten u. im August. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Realkat., zugl.
Standortskat., in Bandform. — Begr. 1819 durch Vereinigung mehrerer
im Schloss zu Dessau u. in Wörlitz vorhand. Büchersammlungen. 1836
Schenkungen des Russ. Bibl.-Raths Dr. v. Schardius (russ., poln., mon-
gol. usw. Werke), grössere Erwerbungen aus den Nachlässen von C. W.
Kolbe, Konrektor Stenzel, Ob.-L. Fiedler, Aug. Fuchs, Oberschul-R.
Ritter: 1875 Vermächtniss des Hofr. II. S. Schwabe (astron. Werke).
Der Verein f. Anhalt. Geschichte u. Alterthumsknnde überweist die ein-
gegangenen Tauschschriften, der Anhalt. Kunst verein die gelesenen Jour-
nale. Recht auf Pflichtlieferung der in Anhalt erscheinenden Verlags-
artikel.
Mit der Herzogl. Bibl. in Verbindung steht die in demselben Ge-
bäude befindliche, der Benutzung des Publikums jedoch nicht geöffnete
,. Fürst-Georgs-Bibliothek •', begründet von Georg III. zu Anhalt
(t 1553), c. 2000 Bde, grossentheils aus d. 16. Jahrb., daneben c. 60
1 [dss. ii. ebensoviele Inkunabeln.
Frz Heimann, Zur (ieseh. d. Bibliotheken in Anhalt. Mittheil. d. Ver. f.
Anhalt. Gesch. V. 1887/90. S. 648-650. — Ueber die Benutzung der Herzogl.
Bibl. zu Dessau (Aus/, a. d. Bibl-Ordn.) v. 12. März 1877. (40.) — \V. llo-
süus. Deutsche mittelalterl. Hdss. der Fürst-Georgs-Bibl. zu Dessau. Ger-
mania XXI. 1876.S. 5UU-5U2; XXII. 1877. S. 114-116; XXIV. 1879. S. L20-128.
382-383. Wieder abgedr. in Mitth. d. Ver. f. Anhalt. Gesch. IV. 1884 86.
S. 203-219.
347. Herzogl. Behördenbibliothek, im Behördenhaus (Friedrichstr.27).
Haupts. Staats- u. Rechtswissenschaft, Medicin u. Naturwiss. ; andere
Wiss. nicht ganz ausgeschlossen. 26 000-27000 Bde (c. 50 lnkun.) u.
335
86 Dessau. [347
56 000 Patentschriften, 332 Hdss. (darunter 5 arabische u. türkische),
32 Mappen Karten, Stiche, Handzeichnungen usw. Verm.-Et, 3000 Mk.
— Bibliothekar (H.-A.) Dr. jur. Wilh. Gröpler; 1 Gehülfe; 1 Diener
(letztere zugleich mit anderen Funktionen betraut). — Wtgl. 9-1 u. 3-5;
theilw. geschlossen bei Beurlaubung des Bibliothekars. — Ausser den
zunächst benutzungsberechtigten unmittelbaren u. mittelbaren Staats-
beamten sind auch Privatpersonen, welche die nöthige Sicherheit bieten,
zur Ben. zugelassen. Versendung ausserhalb des Herz. Anhalt bedarf
der Genehmigung des Staatsministeriums. — Realkat. in Bandform u. in
Zetteln. — Begr. 1876 durch Vereinigung mehrerer Einzelbibliotheken
von Behörden, welche sich nur theilweise Handbibliotheken vorbehielten,
zunächst der des Ministeriums, der Regierung u. der Finanzdirektion.
1877 kam hinzu die frühere Herzogl. Bibl. von Bernburg (begr. um
1600, darin u. a. die Stiftsbibl. von Gernrode, die ehem. Arnstädter
Fürstl. u. die Sondershäuser Bibl. u. die Bücher der Fürstl. Anhaltischen
Deutschen Gesellsch.), sowie die Bibliotheken der Bernburger Behörden,
1879 die des Oberlandesgerichts (enth. auch die Bibl. der ehemal. Re-
gierung zu Zerbst), welche schon 1876 viel abgegeben hatte, u. die
Medicinische Bibl.; 1878 Schenkung des Hofraths Dr. Elze in Venedig
(Sammlung von Anhaltinen). Das Herzogl. Staatsministerium gicbt die
Pflichtexemplare der im Herzogthum gedruckten Bücher an die Bibl. ab.
Notizen zur Gesch. u. Beschreib, der Bibl. von W. Gröpler im C.-Bl. f.
Bibl.-W. VI. 1889. S. 124-125 u. in Mittheihmgen d. Ver. f. Anh. Gesell. V.
1887/90. S. 437-443 (Syst. d. Katalogs u. a.). — Fr. Heiniann a. a. 0. (s. zu S 16)
S. 621-639. 651-652.
W. Gröpler, Artistisches a. d. Dessauer Staatsbibl. N. Anz. f. Bibl. 1S79.
S. 161-166. — Ders. (4 hdsl. Chroniken d. Beh.-Bibl.) Ebendas. 1882. S. 93-94.
— (Ders.) Bücherverzeichn. d. Herz. Anh. Behördenbibl. Staats- u. Rechts-
wissensch., Naturwiss. Dessau 1883. (VI, 131 S.) — Ders., Verz. einiger Auto-
graphen d. Herz. Anh. Behörden-Bibl. in Dessau. Mitth. d. Ver. f. Anh. Gesch.
V. S. 653-659.
348. Bibl. des Herzogl. Friedrichs-Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
8000 Bde u. c. 8000 Progr.; 750 Mk. — Ob.-L. Dr. Strien. — Fr. 12-1.
— Hervorgegangen vermuthlich aus der Bibl. der früheren „Stadtschule".
Von der Bibl. des Philanthropinums , welche nach Auflösung dieses
Instituts (1793) in der Hauptschule (Gymnasium) aufgestellt war, ging
1819 der grösste Theil an die Herzogl. Bibl. über. 1889 erhielt die
Bibl. durch testam. Bestimmung des Prof. Dr. Karl Elze in Halle dessen
sog. „Familienbibliothek".
0. Franke, Gesch. der Herzogl. Hauptschule zu Dessau. Dessau 1885. S. 12.
24. 53. 57. 62. 95.
349. Bibl. des Herzogl. Friedrichs-Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
2746 Bde; 750 Mk. — Prof. C. Bennhold. — Sa. 11-12 (Winter 12-1).
— Begr. 1882 nach Abzweigung des R.-Gymn. vom Gymnasium.
350. Bibl. des Herzogl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 5700
Bde; 1000 Mk. — L.-Ger.-R. Rudolph. — Zur Benutzung der Justiz-
336
352] Detmold. 87
u. anderen Beamten u. der Rechtsanwälte; für andere Personen m. Er-
laubniss des L.-Ger.-Präsidenten oder des Bibliothekars ausnahmsweise
zugänglich. — Begr. 1879 aus Beständen des ehemal. Oberlandesgerichts
(vgl. aber oben 347) u. des Kreisgerichts in Dessau. Ein Theil (noch
nicht einverleibt) rührt aus der Bibl. des ehemal. Kreisgerichts in Bern-
burg her.
351. Anh.-Dessauische Pastoralbibliothek (Eigenthum der Anh.-Dess.
Pastoralgesellschaft), im Behördenhaus. 7000 Bde (21 Inkun.); 300 Mk.
— G. Friesleben, Diakonus zu St. Johann. — Mo. u. Do. 12-1. — Zunächst
für die Geistlichen der Dessauer u. Zerbster Diöcese. — Besteht seit
Gründung der Anh.-Dess. Pastoralgesellschaft 1787.
Verz. der Anh. -Dessauischen Pastoral- Bibl. (I.) 1828. Dessau; II. 1891.
(192 u. 153 S.)
Detmold (Lippe).
352. Fürstliche Landesbibliothek, Hornsche Str. Ca. 60 000 Bde
(49 Inkun.), 126 Hdss. ; ausserdem Handzeichnungen, Kupferstiche u. an-
dere Kunstsachen, Münzsammlung, Samml. von Siegelstempeln, Abbil-
dungen u. Zeichnungen Lippischer Baudenkmäler. Verm.-Et, 2220 Mk.
— Bibliothekar (N.-A.) Gymn.-L. Dr. Anemüller; 1 Sekretär (N.-A.);
1 Kastellan u. Diener (zugl. für das Natur wiss. Museum), 1 Pedell (N.-A.)
— Mi. 2-4, Sa. 12-1; geschl. 2 Wochen im Juli oder August. — Ben.
s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Kat. bis 1855 in 1 Bd, von da ab alph.
Zettelkat.; Realkat. in 19 Bden; Standortskat.; Kat. d. Inkunabeln, d.
Hdss.; Specialkat. des v. Donop'schen Legates. — Begr. um 1614 als
„Herrschaftl. Bibl." durch Graf Simon VII. zur Lippe aus der llandbibl.
des Grafen Simon VI. u. der Büchersamml. des Superintendenten v. Exter
(f 1599); vermehrt durch die Bibl. des Wittenberger Prof. Chr. Pezel
(f 1604) aus dem Nachlass seines Sohnes, des Lipp. Käthes K. Pezel;
unter Fürst Paul Alexander Leopold (1820-1851) durch eine andere
im Residenzschlosse befindliche herrschaftl. Bibl. u. mehrere kleinere
Sammlungen. 1884 erhielt die Bibl. durch testam. Bestimmung der
Wittwe des Hofjägermeisters v. Donop mehrere tausend Bücher, Ge-
mälde u. andere Kunstsachen; in demselben Jahre schenkte die in-
zwischen verstorbene Prinzessin Luise zur Lippe ein ihr gehöriges Palais
dem Lande zur Unterbringung der Landesbibl. u. des naturwissensch.
Museums. Der Umzug aus dem seit 1824 innegehabten Pavillon des
Keithauses fand 1886 statt.
Frz Willi. Wellner, Nachrichten von der hochgräfl. lippiscben öffentl. Bibl.
zu Detmold. Lemgo ITT:; u. Detm. 1774. 4. — (0. l'renss) Manuskripte der
öff. Bibl in: Vaterl. Blätter! 1844. Nr 39-44. - (0. Preuss) Die Kunst-
sammlung d. öff. Bibl. in: Lipp. Landeszeitunjg 1884. Nr l.Mi. Beil. Zugänge
der öffentl. Bibl. in Detmold (seit lhii«) jiihrl. als Beil. zum Amtsbl. f. d.
FUrstenth. Lippe).
337
88 Detmold. [353
353. Bibl. des Fürstl. Gymnasium Leopoldinum. [Vorbem. IV, 2.]
4600 Bde, 4 Hdss. ; c. 900 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. H. Thorbecke. —
Begr. wahrscheinlich im 17. Jahrh.
H. Thorbecke, Bibl. d. Fürstl. Lipp. Gymnasium Leopoldinum zu Detmold.
(Beil. z. Progr. 1890 u. 1891.) Detm. 8. (71 S.; Realkat.)
354. Bibl. des Fürstl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 460 Bde;
150 Mk. — L.-G.-Sekr. Hendess. — 1879 zum Theil von der früheren
Justizkanzlei übernommen.
Dettellbach a. Main (Bayern, U.-Fr.).
355. Klosterbibliothek (Franziskaner). 10 200 Bde (280 Inkun.);
300 Mk. — Wird Besuchern jederzeit geöffnet; Ausleihung findet statt.
— Fachkataloge.
Deutsch-Krone (Pr. Westpreussen).
356. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3686 Bde
u. c. 4000 Progr.; c. 400 Mk. — Ob.-L. Dr. Bludau. — Begr. 1828.
Grundstock die „Bibliotheca Rontziana", Geschenk eines Geistlichen
Kontz, 289 Bde älterer Litteratur aus verschiedenen Gebieten.
Dieban b. Steinau a. d. Oder (Pr. Schlesien).
357. Gräfl. v. Schweinitz'sche Majoratsbibliothek (derz. Besitzer
Graf Eberhard v. Schweinitz). 7859 Bde (9 Inkun.), 105 lldss. — Zu-
gängl. auf vorherigen Antrag beim Majoratsbesitzer. Ben. der Bücher
im Lesez. — Alph. Zettelkat. mit Standortskat.; Realkat. — Begr. in
der zweiten Hälfte des 18. Jahrh., in neuerer Zeit von Dr. Volger in
Breslau geordnet.
Notiz im Verz. d. Kunst-Denkmäler d. Prov. Schlesien IL lssu. S. 640. —
Hdss. zur deutschen Gesch. s. Archiv d. Ges. f. ältere deutsche Geschichtsk.
XL 1858. S. 712.
Diedenhofen (Elsass-Lothr.).
358. Bibl. des Kaiserl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 1750
Bde u. c. 5000 Progr., 50 Karten; 700 Mk. — Ob.-L. Schultz. -- Seit
Begründung der Anstalt (1872) aus städtischen Mitteln angeschafft.
Dillenburg (Pr. Hessen-Nassau).
359. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 8000 Bde
u. c. 13000 Progr.; 500 Mk. — Ob.-L. Kegel. — Mi. u. Sa. 11-12.
Dillingen a. d. Donau (Bayern, Schwb.).
360. Königl. Kreis- u. Studienbibliothek, im Kgl. Lycealgebäude.
Vorzugsw., aber nicht ausschliessl., den am Lyceum u. Gymn. gelehrten
Fächern gewidmet. Bestand nach Zählung: 47 800 Bde (400 Inkun.),
200 Hdss. Verm. 2205 Mk einschl. der Ausg. für Einrichtungsgegen-
338
364] Donaueschingen. 89
stände (c. 30 Mk). — Lyc.-Prof. u. Bischön, geistl. Rath Dr. Fr. Xav.
Pfeifer. — Mo. Fr. Sa. 1-2 ; geschl. währ. d. Ferien. — Zunächst für
die Lehrer des Gymn. u. Lycenms u. die Candidaten des letzteren be-
stimmt, jedoch allgemein zugänglich , auch für Auswärtige. — Alph.
Kat. in 8 Bden; Fachkat. in Zetteln, für einen Theil der Bibl. Stand-
ortskat. ; Dissert.-Kat. in 2 Bden. — Die ehemal. Dillinger Univ.-Bibl.
ist begr. im Anfang d. 17. Jahrh. durch die Bibl. des Pfarrers Karl
Lindenmair zu Wessingen im Riess, verm. 1778 durch einen Theil der
Bibl. des Fürstbisch. Joseph, Prinz v. Hessen-Darmstadt, bei der Säku-
larisation durch Reste von Klosterbibliotheken, bes. Elchingen, Fulten-
bach u. Wettenhausen, 1844 durch die Privatbibl. des Prof. Lor. Stempfle.
Universitätsbibl. in Dillmgen (unterzeichn. : E.). In: Idunna u. Hermode
hrsg. von Gräter. Jg. 2. 1813. S. 31-32. (Not. z. Gesch. u. Verz. von 3 Hdss.)
Doberan (Mecklenb.-Schw.).
361. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.
1200 Bde u. 4000 Progr.; 400 Mk. — G.-L. Kraner. — Begr. 1881.
Doefoeln (K. Sachsen).
362. Bibl. des KÖnigl. Realgymnasiums mit Landwirthschaftsschule.
[Vorbem. IV, 2.] 3500 Bde, ausserdem Progr.- u. Dissert.-Samml. ; 1000
Mk. — Nur für die Angehörigen der Anstalt bestimmt. — Begr. mit
der Schule 1869; übernommen der auf die früh, landwirthsch. Abthei-
lung der technischen Lehranstalten zu Chemnitz entfallende Theil der
Bibl. dieser Anstalten.
363. Kirchenbibliothek zu St. Nikolai, im Kirchengebäude. Ca.
2000 Bde (7 Inkun.); 7 Mk Zinsen eines Legats. — Verwalter z. Z.
Pfarrer Krebs. — Bestand bereits 1501; verm. 1525 durch die Bibl.
des Hofpred. Martin Corbener u. besonders 1780 durch die Bibl. des
Past. Joh. Fr. Aster in Mockritz.
Kat. sämmtl. Pfarr- u. Kirchenbibliotheken der derz. Ephorie Leisnig.
Leisn. 1886. S. 21-35.
Donaueschhigen (Baden).
364. Fürstl. Fürstenbergische Hofbibliothek. Vorzugsw. Geschichte,
Geographie, Germanistik. Ca. 100 000 Bde (c. 460Inknn.), c. 1 160 Hdss.;
3000 Mk. — Vorst. Fürstl. Archivar Dr. Franz Ludw. Baumann; 1 Se-
kretär, 1 Registratur (sämmtl. im N.-A.). — Für allgem. Benutzung
geöffn. Mi., für Fremde jeden Werktag zugänglich. — Besonders werth-
volle Hdss., z. B. Nibel. C, werden nicht versandt. — Alph. Zettclkat.
— Die Bibl. reicht in die Zeit vor 1500 zurück. Einverleibt wurde
1752 die Fürstenbergische Bibl. zu Stüblingen, 1768 die zu Mösskirch
(darin Familienbibliotheken der Grafen v. Ilelfenstein zu Wiesensteig,
v. Zimmern, v. Lupfen). 1853 Ankauf der Bibl. des Freih. J. v. Lass-
339
90 Donaueschingen. [364
berg. Der Verein f. Gesch. u. Naturgesch. der Baar überweist seine
Eingänge.
J. V. Scheffel, Die Hdss. altdeutscher Dichtungen d. F. Fürstenb. Hofbibl.
zu Donaueschingen. Stuttgart 1859. 4. (IV, 52 S.) — K. A. Barack, Die Hdss.
der Fürstl.-Fürstenb. Hofbibl. z. D. Tübingen 1865. 4. (XII, 666 S.)
Donauwoerth (Bayern, Schwb.).
365. Pädagog. Bibliothek des Cassianeums. 36400 Bde, c. 20 Hdss.,
üb. 100 Karten, c. 300 Stiche, üb. 900 Notenwerke. Kein best. Etat. —
Institutslehrer Franz Karl Ludw. Gillig. — Ben. hauptsächl. durch die
Mitglieder des Pädagogiums. Versendung nach auswärts nur an beson-
dere Freunde des Hauses u. Mitarbeiter. — Zettelkat. nach Fächern:
Real- u. alph. Kat. in Arbeit. — Die Bibl. ist Eigenthum des Direktors
des Cassianeums Ludw. Auer u. war bis 1874 seine Handbibliothek.
Durch Schenkungen, Vermächtnisse, antiqu. Ankäufe, Tausch, Recensions-
exemplare ist sie zu dem jetzigen Bestände angewachsen. Aufgestellt
ist sie gegenwärtig im alten Bibliothekssaal des ehemal. Benediktiner-
klosters (die alte Klosterbibl. ist in die Oettingen-Wallerstein'sche Bibl.
in Maihingen gekommen).
Dortmund (Pr. Westfalen).
366. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 9000 Bde
(1 Sammelbd mit alten Drucken u. 1 desgl. mit Hdss.) u. Progr. seit
1825; 900 Mk. — Ob.-L. Dr. Schulze. — Nachdem eine früher vor-
handene Bibl. des Archigymnasiums im 18. Jahrh. verkommen war, ist
im Laufe des gegenwärt. Jahrh. eine neue gesammelt. Ueberwiesen
Reste der Bibl. des Minoritenklosters (vgl. Düsseldorf, Landesbibl.). Von
der Petrikirche sind einige Bde theol. Inhalts aus dem 16. u. 17. Jahrh.
zur Aufbewahrung übergeben.
Vgl. Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. XL 185S. S. 735 (Hds.)
u. Arch. f. Litt.-Gesch. XI. 1882. S. 328 (Sammelbd d. 16. Jahrh.).-- Druck
des syst. Kat. ist beschlossen.
367. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 3000
Bde; 500 Mk. — Ob.-L. Bert. — Mi. u. Sa. 10-11. — Begr. 1879.
368. Stadtbibliothek, im Stadthause. Ca. 5000 Bde ; 1000 Mk. —
Wird von einem städt. Beamten im N.-A. verwaltet. — Geöffn. während
der Büreaustunden 8-12 1 / 2 u. 3-7. — Benutzungsberechtigt zunächst die
Mitglieder der städt. Kollegien u. die städt. Beamten ; Benutzung durch
andere Personen unterliegt der Genehmigung des Decernenten für
Bibliotheks- Angelegenheiten.
Bestimmungen üb. d. Benutzung der städt. Bibl. zu Dortmund (v. 5. Febr. 18S4).
369. Bibl. des Königl. Oberbergamts (Ostwall 7). Vorwiegend
Bergbau-, Hütten- u. Salineericht im Progr.
1888. S. 7-9.
345
96 Dresden, Höh. Schulen. 1381
381. Bibl. des Königl. Gymnasiums in der Neustadt (Holzhofg. 22).
Ca. 4000 Bde u. c. 14500 Progr.; 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Enderlein.
— Begr. 1874 mit einer grösseren Anzahl von Büchern u. Programmen,
Geschenk des Königl. Ministeriums des Kultus u. Unterrichts.
Verzeiclm. des Bestandes von Ostern 1876 im Progr. 1876. 4. S. 48-55.
382. Bibl. des Gräfl. Vitzthunrschen Gymnasiums (Gr. Plauensche Str.)
Bde, c. 700 Mk. — Ob.-L. Dr. Schäfer. — Nur für die Lehrer
der Anstalt. — Als Gymn.-Bibl. begr. 1861 unter Uebernahme der Bibl.
des Blochmann'schen Instituts.
383. Bibl. des Wettiner Gymnasiums (Wettinerstr. 48). Ca. 3000
Bde u. c. 5000 Progr. ; 300 Mk. — Prof. Dr. Geo. Müller. — Begr. 1880.
384. Bibl. der Annenschule (Realgymn. ; Altstadt, Humboldtstr. 2).
Ca. 3300 Bde u. 5000 Progr. ; 900 Mk. — Konrektor Prof. E. E. Harich.
— Ausschliessl. für die Lehrer der Anstalt oder ihr sonst nahe stehenden
Personen. — Besteht seit 1860.
385. Bibl. der Dreikönigsschule (Kealgymn.; Neustadt, Königstr. 14).
Ca. 2000 Bde u. c. 7000 Progr., 150 Karten; 600 Mk. — Ob.-L. Bü-
sching. — Begr. 1838.
386. Bibl. der Königl. Akademie der bildenden Künste (BrühTsche
Terrasse). Ca. 4500 Bde u. Blätter; c. 4000 Mk. — Geh. Reg.-R. Leh-
man. — Mo. u. Fr. 4-6; geschl. während der akad. Ferien. — Nur
für Lehrer u. Schüler der Akademie; Versendung ausgeschlossen. —
Eine eigentliche Bibl. besteht erst seit c. 1830.
Kat. d. Bibl. derKgl. sächs. Akademie d. bild. Künste zu Dresden. Nebst
Nacktr. 1-3. Dr. 1859-70. (80 S.)
387. Bibl. der Königl. Kunstgewerbeschule (Antonspl. 1). Ca. 8500
Bde, ausserdem Vorbilder- u. Ornamentstich-Sammlung; 10 000 Mk. —
Bibliothekar (H.-A.) Prof. E. Kumsch. — Wtgl. 8-6 (im Winter 8-8),
Sonntags 11-1. — Die Bibl. hat den Charakter einer öffentlichen, ist
also unter den üblichen Bedingungen allgemein zugänglich. — Begr. 1876.
Kumsch, D. Kgl. Kunstgewerbeschule, d. kunstgewerbl. Bibl. u. d. Kunst-
gewerbe-Mus. in Dresden. ( Sep.-Abdr. a. Suppl. z. Centralbl. f. d. gewerbl.
Unterrichtswesen in Oesterreick. Bd 5. Wien 1887.) S. 13-16. — Ruepprecht,
Bibl.-Handb. f. kunstgewerbl. Schulen. Münch. 1889. S. 13-17. — Bibl.-Ber.
im Bericht üb. d. Königl. Sachs. Kunstgew. -Schule usw. seit 1885 (zuletzt
f. 1889/90 u. 1890/91. Dresd. 1891).
388. Bibl. des Königl. Stenographischen Instituts, im Landhaus.
Litt, der Stenographie u. der zu ihrem Studium dienenden Hülfsmittel.
üeb. 7000 Bde einschl. Doubletten ; c. 900 Mk. — Mitgl. d. Instituts
Dr. Neupert. — Wtgl. 9-1 u. 4-6. — Unter den üblichen Bedingungen
allgemein zugänglich. — Seit Gründung des Instituts (1839) allmählich
vervollständigt.
(J. W. Zeibig) Kat. der Bibl. des Königl. stenogr. Instituts in Dresden
nebst d. Regul. üb. d. Ben. derselben. 2. Ausg. Dresd. 1804. (X, 82 S.) —
340
393] Dresden, Instit. u. Sammlungen. 97
Laufende Anzeigen der Neueingänge im Correspondenzblatt des K. sten. Inst.
— Bei J. W. Zeibig, Gesch. u. Litt, der Geschwindschreibekunst. 2. Aufl.
(Dr. 1878.) S. 189-37» sind die in der Bibl. d. sten. Inst, enthaltenen Werke
mit * bezeichnet.
389. Handbibl. der Königl. Skulpturen-Sammlung, im Albertinum
(Brühl'scher Garten 2). Ausschl. klass. Archäologie u. Gesch. der Bild-
hauerkunst. Ca. 2000 Bde, c. 6000 Photogr. u. 100 Aquarelle , Zeich-
nungen usw. Verm. 1500 Mk. — Vorst. der Direktor der Sammlung
Prof. Dr. Treu. — Geöffn. während der Besuchszeit der Samml. wtgl.,
ausser Sa., 9-3. — Seit 1785 allmählich entstanden.
390. Handbibl. des Königl. Kupferstichkabinets u. der Gemälde-
galerie. Fast ausschliessl. neuere Kunstgesch., bes. Malerei u. Kupfer-
stichkunde. Ca. 5000 Werke; c. 1500 Mk. — Direktor d. Kgl. Gem.-
Gal. u. d. Kupferst.-Kab. Prof. Dr. K. Woermann. — Benutzung den
Besuchern d. Kupferst.-Kab. während der öffentl. Stunden (Di. bis Sa.
10-3) gestattet; Ausleihung findet in der Regel nicht statt. — Seit der
ersten Hälfte des 18. Jahrh. gesammelt.
391. Bibl. des Königl. Münzkabinets (im Kgl. Residenzschloss
neben dem Grünen Gewölbe). Ca. 3600 Bde. — Direktor des Münz-
kab. Hofrath Dr. J. Erbstein. — Ben. in der Regel nur an Ort u. Stelle,
für das grössere Publikum Di. u. Fr. Vorm., für Fachleute auch an
anderen Tagen. — Ausser der Bibl. verwahrt das Kab. einen Theil
des ehemal. Archivs der Münze. [In Dresden befinden sich ferner die
Bibl. der Numismat. Gesellschaft zu Dresden, c. 300 Bde, u. die
Bibl. des Allgem. deutschen Münzforschervereins, c. 150 Nrn
z. Th. von mehreren Bden, beide im Brühl'schen Palais aufgestellt.]
392. Handbibl. des Königl. Zoologischen u. Anthropologischen Mu-
seums (Zwinger). Ausschliessl. Zoologie, vorzugsw. Systematik, phys.
Anthropologie u. Ethnographie. Bestand am 1. Jan. 1891 : 6080 Bde. Verm.
3000 Mk ausschl. d. Bindekosten. — Der Direktor des Mus. Hofrath
Dr. A. B. Meyer. — Zunächst zum Handgebrauche der am Museum
Arbeitenden, doch werden auch Bücher verliehen mit Ausnahme von
Handbüchern, Katalogen usw. Zugängl. wtgl. von Vorm. 8 Uhr ab. —
Alpli. Kat. in 1 Bd ; System. Zettelkat. ; Specialkat. der chines. u. Japan.
Werke der ethnogr. Samml.; eine grössere Serie von indischen Hdss.
u. in indischen Sprachen gedr. Büchern derselben Sammlung noch nicht
katalogisiert. — Nach dem Brande vom Mai 1849 neu angelegt 1850.
Vgl. oben Nr 378.
Botanische Bibl. s. Nr 378.
393. Handbibl. des Königl. Mineralog.-geolog. u. prähistor. Museums
(Zwinger). Ausschl. Mineral., Geol. u. Vorgeschichte. Ca. 2700 Bde,
160 Karten u. Profile; c. 800 Mk. — Dir. d. Mus. Geh. Hofr. Prof.
Dr. II. B. Geinitz. — Nur für den Museumsgebrauch bestimmt. Einsicht
in einzelne Werke während der Besuchsstunden d. Museums ausnahms-
weise gestattet. — Begr. 1857.
347
Beiheft io. 7
98 Dresden, Behörden- u. Kirchenbibl. [394
394. Ständische Bibliothek, im Landhaus. Haupts. Staats- u. Rechts-
wissensch., Verwaltung u. Volkswirthschaft. Ca. 2000 Bde ; 300 Mk. —
Unter Aufsicht des Ständischen Archivars.
395. Bibl. des Königl. Ministeriums des Innern. Verwaltungsrecht,
Volkswirthschaft, Polizei- u. Medic.-Wesen, Landw. u. Gewerbe. 14 220
Bde; 3000 Mk. — Ober- Regier. -R. Dr. Röscher. — Wtgl. 12-2. —
Für weitere Kreise nur ausnahmsweise zugänglich. — Alph. Autorenkat.
in Zetteln; Sachkat. in Bandform. — Vgl. 396.
396. Bibl. des Königl. Statistischen Bureaus (Ritterstr. 14). Vor-
zugsw. Statistik, Volkswirthsch. u. Socialwissenschaft. Ca. 65 000 Bde
u. 100 Hdss.; 5000 Mk. — Bibliothekar (H.-A.) Peter Schmidt, 2 Assi-
stenten (1 im N.-A.). — Wtgl. 10-1. — Allgem. zugänglich; Versen-
dung zulässig. — Alph. Kat. u. Realkat. in Zetteln; Standortskat,;
Kat. der socialdemokr. Litteratur, soweit sie im gedr. Kat. nicht ent-
halten ist. — Begr. 1850 durch Ueberweisung der Druckschriften u.
Bücher des Statistischen Vereins u. des hauptsächl. Bestandes der alten
Bibl. des Königl. Ministeriums des Innern. Zuwachs ausser durch Kauf
durch regelmässigen Austausch der Veröffentlichungen des Bureaus mit
c. 100 Centralstellen u. c. 200 Vereinen, Handelskammern usw.
Vikt. Bühmert, D. Kgl. Sachs. Statist. Bur. von 1875-1890. Zeitschr. d. K.
S. Stat. B. 1890, Heft 1/2. (Ueb. d. Bibl. S. 32-35.) — Kat. d. Bibl. d. Kgl.
Sachs. Statist. Bureaus. Hrsg. von d. Direktion. Dr. 1890. (XVI, 633 S.; S. VI
Bestimm, üb. d. Benutzung.)
397. Bibl. des Königl. Landes- Medicinalkollegiums (Kurländer
Palais, Zeughauspl.3,Erdgesch.). Medicinische Wissenschaften. Ca. 20000
Bde (12 436 Nrn) mit 14 Inkun.; 1350 Mk. — Kustos der Bibl. Geh.
Med.-R. Dr. Merbach , ord. Mitgl. des Landes-Med.-Koll. — Mi. u. Sa.
10-1. — Kein Lesez. ; Ausleihung am Ort an Medicinalbeamte, Civil-
u. Militärärzte, Apotheker, Lehrer der höh. Bildungsanstalten, an andere
gegen Bürgschaft; an auswärtige Aerzte, falls sie nicht genügend legi-
timiert sind, gegen Bürgschaft. — Alph. Kat., Standortskat. u. 7 Spe-
cialkat., alle in Bandform. — Begr. durch die dem damal. Sanitäts-
kollegium vermachte Bibl. des Kurfürst!. Leibarztes Ch. Ph. Gesner (Test,
v. 24. Juli 1770), 1824 der chirurg.-medic. Akademie u. nach Aufhebung
derselben 1864 dem Landes-Med.-Koll. überwiesen. 1865 Schenkung
der Bibl. des Hofr. Friedr. Gust. Seydel von c. 4000 Bden durch dessen
Wittwe unter der Bedingung gesonderter Aufstellung u. Katalogisierung.
398. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts (Gerichtsstr. 2). [Vor-
bein. IV, 4.] Ca. 9000 Bde; kein bestimmter Verm.-Etat. — Bibliothekar
Bormann. — Nicht zur öflfentl. Benutzung.
399. Eulenbeck'sche Bibl. bei der Kreuzkirche. Vorzugsw. Theo-
logie. 3861 Bde; c. 250 Mk. — Diak. Beyer. — Jederzeit zugänglich.
— Die 1558 begründete Bibl. ist 1760 vollständig untergegangen.
Neubegr. 1837 aus dem Ertrage des Eulenbeck'schen Legates von 1598
348
403 J Dresden, Militärbibl. 99
(die Hälfte fiel der Bibl. d. Gymn. z. heil. Kreuze zu) und einer be-
deutenden Schenkung aus dem Nachlass des Superint. Seltenreich (f 1836).
Vgl. 0. Meltzer, Mittheilungen üb. d. Bibl. der Kreuzschule. 1880. (s. zu 380.)
400. Bibl. des Königl. Sachs. Generalstabes (Gr. Klosterg. 11, III).
Neben den militärwiss. Fächern auch Geschichte, Geographie usw.
12300 Bde u. c. 900 Karten; c. 3000 Mk. — Bibl.-Vorstand z. Z. Oberst-
lieutenant z. D. Exner. — Geöffn. wtgl. während der Btireaustunden 9-3.
— Die Bibl. ist zunächst bestimmt, den aktiven Offizieren zu ihrer
militärwissensch. Weiterbildung zu dienen, wird aber auch den Offizieren
z. D., a.D. u. des Beurlaubtenstandes, Sanitäts - Off. , oberen Militärbe-
amten u. ausnahmsweise auch Civilpersonen zur Verfügung gestellt. —
Alph. u. Fachkat. in Zetteln; gedr. Kat. s. unten. — Gebildet 1840
aus den Beständen der Bibl. der Ingenieur-Bildungsanstalt, deren An-
fänge bis 1742 zurückreichen.
Kat. d. Bibl. u. Karten-Samml. d. Königl. sächs. Generalstabes. Dresd. 1886.
(XII, 245 S.)
401. Bibl. der Königl. Sächs. Artillerie-Brigade Nr 12, in der Artill.-
Kaserne in der Neustadt. 11 171 Bde, c. 100 Bde Hdss., 2804 Karten,
Pläne usw.; Verm.-Et. wird jährlich festgesetzt. — Bibl. -Kommission
best, aus 1 Hauptmann u. 1 Lieutenant. — Oeffnungsstunden werden
halbjährl. festgesetzt (im Winter Vorm., im Sommer Nachm.). — Ben.
durch Personen, die nicht zu den zunächst Berechtigten gehören, m.
Genehmigung des Brigade -Kommandeurs bez. des Vorstandes der Bibl.-
Komm. — Ausser dem gedr. Realkat. ein Verfasser-Kat. — War früher
Bibl. der Kgl. Sächs. Militär-Akademie.
Kat. der Bibl. d. Kgl. Sächs. XII. Artill.-Brigade. Dresden 1873; Nachtr.
v. 1. Okt. 1873/88. (348 u. 111 S.) Seitdem jährl. ein durch Umdruck verviel-
fältigter Nachtrag in Aktenformat.
402. Bibl. des Königl. Sächs. Ingenieur- u. Pionierkorps, in der
Pionierkaserne. Vorzugsw. Ingenieur-Wissenschaften, ausserd. allgemein
wissenschaftl. u. kriegswissenschaftl. Litteratur. Ca. 4000 Bde u. einige
Hdss. Verm.-Et. wird jährlich vom Kgl. Kriegsminist, festgesetzt (bisher
zwischen 500 u. 1200 Mk). — Vorst. z. Z. Oberstlieut. Schubert. —
Geöffn. Okt. bis März Di. 4-7, ausserdem auf Verlangen. — Die Be-
nutzung ist allen Offizieren u. Sanitäts -Offiz. des aktiven u. des Dis-
ponibilitätsstandes gestattet. — Hervorgegangen 1879 aus der Bibl. des
Kgl. Generalstabes.
Kat. d. Bibl. des Kgl. Sächs. Ingenieur-Korps. Dr. 18S4 (14SS.); 1.-3. Nachtr.
1885-89 (9, 40, 19 S.); 4. Nachtr. 1892 im Druck.
403. Bibl. des Königl. Kadettenkorps, im Kadettenhaus. Ca. 8000
Bde (einschl. der nicht abgetrennten Schülerbibl.), 100 Karten, Mappen usw.
mit Karten u. Plänen; 450 Mk. — Ob.-L. Dr. J. Höser. — Wtgl. 10-10 1/. 2 .
— Benutzung durch nicht der Anstalt Angehörige mit Erlaubn. des
Kommandeurs. — Begr. wahrscheinlich mit dem Kadettenkorps 1725.
349
7*
10Ö Dresden, Vereinsbibl. [404
[Zu 404-406 vgl. Vorbem. IV, 7.]
404. Bibl. des Vereins für Erdkunde (Kl. Brüderg. 21. II). Ca.
15 000 Bde, c. 1500 Landkarten; 500-600 Mk. — Ob.-L. Spiess für
Bücher u. Karten, Bibliothekar Richter für Periodica. — Fr. Ab. 7-9.
— Begr. 1863.
Cat. d. Bibl. des Ver. f. Erdkunde zu Dresden 1880. Dr.; Ergänz.-Kat. 1883.
(64, 24 S.) — Cat. der Periodica d. Ver. f. Erdkunde zu Dresden. Dr. 1 888.
(14 S.) — Berichte üb. d. Bibl. im Jahresber. d. Vereins.
405. Bibl. der naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis", in der
Techn. Hochschule (Bismarckpl.). Ca. 6000 Bde. Verm. 600-700 Mk,
dazu Tauschverkehr mit 150 Gesellschaften. — Bibliothekar z. Z. Karl
Schiller. — Zugängl. zu derselben Zeit wie die Bibl. der Techn. Hoch-
schule. Nichtmitglieder haben kein Recht auf Benutzung. — Seit 1835
gesammelt.
Kat. der Bibl. d. Gesellsch. f. Naturkunde Isis zu Dresden. Ausgeg. im
Nov. 1870. Dresd.; m. Nachtr. bis 1872. (150 S.) — Seit 1872 Zuwachs in den
jährl. Sitzungsber. der Ges. mitgetheilt. (Neuer Kat. in Vorbereitung.)
406. Bibl. der Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde, im „Kurländer
Palais" (Zeughauspl.), Erdgesch. Naturwiss. u. Medicin, vorzugsw. letz-
tere. 2674 Nrn; 800 Mk. — Vorsitzender der Bibl.-Kommission Geh.
Med.-R. Dr. Merbach. — Mi. u. Sa. 11-1. — Begr. 1817 mit der Ge-
sellschaft.
Kat. d. Bibl. d. Gesellsch. f. Natur- u. Heilk. in Dresden. Dr. 1877. (164 S.)
Bibl. der Oekonom. Gesellschaft s. 375.
Dueren (Rheinprovinz).
407. Stadtbibliothek, in den oberen Räumen des Rathhauses.
14 000 Bde , darunter einige Inkun. u. Hdss.; Photographien u. Stiche
in ziemlicher Anzahl. 1695 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) W. Haberfelder
unter Aufsicht einer Bibl.-Kommission. — Mo. 5-7, Di. u. Fr. 3-6 ; geschl.
2 Wochen zu Ostern u. 5 Wochen vom 15. Aug. ab. — Versend, nach
auswärts unter Zustimmung der Bibl.-Komm. — Zettelkatalog. — Begr.
1871 zunächst als Lehrerbibl. , dann namentlich durch Geschenke des
Papierfabr. W. E. Hoesch erweitert u. nach u. nach zur Stadtbibl. aus-
gestaltet.
Kat. der Stadtbibl. Düren 1887. Düren. (269 S.; für den Handgebrauch d.
Leser bestimmt.)
408. Bibl. des Stiftischen Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 6770 Bde;
600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Rantz. — Begr. 1826.
Duesseldorf (Rheinprovinz).
409. Königliche Landesbibliothek, Burgpl. 2. Alle Fächer um-
fassend, doch sind Hauptbestandtheile ältere Theologie u. Geschichte.
40 282 Bde (c. 1100 Inkun.) u. 503 Hdss.; Verm.-Et. 2100 Mk u. 130, 95 Mk
350
411] Duesseldorf. 101
aus einem Legat des Geh. Arehivr. Laeomblet. — Vorst. Staatsarchivar
Geh. Archivrath Dr. W. Harless ; 1 Assistent ; 1 Diener (sämmtl. im N.-A.).
— Mi. u. Sa. 2-4. an den übrigen Werktagen im Sommer 3-4. im Winter
2-3 '/ 4 : geschl. die Woche vor u. nach Ostern u. vom 1. Sept. bis 15. Okt.
einschl. — In erster Linie nur den Ortsangehörigen zugängl. Aus-
wärtige bedürfen zur Entleihung der schriftl. Erlaubniss des Königl.
Regierungs-Präsidenten in Düsseldorf. — Zettelkataloge von allen Fächern
u. Anfänge eines Standkat. : Kat. d. Hdss. in Bandform. — Begr. 1770
als kurfürstl. Pfälzischer ordentlicher öffentlicher Büchersaal zunächst
durch Doubletten der Mannheimer Hofbibl. Einverleibt 1803-1819
theils ganz, theils in Auswahl die Bibliotheken der säkularisierten
Bergischen Klöster Altenberg. Beyenburg, Benrath, Düsseldorf (Stiftsbibl..
Kapuziner. Kreuzherren. Jesuiten), Heisterbach. Lennep. Pützchen. Sieg-
burg. Wipperfürth: ebenso Bestände aus einigen Clevischen u. Märkischen
Klöstern: Hamborn, Marienfrede, Marienthal. Paradies bei Soest. Dort-
mund, Werden (dessen werthvollste Werke indess bereits nach Münster
gebracht waren), Stiftsbibl. in Essen. Dagegen wurden 1818-1821
einige Hdss. u. Bücher nach Bonn abgegeben. 1828 wurde die Regie-
rungsbibl. von Cleve überwiesen. Von einverleibten Privatsammlungen
sind zu nennen: die des Prof. Fr. A. Hedderich (1805). des Med.-R.
G. Fr. Krauss (1857), des Notars Alex. Theod. Ahrweiler (f 1869),
des Majors a. D. Hermens (1873), des Dr. med. Günther (1890). Die
beiden letzten sind besonders aufgestellt u. katalogisiert. Ein Recht
auf Pflichtlieferungen bestand bis 1849.
H. Pfannenschniid, Die Kgl. Landesbibl. zu Düsseldorf seit d. Zeit ihrer
Stiftung bis auf die Gegenwart. Arch. f. d. Gesch. d. Niederrheins. Bd 7
(N. F. 2). Cöln 1670. S. 373-431 (auch separ.). — Vgl. auch Westdeutsche
Zeitsclir. f. Gesch. u. Kunst. Jg. 1. 1882. S. 411-412. — Statut für d. öffentl.
Benutzung d. Kgl. Landes-Bibl. z. DUss. (v. 28. Sept. lS6b) abgedr. in d. An-
nalen d. hist. Ver. f. d. Niederrhein. Heft 21 22. Köln 1870. S. 319-321.
Katalog der Kgl. Landesbibl. zu Düsseldorf. Düss. 1S43 (368 S.); Nachtr.-
Kat. Nr. I. 1862; 2. 1^72: 3. Jac. Hermens'sche Samml. 1874; 4. 1882. (39,
40, Tu. 52 S.) — Hdss. zur deutschen Gesell, s. Arch. d. Ges. f. alt deutsche
Geschichtsk. XI. 1S5S. S. 747-753: Nachträge s. Westdtsche Zeitsclir. Erg.-
Hcft 2. I^S5. S. 169-171. — Kunstsreschichtl. wichtige Hdss. angeführt in
Jahrbb. d. Ver. v. Alterth.-Freund. im Rheinland. Heft 74. L882. S. 130-146.
410. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Alleestr. 32). [Vorbem. IV, 2.]
16 235 Bde (4 Inkun.), 46 Nrn mit hdsl. Bemerkungen von Joh. Hnr.,
Abr. u. Hnr. Voss (s. unten); 380 Karten. Verm. 600 Mk. — G.-L.
Dr. Koch i. V. — Fachkat. in 4 Bden; Zettelkat. — Begr. 1813. Ein-
verleibt 1850 die Bibl. von Prof. Abr. Voss, darunter auch die Bücher
seines Vaters Joh. Heinrich, u. 1868 die des Prof. Deycks in Münster.
Kiesel, Bibl. Vossiana bibliothecae gyinn. Düsseldorf, adiuneta ex donat.
Abr. Vossii. Beil. z. Progr. Düss. 1851. — Cremans, Verz. d. alten Drucke u.
Urkunden der Bibl. d. Gymn. zu Düsseldorf. Beil. z.Progr. 1S7S. 4. (48 S.)
411. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums u. Gymnasiums (Klosterstr.).
[Vorbem. IV, 2.] 4412 Bde ; 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Braun. — Begr. 1838.
351
102 Duesseldorf. [412
412. Königliches Staatsarchiv, Josephinenstr. 8. Die Handbibl.,
vorzugsw. all gem. europäische u. deutsche Gesch., sowie rheinische Spe-
cialgesch., deutsche Rechtsgesch. u. histor. Hülfswissenschaften, enthält
3059 Bde (1 Inkun.) ; 991 Hdss. (einschl. Kopiarien, Lehnsregister usw.)
gehören zu den Archivbeständen; ausserdem 483 Karten. Verm. der
Bibl. durchschnitt!. 350 Mk. — Staatsarchivar Geh. Archivrath Dr. W.
Harless. — Die Bibl. ist durchaus Hand- u. Hülfsbibl. für die Beamten
u. die Benutzer des Staatsarchivs. — Alph. Zettelkat, u. Realkat. der
Handbibl. ; Kat. der Hdss. u. Kopiarien. — Die Handbibl. ist seit 1832
allmählich gebildet.
Th. Ilgen, Rheinisches Archiv. Th. 1 (Westdeutsche Ztschr. Erg.-Heft 2),
bes. S. 153-165 (Hdss.).
[Zu 413-415 vgl. Vorbem. IV, 4.]
413. Bibl. der Königl. Regierung. Jurisprudenz, Verwaltung, auch
schönwiss. Litteratur. Ca. 3500 Bde; 900 Mk. — Reg.-Sekr. Schüller.
— Wtgl. 10-12. — Benutzung durch Personen, die nicht zu den Be-
amten der Regierung gehören, nur auf schriftliche Autorisation des betr.
Departements-Rathes bez. des Reg.-Präsidenten. — Begr. 1834.
414. Bibl. der Stadtverwaltung (Rathhaus). Bes. Verwaltung, Po-
lizei usw. 1300 Bde, darunter Zeitungen von 1769 ab; 900 Mk. —
Vorst. der Oberbürgermeister. — Zunächst nur für Angehörige der
städtischen Verwaltung.
415. Bibl. des Königl. Landgerichts. Ca. 2000 Bde, c. 700 Mk. —
Nur für die Angehörigen des Gerichts.
416. Militärbibliothek, in der Infanteriekaserne. [Vorbem. IV, 6.]
5400 Bde u. 1656 Karten; 700 Mk. — Benutzungsberechtigt die Gar-
nison Düsseldorf u. die Bezirke Barmen, Hagen u. Gräfrath. — Bis
1890 Bibl. der 14. Division.
Kat. der Militär - Bibl. zu Düsseldorf 1SS5. 4. (353 S. m. freiem Raum zu
Nachträgen.)
417. Bibl. des Düsseldorfer Geschichtsvereins, im Gebäude der
städt, Turnhalle (Bleichstr. 12). Für die Vereinsmitglieder geöffn. Sonnt,
10-12. — Enthielt 1888 c. 400 Bde; seitdem nicht unbedeutende Ver-
mehrung. Neuordnung im Gang.
Düsseldorfer Gesch.-Verein. Kat. der Bibl. Düss. (1888). (32 S.; S. 2 Ge-
schäfts-Ordn.) Neudruck in Aussicht genommen.
Duisburg (Rheinprovinz).
418. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 5000 Bde;
c. 750 Mk. — Ob.-L. Sonntag. — Benutzung durch nicht der Schule
Angehörige gegen Cavetschein.
Kat. d. Bibl. des Kgl. Gynin. u. d. Realschule I. 0. zu Duisburg. 1871.
Duisb. 8. (103 S.; Beil. z. Progr.)
352
425J Ebstorf. 103
419. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 2700
Bde; 500 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Budde. — Durch die Lehrer der
Anstalt auch für andere Personen zugänglich. — Begr. 1875 bei Ab-
trennung des Realgymn. vom Gymnasium. Aus der gemeinsamen Bibl.
ging eine massige Zahl von Büchern in die des R.-Gymn. über.
420. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1700 Bde;
550 Mk. — Kanzleirath Droste. — Begr. 1879 durch Uebernahme der
Bibl. des früheren Kreisgerichts.
Schloss Dyck b. Grevenbroich (Rheinprovinz).
421. Bibl. des Fürsten Salm -Reifferscheid- Dyck -Krautheim. Ca.
15000 Bde u. Fase, (wenige Inkun.), darunter wertkvolle botan. Werke ;
hdsl. nur Archivalien, die Herrschaft u. deren Güter betr., von 1282
an. — Erlaubniss zur Benutzung beim Besitzer zu erwirken. — Ein
einheitlicher Kat. ist nicht vorhanden.
Ebers dorf, Reuss j. L.
422. Fürstl. Reuss. j. L. Schlossbibliothek (Privatbesitz Sr. Durchl.
des regierenden Fürsten), im Schlosse. Ca. 10 000 Bde. — Steht unter
dem Fürstl. Hofmarschallamte u. ist nicht zugänglich.
Eberswalde (Pr. Brandenburg).
423. Bibl. der Königl. Forstakademie, im alten Akad.- Gebäude.
Vorzugs w. Forstwissensch. u. deren Hülfs Wissenschaften. 12 700 Bde,
c. 250 Karten; 3000 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Akad.-Sekret. Mundt.
— Für das Lehrerkollegium geöffn. während der Büreaustunden, für
Studierende wöchentl. zweimal Nachm.; Zeitschr.-Lesez. wtgl.8-8. Geschl.
während der Oster- u. der grossen Herbstferien. — Benutzung durch
nicht der Akad. Angehörige nur mit Erlaubniss des Akad.-Direktors.
— Syst. Kat. mit alph. u. Sach-Reg.; Zettelkat. — Begr. 1830, ver-
mehrt ausser durch etatsmässige Anschaffungen u. durch Geschenke
durch Ankauf der Bibl. des früh. Akad.-Dir. Oberforstrath Dr. Pfeil (1844).
Kat. d. Bibl. der Kgl.Forstak. Eberswalde. 1S85. (X, 726 S.) Naehtr. inBearb.
424. Bibl. des Stadt. Wilhelms-Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.
2500 Bde u. c. 11000 Progr.; 450 Mk (ausschl. der Bindekosten). —
Ob.-L. Dr. Teuber. — Nach Gründung der Schule (1852) angelegt.
Ebstorf, Pr. Hannover.
425. Bibl. des Klosters (jetzigen adeligen Fräuleinstifts). Enthält
im ganzen 95 Bde: 53 Inkun. (darunter 6 niederdeutsche), 14 Bde Drucke
aus d. Anf. des 16. Jahrb., 42 Hdss. (25 latein. u. 17 deutsche) meist
15. u. IG. Jahrb., ausserdem einige Stickmuster des 17. Jahrh. u. c. 600
Urkunden von 1220-1741. Wird nicht vermehrt. — Wegen Benutzung
hat man sich an die Aebtissin (Frau von Meding) zu wenden. Aus-
353
104 Ebstorf. [425
leihung ist statthaft. — Die Drucke u. Hdss. gehörten grösstenteils
dem ehemal. Benediktiner-Jungfrauenkloster (zeitweise Augustiner-Chor-
frauenstift) Ebstorf; die z. Th. sehr seltenen Inkun. rühren zumeist aus
einer Schenkung des Propstes Matthias v. dem Knesebeck her. Die
„Ebstorfer Weltkarte" ist dem Hist. Ver. für Niedersachsen in Hannover
zur Aufbewahrung übergeben.
E. Schröder, Die Ebstorfer Liederhandschrift (im Jahrb. d. Ver. f. niederd.
Sprachforsch. XV. 1890). S. 1-2.
Ehingen a. d. Donau (Württemberg).
426. Bibl. des König!. Gymnasiums, im Gebäude des Königl. kath.
Konvikts. [Vorbem. IV, 2.] 7600 Bde u. c. 10 000 Progr., 1 Hds.;
500 Mk. — Gymn.-Prof. u. Vorst. des Konvikts Hofmann. — Daneben
besteht zunächst für die Zöglinge des Konvikts, aber auch sonst zu-
gänglich, unter demselben Vorsteher eine spec. Konviktsbibliothek,
enth. Gymnasialfächer (ausser Mathem.) u. neuere deutsche Litt., 1950
Bde; 130 Mk. — Beide Sammlungen begr. 1825.
Eibingen i. Rheingau (Pr. Hessen-Nassau).
427. Pfarrbibliothek. Einige hundert Bde, darunter einige komplet
sonst nicht mehr vorhandene Drucke des 16. u. 17. Jahrh. betr. das
Kloster Rupertsberg u. die hl. Hildegardis, sowie einige Hdss. des 17.
Jahrh. [Mitth. von F. W. E. Roth.]
Eichstätt (Bayern, M.-Fr.).
428. Königliche Staatsbibliothek, im Bischöfl. Seminar. Die alten
Bestände enthalten vorzugsw. Theologie, auch Gesch. u. Jurisprudenz;
bei Neuanschaffungen werden die Bedürfnisse des Lyceums bes. berück-
sichtigt. Ca. 24 600 Bde (darunter eine beträchtl. Zahl Inkun.), c. 700
Hdss.; 1500 Mk. — Kustos (N.-A.) Lycealprof. Franz Sal. Romstoeck.
Mi. u. Sa. 11-12; geschl. währ. d. Ferien. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. —
Generalkat. in 17 Bden, Kat. beigebundener Bücher in 4 Bden. — Begr.
durch die Säkularisation im Anfang des 19. Jahrh. aus folgenden Be-
standteilen: der Fürstbischof!. Bibliotheca aulica, der Bibl. des Dom-
kapitels, des Dominikanerklosters u. des Jesuitenkollegiums in Eichstätt,
der Bibl. des Benediktinerkl. Plankstetten u. des Chorherrenstiftes Reb-
dorf (dies der werthvollste Theil der jetzigen Bibl). 1817 wurde
einiges an die Kreisbibl. Augsburg abgegeben, ausserdem entstanden
bis 1849 grössere Verluste infolge von Vernachlässigung. Seitdem steht
die Bibl. unter Oberaufsicht der Königl. Regierung von Mittelfranken
in der Verwaltung des Bischöfl. Ordinariats.
(A. Strauss) Monumenta typograph., quae exstant in Bibl. Collegii Cano-
nicor. Regul. in Rebdorf. Eichst. 1787. 4. (244 S.) — (Ders.) Opera rariora,
quae latitant in Bibl. Can. Reg. ... in Rebdorf. eb. 1790. 4. (2 Bl., 350 S.)
— Ueber die Rebdorfer Bibl. s. auch Hirsching, Vers. e. Beschr. sehensw.
Bibliotheken. Bd 3. S. 473-507. — Bethmann, Hdss. im bischöfl. Seminar zu
354
433] Eichstätt. 105
Eichstädt. Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. IX. 1847. S. 551-562.
[Der S. 562-574 beschrieb. Liber pontifie. Eystett. befindet sich im Ordina-
riatsarchiv; s. 431.]
429. Bibl. des Königl. humanist. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
7600 Bde ; 600 Mk. — Vorst. der Rektor des Gymnasiums (Prof. J.
Rott). — Zunächst für die Lehrer des Gymn., für andere Personen nur
ausnahmsweise zugänglich. — Seit 1839 allmählich gesammelt.
430. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 3000 Bde;
c. 380 Mk. — Ben. im Bibliothekszimmer bez. in den Geschäftszimmern
der Gerichtsmitglieder. — Gesammelt seit 1857/58.
431. Bibl. des Bischöfl. Ordinariats, im 2. Stock der Dompropstei,
(Rossmarktstr.), nicht umfangreich, enthält ausschliesslich Drucke u. ist
Fremden nur ausnahmsweise mit Genehmig, des jeweiligen Ordinariats-
direktors zugänglich. — In demselben Lokal befindet sich das Bischof].
Ordinariatsarchiv, mit c. 80 Nrn Hdss. : aus dem Mittelalter ausser
dem Lib. pontificalis (s. zu 428) bes. Vitae der Diöcesanheiligen u. litur-
gische Bücher, aus dem 16. u. 17. Jahrh. Jesuitica, aus d. 18. hist. u.
Jurist. Abhandl. von lokaler Bedeutung, Kopialbücher, Chroniken usw.
— Archivar Prof. J. Schlecht. — Vor Beendigung der Ordnung u.
Katalogisierung ist die Benutzung erschwert, doch findet Versendung
statt. Alle Gesuche sind an das Bischöfl. Ordinariat zu richten.
Anführungen bei J. G. Suttner, Biblioth. Eystettensis Dioecesana. Abth. 1 .
Eichst. 1866. 4. Bes. Nr 2. 4. 5. 12. 16. 19. 33.
432. Kapitelsbibliothek, im Kapitelsaale u. unter Verwaltung des
Domkapitulars Dr. Morgott, hat sich erst nach der Säkularisation (s. 428)
wieder gebildet u. ist nicht umfangreich, doch hat sie in jüngster Zeit
durch die ihr testamentarisch zugefallene musikal. Bibl. des geistl. Ratlis
u. Musikschriftstellers Raym. Schlecht einen werthvollen Zuwachs er-
fahren.
433. Bibl. des Seminarium Willibaldinum (Bischöfl. Klerikalsem.).
Ca. 15000 Bde (47 Inkun.), 340 Hdss. meist aus d. 19. Jahrh.; kein
Verm.-Etat. — Vorst. Lycealprof. Franz Sal. Romstoeck. — Mi. u. Sa.
11-12; geschl. währ. d. Ferien. — Nicht zu allgemeiner Benutzung;
speciellen Wünschen kann durch Vermittelung des Bibliothekars Rech-
nung getragen werden. — Zettelkat. u. Specialkat. für die theol. Fächer
(etwa 2/ 5 der Bibl.) ; für die übrigen Fächer in Bearb. — Begr. 1847/48
u. seitdem hauptsächlich auf Geschenke angewiesen. Unter den zahl-
reichen testamentarisch überwiesenen Sammlungen (von Professoren,
Pfarrern u. a.) sind hervorzuheben die des Domkapitulars Math. Wein-
zierl n. des Lyc.-Prof. Phil. Hoffmann. — Ein Theil der Sem.-Bibl. ist
im bischöfl. Palais mit der bischöfl. Privatbibl. aufgestellt, welche später
ebenfalls dem Seminar überwiesen werden soll.
J. G. Suttner, Gesch. d. bischöfl. Sem. in Eichstätt. Eichst. 1859. S. 102 u. 147.
355
106 Eichstätt. [434
434. Bibl. des Eichstätter historischen Vereins (im Magistratsge-
bäude am Marktp].). Sammelt Vorzugs w. Eichstätter Druckwerke u.
Arbeiten Eichstätter Autoren. Ca. 600 Bde bez. Nummern (Bücher,
Hdss., Urkunden, Karten, Pläne); Verm. durch Geschenke, nach Bedtirf-
niss auch durch Ankauf. — Bibliothekar Königl. Studienlehrer Dr. Ber-
dolt. — Für einheim. Mitglieder Do. 11-12., für auswärtige nach Ein-
vernehmen mit dem Bibliothekar. — Begr. 1886. Monumentale Werke,
Inschriften u. Münzen verwahrt das Vereins-Museum auf der Willibalds-
burg (Meldung beim Konservator Baurath Velhorn).
Zuwachs verz. im Sainmelblatt d. Eichst, hist. Vereins.
Eisenach (S.-Weimar).
435. Grossherzogl. Karl -Alexander- Bibliothek , in der zum Gym-
nasium gehörigen ehemal. Predigerkirche (Predigerpl.). 14400 Bde
(9 Inkun.), 8400 Schulprogr., einige Hdss. meist histor. Inhalts. Verm.
750 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Prof. Dr. Oesterkeld unter Aufsicht des
Gymn.-Dir. (Hofr. Prof. Dr. H. Weber). — Zur allgem. Benutzung ge-
öffnet Mi. u. Sa. ll-lSj/jj geschl. währ, der Gymn.-Ferien. — Ben. s.
Vorbem. IV, 1. — Nominalkat. in Zetteln; Herstellung eines Nominalkat.
in Bandform im Gange. — Gebildet 1887 (eröffn. 1889) aus der ehemal.
Gymnasialbibl. (begr. 1586, darin die Bibl. von Chr. Kindervater, f 1806,
u. K. H. Funkhaenel, f 1874), dem grössten Theile der Wartburgbibl.
(erhebl. vermehrt durch Zuwendungen infolge eines Aufrufs 1883 u.
besonders durch eine von Heinr. Klemm 1885-1886 zusammengebrachte
u. überwiesene Sammlung, namentl. von Autotypen der Reformations-
zeit), dem nicht Jurist. Theile der Regierungsbibl. (s. diese) u. einem
Vermächtniss des Hofr. Alex. Ziegler in Ruhla.
Notiz über Bildung u. Eröffn. der Bibl. von H. Weber im C.-Bl. f. Bibl.-W.
VI. 1889. S. 8(5-88. — Ordnung f. d. Benutzung d. Carl -Alexander -Bibl. v.
14. Febr. 1888.
Chr. Juncker, Histor. Nachricht v. d. öffentl. Bibliotheque des Fürstl. Gym-
nasii zu Eisenach. Eis. 1709. 4. (102 S. mit Verz. der Drucke u. Hdss., jedoch
ist nicht mehr alles vorhanden.) — Joh. Frdr. Eckhards Nachrichten v. einigen
seltenen Büchern d. Bibl. d. Hochfürstl. Gymnasii zu Eisenach a. d. 15. Jahrh.
Eis. 1775. (4BL, XVI, 269 S.). — A. Oesterheld, Luthers Schriften in d. Carl-
Alex.-Bibl. zu Eisenach. Beil. z. Progr. d. Gymn. Eis. 1892. 4. (25 S.; enth. die
. Drucke von 1516-1523; Forts, soll folgen.) — Vgl. auch zu 437.
436. Bibl. des Grossherzogl. Realgymnasiums (Goldschmiedenstr. 26).
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 4150 Bde, c. 5000 Progr.; durchschnittl. 300 Mk.
~R.-G.-L. Ludw. Baetgen. — Mo. 8-9, Mi. 10-11, Sa. 11-12 (im Winter
je 1 Stunde später). — Begr. 1843.
437. Grossherzogl. Regierungsbibliothek, im Residenzhause (Am
Markt). Ca. 5000 Bde; Neuanschaffungen erfolgen nicht mehr. — Land-
ger.-R. Kuhn (N.-A.). — Zugänglich nach Bedarf. — Begr. im 17. Jahrh.,
aber erst im 18. Jahrh. zu grösserem Umfang gelangt. 1850 bei der
Neuorganisation der Staatsbehörden in die Verwaltung des damal.
356
441 1 Eisleben. 107
Appellationsgerichtes übergegangen; jetzt unter Aufsicht des Landge-
richtspräsidenten. 1887 wurden die nicht Jurist. Werke an die Karl-
Alex.-Bibl. abgegeben.
Verz. der in d. Bibl. des Appellations-Gerichts zu Eisenach enthalt. Bücher.
Eis. 1853; Nachtr. 1883. (280 S.; das auf S. 105-212 u. 254-280 Verzeichnete
ist an die Karl-Alex. -Bibl. abgegeben.)
438. Bibl. des Grossherzogl. Landgerichts (Theaterpl.). [Vorbem.
IV, 4.] Ca. 1500 Bde; c. 300 Mk. — Landger.-R. Kuhn.
Eisenberg, S.-Altenburg.
439. Bibl. des Herzogl. Christiansgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
Ca. 5200 Bde u. mehrere tausend Progr. ; 500 Mk. — G.-L. Dr. Schir-
mer. — Ben. durch nicht der Schule Angehörige unter Bürgsch. eines
Lehrers. — Der Grundstock stammt aus der sehr unbedeutenden alten
Lycealbibl. ; regelmäss. Verm. seit 1832, Ordnung u. Katalogisierung
erst seit 1873.
Eisleben (Pr. Sachsen).
440. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 3000 Bde
u. Plümicke'sche Sammlung (915 Nummern einschl. 53 Nrn Hdss.,
ausserd. 34 Karten u. Kartenwerke). Verm. c. 600 Mk. — Gymn.-Dir.
Prof. Dr. Gerhardt. — Im wesentlichen neu angelegt 1821. Die älteren
Bestände stammen grösstentheils aus dem Vermächtniss des Oberkom-
missärs Hancke von 1743. Die durch testam. Bestimmung des Besitzers
im J. 1866 überwiesene Sammlung des Bergraths K. F. L. Plümicke,
fast ausschl. ältere Werke über sächs. Geschichte, ist besonders aufgestellt.
F.Ellendt, Gesch. d. Kgl. Gynm. zu Eisleben. Eisl. 1846. S. 186-187. 201-294.
441. Bibl. der St. Andreas- oder Markt -Kirche („Thurmbibl."),
im Glockenthurme der Andreaskirche. Ca. 1000 Bde (c. 80 Inkun.),
c. 30 Hdss., der Mehrzahl nach mittelalterlich. Wird nur durch Schen-
kungen vermehrt. — Bibliothekar (N.-A.) der Kirchenälteste an St. An-
dreas Prof. Dr. H. Grössler, an Avelchen Anfragen die Bibl. betr. zu
richten sind. Die Benutzung am Ort ist seinem Ermessen anheimge-
geben, für auswärtige Ben. ist durch seine Vermittelung die Genehmigung
des Gemeindekirchenraths von St. Andreas einzuholen. — Kat. in
chronol. u. alph. Ordnung; Kat. der alten Drucke s. unten; die Hdss.
sind z. Th. noch nicht katalogisiert. — Begr. 1542 von dem Zeitgenossen
u. Freunde Luthers Kasp. Gtittel, dessen Bücher den Grundstock bilden.
Einverleibt Theile der Bibliotheken des Klosters Helfta bei Eisleben,
des Erfurter Karthäuserklosters, Bücher des Mansfeldischen Kanzlers
Joh. Dürr (f nach 1540), des Nik. Coster (f 1631), Paul Röseler
(t 1672) u.a.; in neuester Zeit Schenkungen des Bergraths Plümicke
(f 1866). In den älteren Beständen ausser den Inkunabeln (theol.,
Jurist, u. philos. Inhalts) zahlreiche Autotypen Luthers u. sonstige Schrif-
357
108 Eisleben. [441
ten des 16. u. 17. Jahrh., Islebiensia, Mansfeldensia , Gelegenheits-
schriften usw.
R. Westphal, Ueb. d. Entstehung der Andreas-Bibl. zu Eisleben nebst d.
Verzeichn. der in ders. vorh. alten Drucke [bis 1517]. Progr. d. Gymn. Eisl.
1882. 4. S. 1-38. — W. Wattenbach, Nachricht von 3 Hdss. in Eisleben. N.
Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. VIII. 1S83. S. 285-298.
Elberfeld (Rheinprovinz).
442. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 12 000
Bde u. c. 17000 Progr. u. Dissert. ; 1000 Mk. — G.-L. Dr. Seitz. —
Alph. Zettelkat, für die klass. Sprachen auch Sachkat. in 3 Bden. —
Begonnen etwa 1823 ; einverleibt die Bibl. des Prof. Chr. Clausen
(f 1877).
443. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.
7000 Bde u. c. 15000 Progr.; 800 Mk. — Ob.-L. Dr. Castendyck. —
Begr. 1830.
W. Castendyck, Kat. d. Lehrerbibl. des Stadt. Realgymn. zu Elberfeld.
Nach Fächern geordnet. (Beil. z. Progr. 1890.) Elberf. 8. (3 Bl, 214 S.)
444. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 3700 Bde;
Verm.-Et. schwankend (1890/91: 680 Mk). — Verw. Landger. -Kanzl.
Patzke. — Für weitere Kreise nur mit schriftlicher Erlaubniss der Bibl.-
Kommission (1 Richter u. 1 Staatsanwalt) zugänglich. — Begr. 1832.
445. Bibl. des Bergischen Geschichtsvereins (Auerschulstr. 8).
[Vorbem. IV, 7.] Ca. 5000 Bde (5 Inkun.), c. 250 Hdss. ; ausserdem einige
hundert Urkunden, c. 3500 Porträts, c. 1000 Karten u. Pläne, mehrere
tausend Siegelabdrücke. Verm. c. 500 Mk, ausserdem Tausch u. Ge-
schenke. — Bibliothekar Lehrer 0. Schell. — Mi. 4-6; geschl. Mitte
August bis Mitte September. — Zettelkat. — Begr. 1863. Die wert-
vollsten Urkunden sind im Staatsarchiv in Düsseldorf deponiert.
W. Crecelius u. 0. Schell, Die Sammlungen d. Vereins. In: Festschr. z.
25jähr. Jnbil. d. Berg. Gesch.-Ver. Düss. 188S. S. 76-79 u. Ztschr. d. Berg.
Geschichtsver. Bd 25. 1889. S. 276-278; Bd 27 wird weitere Mittheilungen
bringen. — Druck eines alphab. Kat. in Vorbereitung.
Elbiilg (Pr. Westpreussen).
446. Stadtbibliothek, im Gebäude des Königl. Gymnasiums (Ko-
ni gsb erger str. 14/15). Ca. 27 000 Bde (121 Inkun.), 205 Bde Hdss., 770
Karten u. Stiche. Verm. 600 Mk. — Stadtbibliothekar (N.-A.) Real-
gymn.-L. Dr. L. Neubaur. — Di. u. Fr. 12-1; geschl. in den Weih-
nachts- u. Sommerferien. — Gegen eine vom Magistrat unentgeltlich
ertheilte Benutzungskarte allen Bewohnern der Stadt u. des Umkreises
zugänglich. Hdss. dürfen nur mit besond. Genehmigung des Magistrats
verliehen u. versandt werden ; das altpreuss. Vokabularium (Q. 84) nur
auf der Bibl. zu benutzen. — Alph. Kat. (6 Bde), Realkat. (15 Bde),
358
449J Elbing. 109
Kat. der Hdss. (1 Bd), der grösseren einverleibten Büchersammlungen
(2 Bde). — Begr. 1601 durch Ankauf der Büchersamml. des Gymn.-
Rektors Thomas Rotus, erweitert im 17. Jahrh. u. a. durch die Bibl. der
Rathsherren Andr. Neander, Alb. Isendorff, Steph. u. Sim. Loyss, 1710
durch Hdss. u. Inkun. aus dem aufgehobenen Dominikanerkloster zu
Elbing (vgl. 449), 1714 durch die Bibl. des 1604 verstorb. Sam. Meien-
reis, 1810/11 durch die Sammlungen des Kriegs- u. Domänen- Raths
Scheffner, 1821 u. 1825 durch juristische Bücher des Justizr. Land.
Um dieselbe Zeit kamen hinzu c. 250 Bde aus dem aufgeh. Kloster
Cadinen bei Elbing, 1838 über 300 Bde der Freimaurerloge, 1844 die
Bibl. des Gymn.-Dir. G. Mund (angekauft), 1858 Bibl. des Prof. Buchner,
1869 des Stadtältesten Ferd. Neumann (üb. 1000 Bde), 1883 der grössere
Theil der Büchersamml. des Pfarrers Rhode, 1887 c. 400 Bde aus der
Bibl. des Prof. E. Volckmann, 1890 c. 600 Bde bes. schönwissenschaftl.
Inhalts aus dem Nachlass des Kaufmanns Georg Schmidt. — Die Bibl.
war bis 1846 Gymnasialbibl. , jedoch auch damals allgem. zugänglich
u. in der letzten Zeit als Stadtbibl. bezeichnet; bei Uebernahme des
Gymn. durch den Staat blieb sie im Besitze der Stadt. In der Stadt-
bibl. sind aufgestellt u. allgemein zugänglich die ersten 700 Nummern
der Bibl. des „Elbinger Lesevereins" (gegr. 1857).
Joh. Aug. Merz, Gesch. d. Gyinnasiumsbibl. (Stadtbibl.) Progr. d. Gymn.
Elbing 1840. 1841. 1847. 1848. 4.
Jo. Lange, Bibliorum quae in publ. Gymnasii Elbing. bibl. extant recen-
siones. Elb. 1766. 4. — Kat. d. Elbinger Stadtbibl. 1852 (144 S. syst. u. 367 S.
alph.); 1.-4. Nachtr. 1859-1878. — Hdss. zur deutschen Gesch. s. Arch. d.
Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. XI. 1858. S. 694. — Ein neuer nach den
einzelnen Disciplinen geordneter Kat. von L. Neubaur befindet sich im Druck.
447. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4160 Bde,
c. 12 000 Progr., 100 Kupferstiche, 106 Karten; 300 Mk. — G.-L. Beh-
ring. — Begr. 1847 (vgl. Stadtbibl.).
448. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3360 Bde
(mit der Schülerbibl., die in einzelnen Abtheilungen nicht von der Lehrer-
bibl. getrennt werden kann, 9400 Bde); 500 Mk (mit der Schülerbibl.
c. 1000 Mk). — R.-G.-L. Dr. L. Neubaur. — Begr. 1841. Zuwendungen
1882 aus dem Nachl. des Kaufmanns Georg Schmidt 429 Bde, bes.
geschichtl. u. philolog. Inhalts, 1887 von Prof. E. Volckmann c. 500 Bde.
(Genrich) Kurzer Auszug aus dem Bibliothekskat, der Realschule zu Elbing.
Für die Hand der Schüler zusammengestellt. Elb. 1881. 8. (Verzeichnet auch
Werke der Lehrerbibl.)
449. Convent'sche Sammlung im Stadt. Museum. 50 mittelalterl.
Hdss. u. 16 Inkunabeln theol. Inhalts, wohl alle aus der Bibl. des El-
binger Dominikanerklosters (vgl. Stadtbibl.) stammend, von dem 1812
verstorb. Kaufmann Convent der Stadt vermacht. [Die auf die Gesch.
Elbings bezügl. Hdss. u. Urkunden der Sammlung sind dem Stadtarchiv
übergeben.] — Kustos des Stadt. Museums : Prof. Dr. R. Dorr.
359
110 Elbing. [450
450. Bibl. des Königl. Landgerichts. Ca. 670 Werke („Bände
können nicht angegeben werden"); 500 Mk. — Verw. Landger. -Sekr.
Suckaii. — Begr. 1810.
451. Bibl. der Marienkirche, in der Sakristei der Kirche. 150 Bde
überwieg, theol. Inhalts [m. Ausschl. der auf die Gesch. Elbings bezügl.
Hdss., die im Archiv aufbewahrt werden]. — Wird nicht vermehrt. —
Unter Aufsicht des jedesmal. Superintendenten, z. Z. Dr. Lenz. — An-
gelegt im 16. oder 17. Jahrh. — Ausserdem befindet sich auf dem
Chor der Kirche eine sehr werthvolle Musikalienbibliothek, enth.
520 Nrn, theils gedruckt theils hdsL, vom 16.-19. Jahrh., unter Auf-
sicht des Kantors der Kirche Th. Carstenn.
G. Döring, Vers. e. Gesch. u. Beschreib, der evang. Hauptkirche zu St. Ma-
rien in Elbing. Elb. 184H. S. 54-62. — Ueber die Mus.-Bibl. vgl. Dess. Zur
Gesch. d. Musik in Preussen. eb. 1852.
452. Bibl. der Nikolaikirche. 1478 Bde u. 25 Hdss. — Unter
Aufsicht des kath. Propstes, z. Z. Pr. Zagermann ; zugänglich nach Be-
dürfniss. — Besteht seit 1403. Im J. 1623 wurde eine Reihe von Hdss.
u. Büchern verkauft; weitere Verluste später durch Plünderung.
M. G. Fuchs, Beschr. d. St. Elbing. IL Elb. 1821. S. 203-204. — J. A. Merz,
Gesch. d. Gymn.-Bibl. I. Progr. 1840. 4. S. 20.
Ellwangen (Württemberg).
453. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem.IV, 2.] Ca. 10000
Bde (einige Inkun.) ; 500-600 Mk. — Prof. Schneider. — Sa. \>l r 2%
— Realkat. m. alphab. Reg. (2 Bde). — Die älteren Bestände, Klassiker-
ausgaben, Geschichte, Patristik u. andere Theologie, auch Mathem. u.
Naturwissenschaft vom 16.-18. Jahrh., sind Reste der aus der Hof bibl.
der geforsteten Pröpste von Ellwangen hervorgegangenen Bibl. des
Jesuitenkollegiums (seit 1720), welche bei der Säkularisation zum grössten
Theil in die öffentl. Bibl. nach Stuttgart kam. Das staatliche Gymnasium
besteht seit 1817.
454. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1800 Bde;
300 Mk. — Die Verwaltung besorgt der jeweilige Kanzlei vorstand
(Kanzleirath Bauer). — Begr. 1818.
Eltville a. Rhein (Pr. Hess.-Nassau).
455. Pfarrbibliothek. Einige hundert Bde, darunter Hdss. neueren
Datums u. einige Inkunabeln u. Drucke des 16. Jahrh. [Mittheil, von
F. W. E. Roth.]
456. Bibl. des Gräfl. zu Eltz'schen Hauptarchivs (Eltzer Hof).
Mehrere hundert Bde, das meiste Hdss. d. 16.-19. Jahrh., der Rest sel-
tene Druckschriften die Geschlechter zu Eltz, Schönborn, Ostein, Greifen-
clau betreffend , u. geschichtl. Werke. — Stelle des Vorstands z. Z.
unbesetzt ; bisheriger Vorst. Gräfl. Archivar u. Bibliothekar F. W. E. Roth.
360
460] Emden. 111
— Begr. 1889/90 durch Ausscheidung aus dem alten Familienarchive
zu Eltville bei Neuordnung des letzteren.
F. W. E. Koth, Gräfl. zu Eltz'sche Archivbibl. zu Eltville am Bhein. C.-Bl.
f.Bibl.-W. VII. 1890. S.440. (2 Hdss.)
Eltz a. d. Mosel (Rheinprovinz).
457. Gräfl. zu Eltz'sche Bibliothek. Ca. 5000-6000 Bde aus allen
Fächern, darunter c. 50 Hdss. des 15.-18. Jahrh. u. c. 200 Drucke von
1470-1550. — Gesammelt von mehreren Geistlichen des Geschlechts
u. 1888 von Eltville nach der Stammburg Eltz überführt.
Notiz von F. W.E.Both im C.-Bl. f. Bibl.-W. VI. 1SS9. S. 175.
Emden (Pr. Hannover).
458. Bibl. des Königl. Wilhelms-Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.]
4289 Bde u. c. 10000 Progr. ; 700 Mk. — Ob.-L. Graeser. — Benutzung
auch durch nicht der Schule Angehörige, soweit sie dem Bibliothekar
als zuverlässig bekannt sind. — Begr. wahrscheinlich in den dreissiger
Jahren dieses Jahrhunderts.
Br. Graeser, Kat. der Lehrer-Bibl. des Kgl. Wilh.-Gyum. zu Emden. Beil.
z. Progr. Emden 18S5. 8. (76 S.)
459. Bibl. der „Grossen Kirche", in einem Saal über dem Kon-
sistorienzimmer in der Grossen Kirche. Ca. 9000 Bde (m. 30 Inkun.),
53 Hdss. Verm. bis 100 Mk aus der Kirchenkasse, sonst Legate u.
Geschenke namentlich der Mitglieder des reform. Kirchenraths. — Biblio-
thekar (N.-A.) Kirchenrath Past. emer. N. Victor. — Zugänglich zu jeder
angemessenen Tageszeit nach Meldung beim Bibliothekar. Zur Ver-
leihung auf grössere Entfernung u. an Ausländer ist die Einwilligung
des Presbyteriums durch den Bibliothekar nachzusuchen. — Als Gründer
wird Gerhard thom Camp, seit 1547 Kirchvogt der Grossen Kirche,
genannt. Dazu kamen, meist durch Vermächtnisse, die Bibliotheken des
Predigers Dr. Hardenberg (f 1574), des Bürgermeisters P. Medmann
(t 1584), des Pred. Friedr. Salmuth (angekauft 1625), des Syndikus
Crumminga (1655), der Erben des Dr. jur. Adr. Meyer (1727). Im
18. Jahrh. gerieth die Bibl. in Vergessenheit u. Unordnung, bis im Anfang
des 19. Jahrh. Pred. Meder u. Just.-Komm. Wiarda mit Ordnung u. Ka-
talogisierung den Anfang machten.
Die Bibl. d. grossen Kirche in Emden. Evang.- reform. Kirclienzeitung.
(Erlang.) 1858. S. 293-299.
Verz. sämmtl. Bücher, die auf d. Saal der Grossen Kirche zu Emden vorh.
sind. Heft 1. Theologica. Emden 1830; 2. Werke Jurist. Inli. 1837; 3. Hist.,
philos. u. philol. Werke u. die Mss. 18.V2. (IX, 136; V, 121; VII, 1SS S.). —
Alphab. Verz. der Bücher, w. d. Bibl. d. gr. Kirche in Emden enthält. Eind.
1865; l.Nachtr. 1876. (IV, 200; 36 S.)
460. Bibl. der Gesellschaft für bildende Kunst u. vaterländische
Alterthümer (Grosse Str. 34). Hauptsächl. Kunst, Geschichte u. Geogr.
v. Ostfriesland, Werke ostfries. Verfasser. Ca. 2500 Bde, c. 250 Hdss.,
361
112 Emden. [460
ferner Karten, Kupferstiche usw. Verm. c. 300 Mk; ausserdem Tausch-
verkehr u. Geschenke. — Gymn.-Dir. a, D. Dr. Schweckendieck als
Direktor , Hauptlehrer J. Fr. de Vries als Bibliothekar (N.-A.). — Di.
Abend von 7 Uhr ab. — Nichtmitglieder können Bücher nur nach
Genehmigung der Gesellsch. gegen einen Revers erhalten. — Begr. 1820.
Bibl.-Ber. mit Zuwachsverz. in den jährl. Berichten der Ges. im „Jahrbuch"
der Ges. — Catal. d. Bibl. d. Ges. f. «bild. Kunst u. vaterl. Alterth. in Emden.
Emd. 1877. (1 Bl., 240 S.)
461. Bibl. der Naturforschenden Gesellschaft, im Museumsgeb. der
Ges. (Mühlentrift 5). Vorzugsw. Naturwissenschaften. 4630 Bde; c. 300
Mk, ausserdem Tauschverkehr u. Geschenke. — Bibliothekar Baurath a. D.
Voss, zugleich Direktor der Ges. — Den Mitgliedern täglich geöffnet;
auch Nichtmitglieder können Bücher erhalten. — Begr. 1814. Die
Ges. steht im Austausch mit 216 wissensch. Vereinen u. Instituten.
Verz. d. Bücher d. Naturf. Ges. in Emden. Emd. 1875; l.Nachtr. 1881.—
Neuer Kat. im Druck. — Verz. der Zugänge im Jahresber. d. Naturf. Ges.
Emmerich a. Rhein (Rheinprovinz).
462. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 5100 Bde
(8Inkun.), 10 Hdss.; 450 Mk. — Gymn.-Dir. Akens. — Begr. 1832.
Die älteren Bücher, meist theol. Inhalts, stammen aus den Bibliotheken
der früheren Emmericher Klöster der Jesuiten, Fraterherren u. Kreuz-
herren. Die bei weitem grösste Zahl (2521 Nummern) der Bücher des
ehemal. Jesuiten -Kollegiums, welche 1788 mit der Jesuitenschule von
den Kreuzherren übernommen worden waren, wurden 1844 öffentlich
versteigert.
Engers a. Rhein (Rheinprovinz).
463. Bibl. der Königl. Kriegsschule. Vorzugsw. Militärwissenschaften.
Ca. 6900 Bde u. c. 175 Kartenwerke; 1200 Mk. — Büreauchef u. Biblio-
thekar ein Lieutenant, etwa alle 3 Jahre wechselnd. — Wtgl. 8-12 u.
3-5. — Benutzungsberechtigt ausser den Kriegsschülern die Offiziere
u. Mil. -Beamten im Bereich des VIII. Armeekorps. — Begr. 1863 mit
der Kriegsschule.
Kat. d. Bibl. der K gl. Kriegsschule zu Schloss Engers. Neuwied 1887. (240 S.)
Erfoach im Odenw. (Gr. Hessen).
464. Gräfl. Erbach-Erbachische Hofbibliothek, im oberen Stock des
Archivbaues. 7300 Bde (20 Inkun.), 15 Hdss., 450 Karten usw. Verm.-
Et. schwankend (100 Mk u. mehr). — Vorst. Amtsrichter a. D. Eberh.
Krauss. — Für allgemeineren Gebrauch zugänglich zw. 1 u. 2 Uhr.
Versendung nach auswärts nicht ohne Genehmigung der Gräfl. Rent-
kammer. — Realkat. (1 Bd) vorhanden. — Begr. um 1730 unter Graf
Georg Ludwig zu Erbach. Die Hdss. u. alten Drucke stammen grössten-
theils aus der ehemal. Reichsabtei Roth (Württemb.).
362
466] Erfurt. 113
465. Gräfl. Erbachisches Gesammthaus-Archiv besitzt in seiner
Handbibl. einige Inkunabeln u. Drucke aus dem Anf. des 16. Jahrh.
sowie 2 spätere Perg. - Drucke , unter den Archivbeständen eine Reihe
von Hdss., mit Ausn. des Welschen Gastes von Thomasin v. Zirkläre
noch nicht katalogisiert u. beschrieben (einige naturhist. Hdss. d. 15.
Jahrh., ferner Stammbücher, Tagebücher u. ähnl. u. einige hist. Hdss.
aus neuerer Zeit). — : Archivar Morneweg.
Erfurt (Pr. Sachsen).
466. Königliche Bibliothek, im Packhofsgebäude (Anger 18). 48657
Bde (662 Inkun.) u. 5033 Progr.; 1226 Bde (7107 Nrn) Hdss. Verm.
1200 Mk. — Erster Bibliothekar R.-Gymn,-L. Dr. Auermann; ein zweiter
Bibliothekar; 1 Diener (sämmtl. im N.-A.). — Mo., Mi. u. Sa. 1-4, im
Winter 1-3; geschl. während der Ferien der höheren Schulanstalten,
doch ist immer einer der Bibliothekare am Orte anwesend. — Ben.
s. Vorbem. IV, 1. Versendung von Hdss. nach vorgängiger Ermächtigung
der Königl. Regierung in Erfurt. — Fachkataloge, theils alphab., theils
System., in 19 Bden. — Die Bibl. ist hervorgegangen aus der ehemal.
Universitäts-Bibl., welche um 1440 entstand, aber 1510 u. 1525 grössten-
teils zerstört wurde. 1692 liess der Rektor Dr. Petri von Hartenfels
die Trümmer sammeln u. ordnen u. fügte neue Bücher hinzu; 1709
vermehrte sie der Statthalter Phil. Willi, v. Boineburg durch die sog.
Regierungsbibl. u. 1716 durch seine eigene, daher die ganze Bibl. den
Namen „Boineburgische" führte. 1786 kam hinzu die Bibl. des auf-
gehobenen Jesuitenkollegiums, 1796 die des Stadtraths, 1809 die Biblio-
theken aufgehobener Erfurter Klöster, von denen die der Benediktiner
(Peterski.) u. Karthäuser die bedeutendsten waren [jedoch ist vieles
davon zerstreut], 1819 die Bibl. des Rathsgymnasiums. Dagegen wurden
später einige Hdss. an die Königl. Bibl. in Berlin abgegeben. Mit der
seit Aufhebung der Universität (1816) als „Königl. Bibl." bezeichneten
Sammlung wurde 1837 räumlich vereinigt die bis dahin im Collegium
Amplonianum in der „Himmelspforte" aufbewahrte Bibliotheca Am-
ploniana, begr. 1412 von Amplonius Ratingk (f 1435), in ihrem Lokale
endlich auch die Bibl. der Königl. Akademie gemeinnütziger
Wissenschaften aufgestellt. Letztere enthält c. 5000 Bde (in obiger
Zahl nicht inbegriffen).
(H. A. Erhard) De bibliothecis Erfordiae praes. bibl. Univers. Boiueburgica.
Spec. 1. 2. Erf. 1813-1814. (12, 16 S., 2 Taf.) Dem Inh. nach wiederholt in
Dess. Nachrichten von d. Boineburg. Bibl. zu Erfurt. Sachs. Prov.-Blätter.
Bd2. Erf. 1821. S. 342-395. — Hesse, Beitr. zu d. Gesch. einiger Kirchen-
u. Klosterbibl. in Thüringen. Serapeum 18. 1857. S. 129-13S. 145-154. — H.
Weisseilborn , Amplonius Ratingk de Berka u. seine Stiftung. Erf. 1878.
(2 Bl., 38 S.) -- R. Böckner in Mitth. d. Ver. f. d. Gesch. u. Alt. v. Erfurt.
Heft 10. 1881. S. 113-116 (Bibl. des Petersklosters). — H. 0. Lange, Ueb.
einen Kat. d. Erfurter Un.-Bibl. aus d. 15. Jahrh. C.-Bl. f. Bibl.-W. IL 1885.
S. 277-287.
Hdss. d. Königl. Bibl. zu Erfurt [zur deutschen Gesch.]. Arch. d. Ges. f.
alt. deutsche Geschichtsk. VIII. 1843. S. 268-272. 676-684; XL 1858. S. 724-726.
363
Beiheft io. 8
114 Erfurt. |466
— Fr. Kritz, De codicibus Bibl. Amplonianae Erfurtensis potioribus. Erf.
1850. 4. S. 3-25 (auch im Serapeum 1850). — W. Schurn, Exempla codicum
Aniplonianor. Erfurtensium saec. 1X-XV. Berl. 1882. fol. (2 Bl ., 28 S., 24 Taf.)
— Ders., Beschreibendes Verz. d. Amplonian. Handschriften-Samml. zu Erfurt.
Berl. 1887. 4. (LVIII, 1010 S., 2 Taf.) — Vgl. auch K. Herrmann, Bibl. Er-
furtina. Erf. 1863.
467. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Schlösserstr. 7). [Vorbem.IV,2.]
8900 Bde u. c. 12 000 Progr.; 500 Mk. — Ob.-L. Dr. Neidhardt. —
Begr. 1826 als Lesebibl. für Schüler, wovon 1832 eine Abtheilung der
nicht für die Jugendlektüre geeigneten Werke abgezweigt wurde. Die
1796 begr. Bibl. des alten Rathsgymn. kam an die Königl. Bibl.
Zur Gesch. des Kgl. Gymn. zu Erfurt, im Progr. z. 50 jähr. Stiftungsfest
1870. 4. S. 21-22. — Kat. der Lehrerbibl. d. Kgl. Gymn. zu "Erfurt. Abth. 1-2.
Beil. zu den Progr. 1889 u. 1891. (26, 10 BL, enth. Gesch. u. Litt. -Gesch.,
deutsche Sprache u. Litt., klass. Piniol.).
468. Bibl. des Königl. Realgymnasiums (Marktstr. 6). [Vorbem.
IV, 2.] 2511 Bde u. c. 10000 Progr., 30 Karten; 500 Mk. — R.-G.-L.
Dr. Auermann. — Do. 8-10. — Begr. 1844.
469. Stadtarchiv, im Rathhaus, enthält an Bibliotheksbeständen,
d. h. Hdss. u. Drucken, sämmtl. auf Erfurt bezüglich, c. 800 Bde. —
Stadtarchivar Dr. Beyer. — Geöffn. gewöhnlich Nachm. 4-6. Ausleihung
nur ausnahmsweise. — Begr. 1863 durch Ausscheidung aus der Ma-
gistratsbibl , welche jetzt nur die für die Stadtverwaltung gebrauchten
Bücher enthält. In der Archivbibl. auch die vom Mag. 1854 angekaufte
Samml. von H. A. Erhard. [Die der Stadt 1860 geschenkte nicht be-
deutende W. Meinecke'sche Samml. besteht für sich u. darf nur in
Gegenwart des Oberbürgermeisters benutzt werden.] — Im Stadtarchiv
u. in derselben Verwaltung befindet sich auch die Bibl. des Vereins
f. die Geschichte u. Alterthumskunde von Erfurt, c. 1000 Bde
Erfordensia u. Zeitschriften anderer Geschichtsvereine, begr. 1863.
Vgl. K. Herrmann, Bibliotheca Erfurtina. Erf. 1863. [„Magistr.-Bibl."] —
Zuwachs d. Ver.-Bibl. in Mittheilungen des Ver. f. d. Gesch. u. Alterhumsk.
v. Erfurt.
470. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem. IV, 4.] Vorzugsw.
verwaltungsrechtl. Fächer. — Ca. 8000 Bde ; 900 Mk. — Decernent
Reg.-Ass. du Vinage. — Begr. 1816.
471. Bibl. des Königl. Landgerichts (Friedr.-Wilh.-Pl. 37). [Vor-
bem. IV, 4.] Nahezu 2600 Bde; 610 Mk. — Kanzleirath Strewesand.
— Begr. 1815.
472. Dombibliothek, in einer ehemal. Kapelle am Kreuzgang des
Doms. Ueber 2000 Bde haupts. Theologie u. Jurisprud., auch Geschichte,
c. 50 Hdss. u. c. 1600 Urkunden; wird nicht vermehrt. — Vorsteher
Vikar Rautert. — Zugänglich nach Uebereinkommen mit demselben;
Versendung der Bücher mit Erlaubniss des Dompropstes, z. Z. Propst
Reick. — Katalog noch nicht vollendet. — Als Ganzes erst nach Auf-
304
476] Erichsburg. 115
hebung des Stiftes (1816) entstanden. Aufgenommen wahrscheinl. die
Bestände des ehemal. geistl. Gerichts. Die Druck- u. Handschriften
sind ohne hervorragenden Werth. Die Urkunden reichen bis in das
11. Jahrh. zurück.
473. Pfarrarchiv der Lorenzkirche (kath.) besitzt ausser theol. Druck-
werken einige Messbücher u. mehrere Hdss. des ehemal. Petersklosters,
darunter die wichtige Sammlung des Gallus Stass. — Verw. Pfarrer
Feldkamm. — Nur ausnahmsweise zu benutzen.
474. Ministerialbibliothek (Eigenthum des Evang. geistl. Ministe-
riums), im unteren Saale des Martinstifts (Komthurg. 7). Vorzugsw.
Theologie. 16 000-18 000 Bde ; mehrere Hdss. (Briefe der Reforma-
toren, Erfurter Chroniken usw.; vgl. unten). Verm. 300-330 Mk. —
Vorsteher (N.-A.) Pastor an der Barfüsser-Kirche Winkler. — Do. 11-12;
allgein. zugänglich. — Kataloge gedruckt, s. unten ; hdsl. Fortsetzungen
üb. die neueren Bestandteile. — Begr. 1648, vermehrt meist durch
Geschenke der Erfurter Geistlichen u. Anderer. Einverleibt u. a. 1742
ein Theil der Bibl. des Fürstl. Sachs. Obergeleitsmanns P. Ch. Birckner,
1774 J. H. v. Gerstenberg's Hdss. -Samml. zur Erfurter Gesch.; 1786
Bibelausgaben u. -Kommentare a. d. Besitz des Leg.-Sekr. G. Fr. Jak.
Künhans. Hinzugekommen 1840 die Agricola-Bibl. a. d. Nachlasse des
Domherrn P. Fr. Agricola (f 1807) ; später die Synodalbibl. (begr. 1820)
u. die pädagog. Bibl. — Die werth vollen hebräischen Hdss. (18 Bde)
sind 1880 an die Königl. Bibl. in Berlin abgegeben worden.
Cat. d. Ministerial-Bibl. zu Erfurt. Erf. 1876. (120 S., m. Not. zur Gesch.
d. Bibl.) — Beyer, Cat. d. Agricola-Bibl. Erf. 1872. (136 S.) — Winkler, Cat.
d. Synodal-Bibl. u. d. Agricola-Bibl. (Neue Folge). Erf. 1871; Nacbtr. z. Cat.
d. Syn.-Bibl. 1 885. (36 u. 1 6 S.) — Viele Anführungen auch bei K. Herrmann,
Bibliotheca Erfurtina. Erf. 1863.
475. Militärbibliothek, in der Hauptwache im Hirschgarten. [Vor-
bem. IV, 6.] Ca. 6000 Bde, ausserdem Karten usw.; 750 Mk. — Mi. u.
Sa. 11 1 / 2 - 12 l / 2 - — Benutzungsberechtigt die Garnisonen bez. Land-
wehrbezirke Erfurt, Langensalza, Gera, Mühlhausen i.Th., Naumburg a. S.,
Rudolstadt, Sondershausen, Sangerhausen, Greiz, Ichtershausen. — Bis
1890 Bibl. der 8. Division. Begr. 1885 bei Verlegung der Kriegsschule
von Erfurt nach Glogau aus Beständen der Bibl. der 9. Division.
Kat. d. Militär-Bibl. zu Erfurt. Abgeschl. am 1. März 1891. Erf. 1891. (125 S.)
Erichsburg b. Markoldendorf (Pr. Hannover).
476. Bibl. des Predigerseminars. Vorzugsw. Theologie. Ca. 9000
Bde ; 500 Mk. — Ph. Meyer, Studiendirektor des Pred.-Sem. — Wegen
Benutzung Meldung beim Studiendir. — Die Bibl. befand sich bis Anf.
1891 mit dem Seminar in Hannover. Entstanden namentlich durch
Schenkung der Büchersammlungen des Ob.- Konsist. -R. H. Ph. Sextro
(f 1838) u. des Abts Rupstein (f 1876).
365
8*
116 Erlangen. [477
Erlangen (Bayern, M.-Fr.)
477. Königl. Universitätsbibliothek, Schlosspl. 4. Bestand nach Zäh-
lung: 156000 Bde einschl. 3600 Fase. (enth. 127 000 Dissert.) u. 2100
Inkun.; 2035 Hdss. Ausserd. Samml. von Handzeichnungen, Kupfer-
stichen usw. unter gesond. Verwaltung u. eine MünzsammluDg, Verm.
22 817 Mk. — Bibliothekar: Dr. Zucker, Oberbibliothekar; 1 Sekret,
u. 1 Assistent ; 1 Hülfsarbeiter aus d. Kreise der Studierenden ; 2 Diener.
— Mo. bis Fr. Leses. geöffn. 9-12 u. 2-4, Ausl. 2-3, für Docenten auch
11-12; Sa. u. währ. d. Ferien 9-12 bez. 11-12. Geschl. am 2. Jan.,
am Di. nach Ostern, am 1. Mai, am Sa. vor bis Mi. nach Pfingsten,
am 4. Nov., 24. u. 27. Dec; ferner im Frühj. u. Herbst einige Tage zum
Zweck der Reinigung. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alphab. Hauptkat.
in 29 Bden, ergänzt durch Kataloge für 3 bes. Sammlungen in 11 Bden;
alph. Zettelkat. (noch nicht vollst.); Realkataloge in 42 Bden (noch
nicht vollst.); Hdss.-Kat. s. unten. — Begr. 1743 vom Markgrafen Fried-
rich v. Bayreuth durch Schenkung seiner Privatbibl. sowie der seiner
beiden Vorgänger. Seitdem sind einverleibt die Privatsamml. des Geh.
Raths u. Kurators d. Univ. D. v. Superville (1743), die Bibl. des Cist.-
Klosters Heilsbronn (1748 u. 1770), die Privatbibl. der Markgräfin
Friederike Sophie Wilhelmine (1758) u. des Markgr. Friedrich Christian
zu Neustadt a, d, Aisch (1759); die Hdss. u. Kollektaneen des Prof.
J. J. Baier in Altdorf (1780), die medic. Bibl. des Rathes Dr. J. P. Vogel
(1783), die juristische des Geh. Landesreg.-R. u. Konsist. -Präs. J. G.
Mayer (1783), die Bibl. des Prof. Chr. Masius (1787), die Bibl. des
ehemal. Franziskanerkl. St. Jobst bei Goldkronach (1794), Werke aus
dem Kloster-Langheim'schen Hofe in Kulmbach (1804); die Bibl. des
Instituts der Moral u. schönen Wissenschaften zu Erlangen (1805), der
grösste Theil der Markgräfl. Schlossbibl. in Ansbach sammt der aus
Schloss Schwaningen stammenden Sammlung (1805-1806; vgl. oben 38),
die Bibl. der Markgräfin Sophie Karoline Maria v. Brandenburg-Bayreuth
(1818), in demselben Jahr die Bibl. der Univ. Altdorf (begr. 1598 durch
die Bibl. des Theol. Geo. Siegel) mit den ihr einverleibten Sammlungen
von Joh. Ludw. Stöberlin (f 1696) u. Geh.-R. Chrph Jak. v. Trew (f 1796),
jedoch ohne die Schwarz'sche Samml. von Reformationschriften, welche
an die Familie zurückging u. nach England verkauft wurde. Ferner
kamen hinzu die Bibl. des homilet. - katechet. Predigerseminars zu Er-
langen (1834 u. 1871), die Bibl. des Dr. med. J. W. Stintzing in Altona
(1860), des Prof. Fr. v. Dittrich (1861), des Prof. K. F. Ph. v. Martius
(1864), die Samml. der ehemal. Baderschule in Bamberg (1865). Die
Societas physico-medica in Erlangen überweist sämmtliche bei ihr ein-
gehenden Druckschriften, das Homilet. Seminar alle seine Anschaffungen,
das Akad. Lesezimmer eine grössere Anzahl von Zeitschriften u. Zei-
tungen. Pflichtlieferungen der Verleger des Kreises Mittelfranken. —
Seit 1825 befindet sich die Bibl. in dem ehemal. markgräfl. Schlosse
(erbaut 1700-1704), das nach einem Brande im J. 1814 für die Bibl.
3Ü6
483] Essen. 117
u. andere Sammlungen eingerichtet wurde und allmählich in den aus-
schliesslichen Besitz der Bibl. überging.
Sammlung aller Handlungen u. Schriften, welche zu . . . ewig. Gedächtnisse
d. Geh. R. Dr. Chr. Jac. Trew . . . wegen der von ihm d. Univ. zu Altdorf
gemachten Schenkung seiner . . . Bibl. u Naturalienkammer . . . z. Vorschein
gekommen sind. [M. hist. Vorber. v. G. Will.] Altd. 1770. fol. — J.K.Irmischer,
Diplomat. Beschreib, der Mss., welche sich in d. Königl. Univ.-Bibl. zu Er-
langen befinden. Nebst d. Gesch. dieser Bibl. Bdl. Erl. 1829. (XXIV, 448 S.;
die Gesch. auf S. 1-183). — D. Kerler, Kat. des Klosters Heilsbronn aus d.
13. Jahrh. Serapeum 26. 1865. S. 199-203. — Bibliotheks-Ordnung der Kgl.
Bayer. Universität zu Erlangen. Erl. 1871.
J. L. Hocker , Bibliotheca Heilsbronnensis s. Catal. librorum omnium tarn
msstorum quam impressor., qui in cel. monasterii Heilsbronn, bibliotheca
publ. adservantur. [= Th. 2 zu dess. Hailsbronn. Antiquitäten-Schatz.] Norib.
1731. fol. (10 BL, 288 S. u. Ind.) — S. G. Oetter, Progr. de memorabilibus
bibliothecae monasterii S. Jodoci vulgo S. Jobst nuncupati. Erl. 1746. 4.
(16 S.) — Chr. Theoph. de Murr, Memorabilia bibliothecarum publ. Norim-
bergens. et Univ. Altdorfinae. P. 3. Norimb. 1791 . S. 25-274. — J. K. Irmischer,
Hdss.-Kat. d. Kgl. Univ.-Bibl. zu Erlangen. Frankf. a. M. u. Erl. 1852. (XVIII,
472 S., 2 Taf. ; Dess. Diplom. Beschr. s. oben.)
Von den Universitäts-Instituten besitzen 24 eigene Handbibliotheken
von sehr verschiedenem Umfange. Eine grössere Zahl derselben ist
erst in allerjüngster Zeit angelegt.
478. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 5300 Bde
u. c. 9000 Progr. ; 650 Mk. — G,-L. Dr. Schöner. — Begr. 1745.
Erxlehen, Kr. Neuhaldensleben (Pr. Sachsen).
479. Lehnsbibliothek (der Familie v. Alvensleben gehörig), im
Schloss IL Ca. 5000 Bde aus allen Wissenschaften, darunter auch Inkun.
v. 1471 ab, im übrigen 16. u. 17. Jahrh.; seitdem wenig vermehrt. —
Unter Aufsicht des Grafen A. v. Alvensleben-Erxleben IL — Begr. 1534.
480. SchlOSSkapellen-Bibliothek (den beiden Grafen v. Alvensleben
gehörig), in der Schlosskapelle. 1517 Bde (9 Inkun.) vorzugsw. Theo-
logie u. Gesch., fast alles aus d. 16. u. 17. Jahrh. Wird nicht ver-
mehrt. — Verw. Pastor Büchsel. — Begr. in der 2. Hälfte des 16. Jahrh.
Essen a. d. Ruhr (Rheinprovinz).
481. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Burgpl. 3). [Vorbem. IV, 2.]
Ca. 6000 Bde ; 600 Mk, dazu neuerdings 180 Mk Zinsen einer Kapital-
schenkung. — Ob.-L. Dr. Todt. — Begr. wahrscheinl. mit dem Gymn. 1819.
482. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums (Steel. Ch. 13). [Vorb.IV,2.]
Ca.2000Bdeu.Progr.-SammL; 500Mk. — R.-G.-L.Gröppel.— Begr. 1865.
483. Bibl. des Königl. Landgerichts (Hagenstr. 41). [Vorbem. IV, 4.]
1921 Bde; 600 Mk. — Kanzleidirektor Hirsch. — Begr. 1879.
483 a. Bibl. der Stiftskirche, im Pfarrhause. Noch ungeordnet; soll
neben werthlosen theol. Werken eine Reihe deutscher u. holländ. Inkun.
enthalten.
367
118 Esslingen. [484
Esslingen (Württemberg).
484. Pfarrbibliothek, zur Reformationszeit aus Beständen der auf-
gehobenen Klöster der Stadt begründet u. später durch die Bücher-
sammlungen zweier Geistlichen vermehrt, enthält Drucke verschiedenen,
bes. theol., Inhalts ; Hdss. wenig zahlreich u. unbedeutend. Umfang u.
sonstige Verhältnisse können gegenwärtig nicht angegeben werden, da
die im Gange befindliche Scheidung des kirchlichen u. bürgerlichen
Antheils am Stiftungsvermögen auch die Bibl. betrifft. Die Verwaltung
führt bis jetzt das 1. ev. Stadtpfarramt. Ausleihung findet nicht statt;
nur Ben. in einem Rathhauszimmer gestattet.
Eutin (Oldenburg).
485. Grossherzogl. öffentliche Bibliothek, im Gymnasialgebäude.
Vorzugsw. Philologie, deutsche Litt., Gesch., Geogr., Naturwissenschaften.
Ca. 33 000 Bde, darunter eine ziemliche Anzahl Inkun.; c. 60 Hdss.;
ausserdem Karten- u. Kupferstichsammlung. Verm. 720 Mk aus der
Landkasse u. 50-100 Mk von der Schule. — Vorst. der Direktor des
Gymn., gegenwärtig Gymn.-Dir. a. D. Geh. Schulrath Dr. Pansch. —
Mo., Di., Do., Fr. 11-12; geschl. während der Schulferien. — Ben. s.
Vorbem. IV, 1. — Fachkataloge in 10 Bden. — Eröffnet 1837, nach
Vereinigung folgender Bestandtheile , von denen die drei ersten bis
dahin im Schlosse aufgestellt gewesen waren: 1) Bibl. des vormal.
Koadjutors d. Domstifts Lübeck Herz. Peter Friedrich Wilhelm (f 1823);
2) Bibl. des Dichters u. Hist. G. A. v. Halem ; 3) Bibl. des Hauptm.
Aug. Mor. Appenfelder (die beiden letzten seit 1816-17 im Grossherzogl.
Besitz); 4) Schulbibliothek, begr. in den achtziger Jahren des 18. Jahrh.
von J. H. Voss. Später überwiesen Bestände aus dem Archiv der Re-
gierung u. der Rentkammer, sowie Reste einer vormal. Kollegiatstifts-
Bibl. (vorher in der Stadtkirche). Der Schulantheil wurde durch meh-
rere grössere Geschenke vermehrt, darunter eine Autographensamml.
von Abr. Voss.
(Pansch) Die Grossh. üffentl. Bibl. im Gymn.-Gebäude in Eutin (geschichtl.
Not.) im Progr. d. Gymn. 1878. 4. S. 18-21. — Zuwachsverzeichnisse in den
Gymn.-Progr.
Flensburg (Pr. Schlesw.-Holstein).
486. Bibl. des Königl. Gymnasiums u. Realgymnasiums. Ausser
den Schulwissenschaften im allgem. wird Geschichte Deutschlands u.
Schlesw.-Holsteins bes. gepflegt. Ca. 30 000 Bde (6 Bde Inkun.) u. c.
25500 Progr., 8 Hdss. ; 600 Mk, ausserdem ein nicht näher bestimmter
Betrag aus der „Friedrich-Stiftung" (bisher c. 250 Mk). — Ob.-L. Dr.
Christensen. — Sa. 12-1, auch zu allgemeiner Benutzung durch Be-
wohner Flensburgs u. der Umgegend. — Blätterkat., nach Fächern ge-
ordnet. — Der Gründer der Anstalt, der Barfüssermönch Ludolf Naaman
(f 1574), hinterliess derselben seine Bücher, von denen noch einige
368
491] Frankfurt a. Main. 119
vorhanden sind. Begründung einer eigentl. Bibl. erst 1711 durch Joh.
Moller; langsame Vermehrung bis 1848; Bewilligung bedeutender Mittel
durch die dänische Regierung 1851-64; nach 1864 zahlreiche u. wertk-
volle Geschenke deutscher Regierungen, Verleger u. Privatpersonen.
Ol. H. Moller , Erneuertes Andenken d. milden Stiftungen , durch welche
sich . . Ludolphus Naamani u. dessen Eltern . . . verdient gemacht haben.
Flensb. 1774. 4. S. 44-5U (darin Verzeichn. d. Stammbibl). — Kat. d. Bibl. der
Flensburger Gelehrten- u. Real-Schule. Flensb. 1S45; 1.-3. Forts. 1853. 1857.
1855). 8. (in den Progr.) — Herskind, Verz. derjen. neuangeschafften Bücher,
w. auf d. Gesch. u. Litt, des Nordens Bezug haben. Beil. z. Progr. 1865. —
Nik. Beeck, Alte Drucke der Flensburger Gyinn.-Bibl. Progr. Flensb. 187". 4.
S. 25-32. (S. 32 ff. I Hds.)
487. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 1962 Bde
u. 111 Karten; c. 400 Mk. — Vorst. der Landger. -Präsident. — Begr.
1867 durch einen Theil der Bibl. des vormal. Appellationsgerichts in
Flensburg; 1879 vermehrt durch einen Theil der Bestände des vormal.
Kreisgerichts Schleswig.
488. Kirchenbibliothek zu St. Nikolai, im Kirchengebäude. Ca.
400 Bde Theologie u. alte Klassiker, meist ältere Litteratur, darunter
einige Inkun. — Unter Aufsicht des Hauptpastors der Kirche (H. Bircken-
städt). — Begr. 1580 durch Schenkungen von Reinh. thor Smeden u.
Rathmann Härder Vake. Dazu kamen einige Bücher aus dem Minoriten-
kloster in Flensburg u. dem Cistercienserkl. bei Glücksburg (Rüdekloster).
In den letzten 20 Jahren einiger Zuwachs an neueren Werken.
J. G. Burman-Becker, St. Nicolai-Kirkes Bibliothek i Flensburg. Slesv. Pro-
vindsial-Efterretninger. IV. 1863. S. 164-180. (Abdr. eines Kat, von 172'J in der
Un.-Bibl. in Kopenhagen.)
489. Militärbibliothek, im Garnison-Kasino. [Vorbem. IV, 6.] 1750
Bde u. 1400 Karten ; 700 Mk. — Mo. u. Do. 2-3 ; geschl. in der ersten
Hälfte des April. — Benutzungsberechtigt die Garnisonen Flensburg,
Hadersleben, Kiel, Neumünster, Rendsburg, Schleswig, Sonderburg, bez.
die Bezirkskommandos Flensburg, Kiel, Rendsburg, Schleswig. —
Begr. 1868.
Kat. d. Militär-Bibl. zu Flensburg. Fl. 1887. (1S0S.)
Frankentkal (Bayern, Pf).
490. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 1945 Bde;
Verm.-Etat wechselnd, c. 320 Mk. — Die Verw. führt der älteste Rath
(Ob.-L.-G.-R. Hönes) mit dem Obersekretär (Teutsch). — Begr. 1816 als
Bibl. des Kreisgerichts Frankenthal.
Frankfurt a. Main (Pr. Hess.-Nassau).
491. Stadtbibliothek, Schöne Aussicht 2. Alle Wissenschaften mit
Ausschluss von Medicin u. Naturwissensch. Bestand am 1. Apr. 1891:
170 971 Bde (Zahl der Inkun. nicht ermittelt) u. 1150 Bde Hdss.; Verm.
12 852 Mk. — Stadtbibliothekar (H.-A.) Dr. Friedr. Ebrard; 2 Ama-
369
120 Frankfurt a. Main. [491
nuensen, 2 wissensch. stand. Hülfsarbeiter; 3 Diener (sämmtl. im H.-A.).
— Leseräume Mo. bis Fr. 10-3, Sa. 10-1; Ausl. 11-3 bez. 11-1; per-
manente Ausstellung auch an Sonntagen geöffnet. — Ben. s. Vorbem.IV, 1.
Bestellkästen befinden sich in verschiedenen Gegenden der Stadt; auf
Verlangen werden gegen Gebühr auch innerhalb der Stadt die Bücher
zugesandt bez. abgeholt. Verl. an auswärtige Privatpersonen m. Erlaubn.
des Magistrats-Deputierten. — Alphab. Zettelkat. in 275 Kapseln, Fach-
kat. in 26 Bden. — Seit dem 15. Jahrh. besass der Rath eine Handbibl.
im Römer, zu der 1527 die bereits 1484 vermachten Bücher des Ludwig
von Marburg gen. zum Paradies (f 1502) kamen. Daneben bestand
lange Zeit die 1529 ebenfalls dem Rathe übergebene Bibl. des Barfüsser-
klosters, welche 1640 (Testam. v. 1624) die Bibl. des Pred. Hartm.
Beyer (f 1577) u. seines Sohnes, des Arztes Joh. Hartm. Beyer, erhielt.
1668 Vereinigung beider Bibliotheken, 1690 Ankauf der bedeutenden
iibl. Maximilians zum Jungen (f 1649), 1691 Schaffung einer bes. be-
soldeten Bibliothekarstelle. Verm. ausser durch die regelmässigen Be-
willigungen u. durch Geldlegate bes. durch die Schenkungen des Oriental.
Hiob Ludolf (1703), des Pfarr. Bernh. Waldschmidt (1721), die Frank-
furt betr. Hdss. von Zach. Konr. v. Uffenbach (f 1734). Anfang des
19. Jahrh. Zuwachs aus den aufgehobenen Klöstern der Karmeliter,
Dominikaner u. dem St. Leonhardstift, während die Bibl. des Bartholo-
mäusstifts (Dombibl.) erst 1825 an die Stadt kam. Unter den seitdem
einverleibten Sammlungen sind zu nennen die historisch-genealogischen
von J. K. v. Fichard (1830) u. v. Glauburg (1854), aus denen aber alles
handschriftliche zur Lokalgeschichte an das hist. Archiv der Stadt ab-
gegeben wurde, ferner die auf Frankf. bezügl. Werke von J. Fr. H.
Schlosser (1851), sowie Bibl. u. Archiv des ehemal. Bundestags (1867).
Der Verein f. Gesch. u. Alterthumskunde überweist den grössten Theil
seiner Eingänge (vgl. Stadtarch.), ebenso der Ver. f. Geographie u. Sta-
tistik die Eingänge Statist, u. verwandten Inhalts (vgl. Senckenberg. Bibl.).
— In der Stadtbibl. befindet sich auch die Stadt. Münzsammlung v.
25644 Stück. — Das Bibl.-Gebäude, erbaut 1820-25, erhält gegenwärtig
einen grossen Erweiterungsbau.
Ph.W. Gercken, Reisen durch Schwaben usw. Th. 4. 1788. S. 174-196. —
J. H. Faber, Topogr., polit. u. hist. Beschr. d. Reichs-Wahl- u. Handelsst.
Frankfurt a. M. Bd 1. Fr. 1788. S. 339-351. — Fr. Ch. Matthiä, Von einigen be-
deutenden Bereicherungen d. Stadtbibl. Gymn.-Prögr. Frankf. 1819. 4. —
Didaskalia v. 18. Okt. 1827 (Kurze Beschreib, u. Gesch. der Bibl. zur Grund-
steinlegung des neuen Gebäudes). — Das neue Stadtbibliothekgebäude. Frank-
furter Jahrbücher IL 1833. K 24-27; III. 1834. N. 10-25. — H. Grotefend, D.
Entstehung d. Stadtb. zu Frankfurt. Mitth. d. Ver. f. Gesch. u. Alterth. in
Fr.a.M. VI. 1881. S. 162-169. — Fr. Ebrard, Ein 200jähr. Gedenktag a. d.
Gesch. der Frankfurter Stadtbibl. Frankfurter Zeitung v. 19. März 1891.
1. Morgenbl. — Revidierte Benutzungsordn. f. d. Stadtb. zu Frankf. a. M. v.
20. Apr. 1888. 2. Abdr. 1889. (7 S.) — Bericht üb. d. Verwaltung d. Stadtbibl.
zu Frankf. a. M. (Abdr. aus d. Verw.-Ber. d. Magistrats) jährl. seit 1884/85. 4.
Joh. Jak. Lucius, Catal. bibliothecae publ. Moeno-Francofurtensis. Fr. 1728.
4. (7 BL, 380, 112, 194, 378 S.) — Archiv d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk.
I. 1820. S. 322-324 (Matthiä, Hdss. d. Stadtbibl.) ; IL 1820. S. 197-212 (Hdss.
370
493] Frankfurt a. Main. 121
des St. Bartholomäusstifts). — v. Boltog. Die v. Fichard'schen Mss. auf d.
Stadtb. zu Frankf. a. M. Arch. f. Frankf. Gesch. u. Kunst. Heft 8. 1 858. S. 1 23-
134. — E. Kelchner, Die v. Uffenbach'schen Mss. auf d. Stadtb. zu Frankf. a. M.
Arch. f. Frankf. Gesch. u. Kunst. N. F. Bd l. 1860. S. 335-353. (Auch separ.
ersch.) — Ders. , Die Bibl. der ehemal. Central-Untersuchungs-Cominission
zu Mainz u. der ehem. Bundes -Central -Behörde zu Frankf. a. M. (Eatal.)
Serapeum 1868. Intell.-Bl. 4-9. — Ders., D. Marienthaler Drucke d. Stadt-Bibl.
zu Fr.a.M. Frankf. 1883. fol. (2 Bl., 10 S., 5 Taf.) - Ders., D. Luther-Drucke
d. Stadt-Bibl. zu Frankf. a. M. 1518-1546. Fr. 1884. 4. (41 S.)
492. Freiherr!. Karl v. Rothschild'sche öffentliche Bibliothek, Beth-
mannstr. 1. Vorzugsw. Archäologie u. Kunstgesch. ; deutsche, französ.
u. englische Philologie; jüdische Theol. ; Handelswissensch. 11 030 Bde;
Etat nach dem Wunsche der Stifterin nicht mitzutheilen. Bibliothekar
(H.-A.) Dr. Ch. Berghöffer; 1 Sekretär; 3 Diener, 1 Hausverwalter, 1
Portier. — Leseräume u. Zeitschriftenlesez. Mo. Di. Do. Fr. 11-1 u. 4-8,
Mi. u. Sa. 4-8, Sonnt. 9-1. Ausleihung an 4 Wochentagen 11-1, Mi. u.
Sa. 4-8. Geschl. am 16. Oktober. — Verleihung nach auswärts nur an
öffentl. Bibl., bez. durch Vermittelung solcher. — Alphab. u. systemat. Kat.
mit gedruckten Titeln, auf Zettel aufgeklebt u. in bandförmigen Deckeln
befestigt. Standortskat, in Zetteln. — Begr. 1887 von Freifrau!. Louise
v. Rothschild (f 1892) zum Andenken an ihren Vater Karl v. R. (f 16. Okt.
1886), aus dessen Nachlass der Grundstock der Bibl. stammt (Samm-
lungen der Freifr. Salomo v. R. in Paris u. der Freifr. Karl v. R. in
Frankfurt a. M.). Eröffn. am 3. Jan. 1888. Die Herrichtung des Ge-
bäudes für die Zwecke der Anstalt war Anf. 1890 vollendet.
Ch. Berghöffer, Die Einrichtung u. Verwaltung der Frhl. Carl v. Rothschild'-
schen öff. Bibl. währ. d. J. 1887-1890. Frankf. a. M. (1S9I). (38 S., 3 Taf.) —
Benutzungsordn. v. 15. Okt. 1888.
Frhl. C. v. Rothsch. öff. Bibl. Verz. d. laufenden periodischen Schriften.
Geschl. am 31. Juli 1891. Frankf. a. M. (21 S.) — Fr. C. v. R. öff. Bibl. Zu-
gangsverzeichnis f. d. J. 1891. Frankf. a. M. 1892. (II, 27 S. ; soll jährl. er-
scheinen.)
493. Senckenbergische Bibliothek, Gr. Eschenheimerg. 76, bestehend
aus den Büchern des Senckenbergischen medicin. Institutes, des Aerzt-
lichen Vereins, des Vereins für Geographie u. Statistik (vgl. jedoch
Stadtbibl.) , des Physikalischen Vereins , der Senckenbergischen natur-
forschenden Gesellschaft. Ca. 70 000 Bde (c. 65 Inkun.) u. einige hundert
Landkarten. Verm. durch Tauschverkehr u. Kauf. — Bibliothekare
Dr. med. F. G. Schwenck u. Dr. phil. W. Jaennicke. — Wtgl. 10-1. —
Benutzung im Lesez. für Jedermann ; Ausleihung nur an die Mitglieder
der genannten Vereine. Ein kleiner Theil der Bücher u. Kupferwerke
darf laut testam. Verfügung der Geber nicht verliehen werden. — Al-
phab, u. System. Zettelkat., letzterer nach dem System Schleiermacher.
— Den Grundstock bildet die Bibl. Joh. Chr. Senckenberg's als Theil
seiner medic. Stiftung von 1763, später erweitert durch die Sammlungen
der Stiftsärzte Joh. Jak. Reichard (1783), G. Ph. Lehr (1807) u. Ch. E.
Neeff (1849). Damit wurden seit 1825 nach und nach die Bibliotheken
obengenannter Vereine zunächst räumlich verbunden, seit 1849-50, unter
371
122 Franfurt a. Main. [493
Wahrung der Eigentumsrechte der Vereine, auch zu einem wissen-
schaftlichen Ganzen verschmolzen.
W. Stricker, Gesch. d. Vereinigten Dr. Senckenberg. Bibl. Arch. f. Frankf.
Gesch. u. Kunst. Heft 8. 1858. S. 135-144. — Seb. AI. Scheidel, Gesch. d.
Dr. Senckenberg. Stiftshäuser. Frankf. a. M. 1867. 4. (Neujahrsbl. d. Ver. f.
Gesch. u. Alterth.)
Verz. derjen. Bücher d. Senck. verein, med. -naturw. Bibl., welche dem
physik. Verein als Eigenthum angehören. 1845. — Verz. d. geograph. Abth.
der Dr. Senckenb. Bibl. zu Fr. a. M. 1852. — W. Stricker, D. Incunabeln d.
Dr. Senckenb. Bibl. zu Fr. Mitth. an die Mitgl. d. Ver. f. Gesch. u. Alt. in
Frankf. a. M. IV. 1869/73. S. 148-155. — Eingänge der Senckenb. Naturf. Ge-
sellsch. im Bericht üb. d. Ges., des Phys. Vereins in dessen Jahresbericht.
[Zu 494-498 vgl. Vorbem. IV, 2.]
494. Bibl. des KÖnigl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums. 1050 Bde
u. c, 2000 Progr.; 750 Mk. — G.-L. Dr. Peters. — Begr. Ostern 1888.
495. Bibl. des Stadt. Gymnasiums (Junghofstr.). Ca. 7800 Bde u.
c. 12 000 Progr., 72 Musikwerke. Verm.-Et. 450 Mk. — G.-L. Dr. G.
Wirth. — Di. u. Do. 11-12. — Die alten Musikalien, Werke deutscher
u. italien. Komponisten des 17. Jahrh., stammen aus der Barfüsserkirche.
K. Israel, Die musikal. Schätze der Gymnasialbibl. u. der Peterskirche zu
Fr. a, M. Progr. 1872. 4. Bl. 2 u. S. 1-97. [Die Musikalien der Peterskirche be-
finden sich in der Bibl. des ev.-luth. Gern ein devorstandes, welche
im übrigen nur Geschäftsbibl. ist.]
496. Bibl. der Musterschule [Stadt. Realgvmn.] (Hermesweg). 3500
Bde u. c. 7800 Progr.; 450 Mk. — Ob.-L. Dr. H. C. Maue.
497. Bibl. der Wöhlerschule [Stadt. Realgymn.] (Guiollettstr. 66).
5440 Bde (darunter c. 500 Jugendschriften) u. c. 12000 Progr.; 600 Mk.
— Ob.-L. Prof. Dr. Oelsner. — Benutzung durch Aussenstehende, deren
Persönlichkeit genügende Sicherheit bietet, wird gern gestattet. — Begr.
1876 beim Uebergang der Schule aus dem Patronat der Polytechn.
Gesellsch. in das der Stadt; aus den Beständen der seit 1817 beste-
henden Gesellschaftsbibl. wurde etwa die Hälfte der Schule überlassen.
Katal. der Bibl. der Wöhlerschule. Frankf. a. M. 1 882. (40 S.)
498. Bibl. der Klingerschule [Stadt. Oberrealsch.] (Seüerstr. 31).
1200 Bde u. c. 1000 Progr.; 450 Mk. — Ob.-L. Dr. Gotthold. — Begr.
1877 zugleich mit der Schule.
499. Stadtarchiv, I. Abtheilung (Weckmarkt 3). Die Handbibl.
(Gesch. d. St. Frankfurt, des deutschen Städtewesens u. hist. Hülfs-
wissensch.) umfasst c. 1000 Bde : Verm. c. 600 Mk. — Stadtarchivar
Dr. R. Jung. — Wtgl. 9-1 u. 3-6. Lediglich zur Benutzung der Archiv-
beamten u. der auf dem Archiv arbeitenden Privatpersonen. Ueber Ver-
leihung befindet der Stadtarchivar. — Die ältesten Bestände sind im
18. Jahrh. für den praktischen Gebrauch der reichsstädt. Pvegistratur
angeschafft. Erweitert erst mit der Selbständigkeit des histor. Theils des
Stadtarchivs (1863). Zur Aufbewahrung übergeben seit 1878 derjenige
372
505] Frankfurt a Main. 123
Theil der Bibl. des Vereins f. Geschichte n. Alterthumskunde (begr. 1857),
welcher die Litteratur zur Gesch. Frankfurts u. der benachbarten Ge-
biete umfasst: c. 1500 Bde, vermehrt hauptsächl. durch Tausch, im Ge-
biete der Francofurtensien auch durch Kauf u. Geschenke (vgl. Stadtbibl.).
500. Bibl. des StädeFschen Kunstinstiluts (Schaumainquai). Kunst-
wissenschaft. Ca. 7500 Bde; 1500 Mk. — Bibliothekar u. Verwalter des
Kupferstichkab. Dr. Heinr. Pallmann. — Mo. Di. Mi. Do. Fr 11-1. Di.
u. Fr. auch 4-6; geschl. im Juli. — Xur im Lesez. zu benutzen: jedes
Ausleihen ist durch den Stiftungsbrief untersagt. — Begr. 1816.
Verz. d. Bücher u. Kupferwerke des StädeFschen Kunst-Instituts z. Frank-
furt^. M. Fr. 1S75. (2 BL, 241 S.) Neue Ausg. in Vorbereitimg.
501. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts, im Justizgebäude (Klep-
perfeldstr.). [Vorbem.IV,4/| Ca. 7600 Bde; 1600 Mk. — Die Verwal-
tung führt Assistent Leister. — Entstanden 1879 durch Vereinigung der
Bibliotheken der vormal. Appell-Gerichte zu Frankfurt a. M. u. Wies-
baden u. des Justizsenats zu Ehrenbreitstein ; auch wurden von dem
ehemal. App.-Ger. Arnsberg die auf die Hohenzollerschen Lande bezüg-
lichen Werke abgegeben.
502. Bibl. des Königl. Landgerichts, im Justizgebäude, Gerichts-
schreiberei VI, Zimmer 62. [Vorbem.IV,4.] Ca. 2000 Bde ; 600 Mk. —
Die seit 1816 am Stadtgericht angesammelten Bücher wurden 1879 dem
neuerrichteten Landgericht überwiesen.
503. Bibl. des Vorstandes der kath. Kirchengemeinde, im Lieb-
frauenpfarrhaus (Holzgraben 19). Vorzugsw. Theologie u. Geschichte.
Ca. 3000 Bde; wird nicht vermehrt. — Ben. mit Erlaubnis> des kath.
Kirchenvorstandes. — Vermächtniss des Geistl. Rathes u. Direktors der
Liebfrauenkirche Dr. Lothar Franz Marx (f 1831).
504. Militärbibliothek, im Kommandanturgebäude (Uuchstr. 18).
[Vorbem.IV, 6.] 2158 Bde, 972 Bl. Karten u. Pläne : 700 Mk. — Mo.
u. Do. 3-5; geschl. im April. — Benutzungsberechtigt die Garnisonen
Frankfurt a. M., Wiesbaden, Hanau, Homburg v. d. H., Hofgeismar, Mar-
burg, Fritzlar, bez. der Landwehrbezirk der 21. Division. — Begr. 1867
als Bibl. der 21. Division.
Kat. d. Mil.-Bibl. zu Frankfurt a. M. Fr. 1891. (72 S.); jährlich wird ein
Nachtrag erscheinen.
505. Goethe-Bibliothek des Freien Deutschen Hochstifts, im Goethe-
haus (Gr. Hirschgrab. 23). Goethe-Litteratur, in weiterer Ausdehnung die
der klass. Litteraturperiode. Ca. 6000 Bde, c. 100 Hdss.; 2150 Mk. —
Bibliothekar Dr. 0. Heuer. — Wtgl. 12-1. — Ausleihung in der Kegel
nur an Mitglieder. — Begr. 1859. Eine besondere Abth. bildet die
jetzt (1892) auf c. 1000 Bde vermehrte Karl Engel'sche Samml. von
Faustschriften. — Neben der Goethebibl. besteht noch eine alle Fächer
umfassende Büchersammlung des Fr. D. Höchst, von c. 11000 Bdeu,
welche nur durch Geschenke u. Schriftentausch vermehrt wird, sowie
373
124 Frankfurt a. Main. [505
ein Lesezimmer mit c. 120 wissensch. Zeitschriften, geöffn. tägl. 9-1 u.
3-9, nur für Mitglieder.
Frankfurt a. d. Oder (Pr. Brandenburg).
506. Bibl. des Königl. Friedrichs -Gymnasiums, im Gymnasialgeb.
[Vorbem.IV, 2.] 13 500 Bde (c. 30 Inkun.) u. c. 14 000 Diss. u. Progr.
in c. 900 Bden, 22 Hdss.; Verm. c. 400 Mk. — Ob.-L. Prof. Schwarze.
— Geöffn., auch für weitere Kreise, zweimal wöchentlich. — Ges.-Kat.
in 6 Bden u. Fachkat. in Zetteln. — Begr. durch den Prof. eloqu. an
der Univ. Nik. Westermann (f 1758), der seine Bibl. nebst einem Kapi-
tale überwies ; ebenso Vermächtnisse von Prof. d. Theol. J. J. L. Causse
(f 1802) u. Gymn.-Dir. E. Poppo (f 1866). Ueberweisung von Werken
aus mehreren Lesezirkeln.
K. Schwarze, Die alten Drucke u. Hdss. der Bibl. d. K. Friedrichs-Gymn. zu
Frankfurt a. O. Beil. z. Progr. 1S77. 4. (30 S. u. 1 Taf. ; S. 3-10 Gesch. d. Bibl.)
507. Bibl. der Stadt. Oberschule. [Vorbem. IV, 2.] 2400 Bde u. c.
10000 Progr.; 570 Mk. — R.-Gymn.-Dir. Dr. Laubert. — Begr. 1857.
508. Bibl. der Königl. Regierung (Regierungsstr.). [Vorbem. IV, 4.]
Die älteren Bestände enthalten Werke aus allen Wissenschaften ; Neu-
anschaffungen betreffen vorzugsw. Werke zum dienstlichen Gebrauch.
Ca. 6600 Bde, 1 Hds., 110 Karten usw.; 900 Mk. — Verw. vom Vor-
steher des Reg.-Präsidial-Büreaus. — Begr. 1817.
Cat. d. Kgl. Regienmgs -Bibl. zu Frankfurt a. 0. Fr. 1864. (2 Bl., 124 S.);
1. u. 2. Nachtr. 1880-1887 (autogr.).
509. Bibl. des Königl. Landgerichts (Logenstr. 6). [Vorbem. IV, 4.]
8300 Bde; 600 Mk. — Erster Gerichtsschreiber Kanzleirath Lucht. —
Begr. Ende des 18. Jahrh. u. vom Appellationsger. auf das Landger.
übergegangen, verstärkt durch die Bibl. des Chef-Präsidenten Dr. Scheller
(f 1869).
510. Kirchenbibliothek, in der Sakristei der Marienkirche (Ober-
kirche). Ca. 4400 Bde (darunter einzelne Inkun.), z. grösseren Theil
Theologie. — Unter Verwaltung des Oberpfarrers zu St. Marien. —
Standorts- u. alphab. Kat. — Hervorgegangen aus der Vereinigung der
Bibliotheken der Marienkirche u. der anderen Frankfurter Kirchen. Der
älteste Bestand aus vorreformatorischer Zeit, vermehrt durch spätere
Geschenke, neuerdings durch Einverleibung von Werken aus einem theol.
Lesezirkel.
Ch. W. Spieker, Beschr. u. Gesch. d. Marien- od. Oberkirche in Frankf. a. 0.
Fr. 1835. S. 30.
511. Militärbibliothek, im Gebäude des Garnison-Kommandos. [Vor-
bem.IV, 6.] Ca. 3500 Bde, c. 700 Mk. — Mo. u. Do. 2-4. — Benutzungs-
berechtigt die Garnisonen Frankfurt a. 0., Kottbus, Crossen, Lübben,
374
516] Fraustadt. 125
Fürstenwalde, Torgau u. die Landw.-Bezirke Frankfurt, Crossen, Sorau,
Kalau u. Jüterbogk.
Cat. d. Milit.-Bibl. Frankf. a. 0. Frankf. a. 0. 1887. 4. (390 S.); Nachträge
werden jährl. bekannt gemacht.
512. Bibl. des Naturwissenschaft!. Vereins des Reg. -Bez. Frank-
furt a. 0. (Hohenzollernstr. 6). Naturw.-medicin. Fächer. — 3500 Bde;
c. 700 Mk, ausserdem Geschenke u. Tausch mit c. 200 Gesellschaften.
— Stabsarzt Dr. Hering. — Geöffn. Sonnt. 11-12 für die Mitgl. des
Vereins. — Begr. 1882.
Kat. d. Bibl. d. Naturwiss. Vereins d. Reg.-Bez. Frankfurt (Oder). Ausgeg.
im Mai 1892. Frankf. a. 0. 1892. (68 S.; S. 2 Bibl.-Ordn.)
Frauenburg, Pr. Ostpreussen.
513. Bibl. des Domkapitels von Ermland, im eigenen Gebäude, der
ehemal. „Curia Copernicana". Theologie, Philos. u. Geschichte. Ca.
20 000 Bde; 120 Mk, dazu Verm. durch Geschenke u. Vermächtnisse
der ablebenden Domherren. — Kapitel ssekr. Dr. Löffler (N.-A.). — Zu-
gänglich nach Bedürfniss. — Alph. Zettelkat. u. Realkat. in 3 Bden. —
Nachdem die älteste Bibl. (Kat. v. 1446) vernichtet, eine zweite von
Bisch. Tidemann Giese 1550 gestiftete u. durch die Bücher des Nik.
Kopernikus vermehrte 1626 nach Schweden (das meiste nach Upsala)
entführt war, wurde die jetzige Sammlung begr. durch die Bibl. des
Bisch. Joh. Stanisl. Sbqnski (f 1697). Grössere Vermächtnisse ferner
von Dompropst J. Steffen (1832), Bisch. Stanisl. v. Hatten (1841) u. Dom-
dechant J. Neumann (1867). Einverl. auch einiges aus den Franzis-
kanerklöstern Cadinen u. Springborn.
Frz Hipler, Analecta Warmiensia. Braunsberg 1872. S. 31-66.
514. Bischöfliches Archiv. Enthält an Bibliotheksbeständen ausser
einigen seltenen Drucken von lokalem Interesse u. wenigen historischen
Hdss. die Reste der ehemal. Bischöfl. Bibl. zu Heilsberg, im ganzen
121 Bde, theils Inkun. theils Drucke des 16. Jahrb., meist Jurist, u.
theol. Inhalts, 1842 mit dem Archiv nach Frauenburg gebracht. —
Archivar Bischöfl. Sekret. Dr. Liedtke.
Frz Hipler a. a. 0. S. 31.
515. Bibl. des Vereins f. Geschichte u. Alterthumskunde Ermlands.
im Bibl.-Gebäude des Domkapitels. [Vorbem. IV, 7.] Ca. 3000 Bde. —
Bischöfl. Sekr. u. Archivar Dr. Liedtke. — Von allen Interessenten ohne
Beschränkung benutzbar. — Begr. 1857.
Fraustadt (Pr. Posen).
516. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3098 Bde;
300 Mk. — Ob.-L. Scholtze. — Do. 3-5. — Begr. 1853 mit Eröffnung
der höh. Lehranstalt unter Uebernahme der kleinen Bibl. der eingehen-
den Kreisschule.
375
126 Fraustadt. [517
517. Bibl. der Kirche zum Kripplein Christi, im Kirchengebäude.
Ca. 3000-4000 Bde, grösstenteils Theologie, daneben auch Philologie.
— Zugänglich nach Meldung beim Vorsitzenden des Gemeindekirchen-
raths (Past. prim. Engelmann). - Begr. 1641 von Valerius Herberger.
Der werthvollste Theil ist dem Staatsarchiv in Posen zur Aufbewah-
rung übergeben.
S. F. Lauterbach, Fraustädtisches Zion. Leipz. 1711. S. 440-448. — J. F.
Specht, D. neue Zion od. d. Gesch. d. ev.-luth. Gemeinde am Kripplein
Christi. Fr. 1855. S. 78.
Freiberg, Kgr. Sachsen.
518. Bibl. der Königl. Bergakademie. Berg- u. hüttenmännische
Fächer nebst Hülfswissenschaften. Ca. 50 000 Bde, 348 Hdss., c. 4400
Bl. Karten, Risse usw. Verm. 3000 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Berg-
rath Dr. Ledebur, Professor der Bergakademie; 1 Kustos. — Wtgl. 8-12
u. 3-6 ; in den Ferien nur theilweise geschl. — Die Bibl. ist allgemein
zugänglich. — Realkat. in 21 Bden, gedr. alph. Kat. s. unten. — Be-
steht seit Gründung der Bergakademie (1766), stark vermehrt 1819 durch
die Bibl. des Prof. A. G. Werner, von der der hist.-philol. Theil später
an das Gymn. abgegeben wurde.
S. G. Frisch, Lebensbeschr. Abr. Gottl. Werners. Leipz. 1825. S. 205-211.—
Kat. d. Kgl. Sachs. Bergakademie Freiberg. Th. 1. Alph. Kat. Freib. 1879.
(VI, 765 S.) Druck eines Nachtrags in Aussicht genommen.
519. Bibl. des Königl. Gymnasiums („Schulbibliothek"). [Vorbem.
IV, 2.] Ca. 14 000 Bde, darunter eine Anzahl Inkun., u. c. 150 Hdss.
Verm. 650 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Rachel. — Alph. Namenkat. in
1 Bd, Realkat. in 2 Bden, Zettelkat. der Hdss. u. der Abtheilungen Philol.,
Gesch., Geogr, Mathem. u. Naturw. — Begr. 1565 aus den seit 1537
in der Domkirche aufbewahrten Büchern der früh. Bibliotheken des Dom-
kapitels (Kollegiatstift zu St. Marien), des Dominikaner- u. des Fran-
ziskanerklosters in Freiberg, daher in den älteren Beständen haupts.
theologischen Inhalts; 1632 durch Andr. Müller (Mollerus) neu geordnet.
Von den zahlreichen alten Drucken sind einige besonders werthvolle im
18. Jahrh. verkauft u. vertauscht worden. Einverleibt 1827 der hist.-
philol. Theil der G. A. Werner'schen Bibl. (vgl. vorher; 4245 Bde).
Der Gymn. -Bibl. ist als Depositum übergeben die Klosterbibl.
von St. Jakobi, fast ausschl. Theologie, 835 Bde (35 Inkun. m. Jahres-
angabe, zahlreiche o. J.) u. 26 Hdss. (z. Th. Briefe der Reformatoren) ;
wird nicht vermehrt. — Alph. u. Standortskat. — Ursprünglich Bibl.
des Jungfrauenklosters der Maria-Magdalena-Büsserinnen, welches 1537
aufgehoben wurde.
Andr. Molleri Theatrum Freibergense chronicum. Freib. 1653. I. S. 129-133.
— Fr. A. Hecht, Einleitung zu e. hist. Nachricht v. d. Freyberg. Schulbibl.
Freyb. 1799. 4; Anfang e. hist. Nachr 1801; Forts. 1801. (Progr.) —
J. Petzholdt, Bibliotheken d. Kloester u. des Collegiat-Stiftes zu Freiberg.
Dresd. 1842. S. 18-27. 34-36. — G. E. Benseier, Gesch. Freibergs. Fr. 1846.
S. 716-718.
376
522] Freiburg. 127
Sam. Moller, Coinmentariölns descriptorum ac typographor. antiquior. iu
bibl. publ. Freibergae inventorum. Freib. 1726. fol. — Fr. A. Hecht, Literar.
Nachriebt v. einigen Hdss. u. vielen typogr. Seltenheiten in d. Freyberger
Schulbibl. Fr. 18i>3. 4 ; 1.-2. Forts. 1804-1805. — M. Rachel, Ueb. d. Freiberger
Bibelhds. . . . Beigefügt sind Proben a. d. neuangelegten Handschriftenkat.
d. Freiberger Gymn.-Bibl. Von Remh. Kade. Beil. z. Progr. Freib. 1886. 4.
S. 4-5. 23-31. — 0. u. R. Kade, Die älteren Musikalien d. Stadt Freiberg i. S.
Beil. z. d. Monatsheften f. Musikgesch. Leipz. 1888. (VII, 32 S.)
Ueber die Klosterbibl. von St. Jakobi s. Petzholdt a. a. 0. S. 27-34 (m.
Verz. d. älteren Bücher).
520. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 1354 Bde
u. zahlreiche Progr., c. 100 Karten usw.; c. 500 Mk. — Der Rektor des
R.-G. Prof. R. Paehaly. — Begr. 1872. Einverleibt 1881/82 die Bibl.
des verst. Stadtraths H. Krause (679 Bde haupts. naturwiss. Inhalts).
521. Bibl. des Freiberger Alterthumsvereins, im städtischen „Kauf-
haus''. Vaterland, u. bes. Freiberger Gesch. Ca. 3500 Bde, c. 700 Hdss.
u. Urkunden, c. 250 Karten u. Pläne, c. 1000 Kunstblätter ; Vermehrung
nach Bedarf. — Stadtrath Gerlach als Vorst. d. Ver. — Mi. 2-3. —
Begr. mit dem Verein (1860) von dem jetz. Vorsteher durch die ge-
schieh tl. Büchersammlung seines Grossvaters Joh. Christoph Frdr. Ger-
lach. Tauschverkehr mit c. 100 Vereinen.
Bibl.-Beriehte in den Mittheilungen v. Freib. Alterth.-Ver. — Kat. d. Frei-
berger Alterthunisver.-Bibl. Freib. 1 870 u. 1 .-2. Nachtr. 1873-79. (138 S.; ersch.
als Beil. zu den Mitth.) — Vgl. auch Ed. Heydenreich, Bibliograph. Reper-
torinni üb. d. Gesch. d. St. Freiberg u. ihres Berg- u. Hüttenwesens. Freib.
1885. (Zu: Mitth. Heft 21. 1884.)
Freiburg i. Breisgau (Baden).
522. Grossherzogliche Universitätsbibliothek, Bertholdstr. 14. Ca.
250 000 Bde (5000-6000 Inkun.), c. 600 Hdss., c. 3000 Karten. Verm.
19 000-19 400 Mk. — Oberbibliothekar (H.-A.) Dr. Steup, zugl. Honorar-
professor in der philos. Fak. ; 2 Bibliothekare, 1 Kustos, 1 Hülfsarbeiter;
1 Diener, 1 Hülfsdienerin. — Lesez. wtgl. 10-12 u. 2-5 (im Winter 2-4),
Ausl. 10-12. Geschl. an den Tagen vor Ostern, Pfingsten u. Weihn.,
den Dienstagen nach Ostern u. Pfingsten u. in einer Woche der grossen
Universitätsferien. — Benutzung s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Kat. (bis
1870) in 35 Bden. Zettelkat. in Bearb.; Realkat. (m. alph. Repertorien)
in 65 Bden, ein neuer (Albumkat.) in Bearb.; Standortskat, der Hdss.
in Zetteln. — Begr. durch die seit dem 15. Jahrh. bestehenden Samm-
lungen der Fakultäten, bes. der Artistenfakultät u. einiger Nebenkollegien,
vereinigt u. ausserordentlich vermehrt seit 1773 infolge der Aufhebung
des Jesuitenordens u. anderer Klöster in den Österreich. Vorlanden, wo-
durch die Bibliotheken (jedoch ausseid, der Hdss.) der Jesuiten in
Freiburg, Rottenburg u. Feldkirch, der Karthäuser in Freiburg, der
regul. Chorherren in Waldsee u. a. der Universität zufielen. Nach 1804
erneuter Zuwachs aus säkularisierten Klöstern des Breisgaus, bes. St.
Blasien u. St. Peter im Schwarzwald, Villingen, Thennenbach. Von
377
128 Freiburg. [522
einverleibten Privatsammlungen sind zu nennen die von J. A. von Riegger
(1778), Th. Perger (1792), Frz de Benedictis (1800), J. A. Klüpfel (1811),
J. A. Sauter (1817), J. K. Ruef (1825), K. F. Perleb (1845), J. L. Hug
u. G. J. Pfost (1846), F. K. Grieshaber (1866), Adalb. Maier (1889).
Die Naturforschende Gesell seh. überweist regelmässig ihre Eingänge.
Die Pflichtlieferungen der badischen Verleger sind seit 1869 wegge-
fallen. — Altes Gebäude, bis 1779 als Gymnasium benutzt, 1834 durch
Hinzunahme eines anstossenden Hauses erweitert.
H.Schreiber, Freiburg i. Br. Freib. 1825. S. 260-266. — Ders., Gesch. d.
Alb.-Ludw.-Univers. zu Freiburg i. Br. (Gesch. d. St. u. Un. Freib. II.) Th. 2.
Freib. 1859. S. 153-156; Th.3. 1860. S. 188- 189. Eine Fortsetzung zu Schreiber,
mit mehrfacher Berührung der Un.-Bibl., von H. Mayer erscheint im 20. Bd
der Alemannia (im Druck befindl.). — Jul. Steup, Gesch. d. Univ.-Bibl. seit
1852. In : Die Univers. Freiburg seit d. Reg.-Antr. d. Grossh. Friedrich v. Baden.
Freib. i. B. u. Tüb. 1881. 4. S. 75-79. — Statuten für d. Un.-Bibl. zu Frei-
burg i. Br. Freib. 1888.
H. Amann, Praestantiorum aliquot codicum mss. qui Friburgi servantur ad
iurisprud. speetantium notitia. Fase. 1. 2. (Univ. - Progr.) Frib. 1836-37. 4.
(29, 72 S.) — Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. VIII. 1843. S. 622.
(5 Hdss.) — Zuwachs-Verz. d. Freiburger Univ.-Bibl. I-VI. I.Juli 1861 -31.
Dez. 1867. Freib. 1863-68. 4.
523. Stadtbibliothek, im Rathshof, Hinterhaus. Vorzugsw. Lokal-
geschichte. Ca. 13 000 Bde; 500 Mk. — Hauptmann a. D. Poinsignon,
Stadtarchivar. — Mo., Mi. u. Fr. 11-12. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. Ver-
sendung unterliegt der Genehmigung des Stadtraths. — Alph. Nominal-
kat. in Zetteln; Realkat. s. unten. — Begr. 1864, vermehrt durch Ver-
mächtnisse des Prof. Dr. II. Schreiber (f 1872), des Grossh. Archivraths
Dr. Jos. Bader (1883) u. des ehemal. Stadtarchivars Kaj. Jäger (1888).
— Die Verwaltung der Stadtbibl. ist mit der des Stadtarchivs ver-
bunden.
Kat. d. Stadtbibl. Freiburg i. Br. hrsg. v. d. Archiv-Commission. Fr. i. Br.
1887. (257 u. HS.)
524. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 7500
Bde m. Ausschl. der Progr. u. Broschüren (1 Inkun.) ; 650 Mk. — Prof.
Herrn. Schmitt. — Benutzung durch Personen, welche der Schule nicht
angehören, nach Ermessen des Bibliothekars. — • Begr. 1816, aber erst
seit 1840 regelmässiges Budget. Vermehrung durch Geschenke, darunter
math. u. naturw. Werke aus der Bibl. des früh. Direktors Hofr. Nokk
(1867) u. 1360 Nummern aus der des geistl. Raths Grieshaber (1874).
Realkat. soll 1892 als Beil. zu den Schulnachrichten gedruckt werden.
525. Bibl. des Grossherzogl. Landgerichts (Holzmarktpl.). [Vor-
bem. IV, 4.] Ca. 3000 Bde, 35 Karten; c. 600 Mk. — Bibliothekar z. Z.
L.-Ger. : R. Stritt. — Benutzung durch nicht dem Gericht Angehörige m.
Genehm, des Bibliothekars. — Begr. zu Anfang des 19. Jahrh.
Gedr. Kat. von 1889 ohne bes. Titel. (XI, 141 S. mit freiem Raum für
Nachträge.)
37S
531] Freising. 129
526. Bibl. des Erzbischöfl. theolog. Konvikts (Burgstr. 1). Vor-
zugsw. Theologie. Ca. 11000 Bde (11 Inkun.). Verm. haupts. durch
Geschenke u. Legate; Beitrag aus d. Konviktsfonds 120 Mk. — Der
Direktor des Konvikts Prof. Dr. A. Schill. — Den Angehörigen der
Anstalt tägl. zugänglich, ebenso das mit der Bibl. verbundene Lese-
zimmer mit Zeitschriften u. Zeitungen. — Alphab. Fachkataloge der
theol. Disciplinen, der Philos. u. Geschichte. — Seit 1842 allmählich
gesammelt; grössere Ueberw eisungen von Domdekan Hirscher, Prof.
Vogel (beide f 1865), Erzbischof Orbin (f 1886) u. a.
527. Militärbibliothek, in der Kaliskaserne. [Vorbem. IV, 6.] Ca.
3200 Bde u. 500 Karten; 700 Mk. — Mi. u. Sa. 3-4; geschl. 5.-20. April.
— Benutzungsberechtigt die Garnisonen bez. Bezirkskommandos Frei-
burg, Konstanz, Lörrach , Mülhausen i. E. , Neu-Breisach, Stockach. —
Begr. 1871.
Kat. d. Militär-Bibl. zu Freiburg. Freib. 1890 (230 S.); mit jährl. Nachtr.
528. Bibl. der Gesellschaft f. Beförderung der Geschichts-, Alter-
thums- u. Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den angrenzen-
den Landschaften, in der Stadt. Mädchenschule („Schwarz. Kloster",
Eisenbahnstr. 50). [Vorbem. IV, 7.] Ca. 3300 Bde, einige Hdss. ; in den
letzten Jahrzehnten nur durch Tausch vermehrt. — Dr. Friedr. Pfaff,
Univers.-Bibliothekar. — Begr. 1826 mit der Gesellsch. , welche 1866
erneuert wurde. Aus der früheren Zeit enthält die Bibl. auch allgem.-
geschichtliche Werke.
Verzeichn. der Bücher, Karten, Manuscripte usw. der Ges. f. Befürd. der
Geschichtskunde zu Freiburg i. B. Freib. 1833 (16 S.); Nachtr. 1. 1837.
Freienwalde a. d. Oder (Pr. Brandenburg).
529. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 1500 Bde,
ausserdem Schulprogr. (vollständig erst seit 1889); 450 Mk. — G.-L.
Haberlandt. — Begr. 1863 als Bibl. des damal. Progymnasiums.
Freising (Bayern, Ob.-B.).
530. Bibl. des Königl. Lyceums (Domberg). Vorzugsw. Theologie,
aucli Philos., Gesch., Piniol, u. Naturwiss. Ca. 10000-12000 Bde;
1000 Mk. — Prof. Dr. M. Seisenberger. — Mit Ausn. der Herbstferien
jederzeit auf Verlangen geöffnet. — Zunächst für die Professoren u.
Kandidaten des Lyceums, dann für Professoren u. Lehrer anderer An-
stalten der Stadt, ausnahmsweise auch für Private. — Zettelkat. ; Stand-
ortskataloge. — Begr. 1834 mit dem Lyceum durch Uebernahme der
Bibl. des früheren Lyceums in Landshut.
Zuwaclisverz. im Jahresber. des Lyceums.
531. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2730 Bde
u. c. 5000 Progr.; 600 Mk. — G.-L. G. Gürthofer. — Mo. u. Fr. 11-12.
— Begr. 1862.
379
Beiheft 10. 9
J30 Friedberg. [532
Friedberg, Grossherz. Hessen.
532. Bibl. des Evang. Predigerseminars. Vorwiegend Theologie.
11655 Bde; 1220 Mk. — Verwaltet von einem der theol. Seminar-
professoren, z. Z. von Prof. Lic. th. Smend. — Mo. u. Do. 1-2, bei Be-
dtirfniss auch sonst; geschl. in den Ferien. — Alphab. u. Realkat.,
beide in Bandform. — Begr. 1837 mit dem Predigersem. Einverl. bald
nach der Gründung eine kleine Samml. der Friedberger Burgpfarrei u.
1884/85 die bes. in Hymnologie reiche Bibl. des Geh. Kirchenr. u.
früheren Sem. -Direktors Dr. Schwabe. Die evang. Theologen des Gr.
Hessen sind verpflichtet von ihren litter. Veröffentlichungen ein Exem-
plar an die Bibl. abzugeben.
Friedeberg i. d. Nrn. (Pr. Brandenburg).
533. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2283 Bde
u. c. 7260 Progr.; 250 Mk. — G.-L. Dr. Lehmann. — Begr. 1868.
Ueberw eisung von 700 Bden aus der Bibl. des zu Soldin verstorb. Kreis-
gerichtsr. Riel (1887).
Friedland, Mecklenb.-Strel.
534. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 2000 Bde
u. 12 000 Progr.; c. 200 Mk. — Subrektor Langrehr. — Wird gelegent-
lich auch von Personen ausserhalb des Lehrerkollegiums benutzt.
Friedrichshafen (Württemberg).
535. Bibl. des Vereins für Geschichte des Bodensees u. seiner
Umgebung, Hotel Bellevue (Friedrichsstr). [Vorbem. IV, 7.] Ca. 2500
Bde u. Hefte. — Kustos des Ver. Kaufmann G. Breunlin. — Zugänglich
nur für Vereinsmitglieder. — Begr. mit dem Verein 1868. Schriften-
tausch mit einer grossen Anzahl hist. Vereine.
H. Lanz, Kat. d. Bibl. des Ver. f. Gesch. d. Bodensee's u. seiner Umgebung.
Lindau 1884. (112 S. ; Beil. zu Schriften d. Ver. Heft 14.) Zuwachs in den
„Schriften" Heft 15 ff.
Fritzlar (Pr. Hessen-Nassau).
536. Bibl. der St. Petrikirche, im Kirchengebäude. Ca. 400 Bde,
darunter einige Inkun. u. 110 Hdss.; wird nicht vermehrt. — Unter Auf-
sicht des Kirchenvorstandes bez. seines Vorsitzenden, des Dekans der
St. Petrikirche. Wegen Benutzung Meldung bei letzterem. — Katalo-
gisierung in Aussicht genommen. - Die jetzige Bibl., meist theol. Werke
des 16. u. 17. Jahrh., stammt aus dem 1811 aufgelösten Minoritenkloster.
Die alte Bibl. des früheren St. Peterstifts kam bei der Säkularisation
1803 grösstentheils in die Landesbibl. in Kassel.
380
540] Fuerth. 131
Schloss Fuerstenau b. Michelstadt (Grossh. Hessen).
537. Gräfl. Erbach-Fürstenau'sche Bibliothek (gegenw. Besitzer der
regier. Graf Adalbert zu Erbach-Ftirstenau). Ca, 8000 Bde bes. ältere
Jurist., theol. u. geschichtl. Litteratur (keine Inkun. u. Hdss.) u. eine
grössere Anzahl älterer Karten. Wird nicht planmässig vermehrt. —
Gräfl. Bibliothekar Reallehrer a. D. Litt. — Ursprünglich nur zur Be-
nutzung durch die Gräfl. Beamten bestimmt, jedoch auch für andere
Personen zugänglich. — Begr. in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrh.
durch Gr. Albert (f 1851) aus der früh. Kanzleibibl. u. der gegen eine
Leibrente vermachten Privatbibl. des Raths Gräfe. In neuerer Zeit sind
zwei grössere Sammlungen von verstorbenen Gliedern des Hauses hin-
zugekommen.
Schloss Fuerstenstein b. Freiburg, Pr. Schlesien.
538. Reichsgräfl. von Hochberg'sche Majorats-Bibliothek (Besitzer
der Fürst Hans Heinrich XL von Pless). Ca. 37000 Bde (154 Inkun.),
1261 Hdss.; 2000 Mk. — Bibliothekar (H.-A.) Endemann. — Mi. u.
Sa. 2-6, im Winter 2-4; geschl. bei Beurlaubung des Bibliothekars. —
Allgem. zugänglich. lieber Versendung der Hdss. entscheidet die Fürstl.
Pless'sche Central- Verwaltung zu Waidenburg in Schles. — Alphab. Kat.
(4 Bde); Realkat. (5 Bde); System. Kat. der Hdss. (1 Bd); Syst. Kat. der
Zemplin'schen Bibl. (1 Bd). Ausserdem Zettelkat. — Angelegt vor 1600
(erste urkundl. Erwähnung 1609). Einverleibt die Büchersamml. des
Registrators Joh. Karl Roppan in Breslau (angekauft 1804; bes. viele auf
Genealogie bezügl. Hdss.) u. die des Geh. Hofr. Dr. med. Zemplin (1867;
durch Vermächtniss).
Hdss. zur deutschen Gesch. d. M.-A. s. Aren. d. Ges. f. alt. deutsche Ge-
schichtsk. XL 1858. S. 712-714. — Reichsgräfl. v. Hochberg'sche Majorats-
Bibl. zu Fürst enstein. I. Deutsche Lit. IL Ausserdeutsche Literaturen. III. Alte
Lit; Neulat. V. Incunabelu, alte Holzschnittwerke, Seltenheiten. Bresl. 1887-
1891. (388 S.)
Fuersteuwalde a. d. Spree (Pr. Brandenburg).
539. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem.IV,2.] Ca. 1600 Bde
u. c. 4000 Progr. ; 600 Mk. — Ob.-L. Dr. Siegfried. — Begr. 1864.
Fuerth, Bayern (M.-Fr.).
540. Stadtbibliothek, provisorisch untergebracht Königsstr. 103.
Vorzugsw. Gesch., Geogr. u. schönwissensch. Werke. Ca. 10300 Bde
(1 Inkun.), c. 200 Hdss., 184 Handzeichnungen u. c. 2600 Kupferstiche.
Verm. 600 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Kgl. Reallehrer Dr. Chr. Hutzel-
mann. — Mi. u. Sa. 11-12; geschl. 4 Wochen währ, der Sommerferien.
— Ben. s. Vorbem. IV, 1. Versendung von werthvolleren Werken u.
Hdss. nur mit Genehmigung des Magistrats. — Alph. Zettelkat.; gedr.
Kat. s. u. — Begr. 1864 durch die der Stadt vermachte Bibl. des Kauf-
381
9*
132 Fuerth. [540
manns Konr. Gebhardt (üb. 4000 Bde, auch Samml. von Hdss., Stichen usw.) ;
auf Anregung des 1868 angestellten jetz. Bibliothekars vermehrt durch
Ueberweisungen des Litt. Lesevereins, der Gesellsch. Kasino u. reiche
Bücher- u. Geldspenden Privater, namentlich des Dr. W. Königswarter.
Cat. d. Stadt-Bibl. zu Fürth. Fürth 1878. (3 Bl., 91 S.; Bl. 2-3 Gesch. u. Eegl.).
541. Bibl. des KÖnigl. Landgerichts (Blumenstr. 12). [Vorbem. IV, 4.]
Ca. 3000 Bde; 260 Mk ausschliessl der Bindekosten. — Landger. -R.
Scheler. — Begr. 1879 mit Ueberweisung von Beständen der ehemal.
Kreis- u. Stadt- u. d. Bezirksgerichte in Erlangen u. Fürth.
Fulda (Pr. Hessen-Nassau).
542. Ständische Landesbibliothek, Dompl. 650. Ca. 80000 Bde
(620 Inkun.) u. 697 Hdss., ferner die Schwank'sche Stiftung v. 4500
Bden; Verm. 1800 Mk. — Bibliothekar (H.-A.) Amand von Keitz; 1
Hülfsarbeiter; 1 Pedell. — Mo., Mi., Sa. 2-5 (im Winter 1-4). — Ben.
s. Vorbem. IV, 1. Zur Ausleihung von Hdss. u. kostbaren Werken ist
die Genehmigung des Landes-Direktors in Kassel erforderlich. — Alph.
Zettelkat. ; System. Kat. in 12 Bden; Real- u. Standortskat. — Begr. von
dem Fuldaer Fürstbischof Heinrich VHI. von Bibra durch Vereinigung
der geringen Reste der alten Bibliothek des Benediktinerklosters mit
der Schlossbibliothek: eröffn. d. 5. Mai 1778. Werthvoller Zuwachs unter
Wilhelm Friedrich von Oranien (1802-1806) aus der Klosterbibliothek
zu Weingarten [vgl. Stuttgart, Hofbibl.], namentl. Hdss u. Inkunabeln.
1886 Schenkung der Bibl. des Ger.-Sekr. a. D. Jos. Schwank in Kassel
mit der Bedingung separater Aufstellung. — Das Gebäude ist 1771-78
für die Bibl. erbaut.
N. Kindlinger , Kat. u. Nachrichten von der ehemal. .... Bibl. in Fulda.
Leipz. u. Frankf. a. M. 1812. S. 46. — Wiss, Beiträge z. Gesch. d. Hochstifts-
u. Landes-Bibl. in Fulda. Verhandl. d. 6. Vers, deutscher Philol. in Cassel.
1843. 4. S. 65-72 (m. Beschr. der Bonifatius-Hdss.). — F. Zwenger, Zur Gesch.
d. Fuldaer Landes-Bibl. Hessenland IV. 1890. S. 320-323; V. 1891. S. 6-8.
23-24. — Verw.-Berichte in den Verhandlungen des Kommunal-Landtags f. d.
R.-B. Kassel.
Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. I. 1820. S. 327-328; VIII. 1843.
S. 109-110. 624-627. N. Arch. V. 1880. S. 225. — A. v. Keitz, Die Codices
Bonifatiani in d. Landesbibl. zu Fulda. Hessenland IV. 1890. S. 197-198.
211-212.
543. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 7069 Bde
u. 18205 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Koerber. — Sa. 10-11
(im Winter 11-12). — Begr. mit der Reorganisation des Gymn. 1835.
544. Bibl. des Bischöfl. Klerikalseminars (im ehemal. Benediktiner-
kloster). Vorzugsw. Theologie. Ca. 25 000 Bde einschl. zahlreicher Dou-
bletten u. 30-40 Inkun., eine kleinere Anzahl jüngere Hdss. meist zur
Gesch. Fuldas. Verm. 1000 Mk. — Vorst. ein Professor der philos.-
theol. Lehranstalt im N.-A., z. Z. Prof. Dr. Hillenbrand, in Verbindung
mit einer Bibl.-Kommission. — Ausleihung an Personen, die dem Sem.
382
547] Gandersheim. 133
nicht angehören, nur mit Zustimmung der BibL-Kommissioo. — Alphab.
Zettelkat. nahezu vollendet, Realkat. in Vorbereitung. — Den Grund-
stock bildet die Bibl. des ehemal. von Jesuiten geleiteten päpstl. Se-
minars, haupts. nachtridentinische Theologie im weitesten Umfang. Seit
den sechziger Jahren dieses Jahrh. wird ein Theil der Jurist. Bibl. Fr.
K. v. Savigny's in der Seminarbibl. aufbewahrt (c. 4000 Bde u. 5000
Dissert. ; in obiger Zahl enthalten). — Ueber die Reste der zerstreuten
u, untergegangenen alten Klosterbibl. s. 542 u. die Litt, zu Kassel, Lan-
desbibliothek.
Gaesdonk b. Goch (Rheinprovinz).
545. Bibl. des Hülfspriesterseminars (Eigenthum des Bischöfl.
Stuhles zu Münster i. W.). Unter Verwaltung des Präses des Seminars
(Dr. Ebben). — Auswärtige Benutzung würde der Genehmigung der Bi-
schöfl. Behörde in Münster bedürfen. — Die nicht umfangreiche Bibl.,
vorzugsw. theol. u. religiös. Inhalts, stammt zumeist aus dem 1406 be-
gründeten, Anfang des 19. Jahrh. aufgehobenen Augustinerkloster (einiges
auch aus dem Dominikanerkloster in Kaikar) u. enthält eine grössere
Reihe werthvoller Inkunabeln u. einige Hdss., letztere vorzügl. nieder-
deutsche u. holländische Andachtsbücher (u. a. Imitatio Christi v. 1427,
Chronicon Windeshemense). — Vermehrung findet nicht statt. — Ausser-
dem besteht in demselben Hause die Bibl. des seit 1873 geschlossenen
Collegium Augustinianum (Gymnasium), gesammelt seit 1849, in
letzter Zeit wenig vermehrt.
Gallingen (Pr. Ostpreussen).
546. Kirchenbibliothek. Gesammtumfang nicht bekannt. Vorhanden
sind 271 Nrn aus der 2. Hälfte des 16. u. besonders aus dem 17. Jahrh.,
allen Wissenschaften angehörig, u. 7 Hdss., meist Landtagsverhandlungen
aus dem Anf. des 17. Jahrh. — Begr. 1728 von Gottfr. Hnr. Frh. v. Eulen-
burg, vermehrt durch Louis Gr. v. Eulenburg 1860.
GUnderslieim (Braunschweig).
547. Stiftsbibliothek, in der Stiftskirche. 1413 Bde (wenigst. 5 In-
kun.) u. einige 20 Brosch., haupts. Theologie, Philosophie, Jurisprudenz
usw., 100 Bde ältere u. neuere Hdss. Wird seit Aufhebung des Stifts
(1803) nicht vermehrt. — Unter Aufsicht des Kirchenvorstandes; wegen
Benutzung Meldung beim Vorsitzenden desselben, Past. prim. der Stifts-
kirche Gen.-Superint. Schröter. — Realkat. von 1769 in 1 Bd. — Die
alte Stiftsbibl. wurde nach langer Vernachlässigung 1721 von neuem
eingerichtet, in der westfälischen Zeit arg geschädigt. Die noch vor-
handenen Druckschriften gehören meist dem 16.-18. Jahrh. an, von den
Hdss. einige dem 14. u. 15.; 70 Bde Hdss. enthalten Predigten, nach-
geschrieben 1709-1747 von der Aebtissin Elisabeth Ernestine Antonie
geb. Herzogin v. Sachsen-Meiningen.
383
134 Gardelegen. [548
Gardelegen (Pr. Sachsen).
548. Bibl. der St. Nikolai-Kirche, im Kirchengebäude. Vorzugsw.
Theologie. Ca. 150 Bde (4 Inkun.), 5 Hdss. (darunter 2 Stammbäume).
Verm. durch Geschenke. — Unter Aufsicht des Pastor prim., z. Z. Kallen-
bach. — Alphab. Kat. von 1686 u. 1707. — Begr. 1581; zuerst in der
Marienkirche.
J. Chr. Beckmann, Hist. Beschr. d. Chur u. Mark Brandenburg. Bd II.
Berl. 1753. fol. Gardel. S. 19. [Die ebendas. S. 42 erwähnte und noch bei
Petzholdt aufgeführte alte Schulbibl. existiert nicht mehr ; die Bibl. desjetz.
Realprogymnasiums ist erst 1868 angelegt.]
Oartz a. d. Oder (Pr. Pommern).
549. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 323 Bde u.
c. 700 Progr.; 350 Mk. — Ob.-L. Dr. P. Weyland. — Begr. 1871.
Gebweiler (Elsass-Lothringen).
550. Bibl. des Kaiserl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 1250 Bde
u. c. 5000 Progr. von 1876 ab ; 600 Mk. — Ob.-L. Dr. von Dadelsen.
— Zur ausschliessl. Benutzung des Lehrerkollegiums. — Begr. 1872.
Greisenheim a. Rhein (Pr. Hess.-Nassau).
551. Pfarrbibliothek, im Pfarreispeicher. 1000-1200 Bde des 16.-
19. Jahrh., wenige u. junge Hdss. — Verwaltet vom Pfarramt. — Von
F. W. E. Roth geordnet u. katalogisiert. Die Bibl. ist reich an Drucken
des 16. Jahrh., bes. patristischen. [Mitth. v. F. W. E. Roth.]
552. Roth'sche Familienfideikommiss-Bibliothek, Inhaber Archivar
F. W. E. Roth in Geisenheim. üeber 5000 Bde (üb. 100 Inkun. u. üb.
500 Bde des 16. Jahrh., namentl. Theologie) u. 154 Hdss. des 10.-19.
Jahrh., darunter sehr werthvolle Stücke. — Da Inhaber ohne Söhne,
fällt die Bibl. nach dessen söhnelosem Tod an eine bestimmte Staats-
bibliothek.
Gera, Reuss j. L.
553. Fürstl. Reuss. j. L Schlossbibliothek, in Schloss Osterstein.
Vorzugsw. Geschichte u. Litteratur. Ca. 15000 Bde, darunter wenige
Inkun. u. Hdss. — Rentamtsassist. Müller (N.-A.). — Di. u. Fr. 2-4. —
Zunächst für die Fürstl. Familie, die herrschaftl. Beamten u. Bewohner
des Schlosses Osterstein bestimmt, doch werden mit Genehmigung des
Fürstl. Hofmarschallamts auch an AusAvärtige Bücher abgegeben. —
Alph. u. Standortskat, in je 2 Bden. — Begr. wahrscheinlich im 18.
Jahrh. u. vermehrt durch Ueberweisungen aus den Specialbibliotheken
der ehemal. Fürsten zu Schleiz, Ebersdorf u. Lobenstein.
Notiz von A. Hofmeister im N. Anz. f. Bibl. 1879. S. 68-69.
384
557] Giessen. 135
554. Fürstl. Gymnasial- u. Landesbibliothek, im „Kollegienhof"
(Jokannispl. 7). Ca. 13 600 Bde (1 Inkun.) u. c. 13000 Univ.- u. Schul-
schriften; c. 807 Mk. — G.-L. Dr. R. Klussmann. — Sa. 11-12 (im
Winter 12-1), doch werden, wenn der Bibliothekar anwesend ist, auch
sonst Bücher ausgegeben. Geschl. in den Gymn.-Ferien. — Zwei Real-
kataloge in Bandform. — Entstanden um 1760 durch Vereinigung der
1608 gleichzeitig mit dem Gymn. von Heinrich Posthumus gegründeten
Reuss-Plauischen Kirchenbibliothek u. einer fast zu derselben Zeit von
Lehrern des Gymn. angelegten Büchersammlung, aber bei dem grossen
Brande von 1780 zum grossen Theil vernichtet. Neu vermehrt durch
die Schlossbibl. des Grafen Heinrich XXX. (1802) u. andere Ueberwei-
sungen bez. Ankäufe. Das Recht auf Pflichtlieferungen ist durch das
Gesetz über die Presse v. 15. Juni 1868 aufgehoben.
Joa. Gottfr. Hauptmanni memorabilia quaedam bibliothecae instaurari coep-
tae. Gerae 1784. 4. — Jon. Heinr. Traug. Behr, Einige Nachr. von d. öffentl.
Bibl. zu Gera. Progr. d. Landesschule z. 4. Jan. 1819. 4. S. 3-le>. — Cat. der
Bibl. des Fürstl. Gymn. zu Gera. G. 1871 (IV, 261 S.); Erwerb, d. J. 1871-1884.
eb. (1 Bl., 54 S.) — Zuwachsverz. in den Schulnachr. d. Gymn.
555. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 2800
Bde; 500 Mk. — Ord. L. Dr. Hundius. — Im Sommer Di. 11-12, im
Winter Mi. 2-3. — Begr. 1864 mit der Anstalt.
P. Hundius, Kat. der Lehrer- u. Schülerbibl. des Realgymn. zu Gera. Beil. z.
Progr. Gera 1885. 8. (80 S.); alle zwei Jahre ein bes. Nachtr.
556. Bibl. des gemeinschaftl. Landgerichts (Schlossstr. 26). [Vor-
bem. IV, 4.] 3142 Bde, darunter viele veraltete Werke u. Doubletten.
Verm.-Et. nicht fixiert. — Das Bibliothekariat wechselt im Kollegium,
z. Z. L.-Richter Greuner. — Ben. für nicht dem Gericht Angehörige nur
mit Erlaubniss des Bibliothekars. — Begr. 1879 aus den Bibl. der vor-
mal. Kreisgerichte in Gera, Schleiz u. Weida.
Giessen (Grossherz. Hessen).
557. Vereinigte Universitäts- u. von Senckenberg'sche Bibliothek.
Brandpl. 26. Ca. 250000 Bde (1200 Drucke bis 1530), c. 1400 Hdss.
u. 415 Urkunden. Verm.-Et. 16000 Mk. — Oberbibliothekar Dr. Herrn.
Haupt; 2 Kustoden; 1 Diener. — Geöffn. wtgl. 9-1 u., mit Ausn. d. Do.,
3-5 bez. im W.-Sem. 3-4»/ 2 ; währ. d. Ferien 9-1. Ausl. 11-1 u. 3-5
bez. 3-4 , /o. Geschl. an den Tagen vor u. nach den drei hohen Festen.
— Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alphab. Kat. in Zetteln; desgl. System.
Kat. (modific. System Schleiermacher) ; Schlagwortkat. d. Univ.- u. Schul-
schriften seit 1885; Inkun.-Kat. (noch unvollendet); Repertor. der Ur-
kunden; Hdss.-Kat. s. u. — Begr. wenige Jahre nach Eröffnung (1607)
der Universität, zunächst durch Ankauf einer Strassburger Büchersamm-
lung, wanderte die Bibl. um 1630, nachdem die Univ. nach Marburg
verlegt worden war, ebendahin, erhielt daselbst einen Theil der alten
Marburger Univ.-Bibl. u. kam mit dieser Bereicherung 1650 nach Giessen
385
136 Giessen. [557
zurück. Von später einverleibten Bibl. sind zu nennen die des Medic.
J. U. Streiter (c. 1653), des Theol. J. K. Bachmann (1673), des Philol.
J. H. May (1732), des Hist. Ch. L. Koch (1764), des Jur. J. F. Kayser
(1766), die aus 205 Hdss. u. 308 alten Drucken bestehende Bibl. des
ehemal. St. Markus - Stiftes der Kugelherren (Brüder v. gemeins. Leben)
zu Butzbach (1771), die 1800 testamentar. vermachte Bibl. des Reg.-R.
Renatus Karl von Senckenberg (c. 12000 Bde u. viele Hdss.; bis 1837
unter besond. Verwaltung), die Bibl. des kath. Theol. Leop. Schmid
(1870) u. des Philol. W. Clemm (1883), die Bibl. der früheren land-
wirthsch. Schule zu Darmstadt (1873), ferner zu verschiedenen Malen
Doubletten der Hofbibl. zu Darmstadt. Unter den Hdss. befindet sich
u. a. der Nachlass der Philol. F. W. Otto u. Fr. Osann. Seit 1827 werden
die Erwerbungen der Bibl. des klass.-philol. Seminars (jetziger Jahres-Et.
2000 Mk) der Üniv.-Bibl. einverleibt; seit 1876 bezw. 1887 sind die
Bibliotheken der Oberhessischen Gesellsch. für Natur- u. Heil-
kunde u. des Oberhess. Geschichtsvereins, einschl. ihres Zugangs
an Tauschschriften (c. 650 Zeitschr.) mit der Univ.-Bibl. vereinigt. Seit
1891 unterstehen die Samml. des vormal. akad. Kunstinstituts (c. 2000
Bde, Tafelwerke u. Sammelmappen; w. nicht mehr vermehrt) der Di-
rektion der Univ.-Bibl. Pflichtlieferungen der Verleger der Prov. Ober-
hessen u. Starkenburg u. der Drucker der Prov. Rheinhessen. — Ver-
luste während der französ. Okkupation 1796-99.
Chr. H. Schmid, Kurze Gesch. d. Univ.-Bibl. zu Giessen. Journ. von u. für
Deutschland 1791. S. 965-973. — H.Haupt, Eine Notiz üb. Kapseln zur Auf-
bewahrung d. Blätterkat. C.-Bl. f. Bibl.-W. V. 1888. S. 362-364. — E. Heuser,
Beiträge z. Gesch. d. Univ.-Bibl. Giessen. 6. Beiheft z. C.-Bl. f. Bibl.-W. Leipz.
1891. (1 Bl., 74 S.) — G. Nick, Die Grossh. Un.-Bibl. zu Giessen. S.-Abdr.
a. d. Darmstädter Zeitung 1891. Nr. 189. 191. 201. Abgedr. auch in den Quar-
talblättern d. hist. Ver. f. d. Gr. Hessen. N. F. I. 1891. 'S. 14 ff. (Enth. aus-
führt. Besprechung der Heuser'schen Schrift m. Nachträgen.) — Vorschriften
üb. d. Verwaltung u. d. Benutzung d. Bibl. an d. Landes -Un. Giessen, in:
Vorschriften üb. d. akad. Bürgerrecht usw. (1879) ; im Auszug in : Vorschriften
üb. d. akad. Bürgerrecht usw. (1886). — Jahresberichte üb. Benutzung u.
Vermehrung im C.-Bl. f. Bibl -Wesen.
Index librorum, quibus bibl. acad. Giessensis aucta est a. 1838-1872. Giess.
(1839-73.) 4. in jährt. Heften; Zuwachsverz. d. Gr. Un.-Bibl. Giessen 1873-
1884/85 (eb. 1874-85) dsgl. — J. Val. Adrian, Cat. codicum mss. bibliothecae
acad. Gissensis. Francof. adM. 1840. 4.; Additamental842. (IX, 400 S., 8Taf;
18 S.) Auszüge daraus mit Ergänz, im Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Ge-
schichtsk. IX. 1847, S. 574-579. — Fr. Guil. Otto, Commentarii crit. in codd.
bibliothecae acad. Gissensis graec. et latinos philologicos et medii aevi hi-
storicos ac geographicos. Gissae 1842. 4. (3 Bl , XII, 332 S., 2 Taf.) — F. A.
Schütz, Hdss. d. Un.-Bibl. zu Giessen (enth. Zuwachs 1846-47). Serapewn IX.
1848. S. 353-357. — L. Weiland, Beschr. einiger Hdss. d. Univ.-Bibl. zu Giessen.
N. Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. IV. 1879. S. 59-85. — Verz. d.
Bibl. des . . . Prof. W. Clemm. 1884. (20 S.) — Verz. der Tauschschriften der
Oberhess. Ges. f. Natur- u. Heilkunde im Bericht d. Ges.
558. Die Bibliotheken der Universitäts-Institute sind zum grössten
Theil erst seit kurzem angelegt u. von geringem Umfang. Die grössten
Sammlungen besitzen das Juristische Seminar (c. 500 Bde), d. Bo-
386
565] Gleiwitz. 137
tan. Institut (c. 750 Bde, davon 450 Bde Vermächtniss des Prof. Herrn.
Hoflfmann), d. Veterinär-Anstalt (c. 700 Bde), d. Landwirtlisch.
Inst. (c. 500 Bde), d. Kunstwissensch. Inst. (c. 1500 Bde u. Sammel-
mappen). Die übrigen Institute besitzen weniger als 500 Bde; das
Philol. Sem. (s. Un.-Bibl.) führt noch eine Handbibl. von c. 350 Bden.
Die früher mit der Un.-Bibl. vereinigt gewesene akad. Musikbibl. be-
findet sich jetzt unter Verwaltung des akad. Musikdirektors (Mus.-Dir.
Felchner). Die Bibl. des Pädagog. Sem. (1040 Bde) s. bei Nr 559.
559. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums nebst Bibl. d. Pädagog.
Seminars. [Vorbem. IV, 2.] 6200 Bde (n. Zähl.), c. 5000 Progr. Verm.
600 Mk, dazu 500-600 Mk für d. Päd. Sem. — G.-L. Dr. Weiffenbach.
— Begr. 1772 durch Jak. Theod. Franz Rambach.
J. V. Klein , Einige d. Giesser acad. Pädagog bes. dessen Bibl. u. deren
Gründer J. Th. Fr. Rambach betreffende Nachrichten u. Bemerkungen. Progr.
1829. 4. (24 S.; beigegeb. Kat. d. Gymn.-Bibl. 32 S. 8.)
560. Bibl. des Grossherzogl. Realgymnasiums u. der Realschule.
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 6000 Bde ; 700 Mk. — R.-G.-L. Dr. Eger. — Mi.
11-12 u. Fr. 9-10. — Begr. 1837.
561. Bibl. des Grossherzogl. Landgerichts der Prov. Oberhessen.
[Vorbem. IV, 4.] 2241 Bde; c. 650 Mk. — L.-Ger.-Direktor Wiener. —
Für die Mitglieder des Land- u. Amtsger. u. der Staatsanwaltschaft;
Ben. durch die Rechtsanwälte auf Verlangen, jedoch nur im Amtsge-
bäude. — Hervorgegangen aus der Bibl. des früheren Hofgerichts der
Prov. Oberhessen in Giessen.
M.-Gladbach (Rheinprovinz).
562. Bibl. des Stiftischen Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4200 Bde
u. c. 5000 Progr. ; 600 Mk. u. Antheil am Ertrag der Prinzen'schen
Stiftung v. 1887 (c. 500 Mk). — G.-L. Dr. Grein. — Di. 11-12turf.-Vers.) Gott. 1854. 4. S. 24-33. (M. Abbild, u. Plänen.) — Cuno, D.Er-
weiterungsbau d. Univ.-Bibl. zu Göttingen. Zeitschr. d. Architecten- u. Ingen.-
Vereins zu Hannover. Bd. 33. 1887. S. 157-160. 205-212 u. Taf. 5-11. — Be-
richte in den Nachrichten v. d. Ges. d. Wiss. u. d. Geo.-Aug.-Univ. (s. bes.
1880, S. 641-654) und seit 1886/87 in der Chronik d. Georg -Aug. -Univ. zu
Gott. 4.
Reglement v. 23. Aug. 1884 (im wesentl. gleich dem im C.-Bl. f. d. ges.
Unterr.-Verw. 1879. S. 237-241 abgedruckten v. 8. Febr. 1879); Bestimmungen
üb. d. Benutzung v. 25. Sept. 1883 m. Aenderungen v. 30. Juli 1888 in: Vor-
schriften f. d. Studir. d. Geo.-Aug.-Univ. 1889.
Catal. libror. novae Biblioth. Gymnasii Gottingensis. Gott. 1729. 4. (28 S.)
— Ad. Martini, Beiträge zur Kenntn. d. Bibl. des Klosters St. Michaelis in
Lüneburg. Lün. 1827. (XII, 140 S.) — Accessionen 1844-47 s. in Nachrichten
v. d. Ges. d. Wiss. 1845-54. — Die Accessionen d. Kgl. Un.-Bibl. in Gott.
währ. d. J. 1854-68. Gott, (seit 1857 Braunschw.) 1856-69. (13 Hefte.) — Alb.
Quantz, D. Musikwerke d. Kgl. Un.-Bibl. in Gott. Theoret. Druckwerke. Beil.
d. Monatshefte f. Musik-Gesch. Jg. 1879. (17 S.) — Verz. der im Zeitschr.-
Lesez. ausliegenden Zeitschriften. Gott. 1883. (3 Bl., 42 S.) — Kgl. Un.-Bibl.
zu Gott. Verz. der im Lesesaale aufgest. Handbibl. Gott. 1890. (VIII, 110 S.)
G. Chr. Gebauer, Narratio de Henr. Brenkmanno, de Mstis Brenkmannianis
. . . Gott. 1764. 4. S. 73-93; vgl. v. Savigny in Hugo's Civil. Mag. III. S. 302-
307. — J. F. Blumenbach , Nachr. v. d. Meibomischen Samml. medic. Hdss.
in Dess. Medic. Bibl. I. 1783. S. 368-377. — Arch. d. Ges. f. alt. deutsche
Geschichtsk. VI. 1838. S. 200-202. — F. Wüstenfeld, Coptisch - arab. Hdss.
Nachrichten v. d. Ges. d. Wiss. 1878. S. 285-326. — P. de Lagarde, D. kopt.
hdss. d. goett. bibl. In: Abhandl. d. Gott. Ges. d. Wiss. 24. 1879. 4. (60 S.)
= Orientalia. Heftl. Gott. 1879. 4. — Kurzes Verzeichn. v. 49 Sanskrithdss.
s. Nachr. 1888. S. 16-17. — J. Flemming, Ueb. e. Samml. persischer Hdss. in
Gott. C.-Bl. f. Bibl.-W. VI. 1889. S. 113-115. — Der 1. Bd. des Hdss.-Kat.
(s. oben) ist im Druck abgeschlossen.
585. Die Bibliotheken der Universitäts-Institute [s. Vorbem. IV, 3]
enthalten in 36 einzelnen Sammlungen üb. 30000 Bde u. 6000 ungeb.
kleine Schriften (Dissert,, Sep.-Abdr. usw.). Ueber 1000 Bde besitzen
folgende: Theolog. Stift (c. 3500 Bde, zugl. Bibl. des Theol. Sem.),
Philolog. Seminar (c. 3000 Bde), Sem. f. deutsche Piniol. (1100
Bde), Sem. f. roman. Philol. (1876 Bde), Sem. f. engl. Philol.
(1400 Bde), Sem. f. mittl. u. neuere Gesch. (1071 Bde), Geol.-
paläontol. Institut (c. 1500 Bde), Chem. Inst. (c. 1400 Bde), Land-
wirthscli. Inst. (c. 1500 Bde), Sternwarte, Abth. f. prakt. Astron.
(c. 2600 Bde). Die Abth. der Sternwarte f. theoret. Astron. be-
sitzt neben einer kleineren Handbibl. die Bibl. von K. Fr. Gauss (fast
5000 Bde u. kl. Sehr.) nebst seinem hdsl. wissensch. Nachlass, letzteren
als Depositum von der Univ.-Bibliothek. Der diplomat. Apparat ent-
hält ausser einem grossen Bestand an Urkunden auch eine Anzahl Hdss.-
Fragmente aus d. Un.-Bibl.
Notizen in d. Chronik d. Georg- Aug.-Univ. zu Gott, seit 1886/87. 4.
393
144 Goettingen. [586
586. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 7600 Bde u.
c. 10 000 Progr., 27 Bde Hdss.; 500 Mk. — Ob.-L. Dr. Wehr. — Mi.
u. Sa. 12-1. — Begr. 1736 (vgl. vorher Un.-Bibl.). Ueberwiesen 1842
aus der Bibl. von A. H. L. Heeren die Werke, welche die Un.-Bibl. be-
reits besass, nebst den von ihm nachgeschriebenen Kollegienheften (25
Bde) u. 2 Heften Tagebücher einer ital. Reise.
Verz. d. Bücher d. Göttingischen Schulbibl. Gott. 1822. (IBL, 62 S.)
587. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 2000 Bde;
520 Mk. — L.-Ger.-Sekr. Abich. — Begr. 1817.
Gohlis b. Leipzig (Kgr. Sachsen).
Schillerbibliothek s. Leipzig, Bibl. des Schillervereins.
Goslar (Pr. Hannover).
588. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums u. Gymnasiums. [Vorbem.
IV, 2.] 2900 Bde; 450 Mk. — G.-L. Dr. A. Mansfeld. — Mo. 9-10,
Do. 8-9. — Begr. Anfang des 19. Jahrh.
Die Magistratsbibliothek enthält nur Bücher zum dienstl. Ge-
brauch (1520 Bde). Einige werthvolle Hdss., welche unter den Sehens-
würdigkeiten des Rathhauses gezeigt werden, gehören dem Stadtarchiv.
589. Bibl. der Marktkirche (St. Kosmas u. Damianus), im Kirchen-
gebäude. 440 Bde, bes. Theologie, darunter 30-40 Inkun. u. viele Drucke
aus der 1. Hälfte des 16. Jahrh., z. Th. in Sammelbänden. Seit Ausgang
des 18. Jahrh. nicht vermehrt. — Wegen Benutzung Meldung beim Ersten
Pastor der Kirche Superint. Lohmann. — Neuerer Standörtskatalog ; Aus-
zug daraus in Göttingen, Un.-Bibl. Ms. H. litt. 147.
Gotha (S.-Koburg-Gotha).
590. Herzogliche Bibliothek, Schioss Friedenstein. Vorzugsw. histor.-
philol. Wissensch. in weitestem Sinn. Ueb. 200 000 Bde (1029 Inkun.);
Hdss.: 3537 abendländ. (392 auf Perg.) u. c. 3500 orientalische. Verm.-
Et. 10 500 Mk. — Oberbibliothekar Geh. Hofrath Dr. W. Pertsch; 1 Bi-
bliothekar, 1 Hülfsarb.; 1 Diener u. 1 Hülfsdiener. — Wtgl. 10-1, Ausl.
Mo. Mi. Sa. 11-1; geschl. 6 Tage zu Ostern, je 4 Tage zu Pfingsten u.
Weihn., am Fastn. -Dienst, u. am 31. Dec, ausserdem für das Publikum
Mitte Juli bis Mitte August. — Alphab. Kat. in 70, wissensch. Kat. in
53 Bden; 3 Hdss.-Kat. (n. Standort, System, u. alphab.); Specialkat. d.
klass. Litt, üb. Orientalia, Inkun., Briefe, Gesangbücher, Musikalien,
Leichenpred., Autotypen Luthers, Dissertationen (10 Bde), Abhandlungen
in Sammelschriften (6 Bde; nicht vollst.). — Begr. von Herzog Ernst
d. Frommen (1640-1675) mit einem vorzüglichen Stamm alter seltener
Drucke u. werthvoller Hdss., zum Theil aus der Kriegsbeute von München,
Würzburg, aus Mainzischen u. anderen Klöstern stammend; seit 1647
auf Schioss Friedenstein. Im 17. u. 18. Jahrh. einverleibt eine grössere
Anzahl Privatbibliotheken, darunter bes. zu nennen die Rueffer'sche (1647),
die desTheol. J. E. Gerhard (fl668), Bücher u. Hdss. vonW.E. Tentzel
394
591] Gotha. 145
(f 1707), die Samml. des Gen.-Super. H. Fergen (1709), Geh.-R. H. Fr.
v. Thumsbirn (1719), des Rudolstädt. Kaminerraths v. Demnitz (1733;
Hdss. u. Kollektaneen), d. Kirchenraths E. S. Cyprian (1745; bes. Brief-
samml. u. Aldinen), ferner die Privatsamml. Herz. Friedrich's IL (f 1732;
„Bibl. selecta", erst nach 1855 eingeordnet). Ausserordentliche Berei-
cherung 1822 durch Ueberweisung der Bibl. des Münzkabinets u. der
Privatbibliotheken Herz. Ernst's II. v. Gotha- Altenburg (f 1804; c. 20000
Bde, darin J. J. Ch. Bode's Samml. über geheime Gesellschaften) u. Herz.
August's (f 1822; c. 10000 Bde m. Einschluss der durch U. J. Seetzen
erworbenen u. eingesandten Samml. orientalischer Hdss ). Später kamen
hinzu die Bibliotheken aus den Landschlössern Friedrichswerth u. Mols-
dorf u. 1888 die Bibl. des Statistischen Bureaus, welches auch weiter
seine Eingänge überweist.
A.Beck, Gesch. d. gothaischen Landes. Bd2. Gotha 1870. S. 440-445. —
Regulativ f. d. Benutzung d. Herzogl. Bibl. zu Gotha v. 9. Apr. 1866.
E. S. Cyprian, Cat. codicurn mss. bibliothecae Gothanae. Lips. 1714. 4.
(8 Bl., 124 S., 5 BL, 26 S.). — Fr. Jacobs u. F. A. Ukert, Beiträge z. alt. Li-
teratur od. Merkwürdigkeiten d. Herzogl. off. Bibl. zu Gotha. Bd 1-3 = Heft
1-t). Leipz. 1835-43. (472, 436, 404 S. Text, 8 Taf. ; Bd I. S. 1-62 Gesch. d.
Bibl.; aus Heft 4 bes. abgedr. : Fr. Jacobs, Beschr. d. deutschen Gedichte
des Mittelalters, welche kdsl. in d. Herzogl. Bibl. zu Gotha aufbewahrt
werden. Leipz. 1837.) — Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. VI. 1838.
S. 80-92 (Hdss. z. alt. deutschen Gesch.); Nachtr. VIII. 1843. S. 675-676. —
G. Rathgeber , Bibl. Gothana. Section d. abendländ. m. Gemälden geschm.
Hdss. Gotha 1839. (X, 32 S.) — J. H. Müller, Paläogr. Beiträge a. d. Herzogl.
Sammlungen in Gotha. Oriental. Paläogr. Heft 1. Eisleb. 1842 (Tit. -Ausg.
1844). gr. fol. (X S., 14 Taf.) — Reuss, Würzburgische Hdss. in d. Bibl. zu
Gotha. Arch. d. hist. Ver. v. Unterfranken. Bd 7, Heft 2. 1842. S. 178-180. —
H. Bretschneider, Wissensch. Verz. der in d. Herzogl. Bibl. zu Gotha enthalt.
Ausgaben, Uebersetzungen u. Erläuterungsschr. medic.-physikal. Werke der
griech., arab. u. d. latein. Literatur b. z. 13. Jahrh. Gotha 1851. (42 S.) —
W. Pertsch, Die oriental. Hdss. d. Herzogl. Bibl. zu Gotha. Th. 1. Pers.
Hdss. Wien 1859. (XI, 143S.); Tb, 2. Türk. Hdss. 1864 (VIII, 240 S.); Th. 3.
Arab.Hdss. Bdl-5. Gotha 1878-92 (XV, 492; VIII, 495; VII, 4Ss ; VIII, 564;
VI, 562 S.) — Kat. d. Bibl. d. Herzogl. Statist. Büreau's zu Gotha. Ausgeg.
im Dez. 1887. (1 Bl., 120 S.) — Verz. der eingegang. Geschenke sind im jährl.
Bericht üb. die den Herzogl. Sammlungen zugegangenen Geschenke (Gotha.
4.) von 1858-1888 einschl. erschienen.
591. Bibl. des Herzogl. Gymnasium Ernestinum (Bergallee 8).
[Vorbein. IV, 2.] Ca. 20000 Bde (9 Inkun.) u. c. 10000 Progr., 1 Hds.;
1460 Mk. — Prof. Dr. Ehwald. — Di. u. Fr. 4-5. — Fachkataloge,
syst. u. alph., in 15 Bden. — Begr. um 1616 als Bibl. des Gymnasium
Illustre, verm. 1691 durch die Bibl. des Rektors G. Hess, 1703 durch
Zuwendungen Herzog Friedrich's IL (Doubl, d. Herzogl. Bibl.), 1818 durch
die Bibl. des Geh. R. v. Frankenberg. Seit 1859 mit der Gymn.-Bibl.
vereinigt die der Realschule (begr. 1836).
J. II. Stuss, Comm. de hist. bibliothecae Gymnasii Gothani I-V. (Progr.)
Goth. 1757-60. 4. — K. Gotth. Lenz, Verz. alter Drucke auf d. Bibl. d. Herz.
Gymn. zu Gotha. Allg. Lit. Anzeiger 1801. Sp. 1724-1727 (enth. auch Beschr.
d. Hds.).
395
Beiheft io. 10
146 Gotha. [592
592. Bibl. des Herzogl. Landgerichts (Erfurter Str. 2). [Vorbein. IV, 2.]
Ca. 2900 Bde; 600-700 Mk. — Begr. 1879 aus Büchern des vormal.
Kreisgerichts, sowie solchen des früh. Herz. .Justizkollegiums, welche an
das gemeinschaftl. Appellationsgericht in Eisenach abgegeben gewesen
waren.
593. Bibl. der Herzogl. Hofkirche (Schloss Friedenstein). Fast
ausschl. Theologie. 617 Bde, darunter eine Anzahl Hdss. ; Verm.-Et.
nicht feststehend. — General-Superint. u. Oberhofprediger Kretschmar.
— Zunächst zur Benutzung der Hofgeistlichen. — Alphab. Fachkat. —
Seit dem 17. Jahrh. durch Vermächtnisse aus den hinterlassenen Biblio-
theken der Hofgeistlichen gesammelt u. aus den Mi